Pliny the Elder

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Pliny the Elder

#1

Beitrag von Kurt » Montag 27. Oktober 2014, 21:10

Ich hatte das große Glück an eine frische und gewissenhaft importierte Flasche Pliny the Elder zu gelangen. Zusätzlich habe ich mich an einem Klon versucht. Was liegt da näher als ein 1:1 Vergleich?
Plinius.jpg
Links der Clone, rechts das Original. Die Farbe passt schonmal (es wurde mit Irish Moss gearbeitet und mir Gelatine geklärt). Der Clone hat etwas zu viel Kohlensäure und daher auch den opulenteren Schaum. Um es kurz zu machen:
Beides sind gute IPAs, aber doch recht verschieden. Das Pliny ist extrem (wie der Amerikaner sagt) "dank", harzig und im besten Sinne hopfig "dumpf". Das Mundgefühl ist einzigartig - irgendwie gleichzeitig trocken und vollmundig. Ferryman vermutet den Grund im Ionenprofil des Wassers. Ich habe nach einer Internetrecherche dieses Wasserprofil für den Clone verwendet, das relativ Sulfatlastig ist. Der Clone wird dadurch möglicherweise (zu) hopfig-trocken und ich würde bei einer Wiederholung mehr Calciumclorid und weniger Sulfat einsetzen. Vielleicht wäre auch eine moderat erhöhte Caramalzmenge sinnvoll. Das Hopfenprofil des Clones passt nicht 100%ig. Ich würde beim nächsten Mal den Fokus auf die Kombi aus Columbus und Simcoe legen. Centennial spielt die zweite Geige, der "Spritzer" Amarillo darf aber ruhig bleiben. Das Original Pliny zeigt nahezu keine Gärnebenprodukte und ist somit sehr "clean", man riecht trotz Bomben-Hopfenaroma noch das Pilsner Malz. Bei meinem Clone hat die US-05 in zweiter Führung leider eine Spur Schefel im Bier hinterlassen. So eine Double-IPA Vergärung ist halt nicht so einfach. Beim nächsten Mal gibt´s Hefenährsalz für die Einzeller.

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Re: Pliny the Elder

#2

Beitrag von Hjemmebrygget » Montag 27. Oktober 2014, 21:20

Hi Kurt

Super Vergleich!

Wie lange war denn der Hopfen zum Stopfen im Gärfass? Sind die Grammangaben für eine Charge Hopfen oder hast du mehrfach gestopft (mit jeweils frischem Hopfen)?
Gruesse
Thomas

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Re: Pliny the Elder

#3

Beitrag von Kurt » Dienstag 28. Oktober 2014, 09:51

Hallo,

ich habe den Hopfen aufgeteilt (siehe Textbox auf MMuM unter dem Rezept). Die erste Charge blieb insgesammt 10 Tage im Bier, die zweite Charge 5 Tage. Gestopft wurde bei Raumtemperatur.

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Re: Pliny the Elder

#4

Beitrag von ferryman » Dienstag 28. Oktober 2014, 10:53

Hallo zusammen,

an dieser Stelle nochmal dankeschön, dass ich bei der Verkostung dabei sein durfte!

Ich mag ja hopfige Biere, meine IPA wurden von den versierten Verkostern auch auf nahe 100 IBU geschätzt, aber das hier ist nochmal ne ganz andere Liga. Das Pliny hat ein fast öliges Mundgefühl, ist dabei aber furztrocken, und riecht trotz allem, trotz der phänomenalen Hopfennase und an 8% Alc vorbei nach einer Ahnung von einem frisch geöffneten Sack Pilsner Malz.

Das in einem Klon alles auf Anhieb hinzubekommen wäre schon gesteigert ambitioniert. Ich war schon begeistert, wie nah der Klon dem Original kam (IBU und Farbe trafen ins Schwarze, beides finde ich extrem schwer), die unterschiedlichen Hopfenprofile sind sicher der Tatsache geschuldet dass nicht jede Ernte gleich ist und sich das Rezept an früheren Jahrgängen orientiert, Hopfenextrakt war ja auch nicht im Spiel.
Nochmal: ein so saubitteres Bier dermaßen lecker und trinkbar hinzubekommen würde ich mir nicht zutrauen.

Das mit dem Wasserprofil war nur eine Idee von mir, da ich mir nicht vorstellen kann dass das Original mit dortigem Leitungswasser gebraut wird.

Fazit für mich: Die Amis können wirklich was, nach dem Arrogant Bastard, dem Self-Righteous-Geschoss und Pliny the Elder, welche ich schon probieren durfte, bin ich von der Bierkultur schon überzeugt. Wenn ich selbst ein double IPA ansetze, werde ich mich jedenfalls IBU-technisch unter Pliny bewegen.

