Heute mal ein Hybrid

Bitte beschränkt Euch auf das Wesentliche, die Bilder. Nach Möglichkeit langatmige oder ausführliche Textpassagen vermeiden. In der Kürze liegt die Würze.
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Heute mal ein Hybrid

#1

Beitrag von gulp » Sonntag 6. Oktober 2019, 16:44

Letztens hat ja hier mal einer nach Braudokus von alten Dep..., äh Hasen gerufen.
Also habe ich mich mal aufgerafft und eine Doku vom letzten Freitag gemacht.
Mit Hightech kann ich allerdings nicht aufwarten, bei mir geht noch alles von Hand
und ist so weit wie möglich vereinfacht.
20191004_111729.jpg
11 Uhr Wasser wird erhitzt und später mit einem 5 Liter Eimer in den 70l Thermoport gefüllt.
20191004_111803.jpg
7 kg PiMa und 1 kg WeiMa im Trichter der Mattmill.
20191004_121521.jpg
Die Anlage: 70l Thermoport und 70l Sudpfanne, damit sind reine Vorderwürze Biere möglich, Nachgüsse fallen also weg.
20191004_125851.jpg
Nach einer Stunde "single infusion mash", besser bekannt als Kombirast, läuft die Vorderwürze in die Pfanne. Wenn diese zu einem Drittel gefüllt ist, wird geheizt. Hier wurde noch Nelson Sauvin als Vorderwürzehopfen vorgelegt.
20191004_135525.jpg
Beginnt zu kochen, bedeutet 75 min herrliche Düfte und das erste Bier vom Fass.
20191004_140033.jpg
Würzebruch, flockt wunderbar aus.
20191004_153154.jpg
Je 1 Liter Traubensaft und noch ein Kilo frische Trauben werden auf 2 30 Liter Gärfässer aufgeteilt.
20191004_155553.jpg
Im Gärfass.
20191004_161215.jpg
Hopfenseihen.
20191004_161819.jpg
Nach einem halben Liter läuft das klar und braucht keinen Filter mehr.
20191005_153822.jpg
Am Samstag: Gärung angekommen, alles gut. Angestellt wurde mit der MJ French Saison.
20191005_153839.jpg
Die Fässer stehen bei 24°.
Der "Brautag" dauerte 5 1/2 Stunden und ich habe mich nicht beeilt.
Das wars auch schon.

Gruß
Peter
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Re: Heute mal ein Hybrid

#2

Beitrag von Seed7 » Sonntag 6. Oktober 2019, 16:56

Schoener Webstuhl und das richtige Karton unter der Anlage zur Inspiration,

Ingo
"Wabi-Sabi" braucht das Bier.

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Re: Heute mal ein Hybrid

#3

Beitrag von Sebasstian » Sonntag 6. Oktober 2019, 17:36

Hallo Peter,
Kurz und knackig. schöne Doku! Mir gefällt dein einfaches Graderaus-Setup ohne unnötigen Schnickschnack. Machst du nie Nachgüsse oder nur bei diesem Bier nicht?
Zuletzt geändert von Sebasstian am Sonntag 6. Oktober 2019, 18:10, insgesamt 1-mal geändert.
Grüße,
Sebastian

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Re: Heute mal ein Hybrid

#4

Beitrag von StefanK » Sonntag 6. Oktober 2019, 17:54

Vielen Dank für die interessante Doku. Hat mir gut gefallen, mal einem äußerst erfahrenen Brauer über die Schulter zu schauen.

Cheers
Stefan
"Bier ist der überzeugendste Beweis dafür, daß Gott den Menschen liebt und ihn glücklich sehen will."
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Re: Heute mal ein Hybrid

#5

Beitrag von DerDallmann » Sonntag 6. Oktober 2019, 18:05

Habe auch gerade die M29 im Einsatz. Ich vergäre bei 28 Grad. Nutze die Hefe das erste Mal und bin gespannt. Lass mal hören, wie es gelaufen ist mit der MJ
Mit freundlichen Grüßen,

