Meine neue Zapfe

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nippie
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Meine neue Zapfe

#1

Beitrag von nippie » Mittwoch 11. Januar 2017, 22:16

Hallo Zusammen,

ich wollte euch noch kurz meine neues Projekt vorstellen. Neulich schrieb hier jemand im Forum (Autor vergessen), dass es zwei Arten von Hobbybrauern gibt: Die, die einfach nur besseres Bier wollen und die, die gerne basteln und eigentlich nur brauen, um zu prüfen, ob ihre Basteleien funktionieren. Ich gehöre wohl zur letzteren Fraktion :Smile

Eigentlich hatte ich kein Problem mit dem Flaschenwaschen, aber zapfen hat mich schon immer angelächelt. Zunächst war es nur ein CC Keg mit direkt angeflanschtem Zapfhahn. Das hätte mir schon gereicht, aber der WAF war zu gering, dass das dauerhaft sichtbar rumsteht. Und kühlen auf dem Balkon wäre ab Mai auch schwierig geworden. Deswegen musste dann doch ein Zapfkühlschrank her.

Eigentlich war Budget schon ein wichtiger Punkt, aber leider habe ich es nicht mit vertretbarem Aufwand hinbekommen, einen gebrauchten Kühlschrank zu organisieren, der einigermaßen aussieht und in den 2+ Kegs und CO2 passen. Deswegen ist es dann doch ein neuer geworden.

Teileliste:
  • Liebherr FKU 1800 Kühlschrank anthrazit 400€
  • Schanksäule Edelstahl inkl. 2 Kompensatorhähnen gebraucht, ebay 100€
  • 2 mahagoni Leimholzplatten (2 wegen ausreichender Dicke), Hornbach 35€
  • Kleinkram (Kupferrohr, Entgrater, 14mm Bohrer, Bierleitungen, CO2 Weiche) ca. 50€
Und hier ein paar Bilder:

Gesamtansicht:
gesamt.jpg
gesamt.jpg (60.89 KiB) 2160 mal betrachtet
Inhalt (optional drittes Fass möglich):
inhalt.jpg
inhalt.jpg (75.06 KiB) 2160 mal betrachtet
Bierleitung:
leitung.jpg
leitung.jpg (56.3 KiB) 2160 mal betrachtet
Passivkühlung der Bierleitung (Kupferrohr mit T-Stück):
kupfer.jpg
kupfer.jpg (61.18 KiB) 2160 mal betrachtet
Schankhahngriffe (aus Restholz, Restlack; grob mit der Stichsäge und dann per Hand abgerundet, Prototypen, das geht noch größer und geiler):
hahn.jpg
hahn.jpg (61.26 KiB) 2160 mal betrachtet
Wie man im letzten Bild sieht zapfen wir links Bier und rechts "selbst gemachtes" Mineralwasser. Das war das Zugeständnis an die Frau. Bei Partys wird dann auf 2mal Bier gewechselt. :thumbup

Alles in allem funktioniert es, leider gibt es noch zwei Baustellen:
  1. Die Passivkühlung der Bierleitung außerhalb des Kühlschranks mit Armaflex Isolierung und Kupferrohren funktioniert nicht gut. Ich wollte keinen Lüfter in den Kühlschrank bauen, der in die Schanksäule bläst (Lautstärke, Verkabelung etc). DIe Kupferlösung habe ich aus internationalen Foren. Funktioniert bei mir nicht. Kühlschranktemperatur 8°C, Zimmertemperatur ca. 18°C, die erstem 100ml Bier ca. 15°C. Das ist leider nicht was ich will...
  2. Die Kompensatorhähne sind anscheinend für Durchlaufkühlsystem oder lange Leitungen mit hohem Zapfdruck gebaut. Selbt mit voll geöffnetem Kompensator benötige ich ca. 1,5 Bar Druck, damit es annehmbar schnell läuft. Bei 8°C karbonisiert mir mein Bier dabei zu sehr auf. Der Kompensatorhahn, der direkt an meinem Keg saß, bringt schon bei 0,7 Bar ordentlich was ins Glas. Hier habe ich wohl am falschen Ende gespart
Außerdem tüftel ich gerade an einer Lösung für die Reinigung der Bierleitung ohne Keg/C02, aber dazu gibt es die Tage einen extra Thread.

