Warum darf Bier aus einer großen Brauerei nicht schmecken?

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Tozzi
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Re: Warum darf Bier aus einer großen Brauerei nicht schmecken?

#51

Beitrag von Tozzi » Freitag 6. Juli 2018, 01:28

Der Mensch neigt nunmal gerne zur Schwarz/Weiß Malerei.
Das zeigt sich immer wieder, ob es nun die Politik betrifft (aktuell Flüchtlingsproblematik oder auch Donald Trump, der es geschafft hat, so zu polarisieren, dass sich tiefe Gräben mitten durch Familien ziehen) oder eben Bier.
Da wird ganz schnell jeder Syrer zum zumindest potenziellen Islamisten und Vergewaltiger gestempelt (wenn er noch keiner ist, weiß er es halt selber ganz einfach noch nicht) und alle Großbrauereien verkörpern am Ende doch nur AB Inbev und damit indirekt Monsanto, BASF und so weiter.

Jedes Körnchen Wahrheit wird zum Gebirge aufgeblasen, und es interessieren nur noch "alternative" Fakten.
Man bedient sich aus dem Internet mit den "Fakten" die man selber schon lange für richtig hält, ob das nun realistisch der Wahrheit entspricht oder nicht, scheiß egal. Hauptsache es passt zum eigenen Weltbild, dann muss man nicht mehr so viel nachdenken.
Industriebier = Böse Plörre, Craft Beer = Cooles Heldenwerk, am besten noch Biodynamisch, Fair Trade und Vegan.

Leider ist es aber halt auch so, dass der Konzentrationsprozeß in der Brauereiwirtschaft inzwischen tatsächlich weit fortgeschritten ist und einzelne Unternehmen wie AB Inbev eine Macht angesammelt haben, die Angst macht.
Der Verbraucher ist natürlich letztlich alles andere als unschuldig an diesem Prozess (Geiz ist geil), aber auch da macht man es sich zu einfach.
Wer wirft den ersten Stein.

Wir sind verwöhnt hier in Deutschland, was Bier betrifft.
Wir sind aufgewachsen zwar mit wenig Vielfalt, aber durchaus annehmbarer Qualität.
Der daraus entstehende Preiskrieg, der letztlich zu immer mehr Konzentration geführt hat, war abzusehen.
Von den 5 klassischen Münchner Brauereien gibt es noch eine einzige (Augustiner), die weder direkt noch indirekt AB Inbev als Mehrheitseigner hat.
Diese Bastion ist als letzte gefallen, der gesamtdeutsche Markt (Pils) ist schon lange nicht mehr mittelständisch (von ein paar Ausnahmen wie Flensburger abgesehen).

Bier ist in Bayern fast billiger als Wasser, zumindest wenn man es in Flaschen kauft.
In anderen Ländern hat die "Craft" Beer Szene einen klaren Vorteil, ob man jetzt die USA nimmt, oder Frankreich, Italien oder sogar Indien.
Das Bier dort war langezeit schlichtweg ungenießbar.
Gleichzeitig war es dort niemals ein Billig Produkt.
Man ist bereit, ein paar Euro mehr für ein gutes Produkt zu bezahlen, und es gibt auch die entsprechenden Vertriebswege.

Ist Pilsner Urquell ein Industriebier?
Jein.
Jener Abklatsch den man hier kaufen kann, klares Ja. Eins der schlimmsten und ekligsten (meiner Meinung nach).
In Pilsen selbst wird es noch ungefiltert und unpasteurisiert mit Pferdekutschen ausgeliefert (selbst so gesehen vor 3 Tagen).
Edelstahlkegs, keine Holzfässer allerdings.

Das alles mit Skepsis zu sehen oder zumindest zu hinterfragen, ist mMn ein klarer Fall.
Monopole sind nie gut für den Verbraucher. Zumindest schon mal nicht, was die Qualität betrifft. Preiskriege auch nicht.
Vorkommnisse wie die bedauernswerte Entscheidung von Beavertown führen dann endgültig zu teils dann auch irrationalen Freund/Feindbildern.

Würde ich es anders machen? Ganz klar: Nein!
Wenn ich eine Brauerei eröffne und AB Inbev bieten mir einen 8-oder neunstelligen Betrag, dann müsste ich doch wirklich saublöd sein, das abzulehnen (oder genug Knete übrig haben dass ich sagen kann, schleicht's euch).

Schmecken darf es (das "Industriebier").
Aber auch ich gebe mein Geld lieber den Kleineren (wenn sie die gleiche oder höhere Qualität bieten, und das muss nicht unbedingt zum selben Preis sein).
Es gilt, die Vielfalt zu erhalten und neuen (oder auch traditionellen) Unternehmen eine Chance zu geben, bzw. zu erhalten, auf einem extem umkämpften Markt.

Dazu tragen wir Hobbybrauer bei, mindestens schon mal in unserem unmittelbaren Umfeld.
Wir schaffen "Awareness" und öffnen Augen.

Und trotzdem werde ich keine MInute drauf verschwenden, ein Gutmanns oder Augustiner zu klonen.
Das krieg ich im Getränkeladen um die Ecke billiger und es schmeckt mir.

Und mit Sicherheit hat das auch dazu begetragen, dass die Amis eben schon recht lange Tradition im Heimbräu haben.
Die, die wir 1991 heimgeschickt haben, haben das Weißbier und das Helle garantiert vermisst... :P
Viele Grüße aus München
Stephan

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Re: Warum darf Bier aus einer großen Brauerei nicht schmecken?

#52

Beitrag von Alt-Phex » Freitag 6. Juli 2018, 03:03

Wir befinden uns mitten in einer Sommelier Apokalypse, plötzlich ist jeder zum Bierexperten mutiert. (Leider kann man die nicht einfach wie in Walking Dead über den Haufen knallen.) Wirklich Plan von der Materie haben die wenigsten. Gestern noch das Becks aus der Pulle genuckelt und jetzt "Craftbeer Jünger" mit nem Chili-Gurken-IPA aus dem Teku Glas. Und so mancher selbsternannter Sommelier pusht sich in den sozialen Medien als Kenner der "Craftbier Revolution" hoch, ohne auch nur das geringste von Bier oder geschweige denn vom brauen zu verstehen. Da werden dann sogar Biere verissen die nicht mal selber verkostet wurden. Gehts noch?

