Craft Bier-Brauer knöpfen sich Fake-Brauer vor

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Craft Bier-Brauer knöpfen sich Fake-Brauer vor

#1

Beitrag von Parleitner » Freitag 27. Juli 2018, 10:58

Hallo zusammen,

gestern hab ich in der Brauwelt folgenden Artikel gelesen:
Belgien
Craft Bier-Brauer knöpfen sich Fake-Brauer vor
Verstl, I.
„Brauer ohne eigene Pfanne“, um es unmissverständlich zu sagen, werden international mit verschiedenen Namen bedacht: Gypsies (Zigeuner!), Virtuelle, Kuckucke, Phantome, Pseudos und Fakes. Negative Assoziationen sind beabsichtigt. „Authentizität” ist der Schlachtruf der Craft Bier-Szene im Wettbew...


Es geht dabei um die steigend hohe Anzahl an "Brauer ohne eigene Pfanne", was sich mit dem "Craft" begriff widerspricht, da ja selber nichts gemacht wird.

Ich sehe das Thema mit gemischten Gefühlen. Eine eigene Pfanne ist meiner Meinung nach nicht notwendig, wenn dafür andere Bedingungen erfüllt sind, wie z.B. eine Veredelung wie es Schneeeule macht. Wichtig wäre hier auch die Rezeptherkunft. Wenn daheim auf einer Hobbyanlage oder eine kleinen Versuchsbrauerei eine Rezept entwickelt wird und dann der eigentliche große Ausstoß und Abfüllung vergeben wird, kann man meiner Meinung nach nicht von Fake-Brauern ausgehen. Wenn stattdessen der Brauer nur Marketing betreibt und auch die Rezeptentwicklung außer Haus gibt hat das mit einem craftbrewer nichts mehr zu tun. Das wird dann von mir auch boykottiert. Problem ist, dass man sowas in der Regel nicht in Erfahrung bringt, aber die Vermutungen sind bei einigen da, dass die eigentlich vom brauen keine Ahnung haben.

Hier noch der offenen Brief von der belgischen Brauerei:
https://belgianbeerandfood.com/articles ... -the-alarm

Wie seht ihr das?

Gruß
Tom

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Re: Craft Bier-Brauer knöpfen sich Fake-Brauer vor

#2

Beitrag von Brauwolf » Freitag 27. Juli 2018, 11:15

Der Begriff "Zigeuner" ist negativ belegt und erfüllt den Tatbestand der Volksverhetzung.

Ansonsten bleibt nur zu sagen, dass auf der anderen Seite des "fake-"Brauers eine Lohnbrauerei steht, die Kapazitäten frei hat, weil sie mit ihrer Standardplörre keine Umsätze reißt. Es steht ihr jederzeit frei, zur Anfrage eines "fake-"Brauers nein zu sagen.

So ergibt sich aber eine interessante Collaboration, die Menschen ernährt und den Verbrauchern neue Biersorten beschert.

Cheers, Ruthard
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Re: Craft Bier-Brauer knöpfen sich Fake-Brauer vor

#3

Beitrag von Felix83 » Freitag 27. Juli 2018, 11:16

Im Endeffekt gehts um den Geschmack des Endprodukts, sowie den Markenkern und -Mantel drum rum. Wenn das ein Gypsy hinbekommt zu vermitteln, passt es doch. Der Markt regelt das. Ich kaufe gern Brewage Biere und das sind Gypsis.

Für mich persönlich wäre Gypsybrauen nicht in Frage gekommen, da ich meine Story von meiner Nanobrauerei vermitteln will, den Aufbau, die Anstregung, die Rezepte etc. Das Ganze soll für mich so authentisch auf den Endkunden wirken. Aber das ist meine Marketingentscheidung.

