Erfahrungsbericht Brewie Brauvorführung 16.4.2016 Sonthofen

Hier können Braubegeisterte ihre selbstgebastelten Heimbrauanlagen in Bild und "Ton" vorstellen.
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Griller76
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Erfahrungsbericht Brewie Brauvorführung 16.4.2016 Sonthofen

#1

Beitrag von Griller76 » Samstag 16. April 2016, 18:58

Hallo an alle,

jetzt ist die Brauvorführung vorbei und in kleiner, aber feiner Runde durchlief der Brewie den Test. Es war auch das erste Mal, dass der Brewie zum Schaubrauen in Betrieb war vor Publikum.
Zsolt war absolut pünktlich und ist sehr freundlich. Flugs haben wir dann alles hochgetragen und aufgebaut.
Was mir gleich beim Öffnen des Gerätes auffiel, war ein leicht modriger Geruch darin. Das Erklärte sich aber dadurch, dass das Vorführmodell auch nach dem Abpumpen ca. 200-300 ml Wasser drin behält, was aber für die künftigen Modelle behoben wird. Ebenso werden die Hopfenbehälter aus einem Stück bestehen, die jetzigen Teesiebe werden zu Kästchen die sich nur im eingesetzten Zustand verriegeln lassen und die Wasserauslässe von den Hopfenkästchen werden direkt in den Würzekessel (der linke Kasten) geleitet über wellenförmige Ausschnitte. Außerdem werden die Abflüsse verbessert mit einem leichten Gefälle im Boden zu diesen hin.
Die Pumpe ist auf 20.000 Betriebsstunden ausgelegt.
Vor dem Einsetzen des Maischesackes in die rechte Kammer wird ein viereckiges Lochblech mit Füßchen darunter eingesetzt. Die Maischekammer wird nicht direkt beheizt. Ich frage mich daher, wie somit die Rasten gefahren werden können, da die Würze nicht in einem Heizkreislauf gepumpt wird?
Gleich zu Beginn des Braustarts gab es ein Problem. Zsolt gab manuell ein Rezept für das Bier ein, welches nur 3 Kg Malz vorsah. Jedoch erkannte der Sensor nicht, dass der externe Wasseranschluss mit dem Schlauch angeschlossen war und aktivierte diesen daher nicht. Erst, als wir uns für ein bereits fest vorprogrammiertes Rezept entschieden, das 5 Kg Malz vorsah, akzeptierte der Brewie den externen Wasseranschluss. Dadurch war natürlich von vornehrein klar, dass der gewünschte Plato-Gehalt nicht erreicht wird.
Links legt der Brewie bereits das Anschwänzwasser vor, welches aber als Malheur 2 nun aus auch für Zsolt unerklärlichen Gründen brodelnd kocht, statt nur bis auf 78 Grad zu gehen.
Dann passierts, der Brewie haut urplötzlich die Sicherung meiner Funksteckdose raus. Nachdem er wieder Strom hat, ist es nicht möglich die Schritte im Programm vorwärts zu springen. Dadurch pumpt er viel zu viel Wasser in die Maischekammer. Hier muss Zsolt mit einer großen Schüssel mehrfach mehrere Liter nun stark verwässerter Würze abschöpfen, damit das Gerät nicht überläuft, obgleich beide Kammern eine Waage eingebaut haben, damit der Brewie weiß, wie voll diese sind.
Zsolt versuchte dann nach dem abmaischen den Platowert etwas dadurch nach oben zu treiben, indem er den Deckel der rechten beheizten Kammer für das Würzekochen offenlässt. Jedoch das vorher beobachtete kräftig sprudelnde Kochen konnte bei geöffnetem Deckel nicht erreicht werden. Allenfalls simmerte die Würze vor sich dahin, wie ein Wasser das zum Einlegen von Klößen einlädt.
Als dann die Würze gekühlt werden sollte, stellen wir ganz schnell fest, dass die Dichtung des Kühlwasserschlauches nicht dicht ist. Daher wird dann beherzt von mehreren Teilnehmern und Zsolt eingegriffen der kleinen Flut Herr zu werden und das Wasser mittels Handtücher und in eine Schüssel streifen zu entsorgen.
Das Würze ablassen klappte dann einwandfrei, obgleich sie noch nicht optimal gekühlt war wegen des Malheurs mit der Dichtung (ca. 40 Grad war die Würze noch warm). Zsolt wollte die Trockenhefe gleich drauf streuen (nein, er machte keinen Hefestarter). Ich riet ihm wegen der noch zur warmen Würze davon ab. Er lässt die Würze nun abkühlen bis zum Abend. Dann werden Würze und Hefe eben erst nachts in München vereinigt.
Das Malz wurde aber durch Geschmacksprobe bestätigt sehr gut ausgelaugt, so dass eine von Brewie angegebene SHA von 65% realistisch erscheint. Da eine Teilnehmerin noch was vom Treber mitnehmen wollte, kam es beim Umpacken vom Maischesack in die Tüte dazu, dass etwas davon danebenging. Daher sieht der Brewie innen drin deutlich mit Treber verschmutzt aus.
Das Reinigungsprogramm, zumal ohne Chemiemittel (man testet derzeit verschiedene Spülmaschinentabs zum Einlegen in die Hopfenbehälter des Brewie) und nur mit zimmerwarmem Wasser, konnte daher der Situation nicht ganz Herr werden.
Folgende Fragen kamen uns daher in der Runde noch und vielleicht magst Du Zsolt uns diese noch wie vereinbart beantworten:
- Die Maischekammer wird nicht direkt beheizt. Ich frage mich daher, wie somit die Rasten gefahren werden können, da die Würze nicht in einem Heizkreislauf gepumpt wird?
- Wie viel Rezepte sind im Brewie speicherbar?
- Wird es möglich sein mittels einer App Rezepteinspeicherung und Controlling von einem Externgerät (Laptop, Notebook, Smartphone etc.) vorzunehmen?
- Hat der Brewie einen Überhitzungsschutz?
- Kann man einzelne Schritte im Brauprogramm überspringen?
- Ist es möglich vor dem Auslass ein Siebelement einzubauen?
- Warum heizt das Reinigungsprogramm nicht auf? Mit nur zimmerwarmem Wasser lösen sich die Spülmaschinentabs absolut nicht auf.