Viele Grüße
Julian

der sich schon auf den Hopfentest freut

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Re: Pliny the Elder

#5

Beitrag von DevilsHole82 » Donnerstag 9. Februar 2017, 10:47

Ich hole mal diesen alten Thread aus der Versenkung.

Neben meinem Plan als nächstes das Samuel Adams Boston Lager zu brauen, wurde ich ein wenig sentimental und hab an mein erstes IPA gedacht. Es war wie schon irgendwann mal erwähnt ein Pliny the Elder im [img=http://mohawk.la/]Mohawk Bend[/img] in L.A. Logischerweise ist es für mich DAS IPA schlechthin und bin daher auch an diesem Rezept am basteln.

Dabei bin ich auf folgenden Brauplan gestoßen, der wohl aus der Russian River Brewery stammt. Ich möchte ihn Euch nicht vorenthalten und hoffe, dass sich vielleicht Kurt dazu meldet, der das Klon Rezept bei MMuM erstellt hat.
Dateianhänge
Pliny The Elder Brew Sheet.jpg
Gruß, Daniel

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Re: Pliny the Elder

#6

Beitrag von DerDallmann » Donnerstag 9. Februar 2017, 22:00

Im IPA Buch von Mitch Steele ist auch ein Rezept. Tippe ich gern mal ab, bei Interesse.
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Re: Pliny the Elder

#7

Beitrag von uli74 » Freitag 10. Februar 2017, 00:07

DerDallmann hat geschrieben:Im IPA Buch von Mitch Steele ist auch ein Rezept. Tippe ich gern mal ab, bei Interesse.

Ja, würde mich interessieren!
Gruss

Uli

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Re: Pliny the Elder

#8

Beitrag von realholgi » Freitag 10. Februar 2017, 07:07

DerDallmann hat geschrieben:Im IPA Buch von Mitch Steele ist auch ein Rezept. Tippe ich gern mal ab, bei Interesse.
musst nicht tippen; habe zufällig das Rezept aus besagtem Buch im Netz gefunden: http://pastebin.com/cp9Q4saG
/realholgi -- https://holgi.beer

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Re: Pliny the Elder

#9

Beitrag von DerDallmann » Freitag 10. Februar 2017, 08:01

Top. Danke.
Btw, ich liebe das Buch.
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Re: Pliny the Elder

#10

Beitrag von Kurt » Freitag 10. Februar 2017, 08:54

*meld*

Das Brauprotokoll kenne ich. Daraufhin habe ich das MMuM-Rezept angepasst. Vorher waren da mehr als 1,6% Caramalz drin. Bertus Brewery hat das Dokument auch schon zur Kenntnis genommen :)
Das Rezept ist bei dem Bier aber nur die halbe Miete. Die Hefe muss TOP fit sein, Sauerstoff ist der Staatsfeind Nr.1! Alle Behälter fleißig mit CO2 spülen, vor allem beim Abfüllen und Stopfen. Das Bier am besten in der Flasche nachgären lassen, kühl lagern und rasch trinken!

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Re: Pliny the Elder

#11

Beitrag von DevilsHole82 » Freitag 10. Februar 2017, 09:41

Ich hab es nur noch schwer in Erinnerung, weiß aber, dass es wie Kurt im Eingangs-Post beschrieben hat, eine Mischung aus trocken und vollmundig war. Dazu dieser für mich überwältigende florale Flavor und ölige Abgang. Einfach wahnsinnig toll.

Daher widerstrebt mir noch der Gedanke einen so hohen Dextroseanteil zu verwenden. Macht der das Bier nicht noch trockener als es ohnehin schon ist? Mir erscheint es logisch, dass dadurch mehr Spielraum für den Hopfen geschaffen wird, aber je nach Wasserprofil könnt es vielleicht zu heftig werden.

Ursprünglich wollte ich die WLP001 verwenden, denke aber dass für mich die US-05 "pflegeleichter" ist.

Beim Stopfen teste ich erstmals Boludos Konservierungsmethode mit Ascorbinsäure. Bin gespannt.
Gruß, Daniel

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Re: Pliny the Elder

#12

Beitrag von Kurt » Freitag 10. Februar 2017, 10:16

Naja, so viel Dextrose ist ja nicht im Spiel. Beim Aufspeisen mit Traubenzucker verwendet man ja auch gerne mal 7g/L. Diese Menge würde ich übrigens bei der Dextrosegabe in die Schüttung berücksichtigen und endsprechend weniger verwenden. Das Bier wird bei der Stammwürze nicht zu trocken mit 4% Zucker!

