Mein zweiter Sud

Bitte beschränkt Euch auf das Wesentliche, die Bilder. Nach Möglichkeit langatmige oder ausführliche Textpassagen vermeiden. In der Kürze liegt die Würze.
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Mario294
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Mein zweiter Sud

#1

Beitrag von Mario294 » Montag 20. April 2020, 20:43

Hallo Leute,

ich bin neu hier und zum Dank das ich fast all meine Infos von hier habe und deshalb meine ersten beiden Sude fast komplett reibungslos über die Bühne gehen konnten stelle ich hier eine kleine bebilderte Doku rein :Smile

Ich heiße Mario bin 27 Jahre alt und interessiere mich für viele Themen die irgendwie mit Selbstversorgung zu tun haben, mein Bruder und ich haben zwei Gärten mit etwa 3000 m2 Fläche von denen etwa die Hälfte oder etwas mehr für Nahrungsmittel genutzt werden (alles ausser Getreide)

Nachdem ich in der Biologie mit der Zucht von Pilzen eingestiegen bin ging es darauf hin weiter mit den Hefepilzen in der Reihenfolge backen (Hefe und Sauerteig) Wein und jetzt bin ich beim Bier gelandet.

Ich komme aus einer eher weingeprägten Region... Dem Kaiserstuhl wobei in meinem Nachbardorf einst eine recht große Brauerei stand die nun aber schon eine Weile zu Wohnungen umgebaut wurde, dort wurde riegler Bier gebraut (ist das überhaupt bekannt außerhalb der Region?)

Mit Wein habe ich meine ersten Erfahrungen mit der Haltung von einzelligen Pilzen gemacht, genauer Frucht und Honigweine. Da ich Wein nur in geringen Mengen trinke und die Menschen hier in meiner Gegend nur Traubenweine für voll halten dachte ich mir Bier könnte man doch auch mal selbst brauen.

Nachdem ich hier dann einiges gelesen habe und ich auch gerne ein wenig bastel war klar das ein einkochen der nur 30 Liter fassen kann zu klein ist und auch sonst wenig Reiz hatte. Ich entschied mich dann für einen Topf, zuerst hatte ich 70 Liter, dann 50 und zuletzt 36 im Blick die beiden größeren vielen erst mal raus da ich lieber öfter brauen möchte um mehr Erfahrung zu sammeln und da die doch ganz schön ins Geld gehen.

Nun kam die Frage wie ich den Topf beheizen möchte. Gas wollte ich nicht da ich in der Garage auch bei geschlossenem Tor brauen möchte und ich auch lieber eine Steuerung für die Rasten wollte. Zumindest die Temperatur sollte automatisch gehalten werden die Zeit kann ich manuell steuern.

Eine Hendi war mir etwas zu teuer, dann kam ich auf Ceranfeldstrahler. Drei Stück würden vom Maß her gut unter meinen Topf passen. Schneller als ich mir Gedanken über den Rest gemacht habe hatte ich drei mal 1200 Watt Ceranstrahler für recht wenig Geld bei mir liegen.

Nun musste ich erstmal eine Konstruktion bauen worauf der Topf steht und wie ich die Strahler hier einbinden kann. Da die Strahler auch aussen sehr warm werden und ich am liebsten mit Holz arbeite war das gar nicht wo einfach. Nach langen hin und her habe ich mich dazu entschieden einfach ein Hocker zu bauen auf welchem die Strahler mit einer isolierschichicht aus Glaswolle (gepresst) aufliegen. Damit die Strahler nicht das Gewicht des Topfes halten muss habe ich drei Rundstähle von einem Kollegen ablängen lassen und diese als Topfständer genutzt.
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Nun war die Frage der Temperatursteuerung das nächste Problem an welchem ich lange überlegt habe. Ein Inkbird itc 1000 kann das steuern übernehmen allerdings kann dieser nur 16 Ampere steuern sprich eine von drei Phasen. Da ich nicht all zu viel Erfahrung mit Elektrik habe hat das einiges an "Google" Kenntnissen benötigt bis ich wusste das ein Leistungsschütz das ist was mein Problem löst. Also eines gesucht welches mindestens 16 Ampere abhaben kann. Das welches ich gefunden habe kann 32 Ampere schalten und ist ein recht ordentliches Gerät... 32 Ampere pro Fase versteht sich :Ahh

das anschließen des Schützes erwies sich auch für einen Laien als recht einfach... Steht ja alles drauf und ist eigentlich selbsterklärend. Ich hatte es zuvor einmal außeinander genommen um mir die Funktion anzusehen, sehr simpel und gut durchdacht :thumbsup
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Den Topf habe ich am Boden mit Auspufflack schwarz matt angesprüht damit die Hitze der Strahler nicht zurück geworfen wird.
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Erste Tests ergaben gute Funktion, zum maischen kann ich eine der drei Platten abschalten zum aufheizen kann ich dann die vollen 3,6 kW nutzen. So hat man keine langen Wartezeiten da die Leistung für die Topfgröße ausreichend ist.

Zuerst wollte ich um Geld zu sparen (zweite Ausbildung und eigene Wohnung lässt nicht so viel Spielraum) im 30 Liter Eimer mit Läuterhexe oder Läuterfreund (weiß nicht mehr welche Variante) läutern, da ich davon ein paar habe um Wein zwischenzulagern um nach dem filtern abzufüllen usw.

Nach einiger überlegen und einem weiteren Monat der vergangen ist war wieder etwas Geld da und ich besorgte mir gleich einen Schengler Thermoport. Allerdings wollte ich die Möglichkeit haben auszubauen und wählte direkt den 38,5 Liter Topf da die preislichen Unterschiede recht gering waren. Ich denke das war eine gute Entscheidung, bereut habe ich es bisher nicht :Bigsmile
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Als Gärgefäß wollte ich auf meine 30 und 40 Liter Eimer mit bereits vorhandenen Gärglocken zurück greifen da hier Edelstahl Overkill und preislich wohl erst in ein paar Monaten möglich gewesen wäre. Alternativ hätte ich auch 30, 60 und 100 Liter Fässer von Graf welche aber nicht so schön große Öffnungen haben und auch schon oft mit Wein belegt waren (Aromen im PE welches ins Bier übergeht?)