Mein Resümee:
Obgleich der Brewie noch seine Kinderkrankheiten hat, setze ich doch große Hoffnung darin, dass diese Kinderkrankheiten beseitigt werden in den Auslieferungsgeräten.
Dass Zsolt seinerseits es in die Hand genommen hat, den Brewie in Deutschland zu vermarkten, hier im Forum aktiv ist, zwei Rückzahlungen an Forumsmitglieder erfolgreich in die Wege zu leiten und eine offene Politik fährt gibt mir auch in das Projekt Brewie Vertrauen zurück. Wohlgemerkt Zsolt ist Distributor/Vermarkter im Auftrag von Brewie, aber keiner der Chefs.

Die weiteren Teilnehmer der Brauvorführung möchten auch noch ihre Sicht der Dinge in diesem Thread veröffentlichen.

freundliche Grüße

Alexander
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Zsolt mit dem Brewie.
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Die Würzekochkammer links
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Die Maischekammer rechts
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Start des Reinigungsprogrammes zur Probe.
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Die feine Runde.
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Die in der Hallertau selbstgezupften Hopfendolden friert Zsolt ein. Daher ist der Hopfen dann wirklich frisch beim Brauen. Das ist einer der Hopfengitterkörbe.
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Es geht an das Einprogrammieren des Rezeptes.
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Das Einmaischen geht nun endlich nach dem Rezeptwechsel los.
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Leider kein wallendes Würzekochen.
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Beim Anfang vom Würzekühlen passiert es: Klein Venedig und alle putzen.
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Die Quelle des Übels: Defekte Dichtung vom Kühlungsschlauchflansch an der Rückseite.
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Start des Reinigungsprogrammes.
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Noch immer das Reinigunsprogramm.
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Was vom Tage übrigblieb: Gute Erinnerungen und ein kleines Chaos auf dem Tisch.
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Die magere Tagesausbeute. Plato wurde nicht gemessen. Es wird wohl ein seeehr leichtes Sommerbier.
Iss was gar ist, trink was klar ist und sag was wahr ist. (Luther)

