Forum + Hopfenfreaks = Zukunft ?

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rolo777
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Forum + Hopfenfreaks = Zukunft ?

#1

Beitrag von rolo777 » Montag 4. Mai 2020, 23:35

Hallo Leute,

ich möchte hier einen neuen Thread aufmachen über die Diskussion die sich in diversen Beiträgen, vor allem in „Programm vom 28.4.“ angefangen hat zu entspinnen.

Was (durchaus zu recht) kritisiert wurde:
- Werbecharakter der Veranstaltung
- nicht ausreichende Infos bzw. Qualität

Ich möchte mich erst mal für eure ehrliche Meinung bedanken.
Und kurz was Persönliches: ich habe diese Konferenz gestartet weil ich am Konzept der virtuellen Messe interessiert war und Bier brauen liebe.
Ich glaube an das Konzept, weil es im Grunde ein win:win für alle ist, aber ich hab auch schon ordentlich geblutet: Reingegangen sind letztes Jahr 3 Monate a 12h täglich, heuer konnte ich leider aufgrund von Terminkollisionen nicht so Gas geben wie ich wollte, daher auch das „Aufwärmen von alten Vorträgen“ - tja sorry.

Verdient hab ich letztes Jahr: nix, und heuer ca 1.200 Euro. So viel zum „Kommerziellen Projekt“. Ich reg mich auch gar nicht auf drüber, habs mir ja selbst ausgesucht und es hat höllisch viel Spass gemacht und ich hab elends viel gelernt! Jedenfalls sehe ich dass es jetzt a) deutlich weniger Arbeit als beim ersten Mal ist und b) langsam erfolgreicher wird. Immerhin haben in Summe heuer fast 1.000 Leute zugeschaut und es gibt schon rund 65 zahlende Ticket-Besitzer, Tendenz steigend.

NUN um auf die Kritik zurück zu kommen:

Ich wäre sehr daran interessiert wenn wir der Sache mit eurer Community mehr Qualität geben könnten, und ich gebe gerne entsprechend Gewinn und Kontrolle ab (Technisch, Finanzen, Redaktion, ..) - es war ohnehin illusorisch zu glauben dass man das alleine gscheit machen kann. Wenn ihr meint das Braumagazin soll das einzige Qualitätsmedium bleiben - auch recht.
Ich würde es jedenfalls sehr gerne sehen wenn das Projekt eine Zukunft hat und auch ein wenig dazu beiträgt die Heimbrauer Bewegung voran zu bringen. Wenn ich alleine letztes Jahr schon 30 Vorträge geschafft habe, was wäre da wohl mit euch noch alles möglich ?!!!

Wenn ihr den Eindruck habt dass das grundsätzliche Konzept ausbaufähig ist, würde ich mich freuen wenn wir in Zukunft stärker zusammen arbeiten.
ZB kann ruhig 1/3 des Gewinns in das Forum fliessen.
Und alle die sich beteiligen wollen, zB Vorträge filmen, Vortragende gewinnen, technisch, Werbung, Sponsoren, etc. sollen auch gerne was zurück bekommen. Ich lade generell jeden ein auf mich zu zu kommen.

Ich helfe auch gerne kostenlos bei Vorträgen auf der nächsten HB Con, auch Livestream - Bodo hatte das heuer schon angenommen aber dann wurde es im Event-Team abgelehnt und am Ende .. eh schon wissen.

Bin offen für alle Ideen - ist auch ok wenn ihr uns wegen Kommerz und Unfähigkeit letztendlich aus dem Forum kickt 8-)
Danke trotzdem für die Chance

Die Blume!
:Drink
Roland

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VolT Bräu
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Re: Forum + Hopfenfreaks = Zukunft ?

#2

Beitrag von VolT Bräu » Montag 4. Mai 2020, 23:57

Moin Roland,
Ich finde Dein Engagement wirklich großartig und auch von Deiner Einstellung mit Kritik umzugehen, können sich viele noch eine Scheibe abschneiden.
Ich bin kein ganz großer Fan von Videos und bin mir auch nicht sicher, ob das Paywall Konzept ansich dafür ein guter Ansatz ist. Ein gewisses Potential lässt sich wohl nicht abstreiten - von daher wünsche ich dem Projekt viel Erfolg!
Ich habe ein grundsätzliches Problem damit, wenn Hobby & ehrenamtliches Engagement vermischt werden mit geschäftlichen Interessen. Ich möchte hier einige Stichworte in den Raum stellen: Spenden/Umlagen vs. Verkauf, Transparenz vs. Undurchsichtige Geschäfte, Partizipation vs. Autokratie (o. Ä.),...
Ich habe gar nichts gegen kommerzielle Angebote, aber ich finde man sollte sich da entscheiden, positionieren und klar kommunizieren.
Das gilt ausdrücklich nicht nur für die Hopfenfreaks, sondern grundsätzlich.
Viele Grüße
Volker
Jetzt mal Bier bei die Fische!