Was es aber mittlerweile gibt und mich aufregt, sind schlicht und einfach Lügner.
Ich hab eine "Craft Brauerei" bei mir im Ort, die labern auf ihrer Webseite, dass sie auf nem Bauernhof am Fuß des Schwarzwaldes brauen und frisches Quellwasser benutzen, Treber für die Kühe etc. Bin hingefahren. Da war ne Garage, keiner dort wusste was von einer Brauerei. Herausgestellt hat sich dann, dass die dort in der Garage ihre Testsude machen und die Produktion dann eine größere Brauerei übernimmt. Das ist einfach false Advertising und eben verlogen.
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Re: Craft Bier-Brauer knöpfen sich Fake-Brauer vor

#4

Beitrag von Sura » Freitag 27. Juli 2018, 11:24

Ein Brauer der sich eine Anlage leiht, und bei jedem Schritt dabei ist und sich die Finger schmutzig macht, finde ich jetzt nicht problematisch.

Ein Brauer der sein Rezept nach Tschechien schickt und das Bier fix und fertig in Fässern und Flaschen zurückbekommt.... das würde ich schon eher als "kann ja jeder mit n bischen Geld" werten.

Das eine ist halt mit einem Autobastler zu vergleichen der sich eine Werkstatt leiht und selbst schraubt, und das andere ist dann morgens zu ATU bringen und abends abholen.
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Re: Craft Bier-Brauer knöpfen sich Fake-Brauer vor

#5

Beitrag von Brauwolf » Freitag 27. Juli 2018, 11:45

Sura hat geschrieben:
Freitag 27. Juli 2018, 11:24
Ein Brauer der sein Rezept nach Tschechien schickt und das Bier fix und fertig in Fässern und Flaschen zurückbekommt.... das würde ich schon eher als "kann ja jeder mit n bischen Geld" werten.
Wenn das Bier schmeckt und die Story drumherum ist ehrlich, ist das noch zu vertreten.
Sura hat geschrieben:
Freitag 27. Juli 2018, 11:24
Das eine ist halt mit einem Autobastler zu vergleichen der sich eine Werkstatt leiht und selbst schraubt, und das andere ist dann morgens zu ATU bringen und abends abholen.
Auto zur ATU bringen und später mit stolzgeschwellter Brust rumerzählen "Hab ich selbst gemacht!" (wie im Beispiel von Felix erwähnt) ist Betrug.

Cheers, Ruthard
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Re: Craft Bier-Brauer knöpfen sich Fake-Brauer vor

#6

Beitrag von Boludo » Freitag 27. Juli 2018, 12:17

Was für ein Blödsinn. So ein Genie wie Mikkeller ist also ein Pseudo bzw Fake.
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Re: Craft Bier-Brauer knöpfen sich Fake-Brauer vor

#7

Beitrag von Felix83 » Freitag 27. Juli 2018, 12:23

Hab mal den Artikel gelesen. Da gehts um die selbe Sache, die ich angesprochen habe. Gypsis, die aber unkenntlich sind und so tun, als würden sie selbst in ihrer kleinen Hexenküche produzieren. Das ist nicht ok und ich stimme mit dem Artikel überein.
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Re: Craft Bier-Brauer knöpfen sich Fake-Brauer vor

#8

Beitrag von Deothor » Freitag 27. Juli 2018, 13:09

Es geht doch im Kern darum, welcher Eindruck beim Verbraucher erzeugt wird. Wenn mit offenen Karten gespielt wird und transparent erkennbar ist, dass die Produktion in eine andere Zuständigkeit ausgelagert wurde, ist ja alles in Ordnung. Leider ist das eben nicht immer der Fall. Da muss sich der Vermarkter den Vorwurf gefallen lassen, den Verbraucher hinter das Licht führen zu wollen.

