Sudhausausbeute unter 50%

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Sudhausausbeute unter 50%

#1

Beitrag von Damasus » Samstag 12. August 2017, 17:02

Hallo liebe Hobbybrauer,

bei meinem 3. Sud konnte ich wieder keine gute Sudhausausbeute erreichen (unter 46,3% laut kb) und ich möchte auf Ursachenforschung gehen. Gebraut wurde mit dem Bielmeier-Brausystem.

Geplant war ein White Ale Clone von Einstok (ähnlich zu einem Witbier):

- Menge: 20,4 Liter
- Stammwürze: 12,2° Plato

Malze
- 3,26 kg Pale Ale Malz
- 1 kg Weizenflocken
- 230 g Haferflocken

Maische
Einmaischen: 60°
Kombirast: 67° für 75 min
Abmaischen: 78°

So viel zum Rezept. Nun meine Beobachtungen/Veränderungen am Rezept:
  • Beim Läutern fiel schon auf, dass gerade mal 11,2° Plato erreicht wurden. Jetzt beim Anstellen waren es nur noch 10,9°.
  • Nach den 75 min war die Probe noch nicht jodnormal. Dann blieb ich weitere 10 Minuten auf 67° (immer noch nicht jodnormal). Dann weitere 15-20 Minuten auf 72°. Nach den 20 Minuten auf 72° war es dann jodnormal.
  • Ich konnte keine Weizenflocken finden, nur "Urweizenflocken". Daher nahm ich Urweizenflocken.
  • Müssen die Urweizen-/Haferflocken auch geschrottet werden? Habe ich nämlich nicht gemacht.
Vielen Dank im Voraus, für die Antworten.
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Re: Sudhausausbeute unter 50%

#2

Beitrag von Alt-Phex » Samstag 12. August 2017, 17:20

Wie kannst du denn nach dem kochen weniger Stammwürze haben ? - Es muss ja mehr werden, durch die Verdampfung.

Eine der Hauptursachen für so eine schlechte Ausbeute ist meistens die Läuterarbeit. Durch zuwenig Nachguß bleibt viel Extrakt im Treber hängen. Kanalbildung wäre auch ein Möglichkeit. Zu schnelles läutern ebenfalls.

Du wirst uns also noch etwas mehr Informationen zum Hauptguß / Nachguß Verhältnis und deiner Vorgehensweise beim Läutern erzählen müssen.

Edit: Flocken müssen normalerweise nicht geschrotet werden. Schadet aber auch nichts. Ich misch die einfach mit dem Malz vorm schroten.
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Re: Sudhausausbeute unter 50%

#3

Beitrag von Mjoelnir » Samstag 12. August 2017, 18:01

Alt-Phex hat geschrieben:
Samstag 12. August 2017, 17:20
Wie kannst du denn nach dem kochen weniger Stammwürze haben ? - Es muss ja mehr werden, durch die Verdampfung.
Vielleicht mit zu viel Glattwasser aufgefüllt oder mit Spindel gemessen und einen falschen Wärmekorrekturwert genommen.

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Re: Sudhausausbeute unter 50%

#4

Beitrag von Damasus » Samstag 12. August 2017, 18:04

Du wirst uns also noch etwas mehr Informationen zum Hauptguß / Nachguß Verhältnis und deiner Vorgehensweise beim Läutern erzählen müssen.
Also Hauptguss war 17,11 Liter und Nachguss 12,65 Liter.
Nach jodnormal wurde auf 78° hochgeheizt und abgemaischt. Maische wurde zügig vom Kessel in den Läuterbottich geschöpft und anschließend 20 Minuten ruhen gelassen. Die ersten 2-3 Liter wurden wieder zurückgeführt, da Vorderwürze noch nicht klar war. Dann habe ich den Hahn soweit geöffnet, dass die Vorderwürze langsam, aber als Strahl, in den Läuterbottich lief. Paar Minuten später war der Treber langsam erkennbar und ich habe angefangen Nachgüsse über den Treber zu verteilen. Dabei habe ich keine besondere Vorrichtung, sondern verteile den Nachguss vorsichtig über den Treber. Nach den Nachgüssen, habe ich den gewartet bis nichts mehr in den Sudkessel lief und fertig. Das Läutern hat insgesamt ca. 15 bis 20 Minuten gedauert.