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Re: Erfahrungsbericht Brewie Brauvorführung 16.4.2016 Sontho

#2

Beitrag von farr727 » Samstag 16. April 2016, 19:26

Ein grossen Dank an Alexander für das ausführliche Bericht und für die Bereitstellung der Räumlichkeiten.

Das Refraktometer zeigt OG=1.042 an, damit haben wir zwar von der Menge her weniger als gehofft, aber vom Substanz her mehr als vermutet.

Sollte eine Folgeveranstaltung (Grossraum München bevorzugt) in ca. 6-8 Wochen geben, so bringe ich eine Kostprobe vom "Sonthofener German Pale Ale" gerne mit.

Gruss, Zsolt

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Re: Erfahrungsbericht Brewie Brauvorführung 16.4.2016 Sontho

#3

Beitrag von Bierolo » Samstag 16. April 2016, 22:06

Wenn ich hier über die Kinderkrankheiten lese, dann hoffe ich, dass das "Baby" daraus lernt und erwachsen wird.
Ich denke da insbesondere an unbeaufsichtigtes Brauen.
Morgens zur Arbeit und abends das Ergebnis.
Bierolo startet in der 20L Einkocher-Liga.

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Re: Erfahrungsbericht Brewie Brauvorführung 16.4.2016 Sontho

#4

Beitrag von sunnyville » Samstag 16. April 2016, 22:42

Bierolo hat geschrieben:Wenn ich hier über die Kinderkrankheiten lese, dann hoffe ich, dass das "Baby" daraus lernt und erwachsen wird.
Ich denke da insbesondere an unbeaufsichtigtes Brauen.
Morgens zur Arbeit und abends das Ergebnis.
Da würde ich mir keine Sorgen machen. Viele Sachen die wir bei der Vorführung abgesprochen haben sind bereits in Arbeit. "Unser" Gerät war ein funktionierender Prototyp, und auch wenn intern alles auf dem letzten Stand war war das optisch nicht so. Die haben bei vielen Sachen wie zB bei den Hopfen Kammern, schon neue Entwürfe umgesetzt.
Ich glaube, dass das Gerät gut sein wird und die Kinderkrankheiten sich eher auf die Software (die natürlich sehr sehr wichtig ist) beziehen werden. Doch die werden ja dann per sw Update hoffentlich schnell bereinigt werden. Habe auch ein paar Videos gemacht:
http://www.homebrewtalk.com/showpost.ph ... stcount=92

Und hier mein englischer Bericht mit Fotos:
http://www.homebrewtalk.com/showpost.ph ... stcount=91

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Re: Erfahrungsbericht Brewie Brauvorführung 16.4.2016 Sontho

#5

Beitrag von Miicha » Samstag 16. April 2016, 22:56

Heute in Sonthofen haben wir eine hochinteressante Veranstaltung erlebt:
Hinter dem Brewie steckt ein faszinierendes Konzept. Die grundsätzlichen Funktionen sind durchdacht und spannend; besonders die programmierbare Hopfenzugabe in 4 Portionen ist elegant gelöst.

An der Ausführung muss freilich noch gearbeitet werden: Die Menueführung über Handy oder Pad mit der Möglichkeit, Rezepte up- und downzuloaden würde die Arbeit sicher angenehmer machen. Wir würden uns wünschen, übrigens auch unserem BM50, daß man ein laufendes Rezept jederzeit unterbrechen (geht), ändern (geht) und an beliebiger Stelle wieder starten kann (geht nicht), Pannen, die immer passieren können, sind so leichter auszugleichen.