Ein Rührwerk musste auch her das haben ja fast alle hier und zudem habe ich am Anfang bestimmt genug anderes zu tun als zu rühren, vor allem da ich alleine brauen werde und deshalb keine Hilfe oder Arbeitsteilung zur Verfügung steht. Schwierig war das weniger, ein Scheibenwischermotor bei ebay bestellt auf eine Dreischichtplatte mittig geschraubt und an einer Edelstahlgewindestange ein Edelstahlblech das ich im Container in meiner Firma gefunden hatte zurecht gebogen, und mit Edelstahl Muttern fest geschraubt. Soweit so gut, leider dreht es falsch herum sprich wenn es rührt löst es sich... Passiert nichts so lange ich nicht mit dem Braupaddel darin hängen bleibe :Bigsmile
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Angetrieben wird es mit einem 12 Volt dc Netzteil das 20 Ampere kann sollte also ausreichend sein.

Malz geschrotet zu kaufen kam für mich nicht in Frage weshalb eine Mühle auf alle Fälle sein musste auch wenn dies bedeutet einen weiteren Monat im Forum nur virtuell brauen zu können (war glaub ganz gut das ich so viel zuvor gelesen hatte)

Es wurde eine Mühle ähnlich der Mattmill Stundent, (wenn ich das richtig im Kopf habe) sie war etwas günstiger und in dem Shop zu haben in dem ich sowieso bestellte. Erstmal ohne Motor da mein Akkuschauber das noch machen darf bis ich meinem Vermieter den 24 Volt Getriebemotor aus dem nicht mehr angeschlossenen Garagentorantrieb entnommen habe :Bigsmile

Die Mühle wurde auf eine Dreischichtplatte geschraubt welche Passgenau mit 3 Winkeln auf eine eurobox angepasst ist in welcher das Malz landet.
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Dazu wurden direkt je 25 kg Münchner und Pilsener Malz bestellt Wiener Malz muss warten bis wieder mehr Geld da ist aber aus den zwei Sorten kann man doch fast alles machen mit evtl kleinen Abstrichen.

Ein paar Kilo cara red und cara hell und ein paar Sorten Hopfen in 30 g Vakumbeuteln wurde auch mit geordert.

Als Hefe hatte ich zuerst eine OG S04 und eine untergärige No Name Hefe bestellt, die untergärige würde ich diesmal eher gegen eine namhafte tauschen z.b 34/70 da ich meine Hefen eh von Anfang an auf schrägagar halten werde und propagieren werde (Vorerfahrung mit sterilen arbeiten und arbeiten mit Nährmedien vom züchten von Pilzen).

Das abkühlen über Nacht wollte mir auch nicht gefallen ein würzwkühler musste also her. Kupfer gefiel mir ganz gut war aber zu teuer, hier in Forum sah ich dann die Variante mit Edelstahlwellrohr welche ich übernahm. Edelstahlschweissdraht war suboptimal zum wickeln der Rohre und brach ab dann hab icg einfach ein paar Meter 1,5mm2 Kabel abisoliert welche ich noch hatte 5x1,5mm2 und davon 5 Meter gab mehr als genug Draht für den kühler und falls ich als mal Draht brauche hab ich auch noch davon über :Bigsmile der Kupferdraht lässt sich super biegen und ist meist gratis zu haben da die meisten ein paar Meter Kabel kostenlos irgendwo auftreiben können denke ich.
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Zu guter letzt habe ich meinen Kochtopf noch eingepackt mit einer alten 8mm Isomatte im mittleren Bereich doppelt sprich 16mm.


So das war erstmal die Hardware, in Teil zwei geht's weiter mit den Vorbereitungen fürs brauen und dem Brautag selbst.

Grüße Mario

Ich habe gerade noch Probleme Bilder anzuhängen ich denke ich muss die verkleinern? Kann sie also nicht direkt vom Handy hier einfügen?

Edith: Nun habe ich es doch mit den Bildern hin bekommen ich denke so ist es erstenmal bekömmlicher :Bigsmile
Dateianhänge
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Zuletzt geändert von Mario294 am Dienstag 21. April 2020, 18:32, insgesamt 1-mal geändert.

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Re: Mein zweiter Sud

#2

Beitrag von Unbewegter Beweger » Montag 20. April 2020, 22:32

Hallo Mario,
dann mal willkommen im Forum. Bilder hätten in der Tat einiges vereinfacht. Dauerte ziemlich lange, sich durch die Prosa zu kämpfen :Wink
JPG. sollte funktionieren. Ich werde beim Upload gefragt, welche Größe ich verwenden möchte. Alternativ kannst du die Bilder natürlich auch vorher klein machen.
Du hast ja ganz schön viel für den Anfang investiert. Viele hier haben zwar auch reife Anlagen, die meisten einschließlich mir haben aber mit Einkocher und Rührpaddel angefangen.
Ich wünsche dir dann mal viel Spaß beim zweiten Sud!
Liebe Grüße, Sven

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Re: Mein zweiter Sud

#3

Beitrag von Mario294 » Montag 20. April 2020, 22:45

Danke, der zweite Sud ist schon durch und in der Gärung aktuell :P

Ich werde morgen mal an die Bilder gehen wenn ichs am Handy nicht hin bekomme dann am PC... Nur mache ich den so ungern an :Bigsmile

Grüße Mario

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Re: Mein zweiter Sud

#4

Beitrag von Mario294 » Dienstag 21. April 2020, 20:36

Da ich am ersten Brautag keine Bilder gemacht habe und das meiste gleich ablief wie beim zweiten Brautag zeige ich eben den hier :P

Ich hatte mich recht viel hier eingelesen und auch ein paar Videos im YouTube zum Thema angesehen, wie das meistens so ist sind die Videos aua YouTube meist nicht die professionelle Version eines Hobbys oft werden falsche Techniken gezeigt oder die einfachsten Möglichkeiten an ein einigermaßen ertragbares Ergebnis zu kommen. Weil ich etwas richtig machen möchte wenn ich mir schon die Mühe gebe informiere ich mich meist in Foren da hier die meisten fragen die auch ich als Neuling habe schon von anderen gestellt worden sind.