Das ist alles recht amüsant und ich komme da manchmal aus dem Lachen nicht raus. Nüchtern betrachtet kann einem da aber auch Angst und Bange werden. Das Thema wird teilweise so ernst und emotional aufgebauscht, man könnte glatt von Craftbier-Populismus reden. Ein besonders gutes Beispiel, das man auch hier im Forum beobachten konnte, sind die "Craftbiere" vom Lidl. Die werden auch verrissen ohne objektiv verkostet worden zu sein. Vom Discounter darf das nämlich erst recht nicht schmecken. Vermutlich geben die Leute aber nur zuviel Geld für die teure Hipster-Brühe (Das Gegenteil von Industrie Plörre!!) aus und können sich keinen Urlaub mehr leisten. Sonst hätten die mitbekommen das solche Biere in Italien und Spanien zum Standard Sortiment der Discounter gehören. Und die sind nicht schlecht. Das wird hier genauso normal werden, ob die "Crafties" das wollen oder nicht.

Und wenn manche Craftbierbude ein "normales" Bier unter anderem Label verkaufen muss, wel sie sonst der Shitstorm dieser Möchtegern Bierkenner ereilen würde, dann wird es langsam Zeit mal drüber nachzudenken doch die Schrotflinte auszupacken...
"Viele Biere werden am Etikettierer gemacht"

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Re: Warum darf Bier aus einer großen Brauerei nicht schmecken?

#53

Beitrag von §11 » Freitag 6. Juli 2018, 03:21

nrtn hat geschrieben:
Freitag 6. Juli 2018, 00:33
§11 hat geschrieben:
Dienstag 3. Juli 2018, 23:28
Mir fällt in letzter Zeit der impulsive Beißreflex so mancher „Craft- Bier- Jünger“ auf, sobald es um Bier größerer Brauereien geht.
Den merke ich ehrlich gesagt nicht. Wo ist denn diese mystische Forum der Craftbeerfanatisten? Facebook?

Ja, zumindest treten sie da sehr geballt auf :Wink

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Re: Warum darf Bier aus einer großen Brauerei nicht schmecken?

#54

Beitrag von Boludo » Freitag 6. Juli 2018, 06:28

Alt-Phex hat geschrieben:
Freitag 6. Juli 2018, 03:03
Wir befinden uns mitten in einer Sommelier Apokalypse, plötzlich ist jeder zum Bierexperten mutiert. (Leider kann man die nicht einfach wie in Walking Dead über den Haufen knallen.) Wirklich Plan von der Materie haben die wenigsten. Gestern noch das Becks aus der Pulle genuckelt und jetzt "Craftbeer Jünger" mit nem Chili-Gurken-IPA aus dem Teku Glas. Und so mancher selbsternannter Sommelier pusht sich in den sozialen Medien als Kenner der "Craftbier Revolution" hoch, ohne auch nur das geringste von Bier oder geschweige denn vom brauen zu verstehen. Da werden dann sogar Biere verissen die nicht mal selber verkostet wurden. Gehts noch?
Das nennt man Dunning Kruger Effekt, einer meiner Lieblingseffekte:
https://de.m.wikipedia.org/wiki/Dunning-Kruger-Effekt

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Re: Warum darf Bier aus einer großen Brauerei nicht schmecken?

#55

Beitrag von olibaer » Freitag 6. Juli 2018, 09:54

gulp hat geschrieben:
Donnerstag 5. Juli 2018, 08:56
Wer als Hobbybrauer beim Weißbier nicht mit den "Großen" mithalten kann, macht definitiv etwas falsch. :Greets
Naja Peter,

dazu müsste Hobbybrauer zunächst und mehrmals hintereinander in der Lage sein einen beinahe identischen CO2-Gehalt, getrennt und unterscheidlich nach Flaschen-, Fass- und ggf. Dosenbier, einzustellen - natürlich RHG-Konform(kein Zucker, keine Zwangskarbonisierung).

Alleine an dieser Hürde werden schon die meisten scheitern.

Als Topping sollte die Trübung in den unterschiedlichen Gebinden über das MHD hinweg gleichmäßig erhalten bleiben.
Die Hefe aus dem Flaschenbier sollte beim einschenken bitteschön keine Klümpchen bilden, sollte nicht zu viel aber immer gleich viel sein, und das Fassbier sollte über den MHD-Zeitraum nicht ausklaren und "zapfbar" bleiben.

Selbstverständlich ist solch ein Bier mikrobiologisch einwandfrei, schmeckt & riecht immer gleich gut und hält den Schaum.

Was ich hier beschreibe ist eine Mindestanforderung und zugleich eine Erwartungshaltung vom Konsumenten - selbst an Kleinstbetriebe.
Bin ich nicht in der Lage sie so oder ähnlich zu erfüllen, landet ein Großteil der Charge als Reklamation wieder auf dem Brauereihof und/oder wird am Stammtisch/Dorffest/Heimatfest "verrissen". Das Bier ist durch: tolle Schüttung hin, tolle Hefe her.

Achja: Im Sommer sollte es natürlich längere Sonneneinstrahlung und/oder 40-60°C unter der LKW-Plane aushalten und im Winter eine Schockfrostung hier und da.
Dazu müssen die Vertriebswege nicht einmal besonders lang sein. So manch' heimischer "Bierkutscher" neigt dazu am Vorabend "vorzuladen" und stellt den "Bock" dann vor der Haustüre ab. Im Sommer scheint die Sonne drauf, im Winter friert die Ware ein.

So viel zum Thema "mithalten" und "falsch machen" - du vergleichst getrennte Welten :Wink
Gruss
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Re: Warum darf Bier aus einer großen Brauerei nicht schmecken?

#56

Beitrag von chaos-black » Freitag 6. Juli 2018, 10:02

Hm das ist schon echt interessant. Hier wird von den kleinen das gleiche wie von den großen erwartet, während ich in Irland den Eindruck bekommen habe dass die Individualität des einzelnen Sudes geschätzt wird. Gemäß "It is not a bug, it's a feature!" dient es der Abgrenzung von den großen Guinness, Smithwicks, Heineken und Co dass sich unterschiedliche Chargen unterscheiden können. Das wird dann eben als handwerklicher wahrgenommen - schließlich unterscheiden sich die Rohstoffchargen auch.

Beste Grüße,
Alex
Meine Hobbybrauerei: http://brauerei-flaschenpost.de/ (gerade offline)

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Re: Warum darf Bier aus einer großen Brauerei nicht schmecken?