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Re: Pliny the Elder

#13

Beitrag von DerDallmann » Freitag 17. März 2017, 23:45

Ich bin gespannt. Frischer geht's kaum.
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Re: Pliny the Elder

#14

Beitrag von Boludo » Samstag 18. März 2017, 07:55

Ich durfte auf der Messe in Nürnberg auch endlich eins probieren.
Astreines IPA, keine Frage. Und sicherlich die Messlatte für uns Hobbybrauer.
Aber auch ziemlich viel Hype. Da gab es durchaus noch andere, die mich mehr beeindruckt haben.

Stefan

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Re: Pliny the Elder

#15

Beitrag von DerDallmann » Montag 3. April 2017, 07:42

Am Mittwoch habe ich die Flasche geköpft.
Ich war ziemlich beeindruckt. Ein besseres DIPA habe ich noch nicht getrunken.
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Re: Pliny the Elder

#16

Beitrag von DevilsHole82 » Montag 17. Juli 2017, 21:20

Wann wird eigentlich die Dextrose hinzugegeben? Direkt beim Einmaischen oder kann man sie auch zur Vorderwürze geben?
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Re: Pliny the Elder

#17

Beitrag von Kurt » Freitag 21. Juli 2017, 13:39

Sinnvoll ist eine Dextrosegabe zum Kochende. Damit spart man sich die Viskositätserhöhung beim Maischen und senkt auch nicht die Bitterstoffausbeute beim Kochen.

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Re: Pliny the Elder

#18

Beitrag von DevilsHole82 » Samstag 16. September 2017, 18:57

Kurt, Du hast nicht zu viel versprochen. Ich hab mich exakt an Dein Rezept gehalten und alle Behälter mit CO2 geflutet.
Meine US-05 war aus zweiter Führung. Die Ernte-Suspension hab ich einen Tag vorher mit DME aufgemuntert und sie war dabei schon so aktiv, dass sie aus dem 2 L Erlenmeyerkolben abhauen wollte. Ab Anstellzeitpunkt hat sie nur 4 Tage gebraucht, um die 17°P Stammwürze auf nur 1°P Restextrakt zu gären. Wahnsinn, ein sEVG von 94%. Das hatte ich noch nie.

Geschmacklich entspricht es haargenau meinen Erinnerungen an ein frisch gezapftes Pliny the Elder in Los Angeles. Ich bin begeistert und kann dieses Rezept nur weiter empfehlen. Das Mundgefühl ist bombastisch. Eine Kombination aus furztrocken und süffig. Ölig auf der Zunge und kräftig herb im Abgang. Dazu dieses florale, blumige, harzige und fruchtige Hopfenaroma. Wie Du schon sagst: "Typ Hopfenhecke" :thumbsup . Ich kann es kaum beschreiben, aber es ist perfekt. Der Alkohol und die 90 IBU sind schön verpackt und man merkt sie kaum.
Allerdings schlagen die 8% alk. nach dem letzten Schluck schon an. Dazu bilde ich mir eine leichte Sedierung aufgrund der massiven (Kalt-)Hopfenöle ein.

Fazit: Absolute Empfehlung zum nachbrauen.

EDIT: Hab mich doch nicht exakt ans Rezept gehalten. Ich hab Crystal Medium (60°L) statt CaraDunkel genommen :P
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Re: Pliny the Elder

#19

Beitrag von karlm » Dienstag 28. November 2017, 14:32

Da ich mich auch gerade mit diesem Rezept beschäftige, hier noch mal eine gephotoshoppte Version des Brauprotokolls, ist vielleicht einfacher zu lesen.

Folgt das aktualisierte Rezept von Kurt auf MMuM jetzt diesem Protokoll? Ich habe es noch nicht genau verglichen.

7# Steht für 7 ounces? Vermutlich war / ist das größte Problem den Hopfenextrakt umzurechnen auf Pelletgaben, oder?
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Re: Pliny the Elder

#20

Beitrag von DevilsHole82 » Dienstag 28. November 2017, 17:42

Ich zitiere Kurt mal:
Kurt hat geschrieben:
Freitag 10. Februar 2017, 08:54
Das Brauprotokoll kenne ich. Daraufhin habe ich das MMuM-Rezept angepasst. Vorher waren da mehr als 1,6% Caramalz drin. Bertus Brewery hat das Dokument auch schon zur Kenntnis genommen :)
Das Rezept ist bei dem Bier aber nur die halbe Miete. Die Hefe muss TOP fit sein, Sauerstoff ist der Staatsfeind Nr.1! Alle Behälter fleißig mit CO2 spülen, vor allem beim Abfüllen und Stopfen. Das Bier am besten in der Flasche nachgären lassen, kühl lagern und rasch trinken!
Zwei kleine Unterschiede gibt es jedoch:
1. Kurt verwendet Caradunkel. Vermutlich CaraMünch II.
2. Kurt hat die "Original"-IBU von 90 fürs Rezept verwendet. Im Protokoll wird jedoch 70 IBU angegeben. Wahrscheinlich eine Anpassung der Brauerei an die jeweilige Hopfenernte oder ähnliches.

