Mein erster Brautag - Porter

Bitte beschränkt Euch auf das Wesentliche, die Bilder. Nach Möglichkeit langatmige oder ausführliche Textpassagen vermeiden. In der Kürze liegt die Würze.
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MichaelO
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Mein erster Brautag - Porter

#1

Beitrag von MichaelO » Mittwoch 14. Oktober 2020, 16:49

Hallo Community!

Bier trinken kann ich schon länger, jetzt wollte ich die nächste Stufe erklimmen, Bier brauen.
Zuerst stand ein Besuch beim Hopfengut No 20 in Tettnag mit Besichtigung des Betriebs und Museum auf dem Programm, zwei Wochen später ein sehr interessanter Braukurs bei Max und Moritz in Kressbronn. Der Braukurs war zwei Tage bevor die Sammelbestellung des Grainfathers geendet hat. Schlussendlich habe ich mich doch gegen das sehr gute Angebot entschieden, da ich mir nicht sicher war, mit welchem technischem Gerät ich mein Bier brauen will.

Also gings weiter in der Theorie, viel in diesem Forum und auf diversen Webseiten gelesen. Total überrascht war ich, wieviele Hobbybrauer es gibt!

Nachdem ich auch immer wieder die einschlägigen Plattformen nach Equipment durchforscht habe, ist mir eine Anzeige ganz in meiner Nähe aufgefallen. Ein Hobbybrauer gibt sein Hobby auf und verkauft ein Komplettset mit dem ich sofort loslegen konnte. Kurzerhand ins Auto gestiegen und mit gefülltem T5 Transporter nachhause gefahren. Gekauft habe ich 70gk Malz, 2kg Hopfen, Hefe, 180cm Kühlschrank, Malzmühle, sechs Kisten mit leeren Bügelflaschen, zwei Gärfässer, zwei Bücher, unzähliges Zubehör und einen Klarstein Mundschenk XXL. Gerätschaften sind zwei Jahre alt. Nachdem ich über den Mundschen schon viel negatives gelesen habe, war ich gestern beim ersten Brautag sehr positiv überrascht.

Mein erster Sud(-versuch) ist ein Porter, hochgerechnet auf 30L Würze

5250g Pilsner Malz
2250g Münchner Malz
750g dunkles Caramalz
450g Röstmalz

Hauptguss: 30L (Malzmenge * 2,5 +8,5L)
Nachguss: 8L

70min 43,5g East Kent Golding
10min 55,5g East Kent Golding - so war der Plan (zu wenig Hopfen!, hab dann 55,5g Cascade genommen)

48°C Einmaischen
63°C 40 min
72°C 20 min
Jodprobe
78°C Abmaischen
Nachguss

Kochen 90min

Los gehts

Die Einstellung der Malzmühle habe ich vom Vorgänger übernommen, gefühlt eher grob.
IMG_8051.jpg

Mein Sudhaus im Freien
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Links die reine Würze, rechts das reine Jod, in der Mitte das Gemisch. Ich war mir aufgrund der dunklen Würze nicht sicher, ob ich schon Jodnormal erreicht habe. Daher habe ich eine zweite Probe geamcht, mit den drei Farbtupfern.
IMG_8059.jpg

Dunkel ist es schon mal
IMG_8061.jpg

Das Refraktometer zeigt mir immer ca. 2°P mehr als die Spindel an!? Ich denke mal der Wert auf der Spindel passt.
IMG_8063.jpg

Währenddessen habe ich die Hopfengaben vorbereitet. Leider hatte ich nur 40g East Kent Golding zur Verfügung, das Päckchen war mit 100g beschriftet, wurde aber schon gebraucht. In meiner Panik habe ich für die zweite Hopfen gabe Cascade, statt East Kent Golding genommen. Ich hätte wohl besser vorher googlen sollen, denn der Cascade hat 7% und der East Kent Golding nur 4% - ich hab aber die gleiche Menge hinzugefügt - mal schauen was da raus kommt. Dürfte ziemlich tropical ausfallen :-(

Da kocht die Würze. Detail am Rande: Bin die Rasten am Mundschen manell gefahren, was mit der Steuerung recht komfortabel geht. Wenn ich am Mundschenk 100°C einstelle zeigt er im Display Boiling an, das ist wichtig wenn der Mundschenk im Automatikmodus betrieben wird. Denn Boiling ist immer der letzte Schritt, vor den Hopfengaben. Mehr als 97,5°C habe ich am Display aber nie erreicht, die Würze hat aber schon wallend gekocht. Hm, da war doch was mit Meereshöhe und Siedepunkt. Kurz gegoogelt und siehe da, der Rechner gibt bei einer Meershöhe von 721m (da wohne ich) 97,58°C für Wasser an. Da beim Mundschenk der Timer erst nach erreichen der Temperatur beginnt, frage ich mich wie ich den Automatikmodus verwenden kann!?
IMG_8066.jpg