Johst

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Re: Heute mal ein Hybrid

#6

Beitrag von gulp » Sonntag 6. Oktober 2019, 19:18

Sebasstian hat geschrieben:
Sonntag 6. Oktober 2019, 17:36
Hallo Peter,
Kurz und knackig. schöne Doku! Mir gefällt dein einfaches Graderaus-Setup ohne unnötigen Schnickschnack. Machst du nie Nachgüsse oder nur bei diesem Bier nicht?
Das ist jetzt der dritte oder vierte Sud ohne Nachgüsse und ich werde wohl dabei bleiben. Der 70er Pott ist ja neu, den 38er habe ich verkauft.
Nachgüsse weglassen macht die Sache schon einfacher und etwas Zeit spart man auch.
Seed7 hat geschrieben:
Sonntag 6. Oktober 2019, 16:56
Schoener Webstuhl und das richtige Karton unter der Anlage zur Inspiration,Ingo
Meine Frau ist Webmeisterin und hat die andere Hälfte der Werkstatt. Und ja, Orval ist schon inspirierend.
DerDallmann hat geschrieben:
Sonntag 6. Oktober 2019, 18:05
Habe auch gerade die M29 im Einsatz. Ich vergäre bei 28 Grad. Nutze die Hefe das erste Mal und bin gespannt. Lass mal hören, wie es gelaufen ist mit der MJ
Hatte ich schon öfter im Einsatz, allerdings bei 18-20° Raumtemperatur. Macht im Vergleich z.B. zur Belle die fruchtigeren Biere. Man kann die aber auch zusammen einsetzen. Belle und French, dann kommt die Belle nicht auf die blöde Idee nach einer Woche einzuschlafen.
StefanK hat geschrieben:
Sonntag 6. Oktober 2019, 17:54
Vielen Dank für die interessante Doku. Hat mir gut gefallen, mal einem äußerst erfahrenen Brauer über die Schulter zu schauen.
Cheers
Stefan
Merci!

Gruß
Peter
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Re: Heute mal ein Hybrid

#7

Beitrag von marsabba » Sonntag 6. Oktober 2019, 19:56

Hallo Peter,
ich bin irre gespannt auf das Ergebniss, und ob der relativ geringe Anteil an Trauben(saft) sich da im Ergebnis bemerkbar macht.

Viele Grüße
Martin

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Re: Heute mal ein Hybrid

#8

Beitrag von HrXXLight » Sonntag 6. Oktober 2019, 20:07

Was für eine Sorte Traube hast du genommen??
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Re: Heute mal ein Hybrid

#9

Beitrag von DerDallmann » Sonntag 6. Oktober 2019, 20:30

Ok. Ich wollte mich da ans Datenblatt halten. 26-32“ for best results"!
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Re: Heute mal ein Hybrid

#10

Beitrag von schwarzwaldbrauer » Sonntag 6. Oktober 2019, 22:18

Peter,
das gefällt mir sehr.
Beim Bild "Hopfenseihen" ist mir aufgefallen, dass die Kühlspirale noch in der Pfanne ist. Machst du da einen Whirlpool? Da könnte die Spirale ja auch stabilisierend für den Trubkegel sein.

Grüßle Dieter
Brau, schau wem.

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Re: Heute mal ein Hybrid

#11

Beitrag von gulp » Sonntag 6. Oktober 2019, 23:19

marsabba hat geschrieben:
Sonntag 6. Oktober 2019, 19:56
Hallo Peter,
ich bin irre gespannt auf das Ergebniss, und ob der relativ geringe Anteil an Trauben(saft) sich da im Ergebnis bemerkbar macht.

Viele Grüße
Martin
Servus Martin,

ich auch, werden wir zusammen probieren. Ich habe mich von den Mengen her grob an ein Rezept aus der Brew your own gehalten. :Smile
HrXXLight hat geschrieben:
Sonntag 6. Oktober 2019, 20:07
Was für eine Sorte Traube hast du genommen??
Schreber Müller Thurverhau. Die Trauben kamen von einer befreundeten Schrebergärtnerin, die das Gelumpe nicht ernten wollte.
Waren aber sehr gute Trauben, schön süß, 13,2 Brix. Ob das ein guter Wert ist, kann ich nicht sagen, von der Weinherstellung verstehe ich nichts.
DerDallmann hat geschrieben:
Sonntag 6. Oktober 2019, 20:30
Ok. Ich wollte mich da ans Datenblatt halten. 26-32“ for best results"!
Da gibts halt verschiedene Philosophien, bei Saison Hefen. Die Einen vergären anfangs eher kühl und erhöhen dann die Temperaturen, die Anderen vergären gleich warm. Dupont vergärt angeblich bei 30° Raumtemperatur. Die Wyeast 3724 soll ja die Hefe von Saison Dupont sein, habe ich aber mal mit der MJ French Saison anschieben müssen.
Wenn man gleich warm loslegt, hat man halt bei irgendwelchen Schwierigkeiten nicht mehr die Möglichkeit die Brühe wärmer zu stellen.
schwarzwaldbrauer hat geschrieben:
Sonntag 6. Oktober 2019, 22:18
Peter,
das gefällt mir sehr.
Beim Bild "Hopfenseihen" ist mir aufgefallen, dass die Kühlspirale noch in der Pfanne ist. Machst du da einen Whirlpool? Da könnte die Spirale ja auch stabilisierend für den Trubkegel sein.

Grüßle Dieter
Whirlpool mach ich seit Jahren nicht mehr. Heizung aus, Kühlung an, bei diesem Bier bei 80° noch mal ordentlich Nelson reingewürzt, weitergekühlt auf ~ 24°. Bei der Methode braucht es keinen Whirlpool, der Trub bildet sich durch die Kühlung.

