Berechnungen zur Aufbereitung

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Berechnungen zur Aufbereitung

#1

Beitrag von Kraftwerk-Bräu » Donnerstag 12. Januar 2017, 20:03

Hallo,

Ich habe mal nach intensiven einlesen und Recherchen im Forum ein paar Berechnungen zur Aufbereitung von meinem Betonwasser angestellt.
Ich plane ein helles Hefeweizen "Triticum Wormatia" zu brauen. Ich bin mal von einer fiktiven benötigten Gesamtwassermenge von 38l ausgegangen die Aufbereitet werden müssen. Diese werden mit 75% Osmosewasser verschnitten und anschließend aufgesalzen.
Leider weiß ich jetzt nicht ob meine angestellten Berechnungen so zum Ziel führen, bzw. sinnvoll und vor allen richtig sind. Wäre super wenn ein Profi mal einen Blick drauf werfen könnte.
Ich habe das Exceltool Wasserrechner (nach Braumagazin) das vor kurzen von schlupf gepostet worden ist genutzt.

Hier meine Wasserwerte:

Gesamtmineralgehalt: 467 mg/l
PH-Wert: 7,69
Calcium: 78,5 mg/l
Magnesium: 28,9 mg/l
Gesamthärte: 17,2 °dH
Karbonathärte: 14,4 °dH
Calciumhärte: 10,99 °dH
Magnesiumhärte 6,66 °dH
Nitrat: 19,5 mg/l
Natrium: 3,0 mg/l
Sulfat: 14,2 mg/l
Chlorid: 10,7 mg/l
Säurekapazität (bis pH 4.3 mmol/l): 5,14 mmol/l
Restalkalität: 10,30 °dH

Da für das Excel-Tool die Angabe "Hydrogencarbonat in mg/l" benötigt werden habe ich mir den Wert aus der Karbonathärte berechnet.

Karbonathärte °dh / 2,8 = HCO3 mmol/l
HCO3 mmol/l * 61 = HCO3- mg/l

14,4°dH / 2,8 * 61 = 313,71 mg/l HCO3

Danach habe ich das beiliegende Excel verwendet.
Berechnung T.W. 12.01.2017.ods
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Re: Berechnungen zur Aufbereitung

#2

Beitrag von Ladeberger » Donnerstag 12. Januar 2017, 20:20

Das kann man schon so machen, aber dabei produzierst du jede Menge Osmosewasser, um es anschließend wieder mit so gut wie allen Ionen aufzuhärten. Mir erscheinen hier aus technologischen Gesichtspunkten 50 % Osmosewasser und ein wenig Calciumchlorid (für > 50 mg/l Calcium) ausreichend.

Gruß
Andy

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Re: Berechnungen zur Aufbereitung

#3

Beitrag von Kraftwerk-Bräu » Donnerstag 12. Januar 2017, 20:36

Servus,

das wären nach meiner Berechnung bei Verschnitt mit 50 % Osmosewasser 2g Calciumchlorid auf 38l Gesamtmenge. Dann käme man auf 53,6 mg/l.
Man erreicht aber nur einen Chloridgehalt von 30,73 mg/l. Empfehlung nach Braumagazin wäre 50-100mg/L bei einem Weizen. Relevant ??
http://braumagazin.de/article/von-der-w ... rauwasser/

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Re: Berechnungen zur Aufbereitung

#4

Beitrag von Ladeberger » Donnerstag 12. Januar 2017, 20:52

Ne, das ist kein Problem. Du kannst aber auch etwas mehr Calciumchlorid geben. Gerade Weißbier verträgt ein breites Spektrum an Restalkalitäten, hier gehen auch unter 5 °dH.

