Obergärig im Malzrohr

Bitte beschränkt Euch auf das Wesentliche, die Bilder. Nach Möglichkeit langatmige oder ausführliche Textpassagen vermeiden. In der Kürze liegt die Würze.
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baerenmann
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Obergärig im Malzrohr

#1

Beitrag von baerenmann » Montag 5. April 2021, 10:46

<t>Einen schönen guten Tag liebe Hobbybrauer,<br/>
als älteres Überbleibsel aus dem gelben Forum möchte ich einen Brautag mit einer neuen Malzrohranlage vorstellen.<br/>
Da ich am Niederrhein zuhause bin, fühle ich mich der Altbiertradition ziemlich verwurzelt.<br/>
Im Wechsel mit Alt bringe ich noch ein Pale Ale an den Start, das ist heute dran.<br/>
Die Schüttung<br/>
4 kg Pilsener Malz<br/>
4 kg PaleAle Malz<br/>
1 kg CaraMünch II<br/>
Der Hopfen<br/>
50 g Mandarina Bavaria<br/>
125 g Callista, die Hälfte davon als Vorderwürze<br/>
50 g Aromahopfen aus eigenem Anbau<br/>
<br/>
Am Vortag wird geschrotet</t>
schroten1.JPG
schroten2.JPG
Walzenabstand 1,5mm

Die Schüttung kommt dann in das Malzrohr und wird mit dem ober Siebboden verschlossen.
malzrohrfüllen1.JPG
unterer Siebboden
malzrohrfüllen2.JPG
Schüttung
malzrohrfüllen3.JPG
oberer Siebboden
Der Kessel wird Brunnenwasser gefüllt
kesselfüllen1.JPG
Brunnenwasser mit Milchsäure auf RA0 eingestellt
Das Rohr hänge ich über Nacht über den Kessel.
kesselfüllen2.JPG
Eiweißrast bei 52 °C


Der Brautag beginnt um 06:00 Uhr mit dem Aufheizen auf 61 °C , die Umwälzung wird angeschlossen und ein minimaler Umlauf eingestellt. Hier rate ich zu „weiniger ist mehr“, da bis in die Maltoserast hinein die Schüttung zum Verdichten neigt.
kesselstart1.JPG
kesselstart2.JPG

Aus diesem Grund stelle ich der Kreislauf zwischendurch zwei bis dreimal ab und durchmische das Malz um Kananlbildung oder Klumpen zu vermeiden.
eiweiss1.JPG
Durchmischen erhöht die Ausbeute und verhindert Kanäle

Nach der ersten 1. Verzuckerungsrast bei 74°C ziehe ich das Malzrohr aus der Sudpfanne heraus und verließe den Ablauf mit einer Klappe und verlängere den Ablauf mit einem Schlauch, der in die Würze eintaucht.
malzrziehen.JPG
Zur Läuterung und für die Nachgüsse
Es beginnt die Läuterung, im Gegensatz zu den klassischen Verfahren geschieht im Malzrohr jedoch eine Stömungsumkehr, feine Partikeln, die in der unteren Schicht der Schüttung eingefangen wurden, gehen jetzt tendenziell wieder auf Reisen.
Hier warte ich eine ganze Weile, bis sich wieder alle Trubstoffe im Treberkuchen versammelt habe, im Anschluss daran beginne ich mit den Nachgüssen bei 78°C.
klaeren1.JPG
Warten bis klarer Glanz da ist
Für den Nachguss stelle ich nur zwei Klappen um und die Umwälzpumpe zieht das vorgewärmte Wasser aus dem zweiten Topf. Mit Nachgussmenge stelle ich die Stammwürze auf ca. 11 brix ein, danach geht´s weiter mit dem Aufheizen und Kochen. Achtung: die Gabe der Vorderwürze nicht vergessen, wäre nicht das erste Mal.
nachguss1.JPG
wuerze02.JPG
Doldenhopfen aus der Hallertau

Nachdem der Eiweißbruch abgeschöpft ist geht’s zum Kochen, teilweise abgedeckt, der Brüden, der durch die Öffnung entweicht, wird von einem Abzug abgesaugt.
kochen1.JPG
Zum Schluss kommt noch ein ordentlicher Whirlpool und der Sud geht in den Unitank.
unitank1.JPG
Knapp 50l sind es geworden, mit Danstar Nottingham Ale aus den letzten Sud angestellt. Danach habe ich mit ein oder zwei genehmigt :Drink

Viele Grüße vom Niederrhein
Dirk

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schwarzwaldbrauer
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Re: Obergärig im Malzrohr

#2

Beitrag von schwarzwaldbrauer » Montag 5. April 2021, 11:07

Hallo Dirk, schöne Anlage, prima Bericht.
Ein Punkt fällt mir auf: Warum entfernst du den Eiweißbruch? In allen Beiträgen die ich bisher dazu gelesen habe wird dies nicht empfohlen weil es sich negativ auf den späteren Schaum auswirkt.

Grüßle Dieter
Brau, schau wem.

baerenmann
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Re: Obergärig im Malzrohr

#3

Beitrag von baerenmann » Montag 5. April 2021, 11:15

Hallo Dieter,
den Eiweißbruch habe ich immer abgeschöpft, ohne weiter darüber nach zu denken. Mit der Weile lasse ich den Hopfen frei schwimmen, dann kann man sich das Abschöpfen auch sparen, danke für den Tipp.

Gruß Dirk

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