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Autor: Betreff: 5. Mitteldeutsches Hobbybrauertreffen und 1. hobbybrauer.de Wettbewerb
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Basti_H
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red_folder.gif erstellt am: 29.7.2012 um 14:57  

Zitat von Brunnenbraeu, am 29.7.2012 um 12:54

Zitat von Basti_H, am 29.7.2012 um 12:41
Wenn Volker und auch die Anderen nichts dagegen haben, würde ich mal Versuchen alle wichtigen Informationen in einem Text zu Sammeln und zu Ordnen. So fällt es uns leichter, Punkte zur Verbesserung zu Bennen und auch fehlende Punkte zu Ergänzen.


Um Himmels Willen, was sollte ich dagegen haben? Ganz im Gegenteil! Nur zu! Das könnte eine hervorragende Grundlage für die Diskussion bilden!

Volker


Es ist leichter, vorher zu Fragen, anstatt sich hinterher zu streiten ;) Nicht jeder ist damit einverstanden, wenn man sein geistiges Eigentum ungefragt benutzt. Ich werde wohl am späten Abend anfangen und hoffe, im Verlauf des morgigen Tages eine erste Version bereitstellen zu können.

Ciao Basti


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Wetterauer Hausbräu
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andreas23
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red_folder.gif erstellt am: 29.7.2012 um 16:41  

Zitat von Brunnenbraeu, am 29.7.2012 um 12:52

Hm, sie sind nicht zum Ankreuzen gedacht, sondern zum Bewerten auf einer Skala von eins bis drei.


Ok, verstehe ich. Man könnte jetzt an der Auswahl herumkritisieren, aber es gibt ja rechts noch die Freitextfelder. Ist schon eine sinnvolle Geschichte, ja.

Zitat:
Die Unterscheidung zwischen DMS und Gemüse ist in der Tat eine sehr schwierige, und wir befinden uns derzeit in der Diskussion, diese Unterscheidung aus dem Verkosterbogen herauszunehmen, da die Masse - auch der zertifizierten - Verkoster den Unterschied nicht benennen kann. Eine frisch geöffnete Konservendose mit Mais (sehr typisch für DMS) und eine mit Erbsen (sehr typisch für den Gemüsegeschmack) riechen halt doch verhältnismäßig ähnlich. Insofern gebe ich Dir da gerne recht und bin ebenso gerne bereit, dies anzupassen.


Läßt sich das denn objektivieren? Also gibt es da verschiedene Markersubstanzen?

Zitat:
Speziell bei gefilterten Bieren kann man Autolyse ja eigentlich ausschließen - wenn ein solches einmal oxidiert ist, kommen aber häufig deutliche Sherry-Noten durch.


Ich habe gerade ein zwei Jahre überlagertes Mönchshofer Landbier aufgemacht. Das ist filtriert, und hat trotzdem deutliche Sherry-Noten. Ich bin überzeugt, du hast recht.

Zitat:
Oftmals hilft wirklich nur die Reduktion auf bestimmte Chemikalien, die dann aber wieder Bezeichnungen haben, die Otto Normalverbraucher nicht kennt, die ihm wenig sagen, und die er sich nicht merken kann. "Alte Socken" ist immer einfacher als "Isovaleriansäure", und dergleichen Dinge mehr, je nach Art der alten Socken ist aber die Spannweite des ersten Begriffs doch ein wenig größer. Es mag ja jetzt albern klingen, aber nasse alte Socken und trockene alte Socken riechen durchaus unterschiedlich, grins!


Ich finde es ja durchaus hilfreich, eine Markersubstanz für bestimmte Geschmäcker zu haben, einfach wegen der Reproduzierbarkeit. Man muß die allerdings nicht unbedingt hinschreiben, das Argument mit "da kann man sich nichts drunter vorstellen" lasse ich gelten. Hinzu kommt, daß Geschmacks- und Geruchseindrücke oftmals wesentlich komplexer sind als die jeweiligen Markersubstanzen. So eine Walderdbeere ist etwas völlig anderes als künstliches Erdbeeraroma.
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Brunnenbraeu
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red_folder.gif erstellt am: 29.7.2012 um 16:51  

Zitat von tazzyminator, am 28.7.2012 um 14:07
Das hört sich in der Art der Verkostung schonmal sehr gut an. Bei Schaum und Trübung bin ich mir nie ganz sicher in wie weit man da ja Punkte vergeben kann/soll.

Erstens kannst du als Hobbybrauer Klärmittel einsetzen (Irish Moos, Hausenblase, Filterelemente) zweitens gibt es genug Produkte zur Schaumstabilisierung. Nun würde ich ein Hobbybrauer-Bier das trübe ist nicht direkt abwerten, da es ja oft auf einfachste Weise gebraut wurde.
Beim Schaum gibt es Stile die definitiv eine Abwertung beim Schaum erhalten sollten, aber hier ist natürlich eine gewisse Ehrlichkeit der Brauer notwendig.

Da hätte ich mal eine kurze Frage an den professionellen Verkoster: Schmeckst du raus wenn einer in einem stilechten Pilsner eine Handvoll Weizen zur Schaumförderung reingibt?

Dann haben wir zum Bodensatz noch die Thematik des Abfüllens und der Hefe. Ein Brauer der seine "Haushefe" liebt, dies aber ein Stamm ist der schlecht klärt, der wird sich echt schwertun eine andere zu nehmen die das Bier vielleicht total verändert.
Dazu kommen noch diejenigen die die Möglichkeit besitzen Gegendruckfüllung zu betreiben.

Wie kann man hier eine Unterscheidung einführen, oder grenz man dan einfach aus?

Dies sind keine Kritiken an der Verkostung, wir sollten aber frühzeitig klarstellen welche Biere eine Chance haben und welche "vielleicht" nicht.

VG
Chris



Trübung und Klärmittel und Bewertung der Trübung bei Hausbräu allgemein: Das ist ein weites Feld für Diskussionen. Grundsätzlich gilt natürlich auch für Hausbrauer, dass ein bestimmter Bierstil üblicherweise nicht trüb, sondern klar ist (klassisch: Deutsches Pilsener). Wenn dann ein Hausbrauer der Meinung ist, auf seine "Haushefe", die unglücklicherweise eine Staubhefe ist und sich nicht absetzt, nicht verzichten zu können, dann hat er in gewisser Weise "Pech gehabt". Das klingt jetzt zwar hart, ist es aber meiner Meinung nach nicht - es ist nur konsequent. Der nächste Hausbrauer hat nämlich als "Haushefe" eine, die auch bei untergärigen Bieren relativ viele Ester produziert, und könnte dann auch reklamieren, dass es ja "nur" an seiner Haushefe liegt, dass das eingereichte Pilsner viel zu fruchtig schmeckt.

Wie weit man diese Konsequenz anwenden möchte, liegt natürlich in erster Linie daran, wie "eng" oder wie "weit" man eine Kategorie für den Wettbewerb definieren möchte. Macht man es relativ "eng", so wie die Bierstile des BJCP-Programms definiert sind (und die der polnischen Hausbrauer auch), dann muss man auch konsequent sein und trübe Biere in der Kategorie "Deutsches Pilsener" (um bei diesem Beispiel zu bleiben) abwerten. Wobei völlig klar ist, dass ein Hausbräu nie völlig blank sein wird - eine leichte Opaleszenz ist also immer zu akzeptieren.

