HandWerk oder der entspannteste Brautag

Bitte beschränkt Euch auf das Wesentliche, die Bilder. Nach Möglichkeit langatmige oder ausführliche Textpassagen vermeiden. In der Kürze liegt die Würze.
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Braubart
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HandWerk oder der entspannteste Brautag

#1

Beitrag von Braubart » Sonntag 31. März 2019, 09:49

Hallo zusammen,

auf unserem kleinen Hobbybrauertreffen Gießen (hier ist es entstanden: https://hobbybrauer.de/forum/viewtopic. ... ead#unread) hatten wir am Freitag das Thema Handwerk versus Automatisierung und da dachte ich mach ich doch mal ne Braudoku zu.
Ich selber hab kaum bis gar nicht automatisert, bewundere aber alle fleißigen Bastler!

Samstag 09.50 Uhr ging´s los:
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Schroten per Hand. Nach 30min hatte ich 4,6kg Pale Ale Malz klein.
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So sah das dann aus. Hab direkt in den Thermoport geschrotet.
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Parallel heizt der Hauptguss.
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"Einmaischen invers" - hier kommt das Wasser auf die Schüttung.
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Und ab in die erste und einzige Rast. Eine Stunde bei 65´C
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Vorschießen lassen
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Hopfen vorbereiten: Chinook, 18g VWH, 12g Whirlpool
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Und auf den Hopfen läutern.
IMG_20190330_132141.jpg
Läutern fertig, jetzt wird gekocht. Gut sichtbar die selbstgebaute Brüdenhaube.
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Eiweißbruch
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So sieht das von außen aus.
IMG_20190330_161656.JPG
Whirlpool
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Hopfen seihen. Früher mein Hassthema, jetzt dank Polisnelli und Hopfensäckchen total unproblematisch.
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Ein hübscher Trubkegel taucht auf.
IMG_20190330_170941.jpg
Und runterkühlen. 20l mit 12´Plato sind rausgekommen.
Ich kühle im Kühlschrank. Eine Kühlspirale habe ich leider keine und scheue auch die Anschaffung. Der Wasserverbrauch ist mir zu hoch.

Einer meiner entspanntesten Brautage überhaupt. Allerdings kommt dazu dass ich nur die eine Kombirast gemacht habe. Normalerweise braue ich per Dekoktion, dann dauert das Maischen wesentlich länger und ich hab ich wesentlich mehr zu tun. Die Ausbeute war auch nicht sonderlich dolle. Das nächste Mal werde ich das Wasser nicht so stark aufheizen. Ich vermute damit einiges an Enzymen kaputt gemacht zu haben. Die Jodprobe war allerdings unauffällig.

Meine eine große Schwierigkeit besteht nun noch darin, dass ich total viel verdampfe. werde das nächste Mal wieder den Tauchsieder rausnehmen. Sollte das nicht funktionieren, steige ich eventuell auf Gasfeuerung um.

Über Feedback bin ich dankbar! :Greets
Beste Grüße, Jörg

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Re: HandWerk oder der entspannteste Brautag

#2

Beitrag von Kolbäck » Sonntag 31. März 2019, 10:03

Sehr schöne Doku! :thumbup

Ich mache auch alles von Hand und fand gestern auch sehr entspannt - habe schon um halb 2 anstellen können.

:Drink
Viele Grüße, Thomas
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Re: HandWerk oder der entspannteste Brautag

#3

Beitrag von Kolbäck » Sonntag 31. März 2019, 10:09

Zur Verdampfung, fiel mir gerade das hier wieder ein: https://hobbybrauer.de/forum/viewtopic. ... 46#p239346
Viele Grüße, Thomas
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Re: HandWerk oder der entspannteste Brautag

#4

Beitrag von guenter » Sonntag 31. März 2019, 10:49

Das mit dem Verdampfen ist so eine Sache, eher schwer abzuschätzen. Auf jeden Fall reicht wallend kochen aus. Nach dem Aufheizen kann der Tauchsieder sicher raus.

