Münchner Helles - ein Jahr Hobbybrauen

Bitte beschränkt Euch auf das Wesentliche, die Bilder. Nach Möglichkeit langatmige oder ausführliche Textpassagen vermeiden. In der Kürze liegt die Würze.
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Münchner Helles - ein Jahr Hobbybrauen

#1

Beitrag von Nicolax » Montag 5. Februar 2018, 21:38

Servus liebe Hobbybrauergemeinde,

nach dem ersten Jahr als Hobbybrauer und vielen Stunden interessiertem Lesen im Forum möchte ich euch hier mal an meinem Brautag im Januar teilhaben lassen. Meine Ausrüstung ist insgesamt noch relativ basic, aber trotzdem gelingen mittlerweile schon sehr gute Biere. Verbesserungspotential bietet sicher der Einkocher, das ist ein Uralt-Modell von meiner Oma, vermutlich schon über 30 oder 40 Jahre alt. Der schafft es leider nicht, die Würze zum Kochen zu bringen und einen Auslasshahn hat er auch nicht. Da wäre dann langfristig eine Hendi sicher sinnvoll. Mit dem Läuterblech bin ich eigtl sehr zufrieden, auch wenn das ja viele nicht so begeistert. Einen Gärkühlschrank kann ich leider mangels Platz bzw fehlendem Strom im Kellerabteil zur Zeit nicht verwenden, daher braue ich historisch (UG im Winter, OG im Sommer). Im Keller sind es aktuell um die 10 Grad, das ist also gar nicht so schlecht für UG.

Anfang Januar habe ich dann mein erstes UG für diese Saison gebraut, die Hefe habe ich jetzt bereits noch zweimal weitergeführt. Es handelt sich um ein klassisches Münchner Hell, dabei habe ich den Hauptguss mit zu 2/3 mit destilliertem Wasser verschnitten und mit Milchsäure aufgesäuert. Eine Umkehrosmoseanlage steht ebenfalls ganz oben auf der Anschaffungsliste.
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Brauwasser wird aufgeheizt.
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Knapp 5 kg Malz, ich kaufe geschrotet. Bisher habe ich noch keinen wirklichen Vorteil darin erkannt, selbst zu schroten , außer der längeren Haltbarkeit. Wenn man es aber innerhalb von zwei Monaten verwendet und dann nach einiger Zeit neu bestellt, sehe ich nicht, warum man das anders machen sollte - Gegenargumente sind willkommen ;)
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Einmaischen
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Während des Aufheizens gibt es erstmal Frühstück :Bigsmile
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Rast bei 64 Grad
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Die frische Brauereihefe wird für ihren Einsatz vorbereitet
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Bei 72 Grad: Jodnormalität
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Die Nachgüsse werden vorbereitet
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Abmaischen
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Läuterruhe
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Tettnanger für die Vorderwürzehopfung
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Vorderwürze läuft klar
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Anschwänzen

Abgekochte und verdünnte Vorderwürze zum Hefe anstellen
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Würze ist fertig geläutert
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Klarlauf bei 3°P
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Kochen
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Magnum Bitterhopfen
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Kühlung wird vorbereitet
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Überführen der Würze in den Gäreimer und Kühlung
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Die Hefe ist bereit!
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Anstellen mit 1/3 der gesamten Hefe bei 16°C Würzetemperatur
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Belüften
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Die restliche Hefe habe ich dann am nächsten Morgen bei 10°C Würzetemperatur hinzugegeben.

Gärung setzt nach 12 h ein :thumbsup
2017-12-19 18.45.36.jpg
Nach ca 12 Tagen war die Gärung durch und es konnte abgefüllt werden.
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DSC_0990.JPG
EIn Foto vom fertigen Bier kommt noch :Drink

Ich freue mich auf eure Kommentare
Nico

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Re: Münchner Helles - ein Jahr Hobbybrauen

#2

Beitrag von Flothe » Montag 5. Februar 2018, 22:21

Hey Nico,

Sieht für mich nach einem klasse Brautag aus. Schien entspannt zu sein. Ein UG steht bei mir auch als nächstes auf der Agenda, da ist mir bisher noch nicht der große Wurf gelungen. Hoffe also, dass ich diesmal ein lupenreines UG schaffe.

Dir Prost bei deinem Münchner Hellen :)

LG Florian

Jeder Tag ohne Bier ist ein Gesundheitsrisiko.
- Zitat: Hildegard von Bingen in ihrem Buch über Heilverfahren "Causae et Curae"

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Re: Münchner Helles - ein Jahr Hobbybrauen

#3

Beitrag von heizungsrohr » Montag 5. Februar 2018, 22:45

Wofür hast du die Hefegaben getrennt?

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Re: Münchner Helles - ein Jahr Hobbybrauen

#4

Beitrag von Nicolax » Montag 5. Februar 2018, 22:56

heizungsrohr hat geschrieben:
Montag 5. Februar 2018, 22:45
Wofür hast du die Hefegaben getrennt?
Das wurde schon des Öfteren hier im Forum empfohlen. Da ich nicht aktiv unter 16-17°C runterkühlen kann, aber auch nicht die Würze über Nach ohne Hefe stehen lassen will, gebe ich einen Teil bei der höheren Temperatur hinzu, lasse es dann im Keller abkühlen, die Hefe kann schon mal langsam anfangen und am nächsten Morgen wenn der Sud die richtige Temperatur hat, gebe ich den Rest. Dadurch entstehen weniger Fehlaromen durch hohe Anstelltemperaturen. Kann nicht beurteilen, ob das wirklich so sinnvoll ist, aber schlecht ist es sicher auch nicht.
Gestern habe ich auch gebraut und die Würze ist auf dem Balkon von 17 auf 10 Grad innerhalb von 2-3 h abgekühlt, da es weniger Volumen war und es saukalt war. Da habe ich dann direkt die gesamt Hefe zugegeben.

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Re: Münchner Helles - ein Jahr Hobbybrauen

#5

Beitrag von Malzknecht » Dienstag 6. Februar 2018, 17:50

Interessanter Beitrag und danke für die vielen Bildchen.
Würde ich so Hopfenkochen, hätte ich mir längst ein neues Hobby suchen dürfen :P
Viele Grüße,
Tobi

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Re: Münchner Helles - ein Jahr Hobbybrauen

#6

Beitrag von Exedus » Dienstag 6. Februar 2018, 17:58

Danke für die Doku :Greets

Du schlauchst mit dem Bierheber die Kochende Würze in den Gäreimer? Der wird dabei sicherlich ziemlich weich, oder?^^

Der ist nicht für solche Temperaturen gedacht.

Warum kühlst Du nicht in der Pfanne?
Meine Anlage

mit freundlichen Grüßen

Steven

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Re: Münchner Helles - ein Jahr Hobbybrauen

#7

Beitrag von Nicolax » Dienstag 6. Februar 2018, 23:35

Malzknecht hat geschrieben:
Dienstag 6. Februar 2018, 17:50
Würde ich so Hopfenkochen, hätte ich mir längst ein neues Hobby suchen dürfen
Ja? Wieso? :Grübel
Exedus hat geschrieben:
Dienstag 6. Februar 2018, 17:58
Du schlauchst mit dem Bierheber die Kochende Würze in den Gäreimer? Der wird dabei sicherlich ziemlich weich, oder?^^

Der ist nicht für solche Temperaturen gedacht.