Bei einem Prototyp kann man nicht mit völlig reibungslosem Ablauf rechnen. Aber hier ging es darum, wieder mehr Vertrauen in die Brewie-Crew zu schaffen und das ist, was uns angeht, gelungen.

Von den Brewiebieren hat mir das Dubble, ein 9%iges am besten geschmeckt, Ellen mochte das dunkle Weizen lieber.

Wer sich nicht so gerne um die Hardware seiner Brauerei kümmern möchte, kann mit einem optimierten, pannenfreien Brewie bestimmt gutes Bier brauen. Den Gärprozeß muß man natürlich nach wie vor meistern. Der Reinigungsaufwand an den zugänglichen Stellen hielt sich in angenehmen Grenzen. Wie ein Brewie nach 2 Jahren Betriebszeit an den verborgenen Ecken ausschaut, wird sich zeigen.

Wir danken Alexander, Zsolt und allen anderen Teilnehmern für einen angenehmen Brautag. Der Brewie hat vor sich hingebraut, wir haben viele interessante Gespräche geführt und leckere Biere verkostet. Ich bin auf jeden Fall auf die Endversion neugierig, die vollautomatische Kleinstbrauerei wird kommen und wird bestimmt auch ihre Abnehmer finden.

LG und Danke,

Ellen&Micha.

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Re: Erfahrungsbericht Brewie Brauvorführung 16.4.2016 Sontho

#6

Beitrag von Griller76 » Sonntag 17. April 2016, 12:29

P.S.: Was ich noch erwähnen wollte ist, dass lt. Zsolt der ursprüngliche Produzent aus Ungarn ausgetauscht wurde wegen mangelnder Qualität. Stattdessen macht das nun der Hersteller aus Taiwan, welcher u.a. auch die X-Box herstellt.

Anbei noch der an der Brauvorführung verteilte Brewie-Werbeflyer:
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Vorderseite
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Rückseite
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Re: Erfahrungsbericht Brewie Brauvorführung 16.4.2016 Sontho

#7

Beitrag von Flothe » Sonntag 17. April 2016, 12:58

Griller76 hat geschrieben:Stattdessen macht das nun der Hersteller aus Taiwan, welcher u.a. auch die X-Box herstellt.
Na, dann wollen wir mal hoffen, dass der Brewie nicht unter dem "Ring of Death" leidet :thumbsup

Jeder Tag ohne Bier ist ein Gesundheitsrisiko.
- Zitat: Hildegard von Bingen in ihrem Buch über Heilverfahren "Causae et Curae"

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Re: Erfahrungsbericht Brewie Brauvorführung 16.4.2016 Sontho

#8

Beitrag von Wegwieser » Dienstag 19. April 2016, 09:09

Interessant mal wieder was von brewie zu hören.

Die Vorführung spricht für sich, das Gerät ist noch weit weg von einer Automatisierung.

Was mich abermals stutzig macht; jetzt wird als Produzent doch eine taiwanesische Firma genannt?

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Re: Erfahrungsbericht Brewie Brauvorführung 16.4.2016 Sontho

#9

Beitrag von Ladeberger » Dienstag 19. April 2016, 09:13

Wegwieser hat geschrieben:Was mich abermals stutzig macht; jetzt wird als Produzent doch eine taiwanesische Firma genannt?
Was genau macht dich daran stutzig?

Gruß
Andy

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Re: Erfahrungsbericht Brewie Brauvorführung 16.4.2016 Sontho

#10

Beitrag von Sura » Dienstag 19. April 2016, 09:25

Griller76 hat geschrieben:Vor dem Einsetzen des Maischesackes in die rechte Kammer wird ein viereckiges Lochblech mit Füßchen darunter eingesetzt. Die Maischekammer wird nicht direkt beheizt. Ich frage mich daher, wie somit die Rasten gefahren werden können, da die Würze nicht in einem Heizkreislauf gepumpt wird?
Die Frage ist doch noch offen, oder habe ich was überlesen?

