Braudoku: Klappe, die Zweite! - Hopfengestopftes Lagerbier

Bitte beschränkt Euch auf das Wesentliche, die Bilder. Nach Möglichkeit langatmige oder ausführliche Textpassagen vermeiden. In der Kürze liegt die Würze.
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Vobi
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Braudoku: Klappe, die Zweite! - Hopfengestopftes Lagerbier

#1

Beitrag von Vobi » Dienstag 12. Oktober 2021, 19:43

Hallo liebe Braufreunde!

In letzter Zeit habe ich immer wieder mal das "Hoppy Hell" von Maisel getrunken und ich wollte gerne etwas brauen, was in eine ähnliche Richtung geht.
Mit der Unterstützung des Rezeptunterforums (Danke nochmal an alle die sich dort beteiligt haben!) wurde das Rezept wie folgt gestaltet:
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Ziel der Aktion ist nicht zwangsläufig ein Klon des Hoppy Hell, sondern ein helles, mildes, untergäriges Bier mit intensivem Hopfenaroma zu brauen.
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Im Laufe der letzten Woche hatte ich einen Hefestarter mit einer W 34/70, die ich in NaCl eingelagert habe, angesetzt.
Gestern Morgen war die Hefe dann schon recht fleißig am schaffen.
Der Starter ist ein wenig dunkel und wird mir wohl die Bierfarbe etwas kaputt machen, aber das ist OK. Ich habe unbenutzte Speise von meinem letzten Pale Ale verwendet, das war mir so lieber als die Speise wegzuschütten.
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Leider war der Tag gestern ein wenig chaotisch. Loslegen konnte ich erst gegen späten Mittag. Und vorbereitet hatte ich natürlich auch noch nichts. Also startete der Brautag erst einmal an der Schrotmühle.
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Einen tauben rechten Arm später.
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In der Zwischenzeit, während ich mir einen Muskelkater kurbele, läuft schonmal das Brauwasser in den Braukessel.
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Auf Anraten aus dem Rezepteforum benutze ich heute 100% vollentsalztes Wasser.
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Den Nachguss (plus ein bisschen was extra) lass ich direkt mal mit durch die Filterkartusche in den Braukessel laufen und lasse dann soviel in den Nachgusserhitzer ab, bis nur noch der Hauptguss in der Maischepfanne ist. Danach heisst es volle Power für die Hendiplatte.
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Mein Brauassistent macht sich, während das Wasser auf Einmaischtemperatur gebracht wird, auf um die Sauerei zu beseitigen die ich veranstaltet hab.
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Bereit loszulegen.
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Ein paar Rasten später sind wir jodnormal.
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Zeit umzuschöpfen.
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Und während die Maische im Läuterbottich ruht...
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... tut der Brauer das gleiche. Heut ist die Läuterhalbe mal bleifrei.
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Und hier ist es passiert: Meine erste Läuterkatastrophe. Aber gut, passiert. Treber nochmal aufgewirbelt, 20 Minuten gewartet und dann lief die Würze locker flockig durch.
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In dem Edelstahl-Sieb-Dings (ich glaube HopSpider?) ist schonmal der Vorderwürzehopfen. Zm Einsatz kommt der Huell Melon.
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Heute habe ich auch zum ersten mal Irish Moss ausprobiert. Leider kann ich noch nicht beurteilen, ob das zur Klärung beigetragen hat.
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Und hier ist der Grund dafür. Den Whirlpool hab ich voll verhaun. Notiz an mich selbst: Das nächste mal die HopSpider vor dem Andrehen rausnehmen.
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Die Speise ist aber wirklich schön klar geworden.
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Jetzt wird ins Gärfass umgefüllt.
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Holla die Waldfee! Da hab ich die angepeilten 12 °P aber deutlich verfehlt! Nächtes mal kann ich die Hendi beim Hopfenkochen wohl deutlich niedriger schalten.

