Malz beim Maichen angebrannt / würde Rührwerk helfen

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guenter
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Malz beim Maichen angebrannt / würde Rührwerk helfen

#1

Beitrag von guenter » Sonntag 13. August 2017, 14:40

Hallo,

gestern kam es beim Maischen von 10 Litern Weizenbier fast zu einer Katastrophe. Beim Aufheizen auf 63 Grad im Einkocher (Profi Cook) ist ein Teil des Malzes angebrannt. War wohl selbst schuld, hatte zu wenig gerührt. Ich hatte es zum Glück schnell gemerkt und alles in meinen 2. Topf umgeschüttet. Meine Herzallerliebste rettete meinen Tag und machte den Topf wieder sauber.

Es sieht fast so aus, das wären die Heizstäbe teilweise zu nahe am Boden. Das wäre vielleicht konstruktionsbedingt, oder hat jemand eine Idee?

Meine Frage wäre, ob ein Rührwerk hier helfen könnte? Ich bin etwas skeptisch. Die Rührer schleifen ja nicht am Boden, so dass dort doch etwas anbrennen könnte. Oder sorgt das Rühren dafür, dass auch am Boden alles in Bewegung bleibt?

Ich hoffe mal, dass das Bier schmackhaft wird, ich mag eh dunkle Biere mit Röstgeschmack :Drink
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Re: Malz beim Maichen angebrannt / würde Rührwerk helfen

#2

Beitrag von fg100 » Sonntag 13. August 2017, 15:41

guenter hat geschrieben:
Sonntag 13. August 2017, 14:40
Meine Frage wäre, ob ein Rührwerk hier helfen könnte?
Ja

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Re: Malz beim Maichen angebrannt / würde Rührwerk helfen

#3

Beitrag von Alt-Phex » Sonntag 13. August 2017, 16:02

Den Röstgeschmack bekommst du nicht mehr weg. Ja, ein Rührwerk verhindert ein anbrennen.
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Re: Malz beim Maichen angebrannt / würde Rührwerk helfen

#4

Beitrag von Bierjunge » Sonntag 13. August 2017, 18:14

guenter hat geschrieben:
Sonntag 13. August 2017, 14:40
Ich hoffe mal, dass das Bier schmackhaft wird, ich mag eh dunkle Biere mit Röstgeschmack
Wobei noch zu bemerken wäre, dass i.A. zwischen gewollten, röstigen Aromen (durch Verwendung von Röstmalz oder -gerste) und dem brenzligen Geschmack, wie er durch angebrannte Maische entsteht, ein himmelweiter Unterschied besteht.
Ersteres ist je nach Biertyp und Vorliebe äußerst schmackhaft; letzteres in aller Regel untrinkbar, lagert sich auch nicht aus und lässt sich auch nicht "schöntrinken". Mach Dir also nicht zu viel Hoffnung.

Moritz

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Re: Malz beim Maichen angebrannt / würde Rührwerk helfen

#5

Beitrag von guenter » Sonntag 13. August 2017, 19:12

Macht mir nur Mut - in ein paar Wochen werden wir es wissen. :Drink

Bin schon am Überlegen es mit einem Edelstahltopf und Hendi zu probieren. Passt aktuell nicht ins Buget, was auch für das Rührwerk gilt. Der neue Gärbottich hat schon ein Loch gerissen. Der Profi Cook wird auf jeden Fall nur noch für den Nachguss und das Würzekochen eingesetzt.

Trotzdem vielen Dank für eure Meinungen. Ob sich ein Rührwerk lohnt: ich bin skeptisch. Muss halt besser aufpassen :Grübel

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Re: Malz beim Maichen angebrannt / würde Rührwerk helfen

#6

Beitrag von Boludo » Sonntag 13. August 2017, 19:25

Wenn du kräftig rührst, brauchst du logischerweise kein Rührwerk.

