Topf zu klein zum Hopfenkochen

Topf zu klein zum Hopfenkochen

Post Nr.:#1  Beitragvon zizo » Montag 14. November 2016, 12:08

Hallo zusammen,

hoffentlich ist das Thema hier richtig:

ich mache mich nun an meinen 9. Sud und es soll folgendes Rezept werden (Pale Ale N. 11): http://maischemalzundmehr.de/index.php?id=195&inhaltmitte=recipe&suche_begriff=No.%2011

Bisher habe ich bei allen Rezepten von Mmum immer eine Ausschlagsmenge von 22l und eine Sudhausausbeute von 60% angegeben.
Das hat 1. in meinen Einkocher gepasst und 2. immer ziemlich genau 2 Kisten Bier (20l) ergeben.
Geärgert hat mich aber immer, dass ich teilweise dann 300g Malz übrig hatte, da man bei vielen Versendern nur kiloweise bestellen kann.
Wenn ich nicht gleich den nächsten Sud braue, dann werfe ich irgendwann die Reste weg.

Nun habe ich für obiges Rezept wieder jeweils 3kg Pale Ale und Münchner Malz. Das würde genau für 27l Auschlagsmenge passen.
Den Hauptguss von 20l bekomme ich rein, den Nachguss von (natürlich plus/minus) 20l aber definitiv nicht mehr. Was kann ich tun?

Folgende drei Möglichkeiten sehe ich:

1. Läutern und Anschwänzen bis klar läuft, dann nur die Menge kochen, die reinpasst und nach und nach die Verdunstung auffüllen... NACHTEIL: es kann sein, dass am Schluss immer noch was übrig ist... Was mache ich damit? Einfach ungekocht in den Gäreimer? Oder vorher einmal aufkochen?

2. Läutern und Anschwänzen bis ich meine maximale Füllmenge des Einkochers erreicht habe (ggf. nur 10l Nachguss verwenden) und dann kochen. NACHTEIL: Dann komm ich vermutlich nicht auf die gewollte Stammwürze

3. Einmaischen mit weniger als 20l (z.B. 17l), danach Läutern und Anschwänzen bis klar läuft. Dann müsste die Stammwürze zu hoch sein. Diese würde ich dann beim Umfüllen im Gäreimer mit abgekochtem Wasser (evtl. in Eisform) korrigieren. NACHTEIL: ??? evtl. Maische zu dick?

Was empfehlt ihr?

Gruß und danke, Sebastian
zizo
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Re: Topf zu klein zum Hopfenkochen

Post Nr.:#2  Beitragvon butascratch » Montag 14. November 2016, 12:38

Zu 1. Wenn du das so machen möchtest, auf jeden Fall noch mal aufkochen! Auf dem Malz sitzen viele Bakterien, die bei 78° noch nicht abgetötet werden --> so bastelst du dir eher einen Milchsäurestarter.
Außerdem kocht man die Würze ja auch aus gutem Grund mit Hopfen auf, denn die Alphasäuren müssen ja isomerisieren --> deine IBU- Berechnung wird eher schwierig.
Zu 2. --> die Lösung wäre ja auch hier (wie bei 3.) im Nachhinein zu "verdünnen" (such mal nach High Gravity im Forum)

Aber grundsätzlich, warum läuterst du nicht in dein Gärgefäß (das ja so um die 30l fassen sollte) und kochst dann zweimal?
Dauert zwar dann länger, aber dafür hast du am Ende mehr Bier und mehr Kontrolle über das Endprodukt.
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Re: Topf zu klein zum Hopfenkochen

Post Nr.:#3  Beitragvon Ladeberger » Montag 14. November 2016, 12:40

2. Läutern und Anschwänzen bis ich meine maximale Füllmenge des Einkochers erreicht habe (ggf. nur 10l Nachguss verwenden) und dann kochen. NACHTEIL: Dann komm ich vermutlich nicht auf die gewollte Stammwürze

Was eben früher erreicht ist: Stammwürze * (1 - Gesamtverdampfung [%]) oder voller Topf. Wenn der Topf voll ist und die Extraktkonzentration über der geplanten Stammwürze liegt, ist das der vorgenannte High-Gravity Sud.

Übrigens: Man schwänzt erst nach dem Klarlauf an.

Gruß
Andy
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Re: Topf zu klein zum Hopfenkochen

Post Nr.:#4  Beitragvon iBeer » Montag 14. November 2016, 13:09

Was empfehlt ihr?

Bei einem Versandhandel bestellen wo man die Malzmenge vernünftig bestimmen kann? :puzz

Ungeschrotetes Malz hält sich übrigens sehr lange, ordnungsgemäße Lagerung vorausgesetzt.
Ansonsten haben die anderen mit High-Gravity ja bereits Hinweise gegeben.
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Re: Topf zu klein zum Hopfenkochen

Post Nr.:#5  Beitragvon zizo » Montag 14. November 2016, 14:51

Hallo zusammen,

danke für die Hinweise. Werde mal nach High Gravity suchen.

Aber noch eine Rückfrage zu Andy: "Man schwänzt erst nach dem Klarlauf an".