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schlupf
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Re: Forum + Hopfenfreaks = Zukunft ?

#3

Beitrag von schlupf » Dienstag 5. Mai 2020, 08:52

Moin Roland,

Auch ich möchte voranschicken, dass ich dein Engagement und deinen Arbeitseinsatz bewundere und davor den Hut ziehe.

Ich habe auch absolut kein Problem damit, dass du das natürlich auch vergütet haben möchtest. Allerdings bin ich kein Fan von dem Paywall-Konzept und der Website.
Sinn des Forums ist ein freier Austausch von Informationen um unser doch etwas kompliziertes Hobby insgesamt für alle zugänglich zu machen.

Schöner fände ich also, wenn die Inhalte ganz klassisch über YouTube frei abrufbar wären. Der Kanal dürfte von mir aus auch komplett durchmonetarisiert sein mit Pre-, Mid- und Post-Roll-Ads, Sponsoren, Channel Memberships und Patreon, wenn die Qualität der Inhalte stimmt.
Da du ja auch ein hübsches Logo hast würde sich auch Merch über Spreadshirt oder so anbieten...

Insgesamt finde ich die Idee gut, Inhalte aus dem Forum als Video aufzuarbeiten und Spezialisten aus der Bier- und (Hobby-) Brauwelt mal vor die Kamera zu ziehen.

Ob so ein hypothetischer YouTube-Kanal eine kritische Masse an Followern und damit auch Einnahmen vergleichbar mit der VIP-Paywall-Lösung generiert ist natürlich schwer vorauszusehen.
Allerdings würde die Reichweite der Videos und damit der Wert für Werbekunden und Sponsoren definitiv steigen.
Einige der Videos waren (z.B. die in Zusammenarbeit mit Hopfen und Mehr) hatten ja einen deutlich werblichen Charakter (nicht negativ gemeint), für diese zum Beispiel macht es keinen Sinn, sie im abgeschlossen Bereich nur zahlenden VIPs zu zeigen.

Viele Grüße
Sebastian

rolo777
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Re: Forum + Hopfenfreaks = Zukunft ?

#4

Beitrag von rolo777 » Dienstag 5. Mai 2020, 09:05

VolT Bräu hat geschrieben:
Montag 4. Mai 2020, 23:57
Ich habe ein grundsätzliches Problem damit, wenn Hobby & ehrenamtliches Engagement vermischt werden mit geschäftlichen Interessen. Ich möchte hier einige Stichworte in den Raum stellen: Spenden/Umlagen vs. Verkauf, Transparenz vs. Undurchsichtige Geschäfte, Partizipation vs. Autokratie (o. Ä.),...
Ich habe gar nichts gegen kommerzielle Angebote, aber ich finde man sollte sich da entscheiden, positionieren und klar kommunizieren.
Das gilt ausdrücklich nicht nur für die Hopfenfreaks, sondern grundsätzlich.
Viele Grüße
Volker
Servus Volker,
Wenn engere Kooperation dann würde ich mir dabei auch Transparenz, und möglichst demokratische (eigentlich: soziokratische) Strukturen wünschen. Grundlagen könnten ja zB mit einer Moderatoren-Konferenz erarbeitet werden, wenn es so etwas gibt. Und jeder sollte Einblick in Finanzen und Entscheidungen des Projekts haben.
Jepp. Danke für den Einwurf.

TheCK
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Re: Forum + Hopfenfreaks = Zukunft ?

#5

Beitrag von TheCK » Dienstag 5. Mai 2020, 09:41

Dann lasse ich auch mal ein paar Anregungen hier.