Meine Kalkulation war insgesamt glaube ich auch nicht sooooo schlecht, weil als das Läutern aufhörte der Sudkessel perfekt voll war.
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Re: Sudhausausbeute unter 50%

#5

Beitrag von Damasus » Samstag 12. August 2017, 18:07

Mjoelnir hat geschrieben:
Samstag 12. August 2017, 18:01
Alt-Phex hat geschrieben:
Samstag 12. August 2017, 17:20
Wie kannst du denn nach dem kochen weniger Stammwürze haben ? - Es muss ja mehr werden, durch die Verdampfung.
Vielleicht mit zu viel Glattwasser aufgefüllt oder mit Spindel gemessen und einen falschen Wärmekorrekturwert genommen.
Habe zum ersten mal ein Refraktometer benutzt und ich glaube beim Messen der Vorderwürze die Skala noch falsch verstanden zu haben... :redhead
Auf jeden Fall beim Anstellen habe ich richtig geschaut und da waren es 11,2 Brix bei 19°, was laut kb 10,88°P sind.
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Re: Sudhausausbeute unter 50%

#6

Beitrag von Mjoelnir » Samstag 12. August 2017, 18:10

Wie genau läuterst du? Läuterblech, Strainbuddy, Läuterfreund, Läuterhexe? Schlauch direkt am Hahn des Läuterbottich?

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Re: Sudhausausbeute unter 50%

#7

Beitrag von Alt-Phex » Samstag 12. August 2017, 18:14

Da haben wir es.

Du hast viel zu schnell geläutert, das ist kein Wettrennen wo schneller gleich besser ist. Langsam läutern, d.h. den Hahn nur etwa 1/4 aufdrehen.
Nachgüsse gibt man auch schon bevor der Treber trocken läuft. Hier musst du deutlich geduldiger werden. Solange Nachgüsse geben bis der Extraktgehalt auf 2% gesunken ist, bei dem was aus dem Läuterbottich kommt. Falls Pfanne vorher voll kann man das noch auffangen und bis 30min vor Kocheende die Verdampfung ausgleichen. Immer messen, messen, messen...
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Re: Sudhausausbeute unter 50%

#8

Beitrag von Damasus » Samstag 12. August 2017, 18:19

Alt-Phex hat geschrieben:
Samstag 12. August 2017, 18:14
Da haben wir es.

Du hast viel zu schnell geläutert, das ist kein Wettrennen wo schneller gleich besser ist. Langsam läutern, d.h. den Hahn nur etwa 1/4 aufdrehen.
Nachgüsse gibt man auch schon bevor der Treber trocken läuft. Hier musst du deutlich geduldiger werden. Solange Nachgüsse geben bis der Extraktgehalt auf 2% gesunken ist, bei dem was aus dem Läuterbottich kommt. Falls Pfanne vorher voll kann man das noch auffangen und bis 30min vor Kocheende die Verdampfung ausgleichen. Immer messen, messen, messen...
Vielen Dank! Wird beim nächsten Mal gemacht!

Hast du ne ungefähre Zeitangabe für das Läutern bei meinen Mengen?
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Re: Sudhausausbeute unter 50%

#9

Beitrag von Damasus » Samstag 12. August 2017, 18:20

Mjoelnir hat geschrieben:
Samstag 12. August 2017, 18:10
Wie genau läuterst du? Läuterblech, Strainbuddy, Läuterfreund, Läuterhexe? Schlauch direkt am Hahn des Läuterbottich?
Jup Läuterblech (war von Bielmeier dabei). Aktuell kein Schlauch am Läuterbottich, wird aber angeschafft.
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Re: Sudhausausbeute unter 50%

#10

Beitrag von Damasus » Samstag 12. August 2017, 18:26

Alt-Phex hat geschrieben:
Samstag 12. August 2017, 18:14
Solange Nachgüsse geben bis der Extraktgehalt auf 2% gesunken ist, bei dem was aus dem Läuterbottich kommt.
Frage hierzu: Habe vermutlich nen Denkfehler und bin auf die Antwort gespannt :Ahh Sinkt die Stammwürze dann nicht, weil man viel Wasser benötigt um wenig Extrakt zu lösen?
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Re: Sudhausausbeute unter 50%

#11

Beitrag von fg100 » Samstag 12. August 2017, 18:28

Damasus hat geschrieben:
Samstag 12. August 2017, 17:02
Gebraut wurde mit dem Bielmeier-Brausystem.
Die verwenden ein relativ hoch liegendes Lochblech. Ich vermute mal du hast noch eine Menge (ca. 3-4l) unter dem Blech nicht abgelassen. Stell das nächste mal gegen Ende den Läuterbottich schräg damit alles ausläuft. Auch wenn es dadurch trüb läuft, kümmere dich nicht darum. Das passt auch trüb.
Zudem zweifle ich deine Messgenauigkeit stark an.

