Hoher Flüssigkeitsverlust

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chimchim
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Hoher Flüssigkeitsverlust

#1

Beitrag von chimchim » Sonntag 26. Juni 2016, 09:20

Hallo zusammen,

nach meinem 4. Sud musste ich wieder einen hohen Flüssigkeitsverlust beim Hopfen kochen feststellen, ich habe gestern dieses Rezept von MMuM gebraut: Oatmeal Dry Stout und kam Anstatt der 10l Ausschlagswürze nur auf 6,5l. Problem ist, das mein Induktionskochfeld entweder die Würze stark wallend kochen lässt, oder knapp unter dem Siedepunkt liegt (dann kocht sie immer nur kurz auf und fällt wieder ab). Ich hatte daher anstatt der 10°P satte 15°P und habe dann verdünnen müssen.

Daher nun meine Frage: Kann ich beim nächsten Rezept einfach die Flüssigkeit beim Haupt- und Nachguss gleichmäßig erhöhen, oder hat das negative Auswirkungen? Oder soll am Ende immer verdünnt werden bis ich meine Stammwürze erreicht habe?

Außerdem würde mich interessieren, welche Auswirkungen zu schwaches bzw. zu starkes Kochen auf das Bier hat?!?

Vielen Dank für eure Hilfe.

Gruß
ChimChim

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afri
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Re: Hoher Flüssigkeitsverlust

#2

Beitrag von afri » Sonntag 26. Juni 2016, 22:16

chimchim hat geschrieben:Kann ich beim nächsten Rezept einfach die Flüssigkeit beim Haupt- und Nachguss gleichmäßig erhöhen, oder hat das negative Auswirkungen? Oder soll am Ende immer verdünnt werden bis ich meine Stammwürze erreicht habe?
Da die Verdunstung nicht nur von der Kocherleistung abhängt, würde ich letzteres Emfehlen, also Verdünnung bis Ziel-STW.

Wenn du immer runde 5°P gewinnst beim Kochen, also unter allen Umständen, kannst du natürlich deine Pfannevollwürze bereits vorher auf die STW minus 5°P einstellen, dann passt es. Aber bei deinen eher kleinen Mengen ist das vermutlich nicht so einfach, daher rate ich lieber zur Verdünnung, das ist später einfacher bzw. so oder so nötig, wenn das Ergebnis hohen Schwankungen unterliegt.
Achim (stets um 1,5°P gewinnend)
Bier ist ein Stück Lebenskraft!

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Re: Hoher Flüssigkeitsverlust

#3

Beitrag von chimchim » Sonntag 26. Juni 2016, 23:51

afri hat geschrieben:
chimchim hat geschrieben:Kann ich beim nächsten Rezept einfach die Flüssigkeit beim Haupt- und Nachguss gleichmäßig erhöhen, oder hat das negative Auswirkungen? Oder soll am Ende immer verdünnt werden bis ich meine Stammwürze erreicht habe?
Da die Verdunstung nicht nur von der Kocherleistung abhängt, würde ich letzteres Emfehlen, also Verdünnung bis Ziel-STW.
Welche negativen Auswirkungen hat das verdünnen auf das Bier? Die ~3 Liter die ich jetzt zugekippt habe, sind bei insgesamt 10l ja nicht gerade wenig, oder?

Gruß
Chimchim

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Re: Hoher Flüssigkeitsverlust

#4

Beitrag von Alt-Phex » Montag 27. Juni 2016, 00:04

Das hat keine negativen Auswirkungen, man kann das sogar absichtlich machen um
mehr Bier aus zu kleinen Töpfen zu bekommen. Nennt sich dann "High Gravity".
"Viele Biere werden am Etikettierer gemacht"

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Re: Hoher Flüssigkeitsverlust

#5

Beitrag von §11 » Montag 27. Juni 2016, 05:24

Allerdings könnte man auch hinterfragen ob bei der Schüttung nicht auch 60 Minuten Kochzeit ausreichend sind

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Re: Hoher Flüssigkeitsverlust

#6

Beitrag von chimchim » Montag 27. Juni 2016, 08:36

Alt-Phex hat geschrieben:Das hat keine negativen Auswirkungen, man kann das sogar absichtlich machen um
mehr Bier aus zu kleinen Töpfen zu bekommen. Nennt sich dann "High Gravity".
Super, dann bin ich ja beruhigt, dachte schon das es geschmacklich oder ähnliches verändert. Dann werde ich beim nächsten Sud mal schauen ob ich hier und da noch etwas verbessern kann und den Flüssigkeitsverlust etwas verringere. Den Rest gleiche ich dann durch High Gravity aus! ;-)


§11 hat geschrieben:Allerdings könnte man auch hinterfragen ob bei der Schüttung nicht auch 60 Minuten Kochzeit ausreichend sind
Wovon macht man die 60 oder 90 Minuten Kochzeit abhängig?