Gruß
Andy

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Re: Berechnungen zur Aufbereitung

#5

Beitrag von Kraftwerk-Bräu » Donnerstag 12. Januar 2017, 21:07

Danke für die Hilfe ! Werde ich so machen wie Du gesagt hast. Restalkalität wäre dann rechnerisch bei 4,58 °dH

Gruß Thomas

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Re: Berechnungen zur Aufbereitung

#6

Beitrag von Robsen » Freitag 19. Mai 2017, 22:23

Kraftwerk-Bräu hat geschrieben: Ich habe das Exceltool Wasserrechner (nach Braumagazin) das vor kurzen von schlupf gepostet worden ist genutzt.
Berechnung T.W. 12.01.2017.ods
Da suche ich nach einer Excel-Tab, mit der ich mein Brauwasser berechnen kann und treffe mit der ersten Suchanfrage voll ins Schwarze.
Recht herzlichen Dank. :Smile

robsen..
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Re: Berechnungen zur Aufbereitung

#7

Beitrag von Düssel » Freitag 19. Mai 2017, 23:17

Robsen hat geschrieben: Da suche ich nach einer Excel-Tab, mit der ich mein Brauwasser berechnen kann und treffe mit der ersten Suchanfrage voll ins Schwarze.
Recht herzlichen Dank. :Smile

robsen..
Und wenn Du das Original mit dem kostenlosen LibreOffice benutzt, ist das ganze auch noch in "schön".
test-1.png
Gruß Heiner

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Re: Berechnungen zur Aufbereitung

#8

Beitrag von Robsen » Sonntag 21. Mai 2017, 00:43

War gestern motiviert, eine eigene Tabelle zu erstellen. Ist noch nicht ganz fertig, aber scheint im Vergleich mit MMum korrekt zu rechnen. Möchte nach und nach alle für mich wichtigen Berechnungsformeln auf verschiedene Arbeitsmappen legen. So kann ich jederzeit via Smartphone oder Tablet darauf zugreifen.

Möchte gerne noch einen PH-Rechner integrieren, aber mit Chemie habe ich es nicht ganz so.... Kann mir jemand von euch weiterhelfen? :Grübel

Bsp:
PH zu niedrig, dann x mg Natriumhaydrogenkarbonat
PH zu hoch, dann x ml Milchsäure 80%

Gruß
Robert
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Wasserrechner.xlsx
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Re: Berechnungen zur Aufbereitung

#9

Beitrag von Robsen » Sonntag 21. Mai 2017, 22:19

Niemand einen Tipp?
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Re: Berechnungen zur Aufbereitung

#10

Beitrag von lowaf » Montag 22. Mai 2017, 10:09

Hallo Robert,

was möchtest Du genau berechnen? Wieviel du von welchem Stoff brauchst, um den pH-Wert des Brauwassers einzustellen? Welche Messmöglichkeiten zur experimentellen Kontrolle hast Du?

Wenn Du brauchbare Ergebnisse haben möchtest und nicht nur eine (sehr) grobe Abschätzung, wird das ganz schnell recht komplex...auch wenn es auf dem Papier erstmal recht einfach aussehen mag. Ohne da tiefer einzusteigen wird das befürchte ich nichts...

Zum Einstieg in das Thema Hydrochemie findest Du z. B. hier eine ganz gute Übersicht (dazu gibt es auch noch ein brauchbares Freeware-Tool und einen Online-Rechner): http://www.aqion.de/site/91
Auch die Seiten der TUDelft sind sehr gut (haben einen eigenen, sehr flexiblen Excel-basierten Rechner mit Phreeq-Anbindung): http://ac4e.omnisys.nl/

Nachdem Du sowieso in jedem Fall messen musst (egal ob vorher berechnet oder nicht), wäre es wahrscheinlich am einfachsten, vorsichtig und langsam Säure bzw. Base zuzugeben, bis der pH-Wert da ist, wo Du ihn gerne hättest. Dann nochmal einige Zeit abwarten, nochmal messen und ggf. korrigieren.