Anfangs war alles noch recht kompliziert nach einiger Zeit des Lesens wurde dann aber alles recht klar.

Beim ersten Sud habe ich mich an ein Rezept aus Maische Malz und mehr gehalten. Es war ein obergäriges kellerbier von CaWu. Vergärt wurde mit der S04 bei 16-18 Grad (angestellt bei 15 Grad Umgebungstemperatur war anfangs 16 Grad und wurde am Abend vor dem abfüllen höher gestellt wo auch die Temperatur ganze 2 Grad höher war).

Da mir die Hefe zu schade war um sie nach dem ersten Sud zu entsorgen beschloss ich direkt am Sonntag 9 Tage nach Beginn der Hg. Den zweiten sud anzusetzen und ihn nach dem kühlen direkt mit dem Bodensatz aus dem Gäreimer anzustellen.

Ich wollte mal ein Münchner dunkel probieren allerdings eben mit der S04. Da ich kein passendes Rezept fand dachte ich mir ich nehm einfach 100% MüMa und fahre die rasten so das es eher süßlich und süffig wird.

Nun zum Rezept.

6 kg MüMa
25g hallertauer Perle bei kochbeginn
5g hallertauer Perle 20 min vor Ende
5g Saphir in den Whirlpool

Das Wasser habe ich mit 2,5 ml 80% Milchsäure und 45 ml 5% Salzsäure auf eine restalkalität von 2 dH gebracht

Kalzium 80,7Mg/L
Magnesium 11Mg/L
Sulfat 42,3 Mg/L
Chlorid 94,6 Mg/L
Natrium 11,9 Mg/L

Tips zum Wasser sind herzlich willkommen habe erstmal nur das gröbste beachtet (Restalkalität und Sulfat Chlorid Verhältnis)

Die Werte habe ich auch aus dem Wasserrechner von MMUM.

Die rastzeiten habe ich aus einem thread aus dem alten Forum übernommen dort war auch das Ziel ein süßliches Bier aus 100% MüMa.

Eingemaischt wurde bei 60 Grad, dann sollte direkt auf 63 hoch geheizt werden um dort 35 min zu rasten danach gings hoch auf 72 wo dann nochmals 35 min gerastet wurde. Anschließend hoch auf 78 und dann umschöpfen in den Tp.

Kochzeit plante ich zwischen 60 und 80 min je nachdem wann die gewünschte stammwürze von 14 brix erreicht ist.

Genug der Theorie nun geht's los. Da ich das Bier von letzte Woche noch abfüllen wollte und ich mir genug zeitliche Reserven einbauen wollte stand ich um 6:30 am Sonntag auf um direkt um 7 Uhr mit der Aufbereitung des Wassers zu beginnen den Hauptguss auf den Kocher zu stellen und während der Aufheizphase das Malz zu wiegen und zu schroten.
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Der Kocher war schneller auf 60 Grad wie ich beim schroten.

Nun wurde das Rührwerk ausgerichtet und mit zwei schraubzwingen fixiert, anschließend würde eingemaischt. Leider kam ich direkt beim einrühren an das Rührwerk welches sich dann gelöst hatte... Nun wurde direkt Hochheizen doch nichts und eine unfreiwillige Eiweisrast von 10 min bei 57 Grad wurde gehalten.
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Als das Rührwerk wieder fest war ging es direkt zur erstem offiziellen Rast welche dann problemlos für 35 min gehalten wurde. Dabei musste immer beim heizen zusätzlich gerührt werden da das Rührwerk zwar das anbrennen verhindert aber nicht für genug Umwälzung sorgt damit der Temperaturfühler schnell genug reagiert. Das muss ich noch verbessern, allerdings muss nicht all zu oft geheizt werden somit Stört es nicht sonderlich.

Nachdem die zweite Rast vorbei war zeigte die jodprobe welche mit jodtinktur (viel zu dunkel habe sie mit Wasser verdünnt) negativ sprich keine Stärke mehr vorhanden.
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Nun habe ich mit meinem 3 Liter Messbecher in den obenstehenden Tp umgeschöpft in welchem 1 Liter kochendes Wasser vorgelegt wurde um den Tp auf Temperatur zu bringen.
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Nach 20 min Läuterruhe wurden etwa 6 Liter vorgeschossen bis Klarlauf (ist das nicht etwas viel? Evtl zu grob geschrotet?) und dann per Trichter mit Silikonschlauch in die Pfanne zurück geläutert welche während der Läuterruhe geputzt wurde.
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Die nachgüsse habe ich innen auf dem Herd im 10 Liter Topf aufgeheizt und dann mit Leitungswasser auf 78 Grad runterverdünnt. Das ist sicherlich nicht optimal da das Leitungswasser ja die Restalkalität wieder erhöht.
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Nachdem ich bei 3 brix Glattwasser angekommen war hatte ich in der Pfanne 11 brix. Nun ging es ans kochen. Da ich immer mal wieder den Kocher beim läutern ein paar Minuten eingeschaltet hatte war ich bei Läuterruhe schon auf 86 Grad und konnte in kürzester Zeit auf Kochtemperatur kommen und die erste hopfengabe geben.
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Das kochen ging reibungslos von der Hand und ich habe auch nur 2 von drei Ceranstrahler dafür benötigt (2400w).
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Kurz vor kochende kam der kühler in die Pfanne und ich habe den 40 Liter Eimer zum kühlen vorbereitet. Nach kochende kam der kühler aus der Pfanne in den Eimer und wurde abgedeckt dann gab ich die 5 g Saphir und startete den Whirlpool. Nach etwas Ruhe Schlauchte ich die heiße würze in den Eimer und begann sofort zu kühlen.
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Der Trubkegel war recht stabil somit blieb wenig würze in der Pfanne übrig.
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Nachdem die Würze 16 Grad erreichen hat kam der kühler raus und der Deckel kam auf den Eimer. Nun ging es im Keller weiter.

