Ein Jahr später wieder "IPA Simcoe"

Bitte beschränkt Euch auf das Wesentliche, die Bilder. Nach Möglichkeit langatmige oder ausführliche Textpassagen vermeiden. In der Kürze liegt die Würze.
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BrauWastlKoeln
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Ein Jahr später wieder "IPA Simcoe"

#1

Beitrag von BrauWastlKoeln » Sonntag 4. März 2018, 18:28

Hallo zusammen,

vor einem Jahr hatte ich die Doku zu meinem zweiten Sud veröffentlicht:
https://hobbybrauer.de/forum/viewtopic.php?f=10&t=12942

Seitdem habe ich meine Erfahrung und mein Equipment etwas erweitert, sodass ich hier eine neue Doku einstellen möchte. Das IPA Simcoe hat mir sehr gut gefallen und kommt daher nach einem Jahr noch mal in den Kessel. Also viel Spaß beim virtuellen über-die-Schulter-Gucken.

Erste Erkenntnis war, dass ich die Rezepte von MMuM nicht 1:1 übernehmen kann, sondern per KBH an meine Anlage und den Hopfenjahrgang anpassen muss.
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Mein Malz schrote ich mittlerweile selber, was mir ein größeres Malzlager ermöglicht.
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Einmaischtemperatur erreicht.
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Rühren mache ich nicht mehr selber. Habe mir ein Rührwerk zugelegt und den Topf mit eine Isomatte isoliert. Damit habe ich jetzt zwischen Topfboden und Oberkante einen vernachlässigbaren Temperaturunterschied von 0,1-0,2°C. Also eine sehr gute Durchmischung. Nach Einmaischen auf Zieltemperatur gekommen für die erste Rast.
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Die Temperatursteuerung des Einkochers scheint diese Anpassungen mit Rührwerk und Isomatte jedoch nicht zu berücksichtigen. Daher gehe ich bei der Temperatursteuerung jetzt immer wie folgt vor: Zum Heizen (links im Bild) stelle ich den Topf auf 90°C. Damit erreiche ich etwa +1°C je Minute (60-70s) in der Heizphase. Wenn ich dann 1,5°C vor der Zieltemperatur bin, stelle ich den Topf auf 2°C unter der Zieltemperatur. Die Restwärme des Heizelements reicht dann genau um die Maische noch auf Zieltemperatur zu bringen (rechts im Bild, zweite Rast bei 64°C). Mit der Einstellung 2°C unter Zieltemperatur hält der Topf dann auf ca. 0,2°C genau die Zieltemperatur. Wenn ich das so schreibe klingt es komplizierter als es in der Praxis ist.
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Jodprobe mache ich eigentlich nur noch bei Braugästen und für Braudokus ;-)
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Mit dem oben genannten Heizverfahren erreiche ich dann auch die Abmaischtemperatur und es kann abgemaischt werden. Noch nicht im Bild, aber als neuste Anpassung habe ich dem Läutereimer jetzt auch ein Isomattenjäckchen spendiert, nachdem ich bei einer Messung ganz erschrocken war, wie viel Temperatur da während der Läuterruhe verloren geht.
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Läuteraufbau mittlerweile mit Trichter unter dem Hahn um einen Sog zu vermeiden. Den Tipp hatte ich bei meiner letzten Doku bekommen und seit dem auch keine Läuterprobleme mehr gehabt.
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Das wäre dann der ganze Turm, wobei der Gäreimer unten da jetzt in dem Stadium nur kurz für das Foto stand ;-)
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Trübe Brühe zurück. Da habe ich das Gefummel mit der Kelle durch einen Tupperdeckel ersetzt, der zur Nachgussverteilung im Läutereimer schwimmt.
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Klare Brühe dann in den mittlerweile gereinigten Topf. Den Hahn vom Läutereimer öffne ich dabei nur auf 45° und erreiche so eine Läutergeschwindigkeit von ca. 1 Liter pro Minute. Wenn die ersten paar Liter durch sind, schalte ich den Topf wieder ein und fange schon mal an für das Kochen aufzuheizen.
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Für den Nachguss habe ich immer noch nur die kleinen 5-6 Liter Töpfe.
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Ich läutere immer bis Pfanne voll. Die Berechnungen Haupt- und Nachguss aus dem KBH passen dabei ganz gut.
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Hopfen schon mal abwiegen. Reste werden direkt wieder vakuumiert und gehen zurück in den Tiefkühler.
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Wallendes Kochen erreiche ich auch ohne zusätzliche Hilfsmittel wie Tauchsieder, die Isomatte reicht. Erste Hopfengabe kann erfolgen.
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15 Minuten vor Kochende kommt der Kühler zum Abkochen/-dämpfen schon mal in den Topf.
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Bei Kochende dann Kaltwasser marsch und innerhalb von 2-3 Minuten bin ich unter 80°C und habe einen Eimer voll warmes Reinigungswasser.
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Kühler darf dann in den Gäreimer umziehen und das Hopfenseihen beginnt.
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Messung ergibt 19 Liter mit 18°P. Also noch mal etwa 4 Liter Wasser dazu für die Zielstammwürze und somit auf 23 Liter statt der geplanten 22 Liter gekommen.
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Nach Erreichen von 20°C darf die rehydrierte Hefe dann ans Werk.
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Für eine gute Vermehrung kommt noch mal eine Portion Sauerstoff unter die Würze.
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Deckel drauf und fertig für heute :-)
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Zwei Wochen später dann der erste Blick in den Eimer. Habe mir mittlerweile angewöhnt die Hauptgärung immer pauschal zwei Wochen im Eimer laufen zu lassen. Da setzt sich dann auch schon viel Schmodder ab und das Bier ist relativ klar.
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Messprobe per Kaffeefilter entgasen und von Heferesten befreien.
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Messung zeigt 3,1°P bei 17°C, also ein temperaturbereinigter Restextrakt von 2,9°P und damit in etwa 6,4% Alkohol.
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Für die Kalthopfung kommt der Hopfen in die mit je zwei Serviettenringen beschwerten und angekochten Hopfensäckchen. Verteilt auf drei Säcken mit je 30g, da der Hopfen ja noch ganz schön aufquillt.
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Dann die Säckchen in einen neuen Eimer und das Jungbier aus dem Gäreimer von der Hefe runter in den Eimer schlauchen.
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Jetzt noch mal eine Woche warten und dann abfüllen. An meiner Abfülltechnik hat sich zur letzten Doku nichts verändert: Zuckerlösung ansetzen und im Eimer vorlegen, Bier drauf schlauchen, einmal gut durchrühren und dann mit Abfüllröhrchen auf 5-Liter Fässchen und Flaschen verteilen. Zwei Wochen warten und dann kalt stellen. Noch mal zwei Wochen warten und ersten Geschmackstest durchführen.