Warum kühlst Du nicht in der Pfanne?
Das Abschlauchen und kühlen ist immer noch das, wo ich keine optimale Lösung gefunden habe. Der Eimer wird eigentlich nicht weich und das hat bisher keine Probleme gemacht.

Wenn ich in der Pfanne kühle schaffe ich es nicht den Trubkegel zu erhalten und mir läuft der Filter voll Hopfen. Die heiße Würze mit dem bierheber Abschlauchen habe ich hier zum ersten mal probiert und bin auch nicht glücklich damit (viel geblubber und lufteintrag, eine Menge Restwürze am Boden bleibt in der Pfanne).

Ich werde weiter probieren was am besten klappt.

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Re: Münchner Helles - ein Jahr Hobbybrauen

#8

Beitrag von heizungsrohr » Mittwoch 7. Februar 2018, 00:28

Ich bin beeindruckt, dass dein Bierheber noch intakt ist. Meiner hat das genau einmal mitgemacht und war danach ein weicher Klumpen.

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Re: Münchner Helles - ein Jahr Hobbybrauen

#9

Beitrag von Mystic-G » Mittwoch 7. Februar 2018, 06:40

Was, du Läuterst bis 3°P runter? das hab ich bisher noch nicht fertig gebracht, weil bis dahin mein Weck schon lange übervoll ist.
Zudem müsste man ja das viele Glattwasser was man dann im Sud hat ja wieder Stundenlang zusammenkochen, sodass die Stammwürze dann stimmt.
Darf ich mal fragen, was deine Zielstammwürze war, wie du Hauptguss und Nachguss ausgelegt hattest, wielange du kochst, wie viel Ausschlag du hattest und mit welcher Sudhausausbeute du dein Malz berechnet hast?
Zuletzt geändert von Mystic-G am Sonntag 30. Februar 2018, 08:15, insgesamt 3.14-mal geändert.

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Re: Münchner Helles - ein Jahr Hobbybrauen

#10

Beitrag von Mystic-G » Mittwoch 7. Februar 2018, 06:45

Also bei mir sieht das (am Bsp. SNPA aus MMuM) meist so aus: SHA: 50% ergibt 5.3kg Malz für 13°P auf 20L
Gussführung 19.5L HG und 12.5L NG mit 1.5L heisswasser vorgelegt in den Läuterbottich (zum vorwärmen und Luftraum unter Läuterblech füllen)
Wenn die 12.5L NG komplett durch den Treber durch sind, habe ich Pfannevoll und werde ziemlich sicher Punktgenau den gewünschten Ausschlag erreichen, habe dann aber sicher noch um die 7°P (oder mehr) was aus dem Läutereimer kommt. Was machst du anders?
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Re: Münchner Helles - ein Jahr Hobbybrauen

#11

Beitrag von Mystic-G » Mittwoch 7. Februar 2018, 06:50

Ansonsten schöne Doku, von der Vorgehensweise mach ich vieles gleich, besonders das mit dem kaufen von geschrotetem Malz sehe ich genauso wie du.
Ich kaufe meist die nächsten beiden Sude grammgenau konfektioniert (Hopfen und Malz) in meinem Shop des Vertrauens und braue das dann 1x Pro Monat weg bis es wieder nachschub gibt. Das deckt dann ziemlich genau den monatlichen Bierverbrauch, sodass der Lagerkühlschrank immer schön voll ist. Einzig das mit dem Bierheber tu ich mir seit dem Gallon Brew-Kit nicht mehr an. Ich empfehle dir die Investition in einen Edelstahl-Weck mit Hahn. (die gibt's auf Amazon für ca. 100€ oder man schiesst sich ein Schnäppchen auf den einschlägigen Gebrauchthandelsportalen, dann kannst du den anderen ja immer noch für die Nachgüsse brauchen, sodass du nicht x-Pfannen heizen musst, spart sicher auch noch etwas Strom im Nebeneffekt)
Zuletzt geändert von Mystic-G am Sonntag 30. Februar 2018, 08:15, insgesamt 3.14-mal geändert.

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Re: Münchner Helles - ein Jahr Hobbybrauen

#12

Beitrag von Boludo » Mittwoch 7. Februar 2018, 08:14

Geschrotetes Malz oxidiert im Gegensatz zu ungeschrotetem mit der Zeit. Wie schnell, kommt auf die Lagerbedingungen an. Bei den meisten Bieren merkt man das vermutlich auch nicht.
Aber gerade bei Münchner Hell, wo man jede Form von Oxidation vermeiden sollte, könnte sich das eventuell bemerkbar machen.

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Re: Münchner Helles - ein Jahr Hobbybrauen

#13

Beitrag von gulp » Mittwoch 7. Februar 2018, 09:15

Mystic-G hat geschrieben:
Mittwoch 7. Februar 2018, 06:45
Also bei mir sieht das (am Bsp. SNPA aus MMuM) meist so aus: SHA: 50% ergibt 5.3kg Malz für 13°P auf 20L
Gussführung 19.5L HG und 12.5L NG mit 1.5L heisswasser vorgelegt in den Läuterbottich (zum vorwärmen und Luftraum unter Läuterblech füllen)
Wenn die 12.5L NG komplett durch den Treber durch sind, habe ich Pfannevoll und werde ziemlich sicher Punktgenau den gewünschten Ausschlag erreichen, habe dann aber sicher noch um die 7°P (oder mehr) was aus dem Läutereimer kommt. Was machst du anders?

Die Frage müsste lauten: Was mache ich falsch?

Nimm ca. ein Pfund Malz weniger, außerdem kannst du mal versuchen so zu läutern: https://stixbraeu.de/tipps-und-tricks/s ... einstellen

Glattwasser müsste dann in einem vernünftigen Bereich sein, so um die 2-3° P. Die Ausbeute steigt dann.

Gruß
Peter
Ein Bayer ohne Bier ist ein gefährlich Thier!

https://biergrantler.de
https://stixbraeu.de

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Re: Münchner Helles - ein Jahr Hobbybrauen

#14

Beitrag von Flothe » Mittwoch 7. Februar 2018, 09:18

Mystic-G hat geschrieben:
Mittwoch 7. Februar 2018, 06:45
Also bei mir sieht das (am Bsp. SNPA aus MMuM) meist so aus: SHA: 50% ergibt 5.3kg Malz für 13°P auf 20L
Gussführung 19.5L HG und 12.5L NG mit 1.5L heisswasser vorgelegt in den Läuterbottich (zum vorwärmen und Luftraum unter Läuterblech füllen)
Wenn die 12.5L NG komplett durch den Treber durch sind, habe ich Pfannevoll und werde ziemlich sicher Punktgenau den gewünschten Ausschlag erreichen, habe dann aber sicher noch um die 7°P (oder mehr) was aus dem Läutereimer kommt. Was machst du anders?
Dein Problem ist einfach: deine potentielle SHA ist höher als 50 %. Wenn da noch 7 °P aus dem Treber laufen könntest du ja noch eine ganze Weile weiterläutern.
Folgendes Vorgehen ist unter Gesichtspunkten der optimalen Ausbeute (und damit meine ich, dass es auch Argumente gibt, die deine Methode befürworten) erstrebenswert: Die Schüttung, sowie die Mengen an HG und NG sind so zu berechnen, dass du unter Berücksichtigung deiner SHA bei Pfannevoll einen Extraktgehalt in der Würze hast, der um den Wert deiner Verdampfungsziffer unter dem Zielwert liegt. Aus dem Hahn läuft dann nur noch Glattwasser mit 2-3 °P.