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Re: Sudhausausbeute unter 50%

#12

Beitrag von Damasus » Samstag 12. August 2017, 18:59

fg100 hat geschrieben:
Samstag 12. August 2017, 18:28
Damasus hat geschrieben:
Samstag 12. August 2017, 17:02
Gebraut wurde mit dem Bielmeier-Brausystem.
Die verwenden ein relativ hoch liegendes Lochblech. Ich vermute mal du hast noch eine Menge (ca. 3-4l) unter dem Blech nicht abgelassen. Stell das nächste mal gegen Ende den Läuterbottich schräg damit alles ausläuft. Auch wenn es dadurch trüb läuft, kümmere dich nicht darum. Das passt auch trüb.
Zudem zweifle ich deine Messgenauigkeit stark an.
Ja ich kippe den Läuterbottich immer. Welche Messgenauigkeit zweifelst du an? Also den Gehalt der Vorderwürze habe ich zu 99% in der Tat falsch gemessen, aber heute vorm Anstellen nicht. 11,2 Brix bei 19°C.
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Re: Sudhausausbeute unter 50%

#13

Beitrag von Mjoelnir » Samstag 12. August 2017, 19:02

Damasus hat geschrieben:
Samstag 12. August 2017, 18:26
Frage hierzu: Habe vermutlich nen Denkfehler und bin auf die Antwort gespannt :Ahh Sinkt die Stammwürze dann nicht, weil man viel Wasser benötigt um wenig Extrakt zu lösen?
Ja die Stammwürze sinkt, aber die SHA steigt. Du bekommst mehr Volumen raus und eine höhere Menge an gelösten Kohlenhydraten.

Bezüglich des Schlauchs am Läuterbottich: Nicht direkt an den Hahn anschließen, das fördert durch den höheren Unterdruck die Kanalbildung am Rand des Filterkuchens. Also Schlauch an einen Trichter anschließen und dann den Trichter unter dem Hahn aufhängen.

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Re: Sudhausausbeute unter 50%

#14

Beitrag von fg100 » Samstag 12. August 2017, 19:12

Damasus hat geschrieben:
Samstag 12. August 2017, 18:59
fg100 hat geschrieben:
Samstag 12. August 2017, 18:28
Damasus hat geschrieben:
Samstag 12. August 2017, 17:02
Gebraut wurde mit dem Bielmeier-Brausystem.
Die verwenden ein relativ hoch liegendes Lochblech. Ich vermute mal du hast noch eine Menge (ca. 3-4l) unter dem Blech nicht abgelassen. Stell das nächste mal gegen Ende den Läuterbottich schräg damit alles ausläuft. Auch wenn es dadurch trüb läuft, kümmere dich nicht darum. Das passt auch trüb.
Zudem zweifle ich deine Messgenauigkeit stark an.
Ja ich kippe den Läuterbottich immer. Welche Messgenauigkeit zweifelst du an? Also den Gehalt der Vorderwürze habe ich zu 99% in der Tat falsch gemessen, aber heute vorm Anstellen nicht. 11,2 Brix bei 19°C.
War vielleicht etwas falsch ausgedrückt. Ich zweifle nicht deine Messung an, aber die Refraktometer haben zum Teil schon deutliche Toleranzen.

Hab ich das überlesen? Wieviel Menge (Liter) hast du jetzt den am Ende gehabt?