Viele Grüße und Prost
Sebastian

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Re: Ein Jahr später wieder "IPA Simcoe"

#2

Beitrag von Rumborak » Sonntag 4. März 2018, 22:19

Hi,

schöne Doku...das IPA Simcoe ist schon Bombe...lass es dir schmecken!!

VG
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Re: Ein Jahr später wieder "IPA Simcoe"

#3

Beitrag von Alt-Phex » Sonntag 4. März 2018, 22:24

Schöne Braudoku.

Aber warum kühlst du ab 80°C im Gäreimer weiter anstatt direkt in der Pfanne auf Anstelltemperatur zu kühlen? Macht halt irgendwie keinen Sinn da dir der Kühltrub dann im Gärfaß ausfällt anstatt er zusammen mit dem Heißtrub in der Pfanne verbleibt.
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Re: Ein Jahr später wieder "IPA Simcoe"

#4

Beitrag von BrauWastlKoeln » Sonntag 4. März 2018, 22:43

Danke :Smile

Das Vorgehen ist “historisch gewachsen“ würde man in der IT sagen. Bei 80°C hatte ich immer den Whirlpool eingebaut. Seit ich den weglasse könnte ich auch komplett in der Pfanne runter kühlen, das stimmt :Grübel Immer gut, wenn man mal Feedback bekommt, um seine Prozesse zu überdenken. Werde das beim nächsten mal dann machen.

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Re: Ein Jahr später wieder "IPA Simcoe"

#5

Beitrag von Alt-Phex » Sonntag 4. März 2018, 22:56

Wenn du direkt in der Pfanne kühlst sedimentiert sowieso alles am Topfboden. Whirlpool ist dann nicht mehr nötig.
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Re: Ein Jahr später wieder "IPA Simcoe"

#6

Beitrag von quasarmin » Sonntag 4. März 2018, 23:00

Schöne Doku. Das mit dem Warmwassersammeln ist eine gute Idee. Guter Hinweis auch das mit dem sedimentieren bei Verwendung der Kühlschlange. Ich braue in Kürze das erste mal mit Kühlschlange und hätte wieder einen Wirlpool gemacht.
Das Simcoe-IPA habe ich letztes Jahr zu Pfingsten gebraut, zusammen mit meinem Bruder der zu Besuch war. Ich habe ihm dann davon etwas zukommen lassen, hat uns beiden sehr gut geschmeckt. Es hatte eine schöne leicht rötliche Färbung. Steht bei mir demnächst auch wieder auf dem Plan.

Gruß
Armin

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Re: Ein Jahr später wieder "IPA Simcoe"

#7

Beitrag von Mops » Montag 28. Mai 2018, 11:47

Sehr schöne Doku !! Ich finde den Trick mit dem schwimmenden Tupperdeckel für die Läutergüsse super !!! So mache ich das jetzt auch. Danke !!

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Re: Ein Jahr später wieder "IPA Simcoe"

#8

Beitrag von HopfenTopfen » Donnerstag 4. Februar 2021, 08:50

Danke für die tolle Dokumentation! Den Tipp mit dem Kaffeefilter vor der Würzemessung nehme ich auf jeden Fall mit. :thumbsup

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