#57

Beitrag von olibaer » Freitag 6. Juli 2018, 11:14

chaos-black hat geschrieben:
Freitag 6. Juli 2018, 10:02
... Das wird dann eben als handwerklicher wahrgenommen - schließlich unterscheiden sich die Rohstoffchargen auch.
Sehe ich auch so, allerdings funktioniert das in seinen Abweichungen nur sehr eingeschränkt - vielleicht im Verbund mit viel inhaltlicher Kommunikation und sehr spezifisch verortet(Pub o.ä.).

Selbst auf einem "Dorffest" kann ich keinem ein (Weiß)bier ohne Schaum, mit zu wenig Kohlensäure, mit Hefebrocken und vielleicht noch leicht angesäuert, als handwerkliches "feature" verkaufen. Das endet am Pranger.

Man muss ja die inhaltlichen "Sprünge" Hobbybrauer->Industriebrauer gar nicht so weit wählen.

Wer als Hobbybrauer, selbst mit viel Erfahrung, plötzlich für 50 Hochzeitsgäste ein Wunschbier brauen soll, merkt doch recht schnell, dass man in der eigenen Wahrnehmung in eine ganz neue Welt eintaucht, obwohl finanziell nichts auf dem Spiel steht und man, nüchtern betrachtet, nichts zu verlieren hat.
Wer sich inmitten solch einem Szenario wieder findet, denkt jetzt schon ganz anders ... und wir sind immer noch beim Hobby ;-)
Gruss
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Re: Warum darf Bier aus einer großen Brauerei nicht schmecken?

#58

Beitrag von bierhistoriker.org » Freitag 6. Juli 2018, 11:47

Alt-Phex hat geschrieben:
Freitag 6. Juli 2018, 03:03
Wir befinden uns mitten in einer Sommelier Apokalypse, plötzlich ist jeder zum Bierexperten mutiert. (Leider kann man die nicht einfach wie in Walking Dead über den Haufen knallen.)
:Mad2


Dieser Satz liegt sehr gut im Rennen um die ignoranteste Aussage des Jahres!

Cheers

Jürgen

PS: Wenn das das Niveau der 2019er Convention sein wird, sind gerade zwei Doppelzimmer im Schloss Romrod freigeworden und ihr könnt die Wettbewerbsbiere selbst beurteilen, weil ja alle so riesige Experten sind :P

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Re: Warum darf Bier aus einer großen Brauerei nicht schmecken?

#59

Beitrag von bierhistoriker.org » Freitag 6. Juli 2018, 11:57

Alt-Phex hat geschrieben:
Freitag 6. Juli 2018, 03:03
Und wenn manche Craftbierbude ein "normales" Bier unter anderem Label verkaufen muss, wel sie sonst der Shitstorm dieser Möchtegern Bierkenner ereilen würde, dann wird es langsam Zeit mal drüber nachzudenken doch die Schrotflinte auszupacken...
... auch die Moderatoren haben sich auf dieser Plattform vermehrt wie die Kaninchen.....
Zeit für die Schrotflinte???


Cheers

Jürgen

PS : Wo ist Erlenmeyer? Titanic 3 :Greets

Ist das hier jetzt zur bierigen "AFD-Hetzplattform" geworden?

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Re: Warum darf Bier aus einer großen Brauerei nicht schmecken?

#60

Beitrag von afri » Freitag 6. Juli 2018, 12:11

bierhistoriker.org hat geschrieben:
Freitag 6. Juli 2018, 11:47
Dieser Satz liegt sehr gut im Rennen um die ignoranteste Aussage des Jahres!
bierhistoriker.org hat geschrieben:
Freitag 6. Juli 2018, 11:47
... auch die Moderatoren haben sich auf dieser Plattform vermehrt wie die Kaninchen.....
Zeit für die Schrotflinte???
Wie bist du denn drauf? Zum Glück kann man in Deutschland frei seine oder ihre Meinung sagen/posten, ohne Sanktionen befürchten zu müssen. Am besten natürlich nett, aber so kann ich auch diese Beiträge tolerieren, wie du sie abgesondert hast. Die finde ich nämlich leicht daneben.
Achim (im übrigen Alt-Phex' Meinung teilend)
Bier ist ein Stück Lebenskraft!

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Re: Warum darf Bier aus einer großen Brauerei nicht schmecken?

#61

Beitrag von bierhistoriker.org » Freitag 6. Juli 2018, 12:17

afri hat geschrieben:
Freitag 6. Juli 2018, 12:11
bierhistoriker.org hat geschrieben:
Freitag 6. Juli 2018, 11:47
Dieser Satz liegt sehr gut im Rennen um die ignoranteste Aussage des Jahres!
bierhistoriker.org hat geschrieben:
Freitag 6. Juli 2018, 11:47
... auch die Moderatoren haben sich auf dieser Plattform vermehrt wie die Kaninchen.....
Zeit für die Schrotflinte???
Wie bist du denn drauf? Zum Glück kann man in Deutschland frei seine oder ihre Meinung sagen/posten, ohne Sanktionen befürchten zu müssen. Am besten natürlich nett, aber so kann ich auch diese Beiträge tolerieren, wie du sie abgesondert hast. Die finde ich nämlich leicht daneben.
Achim (im übrigen Alt-Phex' Meinung teilend)

Also wenn jemand schreibt, dass man bestimmte Leute leider nicht "über den Haufen schießen kann", dann hat man die Grenze der Meinungsfreiheit wahrscheinlich und die des guten Geschmackes eindeutig überschritten!
... und auf einen groben Klotz gehört ein grober Keil!
Ich habe nur die Terminologie des Vorredners benutzt, sonst nichts!

Gruß

Jürgen

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Re: Warum darf Bier aus einer großen Brauerei nicht schmecken?

#62

Beitrag von Johnny H » Freitag 6. Juli 2018, 12:39

Ich finde, dass Du hier ganz eindeutig über das Ziel hinausschießt, Jürgen.

Komm bitte runter. Diese Eskalation, die m.E. jetzt von Dir ausgeht, muss echt nicht sein.
Jubel erscholl, als sich die Trinker von dem schneidigen, köstlichen, bei dem früher in Pilsen erzeugten nie wahrgenommenen Geschmack überzeugten. Die Geburt des Pilsner Bieres!
(E. Jalowetz, Pilsner Bier im Lichte von Praxis und Wissenschaft, 1930)

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Re: Warum darf Bier aus einer großen Brauerei nicht schmecken?

