11er Sud - Maibock

Bitte beschränkt Euch auf das Wesentliche, die Bilder. Nach Möglichkeit langatmige oder ausführliche Textpassagen vermeiden. In der Kürze liegt die Würze.
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Philius
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11er Sud - Maibock

#1

Beitrag von Philius » Sonntag 18. März 2018, 02:49

Eigentlich wollte ich meine erste Braudoku zu meinem zehnten Sud machen, hab mich aber verzählt und mein 10ter Sud steht nun schon in der Nachgärung :redhead

Zuerst wollte ich mein Holunderweizen brauen, doch als ich bemerkte, dass es im Keller noch feine 10°C hat war klar, es soll mein erstes UG werden.
Nun, ein Maibock bietet sich an.
Also mal Rezepte gestöbert, bisserl angepasst und Zutaten beim BeerStore besorgt.

- Wiener Malz 3,5kg
- Pilsener Mal 2,7kg
- CaraRed 0,4kg
- Melanoidin Malz 0,4kg

- Spalter Select(5,5%) 29g VWH
- Tradition(6,6%) 20g 70min
- Cascade(5%) WP

10min 57°C
45min 63°C
15min 68°C
45min 73°C

S-23 bei ~11°C

Bei der Hopfung hab ich mich hier orientiert: https://www.maischemalzundmehr.de/index ... ff=maibock

Am Freitag also fein Rohstoffe einkaufen im lokalen Shop, mein "Sudhaus" gründlich gereinigt und Malz gemahlen, hiervon hab ich leider keine Fotos gemacht.
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Mein bescheidenes Sudhaus, geschätzte 8m², was will man mehr als Student :Bigsmile
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Heute gings um 9 Uhr vormittags los mit Einkocher reinigen und Hauptguss vorbereiten.
Die Gemüse/Obst-Ampel gehört übrigens dazu zur Sudhauseinrichtung
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Kurz nach 9 traf auch schon mein Braugehilfe ein und es wurde erstmal fein gefrühstückt, man kann ja nicht mit leerem Magen brauen
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7kg Malz wurden schon am Vortag geschrotet
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Nach dem Frühstück also entspannt bei 63° einmaischen, ergibt 57°C
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7kg Malz auf 18l Hauptguss ergeben ne ziemlich intressante Konsistenz im Maischbottich :Grübel
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Gut, dass ich mein menschliches Rührwerk in Form eines Kommlitonen habe :Bigsmile
Das vorne bin ich, der grade zeigt wie das am besten geht bei der dicken Maische.
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Da heute ja auch St. Patricks Day ist darf natürlich eines nicht fehlen.
Keine Sorge, es wurde im Zug des Brautages kein Selbstgebrautes verletzt.
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Nachdem die dickflüssige Maische händisch in den Läutereimer befördert wurde noch schnell eine Läuterrast halten
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Den Hopfen professionell abwiegen :Bigsmile
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So sieht meine Läutervorrichtung aus. Das modische Handtuch ersparte leider nicht das gründliche Bodenwischen am Ende...
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Als es endlich klar lief direkt in den Eimer
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Gleich meine neueste Errungenschaft ausprobieren: ein China-Refraktometer. Für das kleine Geld muss ich sagen, ICH BIN BEGEISTERT!!!
Das Glattwasser wollte leider einfach nicht unter 5% Brix, also immer schön Nachgüsse geben... Muss ich nochmal erörtern warum das so war. Ich hätte sicher noch 5l Nachgüsse geben können. Evtl zu grob geschrotet?
Mittlerweile wars ca 16:30 Uhr
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Treberkuchen
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Während des Wartens auf das Läuterergebnis kamen wir auf die Idee den Weck auszulitern und das Maischepaddel zum Messstab zu erweitern. Der Lötkolben machte das ganz brav.
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Durch die großen Mengen an "nichtganz"-Glattwasser war natürlich zu viel Flüssigkeit vorhanden für den Weck... :crying
In Ermangelung an Alternativen also die zwei größten Kochtöpfe umfunktioniert zur Sudpfanne...
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Endlich Hopfenkochen um 17:00
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Kühlspirale zum Schluss mitgekocht und in den Gäreimer verfrachtet
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Hopfen in den WP und mal ordentlich andrehen
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Der Heißtrub bleibt im WP, der Kalttrub bleibt diesmal im Gäreimer (musste ja die Würze aus den Töpfen am Herd auch hinzugeben, was im WP nicht ging)
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Nach ~1 Stunde kühlen auf die Anstelltemperatur der UG-Hefe war etwas zu viel im Eimer, also nochmal 3l entnommen, die gären(hoffentlich) mit geernteter OG-Hefe bei Raumtemperatur.