Auf der HBCon hat mir olibaer einen guten Tip gegeben. So lange läutern, bis im Kochtopf die Zielstammwürze erreicht ist. Den Füllstand merken (der ist später auch als dunkler Ring sichtbar). Nach dem Kochen die verdampfte Flüssigkeit mit kaltem Wasser auffüllen. Die Stammwürze passt wieder und der Sud ist schon abgekühlt. Hatte ich dann ausprobiert und bin begeistert!
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Re: HandWerk oder der entspannteste Brautag

#5

Beitrag von gulp » Sonntag 31. März 2019, 10:58

Meine eine große Schwierigkeit besteht nun noch darin, dass ich total viel verdampfe. werde das nächste Mal wieder den Tauchsieder rausnehmen. Sollte das nicht funktionieren, steige ich eventuell auf Gasfeuerung um.
Genau, Tauchsieder raus, ein Seidlein Bier rein (in den Hals) und gut ists. :Greets

Gruß
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Re: HandWerk oder der entspannteste Brautag

#6

Beitrag von heizungsrohr » Sonntag 31. März 2019, 11:13

Ich glaube der Energieverbrauch des Kühlschranks zum Kühlen der heißen Würze (Wofür ein Kühlschrank übrigens definitiv nicht ausgelegt ist, zu hohe Temperaturen) ist schlimmer als mal 100 Liter Wasser zu "verschwenden". Deutschland ist kein wasserarmes Land.

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Re: HandWerk oder der entspannteste Brautag

#7

Beitrag von hyper472 » Sonntag 31. März 2019, 12:00

Ich beruhige mein Gewissen mit dem Wasserkühler dadurch, indem ich das Wasser zum Spülen verwende und außerdem danach im Garten verteile. Das geht sogar direkt von der Kühlspirale in den Rasensprenger.
Viele Grüße, Henning
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Re: HandWerk oder der entspannteste Brautag

#8

Beitrag von Bierstephan » Sonntag 31. März 2019, 14:36

heizungsrohr hat geschrieben:
Sonntag 31. März 2019, 11:13
Ich glaube der Energieverbrauch des Kühlschranks zum Kühlen der heißen Würze (Wofür ein Kühlschrank übrigens definitiv nicht ausgelegt ist, zu hohe Temperaturen) ist schlimmer als mal 100 Liter Wasser zu "verschwenden". Deutschland ist kein wasserarmes Land.
Hallo,
ich kappere mal den Gesprächsfaden hier und habe eine Frage: Ich kühle z.Zt. noch über Nacht und versuche dabei möglichst schnell unter 80 Grad zu kommen, was im Sommer schwierig ist. Hier hat doch bestimmt jemand Erfahrungen, was den "Verbrauch" an Wasser angeht, 20 Liter Würze von 90 auf 20 Grad zu kühlen. Kann ja nicht wirklich viel sein, doch fehlen mir die Erfahrungswerte, das einzuschätzen. Waren die 100 Liter einfach eine Hausnummer, oder ist das die Größenordnung?

Grüße Stephan
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Re: HandWerk oder der entspannteste Brautag

#9

Beitrag von secuspec » Sonntag 31. März 2019, 15:01

guenter hat geschrieben:
Sonntag 31. März 2019, 10:49
Das mit dem Verdampfen ist so eine Sache, eher schwer abzuschätzen. Auf jeden Fall reicht wallend kochen aus. Nach dem Aufheizen kann der Tauchsieder sicher raus.

Auf der HBCon hat mir olibaer einen guten Tip gegeben. So lange läutern, bis im Kochtopf die Zielstammwürze erreicht ist. Den Füllstand merken (der ist später auch als dunkler Ring sichtbar). Nach dem Kochen die verdampfte Flüssigkeit mit kaltem Wasser auffüllen. Die Stammwürze passt wieder und der Sud ist schon abgekühlt. Hatte ich dann ausprobiert und bin begeistert!
Das ist eine super Idee! :thumbup

Ich denke es macht da dann vielleicht auch Sinn sich eine Läuterspindel zuzulegen die die höheren Temperaturen verträgt. Die müsste man ja eigentlich dann nur in der Würze schwimmen lassen um die Zielstammwürze genau zu treffen, oder ?

Viele Grüße,
Steffen
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Re: HandWerk oder der entspannteste Brautag

#10

Beitrag von guenter » Sonntag 31. März 2019, 15:23

secuspec hat geschrieben:
Sonntag 31. März 2019, 15:01
Das ist eine super Idee! :thumbup

Ich denke es macht da dann vielleicht auch Sinn sich eine Läuterspindel zuzulegen die die höheren Temperaturen verträgt. Die müsste man ja eigentlich dann nur in der Würze schwimmen lassen um die Zielstammwürze genau zu treffen, oder ?
Die Ehre gebürt aber olibaer!

