Mein 3. Brautag - erstmals richtig

Bitte beschränkt Euch auf das Wesentliche, die Bilder. Nach Möglichkeit langatmige oder ausführliche Textpassagen vermeiden. In der Kürze liegt die Würze.
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Brandergartenbier
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Mein 3. Brautag - erstmals richtig

#1

Beitrag von Brandergartenbier » Samstag 12. September 2020, 18:25

Hallo Zusammen,

ich habe die letzten 9h unser geniales Hobby verfolgt. Gegen 8:30 Uhr heute morgen habe ich den HG erhitzt und meinen 3. Brautag begonnen.
Neben meinen selbst gebauten Rührwerk habe ich mir am Mittwoch noch schnell einen 30L Edelstahltopf zum Läutern gekauft. Dort ist die Läuterhexe eingeschweißt (also nur der Anschluss).

Gebraut wurde der Gurgelrutscher von MMuM, allerdings mit anderem Hopfen und anderer Hefe. Die Haferflocken habe ich leider vergessen :Mad2 . Da es hier aber primär nicht um das Rezept geht sondern um Euch meine Anlage und meine Vorgehensweise zu zeigen lasse ich nun Bilder sprechen:

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Läutertopf 30L , Einkocher 30L, Spedel Gärfass 30L

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Läuterfreund

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noch geschrotetes Malz, meine Mühle ist Freitag angekommen, der nächste Sud wird selber geschrotet. Behälter ist was klein gewählt für die Menge von 4,6 kg

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Die Rasten gingen leicht von der Hand, den Einkocher mache ich nur voll an oder aus.

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Während der 2. Rast kam DHL mit dem Paket von HMuM mit dem Jod im Gepäck.


In den Läutertopf fülle ich alles mit einem 2L Messbecher um und warte dann 20Minuten ab. In der Zeit erhitze ich den Nachguss. Der eine Topf ist nicht für Induktion, deswegen die alte Herdplatte.

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Die Vorderwürze war schon nach 2L ziemlich klar, habe vorher noch ein paar mal mit offenem Hahn vorschießen lassen.

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Beim Läutern gab es keine Probleme und als die Pfanne (mein Einkocher nach dem Spülen in der Läuterruhe) voll war kam ich auf knapp 12°P. Nach dem Kochen sind laut Rezept 13,8°P angepeilt, mit der Verdunstung sollte ich dort landen.

Das Kochen und die Hopfengaben sind nicht so spektakulär, in der Zeit habe ich noch ein Treberbrot gebacken.


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Alles Zubehör sowie Gärfass desinfiziert und meine Kupferspirale die letzten 15 Minuten mitgekocht.
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Beim Umschlauchen habe ich verschiedenste Schläuche und Trichter genommen, habe aber meine beste Version für das nächste mal jetzt endlich parat. Ich habe so Filterbeutel, die kann ich einfach in das Speidel Gärfass hängen und ohne Trichter etc. arbeiten. Das Bild war noch der erste Versuch der nachher wegen der Höhendifferenz nicht mehr ging.

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Das Brot ist absolut top und schmeckt super :thumbsup

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ich kühle im Gärfass runter, damit ich den Trubkegel nicht zerstöre. Bei den aktuellen Außentemperaturen komme ich aber nicht weit unter 30°C ohne unmengen Wasser zu verbrauchen. Bis jetzt habe ich die Würze im Keller (ca. 20°C) über Nacht weiter runter kühlen lassen.

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Es wurden knapp 20L mit einer Stammwürze von ca. 13,5 °P. Ich bin mit meinem Setup zufrieden, lerne es langsam kennen und habe in den ersten drei Suden mein Vorgehen, meine Ausbeute und den Spaß an der Sache nochmals auf ein neues Level heben können.
Mit jedem Brautag lerne ich dazu und werde routinierter.

Ich stehe total auf Bilder von Anderen, deswegen hoffe ich es sind euch nicht zu viele. Wenn es fragen zu dem Rezept oder genauen Erklärungen zu einzelnen Schritten gibt fragt bitte nach, ich hoffe ihr könnt mir eine Kritik geben, die mich nochmals weiter bringt. Ich bin auf die Einzelheiten nicht so intensiv eingegangen, da ich meinen Prozess zeigen wollte und nicht ein Rezept verteilen oder Diskutieren. Jugend forscht werde ich mit meinem Thermomix machen wenn ich mit meinen 30L Gerätschaften gut umgehen kann.


Vor 8 Wochen hatte ich mit Bierbrauen noch 0,0 am Hut, aber ich glaube ich habe endlich ein Hobby gefunden, dass nicht nur zu Beginn spaß macht. Ich brauch etwas das ich machen kann wenn ich will und nicht muss. Mein Aqurium Hobby war mindesten genauso teuer und aufwendig aber man ist im Zugzwang und kann das nicht aufschieben.

