Mist! Nur ein Päckchen 34/70

Mist! Nur ein Päckchen 34/70

Post Nr.:#1  Beitragvon thommy » Donnerstag 9. Februar 2017, 11:07

Hallo Gemeinde,

ich will morgen einen 20 Liter Pils fürs Volk Sud machen und habe (blöderweise) nur ein Päckchen 34/70 gekauft,
da ich bisher nur OG gebraut habe und davon ausging dass die Hefe bei UG genauso dosiert wird. :redhead
Nun dachte ich mir dass ich es trotzdem versuche indem ich heute einen Starter mache, worin sich die Hefe
schon mal ca. 24 Stunden bei 20 Grad vermehren kann und dann morgen nicht ganz so kalt (12 Grad) anstelle...
Könnte das was werden? Was meint Ihr?
Gruß Thommy
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Re: Mist! Nur ein Päckchen 34/70

Post Nr.:#2  Beitragvon morcalavin » Donnerstag 9. Februar 2017, 11:12

Ich glaube das wird nix wegen der Fehlaromen, teilweise haben die UG Hefen enge Temperaturfenster für vernünftige Ergebnisse.
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Re: Mist! Nur ein Päckchen 34/70

Post Nr.:#3  Beitragvon Einkoch-Theo » Donnerstag 9. Februar 2017, 11:22

Moin Tommy,

schreib doch mal aus welcher Gegend du kommst, vielleicht ist ja jemand mit ner Tüte 34/70 in der Nähe.

Gruß,
Theo (aus Schleswig-Holstein, vielleicht sogar was im Keller habend)
Wieso ist Leergut?
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Re: Mist! Nur ein Päckchen 34/70

Post Nr.:#4  Beitragvon thommy » Donnerstag 9. Februar 2017, 11:23

Leipzig...
Gruß Thommy
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Re: Mist! Nur ein Päckchen 34/70

Post Nr.:#5  Beitragvon schloemi » Donnerstag 9. Februar 2017, 13:32

Kannst entweder den Starter ansetzen oder einfach das eine Päckchen nehmen, sollte bei 20Litern auch reichen.

cu schloemi

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Re: Mist! Nur ein Päckchen 34/70

Post Nr.:#6  Beitragvon Boludo » Donnerstag 9. Februar 2017, 13:34

schloemi hat geschrieben:Kannst entweder den Starter ansetzen oder einfach das eine Päckchen nehmen, sollte bei 20Litern auch reichen.


Das gibt dann eine schleppende Gärung mit miesem Vergärungsgrad.
Ich würde den Brautag verschieben oder was anderes brauen.
Ein vernünftiger Starter ist auch nicht so einfach.

Stefan
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Re: Mist! Nur ein Päckchen 34/70

Post Nr.:#7  Beitragvon Johnny H » Donnerstag 9. Februar 2017, 13:46

Bei meinem ersten Pils habe ich auch 20l mit einem Päckchen angestellt bei 14°C. Würde ich heute zwar nicht mehr so machen, ging aber auch und war sogar sehr lecker (nachdem der ganze Schwefel raus war).

Besser wären zwei Päckchen und kalt anstellen.
Jubel erscholl, als sich die Trinker von dem schneidigen, köstlichen, bei dem früher in Pilsen erzeugten nie wahrgenommenen Geschmack überzeugten. Die Geburt des Pilsner Bieres!
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Re: Mist! Nur ein Päckchen 34/70

Post Nr.:#8  Beitragvon cyme » Donnerstag 9. Februar 2017, 14:20

Ich würd's auch verschieben oder mich auf die Suche nach frischer Brauereihefe machen.
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Post Nr.:#9  Beitragvon Hagobik » Donnerstag 9. Februar 2017, 16:58

Ich nehme für 50l Pils auch nur 2 Päckchen. Stelle mit raumwarmer Würze, ca 400ml, eine Stunde an. Klappt prima. Gärung bei 8-9°.
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Re: Hagobik

Post Nr.:#10  Beitragvon Flothe » Donnerstag 9. Februar 2017, 17:23

Hagobik hat geschrieben:Ich nehme für 50l Pils auch nur 2 Päckchen. Stelle mit raumwarmer Würze, ca 400ml, eine Stunde an. Klappt prima. Gärung bei 8-9°.

