Erster Brauversucht mit abgelaufenem Material und Fragen dazu

Antworten
Gandalf15
Posting Klettermax
Posting Klettermax
Beiträge: 115
Registriert: Freitag 23. März 2018, 14:20

Erster Brauversucht mit abgelaufenem Material und Fragen dazu

#1

Beitrag von Gandalf15 » Freitag 23. März 2018, 14:30

Guten Tag Hobbybrauer

Über Google bin ich auf euer Forum gestossen und möchte gerne um euren Rat bitten.

Vor ein paar Jahren habe ich ein Bierbrauset geschenkt bekommen. Wegen gesundheitlichen Gründen musste ich auf Alkohol verzichten.

Seit gut einem Jahr ist aber wieder alles i.O. Nun habe ich diese Woche gedacht, ich mache mich mal an das Set ran.

Im Set war Malzpullver und Trockenhefe vorhanden. Beides ist ende 2014 abgelaufen. Anstelle von einfach wegwerfen, habe ich gedacht ich kann es ja genauso gut versuchen, war ja alles noch verschlossen. Habe also nach Anleitung Wasser aufgekocht, Malzextrakt rein gerührt, Trockenhefe angesetzt. Alles im Set habe ich begutachtet, gerochen und probiert. Hat alles "normal" geschmeckt und gerochen. Also weitergemacht, bis dann die Schüttung im Gäreimer lag. Das war vor 24 Studen. Beim Gärrörchen habe ich nie ein Blubbern festgestellt, doch auf der Schüttung hat sich viel Schaum gebildet. Dies war ein Zeichen für mich, dass die Hefe die Gährung eingeleitet hat. Der Schaum war bräunlich, hatte schwarze "flecken" drauf, was laut Anleitung ein Zeichen ist, dass es funktioniert.

Nun heute morgen war der Schaum zusammengefallen. Dies kommt mir ein bisschen schnell vor? Laut Anleitung dauert das ganzen eigentlich 4-8 Tage.

Die Hefe war obergährige Hefe, Temperatur angabe ist 20-25 Grad. In der Wohnung sind etwa 20-22 Grad.

Kann mir da jemand Auskunftgeben ob das ganze auf nem guten Weg ist oder das wohl doch ne Schüttung für den Abfluss wird?
Was sind eure Ratschläge?

Habe vorhin die Schüttung probiert, ist auf jedenfall weniger süss als gestern. Riecht sogar schon nach Bier :)

Vielen Dank für eure Ratschläge!

Edit: Im Set waren 2 Trockenhefe beutel, ich habe 6 Gramm verwendet (= 1 Päcklein). Angegeben war 0.5-1 Päcklein. Sollte ich das 2te auch noch ansetzten und zugeben? Wäre es möglich das die Hefe nicht mehr "fit" war und daher früher aufgehört hat seine Arbeit zu verrichten oder ist das ne Schnapsidee von mir?


Freundliche Grüsse, ein Brauer jüngling aus der Schweiz

Benutzeravatar
chaos-black
HBCon Supporter
HBCon Supporter
Beiträge: 3196
Registriert: Dienstag 10. Juli 2012, 21:38
Wohnort: Berlin/Göttingen
Kontaktdaten:

Re: Erster Brauversucht mit abgelaufenem Material und Fragen dazu

#2

Beitrag von chaos-black » Freitag 23. März 2018, 14:42

Herzlich willkommen im Forum!
Es ist sehr unwahrscheinlich, dass nach 24 Stunden die Gärung schon durch wäre. Trockenhefe hält sich tatsächlich ziemlich lange wenn sie trocken und kühl liegt und du hast ja auch deutliche Gärungsanzeichen. Gärspundaktivität ist leider kein verlässlicher Indikator für Gäraktivität, da es auch mal vorkommt, dass das Gärgefäß sonst nicht 100% dicht ist und das CO2 sich dann einen anderen Weg sucht. Da du kein Refraktometer oder Bierspindel erwähnt hast, nehme ich an, dass du keins dieser Instrumente hast? Eins davon ist notwendig um sicher zu sein ob die Gärung durch ist (und eventuellen explodierenden Flaschen vorzubeugen), da du damit überprüfen kannst ob der Restextrakt sich nicht ändert. Ich würde dir empfehlen den Sud mal 14 Tage in Ruhe stehen zu lassen wenn du den Restextrakt nicht überprüfen kannst. Jede Probe die du entnimmst erhöht das potenzielle Infektionsrisiko, außer du arbeitest sehr sauber. Aber als Anfänger hat man schon genügend andere Baustellen, da muss man sich nicht noch eine neue aufbürden.
Übrigens ist die Schüttung die Zusammenstellung an Malzen und Rohfrucht ;)

Beste Grüße,
Alex
Zuletzt geändert von chaos-black am Freitag 23. März 2018, 14:46, insgesamt 1-mal geändert.
Meine Hobbybrauerei: http://brauerei-flaschenpost.de/ (gerade offline)

Benutzeravatar
Roofio
Posting Klettermax
Posting Klettermax
Beiträge: 254
Registriert: Dienstag 27. Juli 2010, 13:15
Wohnort: Bonn

Re: Erster Brauversucht mit abgelaufenem Material und Fragen dazu

#3

Beitrag von Roofio » Freitag 23. März 2018, 14:44

Herzlich willkommen im Forum!

Das klingt zunächst mal alles relativ normal, einfach nach der Anleitung weiter machen. Dass der Schaum etwas zurück geht ist normal, zunächst geht die Gärung intensiv los und flacht dann etwas ab. Du solltest das Ganze aber auf jeden Fall noch stehen lassen. Da passiert noch was, auch wenn man es nicht sieht (ich nehme mal an, Du hast keine Spindel oder Refraktometer, um den Gärverlauf per Messung zu prüfen?) Ohne Messkontrolle würde ich es 14 Tage in Ruhe lassen vor dem Abfüllen. Lerne am Besten direkt, nicht zu oft am Gärbehälter rumzufummeln ;-)
Dass das Gärröhrchen nicht geblubbert hat liegt wohl daran, dass der Deckel vermutlich nicht komplett dicht geschlossen hat.

Zum Geschmack: Musst du mal abwarten. Malzextrakt und auch Hopfen lagern sich nicht unbedingt so toll. Das kann zu geschmacklichen Veränderungen führen. Aber vielleicht übertrumpft die Freude über das Selbstgemachte dann auch eventuelle Fehlaromen. Und zumindest für den Prozess war es eine gute Übung.

Kurz zum Vokabular: "Schüttung" sind die Malze, aus denen das Bier gewonnen wird (also die echten Körner), damit hattest du im Prinzip gar nichts zu tun. Nach dem Maischen und vor der Gärung spricht man von "Würze" und nach der Hauptgärung von Jungbier.

Viel Erfolg!
Robert

Edit: Alex war schneller, aber schön zu sehen, dass wir fast genau das Gleiche empfehlen :Drink
Viele Grüße,
Robert

Gandalf15
Posting Klettermax
Posting Klettermax
Beiträge: 115
Registriert: Freitag 23. März 2018, 14:20

Re: Erster Brauversucht mit abgelaufenem Material und Fragen dazu

#4

Beitrag von Gandalf15 » Freitag 23. März 2018, 14:52

Vielen Dank für deine Antwort Alex.

In der Tat habe ich den Bottich immer wieder mal geöffnet um Nachzusehen. Infektionsrisiko ist also vorhanden. Bierspindel habe ich leider keinen im Set gehabt. Es scheint auch so, dass Bierbrauen hier bei uns nicht wirklich verbreitet ist. Daher kann ich nicht einfach so was bestellen, hab jedenfalls nur 1 - 2 Onlineshops gefunden :(

Zur Lagerung: Das Set stand im Schrank bei Zimmertemparatur rum. Also nicht wirklich kühl, aber alles original verschlossen. Pulver war weder ranzig, noch verklumpt. Im Geschmack her extrem süss, malzig und lecker. Ich kann höchstens sagen, dass ich klar CO2 wahrgenommen hab (Geruch und auch Blubbergeräusch). Der Schaum war gut 8 cm hoch und überall auf der Schüttung. Daher nehme ich an, dass die Hefe nicht tot ist und auch weiterhin funktionieren sollte.

