Bier schmeckt säuerlich und Gärung kommt nicht richtig an

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Zockerherz
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Bier schmeckt säuerlich und Gärung kommt nicht richtig an

#1

Beitrag von Zockerherz » Sonntag 26. Juli 2015, 13:54

Hallo ihr lieben Hobbybrauer,

um es vorweg zu nehmen, ich benutze derzeit die Bier Kits von Kwik Bier und werde aber demnächst, wenn alles von Hopfen und Mehr da ist mit dem Maischebrauen beginnen, da ich mit der Qualität der Bier Kits irgendwie nicht so zufrieden bin.

Jedenfalls habe ich ein paar Fragen um Fehler meinerseits,was die Desinfektion und die Hefe angeht auszuräumen. Derzeit setze ich immer nur 5 Liter Sude an (süß, wenn ich die Liter Angeben für die Ausschlagwürze bei anderen so lese :D) und fülle sie in 5 Liter Fässchen ab.

Aber vorweg möchte ich hier zwei Sude vorstellen. Mein "Stout" wurde mit folgenden Zutaten gepanscht.

250 g Malzextrakt Dunkel
250 g Zucker
5 Liter Wasser
0,75 ml Bitterhopfen Extrakt
0,5 ml Hopfenaroma
3 g Mauribrew 514 Trockenhefe
Restextrakt nach Vergärung ca. 1,5 °Plato

Vergärung verlief relativ normal bei 22 Grad. leichtes Kräusen auf der Oberfläche (Aber bei allen Suden nie dieses richtige Schäumen, was man so auf Bildern sieht). Nach 7 Tagen abgefüllt und mit entsprechender Menge Zucker für die Nachgärung versehen (Wieviel weiß ich nicht mehr). Dann 3 Wochen weiter gelagert. "Kühl" Lagern ist bei mir nicht, da sogar mein Keller 22 °C hat. Dafür kann ich sagen, dass meine Wohnung in einigen Räumen konstant 22 -23 Grad hält, auch wenn es draußen 40 Grad sind. Das heißt, die Nachgärung kann bei mir leider nicht bei niedrigeren Temperaturen erfolgen...aber im herbst kaufe ich einen Bomann VS173 oder so, wo ich Das Bier reifen und auch gleichzeitig Untergäriges Bier gären lassen kann.

Der Geschmack ist ziemlich leer (Was ja bei den Bier kits mit Zucker, wie ich hier gelesen habe wohl recht normal ist), im Abgang leicht bitter aber der Grundgeschmack wird von sehr fruchtigen Aromen dominiert. Ich trinke bisher nur Untergäriges Bier und bin das Obergärige nicht gewöhnt, aber ich glaube, dass die Universalhefe nicht so stark fruchtig/säuerlich geschmeckt hat. Denn mein jetziger Sud, der nicht so ganz ankommen will, hat ebenfalls diesen leicht säuerlichen Geschmack.

Da ich ja, wie bereits oben erwähnt Maischebrauen möchte, habe ich nun meine Extrakte schnell verbrauchen wollen und habe 5 Liter Edelbräu Bernstein angesetzt.

600 g Malzextrakt hell
5 Liter Wasser
7 g Mauribrew Hefe (vorher 30 Minuten in lauwarmen Wasser rehydriert)

Da ich dachte, vielleicht habe ich mir eine Infektion im Sud eingefangen, habe ich dieses mal alle Braugeräte desinfiziert, was ich vorher nicht gemacht habe. Also alles mit Meliseptol besprüht und anschließend nach 5 Minuten mit klarem Leitungswasser ordentlich ausgespült, da das Zeug so stark ist, dass es HIV Viren den gar ausmachen soll (Ein guter Freund arbeitet in einem großen Pharmaunternehmen und kommt daher an Galonenbehälter recht günstig über den Mitarbeiterrabatt dran). 10 Prozent des Sudes habe ich anschließend mit einer Schöpfkelle, welche vorher mit 70% Isopropanol abgewischt wurde in sterilisierte Flaschen abgefüllt um es als "Speise" für die Nachgärung zu verwenden, da ich völlig vom Zucker weg wollte.

