Kupferporno: Festbier im Zweimaisch-Verfahren

Bitte beschränkt Euch auf das Wesentliche, die Bilder. Nach Möglichkeit langatmige oder ausführliche Textpassagen vermeiden. In der Kürze liegt die Würze.
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Bierjunge
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Kupferporno: Festbier im Zweimaisch-Verfahren

#1

Beitrag von Bierjunge » Montag 28. November 2016, 12:47

Bislang habe ich die Abteilung "Bebilderte Braudokumentationen" immer ein wenig belächelt, aber nachdem es im Bericht
Zum ersten Mal Dekoktion unlängst hieß, man sehe so selten Dekoktionsberichte, habe ich gestern auch ein wenig mitgeknipst.

Es soll 50 l Festbier geben, die Schüttung (10 kg) bestehend aus 5,0 kg Böhmischem Tennenmalz, 3,5 kg Wiener Malz, 1,0 kg Spitzmalz und 0,5 kg Cara Hell. Damit soll in der Summe ein altertümliches, eher schlecht gelöstes Malz simuliert werden.

Und so sieht meine Anlage aus (v.l.n.r.): Historischer Hotel-Kupfertopf (60 l) auf Hockerkocher, 38 l-Thermoport mit Mattmill-Schlitzboden und 30 l-Topf für die Nachgüsse:
zm01.jpg
Es wurde dabei anhand des im Artikel Verkocht und zugebrüht geschilderten vereinfachten Zweimaischverfahren vorgegangen:



In der Pfanne wurden die 10 kg Schüttung mit 30 l Wasser von 38°C eingemaischt (1:3, also eher auf der dicken Seite), was 37 l Maische von 35°C ergab:
zm02.jpg
Nach einem ca. 15-minütigen Absitzen wurde die obere, dünne Hälfte in den Läuterbottich geschöpft. Ein vorheriges Fluten des Senkbodens kann man sich dabei sparen; die Dünnmaische ist so flüssig, dass sie die Luft zuverlässig verdrängt:
zm03.jpg
Was in der Pfanne zurückblieb, glich nun eher einem bröckeligen Teig als einer Maische:
zm05.jpg
Natürlich muss man diese Extrem-Dickmaische beim Aufheizen bis zur ersten Verzuckerungsrast bei ca. 70°C kräftig rühren. Danach hat sie sich aber so weit verflüssigt, dass man sie unter nur noch gelegentlichem Rühren problemlos vor sich hin köcheln lassen kann. Das geht aber nur dank des die Wärme hervorragend leitenden Kupfertopfs. In papierdünnem Edelstahl wäre ein Anbrennen wahrscheinlich vorprogrammiert:
zm06.jpg
Die sichtlich dunklere Kochmaische wird in den Thermoport geschöpft und mit der Bottichmaische gründlich verrührt:
zm07.jpg
Tatsächlich ist in der Pfanne keine Spur von angesetzter Maische zu entdecken:
zm08.jpg
Der Thermoport hingegen ist nun bis zum Stehkragen voll:
zm09.jpg
Punktlandung bei Maltoserast:
zm10.jpg
20 Minuten später hat sich die Bottichmaische so weit entmischt...
zm11.jpg
...dass das obere Drittel als Dünnmaische in die Pfanne geschöpft werden kann...
zm12.jpg
...wo sie dann völlig unspektakulär kocht:
zm13.jpg
Erneute Punktlandung nach dem Zubrühen:
zm14.jpg
Die Jodprobe zeigt, dass trotz der großen, gekochten Maische-Anteile eine vollständige Verzuckerung kein Problem ist:
zm15.jpg
Während der Läuterruhe wird schnell die Pfanne gereinigt und die Vorderwürzehopfung abgemessen:
zm16.jpg
Alles, was später zum Ausschlagen benötigt wird, darf schon einmal im 80°C heißen Nachgusswasser baden:
zm17.jpg
Geläutert wird bei mir dann abwechselnd in zwei Eimer:
zm18.jpg
Mit 10 kg Schüttung hat man schon einen mächtigen Treberkuchen. Aufhacken nach Krustenbraten-Manier:
zm19.jpg
Und Anschwänzen:
zm20.jpg
Pfanne voll mit 50 Litern:
zm21.jpg
Rollendes Kochen:
zm22.jpg
eine Spindelprobe wird gezogen:
zm23.jpg
14,7 Grad Plato. Zusammen mit den 5 Litern Hefestarter von 10 Grad Plato werden das ca. 14 Grad Stammwürze geben:
zm24.jpg
Whirlpool nach dem Kochen:
zm25.jpg
Ausschlagen mittels Schwerkraft durch den Schwanenhals und einen Monofilament-Filterbeutel in die Gärkanne, in der schon der Eintauchkühler wartet:
zm26.jpg
Gegen Ende des Ausschlagens wird der Trubkegel sichtbar:
zm27.jpg
Nachdem die Würze mit dem Eintauchkühler auf ca. 18°C abgekühlt ist, klettert die Kanne mittels Flaschenzug in die Kühltruhe, wo sie (mit einem Lüfter angeblasen) weiter bis auf Anstelltemperatur abkühlt:
zm29.jpg
Vielleicht haben meine Bilder ja Spaß beim Anschauen gemacht, oder sogar die Anregung gegeben, sich den einen oder anderen Handgriff abzuschauen. Wie ich natürlich ebenso dankbar für etwaige Verbesserungsvorschläge bin.