Ich hab wie in Kurts Rezept mit 90 IBU, jedoch Crystal Malt 60°L gebraut und es ist genau so geworden, wie ich es aus den USA in Erinnerung hatte. Je nachdem wie schnell Du das Bier trinken willst, empfehle ich Dir kleinere Mengen zu brauen. Denn die Stopfaromen nehmen von Woche zu Woche stark ab.
Mehr als 10 L pro Sud gibt es beim DIPA definitiv nicht mehr. Außer es steht eine Feier an.
Gruß, Daniel

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Re: Pliny the Elder

#21

Beitrag von Kurt » Dienstag 28. November 2017, 21:52

Witzig, ich habe das Bier vor 8 Tagen gebraut. Dieses mal mit Hopfenextrakt. Die Mengen habe ich aus dem original Brauprotokoll skaliert mit Anpassung der Sudhausausbeute. Das MMuM Rezept ist das Ergebnis dieser Umrechnung aber ohne Extrakt. Weder 70 noch 90 IBU sind warscheinlich die Wahrheit. Im Rezept sind viel mehr IBUs Potential aber die Sättigung wird hier erreicht! Bei mir klebte der Kessel nach dem Hopfenkochen... kümmert Euch lieber um Hefe, Sauerstoff und Wasserprofil. Die Variation in den Hopfenjahrgängen ist eh sehr groß.

Edit: 7# bedeutet sieben Pfund!
Edit2: Bei 1,6% Caramalz ist es wahrscheinlich fast egal ob man jetzt C60 oder Caramünch II oder ein englisches Caramalz verwendet. Letzteres wäre mein Favorit.

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Re: Pliny the Elder

#22

Beitrag von karlm » Dienstag 28. November 2017, 22:25

Danke für die Tipps. Ja, ich habe vor einer Sekunde auch bemerkt, dass # = Pfund sind. :-)

Ich versuche mich gerade auch noch mal an einer Umrechnung. Bis jetzt wäre ich auch bei Caramünch II, mal gucken, was man so bekommt.

Die Hopfen sind mir tatsächlich nicht ganz klar. Warrior ist zu bekommen, den wollte ich eigentlich einbauen bei 90 Min. Das scheint aber keine VWH zu sein. Und dann eben eine kleinere Menge CTZ bei 90 Min. Die verschiedenen Mengen sind mir aber noch ein Rätsel. Es soll ja auch generell problematisch sein Hopfengaben von Großrezepten für Kleinrezepte umzurechnen.

Ich orientiere mich ein bisschen hier dran: https://www.brewersfriend.com/homebrew/ ... -the-elder
Ich würde allerdings gerne die Hopfenberechnung nachvollziehen. Naja, morgen ist auch noch ein Tag.
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Re: Pliny the Elder

#23

Beitrag von Kurt » Mittwoch 29. November 2017, 11:16

pliny.PNG
AA heißt Alphasäure. Die Menge muss man sich also umrechnen je nachdem ob man mit Hopfen oder Extrakt arbeitet. Bei der Bittergabe ist es wahrscheinlich ziemlich egal ob es Warrior Extrakt oder ein anderer ist. Amarillo-Extrakt ist wohl schwer aufzutreiben, daher habe ich Amarillo-Pellets verwendet. Die Schüttung ist auf 23L Berechnet, die Hopfengabe auf 21L, da ich meinem Setup eine geringere Ausbeute im Vergleich zum Profisudhaus andichte.

Ich habe Boludos Extrakt aus der Foren-Aktion verwendet. Das war ein Herkules-Extrakt mit 44% Alpha was 10ml bedeutet hätte. Ich hatte nur 9 ml. Das reichte aber auch. Ich musste den Topf nach dem Hopfenkochen mit Natronlauge reinigen. Alles harzig :)

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Re: Pliny the Elder

#24

Beitrag von karlm » Mittwoch 29. November 2017, 12:08

Ah, super, vielen Dank. Genau so eine Tabelle wollte ich mir auch machen. Ich bin gespannt, ob wir beim gleichen Ergebnis rauskommen.