Gruß
Peter
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Re: Heute mal ein Hybrid

#12

Beitrag von hyper472 » Sonntag 6. Oktober 2019, 23:54

gulp hat geschrieben:
Sonntag 6. Oktober 2019, 23:19

Whirlpool mach ich seit Jahren nicht mehr. Heizung aus, Kühlung an, bei diesem Bier bei 80° noch mal ordentlich Nelson reingewürzt, weitergekühlt auf ~ 24°. Bei der Methode braucht es keinen Whirlpool, der Trub bildet sich durch die Kühlung.

Gruß
Peter
Das hängt aber glaube ich auch mit der Sudgröße zusammen. Wenn ich mit meinen 25 literchen so vorgehe, dann hat sich noch nicht viel gesetzt und ich muss alles filtern.
Viele Grüße, Henning
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Re: Heute mal ein Hybrid

#13

Beitrag von Wintermuffel » Montag 7. Oktober 2019, 07:36

Danke für die schöne Doku.
Man ist nie zweimal durch den selben Wind.

Gruß
Heiner

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Re: Heute mal ein Hybrid

#14

Beitrag von olibaer » Montag 7. Oktober 2019, 08:30

Hallo Peter, hallo zusammen,
gulp hat geschrieben:
Sonntag 6. Oktober 2019, 23:19
Waren aber sehr gute Trauben, schön süß, 13,2 Brix. Ob das ein guter Wert ist, kann ich nicht sagen, von der Weinherstellung verstehe ich nichts.
13,2 °Brix = 13,2 °P = 1,053 SG = 1000 x 1,053 - 1000 = 53°Oechsle

Es scheint sich tatsächlich um "Gelumpe" zu handeln - zumindest das Mostgewicht betreffend. Hier wären 75-90°Oe toll.

Tolle Doku btw. :thumbup
Gruss
Oli
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Re: Heute mal ein Hybrid

#15

Beitrag von integrator » Montag 7. Oktober 2019, 11:58

Auch von mir ein Danke für die Doku eines alten Hasen.
Kann man sagen wie sich Trauben und Saft geschmacklich im fertigen Bier oder sagt man Graf/Graff bemerkbar machen? Geschätzt bekommt es eine säuerliche Note?
Ich :Drink du ... läuft.

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Re: Heute mal ein Hybrid

#16

Beitrag von gulp » Montag 7. Oktober 2019, 13:23

olibaer hat geschrieben:
Montag 7. Oktober 2019, 08:30
Hallo Peter, hallo zusammen,
gulp hat geschrieben:
Sonntag 6. Oktober 2019, 23:19
Waren aber sehr gute Trauben, schön süß, 13,2 Brix. Ob das ein guter Wert ist, kann ich nicht sagen, von der Weinherstellung verstehe ich nichts.
13,2 °Brix = 13,2 °P = 1,053 SG = 1000 x 1,053 - 1000 = 53°Oechsle

Es scheint sich tatsächlich um "Gelumpe" zu handeln - zumindest das Mostgewicht betreffend. Hier wären 75-90°Oe toll.

Tolle Doku btw. :thumbup
Wieder was gelernt und merci Oli! :thumbup
Geschätzt bekommt es eine säuerliche Note?
Das ist das Ziel. Mal sehen, ob das gelingt. Ich werde berichten.

Gruß
Peter
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Re: Heute mal ein Hybrid

#17

Beitrag von HrXXLight » Montag 7. Oktober 2019, 23:44

noch 2 kleine Fragen

Hast du den Traubensaft so frisch genommen oder noch pasteurisiert?

Lässt die die Nachgüsse aus Zeitgründen weg und nimmst eine geringere Ausbeute in Kauf oder wieso verfährst du so?
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Re: Heute mal ein Hybrid

#18

Beitrag von gulp » Dienstag 8. Oktober 2019, 13:43

1. Mit dem Entsafter. Da stehen die Trauben 1 Stunde über kochendem Wasser und werden am Schluss noch ausgedrückt. Der Traubenanteil für das Gärfass war bis zum Brautag eingefroren und ist dann ohne Behandlung ins Gärfass gekommen.

2. Ausbeute interessiert mich nicht. Mir geht es um gute Bierqualität und eine einfache Anlage. Ich muss zum Beispiel keine Behältnisse mit heißem Inhalt herumwuchten. Ich muss nur das Einmaischwasser bewegen und am Ende die Gärfässer mit je 20l Inhalt.
Auf der alten Anlage mit dem 38er Pott hatte ich bei Bockbieren oft drastisch mehr Nachguss als Hauptguss. Das laugt die Spelzen aus, vor allem wenn man manchmal so schusselig ist wie ich und das Nachgusswasser zu behandeln vergisst.

Die Zeitersparnis ist mir durchaus willkommen, aber nicht beabsichtigt. Ich bin ja nicht auf der Flucht und genieße meine Brautage!

Gruß
Peter
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Re: Heute mal ein Hybrid

#19

Beitrag von HrXXLight » Dienstag 8. Oktober 2019, 15:00

Kann ich komplett verstehen. Nutze dafür meinen Thermo38 auch sehr gerne.
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Re: Heute mal ein Hybrid

#20

Beitrag von daleipi » Dienstag 8. Oktober 2019, 15:07

Peter,

ich finde deine Ausrüstung genial.