Ich lasse den Kessel also einfach mal stehen und schaue was passiert. Gibt es einen Indikator, dass alles vergärt ist? In der Anleitung steht lediglich, dass sich der Schaum von der Kesselseite her auflöst. Dies sei ein Zeichen das die Gärung durch ist. Das ist ja bereits der Fall : S

Falls es klappt, wäre es problematisch die Schüttung zu lange stehen zu lassen, bevor ich die Speise beigebe und in Flaschen abfülle? Bevor ich Flaschenbomben erstelle durch zu frühes abfüllen :)

Gandalf15
Posting Klettermax
Posting Klettermax
Beiträge: 115
Registriert: Freitag 23. März 2018, 14:20

Re: Erster Brauversucht mit abgelaufenem Material und Fragen dazu

#5

Beitrag von Gandalf15 » Freitag 23. März 2018, 14:55

Auch dir, Roofio vielen Dank.

Ja das mit dem Vokabular habe ich nochnicht so inne :) In der Anleitung wird von der "1. und 2. Schüttung" gesprochen. Dies ist eigentlich nur die Kombination von Malzextrakt(pulver), welches im Wasser gelöst wird und mit der Hefe versehen wird. Das Nachwürzen nennen sie Speise, welches vor der Abfüllung beigemischt wird.

Vielen Dank für die Informativen Antworten!

applican
Posting Junior
Posting Junior
Beiträge: 62
Registriert: Freitag 25. November 2016, 08:28
Wohnort: Winterthur, Schweiz

Re: Erster Brauversucht mit abgelaufenem Material und Fragen dazu

#6

Beitrag von applican » Freitag 23. März 2018, 15:05

Gandalf15 hat geschrieben:
Freitag 23. März 2018, 14:52
Es scheint auch so, dass Bierbrauen hier bei uns nicht wirklich verbreitet ist. Daher kann ich nicht einfach so was bestellen, hab jedenfalls nur 1 - 2 Onlineshops gefunden :(
So verbreitet nicht, aber die Shops liefern sehr schnell (du bist ja aus der CH, oder?; brauundrauchshop ist sehr zügig, sevibräu habe ich auch schon erfolgreich bestellt) Aus welcher Gegend denn? Shops zum abholen kenne ich zwei: SIOS in Wald (Tösstal, ZH Oberland), Brau&Rauchshop in Densbüren (Fricktal)
Zum bestellen lohnt es sich halt meistens für etwas einzelnes wie eine Spindel kaum wegen dem Porto


Bezüglich abfüllen: Lieber etwas länger warten (ohne dran "rumzufingern" und dauernd zu öffnen) und dann etwas später abfüllen, das sollte weniger problematisch sein.
Zur Nachgärung: hast du denn noch Würze aufbewahrt um mit Speise nachzugären? Diese müsste auf jeden Fall eingefroren werden o.ä. damit du dir nichts einfängst. Einfacher wäre es auf jeden Fall, wenn du Zucker verwendest, dann musst du nichts rechnen, was du eigentlich sowieso nicht kannst, ohne deine Stammwürze und Vergärungsgrad zu kennen...

Gruss Dave

Gandalf15
Posting Klettermax
Posting Klettermax
Beiträge: 115
Registriert: Freitag 23. März 2018, 14:20

Re: Erster Brauversucht mit abgelaufenem Material und Fragen dazu

#7

Beitrag von Gandalf15 » Freitag 23. März 2018, 15:14

Hi Applican,

ich komme aus der Region Bern. Laut Anleitung kann ich entweder Zucker oder von dem Malzpulver nehmen. Ich habe das Rezept so gewählt, dass ich noch genügend Malzpulver habe :) Laut Rezept wird 600 ml Wasser aufgekocht und mit 100-150 Gramm Pulver die "Speise" angesetzt und danach wieder eingerührt und direkt abgefüllt. Diese Menge Pulver habe ich noch in den Dosen, welche ich direkt nach entnahme wieder verschlossen habe.