Bist du sicher, dass deine Gallon in Liter Umrechnung passt? Ich meine ich hätte da gestern andere Zahlen herausbekommen, vielleicht habe ich die falschen Gallons verwendet, ich dachte aber ich hätte explizit darauf geachtet Bier-Gallons zu nehmen. Es gibt ja so viele verschiedene Gallons.

Das Stopfen hatte ich mir so vorgestellt: Gärung durchlaufen lassen (Anstellen bei 18 Grad, dann rauf bis 20 Grad (im Eimer)), dann die erste Charge Hopfen rein, dann 5 Tage warten. Dann umschlauchen (oder nicht? der Stopfhopfen sinkt ja zu Boden) und die zweite Charge Hopfen rein. Nochmal 5 Tage warten. Colcrash. Umschlauchen durch Monofilamentfilter und Abfüllen. Wie hast du das gemacht?

Als Hefe hatte ich mir Wyeast 1056 American Ale vorgestellt. Activator Pack und dann noch vorher in einen 1 Liter Starter gepackt.
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Re: Pliny the Elder

#25

Beitrag von Ladeberger » Mittwoch 29. November 2017, 12:24

karlm hat geschrieben:
Mittwoch 29. November 2017, 12:08
Bist du sicher, dass deine Gallon in Liter Umrechnung passt? Ich meine ich hätte da gestern andere Zahlen herausbekommen, vielleicht habe ich die falschen Gallons verwendet, ich dachte aber ich hätte explizit darauf geachtet Bier-Gallons zu nehmen.
Das ist zu kompliziert gedacht. Bei amerikanischen Rezepten kannst du ganz normal von "US liquid gallons" ausgehen. Die Umrechnung von Kurt passt also.

Gruß
Andy

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Re: Pliny the Elder

#26

Beitrag von karlm » Mittwoch 29. November 2017, 12:27

Ich vermute mal es sind 3 ml. 3,000 ml.
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Re: Pliny the Elder

#27

Beitrag von karlm » Mittwoch 29. November 2017, 12:29

Ladeberger hat geschrieben:
Mittwoch 29. November 2017, 12:24
Das ist zu kompliziert gedacht. Bei amerikanischen Rezepten kannst du ganz normal von "US liquid gallons" ausgehen. Die Umrechnung von Kurt passt also.
Also, wenn ich hier
http://www.kylesconverter.com/volume/ga ... -to-litres
mal die 1300 gallons eingebe, dann bekomme ich aber 6000 Liter.

Vielleicht irrt der Rechner?

Hm, ein zweiter Rechner bestätigt das. Ich meine ich hätte auch schon von der amerikanischen Bier Gallone gelesen.

Allerdings würden normale US Gallonen für mich auch am meisten Sinn machen. Also 1 Gallone = 3,785411784 Liter.
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Re: Pliny the Elder

#28

Beitrag von Ladeberger » Mittwoch 29. November 2017, 12:38

Warum um Himmels willen sollte in einem US-amerikanischen Rezept der Neuzeit ein Wasservolumen in altenglischen Bier(!)-Gallonen angegeben werden?

Gruß
Andy

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Re: Pliny the Elder

#29

Beitrag von Kurt » Mittwoch 29. November 2017, 12:39

Die 1056 passt sicher gut. Achte auf jeden Fall auf einen ordentlichen Starter (1L ist fast zu wenig bei 21L Double IPA) und Hefenahrung. Ich hatte beim ersten Versuch eine schwefelnde Gärung. Die 1056 sedimentiert nicht so gut und ist am Ende recht langsam. Das führt bei solchen Bieren gerne zu Übercarbonisierung (ist mir auch passiert). Daher sieht man bei den Pliny Clonen gerne die WLP090 Super San Diego Yeast. Ich habe die 1217PC verwendet. Ich stopfe bei Raumtemperatur in zwei Chargen (wie Russian River auch) schlauche dazwischen aber nicht um. Das ist im Hobbybereich einfach zu riskant (Sauerstoff). Dann kläre ich mit Gelatine und fülle ab.

Zum Volumen: Das Originalrezept ist für ein 60bbl Brewhouse, das sind etwa 70lh. RR maischt recht dick ein, das habe ich für das MMuM-Rezept auch etwas abgeändert. Gallone: https://www.wolframalpha.com/input/?i=gallone Das amerikanische Maßsystem ist zwar bescheuert, aber nicht SO bescheuert.

