Münchner Helles - ein Jahr Hobbybrauen

Bitte beschränkt Euch auf das Wesentliche, die Bilder. Nach Möglichkeit langatmige oder ausführliche Textpassagen vermeiden. In der Kürze liegt die Würze.
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Münchner Helles - ein Jahr Hobbybrauen

#1

Beitrag von Nicolax » Montag 5. Februar 2018, 21:38

Servus liebe Hobbybrauergemeinde,

nach dem ersten Jahr als Hobbybrauer und vielen Stunden interessiertem Lesen im Forum möchte ich euch hier mal an meinem Brautag im Januar teilhaben lassen. Meine Ausrüstung ist insgesamt noch relativ basic, aber trotzdem gelingen mittlerweile schon sehr gute Biere. Verbesserungspotential bietet sicher der Einkocher, das ist ein Uralt-Modell von meiner Oma, vermutlich schon über 30 oder 40 Jahre alt. Der schafft es leider nicht, die Würze zum Kochen zu bringen und einen Auslasshahn hat er auch nicht. Da wäre dann langfristig eine Hendi sicher sinnvoll. Mit dem Läuterblech bin ich eigtl sehr zufrieden, auch wenn das ja viele nicht so begeistert. Einen Gärkühlschrank kann ich leider mangels Platz bzw fehlendem Strom im Kellerabteil zur Zeit nicht verwenden, daher braue ich historisch (UG im Winter, OG im Sommer). Im Keller sind es aktuell um die 10 Grad, das ist also gar nicht so schlecht für UG.

Anfang Januar habe ich dann mein erstes UG für diese Saison gebraut, die Hefe habe ich jetzt bereits noch zweimal weitergeführt. Es handelt sich um ein klassisches Münchner Hell, dabei habe ich den Hauptguss mit zu 2/3 mit destilliertem Wasser verschnitten und mit Milchsäure aufgesäuert. Eine Umkehrosmoseanlage steht ebenfalls ganz oben auf der Anschaffungsliste.
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Brauwasser wird aufgeheizt.
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Knapp 5 kg Malz, ich kaufe geschrotet. Bisher habe ich noch keinen wirklichen Vorteil darin erkannt, selbst zu schroten , außer der längeren Haltbarkeit. Wenn man es aber innerhalb von zwei Monaten verwendet und dann nach einiger Zeit neu bestellt, sehe ich nicht, warum man das anders machen sollte - Gegenargumente sind willkommen ;)
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Einmaischen
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Während des Aufheizens gibt es erstmal Frühstück :Bigsmile
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Rast bei 64 Grad
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Die frische Brauereihefe wird für ihren Einsatz vorbereitet
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Bei 72 Grad: Jodnormalität
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Die Nachgüsse werden vorbereitet
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Abmaischen
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Läuterruhe
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Tettnanger für die Vorderwürzehopfung
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Vorderwürze läuft klar
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Anschwänzen

Abgekochte und verdünnte Vorderwürze zum Hefe anstellen
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Würze ist fertig geläutert
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Klarlauf bei 3°P
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Kochen
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Magnum Bitterhopfen
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Kühlung wird vorbereitet
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Überführen der Würze in den Gäreimer und Kühlung
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Die Hefe ist bereit!
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Anstellen mit 1/3 der gesamten Hefe bei 16°C Würzetemperatur
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Belüften
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Die restliche Hefe habe ich dann am nächsten Morgen bei 10°C Würzetemperatur hinzugegeben.

Gärung setzt nach 12 h ein :thumbsup
2017-12-19 18.45.36.jpg
Nach ca 12 Tagen war die Gärung durch und es konnte abgefüllt werden.
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DSC_0990.JPG
EIn Foto vom fertigen Bier kommt noch :Drink

Ich freue mich auf eure Kommentare
Nico

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Re: Münchner Helles - ein Jahr Hobbybrauen

#2

Beitrag von Flothe » Montag 5. Februar 2018, 22:21

Hey Nico,

Sieht für mich nach einem klasse Brautag aus. Schien entspannt zu sein. Ein UG steht bei mir auch als nächstes auf der Agenda, da ist mir bisher noch nicht der große Wurf gelungen. Hoffe also, dass ich diesmal ein lupenreines UG schaffe.