Mittlerweile wars dann 20:00 und mein 11ter Sud dauerte glatte 11 Stunden :Mad2 Naja, jetzt heißt das Bier halt "11er Bock" :Bigsmile
Was soll ich sagen, so lange hats noch nie gedauert... Die Kombination aus langen Rasten, Viel Nachgüssen, aufwändiger Kocherei und langer Kühlzeit machts halt aus...

Zu allem Überfluss ist mir dann noch was saudämliches passiert, näheres hier:
https://hobbybrauer.de/forum/viewtopic. ... 74#p266974

So, gute Nacht erstmal.

Lg, Philipp
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Michael Wendt
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Re: 11er Sud - Maibock

#2

Beitrag von Michael Wendt » Sonntag 18. März 2018, 10:09

Hallo Philipp,

schöne Doku! Und beruhigend zu sehen, dass es nichr nur „nach vier Stunden war alles durch, inklusive Reinigung“-Vorstellungen gibt.

Viele Grüße
Michael
„Ah, das schmeckt wie ein richtiges Vierzehnzwanziger“

Meine Anlage: viewtopic.php?f=20&t=12052
Meine Vorstellung: viewtopic.php?f=50&t=11885
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Re: 11er Sud - Maibock

#3

Beitrag von peterkling » Dienstag 20. März 2018, 12:01

Das gibt ja eher ein Biercuvé - muss nicht übel sein, würde uns sicher interessieren, wie es sich so macht... :Pulpfiction

Wie seid ihr denn auf das Rezept und die Maischeführung gekommen? Ich wollte diese Woche das auffällig ähnliche Red lager ansetzen, aber mit völlig anderen Rasten.

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Re: 11er Sud - Maibock

#4

Beitrag von Dinkhopf » Dienstag 20. März 2018, 13:03

Sehr hübsch, sieht nach einem spaßigen Tag aus. :)
Aber warum läuterst Du in einen Plastikeimer?
Beste Grüße
Alex :Drink

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Re: 11er Sud - Maibock

#5

Beitrag von Malzknecht » Dienstag 20. März 2018, 19:38

Danke für die Doku und deine Offenheit mit den Pannen :Bigsmile Ich hoffe dein Wohnzimmer ist inzwischen wieder gereinigt :P
Dinkhopf hat geschrieben:
Dienstag 20. März 2018, 13:03
Aber warum läuterst Du in einen Plastikeimer?
Das wäre jetzt auch meine Frage gewesen. Du ersparst dir ja einiges an Aufwand, wenn du direkt in den Einkocher läuterst und diesen schon befeuerst noch während des Läuterns.

Versuche die Nachgüsse mal zu sprenkeln bzw. draufrieseln zu lassen. Wenn mich nicht alles täuscht, dann hast du dort an den Seiten und in der Mitte ganz schöne Krater im Treber.

Das Maischepaddel gefällt mir :thumbup

Viele Grüße
MK
Viele Grüße,
Tobi

Meine Rezeptbewertungen:
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Re: 11er Sud - Maibock

#6

Beitrag von Philius » Donnerstag 22. März 2018, 15:25

Michael Wendt hat geschrieben:
Sonntag 18. März 2018, 10:09
schöne Doku! Und beruhigend zu sehen, dass es nichr nur „nach vier Stunden war alles durch, inklusive Reinigung“-Vorstellungen gibt.
Hab mich eh ein bisserl geschämt mich hier zu outen :redhead
peterkling hat geschrieben:
Dienstag 20. März 2018, 12:01
Das gibt ja eher ein Biercuvé - muss nicht übel sein, würde uns sicher interessieren, wie es sich so macht... :Pulpfiction
Das musst du mir nochmal erklären, wieso eher ein Cuve? Durch das separate Kochen passiert ja nichts...