Nach dem Kühlen und Whirpool wird abgefüllt.
Ich habe den Whirlpool bei 22°C gemacht, war das ein Fehler? Mit der Kühlschlage im Topf kann ich ja auch keinen Whirlpool machen.
In der Würze war extrem viel "Schlamm", der im Filterbeutel hängen geblieben ist. Einmal ist musste der Filter sogar geleert werden, da ist wohl mit dem Whirpool etwas schief gelaufen.
IMG_8068.jpg

Am Ende bin ich bei 14°P, statt 13°P angekommen. Hab das jetzt nicht mit Wasser verschnitten, sondern so gelassen.
IMG_8069.jpg

Gepitcht ist die Würze mit einem Päckchen SafAle S-04 Trockenhefe und wird bei derzeit 18°C gelagert.
IMG_8070.jpg

In einer Woche wird die Stammwürze gemessen und wenn das Ergebnis für gut befunden wird, wird abgefüllt. Bin mir aber noch nicht sicher, bei welchem Wert ich das Ergebnis für gut befinden soll...

Konstruktive Kritik ist ausgesprochen gewünscht.

Liebe Grüße aus dem Bregenzerwald
Michael

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Re: Mein erster Brautag - Porter

#2

Beitrag von renzbräu » Mittwoch 14. Oktober 2020, 21:26

Hallo Michael!
Die Spindelprobe schaut ja schon schön dunkel aus :Bigsmile
MichaelO hat geschrieben:
Mittwoch 14. Oktober 2020, 16:49
Nach dem Kühlen und Whirpool wird abgefüllt.
Ich habe den Whirlpool bei 22°C gemacht, war das ein Fehler? Mit der Kühlschlage im Topf kann ich ja auch keinen Whirlpool machen.
In der Würze war extrem viel "Schlamm", der im Filterbeutel hängen geblieben ist. Einmal ist musste der Filter sogar geleert werden, da ist wohl mit dem Whirpool etwas schief gelaufen.
Den Whirlpool macht man heiß und schlägt heiß aus.
In der Pfanne kühlen geht auch, dann setzt sich der Heißtrub ab. Am besten nicht mehr aufführen, dann kannst nicht so viel im Sputnikfilter.
Viel besser und genauer beschrieben gibt's das hier:
https://braumagazin.de/article/wuerzekuehlung/

Anhänger haben beide Verfahren.
Gott gebe Glück und Segen drein!
Johannes

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Re: Mein erster Brautag - Porter

#3

Beitrag von jbrand » Mittwoch 14. Oktober 2020, 22:25

MichaelO hat geschrieben:
Mittwoch 14. Oktober 2020, 16:49
In einer Woche wird die Stammwürze gemessen und wenn das Ergebnis für gut befunden wird, wird abgefüllt. Bin mir aber noch nicht sicher, bei welchem Wert ich das Ergebnis für gut befinden soll...
Wenn du es ganz genau machen willst, dann musst du eine Schnellvergärprobe anstellen. Such mal hier im Forum danach, da findest du viele Infos zu. Oder du misst den Extrakt an drei Tagen hintereinander. Wenn sich dann nix mehr ändert, dann kannst du abfüllen. Generell gilt hier, lieber ein paar Tage später als zu früh. Wenn das Bier eine Woche länger im Gärfass bleibt, dann macht das nix aus, wenn du dagegen zu früh abfüllst, dann produzierst du Flaschenbomben und das ist gefährlich.
Viele Grüße

Jens

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Re: Mein erster Brautag - Porter

#4

Beitrag von Braufex » Donnerstag 15. Oktober 2020, 20:47

jbrand hat geschrieben:
Mittwoch 14. Oktober 2020, 22:25
Wenn du es ganz genau machen willst, dann musst du eine Schnellvergärprobe anstellen. Such mal hier im Forum danach, da findest du viele Infos zu.
Sehr zu empfehlen:
Bestimmung EVG/SVG schnell gemacht - ein Tipp


Gruß Erwin

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jbrand
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Re: Mein erster Brautag - Porter

#5

Beitrag von jbrand » Donnerstag 15. Oktober 2020, 21:14

Genau den Tröt meinte ich, hatte nur den Link nicht parat.
Viele Grüße

Jens

MichaelO
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Re: Mein erster Brautag - Porter

#6

Beitrag von MichaelO » Dienstag 20. Oktober 2020, 08:18

Braufex hat geschrieben:
Donnerstag 15. Oktober 2020, 20:47

Sehr zu empfehlen:
Bestimmung EVG/SVG schnell gemacht - ein Tipp


Gruß Erwin
Vielen Dank für den Hinweis mit den Spritzen, das kannte ich so noch nicht!

Werde es beim nächsten Sud so machen. Der Sud, der derzeit im Gärfass ist, blubbert nach einer Woche Vergärung gemächlich vor sich hin. Ich lass ihn eine weitere Woche im Fass, bevor ich mit dem Messen des Restextrakts beginne.

Gruß
Michael

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