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Re: Mein zweiter Sud

#5

Beitrag von bigfoot47 » Dienstag 21. April 2020, 23:08

Da hast du dir mal richtig viel Mühe gegeben und dich sehr gut informiert! Hut ab. Weiter so und willkommen im Forum.
Gruß Raphael :Greets

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Re: Mein zweiter Sud

#6

Beitrag von Spittyman » Mittwoch 22. April 2020, 00:55

Meine Fresse, du machst keine halben Sachen - Respekt!!!
Menschen, die bestimmte Biere aufgrund ihrer Herkunft, Brauart oder Farbe als "Hundepisse" bezeichnen, tun mir leid. :thumbdown Es lebe der Geschmack und die Vielfalt in jederlei Hinsicht! :Bigsmile

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Re: Mein zweiter Sud

#7

Beitrag von Barney Gumble » Mittwoch 22. April 2020, 08:17

Super Doku und man merkt, das da schon viel Wissen vorhanden ist (z. B. Maischebottich vorheizen! :thumbsup )
Mich würde nur die Lagerung des Kessels auf den drei kleinen "Dosen" nervös machen wegen Kippgefahr zwischen denen. Vielleicht kannst Du drei Metallstangen die bis oben fast an den Rand des Topfs gehen, ins Holz schrauben.
Aber an sich ist das mit den drei Ceranstrahlern genial, Du sagt, Du brauchtest nur zwei zum Kochen, wie viel L gingen, schätzt Du, mit dem dritten? Da wäre dann ja der nächste Schritt nach oben quasi schon auf der Hand liegend.
Als ich von den schlimmen Folgen des Trinkens las, gab ich es sofort auf - das Lesen! (frei nach Henry Youngman)
Wenn ich nicht gleich antworte, liege ich unterm Zapfhahn :Bigsmile

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Re: Mein zweiter Sud

#8

Beitrag von Mario294 » Mittwoch 22. April 2020, 13:01

Hallo,

Die Lagerung der Pfanne auf den drei Rundstahlabschnitten ist wirklich gar nicht kippelig weder voll noch Lehr. Ich habe sehr viel Respekt vor heißen Flüssigkeiten und wundere mich hier auch oft das Leute barfuß oder in Sandalen vor 30 Liter kochendes hantieren :Waa

Zudem steht der Topf auch mit auf den Ceranelementen auf was für Stabilität sorgt.

Mit den Ceranstrahler und isolierten Topf kann man sicherlich bis 50 Liter problemlos kochen. Ich denke alles was eine Hendi schafft schafft meine Variante ebenso.

Heute abend folgt noch der Teil des abfüllens und das anstellen des gebrauten Bieres.

Mfg Mario

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Re: Mein zweiter Sud

#9

Beitrag von Mario294 » Mittwoch 22. April 2020, 13:08

Da fällt mir gerade noch eine Frage ein... Ich hatte vor von den hochkräusen eine Probe zu nehmen um diese direkt auf ein schrägagar zu übertragen. Nachdem ich gestern die Röhrchen sterilisiert habe, bei 120 Grad im Dampf 15 min und dann auf Raumtemperatur abkühlen lassen. Als ich damit fertig war hab ich bemerkt das die hochkräusen schon durch waren das ging wesentlich schneller als beim ersten Sud was wohl daran liegt das es mehr Hefezellen sind und es die zweite Führung war.

Wo und wie entnehme ich nun am besten die Hefe um sie zu überimpfen?

Grüße Mario

Edit: kann ich auch etwas von dem Gärenden Bier dafür nutzen oder sollte ich dann klassisch über Petrischale gehen und selektieren? Dann könnte ich aucg mögliche Kontaminationen durch mehrfaches überimpfen beseitigen. Wäre allerdings mehr Arbeit.

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Re: Mein zweiter Sud

#10

Beitrag von Mario294 » Mittwoch 22. April 2020, 18:49

Hallo Leute,

Ich habe mich nun aus Sicherheitsgründen für die Variante Petrischale mit MEA (Malzextraktagar) entschieden. Habe eben 4 schälchen gegossen und sie in den DDKT (Dampfdruckkochtopf) gegeben dort werden sie bei 120 Grad 11 Minuten gehalten und dann langsam abgekühlt (kein Druck ablassen sondern warten bis druckfrei da ansonsten beim abkühlen unsterile Luft in die schälchen gelangen könnte) Achtung! Viele haushaltsübliche DDKT's schaffen nicht genug drück für 120 Grad welche aber nötig sind für solche arbeiten. Das kann man im Datenblatt nachlesen ich benutze den perfekt Omni Beem in der 10 Liter Version da passen einige Gläser oder Beutel rein wenn man Substrat für Pilze sterilisieren möchte, zudem kann man ihn Dank der nicht zu großen große auch im Alltag einsetzen. Meiner hat allerdings schon viele Betriebsstunden und noch nie etwas anderes als Wasser gekocht sprich er wurde bisher nur zum sterilisieren benutzt :Bigsmile

Ich denke ich werde mein vorgehen hier nacher oder morgen noch bebildert schildern da solche arbeiten Hier nicht sehr oft gezeigt werden und es bestimmt den ein oder anderen interessieren könnte.