Ich hoffe ich kann Euch hier in den nächsten Jahren noch was zeigen, mein Username kommt nicht von ungefair :P

Danke für Eure Aufmerksamkeit und ein schönes Wochenende noch :Drink
Gruß Florian
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Re: Mein 3. Brautag - erstmals richtig

#2

Beitrag von Avento » Samstag 12. September 2020, 19:15

Danke für den schönen Bericht. Als selbst Anfänger kann ich natürlich keine konstruktive Kritik geben. Die vielen Bildder finde ich super und und beim betrachten habe ich beschlossen am nächsten WE auch wieder einen Brautag einzulegen. Zutaten sind heute ja schon angekommen. Mein setup sieht fast so aus wie deines ausser das mir noch die Läuterhexe oder ähnliches felhlt und ich kein Rührwerk habe. Im moment ist leide wegen Kurzarbeit sparen angesagt. Aber irgendwann ;)
Gruß
Jörg

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Re: Mein 3. Brautag - erstmals richtig

#3

Beitrag von Archie » Samstag 12. September 2020, 20:24

Hallo,
ein schöner Bericht.

Vielleicht hilft dir mein "Trick" beim Kühlen. ich habe mir eine lebensmitteltaugliche billige Pumpe gekauft, ähnlich diesem Modell. Ursprünglich wollte ich damit die Würze umpumpen, habe ich aber nie gemacht. Jetzt nutze ich sie zum Kühlen auf Anstelltemperatur:

Ein bis zwei Tage vor dem Brauen friere ich mehrere Liter Wasser ein. Am Brautag kühle ich mit Gartenwasser auf ca. 17°C - 20°C herunter (mehr geht nicht), dann gebe ich das Eis, etwas kleingehackt mit genug Wasser, so dass die Pumpe vollständig eintaucht, in einen sauberen Plastikhobbock, sicherlich geht auf ein Eimer oder Topf. Dann schließe den Schlauch der Pumpe an meine Kühlspirale, die noch im Sud ist, und leite das abfließende Wasser zurück in den Hobbock. So erreiche ich schnell ca. 12°C - 14°C. Dann geht es ab in den Kühlschrank und ich muss nicht mehr über Nacht kühlen.

Gruß
Archie

Edit: URL eingefügt
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Re: Mein 3. Brautag - erstmals richtig

#4

Beitrag von Braufex » Sonntag 13. September 2020, 08:59

Servus Florian,
schöner Bericht, das schaut doch schon alles recht gut aus.

Falls Du den Tipp von Archie befolgst:
Durch die tiefe Temperatur des Kühlwassers bildet sich an den Leitungen zum Kühler Kondenswasser.
Gerade im Anschluss-Bereich bei Deinen Verschraubungen sind viele Ritzen und Spalte die sehr schwer zu reinigen sind und in denen sich Verunreinigungen einnisten können.
Das Kondenswasser wäscht Dir diese dann in Deine Würze.
Besser wäre es, wenn die Kupferleitungen länger wären und so gebogen, dass sie außerhalb des Behälters nach unten zeigen.
Dann kann Dir auch bei einer Undichtigkeit einer Verschraubung kein Kühlwasser in die Würze laufen.

Gruß Erwin

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Re: Mein 3. Brautag - erstmals richtig

#5

Beitrag von Archie » Sonntag 13. September 2020, 11:01

Hallo Erwin,

genau das ist bei mir der Fall. Meine Kupferspirale ragt ca. 30 cm auf jeder Seite nach unten gebogen aus dem Topf heraus und die (Gardena-)Anschlüsse zu den Schläuchen liegen damit natürlich außerhalb der Pfanne.
Ich kann die starke Kondensation bestätigen, auch hat sich schon einmal die Schlauchschelle am Übergang zur Spirale gelockert, wäre der Anschluß nicht außerhalb gewesen, dann wäre mir schmutziges Kühlwasser (Gartenschlauch) in den Sud getröpfelt.

Gruß
Archie
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Re: Mein 3. Brautag - erstmals richtig

#6

Beitrag von Brandergartenbier » Sonntag 13. September 2020, 14:55

Hallo Zusammen,

danke für die netten Reaktionen. Ja das Kühlen mit Pumpe im Kreislauf ist wirtschaftlicher und besser, wäre die nächste Anpassung. Ich habe meine Spirale auf das Speidelfass angepasst, ich kann aber auch eine Schleife rausbiegen und dann die Anschlüsse so nach außen legen. Die Verschraubungen sind DK Lok Verschraubungen mit Schneidringen. Die sollten locker 30 bar aushalten, da wird es keine Undichtigkeiten geben, trotzdem ist das Argument mit den Ritzen und Lücken sehr gut und ich werde das verbessern.