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Re: Pliny the Elder

#30

Beitrag von karlm » Mittwoch 29. November 2017, 12:47

Die bei RR scheinen jeweils 3 Tage zu stopfen. Das könnte auch reichen...
An die 1217-PC West Coast IPA dachte ich auch. Scheint besser zu sedimentieren. Könnte für den Anfang etwas entspannter sein.
Ich bastel in den nächsten Tagen noch mal mit dem KBH am Rezept. Und nehme dann mal auch US Gallonen...
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Re: Pliny the Elder

#31

Beitrag von DevilsHole82 » Mittwoch 29. November 2017, 18:17

Bei der Hefe würde ich auf jedenfall eine in mindestens zweiter Führung nehmen. Ich hab mit der US-05 erst ein Pale Ale gebraut und mit der kompletten Erntehefe den Pliny Klon angestellt. Kräftig belüftet hat sie schon nach 3 h losgelegt.
Selbst mit einem ordentlichen Starter wäre mir der Wyeast Pack zu riskant. Je nachdem wie alt und in welcher Verfassung die Zellen sind könnte die Hefe schlappt machen.
Gruß, Daniel

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Re: Pliny the Elder

#32

Beitrag von karlm » Mittwoch 29. November 2017, 18:20

So, wollte mal gerade meinen monentanen Zwischenstand präsentieren. Das hier wäre mein Versuch einer Umrechnung. Die Werte sind denen von Kurt sehr ähnlich.

Von wegen Whirlpoolhopfung, das habe ich mir dann so vorgestellt: Ich kühle auf 80 °C, Hopfen rein, Deckel drauf, 20 min warten, dann weiter kühlen.

Die meinen schon 90 Min kochen, keine VWH, oder?

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Re: Pliny the Elder

#33

Beitrag von Ladeberger » Mittwoch 29. November 2017, 18:50

- 21 L Anstellwürze aus 25 L Gesamtguss ist für einen Hobbybrauer zu knapp kalkuliert. Die dem Rezept zugrunde liegende Sudhausausbeute ist ebenfalls kaum erreichbar. Du kennst doch die prozentuale Aufteilung der Schüttung und sonstige Parameter. Ich würde an deiner Stelle damit deine bewährte und auf dein Setup eingefahrene Rezeptursoftware füttern.
- 2-row malt entspricht unserem Pilsener Malz.
- Simpsons C-60 kann man nicht einfach mit deutschem Caramalz substituieren. Bei DIPA + Spezialmalz gilt: A little goes a long way.

Gruß
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Re: Pliny the Elder

#34

Beitrag von karlm » Donnerstag 30. November 2017, 00:20

Ja, das stimmt, das war bis jetzt nur die Umrechnung, noch nicht die Anpassung auf das eigene Equipment. Das kommt noch und wollte ich nachreichen.

Ok, Pilsner Malz. Ich dachte, dass das Rahr Malz eher dem Pale Ale Malz entspricht, ich muss mich da noch mal schlau machen. Hm, das scheint eher EBC 1,2 zu haben. Dann vielleicht doch Pilsner Malz.

Das C60, also Lovibond 60 hatte ich mit ungefähr 160 EBC berechnet. Da schien das Caramünch II ganz gut zu passen. Oder Caramünch III.

Vielleicht dann Pilsner Malz und Caramünch II...
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Re: Pliny the Elder

#35

Beitrag von Kurt » Donnerstag 30. November 2017, 08:28

;)

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Re: Pliny the Elder

#36

Beitrag von karlm » Donnerstag 30. November 2017, 09:58

Zu bemerken wäre noch, dass das oben abgebildete Rezept wohl nicht von RR gebraut wurde sondern von Firestone Walker (brewmaster Matt Brynildson), weil RR zu der Zeit sein Sudhaus erneuerte. Das Rezept könnte also angepasst worden sein auf die Bedingungen von Firestone Walker. Vermutlich also in Paso Robles gebraut. Muss noch mal gucken, was die für Wasser zur verfügung haben. Ich gehe davon aus, dass sie so schlau waren und die Wasseraufbereitung angepasst haben, so weit es beim Wasser einen (großen?) Unterschied gab.

http://www.firestonebeer.com/press-room/index.php?id=62
http://www.prcity.com/government/depart ... Report.pdf
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Re: Pliny the Elder

#37

Beitrag von Kurt » Donnerstag 30. November 2017, 10:57

In dem Rezept wird Osmosewasser verwendet. Die Zugabe der Salze und Säure ist ja dokumentiert.