#63

Beitrag von tauroplu » Freitag 6. Juli 2018, 12:57

Bild
Beste Grüße
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„Lass die anderen mit Fichten- und Tannensprossen würzen, der Hopfen ist das Beste, was die Natur uns bietet.“
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Re: Warum darf Bier aus einer großen Brauerei nicht schmecken?

#64

Beitrag von Boludo » Freitag 6. Juli 2018, 12:59

Ich glaub ich weiß, was Alt-Phex meint und ich glaub ich weiß, was Jürgen meint, und beide haben Recht, sprechen aber über was komplett anderes.
Es gibt schon Leute, die meinen wunder was, nur weil die die Ausbildung gemacht haben und wissen trotzdem recht wenig. Diese Leute meinte wohl Bernd
Aber man muss da wirklich aufpassen und darf nicht so tun, wie wenn alle Bier Sommeliere Schwätzer sind. Es gibt wirklich viele ganz excelente Sommeliere und diese Leute sind unglaublich wichtig und transportieren das Thema Bier in die Gesellschaft und sehr viele sind wirklich genial und ich ziehe den Hut vor ihnen.

Stefan
Zuletzt geändert von Boludo am Freitag 6. Juli 2018, 13:10, insgesamt 1-mal geändert.

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Re: Warum darf Bier aus einer großen Brauerei nicht schmecken?

#65

Beitrag von Paule » Freitag 6. Juli 2018, 13:00

tauroplu hat geschrieben:
Freitag 6. Juli 2018, 12:57
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Naja so quickly auch nicht, hat schon fast 60 Beiträge gedauert. :Bigsmile
brewers make wort, yeast makes beer

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Re: Warum darf Bier aus einer großen Brauerei nicht schmecken?

#66

Beitrag von tauroplu » Freitag 6. Juli 2018, 13:02

Nee, gerechnet vom Post von Altphex bis jetzt ging es schon recht schnell :Pulpfiction
Beste Grüße
Michael michael.plum@arcor.de

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Re: Warum darf Bier aus einer großen Brauerei nicht schmecken?

#67

Beitrag von gulp » Freitag 6. Juli 2018, 13:06

olibaer hat geschrieben:
Freitag 6. Juli 2018, 09:54
gulp hat geschrieben:
Donnerstag 5. Juli 2018, 08:56
Wer als Hobbybrauer beim Weißbier nicht mit den "Großen" mithalten kann, macht definitiv etwas falsch. :Greets
Naja Peter,

dazu müsste Hobbybrauer zunächst und mehrmals hintereinander in der Lage sein einen beinahe identischen CO2-Gehalt, getrennt und unterscheidlich nach Flaschen-, Fass- und ggf. Dosenbier, einzustellen - natürlich RHG-Konform(kein Zucker, keine Zwangskarbonisierung).

Alleine an dieser Hürde werden schon die meisten scheitern.

Als Topping sollte die Trübung in den unterschiedlichen Gebinden über das MHD hinweg gleichmäßig erhalten bleiben.
Die Hefe aus dem Flaschenbier sollte beim einschenken bitteschön keine Klümpchen bilden, sollte nicht zu viel aber immer gleich viel sein, und das Fassbier sollte über den MHD-Zeitraum nicht ausklaren und "zapfbar" bleiben.

Selbstverständlich ist solch ein Bier mikrobiologisch einwandfrei, schmeckt & riecht immer gleich gut und hält den Schaum.

Was ich hier beschreibe ist eine Mindestanforderung und zugleich eine Erwartungshaltung vom Konsumenten - selbst an Kleinstbetriebe.
Bin ich nicht in der Lage sie so oder ähnlich zu erfüllen, landet ein Großteil der Charge als Reklamation wieder auf dem Brauereihof und/oder wird am Stammtisch/Dorffest/Heimatfest "verrissen". Das Bier ist durch: tolle Schüttung hin, tolle Hefe her.

Achja: Im Sommer sollte es natürlich längere Sonneneinstrahlung und/oder 40-60°C unter der LKW-Plane aushalten und im Winter eine Schockfrostung hier und da.
Dazu müssen die Vertriebswege nicht einmal besonders lang sein. So manch' heimischer "Bierkutscher" neigt dazu am Vorabend "vorzuladen" und stellt den "Bock" dann vor der Haustüre ab. Im Sommer scheint die Sonne drauf, im Winter friert die Ware ein.

So viel zum Thema "mithalten" und "falsch machen" - du vergleichst getrennte Welten :Wink
Puh Oli,

da machst du ja wieder ein Faß auf. So wie das von mit dasteht hast du natürlich Recht, in fast allen Punkten. Ich ergänze mal um ein wichtiges Wort:
Wer als Hobbybrauer beim Weißbier nicht mit den "Großen" geschmacklich mithalten kann, macht definitiv etwas falsch.
Mit gestrippter Gutmann Hefe aus frischen Flaschen und einem guten Rezept ist das recht einfach zu erreichen.
So viel zum Thema "mithalten" und "falsch machen" - du vergleichst getrennte Welten
Absolut richtig. Meine Welt ist nun mal die des Hobbybrauers. :Greets

Im übrigen habe ich keine Lust mich hier immer nach "allen Regeln der Braukunst" korrekt auszudrücken. Das kommt halt zuweilen etwas flapsig oder gar grantig daher, dafür aber auch einigermaßen belebend, hoffe ich. :Smile

Die anderen Punkte, wie Reproduzierbarkeit, oder Hitzebeständigkeit, weil bezechte Bierfahrer den Lastwagen in die Sonne stellen, müssen mich als Hobbybrauer nicht interessieren.

Allerdings habe ich schon lange kein Weissbier mehr gebraut, Saison ist für mich inzwischen wesentlich interessanter.

Gruß
Peter, der gerne das helle Tucher Weizen trinkt.
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Re: Warum darf Bier aus einer großen Brauerei nicht schmecken?

#68

Beitrag von Paule » Freitag 6. Juli 2018, 13:09

Boludo hat geschrieben:
Freitag 6. Juli 2018, 12:59
Ich glaub ich weiß, was Alt-Phex meint und ich glaub ich weiß, was Jürgen meint, und beide haben Recht, sprechen aber über was komplett anderes.