Moritz

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Re: Kupferporno: Festbier im Zweimaisch-Verfahren

#2

Beitrag von beryll » Montag 28. November 2016, 12:55

Hi Moritz,

Verbesserungsvorschläge habe ich sicherlich keine - ich wollte nur DANKE für Deinen tollen Bericht sagen/schreiben :-)

VG Peter
"Um...Snoochie boochies" Romrod... BONG!!!!!
(Aktueller Bericht aus dem Gärfass)

HBST Saar-Lor-Lux
Terminfindung Treffen der Saar-Lor-Lux Brauer

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Re: Kupferporno: Festbier im Zweimaisch-Verfahren

#3

Beitrag von happyhibo » Montag 28. November 2016, 13:10

Wie immer ein super Bericht und sehr informativ.

Schön das Du wieder an Bord bist... :thumbup
Gruß
Alex / HappyHibo

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Re: Kupferporno: Festbier im Zweimaisch-Verfahren

#4

Beitrag von Seed7 » Montag 28. November 2016, 13:12

Moritz,

Das Spitzmalz, benützt Du es um untermodifiziertes Malz zu simulieren?

Ruehrst Du viel bei dem ersten schritt, bevor die Duennmaische zum Laueterbottich geht? Wenn ich alles einfach stehen lasse trennt sich nichts und von oben abschöpfen klappt eigentlich schlecht.

Ingo
"Wabi-Sabi" braucht das Bier.

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Re: Kupferporno: Festbier im Zweimaisch-Verfahren

#5

Beitrag von Bierwisch » Montag 28. November 2016, 13:15

Hallo Moritz,
schöner Bericht!
Danke!

Gruß,
Bierwisch
Der Klügere kippt nach!

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Re: Kupferporno: Festbier im Zweimaisch-Verfahren

#6

Beitrag von Bierjunge » Montag 28. November 2016, 13:17

Seed7 hat geschrieben:Das Spitzmalz, benützt Du es um untermodifiziertes Malz zu simulieren?
Ganz genau. Dafür wurden solche anachronistischen Verfahren eigentlich ersonnen. Aber das Spitzmalz stand eh bei mir herum, und dem Schaum soll es auch zuträglich sein.
Ruehrst Du viel bei dem ersten schritt, bevor die Duennmaische zum Laueterbottich geht? Wenn ich alles einfach stehen lasse trennt sich nichts und von oben abschöpfen klappt eigentlich schlecht.
Ich rühre beim Einmaischen das Malz halt gut ein, bis die ganze Luft heraußen ist, wie die dünne Schaumdecke danach beweist. Wenn ich es dann aber etwa eine Viertelstunde einfach stehen lasse, entmischt es sich schon weitgehend.

Moritz

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Re: Kupferporno: Festbier im Zweimaisch-Verfahren

#7

Beitrag von monsti88 » Montag 28. November 2016, 13:18

Wenn ich groß bin, möchte ich auch mal so ein Equipment haben wie Du! :thumbup

Danke für die schöne Doku! Dekoktion möchte ich auch unbedingt mal ausprobieren. Wenn ich auf die 20l-Klasse upgrade, tendiere ich momentan zur Anschaffung eines Thermoports, damit ich per Bottichmaische oder Dekoktion brauen kann.