Stefan

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Re: Malz beim Maichen angebrannt / würde Rührwerk helfen

#7

Beitrag von emilio » Sonntag 13. August 2017, 19:38

Da brauchst du nicht skeptisch sein. Genau das Anbrennen ist der Grund, wieso die meisten ein Rührwerk benutzen. Der Trick ist ja beim Rührwerk, dass durchgehend gerührt wird. Die entstehende Strömung verhindert das Anbrennen. Da liegt dann nie was so lange am Boden an der selben Stelle, dass es anbrennen könnte.
Selber rühren geht natürlich auch.

Grüße,
Andreas

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Re: Malz beim Maichen angebrannt / würde Rührwerk helfen

#8

Beitrag von Boludo » Sonntag 13. August 2017, 20:18

Meine Erfahrung ist, dass Weizenmalz eher anbrennt als Gerstenmalz. Zumindest wenn das Rührwerk zu schwach ist. Weizenmalz hat irgendwie weniger Auftrieb. Wir haben dann damals in der Gasthausbrauerei mit dem Gerstenmalzanteil tief eingemaischt, da die Ferulasäure im Weizenmalz eh kaum enthalten ist und dieses dann erst bei der Maltoserast zugegeben. Dann ist nichts mehr angebrannt. Man baut dann aber auch kein Eiweiß aus dem Weizenmalz ab und hat entsprechend trübes Bier mit stabilem Schaum. Was beim Hefeweizen kein Fehler ist, solange genügend FAN aus dem Gerstenmalz für die Hefe zur Verfügung steht.
Wir hatten mal ein Hefeweizen mit angebrannter Maische, das vollkommen normal geschmeckt hat. Du kannst Dein Jungbier einfach mal probieren. Schmeckt es angebrannt, dann kannst du es gleich entsorgen. Das ist dann ein Aroma wie ein Aschenbecher. Falls nicht, Glück gehabt.

Stefan

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Re: Malz beim Maichen angebrannt / würde Rührwerk helfen

#9

Beitrag von wfritz » Sonntag 13. August 2017, 21:38

Ich habe mir ein Rührwerk von Brauhardware angeschafft. Um den Boden frei zu halten, habe ich im Baumarkt eine Edelstahlkette gekauft und am Rührer angebracht. Von meinen bisher 10 Suden ist keiner angebrannt. Ein Rührwerk lohnt sich auch deshalb, weil dann die Temperatur im Sudkessel zuverlässig gemessen werden kann.
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Re: Malz beim Maichen angebrannt / würde Rührwerk helfen

#10

Beitrag von hyper472 » Sonntag 13. August 2017, 21:44

wfritz hat geschrieben:
Sonntag 13. August 2017, 21:38
Ich habe mir ein Rührwerk von Brauhardware angeschafft. Um den Boden frei zu halten, habe ich im Baumarkt eine Edelstahlkette gekauft und am Rührer angebracht. Von meinen bisher 10 Suden ist keiner angebrannt. Ein Rührwerk lohnt sich auch deshalb, weil dann die Temperatur im Sudkessel zuverlässig gemessen werden kann.
Schließe mich an. Und entspannter ist es auch.

Viele Grüße, Henning
Ich braue getreu dem Nürnberger Gerstengebot von 1303 - meistens :Wink

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Re: Malz beim Maichen angebrannt / würde Rührwerk helfen

#11

Beitrag von fg100 » Sonntag 13. August 2017, 22:17

Alternativ nur mit Kombirast brauen. Wasser auf ca. 72°C Aufheizen (genauen Wert muss man halt beim ersten Mal ausprobieren) und dann Malz hinzu. Sollte dann bei 67-68°C landen. Deckel.drauf und eine Std. stehen lassen. Eine Isolierung des Einkochers hilft ungemein. Ggf. in der Hälfte der Zeit einmalig (mit Rühren !) etwa 2min Nachheizen. Direkt ohne weitere Erwärmung Abmaischen. Funktioniert überraschenderweise auch beim Weizen.

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