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Re: Sudhausausbeute unter 50%

#15

Beitrag von Damasus » Samstag 12. August 2017, 19:16

fg100 hat geschrieben:
Samstag 12. August 2017, 19:12
Damasus hat geschrieben:
Samstag 12. August 2017, 18:59
fg100 hat geschrieben:
Samstag 12. August 2017, 18:28

Die verwenden ein relativ hoch liegendes Lochblech. Ich vermute mal du hast noch eine Menge (ca. 3-4l) unter dem Blech nicht abgelassen. Stell das nächste mal gegen Ende den Läuterbottich schräg damit alles ausläuft. Auch wenn es dadurch trüb läuft, kümmere dich nicht darum. Das passt auch trüb.
Zudem zweifle ich deine Messgenauigkeit stark an.
Ja ich kippe den Läuterbottich immer. Welche Messgenauigkeit zweifelst du an? Also den Gehalt der Vorderwürze habe ich zu 99% in der Tat falsch gemessen, aber heute vorm Anstellen nicht. 11,2 Brix bei 19°C.
War vielleicht etwas falsch ausgedrückt. Ich zweifle nicht deine Messung an, aber die Refraktometer haben zum Teil schon deutliche Toleranzen.

Hab ich das überlesen? Wieviel Menge (Liter) hast du jetzt den am Ende gehabt?
Beim Anstellen waren es 18,4 Liter womit ich sehr zufrieden bin. Nur die Stammwürze ist halt 1° Plato zu gering.
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Re: Sudhausausbeute unter 50%

#16

Beitrag von Alt-Phex » Samstag 12. August 2017, 19:20

Damasus hat geschrieben:
Samstag 12. August 2017, 18:19
Hast du ne ungefähre Zeitangabe für das Läutern bei meinen Mengen?
Pauschale Angaben gibt es da nicht, es dauert solange wie es dauert.
Aber eher die doppelte Zeit als bei deinen bisherigen Versuchen.

Lies dir mal dieses Ausgabe des Braumagazins durch, da gehts speziell ums Läutern.
http://braumagazin.de/?issue=2014-04
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Re: Sudhausausbeute unter 50%

#17

Beitrag von uli74 » Sonntag 13. August 2017, 00:01

Alt-Phex hat geschrieben:
Samstag 12. August 2017, 18:14
Da haben wir es.

Du hast viel zu schnell geläutert, das ist kein Wettrennen wo schneller gleich besser ist. Langsam läutern, d.h. den Hahn nur etwa 1/4 aufdrehen.
Nachgüsse gibt man auch schon bevor der Treber trocken läuft. Hier musst du deutlich geduldiger werden. Solange Nachgüsse geben bis der Extraktgehalt auf 2% gesunken ist, bei dem was aus dem Läuterbottich kommt. Falls Pfanne vorher voll kann man das noch auffangen und bis 30min vor Kocheende die Verdampfung ausgleichen. Immer messen, messen, messen...
Wunderts Dich? Im Forum werden doch ständig irgendwelche Berichte veröffentlicht, nach denen man (mit der Hexe) innerhalb weniger Minuten fertig ist mit Läutern. Woher soll ein Neuling wissen dass es beim Läutern nicht um einen Schnelligkeitswettbewerb geht, sondern man sorgfältig arbeiten muss?
Gruss

Uli

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Re: Sudhausausbeute unter 50%

#18

Beitrag von Eowyn » Sonntag 13. August 2017, 03:42

Damasus hat geschrieben:
Samstag 12. August 2017, 17:02
Hallo liebe Hobbybrauer,

bei meinem 3. Sud konnte ich wieder keine gute Sudhausausbeute erreichen (unter 46,3% laut kb) und ich möchte auf Ursachenforschung gehen. Gebraut wurde mit dem Bielmeier-Brausystem.

Geplant war ein White Ale Clone von Einstok (ähnlich zu einem Witbier):

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- 1 kg Weizenflocken
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Kombirast: 67° für 75 min
Abmaischen: 78°

So viel zum Rezept. Nun meine Beobachtungen/Veränderungen am Rezept:
  • Beim Läutern fiel schon auf, dass gerade mal 11,2° Plato erreicht wurden. Jetzt beim Anstellen waren es nur noch 10,9°.
  • Nach den 75 min war die Probe noch nicht jodnormal. Dann blieb ich weitere 10 Minuten auf 67° (immer noch nicht jodnormal). Dann weitere 15-20 Minuten auf 72°. Nach den 20 Minuten auf 72° war es dann jodnormal.
  • Ich konnte keine Weizenflocken finden, nur "Urweizenflocken". Daher nahm ich Urweizenflocken.
  • Müssen die Urweizen-/Haferflocken auch geschrottet werden? Habe ich nämlich nicht gemacht.
Vielen Dank im Voraus, für die Antworten.