Stefan
tauroplu hat geschrieben:
Freitag 6. Juli 2018, 13:02
Nee, gerechnet vom Post von Altphex bis jetzt ging es schon recht schnell :Pulpfiction
Naja die Wortwahl von Alt-Phex war recht provozierend. :Wink
Alt-Phex hat geschrieben:
Freitag 6. Juli 2018, 03:03
Das Thema wird teilweise so ernst und emotional aufgebauscht, man könnte glatt von Craftbier-Populismus reden.
Es ist doch nur deshalb so emotional, weil Bier oder auch Craftbier wieder ein riesen Thema in der Gesellschaft ist. Da haben die "Craftbeer Jünger" (scheren wir sie doch einfach alle über einen Kamm :Wink ) auch einen großen Anteil dran. Ich finds gut. Die Leute reden wieder drüber. Klar gibt es immer welche, die weniger und manche die mehr von der Materie verstehen. Aber Hauptsache finde ich, dass der Begriff Bier mal wieder vom Staub befreit wurde.
Alt-Phex hat geschrieben:
Freitag 6. Juli 2018, 03:03
Ein besonders gutes Beispiel, das man auch hier im Forum beobachten konnte, sind die "Craftbiere" vom Lidl.
Die Geschichte mit den Lidl Bieren kann man auch genau andersherum sehen. Hier im Forum und auch in sozielen Medien wurden sie verkostet, bewertet und meist bei ok/gar nicht mal so übel eingestuft. Gibt immer 2 Seiten...
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Re: Warum darf Bier aus einer großen Brauerei nicht schmecken?

#69

Beitrag von grüner Drache » Freitag 6. Juli 2018, 13:18

Hallo!

Ich denke, diese Eskalation ist durch die Frage, warum Bier aus einer großen Brauerei dem "Craft-beer-Jünger" nicht schmecken darf schon vorgegeben.
Hier sind sicher sehr viele Leute mit einem enormen Wissen über Bier vertreten, und es gibt auch die Haltung alles ganz fachlich und wissenschaftlich begründen und darlegen zu können - schließlich sind wir ja ein Fachforum :Wink

Ich habe selber den Versuch unternommen, den Begriff. "craft-beer" irgendwie zu retten - und bin damit gescheitert ...

Vielleicht hätte ich dazu sagen müssen, dass auch den Begriff selber für undefinierbar halte...

er beschreibt für mich eher eine Art Trend, eine Epoche, eine Bewegung, eine Begeisterung.

Sicher trägt die Craftbeerwelle auch seltsame Blüten, wie meinetwegen die ganzen auffälligen Somelier.

Aber muss man denn hier so bierernst drauf reagieren?

Ich finde nicht, und kann das auch begründen:

" Weil man sich damit möglicherweise um ne geile Zeit bringt ! :Wink

Ich glaube nämlich daran, dass es die Craftbeerwelle gibt, und finde es spannend in dieser Zeit zu Leben.
Egal ob ich das jetzt wissenschaftlich begründen kann oder nicht...
Vielleicht kann man die crafteer-Welle als Bewegung, als Epoche verstehen wenn man sich folgendes Zitat anschaut:

" ZITAT
 Ein Höhepunkt den man nie wieder erlebt. San Francisco mitte der 60iger, war eine besondere Zeit und ein besonderer Ort um dazuzugehören. Aber keine Erklärung, keine Wortkombination oder Musik oder Erinnerung könnte an das Gefühl heranreichen zu wissen, dass man dabei war und in jener Ecke der Zeit, und in der Welt gelebt hat, was immer das bedeutet. Es herrschte Wahnsinn in jeder Richtung, zu jeder Stunde, man konnte überall Funken erzeugen. Es herrschte ein fantastisches, universelles Gefühl, dass was immer wir taten richtig war, dass wir gewinnen würden. Und dass denke ich war der Haken. Dieses Gefühl des unvermeitlichen Sieges über des Alten und des Bösen, nicht in einem fiesen oder militerischen Sinne, dass hatten wir nicht nötig. Unsere Energien würden sich einfach durchsetzten. Wir hatten den Moment auf unserer Seite,wir ritten auf den Kamm einer hohen und wunderschönen Welle. Und jetzt nicht ganz 5 Jahre später, kann man auf einen steilen Hügel in Las Vegas klettern, und nach Westen sehn,und wenn man die richtigen Augen hat, kann man die Hochwassermarke sehn, den Ort wo sich die Welle schließlich brach und zurückrollte." 

(aus dem Film:

fear and loathing in las Vegas)

Es gibt heute auch noch ellenlange Diskussion darüber, ob damals was passiert ist, und was das gebracht hat und ob die Zeit irgendetwas verändert hat.
Solche Diskussionen sollte man mit dem nötigen Abstand führen, jetzt geht es darum entspannt zu bleiben.
Ich finde diese Dinge wie die Markennamenschutzrechtkakke zeigt das nur zu gut :Wink
Also, beruhigt Euch, schönes Wochenende!

Allzeit gut Sud!
:Drink
Ciao,Alex!
Der grüne Drache zu Wasserau - Dort brauen sie ein Bier so braun, dass selbst der Mann im Mond kam schauen ...

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Re: Warum darf Bier aus einer großen Brauerei nicht schmecken?

#70

Beitrag von Felix83 » Freitag 6. Juli 2018, 13:39

Durch solche eskalativen Diskussionen hier im Forum über Craft und die Bedeutung kam ich übrigens auf meine spezielle Nische mit der Brauerei. Ich wollte einfach nicht in diese Grabenkämpfe als Firma mit einsteigen. Hab auch extra einen Abschnitt auf der Webseite, der sich mit der Diskussion beschäftigt und den Begriff Craft sogar kritisch diskutiert.

Daher die Idee, sich auf "normale" Casual Biertrinker zu konzentrieren, aber diese extremen Leute (Ich hasse das neumodische Zeugs <-> Craft ist das einzig echte Bier) auch möglichst mit abzuholen.

Einfach mit Bieren, die zwar "craftig" sind, aber dennoch gut schüttbar, eine Alternative zum Standardpils darstellen und vom Fass erhältlich sind, speziell für Partys und kleine Runden.

Ich hatte diese Diskussion noch nie mit irgendjemand, weil das Bier einfach für alle gut passt und die Craftneulinge trotzdem erkennen, dass es was ganz anderers ist, die Craft Fetischisten aber auch nicht vergrault.

Darum gehts eigentlich. Einen gemeinsamen Nenner finden, anstatt sich gegenseitig schlecht zu reden. Is wie Tozzi oben geschrieben hat. Alles ist nur noch extrem.
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Re: Warum darf Bier aus einer großen Brauerei nicht schmecken?