Einfaches Beispiel.

Ziel-Stw.: 10 °P
Zielvolumen: 20 Liter
Verdampfungsziffer: 10 %

-->

Pfannevoll-Extrakt: 9 %mas
Pafennevoll-Vol: 22 Liter

LG Florian

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Re: Münchner Helles - ein Jahr Hobbybrauen

#15

Beitrag von Bierjunge » Mittwoch 7. Februar 2018, 09:48

Hier der Vollständigkeit halber auch noch ein paar Gedanken, die ich mir zu diesem Thema mal gemacht hatte:
url=https://braumagazin.de/article/auf-dem-wege-zur-laeuterung-teil-2 hat geschrieben:
Wann auf­hö­ren?

Irgend­wann soll­te das Läu­tern natür­lich wie­der vor­bei sein. Aber wann genau? Hier wer­den oft ver­schie­dens­te, z.T. kon­kur­rie­ren­de Kri­te­ri­en genannt:
  • Das im Rezept vor­ge­se­he­ne Nach­guss­was­ser ist ver­braucht
  • Die Pfan­ne ist voll, bzw. die Aus­schlag­men­ge laut Rezept ist erreicht
  • Die Kon­zen­tra­ti­on des Glatt­was­sers fällt unter 2 oder 3 Grad Pla­to
  • Die Pfan­nen­wür­ze erreicht die vor­ge­se­he­ne Stamm­wür­ze­kon­zen­tra­ti­on
Da der Autor des Rezepts (sofern man das nicht sel­ber war…) unmög­lich unse­re eige­ne Brau­an­la­ge und unse­re Aus­beu­te ken­nen konn­te, kann es je nach Anla­ge oder Rezept vor­kom­men, dass all die­se genann­ten Kri­te­ri­en gleich­zei­tig oder auch höchst unter­schied­lich ein­tref­fen. Wonach soll­te man sich dann rich­ten? Mei­ne eige­ne, höchst sub­jek­ti­ve Mei­nung dazu:

Eine im Rezept ange­ge­be­ne Nach­guss­men­ge kann immer nur ein gro­ber Anhalts­wert sein, den der Autor auf sei­ner eige­nen Anla­ge ermit­telt hat. Die Glatt­was­ser­kon­zen­tra­ti­on von 2 Grad Pla­to (oder sogar noch weni­ger) hin­ge­gen stammt aus der Indus­trie im Sin­ne einer größt­mög­li­chen Aus­beu­te. Ich den­ke, wir Hob­by­brau­er soll­ten uns hier den Luxus gön­nen, schon bei höhe­ren Kon­zen­tra­tio­nen auf­zu­hö­ren, um nicht unnö­tig viel Gerb­stof­fe aus den Tre­bern aus­zu­wa­schen. Das wich­tigs­te Kri­te­ri­um für uns ist das Errei­chen der Ziel-​Stammwürze. Hier soll­te jeder genug Erfah­rungs­wer­te besit­zen, wie­viel Was­ser beim Kochen noch ver­damp­fen wird (z.B. 10%), so dass dann z.B. für ein Bier von 12 Grad Pla­to eine Pfan­nevoll­wür­ze von 10,8 Grad Pla­to rich­tig wäre. Habe ich dann noch eine Glatt­was­ser­kon­zen­tra­ti­on von z.B. 5 Grad Pla­to, ärge­re ich mich nicht über den ver­schenk­ten Extrakt, son­dern freue ich mich, alles rich­tig gemacht zu haben. Ist sie aber schon vor­her bei­spiels­wei­se unter 3 Grad Pla­to gefal­len, bre­che ich das Läu­tern ab und ver­dün­ne lie­ber mit Was­ser auf Ziel­stär­ke.

Dann stellt sich auch gar nicht erst die Fra­ge, was man mit der u.U. wie­der trü­ben Rest­flüs­sig­keit macht, die man bei Bot­ti­chen mit seit­li­chem Ablauf am Ende noch durch Kip­pen des Bot­tichs gewin­nen könn­te.

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Re: Münchner Helles - ein Jahr Hobbybrauen

#16

Beitrag von Malzknecht » Mittwoch 7. Februar 2018, 12:37

Nicolax hat geschrieben:
Dienstag 6. Februar 2018, 23:35
Malzknecht hat geschrieben:
Dienstag 6. Februar 2018, 17:50
Würde ich so Hopfenkochen, hätte ich mir längst ein neues Hobby suchen dürfen
Ja? Wieso? :Grübel
Na weil wegen des Hopfenkochens in der Wohnung auf dem Boden im Zusammenhang mit dem Woman acceptance factor :Wink
Viele Grüße,
Tobi

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Re: Münchner Helles - ein Jahr Hobbybrauen

#17

Beitrag von Mystic-G » Donnerstag 8. Februar 2018, 12:24

Danke für eure hilfreichen Antworten.
gulp hat geschrieben:
Mittwoch 7. Februar 2018, 09:15
Nimm ca. ein Pfund Malz weniger...
Das hab ich früher ja so gemacht, aber dann die Zielstammwürze nicht erreicht, darum dann einfach ne Schaufel voll Malz mehr bestellt und festgestellt dass ich dann etwa bei einer SHA von 50 lande.

Wenn ich bei 7°P einfach weiter Läutere hab ich dann das Problem, dass ich die Pfannevollstammwürze runterziehe und das Ausschlagsvolumen erhöhe, sodass dann die Würzekochzeit nicht mehr stimmt, da ich ja logischerweise länger verdampfen muss um das Ziel zu erreichen.

Ich weiss, dass man da mit Parameter rumschrauben hin und her verschieben kann um das Optimum herauszuholen, und es geht mir auch nicht darum, ums verrecken eine höhere SHA zu erreichen, bei 20L geht's da ja um +/-1€ (jedoch auch um +/-30min und die sind mir wertvoller als den Euro) sondern ich es würde mich interessieren, wie der Threadersteller mit einem Setting praktisch identisch mit meinem, am Schluss auf 3°P Glattwasser kommt... er hat ja den Weck bei Pfannevoll gleich hoch gefüllt wie ich, hat die gleichen 5kg Schüttung wie ich und darum würde ich mich für seine Gussführung interessieren... kann ja laut obigem Beitrag von Flothe fast nur daran liegen...
Zuletzt geändert von Mystic-G am Sonntag 30. Februar 2018, 08:15, insgesamt 3.14-mal geändert.

