Pale Ale mit Pilsner/Münchener Malz

Fragen und Diskussion rund um Rezepturen.

Pale Ale mit Pilsner/Münchener Malz

Post Nr.:#1  Beitragvon Katrin75 » Donnerstag 20. April 2017, 20:27

Ich habe einen ziemlich grossen Vorrat an Pilsner und Münchener Malz (jeweils 20 Kg). Irgendwo habe ich gelesen, dass man statt Pale Ale-Malz zu benutzen, auch Pilsner und Münchner Malz mischen könnte. Das würde bei meinem Malzvorrat Sinn machen, und ich würde auch gerne was in Richtung Pale Ale brauen. In welchem Verhältnis sollte ich mischen? Rezeptideen?
Katrin75
Neuling
Neuling
 
Beiträge: 9
Registriert: Sonntag 16. April 2017, 20:37

Re: Pale Ale mit Pilsner/Münchener Malz

Post Nr.:#2  Beitragvon Blancblue » Donnerstag 20. April 2017, 20:31

Das wird sehr oft gemacht, ich nutze so gut wie nie Pale Ale Malz oder Wiener, sondern immer eine Kombi aus Pils und Münchner Malz 2. Verhältnis schwankt bei mir, sehr oft aber ca. 85/15.

Rezeptideen gibt es 2 Millionen. Wie solls denn schmecken?
50% beim Brauen ist Kunst, 50% ist Handwerk. Dazu kommen noch mal 100% Erfahrung.
Blancblue
Posting Freak
Posting Freak
 
Beiträge: 1301
Registriert: Mittwoch 7. Januar 2015, 00:09

Re: Pale Ale mit Pilsner/Münchener Malz

Post Nr.:#3  Beitragvon Katrin75 » Donnerstag 20. April 2017, 20:36

Es soll gut schmecken :)

Ok, Mischverhältnis ist klar. Da muss ich wohl wieder warten, dass die "Bockzeit" kommt, um eine grössere Menge Münchener Malz loszuwerden.
Katrin75
Neuling
Neuling
 
Beiträge: 9
Registriert: Sonntag 16. April 2017, 20:37

Re: Pale Ale mit Pilsner/Münchener Malz

Post Nr.:#4  Beitragvon Beerkenauer » Donnerstag 20. April 2017, 20:39

Schau doch mal bei MMuM da gibt es viele Pale Ale Rezepte mit Pilsener u MüMa:

http://www.maischemalzundmehr.de/index. ... _gaerung=Gärung+%28egal%29&suche_order=Sortierung+%28keine%29&suche_begriff=Pale+ale&suche=Suche



Gruß

Stefan
Zuletzt geändert von Beerkenauer am Donnerstag 20. April 2017, 20:42, insgesamt 1-mal geändert.
Meine Vorstellung:
viewtopic.php?t=12658
Benutzeravatar
Beerkenauer
Posting Junior
Posting Junior
 
Beiträge: 48
Registriert: Samstag 11. Februar 2017, 16:45
Wohnort: Birkenau im Odenwald

Re: Pale Ale mit Pilsner/Münchener Malz

Post Nr.:#5  Beitragvon Blancblue » Donnerstag 20. April 2017, 20:41

Wie wärs mit einem sehr malzigen IPA mit viel Münchner?

http://www.maischemalzundmehr.de/index. ... a%20simcoe
50% beim Brauen ist Kunst, 50% ist Handwerk. Dazu kommen noch mal 100% Erfahrung.
Blancblue
Posting Freak
Posting Freak
 
Beiträge: 1301
Registriert: Mittwoch 7. Januar 2015, 00:09

Re: Pale Ale mit Pilsner/Münchener Malz

Post Nr.:#6  Beitragvon Katrin75 » Donnerstag 20. April 2017, 20:52

Klingt durchaus gut, das Rezept!
Katrin75
Neuling
Neuling
 
Beiträge: 9
Registriert: Sonntag 16. April 2017, 20:37

Re: Pale Ale mit Pilsner/Münchener Malz

Post Nr.:#7  Beitragvon schlupf » Freitag 21. April 2017, 09:13

Hallo,

Dass Pale Ale und Wiener Malz aus Pilsner und Münchner gemischt werden hat z.B. Brian Schlede von Brewcraft in Hamburg in seinem Blog https://www.brewcraft.de/grundlegendes-ueber-rohstoffe-fuer-braueinsteiger und auf dem Brauseminar erzählt.