#71

Beitrag von flying » Freitag 6. Juli 2018, 13:58

bierhistoriker.org hat geschrieben:
Freitag 6. Juli 2018, 11:57
Alt-Phex hat geschrieben:
Freitag 6. Juli 2018, 03:03
Und wenn manche Craftbierbude ein "normales" Bier unter anderem Label verkaufen muss, wel sie sonst der Shitstorm dieser Möchtegern Bierkenner ereilen würde, dann wird es langsam Zeit mal drüber nachzudenken doch die Schrotflinte auszupacken...
... auch die Moderatoren haben sich auf dieser Plattform vermehrt wie die Kaninchen.....
Zeit für die Schrotflinte???


Cheers

Jürgen

PS : Wo ist Erlenmeyer? Titanic 3 :Greets

Ist das hier jetzt zur bierigen "AFD-Hetzplattform" geworden?
Sind doch schon ein paar weniger geworden...also pack die Büchse wieder ein.. :Drink
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Re: Warum darf Bier aus einer großen Brauerei nicht schmecken?

#72

Beitrag von §11 » Freitag 6. Juli 2018, 14:15

Ich glaube sogar das ihr beiden ziemlich aneinander vorbeiredet

Bernd und ich haben oft unseren Spaß an „selbsternannten“ Biersommeliers, die weder eine Ausbildung zum Sommelier haben, noch Ahnung vom Brauen, sich aber toll verkaufen und dann scheinbar in der Lage sind das Bier auch ohne Verkostung bewerten zu können. Da kommen dann Aussagen rum wie das ein Maisel zu billig ist um gut sein zu können :Mad2

Scheinbar ist es aber hier wie im politischen Populismus, wer am lautesten schreit und verbal Tiefschläge verteilt, der findet Gehör. Unter den Blinden ist der Einäugige halt König :Wink

Ist wie zur WM, wo wir 80 Millionen Bundestrainer haben, so haben wir beim Bier plötzlich nur noch Braumeister und Michael Jacksons.

Und in Romrod trinkt ihr dann mal ein Bier zusammen, das ist nämlich ein weiterer positiver Effekt von Bier. Es verbindet.

Grüße aus New York

Jan

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Re: Warum darf Bier aus einer großen Brauerei nicht schmecken?

#73

Beitrag von Alt-Phex » Freitag 6. Juli 2018, 14:33

Bei mir schwingt in solchen Diskussionen halt immer etwas Ironie und Sarkasmus mit. Sorry, ich schreib es nächstes mal extra dazu.
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Re: Warum darf Bier aus einer großen Brauerei nicht schmecken?

#74

Beitrag von olibaer » Freitag 6. Juli 2018, 15:58

Hallo Peter,
gulp hat geschrieben:
Freitag 6. Juli 2018, 13:06
Mit gestrippter Gutmann Hefe aus frischen Flaschen und einem guten Rezept ist das recht einfach zu erreichen.
Was genau ist an "Hefestripping" aus Fremdflaschen für den Hobbybrauer einfach - nichts. Ein riesen Aufwand mit ungewissem Ausgang.
gulp hat geschrieben:
Freitag 6. Juli 2018, 13:06
Im übrigen habe ich keine Lust mich hier immer nach "allen Regeln der Braukunst" korrekt auszudrücken.
Mag ja sein, dass du keine "Lust" mehr hast, bedingt aber auch, dass du aufhörst Bälle ins Spiel zu kegeln, deren Flugbahn du nicht einschätzen kannst :Wink
Gruss
Oli
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Re: Warum darf Bier aus einer großen Brauerei nicht schmecken?

#75

Beitrag von nrtn » Freitag 6. Juli 2018, 16:53

Hier wird sich sogar im 2-wöchentlichen "wir sind uns alle einig dass Kaufbier auch ok ist" Thread gestritten :)
Was steht denn für nächste Woche an? Backofenflaschen oder Steril-gibt-es-nicht? [/übertriebener Sarkasmus]

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Re: Warum darf Bier aus einer großen Brauerei nicht schmecken?

#76

Beitrag von gulp » Freitag 6. Juli 2018, 18:18

Was genau ist an "Hefestripping" aus Fremdflaschen für den Hobbybrauer einfach - nichts. Ein riesen Aufwand mit ungewissem Ausgang.
Stimmt, in letzter Zeit ist das immer schwieriger geworden. Früher war das mal einfach:

https://hobbybrauer.de/modules.php?name ... &tid=19003

Der Ausgang ist genau so gewiss, oder ungewiss wie der mit Trockenhefe. Freilich ist es besser Trockenhefe im Ärmel zu haben, falls das Strippen misslingt.
Mag ja sein, dass du keine "Lust" mehr hast, bedingt aber auch, dass du aufhörst Bälle ins Spiel zu kegeln, deren Flugbahn du nicht einschätzen kannst :Wink
Der war gut. :Bigsmile Einen Schei.. werde ich aufhören. Um bei dem Bild zu bleiben: Bälle, deren Flugbahn schwer zu berechnen sind, landen oft im Tor :P
Hier wird sich sogar im 2-wöchentlichen "wir sind uns alle einig dass Kaufbier auch ok ist" Thread gestritten :)
Und beim nächsten Treffen hocken die "Blödmänneken, einschließlich mir " dann alle wieder an einem Tisch und glotzen seelig in ihr Bierglas.

Gruß
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Re: Warum darf Bier aus einer großen Brauerei nicht schmecken?

#77

Beitrag von olibaer » Samstag 7. Juli 2018, 12:16

gulp hat geschrieben:
Freitag 6. Juli 2018, 18:18
Und beim nächsten Treffen hocken die "Blödmänneken, einschließlich mir " dann alle wieder an einem Tisch und glotzen seelig in ihr Bierglas.
Das ist es, was uns ausmacht - wir können das noch. Eine ganz wunderbare Tradition :Drink
Gruss
Oli
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Re: Warum darf Bier aus einer großen Brauerei nicht schmecken?