Dir Prost bei deinem Münchner Hellen :)

LG Florian

Jeder Tag ohne Bier ist ein Gesundheitsrisiko.
- Zitat: Hildegard von Bingen in ihrem Buch über Heilverfahren "Causae et Curae"

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Re: Münchner Helles - ein Jahr Hobbybrauen

#3

Beitrag von heizungsrohr » Montag 5. Februar 2018, 22:45

Wofür hast du die Hefegaben getrennt?

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Re: Münchner Helles - ein Jahr Hobbybrauen

#4

Beitrag von Nicolax » Montag 5. Februar 2018, 22:56

heizungsrohr hat geschrieben:
Montag 5. Februar 2018, 22:45
Wofür hast du die Hefegaben getrennt?
Das wurde schon des Öfteren hier im Forum empfohlen. Da ich nicht aktiv unter 16-17°C runterkühlen kann, aber auch nicht die Würze über Nach ohne Hefe stehen lassen will, gebe ich einen Teil bei der höheren Temperatur hinzu, lasse es dann im Keller abkühlen, die Hefe kann schon mal langsam anfangen und am nächsten Morgen wenn der Sud die richtige Temperatur hat, gebe ich den Rest. Dadurch entstehen weniger Fehlaromen durch hohe Anstelltemperaturen. Kann nicht beurteilen, ob das wirklich so sinnvoll ist, aber schlecht ist es sicher auch nicht.
Gestern habe ich auch gebraut und die Würze ist auf dem Balkon von 17 auf 10 Grad innerhalb von 2-3 h abgekühlt, da es weniger Volumen war und es saukalt war. Da habe ich dann direkt die gesamt Hefe zugegeben.

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Re: Münchner Helles - ein Jahr Hobbybrauen

#5

Beitrag von Malzknecht » Dienstag 6. Februar 2018, 17:50

Interessanter Beitrag und danke für die vielen Bildchen.
Würde ich so Hopfenkochen, hätte ich mir längst ein neues Hobby suchen dürfen :P

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Re: Münchner Helles - ein Jahr Hobbybrauen

#6

Beitrag von Exedus » Dienstag 6. Februar 2018, 17:58

Danke für die Doku :Greets

Du schlauchst mit dem Bierheber die Kochende Würze in den Gäreimer? Der wird dabei sicherlich ziemlich weich, oder?^^

Der ist nicht für solche Temperaturen gedacht.

Warum kühlst Du nicht in der Pfanne?
Meine Anlage

mit freundlichen Grüßen

Steven

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Re: Münchner Helles - ein Jahr Hobbybrauen

#7

Beitrag von Nicolax » Dienstag 6. Februar 2018, 23:35

Malzknecht hat geschrieben:
Dienstag 6. Februar 2018, 17:50
Würde ich so Hopfenkochen, hätte ich mir längst ein neues Hobby suchen dürfen
Ja? Wieso? :Grübel
Exedus hat geschrieben:
Dienstag 6. Februar 2018, 17:58
Du schlauchst mit dem Bierheber die Kochende Würze in den Gäreimer? Der wird dabei sicherlich ziemlich weich, oder?^^

Der ist nicht für solche Temperaturen gedacht.

Warum kühlst Du nicht in der Pfanne?
Das Abschlauchen und kühlen ist immer noch das, wo ich keine optimale Lösung gefunden habe. Der Eimer wird eigentlich nicht weich und das hat bisher keine Probleme gemacht.

Wenn ich in der Pfanne kühle schaffe ich es nicht den Trubkegel zu erhalten und mir läuft der Filter voll Hopfen. Die heiße Würze mit dem bierheber Abschlauchen habe ich hier zum ersten mal probiert und bin auch nicht glücklich damit (viel geblubber und lufteintrag, eine Menge Restwürze am Boden bleibt in der Pfanne).

Ich werde weiter probieren was am besten klappt.

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Re: Münchner Helles - ein Jahr Hobbybrauen

#8

Beitrag von heizungsrohr » Mittwoch 7. Februar 2018, 00:28

Ich bin beeindruckt, dass dein Bierheber noch intakt ist. Meiner hat das genau einmal mitgemacht und war danach ein weicher Klumpen.

