Mit Boilerelementen beheizter Kessel

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Mit Boilerelementen beheizter Kessel

Post Nr.:#1  Beitragvon mamalu » Mittwoch 11. Januar 2017, 03:00

Hallo, das ist mein erster Post prost! :Drink
4 Freunde und ich brauen jetzt c.a. seit 3 Jahren.
Langsam überlegen wir uns von 50 Liter auf 200 Liter umzusteigen.
Am liebsten würden wir uns die Brauanlage selber baun.
Wenn wir unseren Maischekessel Fassend 200 Liter, mit 2 oder 3 Boilerheizstäben behizen würden.
Die 2 oder 3 Boilerheizstäbe hätten zusammen c.a. 11kw oder mehr, da sind wir uns noch nicht sicher!
Würde uns die Maische beim Aufheizen an den Heizstäben anbrennen? :puzz :Grübel
Sich der Malzzucker karamellisieren und dadurch den Geschmack stark verändern?
Wenn zu viel Hitze der Heizstäbe mit der Maische direkt in berührung kommt,
wenn sie nicht in bewegung ist z.B. während der Rasten, da das Rührwerk aus ist?? :Waa
Oder ,dass bei der Endverzuckerung die Temperatur stellenweise über 78°C hat,
teils die Enzyme zum Arbeiten aufhören, zuviel Stärke über bleibt und dadurch ein Blausud entsteht?? :Grübel :Waa
Einige Amerikanische Brauanlagenhersteller verkaufen solche Kessel bis zu 500 Liter,
in der die Maische direkt mit den Heizstäben in Berührung kommt, für den komerziellen Gebrauch. :Grübel
Unser Kessel würd wie auf dem bild ausschauen, damit man sichs besser vosrstellen kann.

IMG_1736.jpg


r15c.jpg
r15c.jpg (30.69 KiB) 889-mal betrachtet

Die Bilder sind nicht von mir, sonder aus dem Internet.
Freu mich auf Atworten und über jede Hilfe!
MfG Max :Drink gute Nacht!
mamalu
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Re: Mit Boilerelementen beheizter Kessel

Post Nr.:#2  Beitragvon markrickenbacher » Mittwoch 11. Januar 2017, 07:42

Hi Max

Damit die Würze nicht anbrennt sollte eine Heizleistung von 10W/cm2 nicht überschritten werden. Auch sollten die Heizelemente aus V4A Stahl sein und eine sehr feine Oberfläche aufweisen. Hier werden solche Elemente Verkauft:

https://store.brewpi.com/mashing/stainl ... g-elements

Da sind auch gleich Locknuts zu kaufen mit welchen ihr das Loch in den Kessel bekommt.

Gruss, Mark
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Re: Mit Boilerelementen beheizter Kessel

Post Nr.:#3  Beitragvon diapolo » Mittwoch 11. Januar 2017, 08:23

Morgen,
bei den Heizstäben musst auf jeden Fall drauf achten, dass sie unter 5W/cm² Oberflächenleistung haben.
Ein weiters problem wird sein, dass du um den Heizstab herum keine wirkliche turbulente Stömung der Maische hinbekommen wirst. Ich vermute, dass sich eine Schicht aus Schrot und Wasser um das Heizelement legt und dadurch eine Wärmekovektion durch den Kessel stark vermindert wird.

Ich plane eine ähnliche Anlage, allerdings ist bei mir zwischen Maische und Heizstab ein Senkboden integriert der die Grobbestandteile zurück hält. Über eine Bypass mit Pumpe wird die erwärmte Dünnmaische wieder nach oben zur Dickmaische gepumpt.

mfg

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Re: Mit Boilerelementen beheizter Kessel

Post Nr.:#4  Beitragvon bierkind » Mittwoch 11. Januar 2017, 08:50

Ich habe so etwas verbaut wie du das vorhast. Jedoch nur fürs Würzekochen:

Foto 01.12.16, 19 12 26.jpg

Foto 01.12.16, 19 12 48.jpg


Maischen würde ich mich damit nicht trauen :Drink
Dazu greife ich auf einen gasbeheizten 200L Topf von Polsinelli zurück