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Re: Craft Bier-Brauer knöpfen sich Fake-Brauer vor

#9

Beitrag von §11 » Freitag 27. Juli 2018, 14:20

Lustig ist die Tatsache das dieser offene Brief in Belgien verfasst wurde, wo es eine lange Tradition gibt das der "Brauer" kein eigenes Sudhaus besitzt. Traditionell kaufen sehr viele Lambic Brauer, auch sehr namhafte, alte und sehr traditionelle, ihre Wuerze zu. Die Kunst besteht dann in der Gaerung und dem Verschnitt dieser Biere. Mir ist klar das das nicht gemeint ist und wahrscheinlich einfach nur ungluecklich formuliert wurde.

Im Grunde gebe ich dem Artikel aber Recht. Was sich unter dem Deckmantel "Craft" in der Szene tummelt ist hanebuechen. Ich hab mich schon mit "Brauern" unterhalten, die offensichtlich keine Ahnung von den Grundlagen der Bierherstellung hatten. Leider ist es halt oft "die Story" die die Leute abnehmen. Gutes Beispiel ist da eine sehr erfolgreiche Marke aus einer Millionenstadt im Sueden. Die Szene schreit nach diesen Geschichten, die oft wichtiger wird als das Bier.

Im Grunde ist an diesem Umstand "die Szene" auch etwas selber Schuld. Der "Brauer" der natuerlich Seiteneinsteiger ist, dann aber bei einem Belgienurlaub ploetzlich seine Liebe fuer Bier entdeckt hat, den gut bezahlten Bankerjob hingeschmissen hat und der dann die Geschichte erzaehlt wie er monatelang in der WG Kueche nach dem idealen Rezept gesucht hat verkauft sich besser als der Braumeister der sein Handwerk gelernt hat und nun in der erlterlichen Brauerei gutes Bier braut.

Meiner Meinung ist das auch egal, was mir fehlt ist die Transparenz, die Ehrlichkeit in "der Szene".

Gruss

Jan
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Re: Craft Bier-Brauer knöpfen sich Fake-Brauer vor

#10

Beitrag von flying » Freitag 27. Juli 2018, 17:27

Der Kuckuck ist ein Brutparasit der seine Eier in fremde Nester legt. Der Name erzeugt eher negative Assoziationen. Kuckuckskinder ist so ein Beispiel. Bei Zigeuner habe ich persönlich jetzt keine negativen Gefühle. Da denke ich eher an Bohéme, fahrendes Volk und Strauss- Operetten. Auch das ist natürlich nur verklärende Sozialromantik und hat mit der Wirklichkeit nichts zu tun. Bei dem heutigen Zwang der political correctness wird es dennoch negativ.

Hier sieht man was Namen anrichten können. Auch gibt es eine deutliche Konkurrenzsituation in diesem engen Markt. Bei Neugründungen müssen enorme finanzielle Belastungen geschultert werden. Der Kuckuck haftet immer nur von Auftragssud zu Auftragssud. Macht er mal Miese besteht die Möglichkeit, dass er nicht gleich in den Schuldturm muss und Leuten die Kündigung austellen muss er auch nicht.

Konkurrenz bedeutet immer hauen und stechen. Die Pfannenbesitzer gegen die Kuckucke. Bisher profierten beide voneinander aber nun wirds langsam lästig. Die Pfannenbesitzer denken das sie es jetzt selber hinbekommen und sie haben nicht ganz unrecht. Sie sind im Besitz der Produktionsmittel und damit der echten, materiellen Güter. Nicht nur im Besitz der virtuellen Güter wie die Gypsys.

Ich persönlich bin auf der Seite der Pfannenbesitzer obwohl es großartige Kuckucke gibt. Dennoch sind es nur "Kunden". Läuft das Geschäft nicht, springen sie halt ab.
Eine einfache Frage. Wenn ein Hobbybrauer ein Rezept von mir nachbraut, ist es dann "mein" Bier?

m.f.g
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Re: Craft Bier-Brauer knöpfen sich Fake-Brauer vor

#11

Beitrag von Flothe » Freitag 27. Juli 2018, 18:49

flying hat geschrieben:
Freitag 27. Juli 2018, 17:27
Eine einfache Frage. Wenn ein Hobbybrauer ein Rezept von mir nachbraut, ist es dann "mein" Bier?

m.f.g
René
Nein, ist es nicht. Aber wenn du dem Hobbybrauer, der dein Rezept nachgebraut hat, 1. den Auftrag dazu erteilt hast, 2. die Rohstoffe und 3. noch Arbeitszeit und Mehrwert bezahlt hast, dann ist es dein Bier.