Gruß,

Martin
20l Bottichmaischer mit 25l Thermobehälter und 34l Pfanne :Smile

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Re: Kupferporno: Festbier im Zweimaisch-Verfahren

#8

Beitrag von Boludo » Montag 28. November 2016, 13:20

Hallo Moritz,

Du läuterst ja doch wieder mit dem Lampenschirm :Smile
Toller Bericht!

Stefan

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Re: Kupferporno: Festbier im Zweimaisch-Verfahren

#9

Beitrag von Seed7 » Montag 28. November 2016, 13:30

Bierjunge hat geschrieben: [...]bis die ganze Luft heraußen ist
Klar. Danke.

Ingo
"Wabi-Sabi" braucht das Bier.

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Re: Kupferporno: Festbier im Zweimaisch-Verfahren

#10

Beitrag von jemo » Montag 28. November 2016, 13:31

Eine Frage zur Verzuckerung der Dickmaische:
Verstehe ich das richtig, daß die vollständig bei 70° verzuckert wird? Weil, dann entfällt ja die Maltoserast für die Dickmaische und in der verbleibenden Dünnmaische ist ja nicht mehr viel Stärke für die Maltoserast übrig...
Viele Grüße,
Jens

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Re: Kupferporno: Festbier im Zweimaisch-Verfahren

#11

Beitrag von Bierjunge » Montag 28. November 2016, 13:38

jemo hat geschrieben:Eine Frage zur Verzuckerung der Dickmaische:
Verstehe ich das richtig, daß die vollständig bei 70° verzuckert wird? Weil, dann entfällt ja die Maltoserast für die Dickmaische und in der verbleibenden Dünnmaische ist ja nicht mehr viel Stärke für die Maltoserast übrig...
Die Maltoserast folgt (nach dem Zubrühen) für die Gesamtmaische. Da werden die Dextrine schön weiter zerlegt. Und die Enzyme dafür haben brav in der Bottichmaische auf ihren Einsatz gewartet.
Ich empfehle in diesem Zusammenhang fürs Verständnis noch einmal den oben verlinkten Artikel im Braumagazin, speziell den Absatz Durch dick und dünn. Ich hoffe, dann wird das etwas klarer.

Und ganz konkret:
Durch die Kochung der gro­ße ers­ten Dickmaische von 50% des Volumens ist ein kräf­ti­ger Dekoktionscharakter ge­währ­leis­tet. Bei ih­rem Aufheizen wird ei­ne kur­ze Verzuckerungsrast (z.B. bei 70°C) ein­ge­legt, um die Stärkeketten durch die alpha-Amylasen schon ein­mal zu mög­lichst vie­len Dextrinen zu zer­le­gen. Nach dem Zubrühen auf Maltoserasttemperatur kön­nen die in der en­zym­rei­chen, dün­nen Bottichmaische be­wahr­ten, no­ch voll ak­ti­ven beta-Amylasen nun auf die­se Dextrine los­ge­hen und die­se zu Malzzucker zer­le­gen: Hier schafft man es (i.Ggs. zur auf­stei­gen­den Infusion) mal aus­nahms­wei­se, die Amylasen in der „rich­ti­gen Reihenfolge“ wir­ken zu las­sen.
Moritz

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Re: Kupferporno: Festbier im Zweimaisch-Verfahren

#12

Beitrag von jemo » Montag 28. November 2016, 13:44

Besten Dank für die Erläuterungen, das werde ich auch einmal versuchen.
Viele Grüße,
Jens

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Sura
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Re: Kupferporno: Festbier im Zweimaisch-Verfahren

#13

Beitrag von Sura » Montag 28. November 2016, 13:45

Danke für den Bericht. Schön mal wieder was zu sehen was jenseits von Einkochern und Brauautomaten ist, und wo sich das brauen nur ums brauen dreht. :thumbup
Schöne Läutervorrichtung und schöne Vorrichtung für die Spindelprobe!

Gruß,
Kai
"Es ist schon alles gesagt, nur noch nicht von jedem."
(Karl Valentin)

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Re: Kupferporno: Festbier im Zweimaisch-Verfahren

#14

Beitrag von -CK_AKS- » Montag 28. November 2016, 13:56

Hi Moritz...meinen Vorrednern kann ich mich nur anschließen! Superschöne Anlage-die mich wieder mal dran erinnert, endlich auch eine gescheite Vorrichtung am Läuterbottich zu installieren :)!