Der Mann war wohl auch einige Zeit für BestMalz tätig, also wird das zumindest auf deren Malze auch zutreffen.

Ich weiß allerdings nicht, welches deren "original" Münchner Malz ist, das normale oder das dunkle...

Wenn ich beispielsweise PiMa mit 4EBC und​ MüMa mit 20EBC habe und das Rezept Wiener mit 9EBC verlangt würde ich das entweder ganz stumpf per Mischkreuz oder mit dem KBH versuchen auszurechnen.

Viele Grüße,
Sebastian
Benutzeravatar
schlupf
Posting Klettermax
Posting Klettermax
 
Beiträge: 208
Registriert: Sonntag 5. Juni 2016, 15:51
Wohnort: Lentföhrden

Re: Pale Ale mit Pilsner/Münchener Malz

Post Nr.:#8  Beitragvon DevilsHole82 » Freitag 21. April 2017, 09:27

Das fände ich eine ziemliche Ver*******g wenn die Mälzereien oder Shops so ihr Pale Ale Malz "herstellen".

Ich habe mal gelesen, dass das Pale Ale Malz eine typische Darrung der englischen Mälzereien sei. Zwei deutsche Brauer oder Mälzer, deren Namen mir nicht mehr einfallen haben im 18. Jahrhundert dieses "Spezial"-Malz bei einer Reise nach England in einem hohlen Gehstock nach Deutschland geschmuggelt, um es dort zu analysieren. Bis dato waren in Deutschland nur Basismalze, wie Pilsner, Wiener und Münchener bekannt. Soweit meine wage Erinnerung :puzz

Könnte mir aber durchaus vorstellen, dass manche Mälzereien ihr Pale Ale Malz als Mischung herstellen, um Produktionskosten zu sparen.
Gruß, Daniel

Was von Herzen kommt gelingt, weil's einen gibt, der die Kelle schwingt. Heute back ich, morgen brau ich, wer heimlich nascht, den verhau ich.
Benutzeravatar
DevilsHole82
Posting Senior
Posting Senior
 
Beiträge: 443
Registriert: Dienstag 13. Oktober 2015, 10:03
Wohnort: Neunkirchen (Siegerland)

Re: Pale Ale mit Pilsner/Münchener Malz

Post Nr.:#9  Beitragvon Sura » Freitag 21. April 2017, 09:36

Wer das glaubt, der kann sich ja mal die Datenblätter der Malze bei Bestmalz durchlesen und Gedanken machen:
http://www.bestmalz.de/malts/best-pilse ... olioCats=6
http://www.bestmalz.de/malts/best-pale- ... olioCats=6
http://www.bestmalz.de/malts/best-muenc ... olioCats=6

Es sollten bei einer Mischung ja jeweils die Minima und Maxima im Pale Ale ebenso angegeben sein. (Also da wo es Sinn macht.) Und das diastatische Potential ist bei PiMa und PaleAle gleich angegeben, während es bei MüMa deutlich tiefer ist. Sollte dann ja auch anders sein, oder?

Nun ist die Frage ob die Datenblätter von BestMalz falsch sind, oder die Aussagen von Brian Schlede....
In den meisten Fällen ist ein Post von mir ganz ruhig, entspannt und mit interessiertem Gesichtsausdruck geschrieben.... und darf auch gerne so gelesen werden :Greets
Benutzeravatar
Sura
Posting Freak
Posting Freak
 
Beiträge: 1617
Registriert: Montag 2. November 2015, 23:37

Re: Pale Ale mit Pilsner/Münchener Malz

Post Nr.:#10  Beitragvon gulp » Freitag 21. April 2017, 09:37

Wenn ich das richtig sehe, ist das der dritte oder vierte Sud von Katrin. Da bringt es doch nichts mit 5 verschiedenen Malzen Pseudo IPAS zu brauen. Da ist der Lerneffekt = 0. Zwei Malze und fertig, geht auch mit Pilsener statt Pale oder Wiener Malz. Beim nächsten mal kann man dann mit den Anteilen spielen. 60:40, 70:30, usw. usw. je nach Geschmack.

