Hauptguss vergrößern, Nachguss verringern?

Hauptguss vergrößern, Nachguss verringern?

Post Nr.:#1  Beitragvon Cobo » Samstag 7. Januar 2017, 02:09

Hallo,
ich wollte mal etwas fragen das eventuell mein Verständnis der Sache verbessert...

Welche Auswirkung hätte es den Hauptguss zu vergrößern und gleichzeitig auf Teile des Nachgusses zu verzichten? Das würde nur die SHA reduzieren und die Stammwürze erhöhen oder? Wäre das dann ein reines Vorderwürzebier? Und nach welchen Grundlagen wir normalerweise der Nachguss berechnet?

Schon mal danke für eure Antworten, habe mit der SuFu nichts konkretes zu dem Thema gefunden :Smile
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Re: Hauptguss vergrößern, Nachguss verringern?

Post Nr.:#2  Beitragvon Cobo » Samstag 7. Januar 2017, 02:24

Hab's mir grade selbst beantwortet... spannendes Thema muß ich sagen: https://byo.com/mead/item/1963-parti-gyle-brewing-techniques

Vor allem weil ich vor habe ein Imperial Stout zu brauen und mit dem Nachguss seperat ein normales Stout hinbekommen könnte.
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Re: Hauptguss vergrößern, Nachguss verringern?

Post Nr.:#3  Beitragvon gulp » Samstag 7. Januar 2017, 02:31

Für den Hauptguss gibt es die Faustformel 4/1 für helle Biere und 3/1 für dunkle Biere. Siehe auch hier:. Ich nehme für alle Biere 3,2l Wasser/1kg Malz. Für Starkbiere 2,6/1. Der Nachguss endet, wenn die zuvor errechnete Wert für Pfannevoll erreicht ist.

Gruß
Peter
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Re: Hauptguss vergrößern, Nachguss verringern?

Post Nr.:#4  Beitragvon Heiko76 » Sonntag 8. Januar 2017, 13:53

Hallo,

Hmmm, das finde ich gerade bißchen verwirrend und vielleicht kann das nochmal einer erläutern, da ich erst paar Sude hinter mir habe. :Grübel
Ich dachte die Biersorte hängt vom Malz (Rasten einhalten), Hopfen, Gewürze, Hefe und davon ab das man mit dem Nachguss die richtige Stammwürze hat!

Ich habe meinen Einkocher und da mache ich so +- 15liter Wasser rein und meine +-4 kg Malz.
Nun habe ich eigentlich gedacht das die Biersorte bis da erstmal von den Rasten und von den Malzsorten abhängig ist?

Dann will ich ja eine gewisse Stammwürze haben, sagen wir mal 12°P .
Beim Läutern mit dem Hauptguss habe ich zb. 20°P und ich mache soviel Nachguss bis die gesamte Würze so 10°P hat.
Nach dem Hopfenkochen ist denn nach 60-90min 15% Wasser verdampft und ich habe optimalerweise dann 12°P.

So der Plan . :Grübel

Und wie ist es in echt??

Gruss Heiko :Drink
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Re: Hauptguss vergrößern, Nachguss verringern?

Post Nr.:#5  Beitragvon tom85 » Sonntag 8. Januar 2017, 17:15

Mehr Hauptguss bringt dir eine dünnere Maische, Enzymarbeit wird erleichter, das Bier wird heller und bekommt einen weicheren Geschmack. Bei kleinen Hauptguss (dunklen Bieren) bleibt mehr Extrakt für den Nachguss übrig, die Treber wird stärker ausgelagt und das Bier wird vollmundiger und kerniger. So in etwa beschreibt es Hagen in seinem Buch "Heimbrauen für Fortgeschrittene". Die Gesamtmenge an Wasser liegt normalweise ungefähr bei 8l je kg Malz. Bei hellen Bieren teilt sich das Verhältnis Hauptguss zu Nachguss 4-5 : 4-3 bei dunklen Bieren eher 3:5.

Grundsätzlich ist dein Vorgehen korrekt, allerdings solltest du deine Wasserverteilung je nach Biersorte wie beschrieben anpassen.
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Re: Hauptguss vergrößern, Nachguss verringern?

Post Nr.:#6  Beitragvon Alt-Phex » Sonntag 8. Januar 2017, 17:27

Grundsätzlich sollte man sich erstmal von einer pauschalen Nachgußmenge frei machen.
Die, in den Rezepten, angebene Menge ist eher als Richtwert zu verstehen. Man nimmt
soviel wie man braucht. Entweder bis die Würzepfanne voll ist oder der Extrakt aus dem
Läuterbottich bei 2°P liegt oder man 1-2°P unter Zielstammwürze liegt.

Man kann auch den Hauptguß verkleinern, mehr Malz einmaischen und mehr Nachgüsse geben.
Bei Pfanne voll läutert man halt weiter und stellt das Zeug beiseite. Bis 30min vor Kochende
gibt man immer wieder etwas dazu und gleicht seine Verdampfung aus. Am Ende erhält man
so eine Würze mit hoher STW die man dann verdünnen kann. Im Vorfeld berechnet, bekommt
man so auch aus einem kleinen Topf viel Bier - Nennt sich "High Gravity".

Man muss/kann/sollte das ganze also an seine Anlage und den Brauprozess anpassen.
Mit der Biersorte hat das herzlich wenig zu tun.
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Re: Hauptguss vergrößern, Nachguss verringern?

Post Nr.:#7  Beitragvon Heiko76 » Sonntag 8. Januar 2017, 17:52

tom85 hat geschrieben:Mehr Hauptguss bringt dir eine dünnere Maische, Enzymarbeit wird erleichter, das Bier wird heller und bekommt einen weicheren Geschmack. Bei kleinen Hauptguss (dunklen Bieren) bleibt mehr Extrakt für den Nachguss übrig,.....
Grundsätzlich ist dein Vorgehen korrekt, allerdings solltest du deine Wasserverteilung je nach Biersorte wie beschrieben anpassen.


Hallo,

Ja, macht irgendwie auch sinn!

Aber warum ist es bei folgenden Rezept anders?

http://www.maischemalzundmehr.de/index. ... absteigend

Das ist doch ein dunkles Bier , oder?
Und da ist 1 : 4,545 oder sehe ich dawas falsch?

LG Heiko
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Re: Hauptguss vergrößern, Nachguss verringern?

Post Nr.:#8  Beitragvon Dr.Edelherb » Sonntag 8. Januar 2017, 17:59

Das Rezept ist für den Braumeister ausgelegt, da musst du zwangsläufig nen hohen HG machen.
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Re: Hauptguss vergrößern, Nachguss verringern?

Post Nr.:#9  Beitragvon inem » Sonntag 8. Januar 2017, 19:05

Heiko76 hat geschrieben:Aber warum ist es bei folgenden Rezept anders?
Das ist doch ein dunkles Bier , oder?
Und da ist 1 : 4,545 oder sehe ich dawas falsch?


Abgesehen davon, dass es wie erwähnt ein Braumeisterrezept ist, dass eben anlagenbedingt so sein muss, würde ich nicht davon ausgehen, dass jeder Rezeptautor weiß was er tut.
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