LG Florian

Jeder Tag ohne Bier ist ein Gesundheitsrisiko.
- Zitat: Hildegard von Bingen in ihrem Buch über Heilverfahren "Causae et Curae"

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Re: Craft Bier-Brauer knöpfen sich Fake-Brauer vor

#12

Beitrag von bierhistoriker.org » Freitag 27. Juli 2018, 18:54

§11 hat geschrieben:
Freitag 27. Juli 2018, 14:20
Traditionell kaufen sehr viele Lambic Brauer, auch sehr namhafte, alte und sehr traditionelle, ihre Wuerze zu.
Einspruch, Euer Ehren!

Lambik-Brauer brauen immer selbst.
Die, die zukaufen sind die Geuzesteker/ Gueuzerien.

In der Sache gibt es m.W. eine nahezu babylonische Sprachverwirrung:

Die Steker kaufen zwar "wort", was aber konkret nicht "Würze" bedeutet ( wäre die wörtliche Übersetzung) , sondern sehr junges
oder junges Lambik, das der Steker dann in eigenen Fässern (mit den "Hausmikroben" ) weiter lagert und "blended".
Ist unter Berücksichtigung der Produktionsschritte von Lambik aber auch logisch, dass der Lambik-Brauer keine "Würze" verkauft, sondern ein schon "inokuliertes" Produkt:
Wenn im Brauprozess die Würze fertig gekocht ist, wird sie regelmäßig ins offene Kühlschiff verfrachtet, dort werden über Nacht die Fenster
geöffnet (!!!!), damit das "wilde Getier" herein kann. Alte Fahrensleute wie Paul Girardin oder Armand Debelder brauen nur an Tagen,
wenn Temperatur und Windrichtung (!) stimmen.

Einer der belgischen Unterzeichner der Erklärung ( Pierre Tilquin ) ist übrigens ein Geuzesteker wie auch de Cam, Hanssen Artinasal und wie sie alle heissen- sie beziehen ihren "Stoff" von den wirklichen Brauern Girardin, Boon, Lindemans, Cantillon,Timmermanns, 3Fonteinen, Oud Beersel oder de Troch.

So haben es mir die "Wissenden" zumindest erzählt :Angel

Cheers


Jürgen

Kuckuck oder nicht ist mir wurscht, Hauptsache das Bier ist gut!
Oft wird auch aus dem "Saulus" ein "Paulus": AleMania, ein früher deutscher Gypsie-Brauer (damals FritzAle) , hat jetzt eine eigene Brauerei;
ebenso Jeppe-Jarnit Björgso ( Evil Twin = der Zwillingsbruder von Mikkeller)

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Re: Craft Bier-Brauer knöpfen sich Fake-Brauer vor

#13

Beitrag von §11 » Freitag 27. Juli 2018, 20:16

Mit Lambic hast du natürlich recht. Da hab ich schneller geschrieben als gedacht
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Re: Craft Bier-Brauer knöpfen sich Fake-Brauer vor

#14

Beitrag von Sura » Freitag 27. Juli 2018, 20:21

Flothe hat geschrieben:
Freitag 27. Juli 2018, 18:49
flying hat geschrieben:
Freitag 27. Juli 2018, 17:27
Eine einfache Frage. Wenn ein Hobbybrauer ein Rezept von mir nachbraut, ist es dann "mein" Bier?

m.f.g
René
Nein, ist es nicht. Aber wenn du dem Hobbybrauer, der dein Rezept nachgebraut hat, 1. den Auftrag dazu erteilt hast, 2. die Rohstoffe und 3. noch Arbeitszeit und Mehrwert bezahlt hast, dann ist es dein Bier.