Vielleicht hab ich hier bisher was falsch gemacht, aber wie soll das gehen?
Ich schütte die Maische per Messbecher in einen Eimer mit Strainbuddy am Hahn. Dann drehe ich den Hahn auf uns lasse die ganze Flüssigkeit recht langsam in meinen Einkocher zurückfließen. Die ist bis zum Schluss nicht klar... Dann nehme ich mein Nachgisswasser und schütte es in 1,5l Portionen unter gelegentlichem Auflockern des Trebers auf eben diesen, um die Reste auszuwaschen. Das ist für mich das Anschwänzen. Und irgendwann läuft die Brühe dann klar und ich habe fast immer ca. meine Zielstammwürze erreicht. Falsch?

Gruß, Sebastian
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Re: Topf zu klein zum Hopfenkochen

Post Nr.:#6  Beitragvon Ladeberger » Montag 14. November 2016, 15:02

Normalerweise gibt man die Trübwürze so lange wieder auf den Treberkuchen, bis die Vorderwürze klar läuft. Wenn man von Anfang an alles nimmt, wäre "Klarlauf" auch eine ziemlich unnütze Zustandsbeschreibung, oder? ;)

Wie/wann dieser Klarlauf mit dem Strainbuddy zu erreichen ist, müssten dessen Nutzer hier beisteuern, da kenne ich mich als MattMill-Läuterblech-User nicht aus.

Gruß
Andy
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Re: Topf zu klein zum Hopfenkochen

Post Nr.:#7  Beitragvon monsti88 » Montag 14. November 2016, 15:52

Ladeberger hat geschrieben:Wie/wann dieser Klarlauf mit dem Strainbuddy zu erreichen ist, müssten dessen Nutzer hier beisteuern, da kenne ich mich als MattMill-Läuterblech-User nicht aus.


Hab ich hier mal im kleinen gebastelt und dokumentiert.

http://hobbybrauer.de/forum/viewtopic.php?f=10&t=11180&view=unread#unread

Lief nach kürzester Zeit klar. Hab auch gelesen, dass man beim Anschwänzen den Treber nicht trocken laufen lassen sollte, da er sich sonst zusammenzieht und dann weniger "durchsickert". Ich habe also immer ein paar cm. Nachguss über dem Treber gelassen und rechtzeitig nachgekippt.
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Re: Topf zu klein zum Hopfenkochen

Post Nr.:#8  Beitragvon 1stBaseMaik » Montag 14. November 2016, 15:56

Das mach ich sowohl mir Panzerschlauch als auch neuerdings mit Strainbuddy genauso: 2-3 Liter in einen Messbecher laufen lassen (mit relativ hoher Geschwindigkeit) und wieder oben drauf gebe, bis die herauslaufende Würze klar ist.
Sláinte, Maik
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Re: Topf zu klein zum Hopfenkochen

Post Nr.:#9  Beitragvon zizo » Montag 14. November 2016, 16:00

Hi Andy,

ja saugeil! Da brau ich ein ganzes Jahr und merke jetzt, dass ich wohl immer falsch geläutert habe...
Los ging es bei Mir mit dem Buch von Hagen Rudolph. Inzwischen weiß ich, dass vieles falsch ist, beim Läutern habe ich mich aber an seine Anweisungen gehalten:

1. Eimer mit Loch auf Eimer ohne Loch
2. Maischesack in Eimer mit Loch
3. Maische reinfüllen -> läuft in ca. 5 min durch
4. Nachgüsse auf den nun feuchten Treber im Maischesack
5. fertig.

War ne Sache von max. 20min.

Damit bin ich eigentlich immer auf meine Zielstammwürze gekommen. SHA lag immer zwischen 58-62%. War für mich ok.
Seit einem Sud habe ich nen Strainbuddy mit dem ich das quasi gleich gemacht habe, nur das das Läutern etwas langsamer ging.
Die Biere sind allesamt natürlich trüb, vermeidet man es aber den Bodensatz in der Flasche in das Glas zu füllen, kann man schon fast durchschauen.
Dachte das wär normal so...

Tja, beim nächsten Bier werde ich mir nun mal mehr Zeit lassen, eine Läuterruhe einhalten, die erste trübe Würze nochmal oben reinschütten...
Bin mal gespannt.

Ach ja, Klarwasser habe ich darauf bezogen, wie lange man Nachgüsse gibt. Ist aber in Hagen Rudolphs Buch auch echt doof beschrieben...

Gruß, Sebastian
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Re: Topf zu klein zum Hopfenkochen

Post Nr.:#10  Beitragvon DerDallmann » Montag 14. November 2016, 16:12

Ich nutze beides, MattMill Läuterblech und Strainbuddy.
(SHA ist bei mir bei beiden Varianten ziemlich ähnlich.)

Klarlauf ist genauso mit dem Strainbuddy möglich. Ich gebe meistens zwischen 2 und 3 Litern wieder vorsichtig zurück in den Läutereimer, bevor es klar läuft und ich in die Pfanne läutere.
("Klar" ist dabei natürlich Definitionssache. Glasklar wie Leitungswasser ist es natürlich nicht...)
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