Bierkit behalten oder auf Braumaschine wechseln

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spaddel
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Bierkit behalten oder auf Braumaschine wechseln

#1

Beitrag von spaddel » Mittwoch 18. März 2020, 12:44

Hallo Forum,

mein Name ist Ingo und ich komme aus der schönsten Stadt der Welt. Ich bin 33 Jahre alt und hatte jetzt am Wochenende das erste Mal die Möglichkeit, mein eigenes Bier zu brauen. Es ist ein helles mit 20 Litern Ausbeute geworden. Dieses gärt gerade vor sich hin und wird in ein paar Tagen abgefüllt. Auch wenn ich also nicht weiß, wie es geworden ist, habe ich bereits viel Freude daran gefunden und will auf jeden Fall weitermachen.

Im Grunde habe ich mit dem Bierkit also alles beisammen, was man braucht. Wir müssen uns auch nichts vormachen: Häufiger als alle 6-8 (eher letzteres) Wochen werde ich nicht brauen. Trotzdem stolperte der Blick natürlich auch mal in Richtung der ganzen Braumaschinen von den gängigen Herstellern.

Meine Situation ist nun die, dass ich keinen Einkocher habe, sondern einen großen Einkochtopf für Weckgläser. Der ist groß genug, hat aber keinen Ablasshahn, was ich als spürbaren Nachteil empfunden habe und was zu erheblich mehr Saukram in der Küche geführt hat.

Die Überlegung ist also die, jetzt entweder einen Einkocher dazu zu kaufen oder gleich eine Braumaschine, die natürlich erheblich teurer ist.
Welchen Mehrwert hätte ich denn bei so einer Braumaschine abgesehen von dem automatischen Programmablauf, wo ich zum umrühren und so nicht mehr daneben stehen müsste?

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JokerPs
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Re: Bierkit behalten oder auf Braumaschine wechseln

#2

Beitrag von JokerPs » Mittwoch 18. März 2020, 12:58

Willkommen im Forum!

Ich nehme mal an, dass Du unter "Braumaschine" ein Malzrohrsystem mit Brausteuerung verstehst, also einen Braumeister, Grainfather, o.ä.. Da hast Du die Vorteile, dass Du eine automatische Brausteuerung hast, bei den etwas teureren Geräten auch mit WLAN / Blutooth-Anschluss und bauartbegint nur ein Gerät reinigen musst. In der Realität sind dann schon noch mehrere, der Treber muss ja auch weg. Das Halten der Rasten ist da natürlich kinderleicht.

Es gibt aber auch einige Einschränkungen. Beim Braumeister z.B. ist die Ausbeute recht gering, man kann keine Dekktion machen und hohe Stammwürzen gehen nur mit Mehraufwand. Außerdem zieht hier das Preisargument. Man kann auch nciht viel dran basteln - da musst Du für Dich slebst entscheiden, ob das positiv oder negativ ist. Für 100L / Jahr würde ich mir wohl kein Malzrohrsystem mehr anschaffen.

Gruss
Mike

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Re: Bierkit behalten oder auf Braumaschine wechseln

#3

Beitrag von ruger63 » Mittwoch 18. März 2020, 13:56

Noch ein Hamburger, willkommen hier im Forum!

dadieda
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Re: Bierkit behalten oder auf Braumaschine wechseln

#4

Beitrag von dadieda » Mittwoch 18. März 2020, 14:03

Nee, er muss Kölner sein ;-) Willkommen

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Re: Bierkit behalten oder auf Braumaschine wechseln

#5

Beitrag von VolT Bräu » Mittwoch 18. März 2020, 14:09

Also wenn es das Budget hergibt, würde ich persönlich statt Einkocher lieber ein günstiges Malzrohrsystem nehmen. Ist aber alles Geschmackssache. Ich selbst bin mit einem Topf und Gaskocher sehr zufrieden.
Im Zweifel erst einmal einen günstigen Einkocher besorgen und Erfahrungen sammeln. Wenn man am Anfang nicht viel investiert, tut das Upgrade weniger weh.
Jetzt mal Bier bei die Fische!

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Re: Bierkit behalten oder auf Braumaschine wechseln

#6

Beitrag von guzzi-matz » Mittwoch 18. März 2020, 14:27

Wenn man beim Einkocher einen Läutereimer verwendet, und nach dem Hopfenkochen und Wirlpool den Sud vorsichtig abschlaucht in den Gärbottich , geht das auch ohne Ablashahn problemlos.

