Anleitung zum Bierbrauen

Im Folgenden ist vom Forumsteilnehmer „omitz“ eine Brauanleitung für Anfänger entwickelt worden.
Ein herzliches Danke für Deine Mühe und die viele Arbeit!

Diese Anleitung stammt im Orginal von seiner Homepage, auf welcher stets eine aktuelle und ausführliche Version zu finden ist.
Unter Brauanleitung.de stehen euch alle Informationen gut strukturiert und sehr ausführlich zur Verfügung.
Dort wird auch neben wichtigen Vorbemerkungen und Zielsetzung, in einer aus 25 Schritten bestehenden Brauanleitung, erklärt wie man sein eigenes Bier braut.

Stand: Februar 2016
Version: 0.6

Zur Auswertung und Verbesserung der Brauanleitung wäre es nett, wenn du deine Werte unter statistik.brauanleitung.de erfassen würdest. Danke!

Zutaten und Materialien

Mit den aufgeführten Zutaten kannst du dein Bier schon etwas individualisieren. Zum einen mit der verwendeten Hopfensorte. Die Aromaeigenschaften der einzelnen Sorten kannst du in den meisten Online-Shops nachlesen. Ebenso den Alphasäure Wert. Zum anderen aber mit der Hefe: Mit der US-05 wird es ein American Pale Ale, mit der S-04 ein English Pale Ale und mit der Nottingham ein schlichtes obergäriges (altdeutsches) Helles.

Du musst nicht alle Brauutensilien neu kaufen! Vielleicht kannst du dir für deinen ersten Sud dies und das leihen. Hobbybrauer in deiner Nähe helfen dir sicher gerne. Wenn du alles zusammen hast, dann plane deinen Brautag und leg los. Dokumentiere jeweils Datum und Uhrzeit für die einzelnen Schritte.

Gut Sud!

Zutaten

Die folgenden Zutaten kannst du bequem in einem von mehreren Online-Shops im Internet bestellen. Eine Liste mit Online-Shops findest du hier.

4,5kg Pilsner Malz oder Pale Ale, geschrotet 500g Caramelmalz (z.B. CARAHELL) oder Cara dunkel, geschrotet 100g Aromahopfen Pellets Typ 90 (3-14% Alphasäure)
1 Packung Trockenhefe: Safale US-05,
S-04 oder Danstar Nottingham Ale
ca. 30L (unbehandeltes) Leitungswasser 1 Packung Traubenzucker oder Haushaltszucker (500g)

Diese Liste gibt es auch hier als PDF zum Download.
Die aktuellste Version dieser Liste gibt es auf Brauanleitung.de.

* Falls du in deinem Haushalt eine Wasserenthärtungsanlage hast, solltest du dieses aufbereitete Leitungswasser nicht verwenden. Informationen über dein Wasser erhältst du bei deinem Wasseranbieter. In der Regel sind dies die Stadtwerke und du kannst online eine Prüfung durchführen.
Als Beispiel wie so eine Wasseranalyse euerer Stadtwerke aussehen kann habe ich hier mal ein Beispiel für euch.

Material / Brauutensilien

Anhand dieser Liste kannst du alle Brauutensilien für deinen Brautag zusammen stellen. Eine Vielzahl der Artikel wirst du in deiner Küche finden. Alles Spezifische findest du online in den gängigen Shops für Hobbybrauer.

Einkocher (30L Volumen, 2000 Watt) mit Ablasshahn (z.B. Weck) Läuter- und Gäreimer (30L) mit
Siebboden, Läuterhexe oder Panzerschlauch
Bierwürzespindel, 0-20% Plato
Spindelzylinder oder ein hohes schmales Glas Küchenthermometer (digital oder analog) Küchenwaage (digital oder analog)
1-2 normale Küchenkochtöpfe Messbecher (z.B. 1 Liter) Grosser Kochlöffel (ca. 30-40 cm)
Grosses Küchen- oder Brotmesser sauberes Küchentuch (abgekocht) Küchensieb
40 saubere 0,5 Bügel Bierflaschen Elektrischer Wasserkocher (optional) Schaum- oder Sieblöffel (optional)
Silikonschlauch (optional)

Hier kannst Du dir die Liste als PDF herunterladen.