Einstök nimmt wheat malt

ich hab zwei jahre nur wit gebraut und versucht so gut wie möglich an Einstök white ale zu kommen.

Mit ungemalztem Weizen bist du weiter weg vom white ale. Außerdem scheint mir dein verhältnis von Wheat zu Pale Ale zu gering.

das am Rande.

ist deine Temperatur garantiert? Weil eigentlich müsstest du mit 75 min. bei 152 °F gut sein.

temperatur daneben kann ein Faktor sein.


Grain fein genug gemahlen?

Zu viel Wasser / falsche Temperatur beim Läutern?

Tunnel im Grainbed? Wo dir das Sparge wasser einfach durchläuft?
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Re: Sudhausausbeute unter 50%

#19

Beitrag von Eowyn » Sonntag 13. August 2017, 11:33

Und wegen haferflocken die kannste einfach so dazugeben. Allerdings ist mir unklar was du da hergenommen hast anstatt Haferflocken.
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Re: Sudhausausbeute unter 50%

#20

Beitrag von Damasus » Sonntag 13. August 2017, 11:37

Eowyn hat geschrieben:
Sonntag 13. August 2017, 11:33
Und wegen haferflocken die kannste einfach so dazugeben. Allerdings ist mir unklar was du da hergenommen hast anstatt Haferflocken.
Die Haferflocken habe ich nicht ersetzt. Statt den Weizenflocken habe ich Urgetreide Einkornflocken ("welches als Vorfahre des Weizens gilt" [lt. Verpackung]) gekauft, weil ich in 4 Läden keine Weizenflocken finden konnte.
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Re: Sudhausausbeute unter 50%

#21

Beitrag von Damasus » Sonntag 13. August 2017, 11:43

Eowyn hat geschrieben:
Sonntag 13. August 2017, 03:42
Einstök nimmt wheat malt

ich hab zwei jahre nur wit gebraut und versucht so gut wie möglich an Einstök white ale zu kommen.

Mit ungemalztem Weizen bist du weiter weg vom white ale. Außerdem scheint mir dein verhältnis von Wheat zu Pale Ale zu gering.

das am Rande.
War vor kurzem in Island und fand das Bier sehr, sehr lecker. Hatte leider zu wenig Zeit um die Brauerei zu besichtigen. Konnte im Internet eigentlich nur ein einziges Rezept finden https://www.brewersfriend.com/homebrew/ ... -ale-clone. Hast du ein eigenes Rezept, welches du veröffentlicht hast?

Eowyn hat geschrieben:
Sonntag 13. August 2017, 03:42
ist deine Temperatur garantiert? Weil eigentlich müsstest du mit 75 min. bei 152 °F gut sein.

temperatur daneben kann ein Faktor sein.
Ja sollte garantiert sein. Den Bielmeier-Kocher kann man in 1-Grad-Schritten einstellen und zudem kontrolliere ich permanent mit einem Digitalthermometer.

Eowyn hat geschrieben:
Sonntag 13. August 2017, 03:42
Grain fein genug gemahlen?
Ich mahle mit einer Kitchen Aid, welche in meinen Augen auf gröbster Stufe bereits ziemlich fein mahlt.
Eowyn hat geschrieben:
Sonntag 13. August 2017, 03:42
Zu viel Wasser / falsche Temperatur beim Läutern?
Tunnel im Grainbed? Wo dir das Sparge wasser einfach durchläuft?
Jup, wie aus den anderen Kommentaren sich rauskristallisiert hat, habe ich wohl beim Läutern noch einiges falsch gemacht. Beim nächsten Sud, werde ich besonders hier deutlich langsamer arbeiten.
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Re: Sudhausausbeute unter 50%

#22

Beitrag von Mjoelnir » Sonntag 13. August 2017, 11:49

Damasus hat geschrieben:
Sonntag 13. August 2017, 11:43

Ich mahle mit einer Kitchen Aid, welche in meinen Augen auf gröbster Stufe bereits ziemlich fein mahlt.
Ich habe auch eine KitchenAid zuhause rumstehen und bin noch gar nicht auf den Gedanken gekommen damit zu mahlen :Bigsmile
Welchen Aufsatz verwendest du? Und wie gut sind die Ergebnisse dabei?

