Eggenberger Urbock

Antworten
Benutzeravatar
tauroplu
Posting Freak
Posting Freak
Beiträge: 13179
Registriert: Sonntag 23. Oktober 2005, 18:04
Wohnort: 58453 Witten
Kontaktdaten:

Eggenberger Urbock

#1

Beitrag von tauroplu » Freitag 10. Februar 2017, 21:53

Heute war der Eggenberger Urbock aus Österreich an der Reihe.

Allgemeine Etikettangaben: 23° Stammwürze, 9,6 Vol.-% (!), Pale Double Bock. Zutaten: Wasser, Gerstenmalz, Hopfen, Hopfenextrakt. 9 Monate in alten Kellern gereift.

Aussehen: Die Farbe ist geprägt von sattgelb-orangener Farbe. Der Schaum ist für so einen Doppelbock und Alkoholmonster recht gut und hinreichend lange haltbar. Der Schaum ist schön feinporig.

Geruch: Fette, weinige Aromenkomplexe, durchsetzt von saftigen Rosinentönen. Das Bier weist einen Sherry-Holzton auf und beim Wein würde man sagen, dass er eine leichte Edelfirne besitzt. Irgendwie schmeckt das für mich nach Holzfasslagerung, hab aber keine Ahnung, ob das stimmt. Möglicherweise liegt’s an den alten Kellern, in denen der gelagert wurde. Das passt aber sehr gut zu diesem hellen Doppelbock. Der Alkohol ist zwar deutlich zu riechen (soll wohl und muss auch, denn hier sind immerhin konkrete 9,6 Volumenprozent Ethanole versammetl, oha…), passt aber irgendwie ins Gesamtkonzept.

Geschmack: Der Antrunk ist für einen Doppelbock ansprechend rezent, das kommt sehr gut. Es folgt die volle Malzdröhnung, Wow! Karamellig und süß, aber nicht übertrieben, da das satte Malzfundament von einer spürbaren und sehr passenden Hopfenbittere gestützt wird. Da kommt ne Menge Würze ins Spiel. Die kräftige Bittere hält recht lange an, sodass der anfängliche Süßeindruck ziemlich schnell schwindet. Das ist in meinen Augen gut ausgedacht und fein komponiert. Und die Wirkung Ethanolmoleküle lässt erwartungsgemäß auch nicht lang uaf…hoppla, auf sich warten…

Fazit: Ein Klasse Doppelbock der besonderen Art, üblicherweise sind so weinige Töne im Bier nicht so mein Fall (ich mag es lieber frischer, wie z.B. beim Riegele Doppelbock), aber dieser Eggenberger, den könnte man sich bei besonderen Gelegenheiten durchaus öfter mal gönnen. Der Eggenberger Doppelbock ist wieder ein Beispiel dafür, dass man auch unter Mitverwendung von Hopfenextrakt eine tolle Bittere hinbekommt. Er ist auf jeden Fall einen Test wert und von daher unbedingt zu empfehlen.

Liebe Ösis, das habt Ihr sehr gut gemacht!
EggenbergerUrbock.JPG
Beste Grüße
Michael michael.plum@arcor.de

„Lass die anderen mit Fichten- und Tannensprossen würzen, der Hopfen ist das Beste, was die Natur uns bietet.“
Aus "Das Erbe des Bierzauberers" von Günther Thömmes, Gmeiner Verlag

Antworten