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Re: Münchner Helles - ein Jahr Hobbybrauen

#9

Beitrag von Mystic-G » Mittwoch 7. Februar 2018, 06:40

Was, du Läuterst bis 3°P runter? das hab ich bisher noch nicht fertig gebracht, weil bis dahin mein Weck schon lange übervoll ist.
Zudem müsste man ja das viele Glattwasser was man dann im Sud hat ja wieder Stundenlang zusammenkochen, sodass die Stammwürze dann stimmt.
Darf ich mal fragen, was deine Zielstammwürze war, wie du Hauptguss und Nachguss ausgelegt hattest, wielange du kochst, wie viel Ausschlag du hattest und mit welcher Sudhausausbeute du dein Malz berechnet hast?
Zuletzt geändert von Mystic-G am Sonntag 30. Februar 2018, 08:15, insgesamt 3.14-mal geändert.

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Re: Münchner Helles - ein Jahr Hobbybrauen

#10

Beitrag von Mystic-G » Mittwoch 7. Februar 2018, 06:45

Also bei mir sieht das (am Bsp. SNPA aus MMuM) meist so aus: SHA: 50% ergibt 5.3kg Malz für 13°P auf 20L
Gussführung 19.5L HG und 12.5L NG mit 1.5L heisswasser vorgelegt in den Läuterbottich (zum vorwärmen und Luftraum unter Läuterblech füllen)
Wenn die 12.5L NG komplett durch den Treber durch sind, habe ich Pfannevoll und werde ziemlich sicher Punktgenau den gewünschten Ausschlag erreichen, habe dann aber sicher noch um die 7°P (oder mehr) was aus dem Läutereimer kommt. Was machst du anders?
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Re: Münchner Helles - ein Jahr Hobbybrauen

#11

Beitrag von Mystic-G » Mittwoch 7. Februar 2018, 06:50

Ansonsten schöne Doku, von der Vorgehensweise mach ich vieles gleich, besonders das mit dem kaufen von geschrotetem Malz sehe ich genauso wie du.
Ich kaufe meist die nächsten beiden Sude grammgenau konfektioniert (Hopfen und Malz) in meinem Shop des Vertrauens und braue das dann 1x Pro Monat weg bis es wieder nachschub gibt. Das deckt dann ziemlich genau den monatlichen Bierverbrauch, sodass der Lagerkühlschrank immer schön voll ist. Einzig das mit dem Bierheber tu ich mir seit dem Gallon Brew-Kit nicht mehr an. Ich empfehle dir die Investition in einen Edelstahl-Weck mit Hahn. (die gibt's auf Amazon für ca. 100€ oder man schiesst sich ein Schnäppchen auf den einschlägigen Gebrauchthandelsportalen, dann kannst du den anderen ja immer noch für die Nachgüsse brauchen, sodass du nicht x-Pfannen heizen musst, spart sicher auch noch etwas Strom im Nebeneffekt)
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Re: Münchner Helles - ein Jahr Hobbybrauen

#12

Beitrag von Boludo » Mittwoch 7. Februar 2018, 08:14

Geschrotetes Malz oxidiert im Gegensatz zu ungeschrotetem mit der Zeit. Wie schnell, kommt auf die Lagerbedingungen an. Bei den meisten Bieren merkt man das vermutlich auch nicht.
Aber gerade bei Münchner Hell, wo man jede Form von Oxidation vermeiden sollte, könnte sich das eventuell bemerkbar machen.

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Re: Münchner Helles - ein Jahr Hobbybrauen

#13

Beitrag von gulp » Mittwoch 7. Februar 2018, 09:15

Mystic-G hat geschrieben:
Mittwoch 7. Februar 2018, 06:45
Also bei mir sieht das (am Bsp. SNPA aus MMuM) meist so aus: SHA: 50% ergibt 5.3kg Malz für 13°P auf 20L
Gussführung 19.5L HG und 12.5L NG mit 1.5L heisswasser vorgelegt in den Läuterbottich (zum vorwärmen und Luftraum unter Läuterblech füllen)
Wenn die 12.5L NG komplett durch den Treber durch sind, habe ich Pfannevoll und werde ziemlich sicher Punktgenau den gewünschten Ausschlag erreichen, habe dann aber sicher noch um die 7°P (oder mehr) was aus dem Läutereimer kommt. Was machst du anders?