LG

Nicky

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Re: Meine neue Zapfe

#2

Beitrag von alias2222 » Donnerstag 12. Januar 2017, 08:30

Wow toll
:thumbsup :Drink
"Wenn ich Bier so in die Sonne halte, sieht es aus wie Flüssiges Gold"
http://www.kesselbrauer.de
https://www.facebook.com/kesselbrauer/

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Re: Meine neue Zapfe

#3

Beitrag von hoggel1 » Donnerstag 12. Januar 2017, 12:28

Hallo Nicky,

Deine Anlage sieht gut aus.

Welchen Durchmesser und welche Länge haben deine Bierleitungen? Vielleicht liegt ja da der Hund begraben.

MfG
Thomas

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nippie
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Re: Meine neue Zapfe

#4

Beitrag von nippie » Donnerstag 12. Januar 2017, 15:53

hoggel1 hat geschrieben:Hallo Nicky,

Deine Anlage sieht gut aus.

Welchen Durchmesser und welche Länge haben deine Bierleitungen? Vielleicht liegt ja da der Hund begraben.

MfG
Thomas
Hi Thomas,

die Bierleitungen haben 7mm Durchmesser und sind jeweils ca. 80cm lang. Ich könnte sie noch ca. 15cm kürzen, aber dann verliere ich den Komfort die Fässer aus dem Kühlschrank zu nehmen, um an den Anschlüssen rumzurödeln. Der Durchmesser war durch die Anschlusnippel der Hähne vorgegeben. Also da könnte man theoretisch noch optimieren. Allerdings ist jetzt auch nur das erste halbe Glas zu warm und schaumig. Wenn ich mir ein ganzes Pint einlasse, passt es eigentlich. Die Baustelle mit den Hähnen, die nur ab 1,5 bar sinnvolle Mengen Bier ausstoßen ist akuter ;-)

Edit: Wenn ich mich nicht grob verrechnet habe, sind da ca. 120ml in jeder Leitung. Es ist verschmerzbar, wenn die zu warm sind. Ich hätte mir nur die Kupferkonstruktion sparen können. Evtl, würde es auch helfen, die Kupferrohre und die T-Stücke zu verlöten. Derzeit sind sie gesteckt und haben vielleicht zu wenig Kontaktfläche, um Temperatur gut zu leiten.

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Re: Meine neue Zapfe

#5

Beitrag von Rumpelstilzchen » Donnerstag 12. Januar 2017, 16:07

Hallo Nicky,

vielleicht wäre ein "Kühlkreislauf" mit Wasser in den Rohren hilfreich.
Erstmal beide Rohre oben verbinden. Im Kühlschrank ein Rohr ganz beim Verdampfer bis nach unten führen und einen Bogen Rinchtung Türe dran. Diesen per Schlauch mit dem unteren Ende des anderen Rohres verbinden. Es sollte sich dann ein geringer Kreislauf einstellen, der vielleicht ausreichend ist.

Gruß,
Rumpelstilzchen

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Re: Meine neue Zapfe

#6

Beitrag von hoggel1 » Donnerstag 12. Januar 2017, 16:10

Hi,
Bei 7 mm ID und 80 cm sollte es funktionieren. Die 10 cm sind nicht kriegsentscheidend.

Ich würde es so lassen, mit dem höheren Druck zapfen und nachher das CO2 abdrehen.


MfG Thomas

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Re: Meine neue Zapfe

#7

Beitrag von freeflyer201 » Donnerstag 12. Januar 2017, 16:36

Schöner Zapfkühlschrank. Sieht bei mir sehr ähnlich aus, zwar nicht ganz so schön aber dafür mit 4 Hähnen.
Achte darauf das die Bierleitung stehts nach oben führt, sonst entgast dort CO2 und es schäumt. Deine Schläuche müsstest du dann wohl kürzen. Ich stand vor dem selben Problem und bei mir ist bei 4 Fässern noch weniger Platz zum rumrödeln.
Das mit dem Druck verstehe ich nicht. Ich zapfe mit teilweise mit nur 0,7 Bar (Dry stout) und der Durchfluss ist genauso groß wie bei anderen Bieren wo ich mit bis zu 1.3 Bar zapfe. In jedem Fall muss ich immer am Kompensator den Durchfluss reduzieren sonst läuft es zu schnell. Irgendwas stimmt da nicht.
Du bist ja auch in Hannover wenn du willst kannst du dir es mal anschauen.
LG
Yannick