Wie rechnest Du die klassischen Nachgußrezepte auf deine Anlage um?

LG
stefan

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Re: Heute mal ein Hybrid

#21

Beitrag von seriously » Dienstag 8. Oktober 2019, 15:11

Einen ähnlichen Hybriden habe ich vor 10 Tagen auch gebraut, angestellt mit der Belle. Nach einem Tag kamen dann auf 10l noch ca. 2kg rote und weiße Trauben aus dem Garten dazu.
Die Gärung ist immer noch sehr aktiv, obwohl schon viel Zeit vergangen ist...

Eine frage zu deiner Vorgehensweise: Wie berechnest du die Menge von Hauptguss und Schüttung wenn du den Nachguss weglässt?

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Re: Heute mal ein Hybrid

#22

Beitrag von DerDallmann » Dienstag 8. Oktober 2019, 15:20

daleipi hat geschrieben:
Dienstag 8. Oktober 2019, 15:07
Peter,

ich finde deine Ausrüstung genial.

Wie rechnest Du die klassischen Nachgußrezepte auf deine Anlage um?

LG
stefan
Man kennt seine Anlage, SHA, die % Schüttungsanteile und die Zielstammwürze, mehr braucht man nicht.
Mit freundlichen Grüßen,

Johst

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Re: Heute mal ein Hybrid

#23

Beitrag von gulp » Dienstag 8. Oktober 2019, 19:05

Servus Stefan,

ich habe mir da in Beersmith ein Equipment Profile angelegt. Alles easy.

Gruß
Peter
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Re: Heute mal ein Hybrid

#24

Beitrag von daleipi » Mittwoch 9. Oktober 2019, 15:04

DANKE!

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Re: Heute mal ein Hybrid

#25

Beitrag von olibaer » Mittwoch 9. Oktober 2019, 22:26

Hallo zusammen, hallo Peter, hallo Stefan,

für den Moment verstehe ich den Zusammenhang zwischen der Frage und der Antwort nicht ganz:
daleipi hat geschrieben:
Dienstag 8. Oktober 2019, 15:07
Wie rechnest Du die klassischen Nachgußrezepte auf deine Anlage um?
gulp hat geschrieben:
Dienstag 8. Oktober 2019, 19:05
ich habe mir da in Beersmith ein Equipment Profile angelegt. Alles easy.
Ein in Beersmith neu anzulegendes Equipment Profile rechnet doch nichts um. Vielmehr muss der Anwender bei der Neuanlage eines Anlagenstammsatzes in Vorleistung gehen. Beersmith ruft im Erfassungsgang die Eckdaten ab, der Anwender muss liefern.

Vor der Anlage eines Equipment Profile einen Plan zu haben, wo man überhaupt hin will, ist keine schlechte Sache.
Peter hat sich auch erst die 70l-Töpfe gekauft und dann das Equipment Profile in Beersmith angelegt - ganz sicher ;-)
Gruss
Oli
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Re: Heute mal ein Hybrid

#26

Beitrag von gulp » Donnerstag 10. Oktober 2019, 00:06

Servus Oli,
Ein in Beersmith neu anzulegendes Equipment Profile rechnet doch nichts um. Vielmehr muss der Anwender bei der Neuanlage eines Anlagenstammsatzes in Vorleistung gehen. Beersmith ruft im Erfassungsgang die Eckdaten ab, der Anwender muss liefern.
Richtig!
Vor der Anlage eines Equipment Profile einen Plan zu haben, wo man überhaupt hin will, ist keine schlechte Sache.
Peter hat sich auch erst die 70l-Töpfe gekauft und dann das Equipment Profile in Beersmith angelegt - ganz sicher ;-)
Da bin ich mir nicht mehr so ganz sicher. Ich habe aber schon ein Paar BIAB Sude in ähnlicher Größenordnung gemacht.
Auf jeden Fall war aber klar, dass ich mit der neuen Ausrüstung keine Nachgüsse mehr brauche.

Es gibt auch Edelstahl BIAB Körbe, die aber in den unbezahlbaren Bereich tendieren. Außerdem ist deren Handhabung umständlich, weshalb ich mich halt für etwas für mich einfacheres entschieden habe.
Hallo zusammen, hallo Peter, hallo Stefan,

für den Moment verstehe ich den Zusammenhang zwischen der Frage und der Antwort nicht ganz:
Korrekt! In der Tat rechne ich da gar nichts, das übernimmt beersmith.

Hybrid.jpg
Die Water/gGrain Ratio ist da interessant. Man spielt da solange mit den Zahlen, bis kein, oder kaum noch Nachguß nötig ist.