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Re: Hoher Flüssigkeitsverlust

#7

Beitrag von inem » Montag 27. Juni 2016, 11:53

chimchim hat geschrieben:Welche negativen Auswirkungen hat das verdünnen auf das Bier? Die ~3 Liter die ich jetzt zugekippt habe, sind bei insgesamt 10l ja nicht gerade wenig, oder?
Ob die Auswirkungen negativ oder positiv sind, hängt davon ab was man will. Es wird halt alles verdünnt - Stammwürze aber auch Bitterkeit (und Aromen usw). Wenn beides zu konzentriert war, dann ist es natürlich von Vorteil. Wenn die Hopfengaben auf eine kleinere Menge berechnet waren, kann das natürlich dann zu wenig Hopfen gewesen sein.

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Re: Hoher Flüssigkeitsverlust

#8

Beitrag von OS-Schlingel » Montag 27. Juni 2016, 12:10

...und sollte die Ausschlagwürze mal höher ausfallen, kannst Du den Nachguss laufen lassen bis Glattwasser.
Das kannst Du dann bis 30 Minuten vor Kochende zugeben und trotzdem wird alles isomeriert!

Wenn Du es übertreiben willst, könntest Du auf High Gravity gehen, nachgießen und dann noch in dem Gärgefäß kurz nach
Hauptgärung abgekochtes Wasser zugeben bis gewünschte Stammwürze erreicht ist.

Vielleicht kannst Du somit auf 30-40% höhere Ausbeute kommen....


Gruß


Stephen
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Ein Mann ohne Bier, ist wie ein Rasenmäher ohne Gras (Konfuzius) :Smile

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Re: Hoher Flüssigkeitsverlust

#9

Beitrag von inem » Montag 27. Juni 2016, 14:03

OS-Schlingel hat geschrieben: Vielleicht kannst Du somit auf 30-40% höhere Ausbeute kommen....
Wobei diese ausbeute sich aufs Volumen und nicht auf die Sudhausausbeute bezieht.

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Re: Hoher Flüssigkeitsverlust

#10

Beitrag von Flothe » Montag 27. Juni 2016, 15:06

OS-Schlingel hat geschrieben:...und sollte die Ausschlagwürze mal höher ausfallen, kannst Du den Nachguss laufen lassen bis Glattwasser.
Das kannst Du dann bis 30 Minuten vor Kochende zugeben und trotzdem wird alles isomeriert!

Wenn Du es übertreiben willst, könntest Du auf High Gravity gehen, nachgießen und dann noch in dem Gärgefäß kurz nach
Hauptgärung abgekochtes Wasser zugeben bis gewünschte Stammwürze erreicht ist.

Vielleicht kannst Du somit auf 30-40% höhere Ausbeute kommen....


Gruß


Stephen
:Drink
Hier stimmt leider fast garnichts.

Die Isomerisierung der alpha-Säuren aus dem Hopfen hat nichts mit dem Strecken der Würze durch Glattwasser zu tun. Die 30 Minuten Kochzeit sollte man mindestens einhalten um DMS auszutreiben.

Wie man durch das High Gravity Verfahren 30-40 % mehr Ausbeute bekommen soll, ist mir ein Rätsel. Meinst du SHA? Oder meinst du, dass man das Gärgefäß besser ausnutzt und dann vor dem Abfüllen nochmal 30-40 % mehr Bier "generiert"? Höher als 25 % würde ich bei High Gravity nicht gehen. Zudem hat das Vergären von High Gravity Würze mit nachträglicher Verdünnung auf rechnerische Zielstammwürze einen erheblichen Einfluss auf die Tätigkeit der Hefe. Es ist nicht immer ratsam das zu tun. Ich würde nach Möglichkeit vor dem Anstellen verdünnen.

LG Florian

Jeder Tag ohne Bier ist ein Gesundheitsrisiko.
- Zitat: Hildegard von Bingen in ihrem Buch über Heilverfahren "Causae et Curae"

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