Und wie verfährst du dann mit der 1 h lang angstellten, raumwarmen Würze? Schwupps rein in die 8-9 °C kalte Hauptwürze wahrscheinlich :thumbdown

Solche Tipps bringen doch einfach gar nichts. Bei 8-9 °C und 50 Liter Würze wären 10-13 Päckchen optimal (300 g/hl), das mal nur am Rande.

LG Florian

Die Veredelung mittelprächtigen Industriebieres zu wertvollem Leergut ist doch kein Saufen!
- Zitat: Bilbobreu
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Re: Mist! Nur ein Päckchen 34/70

Post Nr.:#11  Beitragvon Hagobik » Freitag 17. Februar 2017, 16:42

Schlecht formuliert.
Ich entnehme vor der Kühlung ca 400-500ml Würze in einen sterilen (mit Wasser abgekochten) Topf und kühle diese Würze im Eisbad auf ca 20°. Parallel kühle ich die restliche Würze mit Kühlspirale auf 20°. Das dauert deutlich länger als beim Topf. Wenn darin etwa 20° sind, kommen die beiden Päckchen 34/70 rein und mit dem Schneebesen (natürlich auch abgekocht) belüfte ich und lasse es bei Raumtemperatur ca 1h stehen.
Die Fertige Würze aus dem Braumeister fülle ich bei ca 20° ins Gärfass, kälter bekomme ich es mit Wasser fast nicht.
Die Starterwürze gebe ich nach etwa 1h dazu, Deckel drauf und in den Kühlschrank, wo ich bei 8° vergäre.
Diese Methode habe ich mit einem Freund, der als Braumeister bei Veltins arbeitet, besprochen und er befand es für gut.
Über eine schleppende Gärung kann ich mich jedenfalls nicht beschweren. Hab Sonntag gebraut, Montag vormittags war die Gärung schon gut im Gange.
Schönes Wochenende
Jesko

p.s. Wenn man sich mal die Rezepte von Speidel ansieht, wird dort für 50l Pils sogar nur 1 Pack Saflager S-23 angegeben. Kann mir nicht vorstellen, dass die ein nicht funktionierendes Rezept angeben
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Re: Mist! Nur ein Päckchen 34/70

Post Nr.:#12  Beitragvon Bergbock » Freitag 17. Februar 2017, 16:59

Ganz ehrlich, ich habe das Underpitching nie gescheut und viele 25 l Sude (normale Stärke) mit 1 Päckchen W34/70 bei etwa 11 °C angestellt.
Das Ankommen dauert natürlich etwas länger als mit mehr Hefe, aber weder habe ich bislang eine Infektion eingefangen noch war ich mit dem Resultat unzufrieden, ganz im Gegenteil. Einzig schwefeln tut es mehr bei wenig W34/70, hat sich aber stets restlos abgebaut.

Für eine optimale Vergärung mit minimalem Infektionsrisiko durch schnellstmögliches Ankommen sind die grossen Hefenmengen zweifelsfrei richtig und wichtig, zumal sich professionelle Brauereien Zeitverluste und gekippte Sude nicht leisten können. Daher akzeptiere ich auch ganz ausdrücklich die Richtigkeit dieses Ansatzes,
Aber ich frage mich manchmal schon, ob ein solches Vorgehen mit diesen grossen Hefmengen im privaten Bereich nicht doch ziemlich "übertrieben" ist.
Das soll bewusst keine Kritik an irgendjemandes Vorgehen sein, ganz und gar nicht. Aber auf die Idee, 10 - 13 Päckchen Trockenhefe in einen 50 l Sud zu geben, würde ich nie und nimmer kommen. :Bigsmile

Vielleicht ist es aber auch einfach das Alter und fast 30 Jahre Brauerfahrung, was einen alles etwas entspannter betrachten lässt.

