Mein 2. Sud - diesmal ein Alt

Bitte beschränkt Euch auf das Wesentliche, die Bilder. Nach Möglichkeit langatmige oder ausführliche Textpassagen vermeiden. In der Kürze liegt die Würze.
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mesmerize
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Mein 2. Sud - diesmal ein Alt

#1

Beitrag von mesmerize » Sonntag 8. November 2020, 13:02

Hallo liebe Hobbybrauer,

gerne möchte ich Euch von meinem zweiten Sud berichten, den ich gestern gebraut habe. Angefangen hat alles am Freitag Abend, da habe ich nämlich das Malz abgemessen (hatte mir direkt für zwei Sude die benötigte Menge bestellt), und dann auch zum ersten Mal geschrotet. Da ich nicht genau wusste, wie fein, bzw. grob es werden musste, hatte ich vorher einmal ein paar Bilder raus gesucht, ich hoffe, dass war so in Ordnung:

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1)
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3)

Danach alles im Eimer gesammelt (natürlich Lebensmittelechte) und das restliche Malz für den nächsten Sud ebenfalls:

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4)
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5)

Am Samstag Vormittag ging es dann los. Einmaischen und rasten bei vorgegeben Temperaturen, danach läutern, auch das klappte sehr gut, ging zwar etwas langsamer als mit dem vorgeschrotetem Malz vom ersten Sud, aber ich denke das war schon ok soweit. Aber ich glaube, beim nächsten mal sollte ich mich nicht so strikt an die Nachguss Vorgaben halten, denn ich glaube, ich hätte ruhig ein bisschen mehr Nachguss verwenden können, denn meine Sudhausausbeute kann vermutlich noch optimiert werden, dazu aber später mehr. Hier erst einmal ein paar Bilder:

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7)
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8)
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9) Treber am Ende
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10)

Der Einkocher war dann auch nicht ganz voll, ich glaube, da hätten ruhig noch ein paar Zentimeter rein gepasst. Da ich aber wieder einmal zu konzentriert war und auch versucht habe genau nach Rezept zu arbeiten, ist mir das beim brauen gar nicht aufgefallen. Aber ich denke hier kann ich weiter lernen und optimieren für das nächste mal.
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11)
Während die Würze kochte, habe ich die Zeit genutzt und Etiketten für meinen ersten Sud ausgeschnitten.... soll ja am Ende auch alles schick aussehen!! Für das Logo hab ich die alte Glasmarke von der Gerresheimer Glashütte eingebaut, auch wenn ich vermutlich nicht der erste bin , der den Wortwitz "G-Bräu" verwendet!
:puzz :Bigsmile

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12)
Ich hab mir so 4er Bierträger aus Pappe gekauft, denn die Freunde und Familie kratzen hier schon an der Türe, da sie probieren wollen (diese ungeduldige Bande, können einfach nicht warten), so dass ich die Flaschen nicht einzeln raus geben muss. Das Runde Logo will ich dann auf die Seite kleben.
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13)
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13)a

Auf die Flaschen soll dann das hier kommen:
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14)
Nach dem kochen wurde gekühlt und dafür hatte ich mir diesmal extra neue Schläuche gekauft so dass ich mit dem Wasserhahn und dem Waschbecken aus der Waschküche (zwei Räume weiter) die Würze runter kühlen konnte und das hat echt hervorragend geklappt, so gut sogar, dass ich am Ende nicht schnell genug war und die Würze bereits bei 17,5 Grad C. angekommen war. Aber da ich eh vermutet hatte, dass ich wieder etwas Wasser nachmischen muss, um auf die 13° P. zu kommen, habe ich das einfach mit heißem Leitungswasser gemacht (ich hoffe, das war ok so).
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15)
Am Ende waren es dann allerdings doch "nur" 17,5 Liter im Gäreimer, ich denke, da muss ich noch an meiner Sudhaushausbeude arbeiten. Meine Vermutung war ja, beim Läutern etwas mehr Wasser zu nehmen, um den Treber noch etwas besser auszuwaschen. Vermutlich war ich auch zu ungeduldig mit dem Nachguss. Wartet Ihr immer erst, bis die Würze so 2-3 cm über dem Treber steht, bevor Ihr den Nachguss einbringt, oder ist das egal?