Schritt für Schritt

Ein erstes eigenes Bier zu brauen, wird viel Arbeit sein, aber es wird auch ebenso so viel Spass machen. Einen Großteil der Zeit wirst du mit putzen und reinigen verbringen. Das gehört – leider – dazu. Auch wenn es nervt, arbeite stets sauber und reinlich. Für jeden einzelnen Schritt ist Ruhe und Geduld sehr hilfreich. Gehe Schritt für Schritt durch die Anleitung und handle nicht unüberlegt. Dein erster Brautag wird vielleicht einen ganzen Tag dauern. Und bis du dein Bier das erste Mal probierst werden Wochen vergehen. Es kann sein, dass es notwendig sein wird zu improvisieren. Sei bereit dazu, aber improvisieren nicht um jeden Preis. Mach dich im Internet schlau und schau ggf. in ein Fachbuch. Es ist sicher von Vorteil, wenn du diese Anleitung vor deinem ersten Brautag einmal durchliest und den Prozess für dich einmal durchspielst. Überraschungen am Brautag sind das letzte, was du gebrauchen kannst.

Schritt 1: Einmaischen

Zuerst füllst du 20 Liter Leitungswasser in den Einkocher und schaltest ihn auf die höchste Stufe. Bring das Wasser auf 70 °C. Schütte nun das geschrotete Malz in das heisse Wasser. Im Anschluss mit dem Kochlöffel gut durchrühren, so dass keine Klumpen entstehen.

Tipp: Zu zweit macht brauen eh mehr Spass und bei diesem Schritt sind weitere Hände bereits sehr hilfreich.

Schritt 2: Rasten

Nach dem Einmaischen sollte die Temperatur auf 66/67 °C fallen. Sollte die Temperatur niedriger sein, dann heize etwas nach. Sollte sie wesentlich höher sein, dann führe etwas kaltes Wasser zu. Versuche so die gewünschte Temperatur genau zu treffen und halte Sie 90 Minuten. Dabei regelmässig rühren, insbesondere wenn zum halten der Temperatur nachgeheizt wird.

Tipp: Gib dem Thermometer immer etwas Zeit. Einige Modelle brauchen ein paar Sekunden, bis sie die richtige Messung erreicht haben. Keine Panik!

Schritt 3: Aufheizen

Wenn die Rast 90 Minuten gehalten wurde, muss die Maische auf 76 °C aufgeheizt werden. Weiterhin gut rühren und parallel den Läuterbottich vorbereiten.

Hinweis: Zügig den Einkocher abschalten, wenn die Maische 76 °C erreicht hat, damit wichtige Enzyme nicht verloren gehen („denaturieren“).

Schritt 4: Läuterruhe

Die Maische muss nun aus dem Einkocher in den Läuterbottich. Achte darauf, dass der Hahn am Bottich zu ist und das Läuterblech (o.Ä.) eingelegt ist. Am besten kannst du die Maische mit einem Messbecher vorsichtig umschütten. Wenn die Maische vollständig im Läuterbottich ist, machst du 20 Minuten Pause. In dieser Zeit kannst du den Einkocher reinigen. Diese Ruhepause nennt man Läuterruhe. In dieser Phase setzt sich der Treber ab und bildet einen für das Läutern wichtigen Filter.

Tipp: Parallel zur Läuterruhe kannst du in 1-2 grossen Töpfen Wasser erwärmen. Dieses warme Wasser sollte 76 °C haben und du benötigst min. 14 Liter als Nachguss.

Schritt 5: Vorlauf

Öffne nun vorsichtig den Hahn und lasse diesen sogenannten „Vorlauf“ in deinen Messbecher laufen. Die ersten Liter werden sehr trüb sein und ggf. auch noch Malzstücke beinhalten. Schütte die aufgefangene Flüssigkeit vorsichtig immer wieder zurück in den Läuterbottich auf den Treber. Schau dir die Würze, die nach ca. 3-5 Litern aus dem Hahn läuft genau an. Mit jedem Liter sollte die Würze klarer werden.

Tipp: Am besten schüttest du die aufgefangene Flüssigkeit nicht einfach auf den Treber, sondern fängst sie vorher z.B. mit einer Schaumkelle oder einem Sieblöffel auf. Ansonsten wird der Treiber zu sehr aufgewirbelt.

Schritt 6: Abläutern

Am besten positionierst du Läuterbottich und Einkocher nun so, dass die Würze aus dem Läuterbottich über Schwerkraft direkt in den sauberen Einkocher fliessen kann. Ggf. ist dabei ein kurzer Silikonschlauch eine Hilfe. Falls dies rein räumlich nicht möglich ist, kannst du die aufgefangene Würze auch wieder mit dem Messbecher in den Einkocher transferieren.