#78

Beitrag von Johnny H » Samstag 7. Juli 2018, 15:19

gulp hat geschrieben:
Freitag 6. Juli 2018, 18:18
Was genau ist an "Hefestripping" aus Fremdflaschen für den Hobbybrauer einfach - nichts. Ein riesen Aufwand mit ungewissem Ausgang.
Stimmt, in letzter Zeit ist das immer schwieriger geworden. Früher war das mal einfach:

https://hobbybrauer.de/modules.php?name ... &tid=19003

Der Ausgang ist genau so gewiss, oder ungewiss wie der mit Trockenhefe. Freilich ist es besser Trockenhefe im Ärmel zu haben, falls das Strippen misslingt.

[...]
Strippen halte ich für deutlich(!!) schwieriger, und den Ausgang ungewisser als die Arbeit mit Trockenhefe. Letztere ist, sofern man einige wenige Grundregeln beachtet, doch fast narrensicher im Umgang. Bei Striphefe hingegen ist es mit herkömmlichen Mitteln quasi unmöglich, den Zustand abzuschätzen.

Diesbezüglich besteht ein Riesenunterschied zu zwischen Strip- und Trockenhefe, und erst vor zwei Jahren habe ich mir mit einer Gutmann-Striphefe, die auch in einem Starter nicht ankommen wollte, um ein Haar einen Sud versaut. Unter anderem deswegen, weil ich mich auf die "einfache" (sic!) Faustregel von vier Flaschen pro 20l verlassen habe.
Jubel erscholl, als sich die Trinker von dem schneidigen, köstlichen, bei dem früher in Pilsen erzeugten nie wahrgenommenen Geschmack überzeugten. Die Geburt des Pilsner Bieres!
(E. Jalowetz, Pilsner Bier im Lichte von Praxis und Wissenschaft, 1930)

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Re: Warum darf Bier aus einer großen Brauerei nicht schmecken?

#79

Beitrag von dpjBrau » Mittwoch 11. Juli 2018, 16:55

olibaer hat geschrieben:
Freitag 6. Juli 2018, 09:54
gulp hat geschrieben:
Donnerstag 5. Juli 2018, 08:56
Wer als Hobbybrauer beim Weißbier nicht mit den "Großen" mithalten kann, macht definitiv etwas falsch. :Greets
Naja Peter,

dazu müsste Hobbybrauer zunächst und mehrmals hintereinander in der Lage sein einen beinahe identischen CO2-Gehalt, getrennt und unterscheidlich nach Flaschen-, Fass- und ggf. Dosenbier, einzustellen - natürlich RHG-Konform(kein Zucker, keine Zwangskarbonisierung).

Alleine an dieser Hürde werden schon die meisten scheitern.

Als Topping sollte die Trübung in den unterschiedlichen Gebinden über das MHD hinweg gleichmäßig erhalten bleiben.
Die Hefe aus dem Flaschenbier sollte beim einschenken bitteschön keine Klümpchen bilden, sollte nicht zu viel aber immer gleich viel sein, und das Fassbier sollte über den MHD-Zeitraum nicht ausklaren und "zapfbar" bleiben.

Selbstverständlich ist solch ein Bier mikrobiologisch einwandfrei, schmeckt & riecht immer gleich gut und hält den Schaum.

Was ich hier beschreibe ist eine Mindestanforderung und zugleich eine Erwartungshaltung vom Konsumenten - selbst an Kleinstbetriebe.
Bin ich nicht in der Lage sie so oder ähnlich zu erfüllen, landet ein Großteil der Charge als Reklamation wieder auf dem Brauereihof und/oder wird am Stammtisch/Dorffest/Heimatfest "verrissen". Das Bier ist durch: tolle Schüttung hin, tolle Hefe her.

Achja: Im Sommer sollte es natürlich längere Sonneneinstrahlung und/oder 40-60°C unter der LKW-Plane aushalten und im Winter eine Schockfrostung hier und da.
Dazu müssen die Vertriebswege nicht einmal besonders lang sein. So manch' heimischer "Bierkutscher" neigt dazu am Vorabend "vorzuladen" und stellt den "Bock" dann vor der Haustüre ab. Im Sommer scheint die Sonne drauf, im Winter friert die Ware ein.

So viel zum Thema "mithalten" und "falsch machen" - du vergleichst getrennte Welten :Wink
Geht es wirklich darum Oli? - Bei mir zu mindestens nicht. Ich weiß, dass es für mich nicht möglich ist 2 absolut identische Biere zu brauen. Dafür gibt es bei mir zu viele unbekannte bzw. schlecht/nicht kontrollierbare Faktoren. Ein gutes Weizen bekomme ich trotzdem hin (zu mindest wenn ich denen glauben darf, die es gerne trinken). Jedes anders, aber doch ähnlich. - Natürlich gibt es hervorragende Weizen zu kaufen, aber ich will gar nicht mit einer Braurei konkurieren.

Zum Thema:
ich bekommme bei den großen Konzernen insoweit Bauchweh, weil diese ein überall trinkbares Bier brauen und da bleiben zwangsläufig die Vielfalt und die regionale Eigentümlichkeit mit auf der Stecke. Wenn ein Bier in Australien genauso schmecken soll wie in LA oder in Alaska oder in München etc. , dann bleibt nicht viel Spielraum für Regionalität. Die Biere sind alle nicht schlecht, Braufehler findet man da garantiert nicht. - Nur ist es eben auch so, dass Craft-Bier ein Label für Qualität ist. - Aber das Label "Hobbygebrautes" eben auch nicht. Neben bei denke ich, dass einige Brauer auch das Label Craft-Bier für sich entdeckt haben, um richtig Geld zu verdienen und die Qualität nicht die erste Geige spielt.

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Re: Warum darf Bier aus einer großen Brauerei nicht schmecken?

#80

Beitrag von Boludo » Mittwoch 11. Juli 2018, 17:05

Craft hat null mit Qualität zu tun. Reinheitsgebot auch nicht. Hobbygebraut erst recht nicht.

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Re: Warum darf Bier aus einer großen Brauerei nicht schmecken?

#81

Beitrag von Schlafwagenschaffner » Mittwoch 11. Juli 2018, 21:34

Definiere doch bitte mal Qualität.

Jens
„Man kann ohne Liebe Holz hacken, Eisen schmieden und Ziegel formen,
Bier brauen ohne Liebe aber kann man nicht.“ Lew Nikolajewitsch Graf Tolstoi

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Re: Warum darf Bier aus einer großen Brauerei nicht schmecken?