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Besser.
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Nach einem kurzen Abkühl-Intermezzo auf dem Balkon ist das Fas kühl genug um über Nacht in den Kühli gestellt zu werden.
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Heute konnte dann endlich angestellt werden.
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"Gott gib Glück und Segen drein". Lustig wie religiös ich werden kann, wenns um Bier geht.
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Das Fass ist doch voller geworden als erwartet. Dem Gärspund traue ich heute vorsichtshalber mal nicht.
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Uuuuund fertig. Fürs Erste.
Jetzt heisst abwarten. Untergärige Hefe macht sich manchmal offenbar einen Spaß daraus mich nervös werden zu lassen, aber der Starter war mir schonmal sympathisch.
Ich bin wirklich gespannt, wie das Bier wird und vor allem, wie es sich im direkten Vergleich mit dem anstoßgebenden "Hoppy Hell" schmeckt.

Ich werde berichten wenns weiter geht :)
Liebe Grüße
Fabian

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Re: Braudoku: Klappe, die Zweite! - Hopfengestopftes Lagerbier

#2

Beitrag von integrator » Dienstag 12. Oktober 2021, 22:26

:Grübel Bin kein Starter Experte aber es wundert mich das du auf einem Rührer so viel Kräusen und sogar Brandbefe hast. Oder hast du ihn nur als Heizplatte benutzt?
Zuletzt geändert von integrator am Dienstag 12. Oktober 2021, 22:40, insgesamt 1-mal geändert.
Ich :Drink du ... läuft.

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Re: Braudoku: Klappe, die Zweite! - Hopfengestopftes Lagerbier

#3

Beitrag von integrator » Dienstag 12. Oktober 2021, 22:28

Achso ... natürlich Danke für die nette Doku :thumbup
Gerne weiter berichten wie es wird.
Ich :Drink du ... läuft.

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Re: Braudoku: Klappe, die Zweite! - Hopfengestopftes Lagerbier

#4

Beitrag von Vobi » Mittwoch 13. Oktober 2021, 05:53

Wie normal die Kräusen auf einem Starter sind weiß ich tatsächlich gar nicht, aber der Rührer lief auf der höchstmöglichen Stufe. Noch schneller und der Rührfisch wär rausgeflogen. Bei drei Litern Starterwürze "strudelt" das natürlich nicht ganz so heftig wie bei 300ml, aber ordentlich in Bewegung war der Starter schon. Ich nehm das mal als Zeichen, dass die Hefe richtig Bock hat :thumbup
Liebe Grüße
Fabian

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Re: Braudoku: Klappe, die Zweite! - Hopfengestopftes Lagerbier

#5

Beitrag von Brandergartenbier » Mittwoch 13. Oktober 2021, 06:23

Schöne Doku.
Zu deiner Läuterkatastrophe kann ich nur sagen, dass ich nie mit Schlauch am Ablasshahn arbeite, sondern einen Trichter als Läutergrant dazwischen haben damit sich kein Sog bildet. Wir hier viel diskutiert, so steht es aber auch im Braumagazin meine ich.
Dass deine Stammwürze viel höher ist ist blöd. Solange es am Kochen liegt geht es ja, du hast keine Messung vor dem Kochen gepostet. Hast du gemessen oder nicht?

Ich braue auch gerne Helles, und will unbedingt Mal mit Stopfhopfen arbeiten. Den HuellMelon hab ich hier mit 200 Gramm liegen, fand die Beschreibung mega, habe damit aber noch nie gebraut. Das wäre eine sehr gute Kombination für mich. Helles, endlich mal Stopfen und dann noch den HuellMelon. Bin gespannt, vor allem weil dir beim Rezept im Forum geholfen würde ich werde das verfolgen :)
Gruß Florian
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Auch Wasser wird zum edlen Tropfen, mischt man es mit Malz und Hopfen!

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Re: Braudoku: Klappe, die Zweite! - Hopfengestopftes Lagerbier

#6

Beitrag von JackFrost » Mittwoch 13. Oktober 2021, 07:39

Hi,

Ich fahr die IDS2 bei meinen 20l Suden meist bei 60% ( ca. 2,4 kW ) wenn es kocht und auch das sind schon ~3,7l/h. Damit hab ich etwa 2,3 kW für das Verdampfen und etwa 100 W Verlust durch die Wand.

Das Volumen selber hat ja nur einen Einfluss auf den Verlust durch die Wand. Ich hab meine Pfanne isoliert.

Grober Richtwert : ( gewünschte Verdampfungszahl x 0,6269 ) + Wandverluste = Leistung an der Hendi in kW.