Also lasse ich es einfach stehen und warte mal ab. Wird wohl direkt auf Ostern fallen :S Villeicht hole ich mir mal was bei den von dir gennanten Shops. Sevibräu hab ich bereits durchgesehen, die Cider haben es mir angetan :) Villeicht hole ich mir da mal was und zusätzlich so ein Bierspindel. Es macht den anschein, das sowas wirklich nötig ist^^

Noch als info, das Set war von "Dein Bier".

applican
Posting Junior
Posting Junior
Beiträge: 62
Registriert: Freitag 25. November 2016, 08:28
Wohnort: Winterthur, Schweiz

Re: Erster Brauversucht mit abgelaufenem Material und Fragen dazu

#8

Beitrag von applican » Freitag 23. März 2018, 15:19

Jäso, wenn du das Pulver noch als Pulver aufbewahrst (und nicht angerührt), ist die Lagerung natürlich weniger kritisch, da es ja nochmals gekocht wird.
Und die Dosierung wird vermutlich schon etwa stimmen, wenn es so im Rezept angegeben ist. Aber wenn du später z.B. selbst Maischst hast du diese Genauigkeit nicht mehr -> dann unbedingt messen und rechnen.

Und ja, Spindel würde ich als etwas vom wenigen wirklich notwendigen bezeichnen, alles andere kann man oft auch improvisieren/zweckentfremden.

Gruss Dave

Gandalf15
Posting Klettermax
Posting Klettermax
Beiträge: 115
Registriert: Freitag 23. März 2018, 14:20

Re: Erster Brauversucht mit abgelaufenem Material und Fragen dazu

#9

Beitrag von Gandalf15 » Freitag 23. März 2018, 15:24

Ich muss sagen, dass dieses "brauen" nicht wirklich schwer war :) Das war mehr ein kochen und zusammenschütten. Hat mir aber eigentlich spass gemacht. Ich könnte mir vorstellen, dass ich ein neues Hobby entdeckt habe und ich villiecht mehr bestellen würde.

Welches Set könntest du denn von den gennanten Shops empfehlen? Bei den Bierspindeln bin ich schon überfragt, da gibt es ja x verschiedene.

Ich denke mal ich muss mich tiefer einlesen bei gelegenheit. Bei dem Set werde ich wohl einfach mal der Anleitung folgen, mit den von euch genannten anpassungen (länger stehen lassen). Das messen scheint hier wohl überflüssig, da ich sowieso nicht weis, was das Malzpulver genau ist bzw. enthält.

Auf jedenfall danke!

applican
Posting Junior
Posting Junior
Beiträge: 62
Registriert: Freitag 25. November 2016, 08:28
Wohnort: Winterthur, Schweiz

Re: Erster Brauversucht mit abgelaufenem Material und Fragen dazu

#10

Beitrag von applican » Freitag 23. März 2018, 15:36

Das messen ist halt gut zu wissen, da man daraus den Alkoholgehalt bestimmen kann.
Zudem ist es "nötig", damit man sicher(er) sein kann, dass alles fertig vergoren ist und der Druck in den Flaschen nicht zu gross wird. Diese Risiko kannst du ein Stück weit eliminieren, indem du wie erwähnt lange (ca 2 Wochen) stehen und ausgären lässt. Das ist nicht die perfekte Lösung, aber es könnte schlechter sein (z.B. nach 3 Tagen bereits abfüllen, da nichts mehr blubbert o.ä.)