#82

Beitrag von Tozzi » Mittwoch 11. Juli 2018, 21:40

Guter Einwand!
Das geht nämlich nicht.
Ein etwas schwieriges, aber wie ich finde trotz allem sehr gutes Buch zum Thema:
https://de.wikipedia.org/wiki/Zen_und_d ... _zu_warten
Viele Grüße aus München
Stephan

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Re: Warum darf Bier aus einer großen Brauerei nicht schmecken?

#83

Beitrag von flying » Donnerstag 12. Juli 2018, 14:27

Qualität hat immer was mit Kontext zu tun. Man definiert für einen Stil gewisse Parameter und wenn diese nicht getroffen werden ist die Qualität schlecht. Mit gutem oder schlechtem Geschmack hat selbst das nichts zu tun. Vereinfacht ausgedrückt. Ein super Weißbier ist ein qualitativ extrem schlechtes Pils, wenn man so will.

Ich hab schon sehr warm vergorene Untergärige getrunken. Sehr viele Ester. Eines davon war mit Holzchips versetzt und schmeckte toll nach Birne und Holznoten. Richtig geiles Zeuch. Qualitativ gesehen, gemessen am Bierstil aber ein totaler Reinfall.

Und um die Sache auf die Spitze zu treiben kommt jetzt der Clou. Wer sagt denn was Qualität ist oder nicht? Da kommt meinetwegen jetzt jemand der groß, stark und gutausehend ist. Charismatisch und eloquent. Ein Method- Acting- Halbgott mit Tekuglas. Der trinkt so ein Bier, findet es gut und beschreibt es voller sprachlicher Schönheit und führt noch einen Ausdruckstanz darum aus..

Voila...ein neuer Qualitätsmaßstab ist geboren!
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Re: Warum darf Bier aus einer großen Brauerei nicht schmecken?

#84

Beitrag von Bierwisch » Donnerstag 12. Juli 2018, 14:57

Immer wieder schön euch "zuzuhören"...
Der Klügere kippt nach!

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Re: Warum darf Bier aus einer großen Brauerei nicht schmecken?

#85

Beitrag von Fauntleroy » Samstag 14. Juli 2018, 16:46

Neue Kategorie: Der Wutbrauer.
Eigentlich ist alles schon gesagt - aber noch nicht von jedem! (frei nach K. Valentin)

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Re: Warum darf Bier aus einer großen Brauerei nicht schmecken?

#86

Beitrag von uli74 » Samstag 14. Juli 2018, 20:56

Wer soll das sein?
Gruss

Uli

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Re: Warum darf Bier aus einer großen Brauerei nicht schmecken?

#87

Beitrag von §11 » Samstag 14. Juli 2018, 23:49

ich bekommme bei den großen Konzernen insoweit Bauchweh, weil diese ein überall trinkbares Bier brauen und da bleiben zwangsläufig die Vielfalt und die regionale Eigentümlichkeit mit auf der Stecke.
Absolut! Das ist mein Punkt. Aber dann sollte man diese Kritik beim Namen nennen und nicht das Bier schlecht machen.

Es wäre ehrlich zu sagen ich trinke das Becks IPA nicht weil ich auch in Zukunft viele kleine regionale Brauereien will. Aber auf was es leider immer rausläuft ist:“ das Becks IPA ist die letzte Plörre und schmeckt Scheisse.“

Das ist aber im Grunde genauso verlogen wie Siegelhopfen und Küstengerste.

Gruß

Jan

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Re: Warum darf Bier aus einer großen Brauerei nicht schmecken?

#88

Beitrag von Sura » Sonntag 15. Juli 2018, 01:17

Wenn es die Empfindung ist, warum ist das verlogen?

Wenn ich Essen gehe, und ich sehe vor der Bestellung das die Küche ein Dreckhaufen ist und die Klos nicht geputzt, dann wird mir das Essen NIE schmecken, egal wie lecker es hätte sein können. Die Gedanken und Gefühle, die man mit einem Essen verbindet, helfen oder stören beim Geschmacksempfinden.

Darum schmeckt der (billige) Wein im Urlaub am Strand so toll.
Darum mag mein Kleiner keine Lasagne mehr, weil er das wohl mit seiner Magen-Darm Krankheit vom letzten Jahr verbindet. (Klappt also auch bei Kleinkindern)

Und Autosuggestion klappt halt auch bei Kaufbieren: Mich spricht das Wort Küstengerste an, egal wie unsinnig es ist, und schon schmeckts mir als Nordlicht besser. Siegelhopfen dagegen klingt in meinen Ohren arrogant und überheblich, und darum mag ich das entsprechende Bier schon mal garnicht. Das ist aber nicht verlogen. Das ist einfach so.
In den meisten Fällen ist ein Post von mir genau so zu verstehen wie er geschrieben ist.

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Re: Warum darf Bier aus einer großen Brauerei nicht schmecken?

#89

Beitrag von gulp » Sonntag 15. Juli 2018, 01:34

Siegelhopfen dagegen klingt in meinen Ohren arrogant und überheblich, und darum mag ich das entsprechende Bier schon mal garnicht. Das ist aber nicht verlogen. Das ist einfach so.
Siegelhopfen ist nichts schlimmes und hat mit Arroganz so gar nichts zu tun. Das schützt vor Qualitätsverfälschung: https://hvg-germany.de/de/qualitaetssic ... nftsgesetz
Natürlich war da Franken wieder mal führend. Das älteste Hopfensiegel kommt aus Spalt aus dem 16. Jahrhundert. :Greets

Gruß
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Re: Warum darf Bier aus einer großen Brauerei nicht schmecken?

#90

Beitrag von Sura » Sonntag 15. Juli 2018, 07:33

gulp hat geschrieben:
Sonntag 15. Juli 2018, 01:34
Siegelhopfen dagegen klingt in meinen Ohren arrogant und überheblich, und darum mag ich das entsprechende Bier schon mal garnicht. Das ist aber nicht verlogen. Das ist einfach so.
Siegelhopfen ist nichts schlimmes und hat mit Arroganz so gar nichts zu tun. Das schützt vor Qualitätsverfälschung: https://hvg-
Das meine ich ja: Es ist nichts schlimmes, ich weiss es, aber trotzdem klingt es in meinen Ohren in der entsprechenden Werbung nach: "Ällabätsch! Wir sind die einzigen mit dem tollen Siegelhopfen den sonst nieeeeemand hat, und darum ist das Bier auch das beste, selbst wenn andere wollten, sie könnten ja garnicht!"
In den meisten Fällen ist ein Post von mir genau so zu verstehen wie er geschrieben ist.

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