Tipp: Es ist praktisch, wenn die Würze „von alleine“ in den Einkocher fliesst, da du dann die Hände für die Nachgüsse frei hast!

Schritt 7: Nachgüsse

Achte auf deinen Treber! Wenn möglich sollte immer eine Schicht Wasser über dem Treber liegen, da er sonst anfängt sich zusammen zu ziehen. Dafür gibst du Nachgüsse mit 76-78 °C warmen Wasser langsam und vorsichtig auf den Treber. Am besten nutzt du dafür wieder einen Sieblöffel, so dass die Flüssigkeit nicht direkt auf den Treber prasselt und ihn so unnötig aufwühlt. Trage die Nachgüsse so lange auf, bis dein Einkocher fast voll ist.

Tipp: Sollte sich dein Treber verstopfen und keine oder nur noch wenig Würze in den Einkocher laufen, dann kannst du den Treber mit einem Küchenmesser leicht und vorsichtig in Rauten aufhacken bzw. in den Treber einschneiden.

Schritt 8: Würzekochen

Fülle den Einkocher nicht komplett mit Würze! Am besten lässt du ca. 5-6 Zentimeter Rand. Der Einkocher sollte nun sicher und stabil stehen. Je nach Räumlichkeit sollte ein offnes Fenster oder eine Dunstabzugshaube in der Nähe sein, denn das Kochen führt doch zu einer Geruchsentwicklung. Schalte den Einkocher auf die höchste Stufe. Bis die Würze richtig kocht, wird es einige Zeit dauern. In dieser Phase sollte der Einkocher nicht unbeaufsichtigt sein!

Tipp: Es kann auch von Vorteil sein, den Einkocher auf einem Balkon oder grundsätzlich im Freien zu positionieren. Der Ort sollte nur überbedacht sein, falls dich der Regen überrascht.

Schritt 9: Erste Messung

Fülle ein schmales hohes Glas (oder einen Spindelzylinder), das hoch genug ist für deine Spindel mit Würze aus dem Einkocher, damit du eine erste Messung der Stammwürze durchführen kann. Die Würze sollte dafür Zimmertemperatur haben und ist daher direkt aus dem Einkocher zu warm. Indem du das Glas in einen Topf mit kaltem Wasser stellst, kannst du die Würze abkühlen. Im Anschluss kannst du die Würze mit deiner Spindel messen. Die Spindel sollte dir bestenfalls einen Wert zwischen 10° und 12° Plato anzeigen. Notiere den Wert in der Messtabelle (Download). Nach dem Messen kannst du die Würze wieder in den Einkocher schütten, da weiter gekocht wird und so keine Infektion erfolgen kann.

Tipp: Für dein erstes Bier sind genaue Punktlandungen bei den Werten nicht wichtig. Viel wichtiger ist es, den eigentlichen Brauprozess zu verstehen.

Schritt 10: Erste Hopfengabe

Für die erste Hopfengabe muss die Würze wallend Kochen, wie ein Kochtopf, bevor du Nudeln hinein gibst. Mit einer Küchenwaage wiegst du nun die genaue Menge deines Aromahopfens ab. Die notwendige Menge für die erste Gabe erfährst du über die Hopfentabelle. Gib den Hopfen vorsichtig und am besten nicht in einem Wurf in die kochende Würze. Bei einer zu schnellen Gabe, kann die Würze leicht überkochen. Von nun an muss die Würze bis zur zweiten Hopfengabe 90 Minuten weiter wallend kochen. Der Deckel sollte während des Hopfenkochens nicht auf dem Einkocher liegen.

Tipp: In der Zwischenzeit kannst du deinen Läuterbottich reinigen, den Treiber entsorgen und den Läuterbottich als Gäreimer vorbereiten bzw. umbauen.

Schritt 11: Zweite Hopfengabe

Nachdem die Würze 90 Minuten gekocht hat, erfolgt die zweite Gabe mit Aromahopfen. Die notwendige Menge für die zweite Gabe deiner Hopfensorte kannst du wieder in der Hopfentabelle ablesen. Im Anschluss gibst du den Hopfen wieder vorsichtig in die kochende Würze. Diese zweite Hopfengabe wird für das Aroma deines Bieres sorgen. Kurz nach der Hopfengabe schaltest du den Einkocher vollständig aus und trennst ggf. auch das Kabel von der Steckdose.