Wandverluste bei 20l , 90K Delta und 10 gal Pfanne:

Isoliert: ~100 W
Unisoliert 500 - 600 W.

Gruß JackFrost
Meine Hardware:
eManometer
IDS2 ohne CBPi
Magnetrührer
Ss-Brewtech 10 Gal Topf
IDS2 Induktionsplatte

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Re: Braudoku: Klappe, die Zweite! - Hopfengestopftes Lagerbier

#7

Beitrag von Vobi » Donnerstag 14. Oktober 2021, 16:12

Doch, doch, vor dem Kochen hab ich auch gemessen. Da hab ich sogar tatsächlich eine Punktlandung hingelegt: 10,5 °P, genauso wie der kbh prophezeit hatte.

Ich muss mich wirklich mal mit der Feinjustierung von der Hendi beschäftigen. Und das Ding isolieren. 600 W Energieverlust ist schon heftig. Da bollert mein Balkonkraftwerk ja an nem sonnigen Tag nur für vermeidbare Wandverluste.

Die Hefe ist übrigens schon fleißig am Schaffen:
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Ca. 22h nach dem Anstellen haben sich die ersten Schauminseln gebildet
PXL_20211014_045054349.jpg
Und 36h später haben wir schon Kräusen. Definitiv eine meiner besseren Erfahrungen mit UG Hefe
Liebe Grüße
Fabian

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Re: Braudoku: Klappe, die Zweite! - Hopfengestopftes Lagerbier

#8

Beitrag von slimcase » Samstag 16. Oktober 2021, 11:43

Schön Doku, vor allem in Kombination mit der Rezeptentwicklung. Bin schon gespannt wie es weiter geht und verfolge den Verlauf :)

Ich braue bisher auch mit Hopspider und den gilt es vor dem whirlpool zu entfernen ;) Beim nächsten Sud werde ich aber mal auf diesen Verzichten und schauen ob nicht nur der Whirlpool reicht. Das sauber machen des Spiders nervt mich ein wenig.

Was für einen Wasserfilter hast du verwendet und was für einen Wasserdurchsatz hat dieser?

Gruß

Danilo

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Re: Braudoku: Klappe, die Zweite! - Hopfengestopftes Lagerbier

#9

Beitrag von Zoigl Jehovas » Samstag 16. Oktober 2021, 15:17

slimcase hat geschrieben:
Samstag 16. Oktober 2021, 11:43

Ich braue bisher auch mit Hopspider und den gilt es vor dem whirlpool zu entfernen ;) Beim nächsten Sud werde ich aber mal auf diesen Verzichten und schauen ob nicht nur der Whirlpool reicht. Das sauber machen des Spiders nervt mich ein wenig.
Hi Danilo,

ich habe auch die Hop Spider, ich reinige die grob vor (Hopfen mit dem Löffel grob entfernen) und danach kommt die bei mir in die Spülmaschine, funktioniert wunderbar.

Grüße
Martin
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Re: Braudoku: Klappe, die Zweite! - Hopfengestopftes Lagerbier

#10

Beitrag von Vobi » Montag 18. Oktober 2021, 20:20

Hi Danilo!

Zur Enthärtung benutze ich die Filterkartusche vom aft-shop. Ich erinnere mich dass im Forum sich jemand intensiv mit dem Thema beschäftigt hat (und afair sogar Kontakt mit dem Händler hatte um da etwas passendes für uns Hobbybrauer zusammenzustellen? Bin mir grad nicht mehr sicher). Laut der Bestellbestätigung von damals hab ich ein VE Filtergehäuse PRO 2.5. Das habe ich aber eben im Shop leider nicht mehr gefunden.

Mit der HopSpider in der Spülmaschine hab ich übrigens auch gute Erfahrungen gemacht, kann mich Martin nur anschließen, das funktioniert top :)

Übrigens: Gestern wurde dann gestopft:
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40g Huell Melon
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Als Gewicht habe ich einfach eine Edelstahlmutter mit reingeworfen
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Hasta la Vista, Hopfen. Bis in ein paar Tagen.
5 Tage darf der Hopfen jetzt schön viel Aroma ins Bier abgeben.
Liebe Grüße
Fabian

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