Danke
Gruß Florian
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Re: Mein 3. Brautag - erstmals richtig

#7

Beitrag von mesmerize » Donnerstag 22. Oktober 2020, 23:32

Hi Florian,
sehr schöner Bericht und ich find die vielen Fotos super!! Ich hatte selber letztes Wochenende meinen ersten Sud gebraut und bereite mich gerade auf den zweiten vor, also zumindest die Zutaten sind bestellt und ich lese weiterhin hier sehr viel mit und quer.

Ich habe einmal eine Frage zu Deiner Kühlspirale. Was sind das für Verbindungen, die Du direkt auf das Rohr der Spirale gemacht hast? Waren die bei Dir direkt dabei, oder hast Du Dir die selbst besorgt. Ich hatte heute einmal gegoogelt, dass es im Bauhaus so Steckfittinge gibt, die dann wiederum ein Schraubgewinde auf der anderen Seite haben. Sind das bei Dir solchen?

Beste Grüße und weiterhin viel Erfolg und gut Sud!
Tommy
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Re: Mein 3. Brautag - erstmals richtig

#8

Beitrag von Brandergartenbier » Freitag 23. Oktober 2020, 09:22

Hallo Tommy,

ich habe deine Doku auch mit großem Interesse verfolgt. Sah bei dir alles wesentlich besser aus! Mittlerweile bin ich aber schon ein gutes Stück weiter und braue bald im Brauhaus (Gartenhaus :thumbup ) auch die in dieser Doku verwendete Kühlspirale habe ich ersetzt.

Um deine Frage zu beantworten: Ja das sind solche Fittinge. Die gibt es in jedem Baumarkt um Heizungsrohe zu verbinden. Die haben einen Konus und meist einen Schneidring drin. So kann man super Anschlüsse an Rohre bekommen.

In meiner Doku:https://hobbybrauer.de/forum/viewtopic. ... ead#unread siehst du auf einem Bild oben im Regal meine Doppelhelix Kupferspirale. Da habe ich einfach einen passenden Schlauch mit zwei Schlauchklemmen direkt auf das Kupferrohr gemacht, dass klappt ohne Probleme!
Gruß Florian
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Re: Mein 3. Brautag - erstmals richtig

#9

Beitrag von mesmerize » Freitag 23. Oktober 2020, 13:55

Hi Florian,

ja cool, so hatte ich mir das auch gedacht mit der Kühlspirale. Deinen anderen Bericht habe ich mir auch schon in Ruhe angeschaut, sehr geil auch!! Weiterhin viel Erfolg!!
Beste Grüße
Tommy
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Re: Mein 3. Brautag - erstmals richtig

#10

Beitrag von ULBräu » Freitag 23. Oktober 2020, 14:18

Hi,

danke für den schönen Bericht!
zum letzten Bild: ich kenne mich mit den Speidel-Fässern nicht aus, aber ich drehe den Hahn immer so, dass der "Griff" nach oben zeigt, sonst steht mein Fass nicht plan auf dem Boden. Die Teppichkante lässt vermuten, dass das bei dir auch so ist.

Darf man fragen, welchen Hopfen du für den Gurgelrutscher verwendet hast und was daraus geworden ist?

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Re: Mein 3. Brautag - erstmals richtig

#11

Beitrag von Brandergartenbier » Freitag 23. Oktober 2020, 16:07

ULBräu hat geschrieben:
Freitag 23. Oktober 2020, 14:18
Hi,

danke für den schönen Bericht!
zum letzten Bild: ich kenne mich mit den Speidel-Fässern nicht aus, aber ich drehe den Hahn immer so, dass der "Griff" nach oben zeigt, sonst steht mein Fass nicht plan auf dem Boden. Die Teppichkante lässt vermuten, dass das bei dir auch so ist.

Darf man fragen, welchen Hopfen du für den Gurgelrutscher verwendet hast und was daraus geworden ist?
Hi,

Solange der Hahn quer oder nach oben steht steht das Fass plan auf.

Den Hopfen aus dem Rezept bekommt man fast nirgends... Ich habe mich für Sticklebract 12,2% Alpha entschieden.
Ist schwer zu sagen was daraus geworden ist, ich hatte die Nachiomisierungszeit da noch nicht auf dem Schirm und der Hopfen nach dem Kochen war locker 30min. dadurch länger drin.
Das Bier ist gut aber bei weitem nicht so süffig wie es der Name sagt. Die 12,2% Alpha merkt man im Abgang und durch 84% EVG hat das auch gut Umdrehungen.
Alles in allem ein gutes Bier aber so h weit vom Rezept weg.
Ich werde das nochmal versuchen mit selben Hopfen und Hefe und Wette das rutscht dann richtig runter :puzz
Gruß Florian
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