Würze nach Messung zurück schütten?

Antworten
nettermann90
Posting Klettermax
Posting Klettermax
Beiträge: 115
Registriert: Freitag 14. April 2017, 16:46
Wohnort: Pohlheim

Würze nach Messung zurück schütten?

#1

Beitrag von nettermann90 » Montag 15. Mai 2017, 17:00

Hi,

ich habe aktuell mein gestern gebrautes dunkles Porter im Gärbehälter. Die S-04 legt auch schon fleißig los :Smile

Da ich gestern Abend gegen 23:15 Uhr erst die Hefe zugeben konnte, wollte ich heute noch nicht Spindeln, sondern morgen Abend das erste mal.

Jetzt zur Frage: Wie Problematisch ist es wirklich die Würze nach dem Messen zurück in der Behälter zu kippen? Die einen meinen so, die anderen so. Würde nur ungern von dem guten Zeug was weg kippen, da die Ausbeute nur knapp 14 Liter sind :Bigsmile

Gruß
Felix

Benutzeravatar
Weperbräu
Posting Junior
Posting Junior
Beiträge: 90
Registriert: Montag 13. Juli 2015, 16:13

Re: Würze nach Messung zurück schütten?

#2

Beitrag von Weperbräu » Montag 15. Mai 2017, 17:06

Warum möchtest du denn jetzt schon spindeln? Lass es eine Woche in Ruhe und spindel dann das erste mal. Ist jetzt total unnötig und du fängst die nur vielleicht etwas ein.

Benutzeravatar
Bierjunge
Posting Freak
Posting Freak
Beiträge: 2655
Registriert: Mittwoch 28. Oktober 2009, 16:54

Re: Würze nach Messung zurück schütten?

#3

Beitrag von Bierjunge » Montag 15. Mai 2017, 17:13

nettermann90 hat geschrieben:Jetzt zur Frage: Wie Problematisch ist es wirklich die Würze nach dem Messen zurück in der Behälter zu kippen? Die einen meinen so, die anderen so.
Was genau möchtest Du jetzt von uns hier hören? Die Meinung der einen oder die der anderen? :Grübel :P

Meine vollkommen unmaßgebliche Meinung dazu:
Beim Spindeln im Kaltbereich sollte man sowohl Spindel als auch Spindelzylinder vorher desinfizieren, sofern Du die Probe wieder zurückschütten möchstest. Mir persönlich wäre da der Aufwand zu groß. Viel lieber würde ich die Probe nach dem Spindeln trinken, allein schon um die Neugier zu befriedigen und die Vorfreude zu steigern.
Aber auch das befreit einen nicht davon, sich eine Möglichkeit auszudenken, wie man die Spindelprobe überhaupt aus dem Bottich herausbekommt: Durch den Ablaufhahn lieber nicht, um diesen nicht schon vor dem Schlauchen zu verkeimen. Desinfizierte Suppenkelle?
Daher tue ich mir das gar nicht erst an. Wenn es sein muss, hole ich mir eine Probe fürs Refraktometer mittels steriler Einwegpipette. Und sobald die Kräusen zusammengefallen sind, geht eine desinfizierte Spindel direkt im Gärbottich baden.

Moritz
Zuletzt geändert von Bierjunge am Montag 15. Mai 2017, 17:18, insgesamt 1-mal geändert.

Benutzeravatar
Alt-Phex
Moderator
Moderator
Beiträge: 6192
Registriert: Mittwoch 1. Februar 2012, 02:05
Wohnort: Düsseldorf

Re: Würze nach Messung zurück schütten?

#4

Beitrag von Alt-Phex » Montag 15. Mai 2017, 17:14

Nein, im kaltbereich nicht zurückkippen. Und wie Weperbräu schon sagt musst du noch gar nichts messen.
Frühestens 2-3 Tage nach dem Zusammenfall der Kräusen. Vorher macht das überhaupt keinen Sinn.
Es sei denn man ist ein Messfreak und will sich hübsche Gärdiagramme malen...
"Viele Biere werden am Etikettierer gemacht"

nettermann90
Posting Klettermax
Posting Klettermax
Beiträge: 115
Registriert: Freitag 14. April 2017, 16:46
Wohnort: Pohlheim

Re: Würze nach Messung zurück schütten?

#5

Beitrag von nettermann90 » Montag 15. Mai 2017, 17:23

OK gut. Ich denke ich werde mir dann auch ein Refraktometer besorgen um nicht immer soviel abzapfen zu müssen. Sind die Teile für 20 Euro von Auktionshaus zu gebrauchen? Hat da jemand Erfahrung?