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Re: Münchner Helles - ein Jahr Hobbybrauen

#18

Beitrag von olibaer » Donnerstag 8. Februar 2018, 18:48

Hallo Mystic,
Mystic-G hat geschrieben:
Donnerstag 8. Februar 2018, 12:24
[...] mich interessieren, wie der Threadersteller mit einem Setting praktisch identisch mit meinem, am Schluss auf 3°P Glattwasser kommt... er hat ja den Weck bei Pfannevoll gleich hoch gefüllt wie ich, hat die gleichen 5kg Schüttung wie ich und darum würde ich mich für seine Gussführung interessieren...
Dafür gibt es viele Gründe und möglich Ursachen:

- Rohstoffschwankungen entlang eines zeitlichen Versatzes (->Jahrgang, Provenienz)
- Schwankungen in der Schrotqualität
- Messgenauigkeit
- usw. ....

Neben dieser nüchternen Aufreihung befinden wir uns einfach mal im Internet, das auch mit all' seinen Tücken vor Braurezepturen keinen Halt macht. Das "irgendwann" und "irgendwer" etwas zuverlässig gemessen, dokumentiert und veräussert hat - darf und sollte man, nur gutgläubig annehmen.
Gruss
Oli
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Re: Münchner Helles - ein Jahr Hobbybrauen

#19

Beitrag von Nicolax » Dienstag 13. Februar 2018, 18:54

Danke für eure Kommentare! So sieht das fertige Bier aus, schmeckt sehr gut und ist mir denke ich gelungen
DSC_2467.JPG
heizungsrohr hat geschrieben:
Mittwoch 7. Februar 2018, 00:28
Ich bin beeindruckt, dass dein Bierheber noch intakt ist. Meiner hat das genau einmal mitgemacht und war danach ein weicher Klumpen.
Es ist ja nicht mehr siedend heiß sondern bestimmt schon auf 80 Grad oder so abgekühlt. Aber wie gesagt - das mit dem Bierheber hat eh nicht so gut funktioniert. Ich werde mir demnächst eine hendi mit edelstahltopf kaufen wo gleich ein Hahn mit dran ist.
Malzknecht hat geschrieben:
Mittwoch 7. Februar 2018, 12:37
Na weil wegen des Hopfenkochens in der Wohnung auf dem Boden im Zusammenhang mit dem Woman acceptance factor
So lange am Abend die Küche wieder sauber ist darf ich mich frei entfalten :P

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Re: Münchner Helles - ein Jahr Hobbybrauen

#20

Beitrag von schollsedigger » Dienstag 13. Februar 2018, 19:05

Hi,
Nicolax hat geschrieben:
Dienstag 13. Februar 2018, 18:54
heizungsrohr hat geschrieben:
Mittwoch 7. Februar 2018, 00:28
Ich bin beeindruckt, dass dein Bierheber noch intakt ist. Meiner hat das genau einmal mitgemacht und war danach ein weicher Klumpen.
Es ist ja nicht mehr siedend heiß sondern bestimmt schon auf 80 Grad oder so abgekühlt. Aber wie gesagt - das mit dem Bierheber hat eh nicht so gut funktioniert. Ich werde mir demnächst eine hendi mit edelstahltopf kaufen wo gleich ein Hahn mit dran ist.
Die max. Betriebstemperatur dieser Teile aus PMMA=Plexiglas liegt bei 45-50°C! Den wird´s demnächst wahrscheinlich zerbröseln.

Grüße

Matze

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Re: Münchner Helles - ein Jahr Hobbybrauen

#21

Beitrag von s3b0 » Mittwoch 14. Februar 2018, 09:12

Das sieht gut aus!

Khargoro
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Re: Münchner Helles - ein Jahr Hobbybrauen

#22

Beitrag von Khargoro » Montag 12. März 2018, 21:52

schollsedigger hat geschrieben:
Dienstag 13. Februar 2018, 19:05
Hi,
Nicolax hat geschrieben:
Dienstag 13. Februar 2018, 18:54
heizungsrohr hat geschrieben:
Mittwoch 7. Februar 2018, 00:28
Ich bin beeindruckt, dass dein Bierheber noch intakt ist. Meiner hat das genau einmal mitgemacht und war danach ein weicher Klumpen.
Es ist ja nicht mehr siedend heiß sondern bestimmt schon auf 80 Grad oder so abgekühlt. Aber wie gesagt - das mit dem Bierheber hat eh nicht so gut funktioniert. Ich werde mir demnächst eine hendi mit edelstahltopf kaufen wo gleich ein Hahn mit dran ist.
Die max. Betriebstemperatur dieser Teile aus PMMA=Plexiglas liegt bei 45-50°C! Den wird´s demnächst wahrscheinlich zerbröseln.

Grüße

Matze
Wieder ein Bierheber mehr der in die ewigen Jagdgründe eingeht bzw. auf den Estrichen oder Kellern dieses schönen Kontinents verstaubt.
Das Plexiglas verbiegt sich nicht nur bis zur Unbenutzbarkeit, sondern es lösen sich auch Weichmacher, die nicht sehr förderlich für die Gesundheit sind. Die Lösung für dieses Problem ist der Silikonschlauch, denn der ist nicht temperaturanfällig. Keine Patentlösung gibt es hingegen für den Heber, meine Taktik ist vorläufig das Syphonieren mit einem Clip.

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Re: Münchner Helles - ein Jahr Hobbybrauen

#23

Beitrag von Malzknecht » Mittwoch 14. März 2018, 09:02

Das sieht super aus. Na dann Prost :)
Viele Grüße,
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Re: Münchner Helles - ein Jahr Hobbybrauen

#24

Beitrag von Johnny H » Mittwoch 14. März 2018, 11:32

schollsedigger hat geschrieben:
Dienstag 13. Februar 2018, 19:05
[...]
Die max. Betriebstemperatur dieser Teile aus PMMA=Plexiglas liegt bei 45-50°C! Den wird´s demnächst wahrscheinlich zerbröseln.

Grüße

Matze
Ein bisschen mehr sollte doch normalerweise schon gehen, oder? Ich lese von oberen Dauergebrauchstemperaturen von 75°C, teilweise werden auch höhere Werte angegeben, kurzfristig sowieso höher.
Khargoro hat geschrieben:
Montag 12. März 2018, 21:52
[...]
Das Plexiglas verbiegt sich nicht nur bis zur Unbenutzbarkeit, sondern es lösen sich auch Weichmacher, die nicht sehr förderlich für die Gesundheit sind.
[...]
Weichmacher in stocksteifem PMMA? Warum? Sorry, aber das ist m.E. Blödsinn bzw. der leider oft übliche Reflex Plastik -> (Weichmacher) -> Böse. Ich bitte also um Belege!
Jubel erscholl, als sich die Trinker von dem schneidigen, köstlichen, bei dem früher in Pilsen erzeugten nie wahrgenommenen Geschmack überzeugten. Die Geburt des Pilsner Bieres!
(E. Jalowetz, Pilsner Bier im Lichte von Praxis und Wissenschaft, 1930)

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Re: Münchner Helles - ein Jahr Hobbybrauen

#25

Beitrag von gulp » Mittwoch 14. März 2018, 12:14

Nicolax hat geschrieben:
Dienstag 13. Februar 2018, 18:54
Danke für eure Kommentare! So sieht das fertige Bier aus, schmeckt sehr gut und ist mir denke ich gelungen