Frank
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Re: Mist! Nur ein Päckchen 34/70

Post Nr.:#13  Beitragvon Felix83 » Freitag 17. Februar 2017, 17:13

Ich werf noch das hier in den Ring:

http://brulosophy.com/2016/11/07/yeast- ... t-results/

Laut dem Kerl völlig wumpe, abgesehen von der Gefahr einer Infektion durch das späte Ankommen.

Ich überleg nämlich auch schon, ob ich für meine Pils Sude von 18 Litern nur ein Päckchen Hefe nehme. Das würde die Kosten reduzieren und es ist halt mein Standard "Druckbetankungs-Bier"
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Re: Mist! Nur ein Päckchen 34/70

Post Nr.:#14  Beitragvon Hagobik » Freitag 17. Februar 2017, 17:45

Mit meinem 20l Braumeister habe ich immer nur 1 Pack genommen. Hat jedesmal gut funktioniert
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Re: Mist! Nur ein Päckchen 34/70

Post Nr.:#15  Beitragvon ggansde » Freitag 17. Februar 2017, 17:57

Moin,
mit den letzten beiden Beiträgen gleitet dieses durchaus interessante Thema wieder in die Bedeutungslosigkeit ab. Schade.
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Re: Mist! Nur ein Päckchen 34/70

Post Nr.:#16  Beitragvon Tyrion » Freitag 17. Februar 2017, 18:13

ggansde hat geschrieben:Moin,
mit den letzten beiden Beiträgen gleitet dieses durchaus interessante Thema wieder in die Bedeutungslosigkeit ab. Schade.
VG, Markus


Das ist doch nicht dein Ernst Markus,
das Thema kannst du alle 2 Wochen haben und die Tatsache, dass am Ende vermutlich der gewinnt, der die billigste Lösung propagiert, hat mich schon immer gestört. :thumbdown

Gruss
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Re: Mist! Nur ein Päckchen 34/70

Post Nr.:#17  Beitragvon ggansde » Freitag 17. Februar 2017, 18:16

Ich meinte ja eigentlich auch interessant für die Leute, die die Suchfunktion nicht benutzen. :Drink
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Re: Mist! Nur ein Päckchen 34/70

Post Nr.:#18  Beitragvon Tyrion » Freitag 17. Februar 2017, 18:22

Das war nicht böse gemeint, ich bewundere ja jeden, der nach langer Zeit hier im Forum, noch die Ausdauer mitbringt für ordentliche Hefemengen einzutreten. :thumbsup
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Post Nr.:#19  Beitragvon Hagobik » Freitag 17. Februar 2017, 19:08

Markus, womöglich verstehe ich Dich falsch. Ein Forum dient doch dem Meinungs und Erfahrungstausch. Was hat Dich an meinem und Felix Beitrag so sehr gestört, das nun dieser Threat in die Bedeutungslosigkeit wandert?
Ich finde solche Bemerkungen etwas daneben oder besser Überheblich. Solltest Du mal überdenken.
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Re: Mist! Nur ein Päckchen 34/70

Post Nr.:#20  Beitragvon ggansde » Freitag 17. Februar 2017, 19:45

Moin,
Solltest Du mal überdenken.

Glaube ich nicht.
Wer,
- im bildlichen Sinne seit Jahren ohne Sicherheitsgurt fährt und das anderen als quasi Empfehlung verkauft, weil noch nie etwas passiert ist und dabei nicht mal genaue Details nennt ob z.B ober- oder untergärig,
- mehr oder kommentarlos einen link aus einer Quelle in den Raum wirft, die hier schon mehr als einmal als zweifelhaft identifiziert wurde,
sollte vor dem posten vielleicht einmal inne halten. Das ist Facebookstil. Sorry, aber das ist halt auch nur meine Meinung.
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Post Nr.:#21  Beitragvon Hagobik » Freitag 17. Februar 2017, 19:56

