"Weltreise" DIPA in die Tat umgesetzt

Bitte beschränkt Euch auf das Wesentliche, die Bilder. Nach Möglichkeit langatmige oder ausführliche Textpassagen vermeiden. In der Kürze liegt die Würze.
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schlupf
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"Weltreise" DIPA in die Tat umgesetzt

#1

Beitrag von schlupf » Dienstag 18. April 2017, 21:36

Hallo,

da ich bei der Erstellung des Rezeptes ausgiebig die Hilfe des Forums in Anspruch genommen habe (Vielen Dank nochmals!!!), versuche ich mich auch einmal an einer Braudokumentation.

Mein Equipment ist ein wenig eigenwillig und "low budget", aber ich komme recht gut damit zurecht.

Meine Tante und Onkel sind mir nach ihrer Reise durch die Craft-Bier-Szene in Down Under gerne zur Hand gegangen und es sind einige Fotos zusammen gekommen.
brautag2017-04-01_1.jpg
Das Shirt haben mir Tante und Onkel von ihrer Reise mitgebracht. Musste natürlich dem Anlass entsprechend getragen werden.
brautag2017-04-01_002.jpg
Erster Schritt: Abwiegen der Malze auf dem Dachboden mit dem niedlichsten Brauhelfer aller Zeiten (ohne Gewähr).
brautag2017-04-01_011.jpg
Schroten mit der Victoria und Akkuschrauber. Die Arbeit macht Freude...
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Schrotbild der Victoria. Wie man sieht geht es den Spelzen nicht allzu gut aber bisher gab es keine Läuterprobleme. Bessere Mühle steht auf der Wunschliste.
brautag2017-04-01_004.jpg
Der Maischbottich wird vorbereitet. Der normale Silikonschlauch von HuM sitzt perfekt dicht im Bodenablauf der Kühlbox.
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Außerdem passt der Leuterator von Adams Hardware auf den Schlauch und wird mit einer seitlich durchgestochenen Stecknadel gegen Abrutschen gesichert. Am anderen Ende hat er einen Stopfen.
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Mit der Schlauchklemme wird der Fluss beim Läutern geregelt. Ich weiß, dass das nicht ideal ist und man einen Druck- bzw. Sogausgleich bräuchte, aber ich läutere recht vorsichtig und bisher funktioniert es.
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Die billige 2000W Induktionsplatte mit 17L Topf darf sonst Teilmaischen kochen, aber diesmal hält sie kochendes Wasser bereit um die Temperatur bei Bedarf zu korrigieren.
brautag2017-04-01_008.jpg
Der alte Einkocher temperiert mit Hilfe des Inkbirds Haupt- und Nachguss.
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Hauptguss ist bereit. Das Wasser wurde im Vorwege mit CaSO4 und 10%iger Schwefelsäure auf ca. RA-1°dH und 200mg/l SO4 behandelt (Nachguss ebenso).
brautag2017-04-01_015.jpg
Einmaischen geht zu zweit wesentlich besser als alleine.
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Temperatur genau getroffen!!! War allerdings Zufall, da durch Nachheizen des Einkochers das Wasser 1,4°C wärmer war als berechnet und eingestellt.
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Während der 90min Rast is Zeit zum Abwiegen der zahlreichen Hopfengaben.
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Das ist eine Menge Hopfen für die Menge an Bier.
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Jodprobe nach 90min. Wir haben die Temperatur zweimal mit etwas kochendem Wasser wieder auf 65°C gehoben.
brautag2017-04-01_020.jpg
Vorderwürzegabe. Der Hund sieht skeptisch aus...
https://youtu.be/mtqbk9pgPXw
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Vorschießen.
brautag2017-04-01_021.jpg
Würze läuft klar (dank Vorderwürzehopfen schlecht zu erkennen).
refraktometer001.jpg
Messen der Vorderwürzekonzentration.
brautag2017-04-01_022.jpg
Nachgüsse auf den improvisierten Verteilerdeckel.
brautag2017-04-01_009.jpg
Wallendes Kochen dank Gas. Günstig in der Anschaffung und robust.
brautag2017-04-01_024.jpg
Ganz oben auf der Liste der nötigen Verbesserungen steht eine Kühlspirale...
brautag2017-04-01_026.jpg
Anstellen
stopfen_coldcrash004.jpg
Nach einer Woche Gärung wird der Stopfhopfen zugegeben.
Abfuelltag003.jpg
Ausbeute am Ende: 20,6L. Es ist leider eine Menge Jungbier im Hopfentreber vom Stopfen verloren gegangen. Beim nächsten Mal Stopfen schlauche ich vielleicht vorher in einen sauberen Eimer um und schicke das ganze vor dem Abfüllen nochmal durch das abgekochte Monofilament. Überzeugt bin ich aber nicht von der Idee...
Abfuelltag001.jpg
Alles vorbereitet zum Etikettieren. Der selbst gekochte Mehlkleister wird dünn auf das Brett gepinselt. Da kurz das Etikett drauflegen und auf die Flasche kleben.
Abfuelltag002.jpg
Genauso hatte ich mir die Farbe vorgestellt. Der Probeschluck ist vielversprechend! Ich kann's kaum abwarten, dass das Bier fertig ist.
Alles in Allem war der Brautag sehr gelungen, auch dank des guten Wetters und es lief alles im Rahmen der Möglichkeiten glatt.