Grüße Mario

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Re: Mein zweiter Sud

#11

Beitrag von Mario294 » Mittwoch 22. April 2020, 19:40

So in der Zeit wo meine Petrischalen abkühlen schreibe ich hier noch den Bericht fertig :Bigsmile

Zuerst habe ich eine Kiste Flaschen mit dem blaster und oxi Lösung gereinigt und auf den Flaschenbaum zum trocknen gegeben. Dannach habe ich die zuckermenge für die richtige Karbonisierung im Eimer mit wenig Wasser gelöst und anschließend das Bier aus dem Gäreimer darauf geschlaucht.
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Als ich bei der Hefe ankam wurde diese mit einem desinfizieren Löffel direkt zum heute gebrauten Bier gegeben, diese war sehr schön sedimentiert und deshalb recht dick.
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2
Anschließend habe ich den anderen Eimer etwas geschwenkt um die Zuckerlösung gleichmäßig zu verteilen und dann mit einem Silikonschlauch welcher mit oxi Lösung gefüllt war ins Bier gegeben. Die erste Flasche war um das oxi aufzufangen und wurde später nochmals gereinigt wieder auf den Flaschenbaum gegeben. Nun füllte ich mit Hilfe einer klammer die den Schlauch zusammen presst das Bier in Flaschen ab und verschloss diese sofort und stellte sie in den Kasten.
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3
Nach dem etwa 19 Liter abgefüllt waren ging es ans aufräumen hier unten im Keller war es schnell erledigt allerdings war oben noch einiges zu tun. Zudem musste auch der Treber in den Garten auf den Kompost gebracht werden bevor der Zuhause anfängt zu müffeln :Bigsmile

Nachdem ich morgens um 7 losgelegt habe war ich um 20:30 mit allem fertit. Dazwischen gab's kurz zeit nebenher das Essen zu kochen es gab Erbsensuppe mit schweinebauch welche ich am morgen aufgesetzt hatte und zwischendurch fertig gemacht hatte.

So mittlerweile dürften die petri schalen abgekühlt sein so werde ich nun ein wenig Bier mit einer sterilen spritze aus dem Keller holen und dieses auf die petris ausstreichen.

Grüße Mario

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Re: Mein zweiter Sud

#12

Beitrag von thecat » Donnerstag 23. April 2020, 10:45

Sehr schöne Doku, Respekt! Da bist du gleich voll eingestiegen!
Kannst du mal beschreiben, wie du den ITC-1000 mit dem Leistungsschutz verkabelt hast, bzw. welchen du hier verwendest? Bin ebenfalls Leihe und überlege ihn anzuschaffen um meine Induktionsplatte zu steuern.

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Re: Mein zweiter Sud

#13

Beitrag von Mario294 » Freitag 24. April 2020, 12:47

@thecat klar kein Problem ich werde dir heute abends mal ein Bild vom Anschluss machen.

Ist aber nicht schwer es ist auch ein Schaltplan aufgezeichnet.

Grüße Mario

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Re: Mein zweiter Sud

#14

Beitrag von Mario294 » Samstag 25. April 2020, 20:24

So ich hatte ja versprochen ein Bild von der Verkabelung zu zeigen... Ich hoffe es ist ausreichend sichtbar.
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Hier sieht man den Schaltplan
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Auf dem Bild unten kommt 220v Phase (braun)und Nullleiter (blau), da der itc nur den Durchgang öffnet muss man nun auf den Eingang 5 den Nullleiter legen der auch auf 2 anliegt. Nun klemmt man auf 6 ein weiteres Kabel den man zum Schütz bringt auf den Steuerungseingang(220v) zwischen 5 und 6 ist der Schalter der den Durchgang öffnet über diesen wird das Schütz nun geschaltet. Nun bringt man die Fase direkt auf den zweiten Pol des Schützes.

Sobald nun der Inkbird freigibt wird das Schütz schalten.

Hoffe das ist einigermaßen verständlich. Bin Laie was elektro angeht zumindest was die Bezeichnungen angeht :Bigsmile.

Grüße Mario

thecat
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Re: Mein zweiter Sud

#15

Beitrag von thecat » Mittwoch 29. April 2020, 17:48

Super, vielen Dank! Werde mich nächste Woche gleich mal dranmachen :Bigsmile

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Re: Mein zweiter Sud

#16

Beitrag von Mario294 » Sonntag 3. Mai 2020, 20:05

So wie ich oben bereits gesagt habe hier noch ein paar Bilder vom umtopfen der Hefe.

Zu erst wird das Nährmedium zubereitet, bei Brauern eignet sich hierfür Malzextrakt oder auch verdünnte würze. In anderen Bereichen sind noch viele weitere Nährmedien genutzt welche auch für Hefe geeignet sind z.B. Kartoffel Agar, Hundefutter Agar, Honig Agar und viele weitere. Ich habe eine sehr dünne Lösung gemacht mit etwa 3 Gramm Malzextrakt pro 100ml und 2,5g Agar.
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Das alles wird kurz aufgekocht, eine kurze Gelierprobe gemacht und anschließend mit der Spritze in die Unterteile der Petrischalen gegeben, gerade so viel das der Boden vollständig bedeckt ist.
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Die spritze sollte wenn man sie mehrmals verwenden möchte sofort gereinigt werden da Das sonst geliert.

Bisher musste weder besonders sauber noch steril gearbeitet werden.
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Wenn das ganze soweit abgekühlt ist das die Kasse fest ist legen wir den Deckel auf und verpacken das ganze ordentlich in Alufolie. Diese sorgt dafür das der Umzug aus dem Schnellkochtopf oder Autoklaven ohne Kontamination von statten geht.