Die Frage müsste lauten: Was mache ich falsch?

Nimm ca. ein Pfund Malz weniger, außerdem kannst du mal versuchen so zu läutern: https://stixbraeu.de/tipps-und-tricks/s ... einstellen

Glattwasser müsste dann in einem vernünftigen Bereich sein, so um die 2-3° P. Die Ausbeute steigt dann.

Gruß
Peter
Ein Bayer ohne Bier ist ein gefährlich Thier!

https://stixbraeu.de/
https://biergrantler.de

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Re: Münchner Helles - ein Jahr Hobbybrauen

#14

Beitrag von Flothe » Mittwoch 7. Februar 2018, 09:18

Mystic-G hat geschrieben:
Mittwoch 7. Februar 2018, 06:45
Also bei mir sieht das (am Bsp. SNPA aus MMuM) meist so aus: SHA: 50% ergibt 5.3kg Malz für 13°P auf 20L
Gussführung 19.5L HG und 12.5L NG mit 1.5L heisswasser vorgelegt in den Läuterbottich (zum vorwärmen und Luftraum unter Läuterblech füllen)
Wenn die 12.5L NG komplett durch den Treber durch sind, habe ich Pfannevoll und werde ziemlich sicher Punktgenau den gewünschten Ausschlag erreichen, habe dann aber sicher noch um die 7°P (oder mehr) was aus dem Läutereimer kommt. Was machst du anders?
Dein Problem ist einfach: deine potentielle SHA ist höher als 50 %. Wenn da noch 7 °P aus dem Treber laufen könntest du ja noch eine ganze Weile weiterläutern.
Folgendes Vorgehen ist unter Gesichtspunkten der optimalen Ausbeute (und damit meine ich, dass es auch Argumente gibt, die deine Methode befürworten) erstrebenswert: Die Schüttung, sowie die Mengen an HG und NG sind so zu berechnen, dass du unter Berücksichtigung deiner SHA bei Pfannevoll einen Extraktgehalt in der Würze hast, der um den Wert deiner Verdampfungsziffer unter dem Zielwert liegt. Aus dem Hahn läuft dann nur noch Glattwasser mit 2-3 °P.

Einfaches Beispiel.

Ziel-Stw.: 10 °P
Zielvolumen: 20 Liter
Verdampfungsziffer: 10 %

-->

Pfannevoll-Extrakt: 9 %mas
Pafennevoll-Vol: 22 Liter

LG Florian

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Re: Münchner Helles - ein Jahr Hobbybrauen

#15

Beitrag von Bierjunge » Mittwoch 7. Februar 2018, 09:48

Hier der Vollständigkeit halber auch noch ein paar Gedanken, die ich mir zu diesem Thema mal gemacht hatte:
url=https://braumagazin.de/article/auf-dem-wege-zur-laeuterung-teil-2 hat geschrieben:
Wann auf­hö­ren?

Irgend­wann soll­te das Läu­tern natür­lich wie­der vor­bei sein. Aber wann genau? Hier wer­den oft ver­schie­dens­te, z.T. kon­kur­rie­ren­de Kri­te­ri­en genannt:
  • Das im Rezept vor­ge­se­he­ne Nach­guss­was­ser ist ver­braucht
  • Die Pfan­ne ist voll, bzw. die Aus­schlag­men­ge laut Rezept ist erreicht
  • Die Kon­zen­tra­ti­on des Glatt­was­sers fällt unter 2 oder 3 Grad Pla­to
  • Die Pfan­nen­wür­ze erreicht die vor­ge­se­he­ne Stamm­wür­ze­kon­zen­tra­ti­on
Da der Autor des Rezepts (sofern man das nicht sel­ber war…) unmög­lich unse­re eige­ne Brau­an­la­ge und unse­re Aus­beu­te ken­nen konn­te, kann es je nach Anla­ge oder Rezept vor­kom­men, dass all die­se genann­ten Kri­te­ri­en gleich­zei­tig oder auch höchst unter­schied­lich ein­tref­fen. Wonach soll­te man sich dann rich­ten? Mei­ne eige­ne, höchst sub­jek­ti­ve Mei­nung dazu:

