Hopfentips für Fränkisches Lager/ Pale Ale (Gulp Nr. 11)

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Isegrimm
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Hopfentips für Fränkisches Lager/ Pale Ale (Gulp Nr. 11)

#1

Beitrag von Isegrimm » Freitag 21. Oktober 2016, 16:04

Hallo, ich möchte wiederholt das Pale Ale von Gulp (Nr 11) nachbrauen. (mit untergäriger Brauereihefe)
http://maischemalzundmehr.de/index.php? ... begriff=11

Ich hatte an die Dreiteilung der Würze gedacht (1x 100 Liter / 1x75 und 1x50 Liter) und habe folgende Hopfensorten zur Auswahl (ich möchte nicht stopfen):
1x süffig nach Art des fränkischen Landbieres mit hohe drinkability
1x etwas hopfiger/
1x ganz exotisch

Folgende Pelletssorten stehen in meiner Nachbarbrauerei unbegrenzt zur Auswahl:
Hallertauer Mittelfrüh
Hersbrucker
Spalter Select
Cascade
Mandarina Bavarie
Polaris

Wie würdet ihr meine drei Variationen bittern und aromatisieren (mehr als zwei Hopfengaben pro Kochen brauchts nicht)?
Vielen Dank für Eure vielgeschätzten Tipps!!
Grüße Wolfgang

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marsabba
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Re: Hopfentips für Fränkisches Lager/ Pale Ale (Gulp Nr. 11)

#2

Beitrag von marsabba » Freitag 21. Oktober 2016, 16:53

Süffig: 30 IBU
25 IBU Select VWH
5 IBU Mittelfrüh 10 min

Hopfig: 40 IBU
30 IBU Select VWH
10 IBU Hersbrucker 5 min

Exotisch (Peter, verzeih mir ...) : 50 IBU
20 IBU Cascade 30 min
25 IBU Polaris 5 min
5 IBU Cascade 0 min

Grüße
Martin

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Isegrimm
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Re: Hopfentips für Fränkisches Lager/ Pale Ale (Gulp Nr. 11)

#3

Beitrag von Isegrimm » Freitag 21. Oktober 2016, 17:07

:Drink

tsh
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Re: Hopfentips für Fränkisches Lager/ Pale Ale (Gulp Nr. 11)

#4

Beitrag von tsh » Donnerstag 11. Januar 2018, 15:28

Hey,

würde am Samstag auch gerne das No. 11 gem. dem Rezept auf MMuM brauen. Vorweg, bin Anfänger und braue erst meinen 5. Sud.

Ich braue im Einkocher ohne Würzekühler. Habe bei meinen letzten Suden am Ende der Kochzeit immer direkt den Whirpool gemacht und dann 30 min. bis zum umfüllen aus dem Einkocher in den Gäreimer gewartet. Meine Biere waren für meinen Geschmack immer zu bitter. Nach etwas Recherche habe ich jetzt erfahren, dass dies wahrscheinlich mit der Nachiomisierung zusammen hängt und ich deswegen die Hopfengabe anpassen soll.

Ich kenne zwar den IBU Rechner auf MMuM, aber verstehe die Angabe der Nachisomisierung nicht ganz. Als Erklärung steht da: "Nachisomerisierungzeit (Zeit zwischen Kochende und Whirlpool)". Die ist bei meinem Vorgehen ja 0, aber es findet ja eine Nachisomisierung statt!?

Könnt ihr mir einen Tip geben wie ich die richtige Hopfenmenge berechnen kann? Oder muss ich etwas an meinem Vorgehen ändern? Ein Würzekühler steht schon auf meiner Wunschliste, der kommt aber erst wenn auch der entsprechend große Topf da ist;-)

Danke

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Ernie
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Re: Hopfentips für Fränkisches Lager/ Pale Ale (Gulp Nr. 11)

#5

Beitrag von Ernie » Donnerstag 11. Januar 2018, 15:47

Hallo,

einen Whirlpool dreht man eigentlich erst an, wenn die Verwirbelungen durch die Wärme aufgehört haben.

Diese Zeit die dabei vergeht must Du mit eingeberechnen.

Du solltest unter 80°C kommen.

Gruß Ernie

tsh
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Re: Hopfentips für Fränkisches Lager/ Pale Ale (Gulp Nr. 11)

#6

Beitrag von tsh » Donnerstag 11. Januar 2018, 17:16

Ernie hat geschrieben:
Donnerstag 11. Januar 2018, 15:47
Hallo,

einen Whirlpool dreht man eigentlich erst an, wenn die Verwirbelungen durch die Wärme aufgehört haben.