Benutzeravatar
Bierjunge
Posting Freak
Posting Freak
Beiträge: 2655
Registriert: Mittwoch 28. Oktober 2009, 16:54

Re: Würze nach Messung zurück schütten?

#6

Beitrag von Bierjunge » Montag 15. Mai 2017, 17:27

nettermann90 hat geschrieben:OK gut. Ich denke ich werde mir dann auch ein Refraktometer besorgen um nicht immer soviel abzapfen zu müssen. Sind die Teile für 20 Euro von Auktionshaus zu gebrauchen? Hat da jemand Erfahrung?
In aller Regel sind die genau genug. Zumindest für Abschätzungen, wo die Gärung gerade steht.
Hier ein paar Erfahrungen: viewtopic.php?f=7&t=10607&p=161512
Und bei Messungen in der Gärung bitte nicht vergessen, den Alkoholfehler herauszurechnen!
Z.B. mit Earls Tool oder Tabelle: http://www.hb-tauschboerse.bplaced.net/Downloads.htm

Moritz

nettermann90
Posting Klettermax
Posting Klettermax
Beiträge: 115
Registriert: Freitag 14. April 2017, 16:46
Wohnort: Pohlheim

Re: Würze nach Messung zurück schütten?

#7

Beitrag von nettermann90 » Donnerstag 18. Mai 2017, 16:29

Hi,

ich muss sagen die Hefe ist wirklich gut abgegangen. Habe den Bottich bei 18°C im Keller stehen. Am Dienstag waren die Kräusen bereits im Hochstadium. Mittwoch waren sie schon komplett zusammen gefallen. Da es heute (Donnerstag) kaum noch geblubbert hat (etwa 1 Blubb pro Minute) habe ich zum ersten mal eine Probe mit einer abgekochten Schöpfkelle gezogen. Die Oberfläche war komplett klar. Ich habe nur von den obersten 2 cm was rausgeschöpft in mein Spindelgefäß. Die Messung ergibt 6°P.

Meine Frage wäre nun, ob ich das Gefäß wärmer stellen sollte oder die Hefe mal aufrühren? Es hat sich am Boden sehr viel abgesetzt und der EVG liegt bei gerade einmal 63%. Habe auch schon ein wenig dazu gelesen und mehrfach wurde berichtet, dass die S-04 sich schneller absetzt, als sie das Bier vergären kann und deshalb nochmal aufgerührt werden sollte.

Kann es auch ein Messfehler sein, weil ich nur von der obersten Schicht was genommen habe? Alkohol steigt ja bekanntlich nach oben.

Sorry ist mein erster Sud daher die vielen Fragen. Aaber bis jetzt ist Geruch und Geschmack gigantisch! =)

Liebe Grüße aus Mittelhessen

floflue
Posting Freak
Posting Freak
Beiträge: 674
Registriert: Montag 13. Oktober 2014, 21:17

Re: Würze nach Messung zurück schütten?

#8

Beitrag von floflue » Donnerstag 18. Mai 2017, 16:39

Deckel drauf machen, gedanklich den Gärbehälter für die nächste Woche vergessen und dann noch einmal messen.
Bierbrauen ist ein perfektes Hobby um etwas wichtiges zu lernen: Geduld!

Benutzeravatar
Bierjunge
Posting Freak
Posting Freak
Beiträge: 2655
Registriert: Mittwoch 28. Oktober 2009, 16:54

Re: Würze nach Messung zurück schütten?

#9

Beitrag von Bierjunge » Donnerstag 18. Mai 2017, 16:41

Ich würde da nichts mehr aufrühren. Liest sich so, als wäre die Gärung ganz normal durchgelaufen.
Wir kennen nicht die Schüttung Deines Porters. Bei auf dunklen Malzen basierenden Bieren sind aber zumindest auch bei mir Vergärungsgrade irgendwo in den 60ern vollkommen normal.

Zum Thema Schichtung: Solange es gärt, wird durch die aufsteigende CO2 sowie die thermische Konvektion recht gut umgewälzt und vermischt. Ich glaube daher an keine großen Schichtungseffekte. Und selbst wenn, dann wäre jetzt der leichteste Teil oben, so dass Du eher einen zu hohen statt einen zu niedrigen Vergärungsgrad messen würdest.

Moritz

Edit: Doch, wir kennen offenbar die Schüttung. 60% Münchner Malz. Also alles ganz normal! :thumbup
Wart einfach noch ein paar Tage, dann klärt es sich auch schön. Ist gerade bei Porter hübsch, wenn es schwarzbraun und nicht schlammig daherkommt...
Zuletzt geändert von Bierjunge am Donnerstag 18. Mai 2017, 16:46, insgesamt 1-mal geändert.