Gruß,
Kai
In den meisten Fällen ist ein Post von mir genau so zu verstehen wie er geschrieben ist.

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Re: Erfahrungsbericht Brewie Brauvorführung 16.4.2016 Sontho

#11

Beitrag von farr727 » Dienstag 19. April 2016, 09:39

Hallo zusammen, anbei die Antworten auf die Fragen, die im Rahmen der Vorführung notiert wurden:

1. Die Maischekammer wird nicht direkt beheizt. Ich frage mich daher, wie somit die Rasten gefahren werden können, da die Würze nicht in einem Heizkreislauf gepumpt wird?

Es ist mein Fehler: in der Vorführung hiess, es ist eine Heizplatte verbaut. Stimmt nicht, es sind 2 Heizplatten, jeweils 2.000 Watt, verbaut, die aber nie gleichzeitig betrieben werden, damit der Strombedarf im üblichen Rahmen bleibt. Also: beide Behälter haben ihre eigene, separat steuerbare Heizung und verfügen über eigene Temperatursensoren.

Wenn das Anschwänzwasser im linken Behälter auf den programmierten Temperatur aufgeheizt wird und parallel dazu im rechten Behälter das Maischeprogramm noch läuft, dann arbeiten beide Heizplatten, werden allerdings abwechselnd angesteuert.

2. Wie viele Rezepte sind im Brewie speicherbar?

Das aktuelle Speicher im Gerät fasst 150.000 Rezepte.

3. Wird es möglich sein mittels einer App Rezepteinspeicherung und Controlling von einem Externgerät (Laptop, Notebook, Smartphone etc.) vorzunehmen?

Ja. Führend für die Rezepterstellung und -verwaltung soll der App sein, denn ein Rezept beinhaltet üblicherweise über den Brauablauf hinaus, was das Gerät benötigt, weit mehr Informationen.

4. Hat der Brewie einen Überhitzungsschutz?

Ja, hat er.

5. Kann man einzelne Schritte im Brauprogramm überspringen?

Es ist vorgesehen, dass einzelne Schritte übersprungen werden können. Kurz nachgedacht wird schnell klar, dass es sich hierbei um eine komplexe Angelegenheit handelt. Ob diese Programmlogik in voller Schönheit gleich zur Auslieferung mit dabei ist, oder als ein (kostenlosen) Softwareupgrade später erhältlich ist, bleibt abzuwarten. Oberstes Ziel ist es den Juli als erste Auslieferungstermin nicht zu gefährden.

6. Ist es möglich vor dem Auslass ein Siebelement einzubauen?

Wir bauen keinen internen Sieb ein. Beim Ablassen der recht klaren Würze, kann dieser bei Bedarf bspw. mit einer Trubfiltergewebe o.ä. gefiltert werden.

7. Warum heizt das Reinigungsprogramm nicht auf? Mit nur zimmerwarmem Wasser lösen sich die Spülmaschinentabs absolut nicht auf.

Es ist ein wichtiges Thema und kann nicht oft genug zur Sprache gebracht werden. Wie auch in der Vorführung erwähnt, werden wir mehrere Reinigungsprogramme anbieten. Aktuell haben wir einen recht einfachen Spülprogramm mit 30 Grad Wassertemperatur programmiert, es werden weitere folgen, in denen bspw. die Wassermenge und –temperatur höher ausfällt. Das Bedienungshandbuch beinhaltet dann auch Empfehlungen für anzuwendende haushaltsübliche Reinigungsmittel.

8. Beinhaltet das Brewie Rezept App auch einen Alphsäurerechner für den Hopfen?

Es ist vorgesehen.