Gruß
Peter
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Re: Heute mal ein Hybrid

#27

Beitrag von olibaer » Freitag 11. Oktober 2019, 11:36

Hallo Peter, hallo zusammen,
gulp hat geschrieben:
Donnerstag 10. Oktober 2019, 00:06
Korrekt! In der Tat rechne ich da gar nichts, das übernimmt beersmith.
[...]
Die Water/Grain Ratio ist da interessant. Man spielt da solange mit den Zahlen, bis kein, oder kaum noch Nachguß nötig ist.
Klar kann beersmith das rechnen, zumindest dann, wenn man die richtigen Eckdaten für den jeweiligen Rechengang erfasst.

Das wird aber problematisch, wenn man seine ersten Schritte in Richtung VW-Technolgie macht, keine Erfahrungswerte an der Hand hat, die Software nicht genau kennt und man sich rund um die Ergebnislage stetig fragt: Kann das denn sein ?

Im Rahmen einer Vorüberlegung ist ja auch noch interessant, ob ich auf meiner bestehenden Anlage mal' ein Vorderwürzebier brauen möchte, oder ob ich nur noch Vorderwürzebiere brauen möchte, das dann in Menge und Konzentration noch zum nachgelagerten Anlagenpark passen sollte.

In diese Richtung denke ich, geht auch die Frage von daleipi. Ggf. hängt ja schon im Vorfeld eine Kaufentscheidung oder ein "das lasse ich doch lieber bleiben" daran - lange vor beersmith:
daleipi hat geschrieben:
Dienstag 8. Oktober 2019, 15:07
Wie rechnest Du die klassischen Nachgußrezepte auf deine Anlage um?
Das ist nicht schwer.
Man greift sich ein Standardrezept und rechnet, ausgehend von einer üblichen Kaltwürzemenge und bekannten Eckdaten, zurück auf die Gußmengen. Das Ergebnis muss nicht auf den Liter passen, aber man bekommt ein Gefühl für die Zahlen und ein Gefühl für die Änderungen. Es wird ja kein einzelnes Rezept skaliert, sondern man betreibt Anlagenplanung.

Ich hab das mal' beispielhaft für den Fall durchgespielt, dass ich meinen bisherigen Schnitt von 30l kalte Würze auch nach der Umstellung auf die VW-Technolgie wieder erreichen möchte:
VWbierAusHGNGbier.PNG
VWbierAusHGNGbier.PNG (20.31 KiB) 2618 mal betrachtet

Mit diesen Angaben lässt sich schon im Vorfeld feststellen, dass ein neuer Läuterbottich und/oder ein neues Maischgefäß benötigt wird und ggf. ein neues Rührwerk, eine andere Heizquelle, eine andere Isolierung ....
Dem Lerneffekt und der Entscheidungsfindung hilft es bestimmt :-)
Gruss
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Re: Heute mal ein Hybrid

#28

Beitrag von gulp » Freitag 11. Oktober 2019, 15:29

Das wird aber problematisch, wenn man seine ersten Schritte in Richtung VW-Technolgie macht, keine Erfahrungswerte an der Hand hat, die Software nicht genau kennt und man sich rund um die Ergebnislage stetig fragt: Kann das denn sein ?
Wenn man denn in Zeiten von kleinen Braurechnern, Brew Recipe Developer, beersmith und wie sie alle heißen, selber rechnen will, tun es auch ein paar Faustformeln. Das kann man dann auch im Kopf ausrechnen.

Für helles Bier hat man früher 4:1 für den Hauptguß und 3:1 für den Nachguß gerechnet. Gehen wir von 8 kg Malz aus, macht das für den Hauptguß 32l und für den Nachguß 24l. Wir maischen also in 56l Wasser ein. Das ist auch der Wert, den beersmith oben liefert. Will man jetzt noch wissen ob der Läuterbottich groß genug ist, kann man noch 6,8l (8x 0,85. 1 kg Malz erhöht die Maischemenge um etwa 0,85l) Volumen für das Malz.

56 + 6,8 = 62,8. Ein 70l Thermoport wird also in diesem Fall ausreichen.

Gruß
Peter
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Re: Heute mal ein Hybrid

#29

Beitrag von daleipi » Freitag 11. Oktober 2019, 17:03

D A A A A N K E E E - euch BEIDEN! :Bigsmile

mir gefällt die Art, alles nur mit Vorderwürze zu machen richtig gut. mir hat halt der Überblick gefehlt wie die Wassermengen zustandekommen.

das hilft mir auch grad gut weil ich über den Rezepten aus 'Brew Like A Monk' sitze wo jegliche Angaben zur Wassermenge fehlen. :thumbsup

Liebe Grüße
Stefan

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Re: Heute mal ein Hybrid

#30

Beitrag von olibaer » Freitag 11. Oktober 2019, 19:35

Hallo Peter,
gulp hat geschrieben:
Freitag 11. Oktober 2019, 15:29
[...] tun es auch ein paar Faustformeln [...]
Klar, geht natürlich auch, wobei Faustformeln und Annahmen wie "...früher hat man", nicht wirklich nötig sind.
Es genügen bisherige Erfahrungswerte, die den eigenen Anlagenkontext gleich mit im Bauch haben - wie #27 zeigt.

