Liefmans Kriek Brut

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tauroplu
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Liefmans Kriek Brut

#1

Beitrag von tauroplu » Freitag 12. Oktober 2018, 17:14

Hallo, zusammen,
im letzten Frankreich Urlaub ist mir das Bier in die Hände gefallen und es hat mir auf Anhieb sehr, sehr gut gefallen. Daher hier meine etwas ausführlicheren Verkostungsnotizen.

Allgemeine Angaben: 6 Vol.-% Alk. Bier mit Kirschen gereift. Aromatisiert, gebraut mit 6% echten Kirschen und Gerstenmalz.
Zusätzlich gibt es noch die Information: 2016 vermischt und 2 Jahre gereift.

Für diejenigen unter Euch, die mit dem Thema Kriek nicht viel anfangen können, hier mal ein link, um sich ein wenig einzulesen: https://de.wikipedia.org/wiki/Kriek

Aussehen: Die Farbe ist eher rostbraun als kirschrot und irgendwie nicht so einladend. Es wirkt hier auf dem Bild dunkler als es in Wirklichkeit ist. Der Schaum ist feinporig, nicht zu üppig aber gut haltbar.

Geruch: Kirscharomen? Fehlanzeige. Das typische Pferdedeckenaroma (Mischung aus gealtertem Hopfen und dezente Brettnoten) steigt direkt in die Nase, ist dabei aber nicht allzu vordergründing bzw. erschlägt nicht alles andere und ist gut eingebunden in eine feinsäuerliche Note. Untermalt wird das alles durch eine ausgewogene und feine Holznote von der Fasslagerung. Erst nach längerem Hinriechen erscheinen dann die typischen Belgischen Hefenoten.

Geschmack: Beim Geschmack macht sich direkt eine herrlich-fruchtige Kirschnote breit, die wunderbar begleitet und unterstützt wird durch eine fein-pricklige Säurekomponente. Obwohl brut, ist ganz am Ende eine sehr dezente süßliche Komponenen auszumachen. Etwas später belegt eine dezente Bittere die Zungenoberfläche. Aber auch diese Bittere (Mischung aus Hopfenbittere und Eichenbittere) ist herrlich abgerundet und fügt sich in den fruchtig-prickelig-frischen Aromenreigen ein. Wow, sehr lecker und sehr gut gemacht! Die Säure hält sich ein klein wenig im Mund und wird dann von der schönen Herbe abgelöst. Ein Durstlöscher par exellence, jedoch sollte man den Alkoholgehalt von immerhin 6 Vol.-% im Auge behalten.

Fazit: Eine sehr schöne Variante des Kriek, die nicht übertrieben säuerlich (für meinen Geschmack) erscheint, sondern sich in einer wunderbaren Kombination aus Frucht, Säure, Hefearomen und Holznoten präsentiert. Ein ganz herrliches Kriek mit unbedingter Trinkempfehlung.

K1600_LiefmansKriekBrut.JPG
Beste Grüße
Michael michael.plum@arcor.de

„Lass die anderen mit Fichten- und Tannensprossen würzen, der Hopfen ist das Beste, was die Natur uns bietet.“
Aus "Das Erbe des Bierzauberers" von Günther Thömmes, Gmeiner Verlag

tbln
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Re: Liefmans Kriek Brut

#2

Beitrag von tbln » Samstag 13. Oktober 2018, 14:57

Schönes Bier! Ich dachte bisher immer, dass die Belgier den Begriff Kriek ausschließlich für mit Sauerkirschen/Schattenmorellen nachvergorenes junges Lambic nutzen. Interessanterweise verwendet Liefmans wohl Schwarzkirschen also Süßkirschen und das oud bruin also Braunbier als Basis. Die Variante mit Braunbier + Früchte gibt es auch von Rodenbach. Das Alexander ist sehr zu empfehlen, bringt aber etwas mehr Essigsäure mit.

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