Hinweis: In deiner Würze werden einige grössere Flocken zu sehen sein. Keine Panik! Das ist Eiweiß, dass durch das Kochen der Würze beim sogenannten Würzebruch entsteht.

Schritt 12: Whirlpool

Wenn sich die thermische Bewegung der Würze gelegt hat, nimmst du einen großen Kochlöffel oder einen ähnlichen Gegenstand zur Hand. Durch gleichmässiges Rühren in eine Richtung erzeugst du im Einkocher ein Art Strudel, den Whirlpool. Die Würze sollte vollständig in Bewegung sein und sich quasi im Kreis drehen. Ähnlich der Läuterruhe legst du nun eine Pause von 20 Minuten ein und lässt den Whirlpool mit geschlossenem Deckel in Ruhe seine Runden drehen.

Tipp: Nutze die Pause um deinen Gäreimer vollständig zu reinigen! Von nun an ist absolute Sauberkeit gefragt und ein gründliches ausspülen mit heissem und und kaltem Wasser ist unbedingt notwenig.

Schritt 13: Messung der Stammwürze

Bevor du die Würze aus dem Einkocher in den Gäreimer laufen lässt, befüllst du dein Messglas für die Spindel wieder vollständig mit Würze. Stell das Glas einfach zum Abkühlen zur Seite. Die Messung kannst du später durchführen, nachdem dein Bier im Gärfass ist. Die entnommene Flüssigkeit solltest du nach der Messung nicht wieder in deinen Sud zurück führen.

Hinweis: Wenn die Flüssigkeit im Glas auf Zimmertemperatur abgekühlt ist, kannst du die Stammwürze messen. Durch das Kochen ist der Wert gestiegen. Deine Spindel sollte nun einen Wert zwischen 12 und 14 Grad Plato anzeigen. Dieser Wert ist die Stammwürze deines Bieres. Notiere den Wert in der Messtabelle (Download).

Schritt 14: Hopfenseihen

Sauberes und reinliches Arbeiten ist von nun an Pflicht! Außerdem sollten alle Gegenstände abgekocht sein, die mit der Würze irgendwie in Kontakt kommen! Dazu zählen auch das Sieb und das Küchentuch. Positioniere den Gäreimer so, dass die heisse Würze aus dem Hahn des Einkochers in den Gäreimer laufen kann. Ggf. kann dazu erneut ein abgekochter Silikonschlauch sehr hilfreich sein. Auf dem Gäreimer positionierst du das Sieb mit dem Küchentuch. Das Küchentuch soll Rückstände des Hopfen und Eiweiß auffangen, damit es nicht den Weg ins Gärfass findet. Öffne langsam und vorsichtig den Hahn und lass die heisse Würze vollständig durch das abgekochte Küchentuch in den Gäreimer fliessen.

Hinweis: Je weniger Würze in deinem Einkocher ist, umso deutlicher solltest du einen Trubkegel am Boden des Einkochers sehen. Dieser Trubkegel ist das Ergebnis deines Whirlpool! Achte darauf, dass der Trubkegel nicht zerfällt und im Anschluss durch den Hahn in den Gäreimer verschwindet. Arbeite ruhig, langsam und sehr vorsichtig!

Schritt 15: Abkühlen

Verschliesse deinen Gäreimer mit dem Deckel, wenn die Würze vollständig im Gäreimer ist. Es sollten sich zwischen 18 und 22 Liter in deinem Gäreimer befinden. Wenn es wesentlich weniger ist, ist deine Stammwürze wahrscheinlich höher, als die Zielstammwürze von 12-14 Plato. Du kannst die Würze mit abgekochtem Wasser und mehrmaligem Messen auf den Zielwert verdünnen. Positioniere den Gäreimer an einem ruhigen, sauberen und dunklen Ort, der nach Möglichkeit eine konstante Temperatur von 19 bis 21 °C hat. An diesem Ort muss die Würze bis zur Hefegabe abkühlen. Am besten lässt du deinen Sud über Nacht bis zum nächsten Tag einfach stehen. Ebenso kannst du den Gäreimer in kaltem Wasser runterkühlen.

Tipp: Deine Packung Trockenhefe kannst du nun aus dem Kühlschrank nehmen, damit Sie parallel zur Abkühlung der Würze Zimmertemperatur annimmt.