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Re: Meine neue Zapfe

#8

Beitrag von nippie » Freitag 13. Januar 2017, 10:51

Rumpelstilzchen hat geschrieben:Hallo Nicky,
vielleicht wäre ein "Kühlkreislauf" mit Wasser in den Rohren hilfreich.
Erstmal beide Rohre oben verbinden. Im Kühlschrank ein Rohr ganz beim Verdampfer bis nach unten führen und einen Bogen Rinchtung Türe dran. Diesen per Schlauch mit dem unteren Ende des anderen Rohres verbinden. Es sollte sich dann ein geringer Kreislauf einstellen, der vielleicht ausreichend ist.
Ich kann mir deine Konstruktion gerade noch nicht vorstellen. Beachte, dass meine Bierleitungen gerade durch die Kupferrohre durchlaufen und dann oben und unten rauskommen. Ich weiß also nicht, wie ich die _einfach_ zu einem geschlossenen Kreislauf verbinden soll :Grübel . Was ggf. ginge wäre im Stil einen DIY Gegenstromwürzekühlers. aber das ist dann schon eine Menge Aufwand mit ungewissen Ergebnis.
hoggel1 hat geschrieben:Hi,
Ich würde es so lassen, mit dem höheren Druck zapfen und nachher das CO2 abdrehen.
Dafür bin ich zu faul, ich kenne mich da zu gut. Gerade komme ich mit dem eingestellten Druck von 1,3 Bar bei einer Temperatur von 8°C auf 5,6g/L CO2. Das ist mir etwas zu viel CO2 und etwas zu wenig Zapfgeschwindigkeit, aber zumindest für's erste ausreichend. Irgendwann werde ich die Hähne tauschen.
freeflyer201 hat geschrieben: Das mit dem Druck verstehe ich nicht. Ich zapfe mit teilweise mit nur 0,7 Bar (Dry stout) und der Durchfluss ist genauso groß wie bei anderen Bieren wo ich mit bis zu 1.3 Bar zapfe. In jedem Fall muss ich immer am Kompensator den Durchfluss reduzieren sonst läuft es zu schnell. Irgendwas stimmt da nicht.
Du bist ja auch in Hannover wenn du willst kannst du dir es mal anschauen.
LG
Yannick
Dann hast du wahrscheinlich ähnliche Hähne wie den von meinem Direktzapfset. Da muss ich auch schon bei 0,7/0,8 Bar aufpassen, den Kompensator nicht zu weit aufzudrehen. Bei den Hähnen an meiner Säule ist er auf volle Pulle und es fliest nur sehr gemütlich. Ich konnte mir das auch erst überhaupt nicht erklären und habe wie ein wilder Schläuche und Hähne durchgetauscht. Aber es ist wirklich so. Ich habe mal einen Hahn von der Säule und den vom Zapfset auseinandergenommen. Was auffällt ist, dass der Kompensator von dem Säulenhahn wesentlich länger ist und einen flacheren Winkel besitzt. Der vom Zapfset ist kürzer und steiler. Das heißt für mich, dass sich das Bier bei dem Hahn aus der Säule auf wesentlich längerere Strecke durch den Kompensator "quetschen" muss. Das ist die einzige Erklärung, die ich für die unterschiedliche Durchflussgeschwindigkeit habe.

LG

Nicky

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Re: Meine neue Zapfe

#9

Beitrag von MartinN » Montag 16. Januar 2017, 16:12

Das mit den unterschiedlichen Wegen klingt logisch...doch warum nicht einen besseren Regler anbauen??

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Re: Meine neue Zapfe

#10

Beitrag von Rumpelstilzchen » Dienstag 17. Januar 2017, 16:59

Beachte, dass meine Bierleitungen gerade durch die Kupferrohre durchlaufen
Wusste ich nicht. Ich dachte die laufen parallel zu den Leitungen.