DSC_2467.JPG
heizungsrohr hat geschrieben:
Mittwoch 7. Februar 2018, 00:28
Ich bin beeindruckt, dass dein Bierheber noch intakt ist. Meiner hat das genau einmal mitgemacht und war danach ein weicher Klumpen.
Es ist ja nicht mehr siedend heiß sondern bestimmt schon auf 80 Grad oder so abgekühlt. Aber wie gesagt - das mit dem Bierheber hat eh nicht so gut funktioniert. Ich werde mir demnächst eine hendi mit edelstahltopf kaufen wo gleich ein Hahn mit dran ist.
Malzknecht hat geschrieben:
Mittwoch 7. Februar 2018, 12:37
Na weil wegen des Hopfenkochens in der Wohnung auf dem Boden im Zusammenhang mit dem Woman acceptance factor
So lange am Abend die Küche wieder sauber ist darf ich mich frei entfalten :P
Nix für ungut, aber ein Münchener Helles ist das nicht, so trüb wie das daherkommt. Zwickel oder dergleichen trifft es wohl eher. :Greets

Gruß
Peter
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Re: Münchner Helles - ein Jahr Hobbybrauen

#26

Beitrag von olibaer » Mittwoch 14. März 2018, 21:39

gulp hat geschrieben:
Mittwoch 14. März 2018, 12:14
Nix für ungut, aber ein Münchener Helles ist das nicht, so trüb wie das daherkommt. Zwickel oder dergleichen trifft es wohl eher. :Greets
Hallo Peter,
verstehe ich jetzt nicht so ganz.

Das Bier (#19) ist doch selbst im 0,5 ltr. Krug noch von lichter Farbe, in der Trübung homogen und normal für ein Hobbybrauer- oder Kellerbier.
Was stört dich abgesehen vom Geruch und vom Geschmack, den wir beide nicht kennen ?
Gruss
Oli
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Re: Münchner Helles - ein Jahr Hobbybrauen

#27

Beitrag von gulp » Mittwoch 14. März 2018, 23:34

olibaer hat geschrieben:
Mittwoch 14. März 2018, 21:39
gulp hat geschrieben:
Mittwoch 14. März 2018, 12:14
Nix für ungut, aber ein Münchener Helles ist das nicht, so trüb wie das daherkommt. Zwickel oder dergleichen trifft es wohl eher. :Greets
Hallo Peter,
verstehe ich jetzt nicht so ganz.

Das Bier (#19) ist doch selbst im 0,5 ltr. Krug noch von lichter Farbe, in der Trübung homogen und normal für ein Hobbybrauer- oder Kellerbier.
Was stört dich abgesehen vom Geruch und vom Geschmack, den wir beide nicht kennen ?
Servus Oli,

Münchener Helles ist halt ein klarer Biertyp. Das von dir verlinkte Foto zeigt ein trübes helles Bier. Das kann man Kellerbier, Zwickelbier, Zeugl, oder was weiß ich wie nennen, aber halt nicht Münchener Helles. Gut mag sein, dass ich da etwas pedantisch bin, aber wenn man einen Stuhl plant und es kommt ein dreibeiniger Hocker dabei raus, kann man das auch mal erwähnen.

https://brauerei.mueggelland.de/biertyp ... ms/13.html
https://hobbybrauer.de/forum/wiki/doku. ... ner_helles

Gruß
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Re: Münchner Helles - ein Jahr Hobbybrauen

#28

Beitrag von haefner » Donnerstag 15. März 2018, 05:55

Ich versteh das jetzt auch nicht ganz. Wenn wir jetzt schon anfangen Bierstile anhand des Klärungsgrades abzuerkennen weil es andere Stile mit einem ähnlichen/gleichen Aussehen gibt, dann versteh ich die Welt nicht mehr. Das Stuhl-Beispiel ist etwas weit hergeholt. Der Stuhl hat in diesem Fall ja nur einen anderen Kiefernton...
Das schlimmste ist, wenn das Bier alle ist.

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Re: Münchner Helles - ein Jahr Hobbybrauen

#29

Beitrag von Boludo » Donnerstag 15. März 2018, 07:43

Ich hab gerade ein trübes Pils an der Backe, vermutlich Eiweißtrübung . Das dumme ist, dass die Trübung den Geschmack verändert.
Drum nenn ich es Kellerpils.
Ein trübes Münchener Hell schmeckt ziemlich sicher anders als ein klares, da kann man schon von einem anderen Bierstil sprechen, finde ich. Es ist ja nicht nur die Optik.

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Re: Münchner Helles - ein Jahr Hobbybrauen

#30

Beitrag von Barney Gumble » Donnerstag 15. März 2018, 07:51

Es ist doch nicht böse gemeint gewesen.
Jeder darf sein Bier nennen wie er will, das ist klar wir sind alle H o b b y brauer,
Aber Peter weist sinnvollerweise auf die Unterschiede und Differenzierungen hin.

Ich finde jede "Wissenschaft" braucht ihre "Nomenklatur", also gemeinsame Sprachregeln um sich bestmöglich auszutauschen und da es so viele Hundert Bierstile gibt (siehe Literatur, zb craftbeer.com beer styles study guide..) und man dann ungenau wird, verwischt alles wieder.

Für mich als Münchner, der im Prinzip (schlechtes) Münchner Helles mit der Muttermilch aufsaugen musste, sollte es eben auch klar sein, sonst heißt es wirklich üblicherweise "Keller-" oder "Lager".., trotzdem meine ich, dass nicht nur streng nach dem sehr "erhellendem" Artikel im braumagazin gebraute Biere diesen "Titel" tragen dürfen.

Die Klärung ist ggf ja noch machbar im Übrigem (cold crash in den Flaschen) bei dem Beispiel.
Wir sind uns einig, dass am meisten wohl Geruch und Geschmack zur Einteilung nach Bierstilen beitragen.
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Re: Münchner Helles - ein Jahr Hobbybrauen

#31

Beitrag von ggansde » Donnerstag 15. März 2018, 07:56

Moin,
jetzt lasst aber mal wirklich die Kirche im Dorf. Über den Geschmack des präsentierten Bieres kann ich leider nichts sagen, aber die Farbe sieht absolut typisch aus, zudem ist es für ein ungefiltertes Bier schon sehr klar. Und da wären wir auch schon beim Punkt: Die meisten von uns Hobbybrauern filtern nicht und sollen sie deswegen kein "Münchner Helles" brauen können? Für mich ist das vom Aussehen ein klassisches "Münchner Helles" aus einer Hobbybrauerei. Ich glaube weiterhin nicht, dass unser Kollege Graf Plato oder ich jetzt aufhören "Münchner Helles" zu brauen, weil das Endprodukt leicht opak bleibt :Angry
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Re: Münchner Helles - ein Jahr Hobbybrauen

#32

Beitrag von Boludo » Donnerstag 15. März 2018, 08:21

Ich werde mich hier sicher nicht wegen so was streiten, aber in meiner Welt ist ein Hefeweizen trübe und ein Münchner Hell filtriert oder zumindest klar. Wie ihr Eure Biere nennt, ist mir eigentlich ziemlich egal und wenn sie trotz Trübung stilecht schmecken, umso besser.
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Re: Münchner Helles - ein Jahr Hobbybrauen

#33

Beitrag von schloemi » Donnerstag 15. März 2018, 08:27

Zu streng sollte man natürlich im Hobbybereich nicht urteilen, aber dem Grunde gebe ich Peter völlig recht. Das Münchener Helle definiert sich auch für mich als sehr klares und helles Bier, welches den Frische-Charakter des Bier optisch unterstreicht. Der optische Eindruck wird sich auch mit aller Sicherheit auch geschmacklich bemerkbar machen, sei es wie Stefan bemerkte aufgrund der Eiweissausfällung oder rein psychologisch. Ein Konsument verbindet mit den Bierstilen typischerweise auch eine Erwartungshaltung und es ist dann halt blöd, wenn diese bereits beim Anblick nicht getroffen ist.