Eine kurze Frage:
Ist der Schwanenhals eben nur besagter Schwanenhals, oder hast Du den mit einem Hopfenseier kombiniert?
Kann man nicht ganz genau erkennen (aufm Handy zumindest. ..)
Danke!
Von Deinem Ber
Viele Grüße
Christian

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Re: Kupferporno: Festbier im Zweimaisch-Verfahren

#15

Beitrag von Bierjunge » Montag 28. November 2016, 13:58

einfach ein Krückstock aus Kupferrohr...
Also ohne gelochten Ring unten oder dergleichen. Ich wollte den schönen Kupfertopf nicht für einen Hahn anbohren und muss daher von oben abziehen.

Moritz

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Re: Kupferporno: Festbier im Zweimaisch-Verfahren

#16

Beitrag von morpheus_muc » Montag 28. November 2016, 20:50

Schön, dass wieder da bist lieber Moritz!!!

Viele Grüße von
Michael, der seit Jahren fast ausschließlich nach Moritz' Dekoktionsschema braut
Beer is the answer, but I don't remember the question...

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Re: Kupferporno: Festbier im Zweimaisch-Verfahren

#17

Beitrag von Bergbock » Dienstag 29. November 2016, 07:43

Dieser alte Kupfertopf erweckt umgehend ein sehr starkes "Auch-haben-will" Verlangen.
Sehr schöner Bericht.

Frank

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Re: Kupferporno: Festbier im Zweimaisch-Verfahren

#18

Beitrag von MachdenDeckelRund » Dienstag 29. November 2016, 21:41

Sehr schöner Bericht. :goodpost:
Weckt das Verlangen in mir am Samstag ebenfalls im vereinfachten Zweimaischverfahren zu brauen.
Brauen ist Wellness für die Seele.

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Johnny H
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Re: Kupferporno: Festbier im Zweimaisch-Verfahren

#19

Beitrag von Johnny H » Mittwoch 30. November 2016, 09:36

Sehr schöner Bericht, vielen Dank.

Den Kupfertoch finde ich echt klasse. Außerdem hat mich die Doku jetzt motiviert, mal endlich meinen Einkocher richtig auszulitern und mir aus Kupferrohr eine einigermaßen vernünftige Ausschlagvorrichtung zu basteln.

Manchmal kommt man ja auch nicht aufs einfachste: wie fülle ich den Schlauch zum Abziehen per Schwerkraft am besten mit Wasser, Würze, was auch immer? Indem ich ihn untertauche und dort abklemme! :Ahh
Jubel erscholl, als sich die Trinker von dem schneidigen, köstlichen, bei dem früher in Pilsen erzeugten nie wahrgenommenen Geschmack überzeugten. Die Geburt des Pilsner Bieres!
(E. Jalowetz, Pilsner Bier im Lichte von Praxis und Wissenschaft, 1930)

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Re: Kupferporno: Festbier im Zweimaisch-Verfahren

#20

Beitrag von Braubär23858 » Mittwoch 30. November 2016, 09:59

... oder den Schlauch als U halten und auf der einen Seite Wasser hineingießen, bis der Schlauch gefüllt ist. Dann abklemmen und so weiter.

Peter

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Re: Kupferporno: Festbier im Zweimaisch-Verfahren

#21

Beitrag von Johnny H » Mittwoch 30. November 2016, 11:27

Braubär23858 hat geschrieben:... oder den Schlauch als U halten und auf der einen Seite Wasser hineingießen, bis der Schlauch gefüllt ist. Dann abklemmen und so weiter.

Peter
Das habe ich schon probiert. Gab nur ein ziemliches Geplätscher...
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Re: Kupferporno: Festbier im Zweimaisch-Verfahren

#22

Beitrag von hutschpferd » Mittwoch 30. November 2016, 12:30

Sehr geil, danke!

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Re: Kupferporno: Festbier im Zweimaisch-Verfahren

#23

Beitrag von -CK_AKS- » Mittwoch 30. November 2016, 12:54

Johnny H hat geschrieben:
Braubär23858 hat geschrieben:... oder den Schlauch als U halten und auf der einen Seite Wasser hineingießen, bis der Schlauch gefüllt ist. Dann abklemmen und so weiter.

