Abweichung Refraktometer vs. Spindel - Restextrakt

Abweichung Refraktometer vs. Spindel - Restextrakt

Post Nr.:#1  Beitragvon MichaGE » Freitag 21. April 2017, 13:09

Hallo Miteinander!

Da dies mein erster Post ist, möchte ich mich ganz kurz vorstellen:
Ich heiße Michael, lebe in Düsseldorf und braue nun seit 2 Jahren in meiner Küche Bier. Die Anzahl der Sude habe ich nicht mitgezählt, etwas über 15. Ein guter Freund hat mir das Bier brauen nahe gebracht und dieses wirklich tolle Forum hat mir schon sehr oft weiter geholfen

Ich habe derzeit ein untergäriges Bockbier in HG, 16,5 ° Plato (17% Brix) Stammwürze und als Hefe W34/70 in zweiter Führung. Die Gärung läuft in einem Gärschrank bei 10°C ab, ich habe eine Schnellvergärungsprobe bei Zimmtertemperatur gemacht und überlege noch Grünzuschlauchen oder mit Speise oder mit Zucker zu karbonisieren - wäre alles möglich. Das soll hier aber nicht das Hauptthema sein.

Ich habe nun ein Problem mit meiner Schnellvergärungsprobe.

Braudatum: 14.4.
Datum Anstellen: 15.4.
Datum Kräusen /SVP: 17.4.
Heute habe ich die SVP für "durch" befunden - die Probe hatte nun gut 4 Tage Zeit zum vergären.
Die Spindel (vom Hobbybrauversand) liefert mir einen Wert von ca. 4,1 ° Plato, beim Refraktometer habe ich drei mal 7,0 % Brix abgelesen.

Ich habe die Werte bei Earl eingegeben und musste feststellen, dass die beiden Werte so nicht zusammen passen. Eigentlich sollten bei 7% Brix ca. 1,1° Plato als schneibarer Restextrakt gemessen werden.
Bei 7% Brix hätte ich einen scheinbaren EVG von 93,2%. Kommt mir sehr hoch vor.
Bei 4° Plato scheinbarem EVG hätte ich aber nur einen scheinbaren EVG von 75,5% - was mir wiederum zu niedrig vorkommt. Die Stammwürze hatte ich im Übrigen nur mit dem Refraktometer auf 17% eingestellt.

Hat einer eine Idee was hier los ist? Welchem Wert darf ich nun mehr vetrauen?
MichaGE
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Re: Abweichung Refraktometer vs. Spindel - Restextrakt

Post Nr.:#2  Beitragvon DrSchwob » Freitag 21. April 2017, 22:23

Hallo Michael,

herzlich willkommen hier :Greets

Spontan würde ich mein Refraktometer neu kalibrieren und erneut messen und dieses im KBH eingeben.

Zum Thema EVG und Hefe erlaube ich mir kein Kommentar aufgrund fehlender Erfahrung.
Cheers! :Drink
Gerd
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Re: Abweichung Refraktometer vs. Spindel - Restextrakt

Post Nr.:#3  Beitragvon Dr.Edelherb » Freitag 21. April 2017, 22:36

Die Abweichung ist schon etwas hoch.. hast du richtig gemessen?

Bei der Spindel vorher CO2 ausschlagen - Was zeigt die Spindel bei Wasser an?
Das Refraktometer vorher kalibrieren.

Hast du die Stammwürze nur mit dem Refraktometer gemessen und in Plato umgerechnet? Oder auch mit der Spindel?

Ich hab zwischen Refraktometer und Spindel oft Abweichungen von 0,5%, aber deine Abweichung ist schon "außer Toleranz" würd ich sagen.

Achja und um deine Frage zu beantworten, definitiv der Spindel.. 1,1% RE bei 16-17% Stammwürze mit der W34 dürfte nicht möglich sein..
Hatte die vor kurzem ebenfalls und hatte ca. 79% vg.
Die 4% RE (vorallem bei der hohen Stammwürze) erscheinen mir sehr viel wahrscheinlicher.
Dr.Edelherb
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Re: Abweichung Refraktometer vs. Spindel - Restextrakt

Post Nr.:#4  Beitragvon afri » Freitag 21. April 2017, 23:06

Spindel und Refrakto sollten bei 20°C mit Wasser beide 0°P/B anzeigen. Dann kannst du eine rudimentäre Kalibrierflüssigkeit aus Wasser und Zucker herstellen, beispielsweise mit 10g Zuckergehalt auf 100g Mischung, diese sollte bei beiden Messgeräten 10°P/B anzeigen, ebenfalls bei 20°C.

Wenn diese Voraussetzungen zutreffen, kann ich mir kaum noch eine Fehlerquelle vorstellen, die diese krasse Abweichung erklären könnte. Dennoch würde ich immer der Spindel eher vertrauen, als dem Refrakto, wie Dr.Edelherb schon schrub.
Achim (beide Messinstrumente verwendend und obendrein den Fehler in RefraktoSP_2.7 entdeckt habend)
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Re: Abweichung Refraktometer vs. Spindel - Restextrakt

Post Nr.:#5  Beitragvon OS-Schlingel » Samstag 22. April 2017, 08:58

Hallo zusammen,

Refraktometer - Alkoholfehler rausgerechnet?