Schönen Abend noch und viele Grüße,

Sebastian

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Brockmann24
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Re: "Weltreise" DIPA in die Tat umgesetzt

#2

Beitrag von Brockmann24 » Dienstag 18. April 2017, 22:45

Hallo Sebastian,
Vielen Dank für die schöne Dokumentation.
Ein Wort zu deiner Schrotmühle. Wenn du das nächste Mal vor dem Schroten das Malz konditionierst (2% Wasser auf das Gerstenmalz, untermischen, 15 Minuten warten und dann schroten), brauchst du keine andere Schrotmühle. Dann bleiben die Spelzen auch mit deiner Mühle gut erhalten. Das Läutern geht ohne Probleme und die Sudhausausbeute wird besser.
Gruß von der Mosel
Wolfgang

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Fuldabraeu
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Re: "Weltreise" DIPA in die Tat umgesetzt

#3

Beitrag von Fuldabraeu » Dienstag 18. April 2017, 23:44

Hallo Sebastian,
es ist ja tatsächlich eine ganze Menge Hopfen geworden für dein Bier!
Was mir gerade nur aufgefallen ist, pass bitte auf deinen Hund auf mit dem Hopfen. Der sieht ganz gespannt darauf, Hopfen ist für Hunde aber echt gefährlich.
Gruß, Marc

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Boludo
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Re: "Weltreise" DIPA in die Tat umgesetzt

#4

Beitrag von Boludo » Mittwoch 19. April 2017, 02:01

Zum Glück bin ich kein Hund :Drink

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schlupf
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Re: "Weltreise" DIPA in die Tat umgesetzt

#5

Beitrag von schlupf » Mittwoch 19. April 2017, 06:35

Konditionieren werde ich mal ausprobieren.

An Hopfen haben die Hunde kein Interesse. Die scheinen den Geruch nicht zu mögen. Sie steht auch nur da rum, weil sie wen sucht, der ihr ihr Bällchen wirft.

Ich muss mehr aufpassen,dass sich die Hunde von dem brennenden Kocher fern halten. Nicht, dass die Tierchen selbst in Flammen aufgehen. Aber auf dem Foto war er noch aus.

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Re: "Weltreise" DIPA in die Tat umgesetzt

#6

Beitrag von holledauer » Mittwoch 19. April 2017, 14:51

Boludo hat geschrieben:Zum Glück bin ich kein Hund :Drink
:thumbsup :thumbsup




Aber eine schöne Doku hast du da!
Gruß Martin aus der Hallertau

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Re: "Weltreise" DIPA in die Tat umgesetzt

#7

Beitrag von FlightJens » Mittwoch 19. April 2017, 22:10

Hallo Sebastian,

schöne Braudoku, ich mag diese Bebilderungen immer sehr und auch hier konnte ich wieder viel Spannendes entdecken. Schön zu sehen, das sich die Familie scheinbar gesamthaft fürs Brauen interessiert.
Ich finde dein Equipment sehr zweckmäßig und vor allem den Durchflussregler beim Läutern spannend. Klar kann man auch einen Thermoport mit Hahn nehmen, aber mit einfachsten Mitteln zu brauen, ist auch eine spannende Herausforderung.

Grüße und viel Spass mit dem Bier, es sieht wirklich gut aus.

Jens (der nicht mit einfachstem Equip braut, aber Andere für ihren pragmatischen Umgang damit bewundert. :-) )

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Re: "Weltreise" DIPA in die Tat umgesetzt

#8

Beitrag von schlupf » Donnerstag 20. April 2017, 10:36

Vielen Dank für die netten Kommentare.

Ich habe für mein Hobby leider nicht so ein riesiges Budget zur Verfügung...

Ich braue jetzt seit einem Jahr und habe so knapp 400€ ins Equipment investiert, wobei der Gärkühlschrank gratis von eBay Kleinanzeigen ist (Thermostat defekt, Kompressor läuft durch - perfekt für meine Zwecke) und der Inkbird und Leuterator Geschenke waren.

Ich hatte eigentlich auch erst ganz normal mit dem Maischen im Einkocher angefangen, aber nachdem ich meinen 3. und 4. Sud in den Gulli kippen musste wegen fiesem Geschmack nach angebrannter Stärke musste ich mir was überlegen.
Ich habe mich dann gegen ein Rührwerk und möglicherweise Steuerung entschieden, weil mir persönlich das einerseits zu teuer und andererseits zu technisch ist.
Also versuche ich jetzt mein Glück mit Bottichmaischen per Zubrühen, Dekoktion und Kombirast und bin damit soweit zufrieden.

Allerdings, nachdem ich jetzt einmal das Schrotbild von einer günstigen eBay Walzenmühle gesehen habe, wünschte ich, ich hätte an der Stelle doch etwas mehr investiert...

Viele Grüße,
Sebastian

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