Das bedeutet jetzt überhaupt nicht, dass das Bier nicht schmecken würde - ganz im Gegenteil finde ich es auf dem Bild sehr gelungen und würde es sicherlich super gerne verkosten. Im Gegensatz zu Vorredner finde ich aber nicht, dass man sich selber einen Gefallen tut, ein Bier so zu bezeichnen wie man möchte - spätestens in einer externen Verkostung oder Wettbewerb fliegt man dann typischerweise raus, wenn der Stil nicht die Erwartungen erfüllt - unabhängig von der Qualität oder des Geschmackes, welche ggf. hervorragend seien können. Vielleicht "verkaufst" du e du es einfach "Naturtrübes Helles" und alle sind zufrieden ;-)

Hacker-Pschorr hatte mal sowas gehausgebracht. Beim Suchen bin ich interessanterweise auf eine schöne Rezession gestoßen:

https://www.bierbasis.de/bier/Hacker-Ps ... bes-Helles

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Re: Münchner Helles - ein Jahr Hobbybrauen

#34

Beitrag von Ladeberger » Donnerstag 15. März 2018, 09:58

Ich kann wie haefner und Markus ebenfalls nicht nachvollziehen, warum man die Kategorisierung eines Heimbräus der Trübung unterwerfen sollte. Die Abgrenzung mit "Keller-" oder "naturtrüb" gegenüber dem restlichen Sortiment braucht doch nur ein Brauer, der seine Biersorten normalerweise durch den Filterkeller jagt. Eine opalisierende Trübung ergibt sich bei Gasthaus-, Klein- und Hobbybrauereien bereits aus dem Kontext und wird nach meiner Beoachtung sogar erwartet und gewünscht.

Ist die Trübung in Quantität oder Qualität dem Geschmack abträglich, dann ist das Bier einfach nicht gut gelungen. Wie dies auch durch z.B. Fehlaromen der Fall wäre.

Gruß
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Re: Münchner Helles - ein Jahr Hobbybrauen

#35

Beitrag von Nicolax » Donnerstag 15. März 2018, 11:50

Freut mich dass mein Bier so intensive Diskussionen anregt :Smile

Zum Thema Bierheber:
Khargoro hat geschrieben:
Montag 12. März 2018, 21:52
Wieder ein Bierheber mehr der in die ewigen Jagdgründe eingeht bzw. auf den Estrichen oder Kellern dieses schönen Kontinents verstaubt.
Das Plexiglas verbiegt sich nicht nur bis zur Unbenutzbarkeit, sondern es lösen sich auch Weichmacher, die nicht sehr förderlich für die Gesundheit sind. Die Lösung für dieses Problem ist der Silikonschlauch, denn der ist nicht temperaturanfällig. Keine Patentlösung gibt es hingegen für den Heber, meine Taktik ist vorläufig das Syphonieren mit einem Clip.
Das Teil ist nach wie vor zu gebrauchen, allerdings ist der innere Teil tatsächlich etwas verbogen, vermutlich durch die Hitze. Die im Thread gezeigte Vorgehensweise die heiße Würze mit dem Bierheber in den Gäreimer zu füllen und dort zu kühlen, war eine von verschiedenen Arten wie ich den Ausschlag praktizierte. Ich habe bei bisherigen Suden unterschiedliche Techniken ausprobiert, im Forum gibt es ja durchaus kontroverse Diskussionen um Thema Whirlpool, Kühlung in der Pfanne oder danach usw... Da ich bis dato keine optimale Lösung parat hatte, habe ich eben ausprobiert. Die hier vorgestellte Art des Abschlauchens ist eher nicht optimal und führt auch zu einer gewissen Biertrübung.

Seit kurzem bin ich aber glücklicher Besitzer von Hendi und großem Edelstahltopf mit Auslasshahn. Damit habe ich am Samstag gebraut und kann die Aussagen vieler Hobbybrauer bestätigen, dass das wirklich eine sinnvolle Anschaffung ist. Ich habe dort in der Pfanne gekühlt, die Kühlspirale nicht bewegt, und dann über Hahn und Silikonschlauch die Würze abgelassen. Der Hopfentreber hat sich wunderbar abgesetzt und ich hatte kaum Kühltrub im Filter. So werde ich das ab sofort handhaben und der Bierheber hat ausgedient.


Zum Thema Trübes Bier, falscher Bierstil:
ggansde hat geschrieben:
Donnerstag 15. März 2018, 07:56
jetzt lasst aber mal wirklich die Kirche im Dorf. Über den Geschmack des präsentierten Bieres kann ich leider nichts sagen, aber die Farbe sieht absolut typisch aus, zudem ist es für ein ungefiltertes Bier schon sehr klar. Und da wären wir auch schon beim Punkt: Die meisten von uns Hobbybrauern filtern nicht und sollen sie deswegen kein "Münchner Helles" brauen können? Für mich ist das vom Aussehen ein klassisches "Münchner Helles" aus einer Hobbybrauerei. Ich glaube weiterhin nicht, dass unser Kollege Graf Plato oder ich jetzt aufhören "Münchner Helles" zu brauen, weil das Endprodukt leicht opak bleibt
Ich sehe das auch so. Möglicherweise ist die Bezeichnung "Münchner Helles" nicht korrekt im engeren Sinne, da es ein gefiltertes Bier sein muss. Da ich aber - wie die meisten Hobbybrauer - ungefilterte Biere braue, ist es eben optisch dem Bierstil nicht 100% korrekt entprechend. Beim Geschmacksvergleich mit dem Hellen aus der Brauerei aus der die hier verwendete Hefe stammt, habe ich große Ähnlichkeiten festgestellt, aber die Filterung und vermutlich etwas anderer Hopfen waren die offensichtlichsten Unterschiede.

Insgesamt finde ich, dass man dieses Bier durchaus als Münchner Helles bezeichnen kann (es ist ja schließlich auch in München gebraut - hier kommt dann die nächste Frage: Kann man in Hamburg ein Münchner Helles brauen?), korrekterweise müsste man es dann aber "Münchner Helles naturtrüb" nennen. So wie es die Giesinger Brauerei macht und ihr Bier "Giesinger Erhellung" nennt, also de facto ein Münchner Hell braut, es aber nicht so nennt. Auch dort schmeckt man durch die Trübung natürlich einen Unterschied zu Augustiner und Co.