Hier noch einmal das Rezept inkl. ein paar Daten vom Brautag, sowie daneben meine gesammelten Erfahrungen vom ersten mal, so dass ich hier direkt neue aufschreiben konnte:
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16)
Bei der Hefe habe ich mich dann doch für die Brewferm Top entschieden, die OGA9 werde ich dann für den nächsten Sud verwenden. Hier auch noch ein paar Infos von heute, die Hefe scheint gut angekommen zu sein, wenn ich mir den Gärbottich von Außen so anschaue, ist sie wohl auch gut hochgekreuselt. Es blubbert jedenfalls auch Ordentlich im Gärspund. Wobei der mir sogar fast zu klein vorkommt, denn das Wasser spritzt immer raus. Habt Ihr da andere Empfehlungen für mich? Ich hab hier im Forum gesehen, dass manche das direkt mit einem Schlauch lösen und den dann ins Wasser stellen, aber wie bekommt Ihr den Schlauch dann dicht in das Gummi rein?
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Sooo, das war es erst einmal. Ich bin gespannt auf Eure Tipps & Hinweise!! Schon einmal lieben Dank für Eure Hilfe!!
Schönen Sonntag an Alle!!
Tommy

PS: Ach ja, Sud Nr.1 sieht soweit gut aus, ich hoffe nur, die Flaschengärung hört so langsam auch auf!! Dann können die Flaschen in den Kühlschrank.
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Dateianhänge
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Beste Grüße
Tommy
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Re: Mein 2. Sud - diesmal ein Alt

#2

Beitrag von Alt-Phex » Sonntag 8. November 2020, 13:17

Alles Schick soweit. Ja, die Nachgußmengen sind eher als grobe Orientierung zu sehen und nicht in Stein gemeißelt. Einfach mal messen was da noch an Extrakt aus dem Läuterbottich kommt. Erst wenn der auf 2-3% gefallen ist kannst du mit dem Läutern aufhören.

Diese Scheibenmühlen sind halt auch nicht optimal. Habe aber auch lange damit gearbeitet. Der Trick ist es eine Einstellung zu finden wo keine ganzen Körner durchrutschen die Spelzen aber noch halbwegs intakt bleiben. Auch die Schrotqualität hat einen Einfluss auf die SHA.

Die niedrige Temperatur beim kühlen wäre ideal gewesen. Gerade ein Altbier vergärt man besser kälter als wärmer. 15-16°C ist da optimal. Also nächstes mal ruhig weiter runterkühlen. Aber insgesamt bist du auf einem guten Weg. Das wird schon.
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Re: Mein 2. Sud - diesmal ein Alt

#3

Beitrag von mesmerize » Sonntag 8. November 2020, 13:24

Vielen Dank für Deine Hinweise, Bernd. Bzgl. Anstelltemperatur werde ich mir direkt auf meinen Zettel schreiben. Da auf dem Hefetütchen stand, dass man bei 18-25°C anstellen sollte, habe ich die Mitte von 20° genommen. Bei der Mühle habe ich dann auch ständig nachjustiert, so wie Du beschrieben hattest. Ich glaube, für den Anfang geht das noch so in Ordnung,, vor allem da mir aktuell eine andere Mühle zu teuer ist. Aber vielleicht kann man ja irgendwann mal günstig ne gebrauchte kaufen. Solange geht das noch ganz gut mit dieser hier....
Beste Grüße
Tommy
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Re: Mein 2. Sud - diesmal ein Alt

#4

Beitrag von Alt-Phex » Sonntag 8. November 2020, 14:41

Grundsätzlich immer ignorieren was da auf den Tütchen drauf steht. Auch obergärige Hefen kann man deutlich kühler anstellen und vergären. Nicht alle, aber sehr viele. Und wie gesagt mag es ein Altbier eher kalt vergoren zu werden. dadurch entstehen nicht so viele Ester. Ich habe Altbierhefen sogar schon bei rund 12°C vergoren.