Peter
Das habe ich schon probiert. Gab nur ein ziemliches Geplätscher...
Stimmt...kann ich nur bezeugen...und ohne Rohr muss der Schlauch ständig gehalten werden - saublöd weil sauheiß! :Ahh
Aber wie klappt das mitm Abklemmen? Ich sitze momentan auf der Würzeleitung - glaub ich.

Kleiner Nachtrag @Moritz noch: Auch mir gefällt die Vorrichtung zum Spindeln sehr gut! Wie die "Großen" quasi :Bigsmile .
Viele Grüße
Christian

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Re: Kupferporno: Festbier im Zweimaisch-Verfahren

#24

Beitrag von Johnny H » Mittwoch 30. November 2016, 13:18

-CK_AKS- hat geschrieben: Stimmt...kann ich nur bezeugen...und ohne Rohr muss der Schlauch ständig gehalten werden - saublöd weil sauheiß! :Ahh
Aber wie klappt das mitm Abklemmen? Ich sitze momentan auf der Würzeleitung - glaub ich.
[....]
Auf den Fotos sind doch schöne Schlauchklemmen zu sehen (die roten Dinger). Ich habe sowas. Du tauchst also einfach den Schlauch in einen Topf mit Wasser (wie auf dem Bild zu sehen), dann klemmst Du ab und öffnest erst wieder, wenn Du das Abziehrohr mit daran befestigtem Schlauch in Ausschlagposition (wie auf dem Foto vom Ausschlagen zu sehen) gebracht hast. Die Schwerkraft erledigt dann den Rest für Dich.

Ich habe kein gebogenes Kupferrohr, habe mir jetzt aber mit einem kleinen 90°-Stück zum Draufstecken was ähnliches gebastelt. Da so aber der Schlauch abknickt und in Position gehalten werden muss (heiß, aua), hole ich mir vermutlich einfach ein kleines U-Stück. Die Steckverbindung Kupfer-Kupfer wird dann mit Teflonband abgedichtet. Das hat zumindest gestern mit Wasser wunderbar funktioniert.

Oder verbunden mit der Frage an @Bierjunge: wie hast Du Dein Kupferrohr gebogen, ohne dass es abgeknickt ist?

Edit: LInk hinzugefügt
Jubel erscholl, als sich die Trinker von dem schneidigen, köstlichen, bei dem früher in Pilsen erzeugten nie wahrgenommenen Geschmack überzeugten. Die Geburt des Pilsner Bieres!
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Re: Kupferporno: Festbier im Zweimaisch-Verfahren

#25

Beitrag von Hieronymus » Mittwoch 30. November 2016, 14:19

Wirklich, sehr schöner Bericht! :thumbup

Heinrich

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Re: Kupferporno: Festbier im Zweimaisch-Verfahren

#26

Beitrag von Braubär23858 » Mittwoch 30. November 2016, 15:31

Ich mache das entweder mit dem Schlauch und dann mit Klemmen (Leimzwinge am Topfrand, dann wird der Schlauch nicht so stark gebogen), oder aber mit einem Schlauch, der auf ein gerades Kupferrohr gesteckt wird. Das Rohr liegt schräg im Topf und hält die Position.

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Re: Kupferporno: Festbier im Zweimaisch-Verfahren

#27

Beitrag von §11 » Mittwoch 30. November 2016, 15:49

Oder verbunden mit der Frage an @Bierjunge: wie hast Du Dein Kupferrohr gebogen, ohne dass es abgeknickt ist?
Bin zwar nicht Bierjunge, aber dafuer gibt es so Spiralen, die man innen ins Rohr steckt oder man fuellt es wahlweise mit Sand auf.

Jan
„porro bibitur!“
Die Seite zum Buch "Bier brauen" https://www.jan-bruecklmeier.com/
Die Seite zur HBCon https://heimbrauconvention.de/
https://headlessbrewer.wordpress.com/

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Re: Kupferporno: Festbier im Zweimaisch-Verfahren

#28

Beitrag von Bierjunge » Mittwoch 30. November 2016, 16:59

Biegen: Genauso wie den Eintauchkühler. Das Kupferrohr einfach gefühlvoll z.B. um eine Gasflasche wickeln. Dann knickt auch nichts ab.

Und ich fülle den Silikonschlauch exakt so mit Wasser, wie es Johnny H in Post 24 perfekt beschrieben hat. Das funktioniert problemlos und mit minimalem Aufwand.