Dann werde ich Dir gerne in Zukunft meine Posts als Entwurf zum checken senden und auf Dein ok warten, bevor ich es hier einstelle. :thumbup
Da ich die ganze Zeit von Pils schrieb, ging ich davon aus, das es klar ist, das sich mein Kommentar mit einem Päckchen auf 20l auch auf Pils, zur Sicherheit schreibe ich auch noch untergärig, bezog. By the way, empfohlen habe ich überhaupt nichts, sondern meine Erfahrung mitgeteilt. Das hat mit Facebook nun wirklich nichts zu tun.
So long und nun zurück zum bedeutungslosen Thema
Jesko
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Re: Mist! Nur ein Päckchen 34/70

Post Nr.:#22  Beitragvon Beerbrouer » Freitag 17. Februar 2017, 20:24

Bitte beruhigt euch doch etwas.

Aber ich verstehe Markus durchaus. Es werden hier Tipps gegeben, bei denen viel zu wenig Hefe vorgeschlagen wird, die dann auch noch viel zu warm angestellt werden soll. Natürlich wird hier eine Gärung stattfinden, aber das hat nun einmal gar nichts mit einem Pils - einem Bierstil, der sehr anspruchsvoll ist und keine Fehler verzeiht - zu tun.

Es gibt zu diesen Themen aber bereits haufenweise Tröts.

Gruß

Gerald
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Re: Mist! Nur ein Päckchen 34/70

Post Nr.:#23  Beitragvon Alt-Phex » Samstag 18. Februar 2017, 04:39

Ich finde es auch nicht in Ordnung wenn etwas das nach fachkundiger Erkenntniss falsch ist,
trotzdem immer noch als "bei mir hat das aber geklappt, kannste so machen" propagiert wird.

Ob es dabei um untergärige Hefe geht oder ums Flaschenbacken ist völlig egal. Man dreht sich
im Kreis und hat irgendwann mal keine Lust mehr es zum 1000ten mal zu erklären. Es kommt
ja doch wieder einer, der eine "Meinung" vertritt, die dem Fragesteller besser gefällt. Diese
wird dann natürlich gerne genommen. Bestes Beispiel sind Kahmhefe Infektionen. Da sagen
10 Leute "Kipps weg, hat keinen Sinn" und einer sagt "schlauch drunter weg, alles gut".
Was wird wohl gemacht ? - Richtig, das falsche.
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Re: Mist! Nur ein Päckchen 34/70

Post Nr.:#24  Beitragvon Johnny H » Samstag 18. Februar 2017, 11:51

Ich finde es nicht "falsch", einen UG-Sud von 20l mit nur einem Päckchen anzustellen, denn es ist m.E. kein grober Braufehler, es kann durchaus gutes Bier herauskommen, und vermutlich wird auch mit einer gewissen Wahrscheinlichkeit gutes Bier herauskommen. Ein "falsches" Vorgehen wäre für mich z.B. einen UG-Sud bei zu viel hoher Temperatur anzustellen* (z.B. über 20°C), dann runterzukühlen und dann z.B. während oder gegen Ende der Gärung nochmal zu belüften.

Wenn ich einen Begriff dafür finden müsste, dann würde ich eher den Begriff "suboptimal" wählen. Mit anderen Worten, wir reden hier von Wahrscheinlichkeiten. Mit der Gabe einer "suboptimalen" Menge Hefe hat nun der TO sein Risiko erhöht, dass mit dem Sud was schiefläuft (längeres Ankommen -> Infektionsrisiko, stockende Gärung, schwefelnde Hefe, längere Gär- und Reifezeiten etc.), was aber keinesfalls alles passieren muss und was dem Trinkgenuss zwingenderweise abträglich sein muss.

Ich mache es, wie gesagt, heute anders und gebe mehr Hefe fürs kalte Anstellen, aber ich finde das geplante Vorgehen (1 Päckchen auf 20l bei 12°C Anstelltemperatur) hier jetzt nicht so daneben, dass ich es als grob "falsch" bezeichnen würde. Etwas "suboptimal" für ein optimales Untergäriges ja, aber insgesamt kein Grund zur Panik. Es geht besser, aber man kann das m.E. durchaus so machen. Da habe ich schon weitaus schlimmere Sachen hier gelesen.