Ebenso habe ich mehr Hefe genommen (Für Knapp 10 Liter) und habe sie vorher in lauwarmen Wasser rehydriert. Auf der Suspension war auch ganz leichte Kohlensäurebildung zu sehen. Als der Sud fast dieselbe Temperatur wie die Hefe Suspension hatte, habe ich das in den Gäreimer gegossen und mit steriler Schöpfkelle aufgeschöpft um Luft unter zu ziehen. Aber die Gärung kommt irgendwie nicht so recht in Gang. Jetzt ist schon Tag 2 und ich habe immer noch kaum Schaum oben auf wie hier zu sehen https://flic.kr/p/vyd69y.
Gärung ebenfalls bei 22 Grad in etwa. Nach dem Spindeln komme ich hier auf knapp 6,5 °Plato Ebenso schmeckt der Sud immer noch irgendwie leer und leicht fruchtig/säuerlich, wie das "Stout"

Nun eigentlich zu meiner Frage. Habe ich durch das Desinfizieren vielleicht Hefe abgetötet? Oder hat das Nachspülen mit Wasser aus der Leitung Bakterien und andere keime in den Sud gebracht? Und hätte ich hier lieber mit abgekochtem Wasser aus dem Wasserkocher arbeiten sollen?
Kann mein Bier umgekippt sein, oder hat die Mauribrew 514 einfach so ein fruchtiges Geschmacksprofil?

Versteht mich nicht falsch, nach den beiden Suden, habe ich Angst ein paar Fehler gemacht zu haben und ich will ja, dass der Maischesud auch was wird. Und davor habe ich da irgendwie Sorge, den zu verhunzen, weil in meinem Ablauf irgendwas schief geht. Oder liegt es vielleicht wirklich an dem Braukit, da hier die Malzextrakte nicht so das wahre sind?

Danke für eure Mühe mir hierbei zu helfen :)

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Re: Bier schmeckt säuerlich und Gärung kommt nicht richtig a

#2

Beitrag von StJack » Sonntag 26. Juli 2015, 15:59

Hallo
was mich ein bisschen wundert ist: Du schreibst Du bist an Tag 2 der Hauptgärung bei 6,5 Plato und Du meinst die Gärung kommt nicht in Gang. Wie viel hatte es denn beim Anstellen? Bei so einem niedrigen Stammwürzegehalt ist es kein Wunder , wenn das was raus kommt ein bisschen dünn schmeckt. Punkt 2 ist: Du schreibst nichts über das Hopfenkochen. War das gehopfter Malzextrakt?
Der Arzt sagte zum alten amerikanischen Komiker W.C.Fields, dass er sein Gehör verliert, wenn er nicht mit dem Trinken aufhört. Darauf W.C.Fields: Das Zeug, das ich mein Leben lang getrunken habe war so viel besser als das Zeug, das ich gehört habe...

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Re: Bier schmeckt säuerlich und Gärung kommt nicht richtig a

#3

Beitrag von Zockerherz » Sonntag 26. Juli 2015, 16:05

Hallöchen,

Wieviel Stammwürze ich vorher hatte, dass weiß ich nicht. Ich habe den Sud angesetzt bevor meine Spindel kam :/ Es war halt eines dieser ungehopften Malzkits wo man den Bitterhopfen mit der Pipette als Extrakt eingibt.
Wie oben erwähnt warte ich auf meine restliche Bestellung von HuM um dann das kleine Pale Ale Malzmischungsset zu brauen.

Gekocht wird bei dem jetzigen Kit halt nur das Wasser zum verdünnen des Malzextrakts. und das es dünn schmeckt war ja auch der Grund, warum ich mit dem Maischebrauen anfangen möchte. diese Kits sind irgendwie herausgeworfenes Geld.

Viele Grüße

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Re: Bier schmeckt säuerlich und Gärung kommt nicht richtig a

#4

Beitrag von StJack » Sonntag 26. Juli 2015, 18:09

Wenn Du mit Maischebrauen anfangen willst, dann lade Dir doch mal die Brauanleitung von Omitz runter, da gibt es hier im Forum auch einen Thread dazu. Ansonsten: Willkommen und viel Spaß beim Einlesen.
Der Arzt sagte zum alten amerikanischen Komiker W.C.Fields, dass er sein Gehör verliert, wenn er nicht mit dem Trinken aufhört. Darauf W.C.Fields: Das Zeug, das ich mein Leben lang getrunken habe war so viel besser als das Zeug, das ich gehört habe...