LG Florian
Ich sehe das grade beim Begriff Craftbier ähnlich wie Rene.....

Man könnte jetzt folgendes konstruieren:
August Oetker findet (warum auch immer) auf der Seite maischemalzundmehr das Rezept "Michas OG Märzen", und lässt es für die Familienparty als "Sommeraugust" bei Radeberger einbrauen. Selbstverfreilich mietet er privat das Sudhaus von seiner eigenen Firma. Später legt er es dann noch als Craftbier auf, weil es so vielen gefallen hat.

Was ist dann A.Oetker, Micha und Radeberger?

edit:
Und welchen Anteil hat der Braumeister der die Arbeit hatte?
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Re: Craft Bier-Brauer knöpfen sich Fake-Brauer vor

#15

Beitrag von Flothe » Freitag 27. Juli 2018, 21:10

Zunächst Mal, sind die Rezepte auf MMuM "gemeinfrei" (bin kein Jurist, nagelt mich also bitte nicht auf die Terminologie fest) und generell ist es fraglich inwiefern ein Braurezept die nötige Schöpfungshöhe erfüllt um irgendwie schützenswert zu sein. Darüber hinaus ist es in dem Beispiel natürlich Sache des Herrn Oetker inwiefern er ein solches Gebahren mit seiner Kaufmannsehre verbinden kann.

Davon abgesehen weiß ich nicht, wo so ein konstruiertes Beispiel diese Diskussion weiterbringen soll.

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Re: Craft Bier-Brauer knöpfen sich Fake-Brauer vor

#16

Beitrag von Sura » Freitag 27. Juli 2018, 21:23

Nun, das ist ziemlich genau das selbe, als wenn irgendjemand ein Rezept nimmt, das zu einer Brauerei in z.b. Tschechien schickt, und das in Flaschen und Fässern gelieferte Ergebnis als "Bier aus Dingensdorf" und Craftbier verkauft. Ob das Rezept nun selbst angepasst, ausgedacht, oder direkt angeschrieben würde...... die handwerkliche Leistung am Endprodukt ist meiner Meinung nach die selbe: Nahezu nicht vorhanden.

Nicht das Rezept ist die Kunst, sondern den Vorgang selbst zu beherrschen, zu verstehen, und seine Anlage mit diesem Wissen zu bedienen und reproduzierbare Ergebnis zu schaffen, DAS ist die Kunst.
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Re: Craft Bier-Brauer knöpfen sich Fake-Brauer vor

#17

Beitrag von Flothe » Freitag 27. Juli 2018, 22:04

Achtung ich Überspitze jetzt: Du sprichst also dem Brauer in Tschechien ab sein Handwerk kunstvoll zu beherrschen?

Ach kommt schon Leute, nach "Warum darf Bier aus einer Großbrauerei nicht schmecken" ist das hier doch der nächste Schwachsinns und Hexenjagd Faden, der zu nichts führen wird, außer, dass jeder Mal kräftig auf den Stammtisch klopfen durfte.

Vortäuschung falscher Tatsachen zur Kundenwerbung ist Verbrauchertäuschung und damit ein Fall für die Wettbewerbsaufsicht und ggf. die Gerichte.