Gruß Stephen
Ein Mann ohne Bier, ist wie ein Rasenmäher ohne Gras (Konfuzius) :Smile
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Re: Abweichung Refraktometer vs. Spindel - Restextrakt

Post Nr.:#6  Beitragvon PabloNop » Samstag 22. April 2017, 10:14

MichaGE hat geschrieben:Hat einer eine Idee was hier los ist? Welchem Wert darf ich nun mehr vetrauen?


Ich vernute es sind handwerkliche Fehler beim Ermitteln der Messwerte: Gasblasen an der Spindel nach der Gärung, nicht kalibriertes Refraktometer und falsche Temperatur der Würze/Jungbier.

Insbesondere letzteres macht mir auch manchmal Probleme, wenn ich die SW der heißen Ausschlagwürze mit meinem Refraktometer messen will. Ich kühle die Probe zwar vor dem Messen (scheinbar) ab, habe aber einen Tag später beim Anstellen einen anderen Messwert.


Edit: ich habe mal mit den Zahlen gespielt: Wenn die 4°P der Spindel stimmen (was ich glaube) müsstest du - angenommen die 7Bx stimmen auch - eine SW von rund 11.5°P gehabt haben. Das ist eine massive Abweichung von den 16.5°P und passt nicht zu Bockbier. Wenn Du aber statt 7Bx eher 9Bx gemessen hättest, würde alles zusammenpassen.
Zuletzt geändert von PabloNop am Samstag 22. April 2017, 10:26, insgesamt 1-mal geändert.
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Re: Abweichung Refraktometer vs. Spindel - Restextrakt

Post Nr.:#7  Beitragvon Sura » Samstag 22. April 2017, 10:21

Wurde die Ausgangsstammwürze sowohl von der Spindel als auch vom Refraktometer korrekt angezeigt? Zeigen beide bei reinem Wasser 0°P/Brix an, und bei einer entsprechenden Zuckerlösung 10°P bzw. 10,3Brix?

Ich lasse nach dem brauen meine Probe immer bis zuletzt stehen. Erst wenn alles weggeräumt und gesäubert ist, nehme ich den Messwert ins Protokoll. Meistens ist der dann noch ein wenig anders. Wird dort was abweichendes angezeigt zu dem was ich erwarte, überprüfe ich meine Geräte und sortiere gegebenenfalls aus oder Stelle nach. Auch bei Spindeln die im Fachhandel gekauft werden kann es durchaus vorkommen das die komplett falsch anzeigen.
In den meisten Fällen ist ein Post von mir ganz ruhig, entspannt und mit interessiertem Gesichtsausdruck geschrieben.... und darf auch gerne so gelesen werden :Greets
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Re: Abweichung Refraktometer vs. Spindel - Restextrakt

Post Nr.:#8  Beitragvon Earl » Samstag 22. April 2017, 10:26

Hi Micha,

wie der Afri schon schrieb, ist mein Refraktometer-Tool Version 2.7 leider unbrauchbar. In der Berechnung versteckt sich dort ein Rundungsfehler an sehr ungünstiger Stelle. Daher biete ich schon seit einiger Zeit die fehlerfreie Version 2.9 an. Zudem habe ich hier noch eine kleine Veränderung vorgenommen, die in Anlehnung an die vielen Praxistests hier im Forum genauere Ergebnisse liefern soll.

Kleiner Tipp noch: Beim Spindeln immer darauf achten, dass Stammwürze und Jungbier gespindelt wird. Im Jungbier die Spindel kurz andrehen um CO2-Blasen zu entfernen, dann zügig ablesen, Temperaturanpassung vornehmen. Beim Refraktometrieren immer Stammwürze und Jungbier mit dem Refraktometer messen und die Werte dann ins Tool eintragen. Immer das gleiche Refraktometer für StW und Jungbier verwenden. Die 10-Brix Geräte eignen sich leider nicht so gut. Besser ist ein 32-Brix Gerät, oder Digital.

L.G. und allzeit Gut Sud,

Earl :Smile
Beste Grüße vom
Earl


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Re: Abweichung Refraktometer vs. Spindel - Restextrakt

Post Nr.:#9  Beitragvon MichaGE » Samstag 22. April 2017, 22:49

Hallo Leute,
Wow vielen Dank für die ganzen Antworten!
Ich bin gerade unterwegs und werde am Dienstag Spindel und Refraktometer mit einer genauen Zuckerlösung testen.
Temperaturen waren im Prinzip immer ok, halt Zimmertemperatur ca. 22 Grad.
Kohlensäure haftet nicht an der Spindel, die SVG sprudelt nicht.
MichaGE
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