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Re: Sudhausausbeute unter 50%

#23

Beitrag von Eowyn » Sonntag 13. August 2017, 12:20

Damasus hat geschrieben:
Sonntag 13. August 2017, 11:37
Eowyn hat geschrieben:
Sonntag 13. August 2017, 11:33
Und wegen haferflocken die kannste einfach so dazugeben. Allerdings ist mir unklar was du da hergenommen hast anstatt Haferflocken.
Die Haferflocken habe ich nicht ersetzt. Statt den Weizenflocken habe ich Urgetreide Einkornflocken ("welches als Vorfahre des Weizens gilt" [lt. Verpackung]) gekauft, weil ich in 4 Läden keine Weizenflocken finden konnte.
die ganz normalen Köln (nicht die blütenzarten) die "kernigen" müssten gehen.
ich kaufe hier die, die für Oatmeal hergenommen werden sollen
ich schick dir später ne PN mit meinen 2 Jährigen Witbeer Beobachtungen und meinem go-to Grundrezept

finde Einstök das beste Witbeer ever. :)
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Re: Sudhausausbeute unter 50%

#24

Beitrag von Exedus » Sonntag 13. August 2017, 13:24

Damasus hat geschrieben:
Sonntag 13. August 2017, 11:43
Ich mahle mit einer Kitchen Aid, welche in meinen Augen auf gröbster Stufe bereits ziemlich fein mahlt.
Ich denke hier ist der Hund begraben. Die Kitchenaid ist zum mahlen gedacht, nicht zum schroten. (Zumindest der Mahlaufsatz...)

Habe ich auch einmal gemacht und auch mit einer unterirdischen SHA von ~50% quittiert bekommen.

Bestell dir mal geschrotetes Malz oder ne Malzmühle und probiere es damit mal aus.
Meine Anlage

mit freundlichen Grüßen

Steven

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Re: Sudhausausbeute unter 50%

#25

Beitrag von Damasus » Sonntag 13. August 2017, 13:46

Mjoelnir hat geschrieben:
Sonntag 13. August 2017, 11:49
Damasus hat geschrieben:
Sonntag 13. August 2017, 11:43

Ich mahle mit einer Kitchen Aid, welche in meinen Augen auf gröbster Stufe bereits ziemlich fein mahlt.
Ich habe auch eine KitchenAid zuhause rumstehen und bin noch gar nicht auf den Gedanken gekommen damit zu mahlen :Bigsmile
Welchen Aufsatz verwendest du? Und wie gut sind die Ergebnisse dabei?
Der Aufsatz sieht so aus:
Bild

Und wie gesagt, finde das Ergebniss sehr fein, obwohl es auf der gröbsten Stufe eingestellt ist. Bei meinen ersten zwei Suden habe ich auch den Mahlaufsatz genommen und wenigstens ne Ausbeute von 55% und 57% gehabt (natürlich auch nicht super...).
Dateianhänge
Mahlaufsatz.PNG
Mahlaufsatz.PNG (119.67 KiB) 299 mal betrachtet
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Re: Sudhausausbeute unter 50%

#26

Beitrag von Damasus » Sonntag 13. August 2017, 13:49

Exedus hat geschrieben:
Sonntag 13. August 2017, 13:24
Damasus hat geschrieben:
Sonntag 13. August 2017, 11:43
Ich mahle mit einer Kitchen Aid, welche in meinen Augen auf gröbster Stufe bereits ziemlich fein mahlt.
Ich denke hier ist der Hund begraben. Die Kitchenaid ist zum mahlen gedacht, nicht zum schroten. (Zumindest der Mahlaufsatz...)

Habe ich auch einmal gemacht und auch mit einer unterirdischen SHA von ~50% quittiert bekommen.

Bestell dir mal geschrotetes Malz oder ne Malzmühle und probiere es damit mal aus.
Habe jetzt erstmal noch ungeschrotetes Malz für zwei weitere Biere hier, welche ich mit der Kitchen Aid mahlen werde. Eigentlich gar nicht mal so schlecht, weil ich jetzt erstmal das Läutern genau unter die Lupe nehme und mir den Effekt anschauen möchte. Bei den kommenden Bieren kann ich dann geschrotetes Malz nehmen und schauen welchen Effekt sich dadurch noch ergibt.
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