Ob man das im Kopf rechnen kann, hängt wahrscheinlich auch von der Uhrzeit ab ;-)

Egal. Zur Frage sind zwei oder mehr mögliche Lösungswege beschrieben. Alles ist Gut :thumbup
Gruss
Oli
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Re: Heute mal ein Hybrid

#31

Beitrag von fg100 » Freitag 11. Oktober 2019, 20:57

olibaer hat geschrieben:
Freitag 11. Oktober 2019, 11:36
Mit diesen Angaben lässt sich schon im Vorfeld feststellen, dass ein neuer Läuterbottich und/oder ein neues Maischgefäß benötigt wird und ggf. ein neues Rührwerk, eine andere Heizquelle, eine andere Isolierung ....
Dem Lerneffekt und der Entscheidungsfindung hilft es bestimmt :-)
Man braucht da nicht unbedingt was Neues.
Ich habe schon seit längerem auf meiner bestehenden Anlage (ein Einkocher zum Maischen und einer zum Kochen) auf Brauen ohne Nachguss umgestellt. Ergibt halt etwas weniger Bier. 20l waren mir eh immer zu viel. So werdens halt etwa 16l.

Ich hab mir dazu eine Berechnungstabelle (siehe Bild) erstellt bei der ich für jeden Sud gewünschte Stammwürze und die Kochdauer eingebe.
Von meiner Anlage kenne ich die SHA (55% bei normalen Stammwürzen) und die Verdampfungsrate.
Und schon bekomme ich die nötige Malz und Wassermenge. Ich bin jedesmal überrascht wie genau die berechneten Ergebnisse eintreffen.
Grüße Franz
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Re: Heute mal ein Hybrid

#32

Beitrag von seriously » Sonntag 13. Oktober 2019, 11:10

Wenn der Hauptguss entsprechend erhöht wird geht doch das Läutern auch nicht schneller, man spart sich lediglich die Arbeit des Nachguss gebens.

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Re: Heute mal ein Hybrid

#33

Beitrag von fg100 » Sonntag 13. Oktober 2019, 11:25

seriously hat geschrieben:
Sonntag 13. Oktober 2019, 11:10
Wenn der Hauptguss entsprechend erhöht wird geht doch das Läutern auch nicht schneller, man spart sich lediglich die Arbeit des Nachguss gebens.
Vor allem aber braucht man keinen Behälter für die Nachgusserwärmung und muss sich somit zeitlich und organisatorisch nicht darum kümmern. Minimalisiert halt die Brauhadware und vor allem den Brauablauf.

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Re: Heute mal ein Hybrid

#34

Beitrag von olibaer » Mittwoch 16. Oktober 2019, 23:06

Hallo seriously,
seriously hat geschrieben:
Sonntag 13. Oktober 2019, 11:10
Wenn der Hauptguss entsprechend erhöht wird geht doch das Läutern auch nicht schneller, man spart sich lediglich die Arbeit des Nachguss gebens.
Richtig, wobei der Aspekt "man spart lediglich die Arbeit des Nachguss" nicht zu unterschätzen ist.

Das geht damit einher, dass man weniger Anlagenteile in Betrieb setzen muss, man muß sich weniger in den Abläufen organisieren, es gibt weniger zu reinigen etc.. Der Vorgang "Läutern" wird insgesamt entspannter und begleitend dazu der gesamte Brautag.

Und, es wird auch schneller:

Nimmt man die von Peter(Gulp) geschilderte Variante für ein Vorderwürzebier als Beispiel an, treffen bei ihm rund 6,2 Liter Wasser auf 1 kg Malz.
Klassisch würde man eher 3,5 Liter auf 1 kg Malz verwenden, was diese Variante der Gußführung wesentlich "dicker"(Vorderwürzekonzentration) und "dickflüssiger"(Viskosität) macht.

Peters Variante ist demnach "dünner" und "dünnflüssiger", was einer Läutergeschwindigkeit durchaus entgegen kommt.
Eine zu erwartende max. Vorderwürzekonzentration, lässt sich für die diskutierten Guß-Varianten leicht berechnen[1 oder 2, hier 1]:

Variante 1: Klassisch mit Nachguss: 3,5 kg Wasser treffen beim Einmaischen auf 1 kg Malzschrot mit 78% Extr.lftr.:
VWkonz[%mas] = 1 / (3,5 / 78 + 0.01) = 18,2

Variante 2: Nach Peter: 6,2 kg Wasser treffen beim Einmaischen auf 1 kg Malzschrot mit 78% Extr.lftr.:
VWkonz[%mas] = 1 / (6,2 / 78 + 0.01) = 11,2

Die Dichte der Vorderwürze ist in Variante 2 wesentlich geringer und wenn man seine Töpfe gut isoliert und am Ende des Maischens auf 76°C augeheizt hat, dann ergibt sich aus der Kombination von "geringere Dichte der Extraktlösung" und "die Dichte nimmt mit zunehmender Temperatur ab", ein ganz klarer Vorteil für die Läutergeschwindigkeit.