Stören im Sinne von "suboptimal" würde ich mich da übrigens auch an den 9,5% CaraHell im Rezept "Pils fürs Volk" auf MMM - das wäre mir persönlich zu viel Cara in einem Pils, obwohl das Rezept ja offensichtlich gut anzukommen scheint.





*Ausnahmen gibt's auch hier, wie z.B. die manchmal empfohlene Gabe einer Teilmenge der UG-Hefe während des Abkühlens, u.a. um konkurrierenden Mikroorganismen durch den Sauerstoffverbrauch das Leben etwas schwerer zu machen.
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Re: Mist! Nur ein Päckchen 34/70

Post Nr.:#25  Beitragvon cyme » Samstag 18. Februar 2017, 12:16

Felix83 hat geschrieben:http://brulosophy.com/2016/11/07/yeast-pitch-rate-pt-5-underpitch-vs-overpitch-in-a-lager-exbeeriment-results/

Laut dem Kerl völlig wumpe, abgesehen von der Gefahr einer Infektion durch das späte Ankommen.

Das ist ein einzelnes Experiment. Wenn ich einmal mit und einmal ohne Gurt auf der Autobahn 200km/h fahre und hinterher lebend aussteige, beweist es auch nicht, dass mit Gurt so sicher ist wie ohne.
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Re: Mist! Nur ein Päckchen 34/70

Post Nr.:#26  Beitragvon der_ak » Samstag 18. Februar 2017, 13:19

cyme hat geschrieben:
Felix83 hat geschrieben:http://brulosophy.com/2016/11/07/yeast-pitch-rate-pt-5-underpitch-vs-overpitch-in-a-lager-exbeeriment-results/

Laut dem Kerl völlig wumpe, abgesehen von der Gefahr einer Infektion durch das späte Ankommen.

Das ist ein einzelnes Experiment. Wenn ich einmal mit und einmal ohne Gurt auf der Autobahn 200km/h fahre und hinterher lebend aussteige, beweist es auch nicht, dass mit Gurt so sicher ist wie ohne.


Den Scope des Experiments scheinen einige hier nicht verstanden zu haben: es geht nicht darum, was nach objektiv-wissenschaftlichen Kriterien "besser" wäre, sondern lediglich, ob sich unter heimbrauertypischen Bedingungen overpitch und underpitch olfaktorisch und gustatorisch zuverlässig unterscheiden lassen. Das Experiment hat keine statistische Signifikanz gezeigt, und ist immerhin ein Datenpunkt mehr als das andauernde lamentieren darüber, dass underpitching der Untergang des Abendlandes wäre (oder ein tödlicher Unfall auf der Autobahn, das scheint ja die präferierte Metapher hier zu sein).

Ich finde das schrecklich, wie hier andauernd unumstößliche Wahrheiten propagiert werden, und man für ein Hinterfragen der Dogmen angegriffen wird. Lasst die Leute doch aus ihren Fehlern lernen, so wie das alle hier auch schon gemacht haben. Und wenn das Bier mit 20 % Karamellmalz zu pappig-süß schmeckt, das underpitchte Lagerbier krasse Fehlgeschmäcker hat, oder der Sud mit Kahmhefe-Infektion eine ekelhafte, übervergorene Phenolbombe ist: jo mei. Viel ist nicht verloren dabei, außer ein paar Zutaten und ein paar Stunden Freizeit. Und dafür ist man um eine Erfahrung reicher geworden, was man künftighin möglicherweise vermeiden sollte.
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Re: Mist! Nur ein Päckchen 34/70

Post Nr.:#27  Beitragvon ggansde » Samstag 18. Februar 2017, 13:34

Und wenn das Bier mit 20 % Karamellmalz zu pappig-süß schmeckt, das underpitchte Lagerbier krasse Fehlgeschmäcker hat, oder der Sud mit Kahmhefe-Infektion eine ekelhafte, übervergorene Phenolbombe ist: jo mei. Viel ist nicht verloren dabei, außer ein paar Zutaten und ein paar Stunden Freizeit.