Nun stapeln wir die Petrischalen die einzeln verpackt wurden im Schnellkochtopf (DDKT) der zuvor mit etwas Wasser befüllt wurde. Die Petrischalen dürfen den Boden nicht berühren dafür drehe ich den Dampfeinsatz einfach Rum dann hat man gute 3-4 cm Platz zum Boden. Nun den Deckel drauf und ab damit auf den Herd. Sobald das Ventil pfeift den Timer auf 10 Minuten stellen und nach Ablauf der Zeit den Topf von alleine Drucklos werden lassen (abkühlen auf Raumtemperatur).
Kleine Info zwischendurch, der DDKT muss 2 bar (1 bar Überdruck zum atmosphärischen drück) aufbauen können damit 120/121 Grad Celsius erreicht werden. Nur so kann man sterilisieren und nur auf sterilem Medium kann man arbeiten. Gekochte würze egal wie lange sie gekocht wurde ist nicht steril, sie wurde nur pasteurisiert.
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Ab jetzt muss möglichst sauber gearbeitet werden denn in unserer Luft vor allem in geschlossenen Räumen sind extrem viele keime (Bakterien, Pilze, Viren) diese sind zu klein um in der Luft schweben zu können. Allerdings haften sie an Staubpartickeln welche andauernd überall in unserer Luft in schwebe sind. Wieviel das ist sieht man oft erst wenn z.B. starke Sonnenstrahlen durchs Fenster scheinen.

Wer sich nicht vorstellen kann wieviel keime in seiner Wohnung umherfliegen der kann gerne mal eine Petrischale für 30 min offen stehen lassen und dann wieder schließen, nach ein paar Tagen sieht man die bunte Mischung die sich ausbreitet.

In Laboren wird im sterilen Luftstrom gearbeitet, hier wird die Luft durch einen Hepa Filter gepresst (min h14) und dann als laminarer Strom von einer Seite zur anderen geführt. In diesem Strom kann man dann recht bequem arbeiten. Da wir Hobbybrauer eher keinen Hepa Filter bauen wollen um unsere Hefe zu halten gibt es andere Methoden die nicht perfekt aber ausreichend sicher sind um wenige Ausfälle zu haben.

Wer das Hobby im Hobby sehr gerne betreibt hat auch die Möglichkeit einen kleinen Hepa Filter nachzubauen. Anleitungen dazu gibt es bei Orchideenzüchtern oder im mykologiebereich (pilzzucht)

Ich nutze die einfache Lösung welche ich als Minimum ansehe um bequem einigermaßen steril arbeiten zu können. Eine Stil Air Box. Das ist eine ikea Box in welche mit einer konservendose welche erhitzt wird zwei Löcher für die arme gebrannt werden. Man könnte hier noch Handschuhe anbringen in die man hinein schlüpft allerdings mag ich diese Methode nicht.

Nun zurück zur Arbeit. Im Raum sollte luftzirkulation möglichst vermieden werden. Türen und Fenster schließen, der besseren Hälfte mitteilen das man komplett irre ist und das Labor eine Weile nicht betreten werden darf :Bigsmile und Heizkörper eine Weile zuvor ausmachen (das sind wahre Dreckschleudern). Nun benötige wir Desinfektionsmittel, eine sterile spritze mit Kanüle Mundschutz und Handschuhe. Als Desinfekt nutze ich Vorlauf bzw Alkohol auf 70 % eingestellt. Eine kleine dauerflamme wird benötigt im metallene Gegenstände auszuglühen damit diese steril sind.

Zuerst Sprühe ich kurz mit Wassernebel den Raum von oben aus (Staubpartickel gehen mit dem Wasser zu Boden) dann desinfizieren ich die Box und den DDKT und meine Hände mit Unterarmen (Mundschutz nicht vergessen denn wir sind auch Dreckschleudern). Jetzt wird der DDKT geöffnet und die in Alufolie verpackten Petrischalen werden in die Box gestellt. Alle arbeiten sollten zügig aber bewusst und konzentriert von statten gehen unnötige luftzüge sollten vermieden werden.

In der box haben wir nun die petri schalen und die Spritze welche in meinem Fall mit Gärenden Bier gefüllt ist frisch aus dem Gäreimer, natürlich möglichst sauber arbeiten.

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Nun wird Desinfekt ib die Box gesprüht und man lässt dies einwirken (Vorsicht die offene Flammen sollte in Reichweite sein aber weit genug weg damit sich keine verpuffung entwickeln kann :Bigsmile) wie immer Hände und Unterarmen desinfizieren und eine der Petrischalen auspacken. Dann die spritzennadel an der Spitze Ausglühen und zurück in die Box führen durch kurzes ausspritzen ins Leere die Nadel abkühlen. Die Petrischalen wird nie komplett geöffnet sondern nur der Deckel von einer Seite angehoben die Spritze einführen ohne etwas zu berühren und ein wenig Bier auf dem Nährmedium verteilen. Dann gleich die den Deckel wieder schließen und die Kanüle wieder mit dem Schutz versehen. Nun die Petrischale auf die Seite (innerhalb der Box) stellen und den Vorgang wiederholen. 2-4 Petrischalen sollten genügen um mindestens eine saubere zu haben von welcher man dann auf schrägagar oder anderes übertragen kann.
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Wenn man alle Petrischalen beimpft hat werden die schalen mit Parafilm verschlossen das ist ein dehnbarer Band was man als frischhaltefolie im Laborbereich bezeichnen könnte. Das Parafilm wird angesetzt und rund herum mit Spannung die Petrischalen abgedichtet.
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Nun werden die schalen im Inkubator bei 25-30 Grad oder bei Raumtemperatur falls man keinen Inkubator hat bebrütet für einige Tage. Nun bilden sich Weise Hefekolonien. Sollte sich andersfarbene Sachen bilden so hat man etwas falsch gemacht :P.
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Wenn die schalen so aussehen kann man dann weiter machen mit z.b Schrägagar oder Nacl oder kryoperlen oder direkt propagieren.