Als Spindel habe ich eine die von 0-20 Plato geht. Diese ist relativ grob und erlaubt keine allzu genauen Restextraktmessungen, aber reicht für meine Anforderungen. (teilweise wird gegen Vergärungsende eine genauere verwendet)

Bezüglich Startset o.ä. kommt es darauf an, was du machen willst und was du schon hast bzw. wie viel du investieren willst. Wenn du z.B. weiter Extrakt brauen willst brauchst du vermutlich nur die Zutaten (und eben eine Spindel), aber wenn du selbst Maischen willst brauchst du mindestens zusätzlich eine Läutervorrichtung (und meistens noch grössere Töpfe, falls du z.B. 20 Liter brauen willst). Diesbezüglich liest du dich am besten in die Brauanleitung (https://brauanleitung.wordpress.com/) und das Forum ein, um einen Überblick zu haben, was es so gibt/wie alles zusammenhängt.

Gandalf15
Posting Klettermax
Posting Klettermax
Beiträge: 115
Registriert: Freitag 23. März 2018, 14:20

Re: Erster Brauversucht mit abgelaufenem Material und Fragen dazu

#11

Beitrag von Gandalf15 » Freitag 23. März 2018, 15:42

Vielen Dank!

Selber Maischen ist wohl noch bisschen früh, würde wohl eher mit Extrakten arbeiten. Den Gärkessel den ich habe ist wohl auf 10 Liter ausgelegt, da er gut 2/3 bereits voll ist mit 10 Liter. Da müsste wohl so oder so ein grösserer her. Muss mich unbedingt informieren was Plato überhaupt meint, sonst bringt mir der Spindel nichts ^^

Ich denke momentan werde ich es einfach lange genug stehen lassen. Villeicht bestelle ich mir auch so einen Spindel, mal schauen.
Bezüglich den Flaschen habe ich eine Bügelflaschen bezugsquellen. Familienangehörige führen ein Restaurant. Werden wohl Rammseier Bügelflaschen oder Boxerbier-Bügelflaschen sein. Denke die sollten das aushalten.

Vielen vielen Dank!

ubu
Posting Klettermax
Posting Klettermax
Beiträge: 216
Registriert: Donnerstag 8. März 2018, 11:37

Re: Erster Brauversucht mit abgelaufenem Material und Fragen dazu

#12

Beitrag von ubu » Freitag 23. März 2018, 15:49

Hi,
zum Einlesen ist hier einiges vorhanden:
https://hobbybrauer.de/forum/wiki/doku. ... redirect=1

Ich selbst bin auch ganz neu beim Brauen, und bin mit folgendem Anfängerbuch sehr gut gefahren:
'Craft Bier einfach selber brauen'

In folgender Link gibt es auch einen Buchtipp im Braumagazin.
http://braumagazin.de/article/craft-bie ... er-brauen/

Uwe
Gruß
Uwe

Gandalf15
Posting Klettermax
Posting Klettermax
Beiträge: 115
Registriert: Freitag 23. März 2018, 14:20

Re: Erster Brauversucht mit abgelaufenem Material und Fragen dazu

#13

Beitrag von Gandalf15 » Freitag 23. März 2018, 16:00

ubu hat geschrieben:
Freitag 23. März 2018, 15:49
Hi,
zum Einlesen ist hier einiges vorhanden:
https://hobbybrauer.de/forum/wiki/doku. ... redirect=1

Ich selbst bin auch ganz neu beim Brauen, und bin mit folgendem Anfängerbuch sehr gut gefahren:
'Craft Bier einfach selber brauen'

In folgender Link gibt es auch einen Buchtipp im Braumagazin.
http://braumagazin.de/article/craft-bie ... er-brauen/

Uwe
Danke Uwe, werde da mal reinschauen :) Die Wiki hab ich bereits offen :)

Gandalf15
Posting Klettermax
Posting Klettermax
Beiträge: 115
Registriert: Freitag 23. März 2018, 14:20

Re: Erster Brauversucht mit abgelaufenem Material und Fragen dazu

#14

Beitrag von Gandalf15 » Dienstag 27. März 2018, 18:11

Kleines Update: Bierwürzespindel inkl. Termometer ist unterwegs :) Genau gleich wie ein 30 Liter Gärfass inklusive Gärrohr, abfüllschlauch, einem Cider set und Chemipro Oxi zur reinigung :) Freue mich riesig :)

Gandalf15
Posting Klettermax
Posting Klettermax
Beiträge: 115
Registriert: Freitag 23. März 2018, 14:20

Re: Erster Brauversucht mit abgelaufenem Material und Fragen dazu

#15

Beitrag von Gandalf15 » Dienstag 27. März 2018, 19:52

Eine Frage habe ich noch. Welche Farbe hat normal ein "fertiges" Jungbier?.