Die Heizelemente haben jeweils 2,5 kW. Macht dann 7,5kW elektrisch, was ca 14 kW in gas entsprächen. Hab anfangs versucht die Heizelemente in Dreieck zu schalten, nur steigt der Strom ja zum Quadrat an, sprich das hat der 20A LSS nicht geschafft. Die Heizleistung wäre dann natürlich exorbitant :Shocked :Bigsmile

Grüße,

Alex
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Re: Mit Boilerelementen beheizter Kessel

Post Nr.:#5  Beitragvon markrickenbacher » Mittwoch 11. Januar 2017, 08:53

Hi

Ich plane gleich wie Bernd. Werde beim Maischen permanent ein Läuterblech oberhalb des Heizelements haben. Somit ist das Heizelement nur von "klarer" Würze umgeben. Die Würz wird seitlich permanent abgepumpt und oberhalb der Maischedeck wieder zurück in den Kreislauf gegeben. Vorteil dieser Variante ist, dass wenn Du die letzten 15 Minuten beim Maischen nicht mehr rührst implizit gleich der Läuterprozess statt findet und Du am Ende des Maischprogramms direkt abläutern kannst.

@ Bernd: Wieso empfiehlst 5W/cm2? Ich lese in den amerikanischen Foren, dass 10W/cm2 kein Problem sind. Hast Du hier schlechte Erfahrungen gemacht? 5W/cm2 bei z.B. 8000W Heizleistung ergeben ja monströs grosse Heizelemente? Welche setzt Du denn ein?

Gruss, Mark
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Re: Mit Boilerelementen beheizter Kessel

Post Nr.:#6  Beitragvon gertstensaft » Mittwoch 11. Januar 2017, 09:26

Also ich stelle mir das schwierig vor mit Heizelementen in der Maische.
Mein Versuch mit einem Tauchsieder in der Maische (Post 198) ist unter 'blödeste Braufehler' im alten Forum zu sehen.

Vielleicht kann man das über ein Heizelement mit Leistungsregelung ermitteln, wieviel Leistung die Maische verträgt.

Ein weiters problem wird sein, dass du um den Heizstab herum keine wirkliche turbulente Stömung der Maische hinbekommen wirst. Ich vermute, dass sich eine Schicht aus Schrot und Wasser um das Heizelement legt und dadurch eine Wärmekovektion durch den Kessel stark vermindert wird.

Da die Zwischenräume nicht allzuviel größer sind als die Malzbestandteile (Spelzen) erzeugst du hier ganz schnell Totzonen die dann überhitzen.

Gruß
Gert
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Re: Mit Boilerelementen beheizter Kessel

Post Nr.:#7  Beitragvon diapolo » Mittwoch 11. Januar 2017, 09:46

Hi,
ich kann dir nicht mehr genau sagen wo ich Wert her habe ich bilde mir ein ich hatte ihn von einem Brauanlagenhersteller.
Ich habe mir dieses hier zugelegt:
https://www.amazon.com/Camco-02913-Screw-Foldback-Element/dp/B001Q4CW4G
ob es funktioniert weiss ich leider noch nicht bin noch nicht so weit :-)

mfg

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Re: Mit Boilerelementen beheizter Kessel

Post Nr.:#8  Beitragvon markrickenbacher » Mittwoch 11. Januar 2017, 11:26

Hi Bernd

Danke für Deine Antwort. Ich denke 10W/cm2 wird kein Problem sein. Danibier hat beim BT100 in etwa die selbe Leistungsdichte gewählt und das funktioniert dort vorzüglich. Auch denke ich, dass Dein Heizelement im selben Bereich liegen wird, die Masse des Elements kombiniert mit dessen Leistung (3500W) sprechen jedenfalls für mehr als 5W/cm2.