Benutzeravatar
auftauer
Posting Klettermax
Posting Klettermax
Beiträge: 158
Registriert: Montag 27. Oktober 2014, 01:14
Wohnort: Oberallgäu

Re: Würze nach Messung zurück schütten?

#10

Beitrag von auftauer » Donnerstag 18. Mai 2017, 16:44

nettermann90 hat geschrieben:.....
Jetzt zur Frage: Wie Problematisch ist es wirklich die Würze nach dem Messen zurück in der Behälter zu kippen? Die einen meinen so, die anderen so. :Bigsmile

Gruß
Felix
Ich bin mir nicht ganz sicher, aber man spricht in diesem Stadium glaub schon von Jungbier und nicht mehr von Würze....
Gruß


Helmut

Benutzeravatar
Griller76
Posting Freak
Posting Freak
Beiträge: 1372
Registriert: Montag 2. Februar 2015, 20:46
Wohnort: Sonthofen

Re: Würze nach Messung zurück schütten?

#11

Beitrag von Griller76 » Donnerstag 18. Mai 2017, 17:19

nettermann90 hat geschrieben:OK gut. Ich denke ich werde mir dann auch ein Refraktometer besorgen um nicht immer soviel abzapfen zu müssen. Sind die Teile für 20 Euro von Auktionshaus zu gebrauchen? Hat da jemand Erfahrung?
Ein Refraktometer ist eine sehr würzesparende und gute Idee. Ich spindle nicht mehr, sondern nutze nur noch mein Refraktometer (Die Messergebnisse einer im Jungbier herumschwimmenden Spindel kann übrigens durch die aufsteigende Kohlensäure verfälscht werden.). So eine China-Billig-Refraktometer hatte ich auch, wurde damit aber nicht glücklich, da die genau Ablesung des Messbereiches unmöglich war, da verschwommener Messbereich auf der Skala. Ich habe nun ein ähnlich aussehendes von Krüss Optronic und dort kann ich das Messergebnis genau ablesen. Das günstigste aus der HR-Serie reicht: http://www.kruess.com/labor/produkte/re ... aktometer/
Zuletzt geändert von Griller76 am Donnerstag 18. Mai 2017, 17:49, insgesamt 1-mal geändert.
Iss was gar ist, trink was klar ist und sag was wahr ist. (Luther)

Ich bin: Der Seelenbräu – Himmlisches Bier vereint Herz und Seele!

Benutzeravatar
Bierjunge
Posting Freak
Posting Freak
Beiträge: 2655
Registriert: Mittwoch 28. Oktober 2009, 16:54

Re: Würze nach Messung zurück schütten?

#12

Beitrag von Bierjunge » Donnerstag 18. Mai 2017, 17:25

Griller76 hat geschrieben:(Die Messergebnisse eines im Jungbier herumschwimmenden Refraktometers kann übrigens durch die aufsteigende Kohlensäure verfälscht werden.)
Hmm, so habe ich mein Refraktometer noch nie verwendet.
Aber stimmt schon, die Kohlensäure könnte dabei etwas stören. Aber nicht nur die... :Smile

Moritz

Benutzeravatar
Alt-Phex
Moderator
Moderator
Beiträge: 6192
Registriert: Mittwoch 1. Februar 2012, 02:05
Wohnort: Düsseldorf

Re: Würze nach Messung zurück schütten?

#13

Beitrag von Alt-Phex » Donnerstag 18. Mai 2017, 17:38

Bierjunge hat geschrieben:
Griller76 hat geschrieben:(Die Messergebnisse eines im Jungbier herumschwimmenden Refraktometers kann übrigens durch die aufsteigende Kohlensäure verfälscht werden.)
Hmm, so habe ich mein Refraktometer noch nie verwendet.
Aber stimmt schon, die Kohlensäure könnte dabei etwas stören. Aber nicht nur die... :Smile

Moritz
Das kommt ganz auf den Krängungswinkel an :Ahh
"Viele Biere werden am Etikettierer gemacht"

Benutzeravatar
Chrissi_Chris
Posting Freak
Posting Freak
Beiträge: 950
Registriert: Donnerstag 22. Dezember 2016, 11:51
Wohnort: Damme

Re: Würze nach Messung zurück schütten?