Ich habe durch den Abflusshahn eine kleine Probe rausgelassen. Laut der Anleitung dauert die Gärung mit dem Set 4-8 Tage. Da wir heute Tag 5 haben, dachte ich "mal schauen".

Unter diesem Link seht ihr was rausgekommen ist:
https://www.imagebanana.com/s/1009/pMyc52U8.html

Zuerst habe ich mal gerochen. Riecht nicht "ranzig" und auch nicht "verdorben". Man riecht klar den Alkohol. Das Auge sagte mir "bisschen trüb", aber ist auch ein "klosterbierrezept". Ich habe darauf ganz einfach probiert... Blind bin ich (noch) nicht hahaha

Natürlich hat es noch keine Kohlensäure, die gibts ja erst beim Nachreifen in der Flasche. Es schmeckt sehr "flach". Hefe schmeckt man nicht. Langsam glaube ich, dass dies sogar was wird :) Eine treffende Beschreibung wäre "abgestandenes, flaches Bier". Es gilt weiter zuwarten und hoffen das der Bierwürzespindel noch vor Ostern kommt :)

Was meinen die Profis? Sollte ein Jungbier schon "klar" sein oder sind jene immer trüb?

Benutzeravatar
Alt-Phex
Moderator
Moderator
Beiträge: 9022
Registriert: Mittwoch 1. Februar 2012, 01:05
Wohnort: Düsseldorf

Re: Erster Brauversucht mit abgelaufenem Material und Fragen dazu

#16

Beitrag von Alt-Phex » Dienstag 27. März 2018, 20:07

Jungbier ist immer Trüb, zumidest nach nur 5 Tagen. Es klärt sich später bei der Reifung. Was allerdings auch stark von der Hefe abhängt, manche klären nicht so gut wie andere und das Biert bleibt lange trüb. Viel wichtiger ist das du dich nicht auf die pauschalen Angaben zur Gärdauer verlassen darfst. Die Hefe kennt die Anleitung nämlich nicht und wird so lange gären wie sie verwertbaren Zucker vorfindet.

Den Hahn hast du hoffentlich extrem penibel wieder gereinigt. Das ist eine der Top-Infektionsquellen, deshalb benutzen viele Leute erst gar keinen Hahn mehr am Gärbottich.
"Viele Biere werden am Etikettierer gemacht"

Gandalf15
Posting Klettermax
Posting Klettermax
Beiträge: 115
Registriert: Freitag 23. März 2018, 14:20

Re: Erster Brauversucht mit abgelaufenem Material und Fragen dazu

#17

Beitrag von Gandalf15 » Dienstag 27. März 2018, 20:19

Alt-Phex hat geschrieben:
Dienstag 27. März 2018, 20:07
Jungbier ist immer Trüb, zumidest nach nur 5 Tagen. Es klärt sich später bei der Reifung. Was allerdings auch stark von der Hefe abhängt, manche klären nicht so gut wie andere und das Biert bleibt lange trüb. Viel wichtiger ist das du dich nicht auf die pauschalen Angaben zur Gärdauer verlassen darfst. Die Hefe kennt die Anleitung nämlich nicht und wird so lange gären wie sie verwertbaren Zucker vorfindet.

Den Hahn hast du hoffentlich extrem penibel wieder gereinigt. Das ist eine der Top-Infektionsquellen, deshalb benutzen viele Leute erst gar keinen Hahn mehr am Gärbottich.
Vielen Dank für die Aufklärung. Ich habe weiter oben ja schon den Tipp bekommen "lass einfach 2 Wochen stehen". Dies war die erste "Probe". Auf jedenfall hat sich die Farbe schon verändert von "stark dunkel" auf dieses "Bernstein-farbige".