Auch in meinem Rezeptthread "India Pale Lager" wurde sehr ausgiebig diskutiert, dass man ja hier mehr Stammwürze braucht, weil "India..." mindestens 15°P braucht und soundsoviel IBUs, dabei ging es mir hauptsächlich darum zu erfahren, ob die genannten Hopfensorten harmonieren, wann gestopft werden sollte usw. Mir ist eben auf die Schnelle kein besserer Name eingefallen. Auch wenn es natürlich wichtig ist, die Biere korrekt zu benennen und die Stile nicht zu verfälschen, sollte man dabei vielleicht manchmal nicht zu pedantisch sein :Wink

Danke für Eure Kommentare!

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Re: Münchner Helles - ein Jahr Hobbybrauen

#36

Beitrag von Boludo » Donnerstag 15. März 2018, 12:24

Zoll, Flaschenreinigung und Bierstile, drei Themen, bei denen ich besser die Klappe halten sollte.
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Re: Münchner Helles - ein Jahr Hobbybrauen

#37

Beitrag von Barney Gumble » Donnerstag 15. März 2018, 13:01

Ad Shloemi: Die haben bei Hacker auf der Seite aber nicht "Münchner Hell" geschrieben. Das gibts dort weiter unten (wahrscheinlich in untrüb).

Ad Nicolax: Natürlich kann man ein Münchner Helles Hobbybrauerbier auch in Hamburg brauen. Da darf nun von uns keiner was dagegen haben, wir sind ja nicht an geschützte geografische Angaben und geschützte Ursprungsbezeichnungen gebunden, das wäre ja schlimm..
Das die Giesinger es eben "Erhellung" und nicht"Helles" nennen, ist wahrscheinlich eben ganz bewusst.

Ad Markus (ggansde): Also ich will mich auch ganz sicher nicht streiten, wie gesagt jeder soll sein Bier so nennen wie es ihm am besten passt.

Nur eine Frage weil meine UG ohne Klärmittel und nur mit Siphon beim Einfüllen ins Gärfass und Schlauchen und entsprechend langer Lagerzeit bei 2-4 Grad eigentlich nie trüb bleiben (finde ich durchaus auch attraktiv für ein Selbstgebrautes); warum wird unterstellt, dass im Hobbybrauerbereich ohne besondere Mittel die Biere trüb bleiben müssen? Wie gefragt, was ist mit cold crash?

Vg
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Re: Münchner Helles - ein Jahr Hobbybrauen

#38

Beitrag von ggansde » Donnerstag 15. März 2018, 13:21

Moin,
Ad Markus (ggansde): Also ich will mich auch ganz sicher nicht streiten, wie gesagt jeder soll sein Bier so nennen wie es ihm am besten passt.

Nur eine Frage weil meine UG ohne Klärmittel und nur mit Siphon beim Einfüllen ins Gärfass und Schlauchen und entsprechend langer Lagerzeit bei 2-4 Grad eigentlich nie trüb bleiben (finde ich durchaus auch attraktiv für ein Selbstgebrautes); warum wird unterstellt, dass im Hobbybrauerbereich ohne besondere Mittel die Biere trüb bleiben müssen? Wie gefragt, was ist mit cold crash?
Es soll auf keinen Fall Streiten sein. Auch ich bevorzuge optimal geklärte Biere, das wollte ich nicht in Frage stellen. Einen "cold crush" brauche ich dafür aber nicht, sondern Zeit und gut sedimentierende Hefen. Es ging mir nur darum einem Bierstil aufgrund einer minimalen Trübung seine Einordnung abzusprechen. Ein Helles kategorisiert sich für mich über viele Charaktermerkmale, "glanzfein" gehört nicht dazu. Sicher, ich verstehe die Erwartungshaltung im Hinblick auf die kommerziellen Vertreter, die ein gefiltertes Produkt anbieten. Aber sie filtern m.E. nicht um dem Birstil zu entsprechen, sondern aus betrieblichen Gründen. Ausser Weizenbier gibt es kaum ein Bier aus einer kommerziellen Herstelung, welches nicht fast vällig klar ist. Selbst sog. Kellerbiere oder, ungefilterte belgische Spezialitäten kommen zu Beginn meist völlig klar aus der Flasche. Würde man es auf die Spitze treiben, dürfte ich wegen einer anderen Erwartunghaltung aus dem kommerzielen Bereich kein selbstgebrautes Saison oder Kölsch mehr diesem Bierstil zuordnen. "Schaut mal, mein Kölsch, sieht es nicht lecker aus?" Was, meinst Du das Hefeweizen auf dem Foto?" Grotesk!
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Re: Münchner Helles - ein Jahr Hobbybrauen

#39

Beitrag von Barney Gumble » Donnerstag 15. März 2018, 13:52

Hi Markus. Ich sehe schon, wir sind schon beinand. Du hast natürlich recht, dass eben der Grad der Klärung im Industriemaßstab mit Kieselgur etc nochmal was drauf setzt als nur ein cold crash (crush? cresh?), eben aus besagten Geschmacks-/Konservierungs-/optischen Gründen. "Glanzfein" wäre bei einer Hobbybrauerbier-Verköstigung wirklich ein übertriebener Maßstab.

Ich sag jetzt mal jetzt hemdsärmelig, müsste ich es bewerten/kategorisieren, würde ich max. 5 % der Note nach der Trübung (auch nicht anhand des Fotos sondern live) gehen.

Vg
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Re: Münchner Helles - ein Jahr Hobbybrauen

#40

Beitrag von karlm » Donnerstag 15. März 2018, 14:05

Es ist "Cold Crash". Wenn man das Bier "crushen" würde, würde man es zerdrücken, zermahlen.
Altes und neues Forum gleichzeitig durchsuchen:
https://cse.google.de/cse/publicurl?cx= ... nxhfbgci_y

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Re: Münchner Helles - ein Jahr Hobbybrauen

#41

Beitrag von schloemi » Donnerstag 15. März 2018, 14:24

karlm hat geschrieben:
Donnerstag 15. März 2018, 14:05
Es ist "Cold Crash". Wenn man das Bier "crushen" würde, würde man es zerdrücken, zermahlen.
Ist doch nicht so schlimm, ist doch nur ein Buchstaben - kann doch jeder schrieben wie er will. :P

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Re: Münchner Helles - ein Jahr Hobbybrauen

#42

Beitrag von schloemi » Donnerstag 15. März 2018, 17:46

Also ich meinen letzten Kommentar so nicht stehen lassen nicht das hier böses Blut entsteht. Ich mag Markus gerne leiden, seine Biere, die ich kosten durfte, waren allesamt sehr lecker und gut gemacht. Ich habe große Bewunderung darüber, wie akribisch er seine Brauvorhaben plant und durchführt. Das ändert sich auch nicht, wenn wir in diesem Punkt unterschiedlicher Meinung sind.

Gerade wenn man sich im Bereich Helles, Pilsener, Export und Kellerbier befindet, so sind die Übergänge fließend, aus Sommelier-Sicht geringe Abweichungen in Bittereinheiten, Stammwürze oder Aussehen essentielle Charaktereigenschaften ein Bier der einen oder anderen Kategorie zuzuordnen - auch wenn das für den einen oder anderen als kleinkariertes Schubladendenken empfunden wird.