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Re: Pliny the Elder

#38

Beitrag von karlm » Donnerstag 30. November 2017, 11:19

Kurt hat geschrieben:
Donnerstag 30. November 2017, 10:57
In dem Rezept wird Osmosewasser verwendet. Die Zugabe der Salze und Säure ist ja dokumentiert.
Ach so. Das hatte ich gar nicht aus dem Rezept rausgelesen. Danke für den Tipp. Ich hatte irgendwo gelesen, dass sie bei RR selbst Stadtwasser nehmen. Aber dann haben sie bei FW wohl Osmosewasser genommen.
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Re: Pliny the Elder

#39

Beitrag von karlm » Donnerstag 30. November 2017, 18:05

Also, ich stehe gerade noch ein bisschen auf dem Schlauch. Ich habe die Daten mal in Bru'n Water eingehackt.

Wenn ich jetzt die Schüttung eintrage und alles andere und annehme, dass es RO Wasser ist, dann bekomme ich nur mit Gips und CaCl2 schon auf einen Maische-pH von 5,29. Wo kippen die dann noch 1,25 Liter Säure hin, und was für eine?
Ansonsten kommt für den HG Sulfat 156 ppm und Chlorid 181 ppm raus.
Das Sulfat erscheint mir so mittelmäßig hoch, könnte fast mehr sein, das Chlorid erscheint mir fast zu hoch. Wobei Kurt oben schreibt er würde tendenziell mehr Chlorid nehmen.
Was habe ich übersehen bei der Berechnung?
10 Min vor Kochende werfen die Typen ja noch mal 3 Pfund CaCl2 und 2 Pfund Gips rein. Aber das änder für den HG und die Säure ja nichts.
Ach so, nicht vom existing water profile irritieren lassen. Das ist tatsächlich mein Wasser, welches aber zu 100 % durch RO Wasser ersetzt wurde.

Die Farbe berechnet Bru'n Water übrigens sehr schön mit 9,1 EBC. Im Rezept sind 9 angegeben, falls sie EBC meinen. Aber sie geben ja auch Plato an. Komisches Durcheinander von Einheiten.

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Re: Pliny the Elder

#40

Beitrag von karlm » Donnerstag 30. November 2017, 21:14

Nur mal ganz wild spekuliert: Wenn ich jetzt die Wasserwerte von Paso Robles eingebe und die ensprechenden Zutaten, dann komme ich ganz zufälig bei genau 200 ppm Chlorid und 200 ppm Sulfat raus. Wenn ich dann noch 1,25 Liter 18 % Phosphorsäure reinkippe, dann komme ich genau bei pH 5.45 raus. Die Farbe stimmt mit 9 EBC auch ziemlich perfekt. Nicht, dass die Typen am Ende Bru'n Water benutzt haben? Aber warum auch eigenltich nicht?

Naja, vielleicht ist auch alles Blödsinn, ich fand es aber interessant. Und die 200er Werte sind sicher brau(ch)bar.
Die existing und finished water Zeilen können ignoriert werden.

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Re: Pliny the Elder

#41

Beitrag von Kurt » Freitag 1. Dezember 2017, 09:11

Auf Homebrewtalk schreibt jemand das für ihn optimale Wasser sei Osmosewasser mit 0,2g/L Gips, 0,2g/L CaCl2 und 0,1ml/L Milchsäure 80%.
Die Salzmenge passt recht passabel zum Rezept von "Firestone-Pliny" (0,27g/L), bei der Säure ist ein Faktor 2 bei der Menge erkennbar, allerdings ist unklar welche Säure benutzt wird. Das ergibt zwar recht hohe negative Restalkalitäten und geringe pH-Werte für die Maische aber genau diese sind bei IIPA-Brauern sehr beliebt (Interview mit John Kimmich von the Alchemist). Außerdem sind die Top-Brauer in der Szene von den absurd hohen Sulfatwerten abgekommen und legen mehr Wert auf hohe Chloridgaben.

https://www.youtube.com/watch?v=LdfySDN2mF0

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Re: Pliny the Elder

#42

Beitrag von karlm » Freitag 8. Dezember 2017, 11:18

So, fast fertig mit meinen Berechnungen. Natürlich komme ich auch bei IBU über 120 raus anstatt die 70, die angegeben sind. Ich frage mich immer noch wie die das berechnen.