Es bietet sich eine weitere Variante des Abläuterns für ein Vorderwürzebier an:
Getrieben durch die Gußführung, wird sich während des Läuterns überhalb des Treberkuchens recht schnell ein klarer Überstand bilden.
Dieser "Überstand" ist ebenfalls "Vorderwürze", der die gleiche Extraktkonzentration aufweisen wird wie die Vorderwürze, die durch Abzug unterhalb des Treberkuchens gewonnen werden kann.

Dieser klare Überstand muss nicht notwendigerweise den umständlichen Weg durch den Treberkuchen nehmen. Er lässt sich auch ohne Ausbeute- und Qualitätsverluste "von oben" abziehen. Mit rechtem Augenmaß und ggf. einem Monofilament vorgeschalten, kann man sich hier 30-60 min Läuterzeit einsparen. Denn es gilt für die Vorderwürzebiervarianten, bei denen schon beim Einmaischen oder während des Maischens die Gesamtschüttung auf die Gesamtgußmenge trifft:

VWkonz[%mas] = Pf.Voll.konz.[%mas]

Bedeutet:
Ich könnte schon beim ersten "Trübwürzepumpen" eine Spindelprobe entnehmen und der hier angezeigte Extraktwert wird dem entsprechen, der sich auch für die Pfanne voll Menge kurz vor Kochbeginn einstellen wird.

Dieser zeitliche Vorteil in der Vorhersage eines Extraktwertes, der sich kurz vor Kochbeginn in der Kochpfanne einstellen wird, eröffnet so manche Spielart in der Korrektur einer geplanten Stammwürze, die andere Varianten in der Herstellung so nicht bieten.
Letzen Endes, und mit Kenntnis der Eindampfleistung der "Pfanne"(-> nach ein paar wenigen Suden kenne ich diese), weiß ich schon mit dem Spindelwert der Vorderwürze, welche Stammwürze in welcher Menge im Gäreimer landen wird - mit sagenhafter Präzision und sagenhafter Wiederholbarkeit.

Ich gewinne nicht nur Zeit, ich gewinne zusätzlich taktische Vorteile - in der Planung und am Brautag.

Solchen "Schmankerln" kann man als Hobbybrauer kaum wiederstehen - auch wenn es bedeutet, dass die Ausbeute runter geht, die Töpfe für gleiche Würzemengen grösser werden müssen und die Spielarten in den Maischverfahren eingeschränkt(Infusion) sind.

P.S.:
Ich würde das was Peter(gulp) in seinem Beispiel beschreibt nicht als Vorderwürzebier bezeichnen.

Es ist eher eine besondere Art der Gußführung, deren Eigenheit es ist(-> JediPedia), dass eine berechnete Gesamtgussmenge schon beim Maischen auf eine "Gesamtschüttung" trifft.
Klassische Vorderwürzebiere enstehen für gewöhnlich aus einer Kombination von Gesamtschüttung und einer kleinen Hauptgußmenge, und eben nicht aus einer Kombination von Gesamtschüttung und Gesamtgußmenge (Malzrohrsysteme ).


Formeln:
[1] VWkonz[%mas] = 1 / (WMkg Schrot / EXlftr + 0,01)
WMkg Schrot = kg Wasser je kg Schrot
EXlftr = Malzextrakt lufttrocken [%]

[2] VWkonz[%mas] = 100 x A / ( A + W)
A = Extrakt kg
W = Wassermenge kg

Formelquellen:
Formel [1] https://hobbybrauer.de/modules.php?name ... =23219#pid
Formel [2] Narziss, Ludwig; Back, Werner, Die Bierbrauerei Band 2, Technologie der Würzebereitung, 3.2.2.1 Der Hauptguss
Gruss
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Re: Heute mal ein Hybrid

#35

Beitrag von seriously » Donnerstag 17. Oktober 2019, 10:57

Danke für die umfangreiche Ausführung!

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Re: Heute mal ein Hybrid

#36

Beitrag von SIK » Samstag 30. November 2019, 19:28

Der Trichter für die MattMill gefällt mir. Den werde ich nachbauen

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Re: Heute mal ein Hybrid

#37

Beitrag von schwarzwaldbrauer » Mittwoch 11. Dezember 2019, 18:12

gulp hat geschrieben:
Sonntag 6. Oktober 2019, 23:19
Whirlpool mach ich seit Jahren nicht mehr. Heizung aus, Kühlung an, bei diesem Bier bei 80° noch mal ordentlich Nelson reingewürzt, weitergekühlt auf ~ 24°. Bei der Methode braucht es keinen Whirlpool, der Trub bildet sich durch die Kühlung.