Beste Grüße
Konstantin

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Re: Berechnungen zur Aufbereitung

#11

Beitrag von Robsen » Mittwoch 24. Mai 2017, 09:33

lowaf hat geschrieben: Nachdem Du sowieso in jedem Fall messen musst (egal ob vorher berechnet oder nicht), wäre es wahrscheinlich am einfachsten, vorsichtig und langsam Säure bzw. Base zuzugeben, bis der pH-Wert da ist, wo Du ihn gerne hättest. Dann nochmal einige Zeit abwarten, nochmal messen und ggf. korrigieren.
Konstantin
Hallo lowaf, genau so habe ich es bisher gemacht und wollte diesem Umstand Abhilfe schaffen.
Zur PH-Wert-Ermittlung nutze ich ein PH-Meter. Ob es nun das Genauste ist, mag ich zu bezweifeln. In diesem Fall wollte ich mich jedoch nicht mit den chemischen Grundlagen auseinandersetzen.

Meine Idee war bzw. ist folgender Lösungsweg:
Wassermenge und Schüttung berücksichtigen...
Sollwert: PH 5,4
Istwert: PH 6,2
Differenz: PH 0,8
Zugabe bspw. Milchsäure 80%: ?? ml oder mg

Hatte gehofft, dass es da eine ganz einfache Formel gibt, die ich nutzen kann (bspw. wie die Formel von Glenn Tinseth, zur Berechnung der Bitterstoffausnutzung).
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lowaf
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Re: Berechnungen zur Aufbereitung

#12

Beitrag von lowaf » Mittwoch 24. Mai 2017, 13:32

Wenn ich das richtig verstehe, geht es Dir also nicht um den pH-Wert des Brauwassers, sondern um den der Maische.

Zum Thema pH-Wert der Maische in Abhängigkeit von Schüttung und Wasser, kann ich Dir diesen Artikel hier empfehlen:
http://braukaiser.com/documents/effect_ ... ash_pH.pdf

Zur Berechnung der Milchsäuregabe:
Für VE- oder Osmose-Wasser wird die pH-Wert-Berechnung noch gut funktionieren. Bei Maische (eigentlich auch schon bei normalem Leitungswasser) sieht es aber ganz anders aus. Beispielsweise hat die fertige Maische eine gewisse Pufferkapazität, die vom verwendeten Brauwasser, der Schüttung, der Maischarbeit usw. abhängt. Ich bezweifle, dass man diese Pufferkapazität auch nur ansatzweise korrekt berechnen kann, für die Berechnung der Säuremenge müsste man sie aber (neben anderen Faktoren) berücksichtigen.

Man kann mit Sicherheit für alles in diesem Zusammenhang Formeln aufstellen (bin selber ein großer Freund davon mich in sowas zu verrennen :Smile ), die im Idealfall auch theoretisch richtige Werte liefern, aber in der Realität werden einem dann Schwankungen beim Wasser und den anderen Rohstoffen, Abweichungen bei der Maischarbeit, Ungenauigkeiten beim Wiegen und Messen, fehlende Daten usw. einen Strich durch die Rechnung machen. Sobald hier ein Schritt der Berechnung nicht mit der Realität übereinstimmt, kann man das Endergebnis vergessen. Das sind einfach zu viele Faktoren, die alle mit mehr oder weniger großen Ungenauigkeiten behaftet sind.

Mehr wie eine grobe Schätzung wird dabei (wenn überhaupt) nicht heraus kommen und wenn man mit Säuren/Basen hantiert wird man auf die pH-Messung (Wasser und Maische) m.M.n. nie verzichten können.

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Re: Berechnungen zur Aufbereitung

#13

Beitrag von Robsen » Samstag 27. Mai 2017, 12:04

Habe mir schon gedacht, dass das ein schwieriges Thema wird. Alleine schon deshalb, weil ich nach stundenlanger Recherche nichts brauchbares im Netz gefunden habe. Dann mache ich mal einen großen Haken hinter das Thema.

Danke für den Link und sonnige Grüße aus dem berliner Umland. :Smile
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