Schritt 16: Hefegabe

Öffne nun vorsichtig den Deckel deines Gäreimer und prüfe mit einem gereinigten und sauberen Thermometer die Temperatur der Würze. Die Temperatur sollte unterhalb von 25 °C liegen. Ansonsten muss die Würze noch weiter abkühlen. Erst wenn die Temperatur unter 25 Grad – idealweiser bei 18 bis 21 °C – liegt öffnest du vorsichtig und mit absolut sauberen Händen das Päckchen Hefe. Streue die Hefe vorsichtig und gleichmässig auf die Würze. Verteile die Hefe dabei über die Oberfläche, so dass keine Klümpchen entstehen können.

Hinweis: Es ist unbedingt erforderlich, dass du bei der Hefegabe die Worte „Gott gebe Glück und Segen drein“ sprichst. Ansonsten wird dein Bier nichts werden! :-)

Schritt 17: Aufziehen

Die Hefe muss nun an der Oberfläche der Würze 30 Minuten rehydrieren. In der Zwischenzeit kannst du eine Küchenkelle gründlich abkochen. Mit dieser Kelle ziehst du die Würze im Anschluss mehrmals auf. Dazu tauchst du mit der Kelle in die Würze und ziehst die Flüssigkeit vorsichtig nach oben, so dass die Flüssigkeit in Kontakt mit der Luft kommt. Diese Zufuhr von Sauerstoff bringt deine Gärung gut ans Laufen. Verschliesse den Gäreimer wieder und positioniere das Gärröhrchen darauf, falls dein Eimer so etwas hat. Ansonsten legst du den Deckel nur leicht auf.

Hinweis: Von nun an übernimmt die Hefe das Kommando und bestimmt auch das Tempo. Geduld ist nun wichtig. Denke in Tagen anstatt in Stunden!

Schritt 18: Gärstart

Sei nicht ungeduldig und schau nicht alle paar Stunden in den Gäreimer! Ein erster Blick nach 24 Stunden ist ausreichend. Wenn sich noch nichts getan hat, dann bleib ruhig und warte weitere 24 Stunden. Kontrolliere ggf. die Temperatur der Umgebung. Dein Gäreimer sollte im Idealfall im Bereich von 18 bis 21 °C stehen. Wenn es 1-2 °C mehr oder weniger sind, ist es auch nicht dramatisch.

Tipp: Gib der Hefe wirklich Zeit und und handelt nicht unüberlegt. Die Hefe wird ankommen und dann startet die Gärung!

Schritt 19: Kontrolle der Gärung

Schau von nun an maximal eimal am Tag in den Gäreimer. Es schadet auch nichts, wenn du nur alle zwei Tage die Gärung kontrollierst. Am Anfang wird sich nur ein leichter „Schaumschleier“ auf dem Bier bilden. Dieser Schaumschleier steigt innerhalb einiges Tage zu sogenannten Hochkräusen auf. Richtig dicker hoher Schaum auf dem Bier ist daher normal. Ebenso schnell wie die Hochkräusen sich gebildet haben, werden Sie auch wieder verschwinden.

Tipp: Es kann sein, dass sich ein dicker brauner Hefeteppich auf dem Bier bildet. Du kannst diesen Hefeteppich mit einem abgekochten Löffel abnehmen. Das ist aber kein Muss. Die Hefe wird nach einiger Zeit von selber absinken.

Schritt 20: Messung des Restextraktes

Jede Gärung verläuft anders und einen genauen Marschplan für die Gärung gibt es nicht. Es ist allerdings vollkommen ausreichend, wenn du 4-5 Tage nach der Hefegabe zum ersten Mal eine Messung durchführst. Nutze dafür wieder dein Glas oder einen Spindelzylinder und die Spindel. Wichtig ist, dass du alles abkochst und reinigst, was mit dem Jungbier im Gäreimer in Berührung kommt. Lass die Probe etwas stehen, damit das CO2 entweichen kann, das sich bereits im Bier gebildet hat.

Hinweis: Du wirst bei diesen Messungen Werte zwischen 2 und 6 Plato ablesen. Notiere dir den Wert mit dem Datum der Messung in der Messtabelle (Download). Die entnommene Flüssigkeit solltest du nicht wieder ins Gärfass zurück führen, um Infektionen zu vermeiden!

Schritt 21: Gärende

Das Ziel ist es, dass dein Bier vollständig ausgärt! Das kann nach der Hefegabe in 3 Tagen der Fall sein, oder erst in 12 Tagen. Deshalb ist es wichtig, dass du alle paar Tage eine kurze Messung mit der Spindel durchführst. Verändert sich der Wert aber zwischen 2 Messungen und 2-3 Tagen nicht mehr. Dann ist die Gärung abgeschlossen und du kannst dich mit dem Abfüllen beschäftigen.