Gruß
Peter
[/quote]

Habe ich vor 5 Suden auch so in meinen Brauablauf übernommen.
Ergebnis: Die Biere sind am Ende klarer wie sie vorher mit Whirlpool waren.
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Re: Heute mal ein Hybrid

#38

Beitrag von gulp » Mittwoch 11. Dezember 2019, 19:17

schwarzwaldbrauer hat geschrieben:
Mittwoch 11. Dezember 2019, 18:12
gulp hat geschrieben:
Sonntag 6. Oktober 2019, 23:19
Whirlpool mach ich seit Jahren nicht mehr. Heizung aus, Kühlung an, bei diesem Bier bei 80° noch mal ordentlich Nelson reingewürzt, weitergekühlt auf ~ 24°. Bei der Methode braucht es keinen Whirlpool, der Trub bildet sich durch die Kühlung.

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Re: Heute mal ein Hybrid

#39

Beitrag von afri » Mittwoch 11. Dezember 2019, 22:17

WP mache ich auch schon lange nicht mehr (so lange, wie ich die Spirale zur Kühlung verwende). Meine Biere wurden so oder so über lange Zeit stets klar, offenbar hat der WP keinen so wirklichen Nutzen, zumindest bei mir nicht.
Achim
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Re: Heute mal ein Hybrid

#40

Beitrag von DerDallmann » Donnerstag 12. Dezember 2019, 14:02

Wie ist das Bier denn geworden?
Mit freundlichen Grüßen,

Johst

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Re: Heute mal ein Hybrid

#41

Beitrag von integrator » Freitag 13. Dezember 2019, 16:36

Jo ... wäre auch interessiert ob die saure Note was geworden ist.
Ich :Drink du ... läuft.

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Re: Heute mal ein Hybrid

#42

Beitrag von Corvus » Freitag 13. Dezember 2019, 19:30

afri hat geschrieben:
Mittwoch 11. Dezember 2019, 22:17
WP mache ich auch schon lange nicht mehr (so lange, wie ich die Spirale zur Kühlung verwende). Meine Biere wurden so oder so über lange Zeit stets klar, offenbar hat der WP keinen so wirklichen Nutzen, zumindest bei mir nicht.
Achim
Bei mir auch so, seit ich mir vor Jahren eine Kühlspirale zugelegt habe. Früher gab es ja auch keine gescheiten Filter. Man muss sauber arbeiten, da man nicht heiß ins Fass geht. Aber das sollte man ja eh ...
Der Vorteil liegt auf der Hand: Schnelle Kühlung, kontrollierte Nachiso und wenn man beim Ausschlagen die auf Anstelltemperatur gekühlte Würze gemütlich ins Gärfass plätschern lässt, hat man noch einen Belüftungseffekt dazu. Ich gebe dann direkt auch die Hefe, dann vermischt sich alles auch schön. Geht auch mit Fermentis Trockenhefen prima.

Danke Peter für die Doku. Schön zu sehen, dass andere auch noch auf einfache Art und Weise und ohne viel Heckmeck brauen. :thumbsup
Nur das Brauen ohne Nachguss muss ich Mal testen. Im Prinzip ja ähnlich wie bei BIAB.
:Drink

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Re: Heute mal ein Hybrid

#43

Beitrag von gulp » Montag 16. Dezember 2019, 19:18

DerDallmann hat geschrieben:
Donnerstag 12. Dezember 2019, 14:02
Wie ist das Bier denn geworden?
Eher unauffällig. Das riecht schon ein bisserl nach Wein, Riesling hat ein Kollege gesagt, aber auch nach Bier. Das Hybrid ist trotz langer Lagerung etwas trüb, Schaum ist eher zurückhaltend. Der Antrunk ist recht schlank, fruchtig säuerliche Mitte, im Abgang kann man etwas Nelson ahnen.

Unterm Strich etwas langweilig. Auf einer Skala von 1-5 würde ich 3 Punkte geben.

Das nächste Mal werde ich bessere Trauben nehmen, mit dem Alk hochgehen und noch mehr Nelson reinwürzen.

>>>>>Mod Modusaus aus:<<<<<<

Die Trauben werde ich nicht mehr unbehandelt, also ohne Abkochen zugeben, oder ganz weglassen Das hat dann schon etwas geschimmelt auf der Oberfläche. Erst wollte ich alles wegschütten, dann hat es aber doch gut gerochen und nach einem Probeschluck habe ich ein Fass abgefüllt.

Gruß
Peter
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Re: Heute mal ein Hybrid

#44

Beitrag von DerDallmann » Montag 16. Dezember 2019, 20:00

Ich mochte die M29 gar nicht. Sehr phenolisch.
Aber ich hab auch mit Saisonhefen allgemein so meine Probleme.
Mit freundlichen Grüßen,

Johst

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Re: Heute mal ein Hybrid

#45

Beitrag von bieratenschreck » Montag 16. Dezember 2019, 20:26

Ich durfte ja auch probieren und muss sagen, dass der Hybrid ganz gut geworden ist. Interessant allemal. Wenn man nicht weiß, was es ist, würde man eher Wein vermuten, denke ich. Mich hat er an Sekt und Apfelcidre erinnert.

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