Achja, rehydrieren ist nicht anstellen.
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Re: Mein 2. Sud - diesmal ein Alt

#5

Beitrag von schwarzwaldbrauer » Sonntag 8. November 2020, 14:59

Hallo Tommy,
alles macht einen sehr guten und durchdachten Eindruck, von der Ausrüstung über die Arbeitsweise bis zum Etikett.
Das einzige was mir auffiel: Das Verdünnungswasser kannst du kalt aus der Leitung nehmen. Unser Leitungswasser ist keimfrei und hilft dir auch noch beim Runterkühlen.
Aber ich denke du wirst beim nächsten Sud sowieso mehr nachgiessen und dann die Zielstammwürze bei Pfanne voll erreichen.
Wichtig: Protokolliere immer was du gemacht hast, vor allem jetzt am Anfang. Nach 10 Suden weisst du dann über deine Anlage Bescheid.

Grüßle Dieter
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Re: Mein 2. Sud - diesmal ein Alt

#6

Beitrag von HubertBräu » Sonntag 8. November 2020, 16:06

Ich würde auch sagen, daß sieht alles sehr gut aus bei Dir :thumbup

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Re: Mein 2. Sud - diesmal ein Alt

#7

Beitrag von mesmerize » Sonntag 8. November 2020, 19:14

Nabend die Herren,
vielen Dank für Eure Beiträge!! Das sind alles gute Tipps, die ich gerne mitnehme!
Beste Grüße
Tommy
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Re: Mein 2. Sud - diesmal ein Alt

#8

Beitrag von Brandergartenbier » Montag 9. November 2020, 09:25

Hi Tommy,

das sieht doch wieder richtig gut aus!


Alt-Phex hat geschrieben:
Sonntag 8. November 2020, 13:17
Alles Schick soweit. Ja, die Nachgußmengen sind eher als grobe Orientierung zu sehen und nicht in Stein gemeißelt. Einfach mal messen was da noch an Extrakt aus dem Läuterbottich kommt. Erst wenn der auf 2-3% gefallen ist kannst du mit dem Läutern aufhören.
Hab da mal eine Frage, wenn ich mich hier dranhängen darf.

Ich läutere immer solange bis ich etwas unter meiner Zielstammwürze gelandet bin. Meistens kommt dann aber noch Restextrakt aus dem Treber. Wenn ich das aber mit ins Kochen nehmen würde wäre meine Stammwürze over all zu gering weswegen ich dann aufhöre.

Meine Sudhausausbeute ist immer so um die 60% was ich für den Einkocher etwas höher erwartet hätte. Liegt das eventuell daran, dass ich Extrakt verschwende? Wenn ich alles auffange müsste ich ja theoretisch einfach länger kochen um das Wasser wieder zu verdampfen und meine Stammwürze wieder auf den Rezeptwert zu bringen.
Gruß Florian
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Re: Mein 2. Sud - diesmal ein Alt

#9

Beitrag von bwanapombe » Montag 9. November 2020, 09:48

Brandergartenbier hat geschrieben:
Montag 9. November 2020, 09:25
...

Meine Sudhausausbeute ist immer so um die 60% was ich für den Einkocher etwas höher erwartet hätte. Liegt das eventuell daran, dass ich Extrakt verschwende? Wenn ich alles auffange müsste ich ja theoretisch einfach länger kochen um das Wasser wieder zu verdampfen und meine Stammwürze wieder auf den Rezeptwert zu bringen.
Meist wird Ausbeute bei Läutern "verschenkt". Also langsamer Läutern erhöht i.d.R. die Ausbeute. Oder es wurde zu grob geschrotet. Man versucht das Kochen so kurz wie möglich zu halten weil u.a. es ja auch Zeit und Geld kostet.