Tipp: Gib deinem Bier Zeit! Messe z.B. zum ersten Mal 5 Tage nach der Hefegabe und dann wieder nach 3 Tagen. Ist der Wert identisch, ist die Gärung abgeschlossen. wenn nicht, warte weiter und messe wieder. Der Wert muss über mehrere Tage konstant sein!

Schritt 22: Umschlauchen

Pro Liter Jungbier in deinem Gäreimer löst du nun 8 Gramm Traubenzucker in einem Gefäss mit etwas kochendem Wasser auf. Positioniere deinen Gäreimer vorsichtig und sanft, so dass das Jungbier über den Hahn – bestenfalls mit Silikonschlauch – wieder in deinen Einkocher laufen kann. Bevor du das Jungbier in den Einkocher laufen lässt, legst du die Traubenzuckerlösung in den Einkocher vor. Erst dann lässt du das Jungbier auf die Zuckerlösung in den Einkocher laufen. Achte am Ende darauf, dass nicht zu viel Hefe den Weg aus dem Gäreimer in den Einkocher findet. Wenn das Jungbier komplett im Einkocher ist, kannst du mit einem abgekochten Kochlöffel ganz leicht die Flüssigkeit durchrühren.

Tipp: Die Hefe hat sich in deinem Gäreimer vermehrt und nimmt so mehr Platz ein. Zeigt die Skala an deinem Gäreimer 21 Liter Jungbier, dann berechnen den Zucker lieber für 20 Liter. Faustregel: 1 Liter für die Hefe!

Schritt 23: Abfüllen

Über den Hahn des Einkochers kannst du das Jungbier nun in deine Flaschen abfüllen. Die Flaschen müssen absolut sauber sein. Ebenso solltest du bei Bügelflaschen die Gummis abkochen. Spüle alle Flaschen vor dem Abfüllen gründlich mit heissem Wasser aus. Achte beim Abfüllen auf einen gleichmässigen Füllstand und nicht zu viel Freiraum im Flaschenhals. Arbeite sauber und sorgfältig und verschliesse die Flaschen gründlich mit dem Bügel.

Tipp: Ein erneutes leichtes umrühren des Jungbieres schadet nicht. Du stellst damit sicher, dass wirklich in jede Flasche die gleiche Menge Traubenzucker zur Nachgärung kommt.

Schritt 24: Nachgärung

Wenn dein Bier in den Flaschen ist, steht die Nachgärung an. Die Hefe in deinem Bier wird den Traubenzucker vergären und das nötige CO2 in der Flasche entsteht. Ebenso entsteht noch etwas Alkohol (ca. 0,5%). Stelle dein Bier (ggf. in Kisten) an einen ruhigen, dunklen Ort, der wie bei der Hauptgärung ca. 18 bis 21 °C hat. Es bietet sich an, die Flaschen zur Nachgärung an dem gleichen Ort abzustellen, wie bei der Hauptgärung. Unter diesen räumlichen Bedingungen lässt du dein Bier 10 Tage stehen.

Tipp: Du kannst nun den finalen Alkoholgehalt deines Bieres berechnen.

Schritt 25: Reifung

Nach 10 Tagen Nachgärung bei Zimmertemperatur ist dein Bier an sich schon fertig. Es sollte nun aber – bestmöglich – noch einige Zeit bei 2-3 °C reifen. Dazu eignet sich natürlich am besten ein Kühlschrank. Lass deine Flaschen min. 2 Wochen aufrecht stehend im Kühlschrank reifen. Klar bist du sehr neugierig und es ist in Ordnung schön früher eine erste Flasche zu Testen, aber das Reifen tut deinem Bier gut und das Ergebnis wird auch besser. Nach der Reifung im Kühlschrank ist dein Bier wirklich fertig!

Tipp: Wenn du nicht genug Platz im Kühlschrank hast, kann es Hilfreich sein zum Beispiel einen Getränkehändler, Supermarkt oder Ähnliches zu Fragen, ob du dein Bier für einige Zeit ins Kühlhaus stellen darfst. Bei gerade mal 2 Kisten Bier lässt man da oft mit sich reden.

Drucken/exportieren
QR-Code
QR-Code Anleitung zum Bierbrauen (erstellt für aktuelle Seite)
*
^