Ein Satz wie: "Meine Würze hatte kurz vor Ende der HG eine SW von 12% Brix" würde ich vermutlich halbwegs gelassen über mich ergehen lassen, einem gelernten Brauer und Mälzer oder Brauwesen studierender Menschen hingegen könnte eine solche Aussage der Ohnmacht nahe bringen. So hat halt vermutlich jeder seine individuellen Schmerzgrenzen, die ich respektieren will.

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Re: Münchner Helles - ein Jahr Hobbybrauen

#43

Beitrag von ggansde » Donnerstag 15. März 2018, 18:03

Alles gut, schloemi. Ich habe wirklich Hochachtung vor Deinen Bewertungen. :Drink
VG, Markus
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Re: Münchner Helles - ein Jahr Hobbybrauen

#44

Beitrag von gulp » Donnerstag 15. März 2018, 18:56

Hier gehts ja ganz schön ab, ihr Hockerexperten! :P
Ich glaube weiterhin nicht, dass unser Kollege Graf Plato oder ich jetzt aufhören "Münchner Helles" zu brauen, weil das Endprodukt leicht opak bleibt :Angry
Ich erinnere mich da an ein Simcoe Helles von Graf Plato, das wir auf der Braukunst trinken durften. Das war einsame Klasse und ziemlich klar. Markus, hört bloß nicht auf damit dergleichen zu brauen, warum auch? Weil da so ein alter Zausel aus Franken ein bisserl herumgrantelt? Also macht weiter, haut rein!

Gruß
Peter, der noch nie ein Münchener Helles gebraut hat und beim Pilsener immer versagt und es meistens wegschüttet. :Smile
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Re: Münchner Helles - ein Jahr Hobbybrauen

#45

Beitrag von hyper472 » Donnerstag 15. März 2018, 20:28

Boludo hat geschrieben:
Donnerstag 15. März 2018, 12:24
Zoll, Flaschenreinigung und Bierstile, drei Themen, bei denen ich besser die Klappe halten sollte.
:Wink

Stefan
Ich würd gerne mal wieder ein Bier mit Dir trinken
:Drink
Viele Grüße, Henning
Wenn man etwas positiv oder negativ auslegen kann, meine ich es positiv.
Es ist möglich, dass sich meine Meinung nicht mit der Meinung anderer deckt.
Wer will, ist herzlich eingeladen, mir in Anwendung von Boardregel Nr. 6 eine PN zu senden.

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Re: Münchner Helles - ein Jahr Hobbybrauen

#46

Beitrag von olibaer » Dienstag 20. März 2018, 15:48

Hallo Peter,
gulp hat geschrieben:
Mittwoch 14. März 2018, 23:34
Servus Oli,
Münchener Helles ist halt ein klarer Biertyp. Das von dir verlinkte Foto zeigt ein trübes helles Bier...
Gruß
Peter
Ich habe kein Foto verlinkt, in meiner Erinnerung war das der threadmaintainer.

Eben dieses Foto habe ich mir gerade in einem 0,3l Glas eingeschänkt vorgestellt:
Lichtes hellgelb mit dezenter Trübung. Durchaus für ein "Münchener Hell" aus der Hobbybrauersparte geeignet.

Meine Ansprüche an ein "Helles" dürften sich mit den Deinen decken. Kurz:
  • licht-hell, klar, rezent, sauber, süffig, zusammenschmeckend, zum Weitertrinken anregend, bombiger Schaum
.
In der Trübung sehe ich für den Hobbybrauer eine etwas breitere Spanne, die aber in jedem Fall in ein solches Muster passen sollte:
  • homogen, durchsichtig

Naja, mir gefällt was ich sehe :-)
Gruss
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Re: Münchner Helles - ein Jahr Hobbybrauen

#47

Beitrag von gulp » Dienstag 20. März 2018, 18:06

Ich habe kein Foto verlinkt, in meiner Erinnerung war das der threadmaintainer.
Na ja der Link geht zum Beitrag, also indirekt zum Foto, aber egal. :Smile
Eben dieses Foto habe ich mir gerade in einem 0,3l Glas eingeschänkt vorgestellt:
Lichtes hellgelb mit dezenter Trübung. Durchaus für ein "Münchener Hell" aus der Hobbybrauersparte geeignet.
Na ja wenigstens, ein 0,5l Glas oder Krug möchte das schon sein.
Meine Ansprüche an ein "Helles" dürften sich mit den Deinen decken. Kurz:
licht-hell, klar, rezent, sauber, süffig, zusammenschmeckend, zum Weitertrinken anregend, bombiger Schaum
Richtig! Jetzt habe ich Durst und mache mir ein "Grüner" auf. :Smile
In der Trübung sehe ich für den Hobbybrauer eine etwas breitere Spanne, die aber in jedem Fall in ein solches Muster passen sollte:
homogen, durchsichtig
Ich nicht. Man ist hier ja, wenn es um Kaufbier geht, schnell mit abwertenden Kommentaren zur Stelle. (Ich meine nicht den Threadersteller!)

Plörre, Fernsehbier, Industriesuppe und dergleichen. Warum also sollte der Hobbybrauer einen Bonus haben? Wenn man einen allgemein gültigen Standard nicht erreicht, muss man das Endprodukt eben anders nennen.

Allerdings sehe ich einen Trend zum trüben Bier. So mach kleiner "Craftbeer Brewer" ist halt nicht in der Lage, oder bereit, sein Bier zu klären. Zusätze auf dem Etikett, wie ungefiltert und naturtrüb sparen halt einen Arbeitsgang und vernebeln das Verbrauerhirn ähnlich wie das Wort Reinheitsgebot.

Zum Schluß noch ein Beispiel, wie klar Bier ohne Hilfsmittel werden kann: Belgien IPA nach knapp 5 Monaten Lagerung.

Gruß
Peter
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Ein Bayer ohne Bier ist ein gefährlich Thier!

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Re: Münchner Helles - ein Jahr Hobbybrauen

#48

Beitrag von §11 » Dienstag 20. März 2018, 18:26

Wenn es um Beerstyles geht kommt man um die BJCP nicht rum. 1985 gegruendet geben sie seit mehr als 20 Jahren Styleguides raus.
Leider ueberspringen viele die einleitenden Worte der BJCP- Beerstyle Guidelines, obwohl hier einige der wichtigsten Informationen enthalten sind.
The BJCP Style Guidelines are guidelines not
specifications
. Take those words at face value, or
their plain meaning. Guidelines are meant to
describe general characteristics of the most common
examples, and serve as an aid for judging; they are
not meant to be rigorously-applied specifications
that are used to punish slightly unusual examples.
They are suggestions, not hard limits. Allow for
some flexibility in judging so that well-crafted
examples can be rewarded. The guidelines are
written in detail to facilitate the process of the
structured evaluation of beer as practiced in
homebrewing competitions; don’t take each
individual statement in a style description as a
reason to disqualify a beer.
Also nicht alles immer so eng sehen :Wink

Gruss

Jan

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