Ich hätte bei den Malzrohrsystem immer Bedenken das aufgrund des gepressten Malz die Ausbeute nicht so hoch wäre .
Einen Einkocher mit Rührwerk halte ich für effizienter.

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Re: Bierkit behalten oder auf Braumaschine wechseln

#7

Beitrag von JokerPs » Mittwoch 18. März 2020, 14:33

guzzi-matz hat geschrieben:
Mittwoch 18. März 2020, 14:27
Ich hätte bei den Malzrohrsystem immer Bedenken das aufgrund des gepressten Malz die Ausbeute nicht so hoch wäre .
Einen Einkocher mit Rührwerk halte ich für effizienter.
Das ist definitv so.

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Re: Bierkit behalten oder auf Braumaschine wechseln

#8

Beitrag von beercan » Mittwoch 18. März 2020, 15:11

Hallo Ingo,
ich besitze beide Systeme. Zum Einen habe ich ganz klassisch einen Läuterbottich und eine Sudpfanne, beides betrieben mit Induktion und zum anderen einen Braumeister 10. Beide Systeme möchte ich nicht mehr missen. Der Braumeister ist bestens geeignet für einen kurzen Brautag (ca. 4h inkl. Reinigung) und hat natürlich einen geringeren Platzbedarf. Nachteile hier, die Sudhausausbeute ist hier wie schon geschrieben wurde niedriger, man ist ein wenig eingeschränkter und das Gerät ist teurer (s.auch Post #2).
Mit dem klassischen System bin ich natürlich nicht so eingeschränkt und habe höhere Ausbeuten, brauche aber auch etwas mehr Platz was bei mir unproblematisch ist. Und hier ist natürlich auch der Kostenfaktor nicht zu vernachlässigen, welcher deutlich niedriger ausfällt.
Gruß Robert

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Re: Bierkit behalten oder auf Braumaschine wechseln

#9

Beitrag von secuspec » Mittwoch 18. März 2020, 15:38

Hallo Spaddel,

Ein ordentlicher Einkocher ggf. mit einem ordentlichen Rührwerk und ein brauchbares Thermometer wäre heute das was ich mir anschaffen würde, wenn ich noch einmal beginnen würde. Die Ausbeute ist höher als bei einem Malzrohrsystem und auch die generelle Flexibilität ist in dieser Preislage fast unschlagbar.

Viele Grüße,
Steffen
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Re: Bierkit behalten oder auf Braumaschine wechseln

#10

Beitrag von Silbereule » Mittwoch 18. März 2020, 16:07

Hi Ingo,

auch wenn das nicht deine eigentliche Frage ist, möchte ich noch einen Hinweis geben, den du hier im Forum auch immer wieder in diesem Zusammemhang liest, und der sich für mich als Anfänger als Gold wert erwiesen hat!
Noch wichtiger als die Herstellung der Würze, ist die Vergärung derselben. Vielleicht sind deine Mittel und Möglichkeiten unbegrenzt, sofern sie es nicht sind konzentriere dich zunächst auf die Möglichkeit kontrolliert zu vergären (z.B. Kühlschrank mit Inkbird). Ich hab ähnlich angefangen wie du mit Bierkit, als ich dann "aufsteigen" wollte bin ich diesem Rat gefolgt und habe mir Einkocher und Kühlschrank plus Inkbird besorgt, das war budgetmäßig drin. Wirklich gut wurde es erst mit kontrollierter Gärung.
Wenn du dir Grainfather plus ordentliches Kühlsystem leisten kannst, dann top. Andernfalls sollte dieser Gedanke vielleicht in deine Überlegung mit einfließen.

Herzliche Grüße
Steffen

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Re: Bierkit behalten oder auf Braumaschine wechseln

#11

Beitrag von secuspec » Mittwoch 18. März 2020, 16:51

Silbereule hat geschrieben:
Mittwoch 18. März 2020, 16:07
Noch wichtiger als die Herstellung der Würze, ist die Vergärung derselben. Vielleicht sind deine Mittel und Möglichkeiten unbegrenzt, sofern sie es nicht sind konzentriere dich zunächst auf die Möglichkeit kontrolliert zu vergären (z.B. Kühlschrank mit Inkbird). Ich hab ähnlich angefangen wie du mit Bierkit, als ich dann "aufsteigen" wollte bin ich diesem Rat gefolgt und habe mir Einkocher und Kühlschrank plus Inkbird besorgt, das war budgetmäßig drin. Wirklich gut wurde es erst mit kontrollierter Gärung.
Wenn du dir Grainfather plus ordentliches Kühlsystem leisten kannst, dann top. Andernfalls sollte dieser Gedanke vielleicht in deine Überlegung mit einfließen.
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Re: Bierkit behalten oder auf Braumaschine wechseln

#12

Beitrag von spaddel » Mittwoch 18. März 2020, 20:03

Hallo Freunde,

danke für die vielen Antworten. Ich bin ja immer offen für hochwertige Technik, wenn es denn Sinn macht.