9. Bekomme ich eine Brewie Tragetasche mit dem Gerät mit ausgeliefert?

Die Crowdfunder der ersten Welle erhalten die Tragetasche mit dem Gerät, sonst kann die Tragetasche separat erworben werden.

Gruss, Zsolt

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Re: Erfahrungsbericht Brewie Brauvorführung 16.4.2016 Sontho

#12

Beitrag von Griller76 » Dienstag 19. April 2016, 11:42

Hallo Zsolt,

danke für die schnellen Antworten.
Die derzeitigen 30 Grad für das Reinigungsprogramm sind ein deutig zu wenig. Da löst sich kein Spülmaschinentab auf. Und ein ordentlich gesäubertes Gerät ist das A+O für infektionsfreies Brauen.

freundliche Grüße

Alexander
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Re: Erfahrungsbericht Brewie Brauvorführung 16.4.2016 Sontho

#13

Beitrag von sunnyville » Dienstag 19. April 2016, 20:34

Lieber Zsolt,

danke für die detaillierten Antworten! Warum hier jemand schreibt, dass das Gerät "weit weg von Automatisierung" sein soll verstehe ich zwar nicht, habe aber auch keine Lust darüber zu diskutieren ;-) Die einen sehen Automatisierung im ArtBrew der von Anfang bis Ende (natürlich nur falls das Ding hält was es verspricht) alles inklusive der Gärung und Kühlung beim Zapfen "von selbst" macht, die anderen, so wie ich, wollen noch etwas mitmischen beim Brauen und keinen Vollautomaten - mit dem Brewie, und mit sicherheit kommen in nächster Zeit von vielen Herstellern ähnliche Geräte, wird lediglich das Brauen automatisiert. Aber auch da muss ich mir vorher gut überlegen wie das Rezept auszusehen hat. Und bei der Gärung, da darf ich wieder eingreifen. Für mich ist soetwas (eigentlich ist der Braumeister da auch schon fast ein "Automat", ich sage bewusst fast, da ja ein paar Schritte doch manuelle gemacht werden müssen wenn es piepst) das ideale Gerät.
Jetzt geht es nur noch darum, dass der Brewie wirklich so "toll" wird wie er verspricht. Wir lassen uns überraschen!

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Re: Erfahrungsbericht Brewie Brauvorführung 16.4.2016 Sontho

#14

Beitrag von Wegwieser » Freitag 16. September 2016, 08:10

"Warum hier jemand schreibt, dass das Gerät "weit weg von Automatisierung" sein soll verstehe ich zwar nicht, habe aber auch keine Lust darüber zu diskutieren".

5 Monate nach dieser Aussage war die letzte Info von brewie (Newsletter von gestern) dass sie 'bald' die Pilot-Production starten und die app entwickeln werden. Von dem her sehe ich meine Aussage vom April mehr als bestätigt.

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Re: Erfahrungsbericht Brewie Brauvorführung 16.4.2016 Sontho

#15

Beitrag von Griller76 » Montag 26. September 2016, 01:35

Ich bin gespannt, ob und wann Geräte von Brewie auftauchen.
Wer dann einen Brewie hat: Ich bin auf Erfahrungsberichte gespannt. Danke!
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Re: Erfahrungsbericht Brewie Brauvorführung 16.4.2016 Sontho

#16

Beitrag von Griller76 » Mittwoch 12. Oktober 2016, 11:12

Auch, wenn das Thema im Moment eher eine Fata-Morgana ist (wobei diese ja im Gegensatz zum Brewie wirklich existiert, nur eben nicht dort, wo man sie optisch vermutet), verfolge ich es dennoch aufmerksam weiter. Leider antwortet Marcel Pal nie, wenn man ihn anmailt. Einzig allein die Kommunikation über facebook klappt gut, wenn ich auch so manches bezwweifle. Seis drum. Doch, was ich beim besten Willen nicht glauben kann, ist die Antwort von Brewie auf facebook, das bei diesem BIAB-System die Maischeeffizienz 80 bis 85% betragen soll :Grübel :
Screenshot - 12.10.2016 , 10_56_04.jpg
Screenshot - 12.10.2016 , 10_56_04.jpg (10.3 KiB) 1896 mal betrachtet
Übrigens, wie mir Zsolt mitteilte, arbeitet er nicht mehr für brewie seit nun gut über drei Monaten.
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Re: Erfahrungsbericht Brewie Brauvorführung 16.4.2016 Sontho