Das mag sich sehr komplex anhören ist allerdings wenn man ein paar mal so gearbeitet hat eine einfache und sichere Technik mit der man allerlei Kulturen vermehren und isolieren kann.

Ich habe so schon viele pilzkukturen nach Wachstum isoliert oder kontaminierte sporenabdrücke durch mehrfaches überimpfen gerettet. Hier beim Bier sollte das ganz genauso gut funktionieren :Bigsmile

Es gibt sicherlich auch einfachere Methoden aber ich habe das so gelernt und hatte zuvor ausreichend schlechte Erfahrung gesammelt um nun lieber ordentlich und damit sicher zu arbeiten. Zudem macht mir diese Arbeit auch Spaß und gehört zum Hobby dazu.

Mfg Mario

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Re: Mein zweiter Sud

#17

Beitrag von Braufex » Montag 4. Mai 2020, 06:53

Servus Mario,
danke für die sehr interessante Doku. Werd ich mir als Lesezeichen ablegen, für den Fall, dass ich da auch mal einsteige :Pulpfiction
... der besseren Hälfte mitteilen das man komplett irre ist und das Labor eine Weile nicht betreten werden darf :Bigsmile
Das Problem kenn ich, was ähnliches hab ich mir auch schon beim Propagieren meiner gestrippten Gutmann-Hefe anhören dürfen :puzz

Viel Erfolg weiterhin :thumbup

Gruss Erwin

Mario294
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Re: Mein zweiter Sud

#18

Beitrag von Mario294 » Montag 4. Mai 2020, 07:34

Braufex hat geschrieben:
Montag 4. Mai 2020, 06:53
... der besseren Hälfte mitteilen das man komplett irre ist und das Labor eine Weile nicht betreten werden darf :Bigsmile
Das Problem kenn ich, was ähnliches hab ich mir auch schon beim Propagieren meiner gestrippten Gutmann-Hefe anhören dürfen :puzz
Dann mach dich auf was gefasst wenn die nächste Stufe kommt :Bigsmile

Mario294
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Re: Mein zweiter Sud

#19

Beitrag von Mario294 » Montag 11. Mai 2020, 20:03

Hey Leute,

Ich habe heute etwa 2 Wochen nach Beginn der Flaschengärung eine Flasche kalt gestellt um mal zu sehen in welche Richtung es geht.

Eben die Flasche aus der kühle geholt und geöffnet... Kein plop, mein erstes Bier ploppt auch recht dezent vlt wegen der Kälte. Eingeschenkt und siehe da kein Schaum gar nichts. Gleich aufgehört und mal probiert. NICHTS! Keine Kohlensäure und recht süß.

Wie kann das kommen? Ich habe einen leichten Hefebodensatz in der Flasche und die Hefe war kurz bevor ich angefüllt habe aktiv denke ich denn auf den Petrischalen wuchs sie schnell an.

Zucker habe ich auf 22 Liter 170 g gegeben (Haushaltszucker) den hab ich zuvor im Eimer gelöst und dann das Bier darauf geschlaucht. Ich denke auch nicht das es ein Mischungsproblem ist da ich das beim ersten auch so gemacht habe und dort hat es funktioniert, zudem habe ich eben vorsichtig ein paar Flaschen aus unterschiedlichen Kästen getestet da ist überall sogut wie nichts drin.

Die Flaschen stehen bis jetzt im gleichen Keller wie zur Hauptgärung bei etwa 17 Grad aktuell das sollte ausreichend warm sein.

Hab ich etwas übersehen? Kann die Hefe den für Sie so einfachen Haushaltszucker nicht annehmen?

Ich habe dieses mal einen cold Crash gemacht bei etwa 2 Grad aber da sollte dennoch genug Hefe in schwebe bleiben oder irre ich?

Grüße Mario

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Re: Mein zweiter Sud

#20

Beitrag von Braufex » Montag 11. Mai 2020, 21:03

Mario294 hat geschrieben:
Montag 11. Mai 2020, 20:03
Keine Kohlensäure und recht süß.
Also ist es kein Mischungsproblem

Ich habe einen leichten Hefebodensatz in der Flasche
Dann sollte die Nachgärung eigentlich wieder starten

Zucker habe ich auf 22 Liter 170 g gegeben
Würde bei 17°C ca. 5,5g CO2/Liter ergeben, passt.

Die Flaschen stehen bis jetzt im gleichen Keller wie zur Hauptgärung bei etwa 17 Grad aktuell das sollte ausreichend warm sein.
Eigentlich schon

Kann die Hefe den für Sie so einfachen Haushaltszucker nicht annehmen?
Das ist die einfachste Übung für sie ...

Ich habe dieses mal einen cold Crash gemacht bei etwa 2 Grad aber da sollte dennoch genug Hefe in schwebe bleiben oder irre ich?
Sollte eigentlich reichen, aber reduziert wird sie dabei schon.


Ich würde die Hefe in den Flaschen einzeln über Kopf aufschütteln bis sich der Bodenbelag gelöst hat und dann nochmal für gut eine Woche etwas wärmer stellen (ca. 20/21°C).
Mit einem Flaschenmanometer könntest Du die Flaschengärung kontrollieren. Würde ich mir auf jedenfall besorgen, meiner Meinung nach Pflicht-Equipment.

Gruß Erwin

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Re: Mein zweiter Sud

#21

Beitrag von Mario294 » Dienstag 12. Mai 2020, 18:58

Hallo Erwin,

Danke für die Antworten. Ich werde nacger wenn ich Zuhause bin die Flaschen mal über Kopf durchschütteln und sie in die Wohnung holen da ist es kuschelig genug für die Hefe. Dann warte ich mal eine Woche und öffne eine weitere Flasche. Ich werde in der Zeit wohl alle zwei Tage die Hefe aufwirbeln damit sie arbeiten kann.