Zwei deutsche Brauer oder Mälzer, deren Namen mir nicht mehr einfallen haben im 18. Jahrhundert dieses "Spezial"-Malz bei einer Reise nach England in einem hohlen Gehstock nach Deutschland geschmuggelt,


Dreher (Österreicher) und Sedlmayr (Bayer) waren das und daraus entstand das Wiener und Münchener Malz ud es war das 19.Jahrhundert.

Gruß
Peter
Ein Bayer ohne Bier ist ein gefährlich Thier!
Benutzeravatar
gulp
Moderator
Moderator
 
Beiträge: 7824
Registriert: Montag 20. Juli 2009, 21:57
Wohnort: Nürnberg

Re: Pale Ale mit Pilsner/Münchener Malz

Post Nr.:#11  Beitragvon schlupf » Freitag 21. April 2017, 11:22

Hmm... Ich weiß ja nicht...
Was hätte er denn davon, zu erzählen, man bräuchte mindestens 2 der Malzsorten, die er verkauft, eigentlich gar nicht.

Bei den Münchner Malzen habe ich jetzt gar keine Angabe zur diastatischen Kraft gefunden. Ich kenne mich damit auch nicht aus, habe aber mal auf Wikipedia geguckt und da steht, die diastatische Kraft entspräche der Maltosemenge, die 100g Malz unter bestimmten Umständen bildet. Ich fände es logisch, dass es da eine obere Grenze gibt, die ein enzymstarkes Malz auch in Mischung (bis zu einem gewissen Grad) mit einem enzymschwächeren trotzdem noch erreicht.
Benutzeravatar
schlupf
Posting Klettermax
Posting Klettermax
 
Beiträge: 208
Registriert: Sonntag 5. Juni 2016, 15:51
Wohnort: Lentföhrden

Re: Pale Ale mit Pilsner/Münchener Malz

Post Nr.:#12  Beitragvon Sura » Freitag 21. April 2017, 11:44

Das diastatische Potential kannst du dir als die Kraft vorstellen, welche die Enzyme für die Maischearbeit mitbringen. Münchner hat gut ein Drittel vom Pilsenermalz. Eigentlich gerade soviel, das es ihm möglich ist sich selbst halbwegs ordentlich zu verarbeiten. Karamalze bringen z.b. garnichts mehr mit. Pilsener, Wiener und Weizen haben die meiste Power. (Warum das PaleAle hier auf dem Level der Pilseners ist weiss ich allerdings auch nicht. Normal ist das tatsächlich etwas niedriger angegeben.)
Fürs maischen heisst das letztendlich wie kurz du die Rasten planen kannst: Einer Mischung mit einem hohen Anteil MüMa würde ich etwas mehr Zeit geben....
Zuletzt geändert von Sura am Freitag 21. April 2017, 12:15, insgesamt 1-mal geändert.
In den meisten Fällen ist ein Post von mir ganz ruhig, entspannt und mit interessiertem Gesichtsausdruck geschrieben.... und darf auch gerne so gelesen werden :Greets
Benutzeravatar
Sura
Posting Freak
Posting Freak
 
Beiträge: 1617
Registriert: Montag 2. November 2015, 23:37

Re: Pale Ale mit Pilsner/Münchener Malz

Post Nr.:#13  Beitragvon DevilsHole82 » Freitag 21. April 2017, 12:06

gulp hat geschrieben:...Dreher (Österreicher) und Sedlmayr (Bayer) waren das und daraus entstand das Wiener und Münchener Malz ud es war das 19.Jahrhundert.