Beim Weißbier sieht's anders aus - das soll schon gleichmäßig trüb sein. Dicke, klumpige Hefe würde hier zur Abwertung führen, ebenso ein wundersamerweise kristallklares Bier.

Jetzt wird der Hausbrauer natürlich ehrgeizig und benutzt Klärmittel (Gelatine, Hausenblase, Irisch Moos, PVPP). Was dann? Verboten sind diese Mittel lebensmittelrechtlich nicht, und da das Biergesetz für Hobbybrauer nicht gilt, sind auch Verweise auf das sogenannte "Reinheitsgebot" nur moralisch zu begründen, aber nicht legal. Aus meiner Sicht kann man Biere, die derart "künstlich" geklärt sind (Was ist an Hausenblase oder Irisch Moos eigentlich künstlich? Sind doch Naturprodukte!), nicht vom Wettbewerb ausschließen. Im Übrigen ist allerdings die Anwendung dieser Klärmittel auch nicht so einfach, dass jeder Dappes aus einer trüben Jauche mal eben noch ein kristallklares Pilsener fabrizieren kann.

Bei Mitteln zur Schaumstabilisierung sieht es anders aus: Manche dieser Mittel produzieren einen unnatürlich aussehenden Schaum (wie Seifenblasen bunt schillernd, oder fest und knackig wie Butterkreme aussehend). In einem solchen Fall kann die Wertung für den Anteil "Schaum" ja herabgesetzt werden, da nicht nur die sortentypische Menge und Haltbarkeit, sondern auch Farbe und Struktur des Schaums bewertet werden sollen. Wenn jedoch jemand eine Handvoll Weizen zum Pilsener hinzugibt, um den Schaum zu stabilisieren, dann schmeckt man das nicht raus und sieht es dem Schaum auch nicht an. Nicht bei so kleinen Mengen an Weizen, wie man da zugeben würde. Das rutscht definitiv durch. Kleine Tricks wird man also nie vermeiden können. (Gleiches gilt zum Beispiel, wenn ein eingereichtes Märzen eine hohe Stammwürze hätte, die bei einer "eng" definierten Kategorie zu hoch wäre. Die resultierende Geschmacksfülle und Vollmundigkeit könnte das Bier in die Ränge katapultieren, und niemand könnte nachweisen, dass das Ausgangsbier ursprünglich statt 13° Stammwürze über 15° hatte. - Also theoretisch könnte man schon, mit entsprechender Laborausstattung, aber nicht im Rahmen der Verkostung. - Hier bleibt also eine Grauzone für Betrug beziehungsweise Raum für einen Appell an die Fairness der Teilnehmer.)

Meine Erfahrung bisher zeigt jedoch, dass in den Wettbewerben, an denen ich teilgenommen habe, solche Tricksereien bisher keine Rolle spielten (oder nicht aufgedeckt wurden...) - und das, obwohl die Gewinne teilweise doch recht attraktiv waren.

Wenn jemand die Möglichkeit hat, seine Flaschen unter Druck abzufüllen, hat er es natürlich leichter, ein klares Bier vorzuweisen - das lässt sich nicht vermeiden. Aber es gibt auch zahlreiche (gute) Hefen, die sich wunderbar absetzen; und eine aufrechte Lagerung der Flaschen im Kühlschrank für drei, vier Tage tut Wunder. (Wobei das wiederum bei der Organisation des Wettbewerbs zu berücksichtigen ist. Die Flaschen müssen rechtzeitig vor dem Wettbewerb vor Ort sein und ein paar Tage im Kühlschrank stehen.) Übrigens muss ich auch ehrlich sagen, dass manche Biere, die sich üüüberhaupt nicht klären, obwohl die Hefe doch angeblich so flokkulent ist, und die Flasche schon sooo lange im Kühlschrank steht, einfach nur eine Eiweißtrübung haben. Und die führt zu Recht zu einer Abwertung.

Also, insgesamt ist es kompliziert. Bei der Kategorie Hefeweißbier müsste man die Flaschen vor dem Einschenken sowieso rollen oder überkopf lagern, damit sich die Hefe eben nicht absetzt, und das Bier eben nicht unnatürlich klar ausgeschenkt wird...

Bei allem Willen zur Objektivität und Professionalität - wir werden an der einen oder anderen Stelle an Grenzen der Praktikabilität stoßen, und dann ist es gut, wenn wir diese Dinge vorher alle diskutiert haben.

So, habe ich jetzt noch irgendwelche Fragen vergessen? Die Diskussion ist jetzt schon recht lang und unübersichtlich...

Volker
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Zitat von andreas23, am 29.7.2012 um 16:41
Ok, verstehe ich. Man könnte jetzt an der Auswahl herumkritisieren, aber es gibt ja rechts noch die Freitextfelder. Ist schon eine sinnvolle Geschichte, ja.


An der Auswahl kann man ganz erheblich herumkritisieren - da bin ich sehr offen für alle konstruktiven Vorschläge!


Zitat von andreas23, am 29.7.2012 um 16:41
Läßt sich das denn objektivieren? Also gibt es da verschiedene Markersubstanzen?


Ich kenne für den Gemüsegeruch keine. Für den Maisgeruch ist es DMS. Aber gerade wegen der Nähe dieser Gerüche zueinander plädiere ich auch dafür, die beiden Gerüche zusammenzufassen zu DMS/gemüseartig.


Zitat von andreas23, am 29.7.2012 um 16:41
Ich finde es ja durchaus hilfreich, eine Markersubstanz für bestimmte Geschmäcker zu haben, einfach wegen der Reproduzierbarkeit. Man muß die allerdings nicht unbedingt hinschreiben, das Argument mit "da kann man sich nichts drunter vorstellen" lasse ich gelten. Hinzu kommt, daß Geschmacks- und Geruchseindrücke oftmals wesentlich komplexer sind als die jeweiligen Markersubstanzen. So eine Walderdbeere ist etwas völlig anderes als künstliches Erdbeeraroma.


Oh, ja. Hundertprozentige Zustimmung. Ich habe es in einem Wettbewerb mal so gemacht, dass ich unter Verweis auf das Aromarad in der rechten Hälfte viele Nummern aufgeschrieben habe, und nur dort, wo absolut notwendig, weitere Erläuterungen aufgeschrieben habe. Klappte eigentlich ganz gut, war aber schwierig, das in einer Fremdsprache zu machen. Sich auf drei Dinge gleichzeitig zu konzentrieren, ist hart: die Sensorik, die fremde Sprache (polnisch) und den Nummernkode. Ist bei einem deutschen Wettbewerb aber gegebenenfalls zu überlegen. Dann habe ich zwar keine Markersubstanz, aber dennoch einen Verweis auf eine in gewisserweise normierend wirkende Standard-Wortwahl aus dem Aromarad.