Kann das daran liegen das ich die Hefe direkt aus dem ersten Sud in voller Menge übernommen habe und es dadurch um ältere Zellen handelt (kein Bedarf Nachwuchs zu bekommen da viele Zellen da sind)?

Grüße Mario

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Re: Mein zweiter Sud

#22

Beitrag von Braufex » Dienstag 12. Mai 2020, 23:35

Mario294 hat geschrieben:
Dienstag 12. Mai 2020, 18:58
Ich werde nachher wenn ich Zuhause bin die Flaschen mal über Kopf durchschütteln und sie in die Wohnung holen da ist es kuschelig genug für die Hefe. Dann warte ich mal eine Woche und öffne eine weitere Flasche. Ich werde in der Zeit wohl alle zwei Tage die Hefe aufwirbeln damit sie arbeiten kann.
Genau so, dann sollte die Nachgärung auch starten

Kann das daran liegen das ich die Hefe direkt aus dem ersten Sud in voller Menge übernommen habe und es dadurch um ältere Zellen handelt (kein Bedarf Nachwuchs zu bekommen da viele Zellen da sind)?
Da bin ich jetzt zu wenig Hefe-Spezialist um Dir diese Frage sicher zu beantworten.
Vielleicht fällt ja noch jemand anderes eine Antwort dazu ein ...

Viel Erfolg,
Gruß Erwin

Mario294
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Re: Mein zweiter Sud

#23

Beitrag von Mario294 » Donnerstag 21. Mai 2020, 21:45

Hallo Leute,

Ich bin euch noch eine Antwort schuldig, ich habe das Bier nun anfangs jeden Tag geschüttelt und zuletzt nur noch gelegentlich. Am zweiten Tag gab es ein kleines Missgeschick... Ich habe jeweils zwei Flaschen in die Hand genommen und geschüttelt dabei ist mir eine kopfüber aufgegangen und ich und mein Schlafzimmer wurden geduscht. Meine Freundin wollte mich am liebsten samt Bier für immer verbannen. Ich konnte sie aber überzeugen das sie mich noch braucht damit sie nicht anfangen muss selbst zu kochen und sie mich nur mit Bier behalten darf :D

Nachdem ich das Bier verteidigen konnte und es bei 20-21 Grad nachgären konnte habe ich heute dir erste Flasche geöffnet, es tat sich etwas. Das Bier scheint fast durch zu sein, ich denke ein wenig mehr Kohlensäure sollte sich noch aufbauen bei der zuckermenge aber es scheint als wäre es fast geschafft.

Als die nachgärung nicht anlief schmeckte es sehr nach Hefe (der für mich etwas unangenehme Beigeschmack der obergärigen S04) heute schmeckt man davon nicht mehr so viel. Bei meinem ersten Bier schmeckt man die Hefe stärker heraus ich denke das liegt an der Erntehefe bzw an der großen Menge und relativ niedrigen Temperatur für OG.

Ich werde es jetut noch eine Woche im warmen lassen und alle zwei Tage schütteln und dann kommt es in den Kühlschrank.

Vielen Dank für die Tips. Am Sonntag wird wenn bis dahin der Hopfen geliefert wurde wieder gebraut.

Grüße Mario

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Re: Mein zweiter Sud

#24

Beitrag von Braufex » Freitag 22. Mai 2020, 06:59

Mario294 hat geschrieben:
Donnerstag 21. Mai 2020, 21:45
Ich habe jeweils zwei Flaschen in die Hand genommen und geschüttelt dabei ist mir eine kopfüber aufgegangen und ich und mein Schlafzimmer wurden geduscht. Meine Freundin wollte mich am liebsten samt Bier für immer verbannen. Ich konnte sie aber überzeugen das sie mich noch braucht damit sie nicht anfangen muss selbst zu kochen und sie mich nur mit Bier behalten darf :D
Servus Mario,
für solche Missgeschicke gibts im Forum einen eigenen Thread. Ist für uns immer wieder lehrreich, was einem so alles beim Brauen passieren kann.
Und wenn nichts ernstes passiert ist, kann man über das eine oder andere Missgeschick auch mal Schmunzeln :Wink
Deine Beziehung hat's ja auch überlebt ... :thumbsup

Als die nachgärung nicht anlief schmeckte es sehr nach Hefe (der für mich etwas unangenehme Beigeschmack der obergärigen S04) heute schmeckt man davon nicht mehr so viel. Bei meinem ersten Bier schmeckt man die Hefe stärker heraus ich denke das liegt an der Erntehefe bzw an der großen Menge und relativ niedrigen Temperatur für OG.
Ich werde es jetut noch eine Woche im warmen lassen und alle zwei Tage schütteln und dann kommt es in den Kühlschrank.
Nach der Nachgärung gehört das Bier erstmal eine Zeit zum Reifen in den Kühlschrank. Dabei setzt sich die Hefe ab und baut noch verschiedene "Jungbieraromen" ab.
Ein Hefeweizen kannst Du schon nach sehr kurzer Zeit trinken, schmeckt frisch auch am besten.
Ich teste die erste Flasche meistens schon nach 24h im Kühlschrank.
Ein Lagerbier benötigt schon mehr Zeit, mein Pils/Münchner Dunkles schmeckt erst nach 8 - 10 Wochen richtig lecker.
Mit dem Schütteln würde ich jetzt aufhören, das macht nur Sinn, wenn der Zucker sich am Anfang am Boden abgesetzt hat oder die Hefe zu schnell in der Flasche sedimentiert.

Ich wünsch Dir viel Freude mit Deinem zweiten Sud und viel Erfolg beim Dritten

Gruß Erwin

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