Eine im Rezept ange­ge­be­ne Nach­guss­men­ge kann immer nur ein gro­ber Anhalts­wert sein, den der Autor auf sei­ner eige­nen Anla­ge ermit­telt hat. Die Glatt­was­ser­kon­zen­tra­ti­on von 2 Grad Pla­to (oder sogar noch weni­ger) hin­ge­gen stammt aus der Indus­trie im Sin­ne einer größt­mög­li­chen Aus­beu­te. Ich den­ke, wir Hob­by­brau­er soll­ten uns hier den Luxus gön­nen, schon bei höhe­ren Kon­zen­tra­tio­nen auf­zu­hö­ren, um nicht unnö­tig viel Gerb­stof­fe aus den Tre­bern aus­zu­wa­schen. Das wich­tigs­te Kri­te­ri­um für uns ist das Errei­chen der Ziel-​Stammwürze. Hier soll­te jeder genug Erfah­rungs­wer­te besit­zen, wie­viel Was­ser beim Kochen noch ver­damp­fen wird (z.B. 10%), so dass dann z.B. für ein Bier von 12 Grad Pla­to eine Pfan­nevoll­wür­ze von 10,8 Grad Pla­to rich­tig wäre. Habe ich dann noch eine Glatt­was­ser­kon­zen­tra­ti­on von z.B. 5 Grad Pla­to, ärge­re ich mich nicht über den ver­schenk­ten Extrakt, son­dern freue ich mich, alles rich­tig gemacht zu haben. Ist sie aber schon vor­her bei­spiels­wei­se unter 3 Grad Pla­to gefal­len, bre­che ich das Läu­tern ab und ver­dün­ne lie­ber mit Was­ser auf Ziel­stär­ke.

Dann stellt sich auch gar nicht erst die Fra­ge, was man mit der u.U. wie­der trü­ben Rest­flüs­sig­keit macht, die man bei Bot­ti­chen mit seit­li­chem Ablauf am Ende noch durch Kip­pen des Bot­tichs gewin­nen könn­te.

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Re: Münchner Helles - ein Jahr Hobbybrauen

#16

Beitrag von Malzknecht » Mittwoch 7. Februar 2018, 12:37

Nicolax hat geschrieben:
Dienstag 6. Februar 2018, 23:35
Malzknecht hat geschrieben:
Dienstag 6. Februar 2018, 17:50
Würde ich so Hopfenkochen, hätte ich mir längst ein neues Hobby suchen dürfen
Ja? Wieso? :Grübel
Na weil wegen des Hopfenkochens in der Wohnung auf dem Boden im Zusammenhang mit dem Woman acceptance factor :Wink

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Re: Münchner Helles - ein Jahr Hobbybrauen

#17

Beitrag von Mystic-G » Donnerstag 8. Februar 2018, 12:24

Danke für eure hilfreichen Antworten.
gulp hat geschrieben:
Mittwoch 7. Februar 2018, 09:15
Nimm ca. ein Pfund Malz weniger...
Das hab ich früher ja so gemacht, aber dann die Zielstammwürze nicht erreicht, darum dann einfach ne Schaufel voll Malz mehr bestellt und festgestellt dass ich dann etwa bei einer SHA von 50 lande.

Wenn ich bei 7°P einfach weiter Läutere hab ich dann das Problem, dass ich die Pfannevollstammwürze runterziehe und das Ausschlagsvolumen erhöhe, sodass dann die Würzekochzeit nicht mehr stimmt, da ich ja logischerweise länger verdampfen muss um das Ziel zu erreichen.