#17

Beitrag von Sura » Mittwoch 12. Oktober 2016, 11:38

Das kommt drauf an wie die das rechnen. Amerikanische Rechnungen beziehen sich nicht unbedingt auf das gk Malz, sondern nur auf das Potential des Malzes. Das schraubt die "Effizienz" dann deutlich nach oben.
In den meisten Fällen ist ein Post von mir genau so zu verstehen wie er geschrieben ist.

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Re: Erfahrungsbericht Brewie Brauvorführung 16.4.2016 Sontho

#18

Beitrag von Griller76 » Mittwoch 12. Oktober 2016, 11:43

Sura hat geschrieben:Das kommt drauf an wie die das rechnen. Amerikanische Rechnungen beziehen sich nicht unbedingt auf das gk Malz, sondern nur auf das Potential des Malzes. Das schraubt die "Effizienz" dann deutlich nach oben.
Interessant. Könntest Du mir das bitte genauer erläutern?
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Re: Erfahrungsbericht Brewie Brauvorführung 16.4.2016 Sontho

#19

Beitrag von Flothe » Mittwoch 12. Oktober 2016, 11:47

Das würde auf jeden Fall Sinn machen. Wenn man die maximal mögliche (deutsche) SHA von ca. 80 % (bezogen auf das Gewicht des Malzes) als 100 % normiert. Dann ergibt sich bei der Annahme, dass 80-85 % dieser 100 % erreicht werden eine (deutsche) SHA von 64-68 %. Das erscheint immerhin realistisch, wenn das Gerät gut funktioniert.

LG Florian

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Re: Erfahrungsbericht Brewie Brauvorführung 16.4.2016 Sontho

#20

Beitrag von Sura » Mittwoch 12. Oktober 2016, 12:04

Griller76 hat geschrieben:
Sura hat geschrieben:Das kommt drauf an wie die das rechnen. Amerikanische Rechnungen beziehen sich nicht unbedingt auf das gk Malz, sondern nur auf das Potential des Malzes. Das schraubt die "Effizienz" dann deutlich nach oben.
Interessant. Könntest Du mir das bitte genauer erläutern?
Wir nehmen bei der Sudhausausbeute als Basis bei der Rechung das kg Malz. Ein kg Malz besteht aber nicht zu 100% aus Stärke. Wasser, Spelzen, Fasern, etc. sind auch Bestandteile, und so sind je nach Malztyp nur 80-85% des Malzgewichtes wirklich lösbar. Das wird dann als Potential des Malzes in SG angegeben. Bezieht sich auf das was theoretisch aus 1 Pfund Malz in 1 Gallon Wasser rauskommen könnte. Und das sind die amerikanischen 100% der Efficiency. Das hat nichts mit der Sudhausausbeute zu tun wie wir sie rechnen.
In den meisten Fällen ist ein Post von mir genau so zu verstehen wie er geschrieben ist.

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Re: Erfahrungsbericht Brewie Brauvorführung 16.4.2016 Sontho

#21

Beitrag von Griller76 » Freitag 25. November 2016, 12:47

Auf Facebook verkündet Brewie schon mal ganz stolz die ersten Geräte ausgeliefert zu haben. Wer von Euch einen Brewie bestellt und erhalten hat: Ich freue mich über Eure Erfahrungs- Zufriedenheitsberichte hier im Hobbybrauerforum. Mal schauen, ob das dann alles so gut wird, wie angekündigt.
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