Gruß
Peter


Danke, Peter. Mein löchriges Gedächtnis halt :redhead
Gruß, Daniel

Was von Herzen kommt gelingt, weil's einen gibt, der die Kelle schwingt. Heute back ich, morgen brau ich, wer heimlich nascht, den verhau ich.
Benutzeravatar
DevilsHole82
Posting Senior
Posting Senior
 
Beiträge: 443
Registriert: Dienstag 13. Oktober 2015, 10:03
Wohnort: Neunkirchen (Siegerland)

Re: Pale Ale mit Pilsner/Münchener Malz

Post Nr.:#14  Beitragvon gulp » Freitag 21. April 2017, 12:38

DevilsHole82 hat geschrieben:
gulp hat geschrieben:...Dreher (Österreicher) und Sedlmayr (Bayer) waren das und daraus entstand das Wiener und Münchener Malz ud es war das 19.Jahrhundert.

Gruß
Peter


Danke, Peter. Mein löchriges Gedächtnis halt :redhead


Ja gut, ich bin da normalerweise auch nicht besser, aber das Thema interessiert mich halt besonders.
:Drink
Ein Bayer ohne Bier ist ein gefährlich Thier!
Benutzeravatar
gulp
Moderator
Moderator
 
Beiträge: 7824
Registriert: Montag 20. Juli 2009, 21:57
Wohnort: Nürnberg

Re: Pale Ale mit Pilsner/Münchener Malz

Post Nr.:#15  Beitragvon Boludo » Freitag 21. April 2017, 12:55

Keine Ahnung, was so manche Mälzereien treiben, aber Pal Ale Malz ist auf keinen Fall eine Mischung aus PiMa und MüMa. Man bekommt damit wohl die Farbe hin, aber nicht exakt die selben Eigenschaften.
Aber zur Not kann man sich das schon so zusammen mischen. Dass es aber so verkauft wird, ist ein Gerücht. Sagt zumindest Weyermann.

Stefan
Benutzeravatar
Boludo
Moderator
Moderator
 
Beiträge: 15444
Registriert: Mittwoch 12. November 2008, 21:55

Re: Pale Ale mit Pilsner/Münchener Malz

Post Nr.:#16  Beitragvon Bierfetischist » Freitag 21. April 2017, 19:38

Hubert Hanghofer bevorzugt für hopfenbetonte Ales (IPA) eher eine auf Wiener Malz basierende Schüttung, die Pilsener-Münchner geht natürlich auch.

Pale Malt Emulation mit deutschen Malzen>>> http://lists.netbeer.org/pipermail/hbf/2002q1/000956.html

Gruß Heiko :Drink
Mein Bierblog>>>https://bierfetischist.wordpress.com/
„Es ist ein Grundbedürfnis der Deutschen, beim Biere schlecht über die Regierung zu reden.“ Otto von Bismarck
Benutzeravatar
Bierfetischist
Posting Senior
Posting Senior
 
Beiträge: 482
Registriert: Mittwoch 25. Dezember 2013, 18:33

Re: Pale Ale mit Pilsner/Münchener Malz

Post Nr.:#17  Beitragvon Alt-Phex » Freitag 21. April 2017, 20:01

Grundsätzlich ist Pale Ale ja erstmal ein Bierstil. Das setzt nicht zwingend Pale Ale Malz vorraus.
Wiener kann man auch ganz gut als Ersatz nehmen. Eine Mischung aus PiMa/MüMa natürlich auch.

Ich mache meine Pale Ales immer mit ~20% MüMa Anteil und reduziere dafür das Caramalz.
Mit Pilsener als Basismalz wird es halt etwas "trockener" als mit WieMa oder Pale Ale Malz.
"Viele Biere werden am Etikettierer gemacht"
Benutzeravatar
Alt-Phex
Moderator
Moderator
 
Beiträge: 5616
Registriert: Mittwoch 1. Februar 2012, 02:05
Wohnort: Düsseldorf


Zurück zu Rezepte

Wer ist online?

Mitglieder in diesem Forum: VolkMo und 4 Gäste