LG Florian

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Re: Craft Bier-Brauer knöpfen sich Fake-Brauer vor

#18

Beitrag von Alt-Phex » Freitag 27. Juli 2018, 22:45

Craftbeer ist wo Craftbeer drauf steht. So ist das nunmal mit nicht geschützten und/oder definierten Begriffen.
"Viele Biere werden am Etikettierer gemacht"

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Re: Craft Bier-Brauer knöpfen sich Fake-Brauer vor

#19

Beitrag von §11 » Freitag 27. Juli 2018, 22:49

Ach kommt schon Leute, nach "Warum darf Bier aus einer Großbrauerei nicht schmecken" ist das hier doch der nächste Schwachsinns und Hexenjagd Faden, der zu nichts führen wird, außer, dass jeder Mal kräftig auf den Stammtisch klopfen durfte.
Zum eine hast du bei meinem Titel ein Fragezeichen vergessen, was den eigentlichen Sinn wiederspiegelt.

Zum Anderen finde ich solche Diskussionen persönlich viel interessanter als zum 1000 mal zu diskutieren ob man den Sud unterm Schimmel abziehen kann. Da braucht es nämlich keine Diskussion sondern nur die Suchfunktion.

Schöne Grüße

Jan
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Re: Craft Bier-Brauer knöpfen sich Fake-Brauer vor

#20

Beitrag von Fe2O3 » Samstag 28. Juli 2018, 02:24

Flothe hat geschrieben:
Freitag 27. Juli 2018, 22:04
Achtung ich Überspitze jetzt: Du sprichst also dem Brauer in Tschechien ab sein Handwerk kunstvoll zu beherrschen?
Wenn wir gerade beim Überspitzen sind... Eine Frage, die mit beim Lesen dieses Fadens die ganze Zeit durch den Kopf geht:
Ist Mikkeller eigentlich nur Fake-Craftbier, oder gar auch Plörre? (Sprich: lässt er sein Bier vielleicht auch bei etwas größeren Brauereien heratwllen, die ggf sogar gar nicht mehr handwerklich unterwegs sind?)
Und gilt das auch für Himburg's Braukunst Keller?

Lg
Martin

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Re: Craft Bier-Brauer knöpfen sich Fake-Brauer vor

#21

Beitrag von Scheibelhund » Samstag 28. Juli 2018, 05:24

Brauwolf hat geschrieben:
Freitag 27. Juli 2018, 11:15
Der Begriff "Zigeuner" ist negativ belegt und erfüllt den Tatbestand der Volksverhetzung.

Echt jetzt?
Im Winter trink' ich und singe Lieder
aus Freude, daß der Frühling nah ist,
und kommt der Frühling, trink' ich wieder,
aus Freude, daß er endlich da ist.

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Re: Craft Bier-Brauer knöpfen sich Fake-Brauer vor

#22

Beitrag von Scheibelhund » Samstag 28. Juli 2018, 05:30

Es wäre viel geholfen wenn auf dem Etikett stehen müßte: Gebraut von.....

Was mich genauso aufregt sind Brauereigasthöfe, die schon vor Jahren das Brauen aufgegeben haben sich aber weiterhin als Brauerei bezeichnen. z.B. Brauerei Barnikel, Herrnsdorf
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aus Freude, daß der Frühling nah ist,
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Re: Craft Bier-Brauer knöpfen sich Fake-Brauer vor

#23

Beitrag von Brauwolf » Samstag 28. Juli 2018, 08:24

Scheibelhund hat geschrieben:
Samstag 28. Juli 2018, 05:24
Brauwolf hat geschrieben:
Freitag 27. Juli 2018, 11:15
Der Begriff "Zigeuner" ist negativ belegt und erfüllt den Tatbestand der Volksverhetzung.

Echt jetzt?
Ich habe mit dem Begriff genauso wenig Probleme wie mit dem "Negerkuss". Aber biete in deinem Lokal doch mal ein Zigeunerschnitzel an - viel Spaß!

Cheers, Ruthard


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Re: Craft Bier-Brauer knöpfen sich Fake-Brauer vor

#24

Beitrag von Proximus » Samstag 28. Juli 2018, 18:18

Zentralrat der „Sinti- und Roma-Brauer“ in Deutschland :Wink
[Ende des unqualifizierten Kommentars]

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