Theoretisch sollte mein Bierwürzespindel Donnerstag ankommen. Wegen Ostern aber kann es gut sein, dass das Packet erst am Dienstag (heute in einer Woche) ankommt. Zur Abfüllung: Ich habe gelesen, dass über 2 Tage der Platowert konstant bleiben muss, dann ist/sollte die Gärung sicher durch sein.

Ja, das da "reste" im Hahn bleiben habe ich mir gedacht. Deswegen wurde dieser mit kochendem Wasser gereinigt. Vor dem abfüllen kann ich ja auch noch mal reinigen. Und ganz erlich, den Gärkessel wurde auch nur heiss ausgewaschen, da ich kein empfohlenes Reinigungsmittel hatte (ist auch bestellt nun). Wenn da was eine infektion davonträgt, dann wohl eher wegen des fehlenden Wissens zuvor.

Bin nebenbei ein grosser Chili fan und lege oft Habaneros in Öl ein, candiere, koche Konfitüren ein etc. Da ist aufgrund der Botulismusgefahr auch sauberkeit nötig (jedenfalls beim Öl). Da hat sich die gleiche Methode auch bewährt (alles abkochen).

Man wird sehen was rauskommt :)

Gandalf15
Posting Klettermax
Posting Klettermax
Beiträge: 115
Registriert: Freitag 23. März 2018, 14:20

Re: Erster Brauversucht mit abgelaufenem Material und Fragen dazu

#18

Beitrag von Gandalf15 » Mittwoch 4. April 2018, 12:20

Bier ist ausgegärt, mit neuer Speise mitlerweile auch in den Flaschen am reifen :)

Vielen Dank für eure Hilfe! Ich bin mir sicher, beim nächsten Batch werde ich mich wieder an euch wenden müssen :)

Gandalf15
Posting Klettermax
Posting Klettermax
Beiträge: 115
Registriert: Freitag 23. März 2018, 14:20

Re: Erster Brauversucht mit abgelaufenem Material und Fragen dazu

#19

Beitrag von Gandalf15 » Samstag 5. Mai 2018, 13:22

Auch hier ein letztes Update:

Das Bier ist wunderbar zum Trinken! Die abgelaufenen Materialien waren überhaupt kein Problem. Schaumkrone perfekt, Karbonisierung einfach nur gut! Keine Flaschenbomben, keine Infektion (bis jetzt sind 4 Flaschen getrunken).

Das war aufjeden fall nicht das letzte Bier! Ich danke euch!

Benutzeravatar
Malzknecht
HBCon Supporter
HBCon Supporter
Beiträge: 592
Registriert: Freitag 2. Juni 2017, 09:17
Wohnort: Ascheberg (Westf)

Re: Erster Brauversucht mit abgelaufenem Material und Fragen dazu

#20

Beitrag von Malzknecht » Samstag 5. Mai 2018, 21:32

Schön das es gut ausgegangen ist! Lass dir dein eigenes Bier schmecken. :Drink
Viele Grüße,
Tobi

Malzknecht.de - Mein Hobbybrauer Blog

Bierplautze
Posting Junior
Posting Junior
Beiträge: 72
Registriert: Mittwoch 22. Juni 2016, 10:50

Re: Erster Brauversucht mit abgelaufenem Material und Fragen dazu

#21

Beitrag von Bierplautze » Montag 7. Mai 2018, 18:42

Von mir auch ein Prost!
Ich hoffe, du bleibst dran.
VG Bierplautze

Gandalf15
Posting Klettermax
Posting Klettermax
Beiträge: 115
Registriert: Freitag 23. März 2018, 14:20

Re: Erster Brauversucht mit abgelaufenem Material und Fragen dazu

#22

Beitrag von Gandalf15 » Dienstag 8. Mai 2018, 18:15

Auf jedenfall :) Auch wenn das Putzen der Pfandflaschen für meinen Cider 8 Stunden gedauert hat *lach*

Antworten