Moritz

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Re: Kupferporno: Festbier im Zweimaisch-Verfahren

#29

Beitrag von olibaer » Mittwoch 30. November 2016, 20:17

Toll :-)

...erinnert mich an die Zeit in Tölz: 2-Geräte-Sudwerk, Kupfer, direkt befeuert, Schleppkette, Läutergrant nach alter Väter Sitte. Neu war nur, dass die Schrotmühle keinen Transmissionantrieb mehr hatte - eine echte Innovation.

Sag mal Moritz, bestimmst Du den EVG Deiner Würzen ? Kannst Du den ggf. mitteilen, begleitet von Informationen zu den geschütteten Rohstoffkomponenten im Verbund zum Maischverfahren ? Würde mich interessieren.


Gruß
Oli
Gruss
Oli
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Re: Kupferporno: Festbier im Zweimaisch-Verfahren

#30

Beitrag von liuto » Mittwoch 30. November 2016, 20:49

Oh Mann dieser Kupferkessel verfolgt mich jetzt schon zwei Nächte. Wie geil ist der denn.

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Re: Kupferporno: Festbier im Zweimaisch-Verfahren

#31

Beitrag von Bierjunge » Donnerstag 1. Dezember 2016, 06:54

Sura hat geschrieben:Schön mal wieder was zu sehen was jenseits von Einkochern und Brauautomaten ist, und wo sich das brauen nur ums brauen dreht. :thumbup
Du scheinst mich zu verstehen! :Drink
Ich habe den lieben langen Tag schon genug mit Automatisierung und Regelungstechnik zu tun :YLType , dann soll es wenigstens im Hobby so handwerklich wie möglich zugehen.
-CK_AKS- hat geschrieben:Kleiner Nachtrag @Moritz noch: Auch mir gefällt die Vorrichtung zum Spindeln sehr gut! Wie die "Großen" quasi :Bigsmile .
Wen es interessiert: Für den Spindelprobenkühler gibt es im Alten Forum sogar eine Bauanleitung inklusive Stückliste: Wassergekühlte Spindelstation selbstgebastelt

Bild
olibaer hat geschrieben:Sag mal Moritz, bestimmst Du den EVG Deiner Würzen ? Kannst Du den ggf. mitteilen, begleitet von Informationen zu den geschütteten Rohstoffkomponenten im Verbund zum Maischverfahren ? Würde mich interessieren.
Kann ich am Wochenende gerne mal aus meinem Sudbuch herauskramen. Ich schicke Dir dann eine Mail.

Herzliche Grüße, Moritz

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Re: Kupferporno: Festbier im Zweimaisch-Verfahren

#32

Beitrag von Sura » Donnerstag 1. Dezember 2016, 07:47

Bierjunge hat geschrieben:
Sura hat geschrieben:Schön mal wieder was zu sehen was jenseits von Einkochern und Brauautomaten ist, und wo sich das brauen nur ums brauen dreht. :thumbup
Du scheinst mich zu verstehen! :Drink
Ich habe den lieben langen Tag schon genug mit Automatisierung und Regelungstechnik zu tun :YLType , dann soll es wenigstens im Hobby so handwerklich wie möglich zugehen.
Richtig. Genauso gehts mir auch.... :thumbup
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Re: Kupferporno: Festbier im Zweimaisch-Verfahren

#33

Beitrag von bierhistoriker.org » Freitag 9. Dezember 2016, 12:09

Hallo Moritz,

schöner Bericht und herzlichen Glückwunsch zum "Ritterschlag" in Sachen Dekoktion durch John Palmer :thumbup
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http://brulosophy.com/

Gruß

Jürgen

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Re: Kupferporno: Festbier im Zweimaisch-Verfahren

#34

Beitrag von Kurt » Freitag 9. Dezember 2016, 12:51

Ha, wollte ich auch grade posten. Bei meiner täglichen Konsultation der Brülosophy-Seite kamen mir die Bilder direkt bekannt vor. Herzlichen Glückwunsch zu diesem Ritterschlag!

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Re: Kupferporno: Festbier im Zweimaisch-Verfahren

#35

Beitrag von Seed7 » Samstag 10. Dezember 2016, 18:28

Wie ist es eigentlich mit der kochzeit nach der dekoktion, die ganze wuerze hat ja schon mal mindestens 20 minuten gekocht. Kann mann die kochzeit wesentlich verkuerzen ... 30 minuten?

Ingo
"Wabi-Sabi" braucht das Bier.

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