Diese Zeit die dabei vergeht must Du mit eingeberechnen.

Du solltest unter 80°C kommen.

Gruß Ernie
Entweder verstehe ich noch nicht wie man vorab die richtige Hopfengabe berechnet oder es geht nur mit viel Erfahrung.
Zur Berechnung der Hopfengabe mit dem MMuM Rechner muss ich im Vorfeld die Stammwürze und Ausschlagswürze eingeben. Stammwürze kann ich ja durch meine Nachgüsse genau treffen, aber bei meinen letzten Suden hat dann die Ausschlagswürze immer variiert.
Desweiteren muss ich im Vorfeld die Nachisomisierungszeit angeben, welche ja davon abhängt wieviel Ausschlagswürze ich habe. Und selbst wenn ich die Menge an Würze wüsste, gibt es eine Formel zur Berechnung wie lange es dauert bis die Ausschlagswürze auf 80° herunter gekühlt ist?

Oder mache ich mir zu viel Gedanken und es reicht zu wissen, dass eine Nachisomiserung stattfindet, ich deshalb die Hopfengabe etwas reduziere und gut ist?

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Re: Hopfentips für Fränkisches Lager/ Pale Ale (Gulp Nr. 11)

#7

Beitrag von Bronkhorst » Donnerstag 11. Januar 2018, 17:22

Auf einen oder zwei Liter kommt es nicht an.
Die Zeit der Nachisomerisation kannst du einfach beim nächsten mal stoppen.
Als Anhaltspunkt:
Wenn ich nur gelegentlich rühre dauerts bei mir rund 20 min. Mit aktiver Kühlung ca. 3 min.

Jens

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Re: Hopfentips für Fränkisches Lager/ Pale Ale (Gulp Nr. 11)

#8

Beitrag von tsh » Donnerstag 11. Januar 2018, 17:34

OK, danke. Bin jetzt auch auf folgenden Thread gestoßen:

viewtopic.php?f=16&t=3188&p=44805&hilit ... ung#p44805

Da steht auch nochmal viel zu dem Thema.

Werde vielleicht folgendes ausprobieren:
- Die gewünschte Bittere durch die VWH berechnen
- warten bis die Würze auf 80° ist und dann den Aromahopfen rein

Dabei werde ich dann die Zeit stoppen und habe fürs nächste mal einen Anhaltspunkt.

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Re: Hopfentips für Fränkisches Lager/ Pale Ale (Gulp Nr. 11)

#9

Beitrag von gulp » Donnerstag 11. Januar 2018, 17:39

- warten bis die Würze auf 80° ist und dann den Aromahopfen rein
So steht das aber nicht im Rezept! Wie kommst du denn auf so eine Hopfengabe?

Gruß
Peter
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Re: Hopfentips für Fränkisches Lager/ Pale Ale (Gulp Nr. 11)

#10

Beitrag von tsh » Donnerstag 11. Januar 2018, 22:10

gulp hat geschrieben:
Donnerstag 11. Januar 2018, 17:39
- warten bis die Würze auf 80° ist und dann den Aromahopfen rein
So steht das aber nicht im Rezept! Wie kommst du denn auf so eine Hopfengabe?

Gruß
Peter
Aus dem verlinkten Thread hier aus dem Forum bzgl. der Nachisomisierung. Aber wenn ich deine Antwort richtig deute hälst du da nicht viel von. Tue mich halt schwer die Nachisomisierung für die Hopfengabe im Vorfeld richtig einzurechnen ohne Würzekühler. Habe grad 3 Sude in der Nachgärung/Reifung die wahrscheinlich alle zu bitter werden, da ich die Nachisomisierung nicht berücksichtigt habe.

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Re: Hopfentips für Fränkisches Lager/ Pale Ale (Gulp Nr. 11)

#11

Beitrag von Ernie » Donnerstag 11. Januar 2018, 22:31

tsh hat geschrieben:
Donnerstag 11. Januar 2018, 22:10
gulp hat geschrieben:
Donnerstag 11. Januar 2018, 17:39
- warten bis die Würze auf 80° ist und dann den Aromahopfen rein
So steht das aber nicht im Rezept! Wie kommst du denn auf so eine Hopfengabe?

Gruß
Peter
die wahrscheinlich alle zu bitter werden...
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Warte erstmal ab....viel lernen Du noch must....

Geduld ist das Zauberwort. :Wink

Meistens wird das ganz lecker....