Das führt mich nun zu noch einer weiteren Frage: Welche Informationen bekommt der Einreicher nach dem Wettbewerb? Ich hielte es für falsch, die Bewertungsbögen komplett zu veröffentlichen. Gegebenenfalls sieht man sich als Verkoster dann Anfeindungen ausgesetzt, oder endlosen Diskussionen "im Nachgang". Auch die besten Verkoster sind nie unfehlbar, es ist immer subjektiv, es gibt immer Interpretationsspielraum. Wir haben in der PSPD uns hinterher zusammengesetzt und für jedes einzelne Bier eine "Metryczka" geschrieben, also eine Metrik, die die Ergebnisse der drei bis fünf Verkoster pro Bier zusammengefasst hat, und diese dann als Freitext zusammen mit den Durchschnittspunktwerten in den Teilbereichen des Verkostungsbogens per eMail zugesandt. Ist viel Arbeit, zumal man sie sich für jedes einzelne eingereichte Bier machen muss. Und sie macht nicht mehr so viel Spaß, da der Wettbewerb zu dem Zeitpunkt ja eigentlich schon vorbei ist...

Nun ja, je mehr ich schreibe, um so mehr Dinge fallen mir ein, die es zu diskutieren gilt. Diskussionen, die wir vor ein paar Jahren in Polen auch geführt hatten, als wir die Wettbewerbe vereinheitlichten.

Wenn Interesse besteht, kann ich die Anweisung der PSPD für die korrekte Durchführung eines Wettbewerbs ja mal übersetzen.

Volker
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Zitat von Brunnenbraeu, am 29.7.2012 um 17:07
Wenn Interesse besteht, kann ich die Anweisung der PSPD für die korrekte Durchführung eines Wettbewerbs ja mal übersetzen.

Volker


Interesse besteht auf jedenfall, mach dir aber nicht zuu viel Arbeit, bzw. lass dir Zeit. Das hier soll ja nicht in Stress ausarten ;)


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Zitat von Basti_H, am 29.7.2012 um 17:28
Interesse besteht auf jedenfall, mach dir aber nicht zuu viel Arbeit, bzw. lass dir Zeit. Das hier soll ja nicht in Stress ausarten ;)


Keine Sorge. Heute war ein verregneter Sonntag, da habe ich viel Zeit vor'm Rechner verbringen können. Ab morgen früh wird die Schlagzahl wieder reduziert...

Volker
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Zitat von Berliner, am 29.7.2012 um 12:36
Hier in der Schalander-Sonderausgabe Bierverkostung 2.0 von 2007 gibt es auf Seite 8 bis 10 die VHD-Verkostungsbögen. Sieht auf den ersten Blick recht ausführlich aus. Ist auch sonst ganz interessant mit vielen Informationen rund um die Bierverkostung.

Edit:
Zur Frage der Optik gibt es da eine salomonische Lösung: die volle Punktzahl gibt es für "Farbe sortentypisch, völlig klar oder Trübe sehr gut verteilt".


Der Leitfaden der VHD ist in der Tat ein hervorragender Anfang und könnte genauso gut für unsere Diskussion zur Erstellung eines Verkostungsbogens dienen. An der einen oder anderen Stelle gibt es aber Verbesserungsbedarf. Beispielsweise halte ich die Beschreibung der Wertungsstufen beim Schaum einem englischen Ale gegenüber für nicht angemessen.

Des weiteren geben die - sicherlich gut gemeinten und für einen Anfänger zunächst mal nützlichen - Beispiele dessen, was zur Bewertung in den einzelnen Abschnitten zu bedenken ist, zwar einen Rahmen vor, aber durch ihren beispielhaften Charakter engen sie subtil-psychologisch leider auch ein (das machen die einzelnen Geschmackskomponenten in der linken Spalte des polnischen Verkostungsbogens auch...).

Insofern viel Diskussionsbedarf.

Was für mich im Übrigen immer ein Dorn im Auge ist, ist die Reihenfolge der Kriterien. Neunzig Prozent aller Leitfäden beginnen damit: "Schauen wir uns das Bier doch zunächst mal an..." Nichts falscher als das - meiner Meinung nach, jedenfalls.

Ich beginne immer mit dem Geruch, denn leicht flüchtige Komponenten (z.B. Merkaptane - Lichtgeschmack, Skunks, Lightstruck, oder wie auch immer) verschwinden schon nach einigen Sekunden oder einer halben Minute. Dann die ersten Geschmackseindrücke - spontan, nach dem Antrunk, und bevor möglicherweise eine Oxidation des eingeschenkten Bieres beginnt. Dann erst in Ruhe Farbe, Schaum, Trübe. Die laufen nicht weg. Das heißt, der Schaum schon, aber wenn er das tut, dann hat man ja schon genau den Eindruck, den man bewerten möchte.

Mittlerweile haben sich Nase, Zunge und Gaumen wieder entspannt, und man kann noch einmal schnüffeln und schlucken. Der Parfümeur wurde sagen, nach der Kopfnote (flüchtig) kommt nun der Körper (nachhaltig)... Und das gilt für Geruch wie Geschmack.

Was in einem Wettbewerb nicht möglich ist, aber interessant: Man kann ein Bier auch mal eine Stunde im Glas stehen lassen und dann daran riechen und es verkosten. 2010 haben wir das in Żywiec mal (unabsichtlich) mit einem Paulaner Salvator (Referenzbier) gemacht. Es hatte in dieser Stunde in der Sommerhitze eine Honignote entwickelt, die war sagenhaft. Als ob man wirklich an einem frisch geöffneten Glas Waldhonig riechen würde. Selbst Martin Zuber, der Braumeister bei der Paulaner Brauerei ist und dieses Erlebnis mit mir zusammen hatte, war völlig überrascht. Das kannte er so von "seinem" Bier noch nicht...

Volker
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Zitat von Brunnenbraeu, am 29.7.2012 um 08:35

Dann können wir kucken, wieviele Verkoster wir sind, die auch verkosten wollen (es versteht sich meiner Meinung nach von selbst, dass die, die verkosten, kein Bier im Wettbewerb einreichen, um jedem Hauch einer Schummelei vorzubeugen), und dann können wir festlegen, wie viele Kategorien möglich sind.


Erfahrungsgemäß ist ja die Zahl der Verkoster eher beschränkt, und vermutlich ist es auch nicht einfach, eine ausreichend große Anzahl einigermaßen vorgebildeter/geschulter Verkoster zu bekommen. Bsp. VHD: viele der "Vorverkoster" machen das nur aus Zwang weil sie ein Bier eingereicht haben. Ich halte es zwar für äußerst schwierig (natürlich sortenabhängig), sein eigenes Bier zu erkennen, aber natürlich besteht ein gewisses "Schummel-Potential". Die Verkoster würde ich trotzdem nicht generell von der Einreichung ausschließen, sondern allenfalls die Einreicher von der Verkostung in der eingereichten Kategorie.
Weder bei der VHD noch bei der SIOS gibt es da eine Einschränkung. Mir ist es bei vielen Verkostungen lediglich einmal geglückt, mein eigenes Bier zu erkennen - und auch das nicht zweifelsfrei. Besser fände ich aber auch, wenn man gar nicht erst dem Vorwurf eines Betrugsversuchs ausgesetzt ist.
Hat man eine ausreichend große Anzahl von Verkostern, kann man auch die beste und schlechteste Bewertung eines Bieres eliminieren, also die Extrema eliminieren. Das wurde beim VHD meines Wissens oft so gehandhabt.
Im Übrigen: bei der SIOS-Trophy wird jedes Bier durch zwei Vierergruppen verkostet, und es ist ausdrücklich erwünscht, daß man die Biere diskutiert.