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Re: Meine neue Zapfe

#11

Beitrag von Quax » Mittwoch 18. Januar 2017, 16:54

Wie soll das mit der Kühlung der Bierleitungen in der Schanksäule funktionieren. Kalte Luft bleibt immer unten (schwerer als die warme Luft) es wird da nie zu einer passiven Umwälzung kommen und erst recht nicht durch die dünnen Rohre inklusive der Bierleitungen. Die kalte Luft wird, egal wo Du Deine Rohre hinbaust nie dadurch nach oben steigen. Für eine effektive Umluftkühlung ist in der Schanksäule zu wenig Platz und mit einer Wasserumlaufkühlung viel zu aufwendig. Kleiner nicht ganz ernst gemeinter Tip von mir: Soviel Bier trinken, das es in der Säule keine Zeit hat warm zu werden :Bigsmile :Drink und kaltes Wasser ist eh nicht so gesund wie kaltes Bier :thumbsup

Gruß Michael

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Re: Meine neue Zapfe

#12

Beitrag von Quax » Mittwoch 18. Januar 2017, 16:56

Asche auf mein Haupt, das Wichtigste habe ich vergessen. Das Teil ist trotzdem ein schönes Projekt. :thumbup

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Re: Meine neue Zapfe

#13

Beitrag von tauroplu » Mittwoch 18. Januar 2017, 16:59

Eine Zwangsbelüftung ließe sich durch einen im Kühlschrank befindlichen Ventilator realisieren. Der würde die kühle Luft dann auch bis nach oben in die Zapfsäule pusten (entsprechender Luftumsatz vorausgesetzt).
Beste Grüße
Michael michael.plum@arcor.de

„Lass die anderen mit Fichten- und Tannensprossen würzen, der Hopfen ist das Beste, was die Natur uns bietet.“
Aus "Das Erbe des Bierzauberers" von Günther Thömmes, Gmeiner Verlag

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Re: Meine neue Zapfe

#14

Beitrag von nippie » Mittwoch 18. Januar 2017, 17:32

Genau den Ventilator wollte ich aber nicht. Ich müsste dazu nochmal irgendwo bohren, und eine Stromversorgung des Lüfters anbringen. Ich müsste diesen ferner irgendwo anbringen, also heißt es wieder bohren. Außerdem macht er noch Geräusche. Deswegen mein Ansatz mit der Passivlösung, die in homebrewtalk Forum von vielen gepriesen wird. Ich denke mein Ansatz wird sein, diese Lösung zu optimieren (evtl. Verlängerung der Kosntruktion bis zu den Kühlleitungen oder bis auf den Boden). Leider habe ich die nächsten Wochen keine Zeit dafür aber im Moment läuft es ja auch nicht schlecht. Bzw. eigentlich läuft es schon schlecht, da ich aktuell kein fertiges Bier habe :thumbdown

LG

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Re: Meine neue Zapfe

#15

Beitrag von nippie » Dienstag 6. Juni 2017, 22:15

Ich hole dieses Thema nochmal kurz hoch, um meine Theorie vom Januar zu bestätigen. Ich habe jetzt mal einen anderen Schankhahn (mit genauso kurzem Kompensator wie bei meinem Direktzapfset) an die Schanksäule angeschlossen und hier fließt es bei 0,8 bar mit halb geöffneten Kompensator schneller als mit 2 bar und voll geöffneten Kompensator vom Originalhahn. Einziger Unterschied (bis auf die Optik): langer vs. kurzer Kompensator! Für mich bedeutet das vor allem, dass die auch hier im Forum hin und wieder genannten "Allgemeinplätze" wie "mindestens 1,3 Bar für Kompensatorhähne" nicht mal ein ungefährer Anhaltspunkt sein kann, da auch Kompensatorhähne untereinander wahnsinnige Unterschiede aufweisen. Vorgehen sollte also immer sein: aus gewünschter Karbonisierung und Trinktemperaatur notwendigen Druck berechnen und anschließend einen Hahn suchen, der diesen Druck zügig und ohne Schaum ins Glas bringt.


LG

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