Die Idee mit dem Veröffentlichen von Infos auf Youtube finde ich im Großen und Ganzen super. Das Problem dabei ist die nötige kritische Masse an Abonnenten um überhaupt mal monetarisieren zu können. Als ausschließlich kommerziell gedachtes Projekt ohne Hobby-Anteil lohnt sich das gerade in den ersten Monaten bis Jahren überhaupt nicht.
1.000 Abos sind schon eine Ansage für einen "neuen" Kanal mit gerade mal einer Handvoll Videos, im schlimmsten Fall alle auch noch im Zeitraum von nur einer Woche hochgeladen. Ohne permanente Aktivität gerät der Kanal dann schnell mal unter die Räder der Suchmaschine und die Inhalte werden nicht mehr empfohlen. Und da sind wir auch noch weit weg von Kanal-Mitgliedschaften (Mindestanforderung soweit ich weiß 10.000 Abonnenten).

Das Konzept kann funktionieren, dann müsste aber auch entsprechend Aufwand betrieben werden. Z.b. die auch hier versuchte "wöchentliche Ration Bierwissen", allerdings dann wirklich gut und professionell aufbereitet, ausgearbeitet und im Optimalfall auch noch von Experten auf dem jeweiligen Gebiet präsentiert. Ja, das hat seinen Preis und wird gerade in der Anfangszeit nur Kosten verursachen. Und selbst mit Monetarisierung sprechen wir hier bei einem Kanal zwischen 1.000 und 5.000 Abonnenten immer noch von jährlichen Einnahmen im Bereich von "nur" 1.000 bis 2.000 Euro.

Eine Alternative wäre eine Art Online-Seminar. Also wieder gut und professionell aufbereitete Lektionen zu einzelnen Themen, die dann im Gesamtpaket einen Kurs z.B. zum Einstieg in das Hobbybrauen ergeben. Ja, das gibt es auch kostenlos im Netz, aber meistens nicht in gebündelter Form, da muß man schon aktiv danach suchen.
Solche Kurspakete aus 3-5 Lektionsvideos können dann auch einzeln vermarktet werden. Und es spricht nichts dagegen, einzelne Lektionen dann auch als Teaser kostenlos zu veröffentlichen.

Aber auch hier gilt wieder: von nichts kommt nichts. Du kannst nicht erwarten, dass dir jemand kostenlos Content produziert oder zur Verfügung stellt. Auch hier wirst du in Vorleistung gehen und nach meiner Einschätzung für gute Qualität auch entsprechend tief in die Tasche greifen müssen. Denn warum sollte jemand sein Wissen nicht gleich selbst kostenlos weitergeben oder selbst verkaufen sondern stattdessen dir ein Video zur Verfügung stellen an dem dann ausschließlich du verdienst? Dieses Nutzungsrecht ist im Normalfall finanziell abzulösen. Und hier reden wir nicht von einer Kiste Bier sondern marktüblich von mittleren bis hohen dreistelligen bis hin zu niedrigen vierstelligen Beträgen pro Video.

Du bist ja wenn ich das richtig recherchiert habe auch aus der Branche, solltest dich also halbwegs mit den Gegebenheiten auskennen. Wichtig ist eben, dass kostenpflichtige Inhalte entsprechend professionell sind und einen Mehrwert für den Käufer haben. Wenn das nicht erreicht werden kann weil Themen z.B. nur oberflächlich behandelt werden oder die Tonqualität teilweise unterirdisch ist dann müssen die Einnahmen eben auf einem anderen Weg generiert werden - oder man beschließt, bis zum Erreichen des Breakeven eben mit "mäßigen", sprich zwar guten, aber nicht so detaillierten Inhalten kostenlos auf den Markt zu gehen und zu versuchen, über freiwillige Monetarisierungsmodelle (Affiliate-Links, Patreon, Tipeee) ein Finanzpolster aufzubauen.

Ich denke, dass du mit einer "virtuellen Messe" zu fixen Terminen zwar einen guten Ansatz ausgedacht hast, das Konzept aber nicht zu Ende gedacht ist. Weil abseits des Termins wird sich kaum noch jemand auf die Seite verirren und die Interessenten haben die Videos größtenteils schon zum Termin gesehen. So etwas kann als Zusatz-Angebot sicher bestehen, als Hauptgeschäft sehe ich das eher kritisch.

So, genug fürs Erste, das muß ja auch erst mal verdaut und verarbeitet werden. Vielleicht können die oben angeführten Gedankengänge ja ein bisschen weiterhelfen. Wenn Rückfragen bestehen kannst du mich gern auch kontaktieren.
LG Chris

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