Gruß, Alex.
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Zitat von Al, am 30.7.2012 um 10:54
Im Übrigen: bei der SIOS-Trophy wird jedes Bier durch zwei Vierergruppen verkostet, und es ist ausdrücklich erwünscht, daß man die Biere diskutiert.

Gruß, Alex.


Wenn sich die Verkoster unterhalten dürfen, hat das natürlich Vor- und Nachteile. Ich kann mir gut vorstellen, dass sich eher unerfahrene Verkoster leicht von der Meinung eines erfahrenen Verkosters beeinflussen lassen, im gegenzug wird dadurch aber verhindert, dass jemand komplette Fehleinschätzungen abliefert. Erlaubt man es den Verkostern das Bier zu diskutieren, so sollten diese auch eine gemeinsame Bewertung abgeben.

Ciao Basti


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Projektplanung „Hobbybrauwettbewerb“

0.1 Vorwort:
Ich habe versucht, alle bisher genannten Aspekte aus unseren Thread hier zusammen zu fassen. Dabei habe ich zwischen Organisation und Verkostung unterschieden, wobei der Teil Verkostung erst später folgen wird, da ich hier auf die Übersetzung von Volker (Brunnenbraeu) warten möchte. Des Weiteren habe ich bewusst sehr viele Unterteilungen gesetzt, damit es einfacher fällt, in den kommenden Diskussionen die Absätze genauer zu benennen.
Ich habe Textpassagen aus unseren Thread teilweise kopiert, oder in abgeänderter Version verwendet. Einige Teile in meinen Worten wiedergegeben. Sollte irgendjemand nicht damit einverstanden sein, dass ich seinen Text ganz oder teilweise benutzt habe, dann gebt mir bitte Bescheid, und ich werde diesen Teil dann entfernen.

Inhaltsverzeichnis:
0.1 Vorwort + Inhaltsverzeichnis
1.0 Organisation und Ablauf
1.1 Beschreibung des Wettbewerbes
1.2 Bedingungen
1.2.1 Anzahl und Auswahl der Kategorie(n)
1.2.2 Beschränkung der Anzahl der zu verkostenden Bieren pro Kategorie
1.2.3 Beschränkung der Teilnehmer
1.3 Verkostung, Ablauf
1.3.1 Das Verkosterteam
1.3.2 Anonymisierung der Proben
1.3.3 Korrekte Vorbereitung der Proben
1.3.4 Vorverkostung
1.3.5 Verkostung
1.3.6 Mengen an Proben und Gläsern
2.0 Verkostung



1.0 Organisation und Ablauf

1.1 Beschreibung des Wettbewerbes
Der erste Hobbybrauerwettbewerb soll im Rahmen des fünften Mitteldeutschen Hobbybrauertreffen im Jahre 2013 stattfinden. Bei diesem Wettbewerb können Hobbybrauer ihr Bier verkosten und bewerten lassen. Es soll ein Amateurwettbewerb sein, der in Qualität und Durchführung, aber nicht in Größe und Kapital mit professionellen Wettbewerben mithalten kann. Eine faire und nachvollziehbare Bewertung soll daher im Vordergrund stehen. Im Laufe der Planungen soll ein einheitlicher Verkostungsbogen mit Begleitheft entworfen werden, mit dem jeder ambitionierter Biertrinker mit Konzentration und Verstand, nach kurzer Einweisung eines erfahrenem Verkosters, repräsentative Verkostungen durchführen kann.

1.2 Bedingungen
Der Wettbewerb soll in erster Linie die Hobbybrauer ansprechen, damit jeder die Möglichkeit bekommt, sein Bier unter fairen Bedingungen verkosten zu lassen. Es ist nicht der Sinn, dass kommerzielle Brauer am Wettbewerb teilnehmen, Ausnahmen könnten Kleinstbrauer sein. Diskussionspunkt!!!

1.2.1 Anzahl und Auswahl der Kategorien
Bei der Anzahl und Auswahl der Kategorien gibt es unzählige Möglichkeiten. Da gerade beim ersten Wettbewerb die Anzahl der Verkoster überschaubar sein wird, sollten wir nicht zu viele Kategorien auswählen. Zwei Kategorien wurden für den Beginn vorgeschlagen. Bei der Auswahl der Kategorien sollte auf Chancengleichheit geachtet werden. Das heißt, es sollte zumindest eine „einfache“ Kategorie dabei sein, dessen Bier ohne großen Aufwand für jeden herzustellen ist. Diskussionspunkt!!! Mein Vorschlag wäre Weizenbier, ob Hell oder Dunkel, ist egal, man braucht dazu keine zu großen Kühlmöglichkeiten und auch die Anforderungen an Klärung sind überschaubar.

1.2.2 Beschränkung der Anzahl zu verkostender Biere pro Kategorie
Verkoster können nur eine begrenzte Anzahl an Bieren testen, bevor die Konzentration wegen der voranschreitenden Zeit und auch dem Alkohol nachlässt. Eine Übliche Anzahl an Bieren pro Kategorie sind 15. Zwei Verkosterteams pro Kategorie anzusetzen ist nicht repräsentativ.

1.2.3 Beschränkung der Teilnehmer
Wie in den Bedingungen schon beschrieben, soll der Wettbewerb für Hobbybrauer sein. Da aber einige Wenige unter uns schon den Schritt in Richtung Vermarktung ihrer Biere unternommen haben, könnte man abwägen, Kleinstbrauer ebenfalls zuzulassen.

1.3 Verkostung, Ablauf
In diesem Abschnitt wird auf den Ablauf der Verkostung eingegangen. Es geht um die korrekten Vorbereitungen und den formellen Aufbau einer Verkostung, nicht aber um die Verkostung (Geschmacksauswertung) an sich.

1.3.1 Das Verkosterteam
Ein Verkosterteam sollte aus mindestens drei bis höchstens fünf Verkostern bestehen, damit eine ausreichende Objektivität bei dennoch überschaubarem Aufwand gewährleistet ist. Des Weiteren Muss das Bier einer Flasche für alle Verkoster ausreichen, um unterschiedliche Bewertungen aufgrund der Verwendung zweier Flaschen zu vermeiden. Ebenfalls sollte sich der Aufwand des Einschenkens nicht zu sehr in die Länge ziehen, damit den Verkoster möglichst schnell das Bier zur Verfügung steht.

1.3.2 Anonymisierung der Proben
Ein Wettbewerb sollte immer Fair ablaufen. Dazu ist es nötig, die einzelnen Biere anonym den Verkostern zu reichen. Eine Möglichkeit dazu wäre es, die Biere im Vorfeld in einer Tabelle zu Nummerieren. Derjenige, der das Bier für die Verkostung portioniert, weiß, welches Bier er gerade einschenkt. Eine zweite Person bringt die Proben dann zu den Verkostern. Er kennt nur die Nummer des Bieres, hat aber die Flasche, in der das Bier war, nie gesehen. Beim Servieren teilt er den Verkostern die Nummer mit, die sie in den Verkostungsbogen eintragen.