Ich weiss, dass man da mit Parameter rumschrauben hin und her verschieben kann um das Optimum herauszuholen, und es geht mir auch nicht darum, ums verrecken eine höhere SHA zu erreichen, bei 20L geht's da ja um +/-1€ (jedoch auch um +/-30min und die sind mir wertvoller als den Euro) sondern ich es würde mich interessieren, wie der Threadersteller mit einem Setting praktisch identisch mit meinem, am Schluss auf 3°P Glattwasser kommt... er hat ja den Weck bei Pfannevoll gleich hoch gefüllt wie ich, hat die gleichen 5kg Schüttung wie ich und darum würde ich mich für seine Gussführung interessieren... kann ja laut obigem Beitrag von Flothe fast nur daran liegen...
Zuletzt geändert von Mystic-G am Sonntag 30. Februar 2018, 08:15, insgesamt 3.14-mal geändert.

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Re: Münchner Helles - ein Jahr Hobbybrauen

#18

Beitrag von olibaer » Donnerstag 8. Februar 2018, 18:48

Hallo Mystic,
Mystic-G hat geschrieben:
Donnerstag 8. Februar 2018, 12:24
[...] mich interessieren, wie der Threadersteller mit einem Setting praktisch identisch mit meinem, am Schluss auf 3°P Glattwasser kommt... er hat ja den Weck bei Pfannevoll gleich hoch gefüllt wie ich, hat die gleichen 5kg Schüttung wie ich und darum würde ich mich für seine Gussführung interessieren...
Dafür gibt es viele Gründe und möglich Ursachen:

- Rohstoffschwankungen entlang eines zeitlichen Versatzes (->Jahrgang, Provenienz)
- Schwankungen in der Schrotqualität
- Messgenauigkeit
- usw. ....

Neben dieser nüchternen Aufreihung befinden wir uns einfach mal im Internet, das auch mit all' seinen Tücken vor Braurezepturen keinen Halt macht. Das "irgendwann" und "irgendwer" etwas zuverlässig gemessen, dokumentiert und veräussert hat - darf und sollte man, nur gutgläubig annehmen.
Gruss
Oli
_____________________________
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Re: Münchner Helles - ein Jahr Hobbybrauen

#19

Beitrag von Nicolax » Dienstag 13. Februar 2018, 18:54

Danke für eure Kommentare! So sieht das fertige Bier aus, schmeckt sehr gut und ist mir denke ich gelungen
DSC_2467.JPG
heizungsrohr hat geschrieben:
Mittwoch 7. Februar 2018, 00:28
Ich bin beeindruckt, dass dein Bierheber noch intakt ist. Meiner hat das genau einmal mitgemacht und war danach ein weicher Klumpen.
Es ist ja nicht mehr siedend heiß sondern bestimmt schon auf 80 Grad oder so abgekühlt. Aber wie gesagt - das mit dem Bierheber hat eh nicht so gut funktioniert. Ich werde mir demnächst eine hendi mit edelstahltopf kaufen wo gleich ein Hahn mit dran ist.
Malzknecht hat geschrieben:
Mittwoch 7. Februar 2018, 12:37
Na weil wegen des Hopfenkochens in der Wohnung auf dem Boden im Zusammenhang mit dem Woman acceptance factor
So lange am Abend die Küche wieder sauber ist darf ich mich frei entfalten :P

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Re: Münchner Helles - ein Jahr Hobbybrauen

#20

Beitrag von schollsedigger » Dienstag 13. Februar 2018, 19:05

Hi,
Nicolax hat geschrieben:
Dienstag 13. Februar 2018, 18:54
heizungsrohr hat geschrieben:
Mittwoch 7. Februar 2018, 00:28
Ich bin beeindruckt, dass dein Bierheber noch intakt ist. Meiner hat das genau einmal mitgemacht und war danach ein weicher Klumpen.
Es ist ja nicht mehr siedend heiß sondern bestimmt schon auf 80 Grad oder so abgekühlt. Aber wie gesagt - das mit dem Bierheber hat eh nicht so gut funktioniert. Ich werde mir demnächst eine hendi mit edelstahltopf kaufen wo gleich ein Hahn mit dran ist.
Die max. Betriebstemperatur dieser Teile aus PMMA=Plexiglas liegt bei 45-50°C! Den wird´s demnächst wahrscheinlich zerbröseln.

Grüße

Matze

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Re: Münchner Helles - ein Jahr Hobbybrauen

#21

Beitrag von s3b0 » Mittwoch 14. Februar 2018, 09:12

Das sieht gut aus!

Antworten