Gruss, Mark
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Re: Mit Boilerelementen beheizter Kessel

Post Nr.:#9  Beitragvon bierkind » Mittwoch 11. Januar 2017, 11:37

Ohne jetzt zu viel vom Thema abkommen zu wollen- habt ihr schon eine passende Pumpe für euer Vorhaben?
Ich hab bei einem ähnlichen Versuch, wie ihr es vorhabt, beobachtet, dass die Pumpe doch relativ viele Feststoffe wegen des Rührens pumpen muss. Das schmeckt meiner gar nicht auf Dauer. Vielleicht interessiert das ja auch den Fragesteller des Threads :Grübel
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Re: Mit Boilerelementen beheizter Kessel

Post Nr.:#10  Beitragvon markrickenbacher » Mittwoch 11. Januar 2017, 11:55

Hi Bierkind

Ich werde diese Pumpe verwenden:
https://store.brewpi.com/mashing/brewin ... ewing-pump

Leider kann ich noch nicht aus Erfahrung Berichten ob die was taugt. Diese Pumpe ist aber genau für diesen UseCase ausgelegt. Gut daran gefällt mir, dass der Pumpenkopf durchgängig aus Edelstahl besteht und die Pumpenleistung via Poti einstellbar ist.

Gruss, Mark
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Re: Mit Boilerelementen beheizter Kessel

Post Nr.:#11  Beitragvon mamalu » Mittwoch 11. Januar 2017, 21:29

Ok, danke für die schnellen Antworten! Über eine Pumpe hab ich mir noch keine gedanken gemacht,
wird aber auch nötig sein!
Dass die Maische nicht direkt mit den Heizelementen in berührung kommt,
wird bei mir wohl auch ein Läuterbode über den Heizstäben eingesetzt werden.
Wir brauen leider drinnen also ist Gas eher keine Option, aber dafür gibt es einen Starkstromanschluss. :Smile
Ich glaub mein Vorhaben wird funktionieren! Und ein Wahnsinn wie schnell hier einem geholfen wird! :thumbsup
lG Max
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Re: Mit Boilerelementen beheizter Kessel

Post Nr.:#12  Beitragvon Brauling » Donnerstag 12. Januar 2017, 06:59

Moin,
Wenn du platz in deinem Kessel hast (Durchmesser), kann ich Dir für Einschraubheizkörper die Firma Tuerk+Hillinger empfehlen. Die haben in Ihrem Online-Katalog Heizstäbe ab 3W/cm2. Alles aus Edelstahl, IP64 Gehäuse und auf Wunsch regelbar von 30-120°C (was das Durchbrennrisiko etwas minimiert).

GrüßLe Andy
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Re: Mit Boilerelementen beheizter Kessel

Post Nr.:#13  Beitragvon Witbierahoi » Donnerstag 12. Januar 2017, 20:53

Hallo,
hier noch ein Paar Infos zum Thema Oberflächenbelastung von Heizelementen. http://www.heatsystems.de/de/heatpedia/ ... stung.html
Ein Leben ohne Bier ist möglich, aber nicht sinnvoll!
Witbierahoi
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Re: Mit Boilerelementen beheizter Kessel

Post Nr.:#14  Beitragvon Brauwolf » Donnerstag 12. Januar 2017, 23:58

Einige Amerikanische Brauanlagenhersteller verkaufen solche Kessel bis zu 500 Liter,
in der die Maische direkt mit den Heizstäben in Berührung kommt, für den komerziellen Gebrauch.


Nein Leute, das tun sie nicht. Was auf dem Bild zu sehen ist, ist der Hot Liquor Tank aus einer HERMS-Anlage.
Hier wird Wasser erhitzt und Würze wird durch die Spirale gepumpt, um die jeweiligen Rasttemperaturen zu erzielen.

Bild

Maische kommt niemals direkt mit Heizstäben in Berührung, das funktioniert einfach nicht.

Dass die Maische nicht direkt mit den Heizelementen in berührung kommt,
wird bei mir wohl auch ein Läuterbode über den Heizstäben eingesetzt werden.


Umpf. Bitte lest euch noch etwas in das Thema ein bevor ihr Geld verbrennt.

Cheers, Ruthard
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