1.3.3 Korrekte Vorbereitung der Proben
Bei den zu verkostenden Proben soll das Bier vorsichtig und ohne Schaum und Bodensatz in ein Glas eingeschenkt werden. Bierstile, bei denen es typisch ist, den Bodensatz aufzuwirbeln (Hefeweizen), wird mit Bodensatz eingeschenkt. Des Weiteren wird eine Probe des Bieres schwungvoll in ein größeres Glas eingeschenkt, das zur Bewertung von Farbe, Klarheit und Schaum dient.

1.3.4 Vorverkostung
In Abhängigkeit zu der Anzahl der zu verkostenden Biere pro Kategorie, kann es vorkommen, dass mehr Biere zur Verkostung stehen, als das Verkosterteam bewältigen kann (zum Beispiel die schon genannten 15 Biere). Ist dies der Fall, so kann eine verkürzte Vorverkostung einige Tage vor der eigentlichen Verkostung, dazu genutzt werden, die Anzahl zu verkostender Biere zu reduzieren. Dabei sollen in erster Linie Biere mit offensichtlichen Fehlern (Gushing, Geruch, Geschmack und Farbe) aussortiert werden. Reicht dieser Filter noch nicht aus, so gibt es eine verkürzte Verkostung, der der
dann die 15 besten Biere sich zur eigentlichen Verkostung qualifizieren.

1.3.5 Verkostung
Die Verkostung wird von einem Verkosterteam von drei bis fünf Personen durchgeführt. Jedes Bier wird einzeln, anonymisiert serviert, zusätzlich zu den zu verkostenden Proben gibt es ein weiteres, großes Glas, zur Bewertung von Schaum, Klarheit und Farbe, die Verkoster nehmen sich etwa 10min Zeit, um das Bier zu testen und ihre Bewertung zu notieren. Die Verkoster unterhalten sich dabei nicht, damit jeder seine eigene Bewertung abgeben kann. Nach den ersten sieben oder acht Bieren wird eine zwanzig minütige Pause eingelegt und im Anschluss werden die anderen sieben oder acht Biere bewertet.

1.3.6 Mengen an Proben und Gläsern
Jeder, der ein Bier verkosten lassen will, muss pro Kategorie drei Flaschen je 500ml abgeben. So ist gewährleistet, dass genug Bier zu Verfügung steht, sollte es zur Vorverkostung kommen.
Pro Kategorie sollte es ausreichend Verkostungsgläser von höchstens 200ml geben, um Verzögerungen durch Spülpausen zu vermeiden.


Sollte etwas nicht korrekt sein, sagt bescheid, dann ändere ich es. dies hier ist keine absolute Fassung und soll nur zum Vereinfachen der Diskussion dienen. Damit wir uns nicht in endlosen Zitaten verlieren, setzt doch bitte einfach die jeweilige Nummer zu eurem Beitrag.

Ciao Basti


[Editiert am 30.7.2012 um 15:35 von Basti_H]



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Da ich ja gerade ein Budget habe, werde ich mal eine Runde Degustationsgläser einkaufen, und sie für den Wettbewerb zur Verfügung stellen. Es wird, angesichts der entsprechenden Nachbarthreads, wohl das Teku werden.

Und nachdem ich ja jetzt unter die gewerblichen Bierbrauer gehe, also auch kein Hobbybier einreichen werde, würde ich mich auch als Tester zur Verfügung stellen. Bis es soweit ist, bin ich, siehe Sensorikschulung, hoffentlich auch ausreichend qualifiziert. :)
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Damit hast Du die Ehre, als unser erster Sponsor in die Annalen einzugehen ;)


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Gruß vom Berliner
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Zitat von Basti_H, am 29.7.2012 um 17:28

Zitat von Brunnenbraeu, am 29.7.2012 um 17:07
Wenn Interesse besteht, kann ich die Anweisung der PSPD für die korrekte Durchführung eines Wettbewerbs ja mal übersetzen.

Volker


Interesse besteht auf jedenfall, mach dir aber nicht zuu viel Arbeit, bzw. lass dir Zeit. Das hier soll ja nicht in Stress ausarten ;)



Einen Monat lang war ich recht passiv abgetaucht, möchte jetzt aber meine Bringschuld erledigen.

Hier also die Übersetzung der Anweisung für die Organisation von Hausbrauer-Wettbewerben, wie wir sie in Polen anwenden. Dazu dann auch noch einmal die Verkostungsbögen - den Eliminierungsbogen für die Vorverkostung zum Ausschluss aller Biere mit offensichtlichen Geschmacksfehlern, und den Verkosterbogen, der beim eigentlichen Hausbräu-Wettbewerb verwendet wird. Der Eliminierungsbogen wird von allen Verkostern gemeinsam ausgefüllt.

Gruß,

Volker




Handbuch für Organisatoren von Hausbrauwettbewerben

Erarbeitet durch die Kommission für Verkoster-Schulung und -Zertifizierung

Das Hausbrauen erfährt seit einigen Jahren eine ungewöhnlich dynamische Entwicklung. Allerorten entstehen Geschäfte für Braubedarf und Rohstoffe, und es werden Internet-Portale und -Foren gegründet, in denen Hausbrauer ihre Erfahrungen untereinander teilen. Eine Reaktion bezüglich des großen Interesses am häuslichen Brauen sind auch Wettbewerbe, auf denen Hausbrauer sich in unterschiedlichen Kategorien miteinander messen können. Ziel dieser Wettbewerbe ist es meistens, das beste Bier in einer vorgegebenen Stilkategorie zu identifizieren. Auch wenn es in Polen eine langjährige Tradition der Bierwettbewerbe gibt, so ist doch die Durchführung solcher Wettbewerbe für Hausbrauer eine recht neue Erscheinung. In dieser Hinsicht fehlt es neben der Tradition auch an ausreichenden Informationen und Hinweisen. Ziel des vorliegenden Handbuches ist es daher, einige allgemeine Grundsätze vorzustellen, denen Organisatoren von Hausbrauwettbewerben folgen sollten, um ein ehrliches und sachliches Küren der besten Biere zu sicherzustellen.

Das Handbuch für Hausbrauwettbewerbe wurde durch die Kommission für Verkoster-Schulung und -Zertifizierung der Polnischen Hausbrauervereinigung erarbeitet. Es stellt die gemeinsame Meinung eines Expertenpanels dar – Hausbrauer, Berufsbrauer und Bierkenner. Wir hoffen, dass dieses Handbuch dem Hausbrauen in Polen und insbesondere der Steigerung der Qualität in der Organisation von Hausbrauwettbewerben dienlich ist.