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Re: Bier schmeckt säuerlich und Gärung kommt nicht richtig a

#5

Beitrag von Zockerherz » Sonntag 26. Juli 2015, 18:12

Hallo Alexander,

danke für deine Bestätigung, dass es wohl am Kwik Bier Set liegt. Im übrigen wohl auch die Mauribrew Hefe, die wohl ein eigenwilliges Geschmacksprofil zu haben scheint mit vielen Ester Aromen, aber im Netz habe ich leider hierzu nicht viel gefunden. Oftmals wird ja hier die Nottinhang, Safale S04 und die US05 empfohlen. Wobei die US05 wohl weniger klar, dafür umso reiner auch bei höheren Temperaturen vergären soll. Leider finde ich nicht wirklich was zu der Mauribrew.

Dass du so pech mit Bier Kwik hattest tut mir echt schon leid, ich hatte da immer einen freundlichen und netten Kontakt, aber Negativbeispiele gibt es ja überall :)

Um auf deine Frage zurückzukommen: Ich habe den Eimer (17 Liter Variante, wenn ich mich eingefunden habe werde ich auf die 30 Liter umsteigen und größere Mengen brauen) in die Spüle in Wasser gestellt und ein paar Eiswürfel rein. Dann habe ich den Sud auf ca. 27 Grad heruntergekühlt und dann die Hefe angestellt. Aber gemessen hatte ich mit einem Infrarotthermometer, da mein Thermometer von HuM noch nicht da ist.

Aber auf jeden Fall vielen Dank für deine Rückmeldung :)

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Re: Bier schmeckt säuerlich und Gärung kommt nicht richtig a

#6

Beitrag von Griller76 » Sonntag 26. Juli 2015, 18:31

Hallo,

Du meinst wohl die Nottingham Hefe. Ja, die ist top, kommt schnell an und gärt wunderbar schnell durch. Genau wie auch alle anderen Hefen der Fa. Danstar.
Ich persönlich empfehle Dir dieses Thermometer, zumal man es auch mal im Sud "verlieren" darf, da es wasserfest ist: http://www.amazon.de/gp/product/B00KB8K ... r-mr-title

Noch viel Vergnügen mit Deinem Brauhobby!

freundliche Grüße

Alexander
Iss was gar ist, trink was klar ist und sag was wahr ist. (Luther)

Ich bin: Der Seelenbräu – Himmlisches Bier vereint Herz und Seele!

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Re: Bier schmeckt säuerlich und Gärung kommt nicht richtig a

#7

Beitrag von Zockerherz » Montag 27. Juli 2015, 13:45

Ok, ich danke euch :)

Ein Thermometer habe ich schon, von HuM aber danke. Muss mir demnächst aber nochmal ein Refraktometer bestellen, da ich irgendwie bei meinen kleinen Suden keine Lust habe´, immer knapp 100ml durchs Spindeln zu verlieren.
Dann kann ich auch das Ende der Gärung bestimmen ohne viel Abzapfen zu müssen :) Müsste dann nur den Alkoholgehalt umrechnen, aber da gibts ja genügend Korrekturrechner im Netz. :)

Kann ich nach dem Desinfizieren alles mit klarem Leitungswasser ausspülen, oder birgt das die Gefahr einer Infektion und ich sollte lieber abgekochtes Wasser nehmen?

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Re: Bier schmeckt säuerlich und Gärung kommt nicht richtig a

#8

Beitrag von Zockerherz » Montag 27. Juli 2015, 13:47

Ok, ich danke euch :)

Ein Thermometer habe ich schon, von HuM aber danke. Muss mir demnächst aber nochmal ein Refraktometer bestellen, da ich irgendwie bei meinen kleinen Suden keine Lust habe´, immer knapp 100ml durchs Spindeln zu verlieren.
Dann kann ich auch das Ende der Gärung bestimmen ohne viel Abzapfen zu müssen :) Müsste dann nur den Alkoholgehalt umrechnen, aber da gibts ja genügend Korrekturrechner im Netz. :)

Kann ich nach dem Desinfizieren alles mit klarem Leitungswasser ausspülen, oder birgt das die Gefahr einer Infektion und ich sollte lieber abgekochtes Wasser nehmen?

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