Genau, die Freizeit derer, die antworten, wenn dann hier wieder händeringend um Hilfe gebeten wird.
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Re: Mist! Nur ein Päckchen 34/70

Post Nr.:#28  Beitragvon grüner Drache » Samstag 18. Februar 2017, 13:47

ggansde hat geschrieben:
Und wenn das Bier mit 20 % Karamellmalz zu pappig-süß schmeckt, das underpitchte Lagerbier krasse Fehlgeschmäcker hat, oder der Sud mit Kahmhefe-Infektion eine ekelhafte, übervergorene Phenolbombe ist: jo mei. Viel ist nicht verloren dabei, außer ein paar Zutaten und ein paar Stunden Freizeit.

Genau, die Freizeit derer, die antworten, wenn dann hier wieder händeringend um Hilfe gebeten wird.
VG, Markus


Hallo!

Aber auch das geschieht freiwillig. :Wink
Ich kann aber auch den Unmut dahinter verstehen, man hat halt seine eigene Ansicht, und möchte helfen, kommt sich aber blöd vor, wenn sein Ratschlag nicht als Lösung wahrgenommen wird.
Ich glaube, was manchmal auch etwas Probleme bereitet, ist die Frage wie einheitlich der Wissensstand von "hier" ist.
Teilweise wirkt es so, als müsse es eine "forumsimmanente ultima Ratio" geben.
(Wir wissen doch alle, dass man Flaschen nicht backen darf :Wink ).
Wer da quer kommt kann sich warm anziehen...
Wie auch immer, die Entscheidung liegt bei dem Kollegen, der fragt ...
Allzeit gut Sud!
:Drink
Ciao, Alex!
Der grüne Drache zu Wasserau - Dort brauen sie ein Bier so braun, dass selbst der Mann im Mond kam schauen ...
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Re: Mist! Nur ein Päckchen 34/70

Post Nr.:#29  Beitragvon cyme » Samstag 18. Februar 2017, 13:53

der_ak hat geschrieben:Den Scope des Experiments scheinen einige hier nicht verstanden zu haben: es geht nicht darum, was nach objektiv-wissenschaftlichen Kriterien "besser" wäre, sondern lediglich, ob sich unter heimbrauertypischen Bedingungen overpitch und underpitch olfaktorisch und gustatorisch zuverlässig unterscheiden lassen. Das Experiment hat keine statistische Signifikanz gezeigt, und ist immerhin ein Datenpunkt mehr als das andauernde lamentieren darüber, dass underpitching der Untergang des Abendlandes wäre (oder ein tödlicher Unfall auf der Autobahn, das scheint ja die präferierte Metapher hier zu sein).

Moment, es gibt hier zwei Dinge zu unterscheiden:
Ein einzelnes Experiment kann durchaus eine These widerlegen. Widerlegt wurde in diesem Experiment die These, dass underpitching zwangsläufig zu deutlichen, vom Laien wahrnehmbaren Geschmackseinbußen führt. So wie eine einzelne Fahrt ohne Gurt widerlegt, dass man ohne Gurt im Auto automatisch stirbt.
Auf der anderen Seite beweist ein solches Experiment nicht, dass die pitching rate egal ist - in diesem konkreten Fall war kein Unterschied feststellbar. Es gibt aber genügend Erfahrungen, auch in diesem Forum, wo (aller Wahrscheinlichkeit nach) durch zu wenig Hefe gute Würze zu schlechtem Bier wurde.

Was jeder im eigenen Keller macht, das darf jeder für sich entscheiden. Kann zehnmal gut gehen, und beim elften Mal kommt dann vielleicht Plörre raus.
Ich finde das schrecklich, wie hier andauernd unumstößliche Wahrheiten propagiert werden, und man für ein Hinterfragen der Dogmen angegriffen wird.

Mal Butter bei die Fische: Wo wurde jemand tatsächlich angegriffen, der fundiert hinterfragt hat?
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