#14

Beitrag von Chrissi_Chris » Donnerstag 18. Mai 2017, 17:45

Alt-Phex hat geschrieben:
Bierjunge hat geschrieben:
Griller76 hat geschrieben:(Die Messergebnisse eines im Jungbier herumschwimmenden Refraktometers kann übrigens durch die aufsteigende Kohlensäure verfälscht werden.)
Hmm, so habe ich mein Refraktometer noch nie verwendet.
Aber stimmt schon, die Kohlensäure könnte dabei etwas stören. Aber nicht nur die... :Smile

Moritz
Das kommt ganz auf den Krängungswinkel an :Ahh

Hab ich auch eine ganze Zeit lang gemacht, bis mich gestört hat das das Refraktormeter direkt nach dem hineinschmeißen in den Gäreimer zu Boden sinkt, ein ablesen war dann nur mit meiner Wasserdichten GoPro möglich.

Schade das es den Threat lustigste Versprecher nicht mehr gibt :redhead


LG Chris
Keine Signatur ist auch eine Signatur

nettermann90
Posting Klettermax
Posting Klettermax
Beiträge: 115
Registriert: Freitag 14. April 2017, 16:46
Wohnort: Pohlheim

Re: Würze nach Messung zurück schütten?

#15

Beitrag von nettermann90 » Donnerstag 18. Mai 2017, 17:46

Leider hat für diese Messmethode der Füllstand des Eimers nicht gereicht =D

Daher bin ich schon am Vergößern der Anlage.

Benutzeravatar
Griller76
Posting Freak
Posting Freak
Beiträge: 1372
Registriert: Montag 2. Februar 2015, 20:46
Wohnort: Sonthofen

Re: Würze nach Messung zurück schütten?

#16

Beitrag von Griller76 » Donnerstag 18. Mai 2017, 17:51

:Notme Da habe ich mir ja ein richtiges Ei gelegt. Gemeint war natürlich die im Gärbottich herumschwimmende Spindel, nicht das dann vermutlich abgesoffene Refraktometer.
Ich habs unter lautem Lachen in meinem obigen Beitrag korrigiert.
Iss was gar ist, trink was klar ist und sag was wahr ist. (Luther)

Ich bin: Der Seelenbräu – Himmlisches Bier vereint Herz und Seele!

nettermann90
Posting Klettermax
Posting Klettermax
Beiträge: 115
Registriert: Freitag 14. April 2017, 16:46
Wohnort: Pohlheim

Re: Würze nach Messung zurück schütten?

#17

Beitrag von nettermann90 » Freitag 19. Mai 2017, 15:32

Habe gerade im Rezept entdeckt, dass ein EVG von 70% angegeben ist. Beziehen sich solche Werte immer auf den Tatsächlichen oder den Scheinbaren EVG?

Edit: Die Probe von gestern steht seit der entnahme in meiner Wohnung bei 23°C. Da hat sich seither nichts getan am Wert (vielleicht 0,1-0,2°P).

Gruß

Benutzeravatar
Boludo
Moderator
Moderator
Beiträge: 15954
Registriert: Mittwoch 12. November 2008, 21:55

Re: Würze nach Messung zurück schütten?

#18

Beitrag von Boludo » Freitag 19. Mai 2017, 16:10

Es geht immer um den scheinbaren und nie um den tatsächlichen Vergärungsgrad.

Stefan

nettermann90
Posting Klettermax
Posting Klettermax
Beiträge: 115
Registriert: Freitag 14. April 2017, 16:46
Wohnort: Pohlheim

Re: Würze nach Messung zurück schütten?

#19

Beitrag von nettermann90 » Freitag 19. Mai 2017, 16:25

Danke Stefan, dann weiss ich bescheid =)

Benutzeravatar
riegelbrau
Posting Senior
Posting Senior
Beiträge: 385
Registriert: Dienstag 19. November 2013, 23:43
Wohnort: Lehrte

Re: Würze nach Messung zurück schütten?

#20

Beitrag von riegelbrau » Freitag 19. Mai 2017, 22:19

Chrissi_Chris hat geschrieben:Schade das es den Threat lustigste Versprecher nicht mehr gibt :redhead
Selbst das ist schon wieder ein Versprecher oder eher Verschreiber: Threat / Thread. Aber das ist ja noch leicht. Schlimmer finde ich Fred oder Tröt, was wohl lustig sein soll. Geht gar nicht!

Jetzt aber genug OT! Ich schütte jedenfalls im Kaltbereich keine Würze und auch kein Jungbier zurück.

Gruß Christoph

Antworten

Wer ist online?

Mitglieder in diesem Forum: herbie01, hyper472, Wintermuffel und 8 Gäste