Der Inhalt dieses Handbuchs richtet sich in erster Linie an Organisatoren und an Verkoster in Hausbrauwettbewerben. Es gliedert sich in fünf Teile:

Grundsätze der guten Praxis für Hausbrauwettbewerbe
Verkostungsbogen für Vorentscheidungen
Verkostungsbogen für Hausbrauwettbewerbe
Intensitätsskala für Fehlgerüche und -geschmäcker
Interpretation der Ergebnisse

Grundsätze der guten Praxis für Hausbrauwettbewerbe

1. Das für den Wettbewerb angemeldete Bier sollte den Organisatoren spätestens drei Tage vor dem eigentlichen Wettbewerb zur Verfügung stehen.
2. Bis zum Wettbewerb ist das Bier an einem kühlen, dunklen und sicheren Ort zu lagern.
3. Wenn die Anzahl der zu einer gegebenen Kategorie einreichten Biere höher ist als 12 bis 15, ist eine Vorentscheidung durchzuführen.
4. Ziel der Vorentscheidung ist es, zur Finalrunde etwa 12 bis 15 Biere zu qualifizieren. Eine empfohlene Methode für die Vorentscheidung ist es, jeweils eine Tranche von 7 bis 9 per Losentscheid ausgewählter Biere zu servieren. Auf dem Tisch der Jury sollte ein Behälter stehen, in den die disqualifizierten Biere entleert werden können. Es ist zugelassen, die nicht disqualifizierten Biere einer Tranche gegen die Biere einer anderen Tranche derselben Kategorie zu bewerten, um zu einer endgültigen Entscheidung zu kommen. Während der Vorentscheidung ist eine Abstimmung der Juroren untereinander zulässig, um Übereinstimmung bezüglich der qualifizierten Biere zu erreichen.
5. Im Falle einer großen Anzahl von Bieren und der Notwendigkeit der Durchführung einer Vorentscheidung können die Veranstalter die Vorentscheidung an einem separaten Tag ansetzen oder für eine ausreichend lange Regenerationspause zwischen Vorentscheidung und Wettbewerb sorgen.
6. Der Raum, in dem der Wettbewerb stattfindet, muss frei sein von unerwünschten Gerüchen, und er muss gut beleuchtet sein.
7. Die Organisatoren sind verantwortlich dafür, den Juroren Bedingungen zu schaffen, unter denen sie sich konzentrieren können.
8. Während der Verkostung sind die Organisatoren dafür verantwortlich, dass die Juroren unbegrenzt stilles Wasser und geschmacksneutrales Gebäck zur Verfügung haben.
9. Die Organisatoren haben geschultes Hilfspersonal zur Verfügung zu stellen, das sich auf das korrekte Einschenken und Servieren der Biere für die Verkostung versteht.
10. Die Verkostungsproben sind so vorzubereiten, dass es den Mitgliedern der Jury unmöglich ist, dies zu beobachten.
11. Die Verkostungsproben sind eindeutig zu markieren, so dass eine Verwechslung ausgeschlossen ist.
12. Alle Verkostungsproben einer gegebenen Kategorie sind in einheitlichen, durchsichtigen Gefäßen (Glas oder Hartplastik) zu servieren, müssen die gleiche Temperatur haben (in Abhängigkeit von der Kategorie / dem Bierstil 9° bis 14° C) und sind in einheitlichen Mengen auszuschenken.
13. Wenn die Biere nacheinander zur Verkostung serviert werden, ist die Reihenfolge vor dem Wettbewerb auszulosen.
14. Die Proben zur individuellen Verkostung sind so einzuschenken, dass möglichst kein Schaum entsteht; zur Beurteilung des Schaums hingegen ist das jeweilige Bier aus einer Höhe von etwa 20 cm in ein separates, hohes Glas einzuschenken.
15. Alle weiteren Proben sind in einem Abstand von 5 bis 10 Minuten zu servieren. Auf Wunsch der Jury wird eine etwa zwanzigminütige Pause für die Verkoster eingeplant.
16. Alle Juroren, idealerweise 3 bis 5 pro Panel, haben sich den Organisatoren des Wettbewerbs rechtzeitig zur Verfügung zu stellen.
17. Die Juroren haben sich am Tag des Wettbewerbs in körperlich und geistig guter Verfassung zu befinden. Sie dürfen am Tag des Wettbewerbs kein Parfüm oder riechende Kosmetika benutzen.
18. Während des Wettbewerbs dürfen sich die Juroren untereinander nicht austauschen und auch nicht laut über ihre eigenen Bewertung nachdenken.
19. Jeder Wettbewerbsteilnehmer hat Anspruch darauf, Kenntnis über die Bewertung seines eigenen Bieres zu bekommen.
20. Die jeweiligen Regeln eines Wettbewerbs sind den Teilnehmern und den Juroren rechtzeitig vor Beginn des Wettbewerbs bekanntzugeben.

Die obigen Grundsätze stellen allgemeine Richtlinien für die Organisatoren dar. Ihr Ziel ist es, die Aufmerksamkeit auf gewisse Punkte zu lenken, die bei einer angemessenen, ehrlichen und professionellen Durchführung eines Wettbewerbs zu beachten sind. Sie können keine detaillierte Ausschreibung und Teilnahmebedingungen ersetzen, jedoch den Organisatoren bei deren Formulierung unterstützen.

Verkostungsbögen

Der Eliminierungsbogen und der Verkostungsbogen sind fertige Schablonen, die sich mit wenig Aufwand an die Bedürfnisse eines gegebenen Wettbewerbs anpassen lassen. Insbesondere sind natürlich die Felder „Bezeichnung des Wettbewerbs“, „Bierstil“ und „Verkosterdaten“ anzupassen. Der Eliminierungsbogen ist eine verkürzte Version des Verkostungsbogens. Sein Gebrauch ist ausschließlich dann angezeigt, wenn im Falle einer zu hohen Anzahl ein Teilnehmern eine Vorentscheidung durchgeführt werden muss. Er dient somit nur dem Ziel, diejenigen Biere zu identifizieren, die die Endrunde erreichen. Der eigentliche Verkostungsbogen hingegen besteht aus zwei Teilen. Die linke Hälfte enthält die am häufigsten im fertigen Bier auftauchenden Geschmacksfehler, die rechte hingegen die verschiedenen Parameter, die es zu bewerten gilt. Beide Verkostungsbögen erfüllen zwei Funktionen:

- Sie erlauben die Auswahl des Siegerbieres sowie das Erstellen einer Rangliste der weiteren Biere auf Basis der Punktwertungen der einzelnen Verkoster.
- Sie stellen dem Brauer wichtige Informationen über die Stärken und Schwächen ihrer Biere zur Verfügung.

Aufgrund dieser Informationsfunktion empfehlen wir, die Verkostungsbögen so ehrlich, genau und umfangreich wie möglich auszufüllen, die Stärken und Schwächen der verkosteten Biere zu beschreiben und Hinweise zu geben, wie die Rezeptur oder die Herstellung eines gegebenen Bieres verbessert werden kann. Ein gewissenhaft von einem kompetenten Verkoster ausgefüllter Verkostungsbogen liefert nicht nur eine professionelle Bewertung des Bieres, sondern ebenfalls eine umfassende Information für den Brauer über sein Bier.

Eliminierungsbogen

http://www.brunnenbraeu.de/Bilder/Eliminierungsbogen.pdf

Verkostungsbogen

http://www.brunnenbraeu.de/Bilder/Verkostungsbogen.pdf

Intensitätsskala der Fehlgeschmäcker

In der linken Spalte des Verkostungsbogens sind 18 grundsätzliche Fehlgeschmäcker aufgelistet. Neben ihnen befindet sich jeweils ein Quadrat, in das die Intensität des Fehlgeschmacks einzutragen ist. Fehlt der Fehlgeschmack, ist das Quadrat leer zu lassen. Wie die Intensität zu bewerten ist, zeigt die folgende Tabelle:

3 Punkte – dominierend, kräftig, leicht spürbar, stark störend
2 Punkte – deutlich, eher störend, aber übersteigt nicht die anderen Attribute
1 Punkt – leicht, im Hintergrund spürbar, verborgen, gegebenenfalls akzeptabel

Die Angabe, welche Fehler ein Bier aufweist und wie deutlich diese spürbar sind, liefert auf der einen Seite die Begründung für einen Punktabzug in der Bewertung des Geschmacks, des Geruches oder der Bitte, auf der anderen Seite ist sie aber auch eine Rückkopplung für den Brauer des jeweiligen Bieres, welche Geschmacksempfindungen der Verkoster hatte. Bei der Beschreibung der Fehler ist der jeweilige Bierstil zu berücksichtigen, zum Beispiel: In einem Pilsener sind Bananen- und Gewürznelkenaromen ein Geschmacksfehler und sollten daher beschrieben werden; in einem Hefeweißbier hingegen sind sie erwünschte Eigenschaften und sollten daher nicht markiert werden.