Ich mache es mir einfach und benutze das Refraktometer.
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Re: HandWerk oder der entspannteste Brautag

#11

Beitrag von Braubart » Sonntag 31. März 2019, 16:01

Eine Läuferspindel macht total Sinn! Die ich habe ist auf 70'C geeicht. Umrechnen muss man also trotzdem.
Die Zielstammwürze anzusteuern und anschließend zu verdünnen ist auch eine gute Idee. War bis jetzt fast immer über der Zielstammwürze, so dass ich eh verdünnen musste.
Beste Grüße, Jörg

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Re: HandWerk oder der entspannteste Brautag

#12

Beitrag von Braubart » Sonntag 31. März 2019, 16:05

heizungsrohr hat geschrieben:
Sonntag 31. März 2019, 11:13
Ich glaube der Energieverbrauch des Kühlschranks zum Kühlen der heißen Würze (Wofür ein Kühlschrank übrigens definitiv nicht ausgelegt ist, zu hohe Temperaturen) ist schlimmer als mal 100 Liter Wasser zu "verschwenden". Deutschland ist kein wasserarmes Land.
Das hatte ich noch gar nicht bedacht. Dass das Wasser später nochmal verwendet werden kann ist klar. Hmmm, vielleicht ist das die nächste Anschaffung :Smile
Beste Grüße, Jörg

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Re: HandWerk oder der entspannteste Brautag

#13

Beitrag von secuspec » Sonntag 31. März 2019, 17:03

guenter hat geschrieben:
Sonntag 31. März 2019, 15:23
secuspec hat geschrieben:
Sonntag 31. März 2019, 15:01
Das ist eine super Idee! :thumbup

Ich denke es macht da dann vielleicht auch Sinn sich eine Läuterspindel zuzulegen die die höheren Temperaturen verträgt. Die müsste man ja eigentlich dann nur in der Würze schwimmen lassen um die Zielstammwürze genau zu treffen, oder ?
Die Ehre gebürt aber olibaer!

Ich mache es mir einfach und benutze das Refraktometer.
Jup - Danke an olibear! :thumbsup

Mit Refraktometer mache ich es im Moment auch, allerdings spricht, so mein Eindruck, für die Spindel, dass man die Zielstammwürze eben permanent während des Zurückpumpens aus dem Läuterbottich in die Pfanne beobachten und dann das Läutern punktgenau beenden kann. Hahn zu und gut ist. Die Einfachheit gefällt mir. Ich habe bisher immer etwa 10% unterhalb der Zielstammwürze durch mehrfaches Messen mit dem Refraktometer aufgehört zu läutern und dann gehofft, dass meine Verdampfungsrate passt. So ganz präzise war das bislang nie. Im Winter ist das eine etwas andere als im Sommer - nicht viel unterschiedlich, aber durchaus signifikant. Bislang habe ich zweimal das Ziel unterschossen. Runterverdünnen ist nunmal wesentlich einfacher als durch Kochen auszugleichen.

Das beschriebene Verfahren wird gleich beim kommenden Sud nächsten Samstag ausprobiert - zwei Läuterspindeln (weil garantiert wieder eine zu Bruch geht) sind bereits bestellt. :redhead

Viele Grüße,
Steffen
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Re: HandWerk oder der entspannteste Brautag

#14

Beitrag von Braufex » Sonntag 31. März 2019, 21:02

Hab ich voriges Wochenende auch so gemacht und hat gut geklappt:
- Läutern in den Einkocher(Steba ER2, ca. 28l Fassungsvermögen, 2000W).
- Sobald ca. 5 -10 L drin sind, heiz ich auf 70°C (Temp. für Läuterspindel) auf und lass den Inkbird die Temperatur halten.
- Ab ca. 10 L kommt dann die Läuterspindel in die Vorderwürze.
- Nachguss bis Zielstammwürze auf der Läuterspindel erreicht ist (12,5°P, bei 26l), dann aufheizen zum Kochen.
- Aufheizzeit war 35min, von 70°C bis zum Kochen (98,5°C).
- 15 min vor Koch-Ende kommt die Külspirale in den Einkocher, dabei erhöht sich der Füllstand um ca. 1 Liter/1cm
- nach dem Kochen sofort mit abgekochtem, nicht abgekühltem Wasser (3,5 Liter) auf Füllstand wie vor dem Kochen (+ 1Liter/1cm für Verdrängung durch den Kühler) aufgefüllt.
- Start Kühlen mit Kühlschlange, ca. 2 min bis unter 80°C, in insg. 33 Min auf 18°C, dann nochmal 25 min bis 14°C.
- Prüfung der ausgeschlagenen Würze bei 20°C ergab 12,7°P (Spindel 0-7°P).

Werde das weiterhin so machen.
Ist unkompliziert und spart Zeit beim Aufheizen.
Danke an das Forum für die vielen guten Tipps

Gruß Erwin
Was mich an diesem Forum und seinen Mitgliedern fasziniert?
Es beantwortet mir Fragen, auf die ich niemals allein gekommen wäre! :puzz
Und das, ohne sie jemals gestellt zu haben ... :thumbsup

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