Daher dachte ich kurz, evtl meinen die nicht 1500 g AA sonder 1500 g von irgendeinem Zeugs, dass 50 % (oder so) AA enthält. Andererseits scheint der Hopfenextrakt wie hier
https://ychhops.com/hop-products/resina ... op-extract
gerne mal in einer Dose mit der Angabe 150 gma verkauft zu werden, also tatsächlich 150 g AA. Da im Rezept was von 1500 g AA (10 Dosen) und 450 g AA (3 Dosen) steht, kommt das genau rund hin und hört sich plausibel an. Die kippen ja keine halbe Dose da rein.
Wäre noch die Frage, ob das PTE gebraut von Firestone-Walker jemals lecker war. Naja, wir werden sehen.
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Re: Pliny the Elder

#43

Beitrag von Ladeberger » Freitag 8. Dezember 2017, 12:48

karlm hat geschrieben:
Freitag 8. Dezember 2017, 11:18
So, fast fertig mit meinen Berechnungen. Natürlich komme ich auch bei IBU über 120 raus anstatt die 70, die angegeben sind. Ich frage mich immer noch wie die das berechnen.
So eine Angabe muss nicht zwangsläufig errechnet sein, sondern kann z.B. auf einer Messung an vorherigen Chargen basieren. Bei einer derart extraktreichen Würze und den angegebenen pH-Verhältnissen ist durchaus denkbar, dass mit 70 IBU die maximale Löslichkeit betreffender Bittersubstanzen erreicht wurde.

Gruß
Andy

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Re: Pliny the Elder

#44

Beitrag von Kurt » Freitag 8. Dezember 2017, 13:44

Das kann gut sein. Ich habe am Dienstag abgefüllt und das Jungbier mal probiert. Es war nicht extrem herb...mein Gaumen ist aber auch einiges gewöhnt ;)

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Re: Pliny the Elder

#45

Beitrag von karlm » Freitag 8. Dezember 2017, 13:49

Stimmt, wenn man so ein Bier ständig braut, kann man natürlich auch mal nachmessen.

Wenns jemals fertig wird mein PTE (hab ja noch nicht mal angefangen), dann wäre ich gerne bereit ein paar Flaschen zu verschicken, bei Interesse.

Danke für eure Beratung.

Schlaucht ihr um zwischen den Stopfschritten? Mein Plan war eigentlich nicht umzuschlauchen, auch wegen Sauerstoffs. Hopfen rein, 3 Tage warten, nochmal Hopfen rein, 3 Tage warten, umschlauchen.
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Re: Pliny the Elder

#46

Beitrag von DerDallmann » Freitag 8. Dezember 2017, 14:01

Dazu passt der link hier ganz gut:
https://www.homebrewersassociation.org/ ... bleIPA.pdf
Tips vom Boss persönlich.
Unser facebook-blog: tales from the fridge
https://www.facebook.com/TobaccoTownBrewing/
Nur zum Spaß, pics, news, etc, alles rund ums (Craft)Bier. "All hail to the ale!"

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Re: Pliny the Elder

#47

Beitrag von karlm » Freitag 8. Dezember 2017, 14:21

Ich frage mich ja eh schon die ganze Zeit warum der Herr Cilurzo überall dieses PTE Rezept verbreitet, aber dann das Brauprotokoll von FW doch so anders ist? Ist das Taktik? Er möchte vielleicht dem Hobbybrauer ein leckeres Rezept geben, dass dem PTE sehr ähnlich ist, aber seine letzten Geheimnisse nicht verraten? Oder hat er sein Konzept zwischen 2009 und 2014 geändert? Ich vermute mal, dass er ein paar Tricks einfach auch für sich behalten will...
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Re: Pliny the Elder

#48

Beitrag von Ladeberger » Freitag 8. Dezember 2017, 15:30

Klar ändern sich Rezepte, sonst würde man schwankende Rohstoffeigenschaften unmoderiert bis zum Produkt durchreichen. Und auch Profis feilen an ihren Rezepturen. Das mutmaßlich von Firestone-Walker verwendete Rezept wird wiederum an deren Rohstoffe und das Sudhaus angepasst gewesen sein.

Brau es lieber mal, das bringt dir wesentlich mehr Insights, als irgendwelchen Verschwörungstheorien nachzugehen.

Gruß
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Re: Pliny the Elder

#49

Beitrag von DevilsHole82 » Freitag 8. Dezember 2017, 17:07

Ladeberger hat geschrieben:
Freitag 8. Dezember 2017, 15:30
Brau es lieber mal, das bringt dir wesentlich mehr Insights, als irgendwelchen Verschwörungstheorien nachzugehen.
Seh ich genauso. :P Mach Dir nicht so nen Kopf.
Es macht zwar riesen Spaß Berechnungen rund ums Rezept aufzustellen, aber glaub mir, dass Rezept von Kurt kommt extrem nah ans Original. Da braucht man nichts mehr zu verändern.
Achte auf die richtigen Wasserwerte, wenig Sauerstoffeintrag und eine vitale Hefe. Dann wird das richtig gut.
Gruß, Daniel

Was von Herzen kommt gelingt, weil's einen gibt, der die Kelle schwingt. Heute back ich, morgen brau ich, wer heimlich nascht, den verhau ich.

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