Interpretation der Ergebnisse

Die Reihung der Biere vom besten zum schlechtesten wird erstellt, indem die Punkte aller Juroren aufaddiert und durch die Anzahl der Juroren geteilt werden. Die Ergebnisse werden auf eine Nachkommastelle genau angegeben.

Stufen:

45 – 50 – mustergültig – Bier der höchsten Klasse, hervorragend, kann als Beispiel für diesen Bierstil dienen
38 – 44 – sehr gut – sehr gutes Bier, das in Gänze den Charakter des Bierstils widerspiegelt
30 – 37 – gut – gutes Bier, über dem Durchschnitt
21 – 29 – ordentlich – Bier von mittlerer Qualität, das Fehler unterschiedlicher Stärke aufweisen kann, aber dem Bierstil noch entspricht
14 – 20 – schwach – unterdurchschnittliches Bier mit ausdrücklichen Abweichungen vom Stil
0 – 13 – sehr schwach – das Bier weist ausdrückliche Abweichungen vom Bierstil und zahlreiche Fehler auf

Im Falle von Punktgleichheit zweier oder mehrerer Biere entscheidet über die Reihenfolge die Summe der Plätze, die das Bier bei den einzelnen Juroren errungen hat: Je geringer diese Summe, desto besser das Bier. Wenn auch diese Methode nicht zu einer Klärung führt, entscheidet der Leitende der Jury über die Reihenfolge.
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flying
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red_folder.gif erstellt am: 28.8.2012 um 08:32  
Hallo Volker,

danke für Deine Arbeit :thumbup: Als der Thread hier relativ schnell in der Versenkung verschwunden ist, hab ich mir wohlüberlegt, ihn wieder hochzuholen oder nicht...
Ich bin ja sehr für mehr Aktivismus für die Bierkultur. Auch bin ich definitiv der Meinung, dass gerade von diesem Forum mehr kommen müsste. Allerdings musste auch ich die nackten Fakten anerkennen. Die gigantischen Zahlen über Hits, Links und angemeldetet User täuschen darüber hinweg, dass wir eigentlich ein recht dürftiger Haufen aktiver Poster sind.
Der setzt sich noch zusammen aus einer Menge begeisteter Firischlinge (brautechnisch gesehen) und ein paar alter Schwafler (wie mir z. B.).


Bei einem Wettbewerb zum MDHB sehe ich einige Probleme, für die mir keine Lösung einfällt. Wenn jemand Lösungen hat, immer her damit!

Zum Treffen kommen üblicherweise so 15-20 Hobbybrauer. Die bringen dann auch üblicherweise so 40-50 verschiedene Bierchen mit, die am Samstagabend in einen harten Verkostungsmarathon verschnabuliert werden.
Die Strapazen dieser Tortur sind Einigen auch am nächstem Tage noch anzusehen...
Der Samstag und Sonntag wäre also für wettbewerbsgerechte Verkostung ungeeignet. Bliebe der Freitag. Allerdings müssen da die Meißten noch arbeiten und haben eine recht weite Anreise?

Mir fällt dazu nichts ein... :(

Als Zweites hätte ich noch etwas anzumerken. Die Verkostungsregeln so professionell wie möglich zu gestalten ist ein Weg. Allerdings wird gerade das auch hier immer wieder bemängelt..? Zu enge Kriterien und Stylvorgaben! Die User hier lieben Freestyle, meine ich erkannt zu haben?

Da sich glücklicherweise die lokalen Hobbybrauertreffen im Aufwind befinden, könnte man eventuell eine neue Art von Wettbewerb aufziehen.

Bei jedem Treffen kristallisieren sich ein paar Favoriten heraus. Unabhängig vom Style. Einfach weil sie besonders gut, ungewöhnlich, kreativ, spannend usw. sind.
Die TOP 3 auf jedem Treffen könnten in anonymen Wahlen schnell festgestellt werden.

Diese Favoriten, die sich z. B. innerhalb eines Jahres auf den verschiedenen Treffen herausgebildet haben, werden in einer gesonderten Runde mit noch auszuwählenden Verkostern probiert und die Podiumsplätze werden bestimmt.

Das wäre so eine Art Freestylwettbewerb und ein echtes langfristiges Projekt..!

m.f.g
René


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tazzyminator
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red_folder.gif erstellt am: 28.8.2012 um 08:41  
Danke erstmal für die Übersetzungsmühen. :)

@Flying: Theoretisch gut, dann müsste ich aber für meinen Teil die ersten 10 Biere wegspucken, denn nach 10 mal 0,1 Liter hast du einfach nicht mehr den Geschmack wie er für eine neutrale Probe sein sollte.

Weiterhin dachte ich ist diese Aktion dafür gedacht mehr Leben in die Bude zu bekommen, also "pessimiere" hier nicht so rum und sporn lieber an. Selber immer nur zu sagen ich habe kein Geld und keine Lust das ganze alleine aufzuziehen sind nicht gerade die Anreize für einen "Frischling" mitzufiebern und ihn zu rekrutieren.

VG
Chris


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flying
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red_folder.gif erstellt am: 28.8.2012 um 08:56  

Zitat:
Weiterhin dachte ich ist diese Aktion dafür gedacht mehr Leben in die Bude zu bekommen, also "pessimiere" hier nicht so rum und sporn lieber an. Selber immer nur zu sagen ich habe kein Geld und keine Lust das ganze alleine aufzuziehen sind nicht gerade die Anreize für einen "Frischling" mitzufiebern und ihn zu rekrutieren.


Ok..den Schuh muss ich mir wohl anziehen! Wollte damit nur sagen, das ich keinen Plan habe. Dazu habe ich einen Alternativvorschlag gemacht.
Aus Deiner Anwort entnehmen ich auch, dass Du geradezu erwartest das jemand aufsteht und die Sachen allein in Angriff nimmt? So hast Du es jedenfalls schon mal angedeutet..."mach mal...keiner hindert dich daran".
Genau SO funktioniert es nicht!

m.f.g
René


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red_folder.gif erstellt am: 28.8.2012 um 09:18  
Mein Senf:

Es gibt keine Lösung für die Verknüpfung Hobbybrauertreffen : Wettbewerb : EIN Abend.

Entweder wir machen das Treffen wie bisher, also eine gesellige Runde mit der Vorgabe der Verkostung von X Bieren in einem begrenzten Zeitraum mit kuzen Kommentaren des Kollegen oder wir bewerten bierernst die eingereichten Gebräue und ermitteln einen Sieger.