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Re: Hopfentips für Fränkisches Lager/ Pale Ale (Gulp Nr. 11)

#12

Beitrag von hyper472 » Freitag 12. Januar 2018, 08:31

Die Bitterstoffe werden nicht nur beim Kochen gelöst, sondern auch bei Temperaturen über 80°C. Das hat mit dem Whirlpool erst mal gar nichts zu tun. Wann Du einen machst, ob Du überhaupt einen andrehst oder ob Du eine schwarze Katze rückwärts über den Friedhof trägst, ist also für die Isomerisierung egal.
Nach der Kochzeit schaltest Du Kocher ab, wartest, bis sich die thermische Bewegung in der Würze gelegt hat und drehst dann einen Whirlpool an (wenn Du willst; ich z.B. mache keinen, aber das führt jetzt zu weit). Irgendwann während sich die Würze noch dreht ist sie auf 80°C abgekühlt. Bis zu diesem Zeitpunkt werden auch noch Bitterstoffe gelöst. Je länger Du also brauchst, bis Du unter 80°C kommst, desto mehr Bitterstoffe werden aus dem Hopfen gelöst. Diese Zeit nennt man Nachisomerisierung. Da das noch relevante Größenordnungen haben kann, solltest Du diese Zeitspanne bei der Berechnung der IBU-Werte berücksichtigen. Im Kleinen Brauhelfer z.B. kann man diese eingeben und sehen, wie sich der Hopfenbedarf bei längerer Nachisomerisierung reduziert.
Viele Grüße, Henning
Zuletzt geändert von hyper472 am Freitag 12. Januar 2018, 15:22, insgesamt 1-mal geändert.
Wenn man etwas positiv oder negativ auslegen kann, meine ich es positiv.
Es ist möglich, dass sich meine Meinung nicht mit der Meinung anderer deckt.
Wer will, ist herzlich eingeladen, mir in Anwendung von Boardregel Nr. 6 eine PN zu senden.

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Re: Hopfentips für Fränkisches Lager/ Pale Ale (Gulp Nr. 11)

#13

Beitrag von tsh » Freitag 12. Januar 2018, 15:16

@Ernie: :-) Wurde mir auch schon gesagt, gerade bei untergärigem soll Geduld ja wohl noch einiges herausholen, das beruhigt mich.

@hyper472: Danke für deine Erklärung. Da ich morgen das Rezept von Gulp in zwei Kochern braue, werde ich beide Sude zeitversetzt ansetzen. Für den ersten Sud nehme ich dann einfach mal eine Nachisomisierung von 30 min an, messe es dann aber genau. Beim zweiten habe dann eine genauere Zeit.

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Re: Hopfentips für Fränkisches Lager/ Pale Ale (Gulp Nr. 11)

#14

Beitrag von hyper472 » Freitag 12. Januar 2018, 15:28

Auch bei Obergärigem wird Geduld belohnt - oft sind meine Biere erst nach drei Monaten am Zenit ihrer geschmacklichen Entwicklung.
Mit den 30min liegst Du glaube ich nicht ganz falsch. Du kannst auch, wenn Du es genau wissen willst, heute schon mal Wasser kochen und dann messen, wie lange es braucht bis zum abkühlen auf 80°C. Das gekochte Wasser dann nicht weggießen, da sich beim Kochen einige feste Bestandteile lösen und am Boden absetzen - das Wasser wird durch das Kochen also weicher, was sich wiederum positiv auf die Bitterung auswirkt.
Das Pale Ale 11 von Peter lohnt sich, war eines meiner ersten Biere. Ich hab´s inzwischen drei mal gebraut.
Viele Grüße, Henning
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Re: Hopfentips für Fränkisches Lager/ Pale Ale (Gulp Nr. 11)

#15

Beitrag von gulp » Freitag 12. Januar 2018, 21:51

tsh hat geschrieben:
Donnerstag 11. Januar 2018, 22:10
gulp hat geschrieben:
Donnerstag 11. Januar 2018, 17:39
- warten bis die Würze auf 80° ist und dann den Aromahopfen rein
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So eine 80° Gabe, oder auch stopfen würde den Charakter des Bieres wesentlich verändern, gerade in der untergärigen Version. Das soll eben nahe an ein fränkisches Lagerbier rankommen, da dürfen Aromagaben nicht alles überdecken. Das ist ein so einfach wie möglich gehaltenes Rezept, das man beim 2. mal Brauen beliebig verändern kann, eben mit anderen Hopfengaben oder auch Malzanteilen. So hat man als Anfänger schnell einen Lerneffekt.
Den Rest hat ja Henning gut erklärt.

Gruß
Peter
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