Mein eigentliches Hobby ist Grillen und Räuchern und jetzt auch Wursten.

Ich habe einen Gasgrill und einen Pelletsmoker für insgesamt 4k EUR auf der Terrasse stehen. Ich sage das nicht um anzugeben (ob nun gute Küchenmaschine, Grill oder Brauanlage - die Preise sind überall ähnlich) sondern um zu sagen: Ich zahle diese Preise, wenn der Mehrwert da ist.
Bei den Grills habe ich diesen durch das Material (und die daraus resultierende Haltbarkeit) bzw. die Steuerungsmöglichkeiten beim Pelletsmoker. Ich nutze diese Geräte auch recht häufig.

Mit dem Räuchern hab ich im Herbst angefangen und sofort Feuer gefangen. Zu Beginn noch den Pelletsmoker missbraucht macht es jetzt schon ein altes Fass mit Inkbird + Terrarienheizung für die Nachreifphase. Ich bin bewusst den Schritt über das Fass gegangen, denn ein großer Räucherschrank hätte 4x so viel gekostet und mehr Platz weggenommen. Ggf. kann ich im Herbst günstig einen Thüros-Räucherschrank schiessen - dann nehm ich den und gebe das Fass ab - aber sonst bleibt es erstmal bei dem Fass. Damit kann ich mich noch gut auch bei etwas größeren Mengen als nur eine Lachsseite gut über Wasser halten.

Jetzt habe ich noch einen gebrauchten Handfleischwolf und einen Wurstfüller besorgt und werde in 2 Wochen meine eigenen Grillwürste herstellen. Die Räuchersaison geht nämlich jetzt langsam zu Ende und ich hab gerade nur noch 2 Lachsseiten für den Kollegen meiner Frau derzeit in der Beize und dann ist Schicht bis zum Herbst. Wie geht es dann weiter? Ich hoffe auf ein gewisses "Weihnachtsgeschäft", aber natürlich nur unter Freunden und Bekannten und auch meine Frau und ich inhalieren schön geräuchertes Fleisch und Fisch in rauen Mengen. Wir mögen das. Für die Herstellung von Salami fehlt mir noch ein Fleisch Reifeschrank. Preise dürften bekannt sein - ich würde das ja auch zahlen, werde aber dieses Jahr noch nicht in Durchsatz dafür haben. Erstmal Lachs und Schinken weiter perfektionieren.

Aber ich brauche was für den Sommer, nämlich Bier. Machen wir uns hier nichts vor: Genauso wie beim Räuchern und Wursten - wenn mal was für Bekannte abfällt, dann mach ich das für die mit, aber 80% werden für den Eigenbedarf werden. Meine Hobbies brauchen auf Platz - den wir ja noch haben, aber irgendwann ist auch hier mal empty. Ich war echt geil auf den Braumeister, Preis hin oder her. Die Klarstein-Geräte haben brauchbare Rezensionen, aber hier ist es wie mit den Grills. Bringt mir nichts, wenn ich viel Geld sparen konnte, aber erstmal überall nachbessern muss und die Geräte doch nur zu 80% richtig laufen. Dann kann ich es auch selber machen. Ich fand den Arbeitsaufwand jetzt im Grunde überschaubar und wirklich alleine lassen für 4 Stunden kann die Maschinen ja auch nicht. Alle 30-60 Minuten muss ich ja doch tätig werden.

Und wenn ich dann sehe, dass ich im Grunde mit dem Einkocher für recht kleines Geld (muss ja nicht neu sein) erhebliche Vereinfachungen erzielen kann, dann wird erstmal das der nächste Schritt. Ansonsten bin ich mit dem Set nämlich eigentlich zufrieden. Etwas aufpassen und Pflege und die Sachen werden erstmal halten.

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