Wo der höhere Spaßfaktor liegt, das dürfte wohl klar sein.

Hans


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Alfred Katzka
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Berliner
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red_folder.gif erstellt am: 28.8.2012 um 09:34  
Rene, ich glaube nicht, das ein Wettbewerb wie von dir beschrieben funktionieren kann. Das wäre für mich weniger als der Publikumspreis bei einer Miss-Wahl. Ohne Trennung der Stile wird wahrscheinlich z.B. ein mittelmäßiges IPA immer einem guten Hellen vorgezogen werden. Wie willst Du z.B. ein Imperial Stout mit einem Witbier vergleichen? Kann ein fränkisches Landbier je einen Doppelbock besiegen?

Dazu kommt noch, dass die verschiedenen Treffen terminlich nicht koordiniert sind. Dann kann ein Bier, was noch beim Treffen im Januar top war, bei der Verkostung im Juni schon lange über seinen Zenit sein. Nur bei einem terminlich fixierten Wettbewerb kann man ein Bier auf den Punkt brauen.

Ich sehe auch wie Du, dass so ein Wettbewerb ein riesiger Aufwand ist, der sich umso mehr vergrößert, je weiter man in die Details kommt. Aber wenn die Prämierung irgendeine Bedeutung haben soll, muss man die Verkostung schon ernst nehmen, ansonsten wird's lächerlich. Wenn wir es nicht zum nächsten Jahr seriös schaffen, dann lasst es uns lieber verschieben oder ganz aufkündigen, als so einen subjektiven Pseudowettbewerb aufzuziehen.

Zur Zeitfrage: Die Verkostung würde ich auf den Samstagvormittag legen, völlig unabhängig vom abendlichen geselligen Termin. Die Verkoster müssen dann vor Ort sein; sie müssen also früh oder am Vorabend anreisen. Die Biere müssen mindestens am Vorabend angeliefert werden, entweder persönlich oder per Post (an einen Brauer vor Ort) - sie sollten zum Beginn der Verkostung gut und gleichmäßig gekühlt sein. Das heißt, wir brauchen mindestens einen Vertreter vor Ort oder in der Nähe, der die Post entgegennehmen und am Ort der Verkostung in die Kühlung stellen kann, und eine Gruppe von (4-6?) Verkostern, die am Samstagvormittag verfügbar sind. Das muss rechtzeitig vor Ausrufung des Wettbewerbs geklärt sein, ansonsten fällt das Ganze in's Wasser.

Wenn wir uns auf ein oder zwei Stile konzentrieren, sollte die Verkostung auch in ein bis zwei Stunden zu leisten sein. Prämierung dann am Abend vor dem gemütlichen Teil.


[Editiert am 28.8.2012 um 09:36 von Berliner]



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Gruß vom Berliner
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aegir
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red_folder.gif erstellt am: 28.8.2012 um 09:47  
Das hört sich schon sehr nach den HHBT an. Die Frage wäre dann, warum sich nicht gleich dort engagieren?

Gruß Hotte
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flying
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red_folder.gif erstellt am: 28.8.2012 um 09:51  
Hi Jörg,

na das ist doch schon mal ein Plan :thumbup:

Mein Vorschlag ist nur ein Vorschlag, nichts weiter! Allerdings glaube ich, Du unterschätzt die Hobbybrauer. Ich habe nur die Erfahrungen aus den Mitteldeutschen Treffen aber da waren die Favoriten oft nicht die vordergründigsten Biere.
Letztes Jahr meine ich, dass trotz haufenweiser mitgebrachter Doppelböcke unter anderen Earls U Fleku-Clon ein Favorit war. Dieses Jahr war es für mich eindeutig Erlenmeyers Brett-Berliner Weisse, trotz vieler IPA...

Das Zeitproblem ist nicht unbedingt ein Problem. Starkbiere dürften profitieren und Leicht-Vollbiere können neu gebraut werden...

Ich will auch keine Spaßbremse sein. Was immer auch kommt..ich bin dabei!

m.f.g
René


[Editiert am 28.8.2012 um 09:56 von flying]



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red_folder.gif erstellt am: 28.8.2012 um 09:55  

Zitat von flying, am 28.8.2012 um 08:56

Zitat:
Weiterhin dachte ich ist diese Aktion dafür gedacht mehr Leben in die Bude zu bekommen, also "pessimiere" hier nicht so rum und sporn lieber an. Selber immer nur zu sagen ich habe kein Geld und keine Lust das ganze alleine aufzuziehen sind nicht gerade die Anreize für einen "Frischling" mitzufiebern und ihn zu rekrutieren.


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Genau SO funktioniert es nicht!

m.f.g
René



Entweder magst du mich falsch verstehen oder es ist einfach nur so. Ich helfe generell gerne soweit es Zeit und Geld erlauben.
Nur wer mit dem Vorschlag kommt so etwas anzugehen und wie toll es doch wäre wenn es so etwas auch in Deutschland gibt, hier aber seiner Meinung nach zum Grossteil nur Pappnasen rumlaufen die keine Lust dazu haben und dann einfach nur dazusetzt "ich glaube es wird eh nüscht weil wir zu wenig sind und ich alleine auch keine Zeit habe für alles" , widerspricht sich doch einfach selbst.

Das ist total kindisch, denn wenn du etwas willst dann pack an und sprech mit den Leuten die auch dazu Lust haben, mach eine Tabelle für Begeisterte und setz dich dran aber hör auf zu jammern das Deutschland so ein Armutsland ist.

Ich freue mich über jeden Experimentalsud den du ansetzt und über den du berichtest, da steckt auch jedesmal Arbeit dahinter und du freust dich. Warum ist das so schwer auf die Initialzündung eines solchen Treffen zu übertragen?

VG


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red_folder.gif erstellt am: 28.8.2012 um 10:02  
Hi Chris,

ich wähle hier mit voller Absicht seit geraumer Zeit einen etwas provokativen Ton. Das mache ich um auzurütteln! Offenbar funktioniert es teilweise. Aber ich beleidige keinen und halte es immer sehr auf die Allgemeinheit bezogen.
Natürlich mache ich mir damit keine Freunde und einige fühlen sich aus mir unbekannten Gründen persönlich angegriffen...?

Das ist mir aber egal :D

m.f.g
René


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red_folder.gif erstellt am: 28.8.2012 um 10:09  
Du bist also provokant, damit andere etwas auf die Beine stellen das du gerne hättest? Interessante Denkweise...


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red_folder.gif erstellt am: 28.8.2012 um 10:16  

Zitat:
Das hört sich schon sehr nach den HHBT an. Die Frage wäre dann, warum sich nicht gleich dort engagieren?


Ich bin dieses Jahr sowohl als Einreicher als auch als Verkoster dabei, schon um aus den VHD-Erfahrungen zu lernen. Aber ich denke, dass Deutschland einen zweiten Wettbewerb vertragen würde.


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red_folder.gif erstellt am: 28.8.2012 um 10:19  
Nicht Andere...Wir! Die Erfahrungen aus 10 Jahren Hobbybrauerforum haben gezeigt, dass Einzelaktionen oft in die Hose gehen....

Der Wettbewerb zum Treffen war übrigens nicht meine Idee aber ich habe ja gesagt..Ich bin dabei! Was immer auch gemacht wird..


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