Rezept hab ich mir selbst gebastelt, hab mir viele Maibocke angesehen und mir dann die Schüttung so zurechtgerichtet. Rasten sind grob vom Hanghofer-Rezept übernommen, zur Hopfung hab ich oben eh schon geschrieben :)
Dinkhopf hat geschrieben:
Dienstag 20. März 2018, 13:03
Aber warum läuterst Du in einen Plastikeimer?
Weil meine Maischbottich/Sudpfanne-Kombi noch mit Läuterwasser heizen beschäftigt war... Leider kein Platz in der Küche für einen separaten Nachgussheizer...
Malzknecht hat geschrieben:
Dienstag 20. März 2018, 19:38
Danke für die Doku und deine Offenheit mit den Pannen :Bigsmile Ich hoffe dein Wohnzimmer ist inzwischen wieder gereinigt :P

Versuche die Nachgüsse mal zu sprenkeln bzw. draufrieseln zu lassen. Wenn mich nicht alles täuscht, dann hast du dort an den Seiten und in der Mitte ganz schöne Krater im Treber.

Das Maischepaddel gefällt mir :thumbup
Jaaa, war ein Spaß die Sauerei zu reinigen...
Hab die Nachgüsse eh über ein Sieb aufgebracht, aber weil ich dann zu wenig Nachgusswasser hatte konnte ich erst wieder zugeben als der Treber schon trocken gelaufen ist, da haben sich dann die Krater gebildet (Foto ist erst zum Schluss entstanden).

lg, Phil

Chris1990
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Re: 11er Sud - Maibock

#7

Beitrag von Chris1990 » Dienstag 1. Mai 2018, 23:18

Moin Phil,

eine schöne Braudoku! Wie ist das Bier denn geworden?

Viele Grüße

Christopher

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Re: 11er Sud - Maibock

#8

Beitrag von Philius » Mittwoch 2. Mai 2018, 12:27

Ich hab ja 3l mit ner US-05 vergoren, da werd ich heute die ersten Flaschen verkosten.
Das UG hab ich erst vor einer Woche abgefüllt, da ich dem hohen Restextrakt von 5,3°P nicht traute und noch 2 Wochen bei unverändertem Extrakt wartete. Steht derzeit bei 1,5bar und geht wohl nächste Woche in die Reifung...

Lg, Phil

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Re: 11er Sud - Maibock

#9

Beitrag von Klampfmann » Donnerstag 3. Mai 2018, 12:48

Nur so als Idee - als ich noch keine Möglichkeit hatte die Nachgüsse aktiv aufzuheizen habe ich vor dem Einmaischen Wasser heiß gemacht/gekocht und in einer großen Kühlbox aufbewahrt als Nachgusswasser. Das hat sich dann während des Maischens abgekühlt und lag am Ende bei ca 70-80°C. Hat eigentlich gar nicht so schlecht funktioniert und der Kessel ist frei um bereits während des Läuterns mit dem Aufheizen zu beginnen.

Philius
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Re: 11er Sud - Maibock

#10

Beitrag von Philius » Freitag 4. Mai 2018, 11:38

Soo, das erste OG wurde jetzt verkostet. Leider hat sich mein Handy geweigert das wunderschöne Rot abzulichten, stellts euch einfach vor :redhead
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Vom Geschmack her muss ich sagen, dass man die US-05 viel zu intensiv rausschmeckt, die verwend ich für sowas nie wieder... Überdeckt die schönen Malznoten und den ganzen Cascade...

Die UG stehen jetzt bei 2,3bar, lang dauerts hoffentlich nicht mehr

Hab mir schonmal überlegt für Testsude am Herd einen 15l Topf zu kaufen und den dann auch als NG-Heizer herzunehmen, das wäre vermulich die beste Lösung...

Lg, Phil

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