Deshalb würde ich mal beim Läutern ansetzen. Wie gesagt dort mehr Zeit investieren und Treber aufhacken oder komplett neu aufrühren, wird auch erfolgreich praktiziert.

Dirk
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Re: Mein 2. Sud - diesmal ein Alt

#10

Beitrag von Brandergartenbier » Montag 9. November 2020, 09:56

bwanapombe hat geschrieben:
Montag 9. November 2020, 09:48
Brandergartenbier hat geschrieben:
Montag 9. November 2020, 09:25
...

Meine Sudhausausbeute ist immer so um die 60% was ich für den Einkocher etwas höher erwartet hätte. Liegt das eventuell daran, dass ich Extrakt verschwende? Wenn ich alles auffange müsste ich ja theoretisch einfach länger kochen um das Wasser wieder zu verdampfen und meine Stammwürze wieder auf den Rezeptwert zu bringen.
Meist wird Ausbeute bei Läutern "verschenkt". Also langsamer Läutern erhöht i.d.R. die Ausbeute. Oder es wurde zu grob geschrotet. Man versucht das Kochen so kurz wie möglich zu halten weil u.a. es ja auch Zeit und Geld kostet.

Deshalb würde ich mal beim Läutern ansetzen. Wie gesagt dort mehr Zeit investieren und Treber aufhacken oder komplett neu aufrühren, wird auch erfolgreich praktiziert.

Dirk
Ich schrote mein Malz selber und habe meine Mühle auf die feinste Einstellung gebracht die geht, trotzdem habe ich beim Läutern nie ein Problem. Ich lass mir schon immer ne knappe Stunde zeit für die 20Liter... Das mit dem Aufrühren kann ich mal versuchen, der Nachguss ist immer sehr klar und ich habe das Gefühl, dass dieser einfach so durch den Treber läuft ohne viel mitzunehmen.
Gruß Florian
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Re: Mein 2. Sud - diesmal ein Alt

#11

Beitrag von bwanapombe » Montag 9. November 2020, 10:21

Hört sich doch schon sehr gut an. Ich meine aber gerade bei feinem Schrot bilden sich tendenziell mehr Kanäle. Deshalb könnte Aufhacken und Aufrühren eine sinnvoller Versuch sein.

Dirk
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Re: Mein 2. Sud - diesmal ein Alt

#12

Beitrag von schwarzwaldbrauer » Montag 9. November 2020, 10:53

Brandergartenbier hat geschrieben:
Montag 9. November 2020, 09:25
Hi Tommy,

das sieht doch wieder richtig gut aus!


Alt-Phex hat geschrieben:
Sonntag 8. November 2020, 13:17
Alles Schick soweit. Ja, die Nachgußmengen sind eher als grobe Orientierung zu sehen und nicht in Stein gemeißelt. Einfach mal messen was da noch an Extrakt aus dem Läuterbottich kommt. Erst wenn der auf 2-3% gefallen ist kannst du mit dem Läutern aufhören.
Hab da mal eine Frage, wenn ich mich hier dranhängen darf.

Meine Sudhausausbeute ist immer so um die 60% was ich für den Einkocher etwas höher erwartet hätte. Liegt das eventuell daran, dass ich Extrakt verschwende? Wenn ich alles auffange müsste ich ja theoretisch einfach länger kochen um das Wasser wieder zu verdampfen und meine Stammwürze wieder auf den Rezeptwert zu bringen.
60% SHA ist m.E. im Hobbybereich vollkommen i.O.
Mit längerem Kochen steigt zwar der Extrakt, aber es verdampfen auch Aromen, die du vorher eingebracht hast.
Am besten du läuterst bis ca 1 bis 2° unter Zielwert. Diesen erreichst du dann nach 90 Min kochen.
Oder du hast nach dem Läutern schon Zielwürze oder höher. Dann verdünnt du nach dem Kochen und hast etwas mehr Bier.

Grüßle Dieter
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