Aufheizdauer wo zuschlagen?

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Schwabenbrauer
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Aufheizdauer wo zuschlagen?

#1

Beitrag von Schwabenbrauer » Sonntag 22. Juli 2018, 09:30

Hallo zusammen,

Gestern haben wir einen 25 Liter Brauvorgang durchgeführt und sind nicht richtig zufrieden mit unserem Prozess. Probleme bekamen wir durch folgende Situation:

Beim Läutern haben wir schön in unseren Einkocher geschlaucht. Darin war bereits der Hopfen (wie im Rezept empfohlen, oder auch vom Hanghofer). Laut Temperaturmessung haben wir hier etwa mit 50 Grad eingeschlaucht. Nachdem dann die ersten paar Liter drin waren, haben wir die Heizleistung hochgenommen. Leider ist die Temperatur nur sehr langsam gestiegen, da ja ständig kühlere Würze aus dem Läuterbottich nachfloss. Somit haben wir über 20 Minuten für das erreichen von etwa 95 Grad benötigt. Bis dann richtiger Würzebruch eintrat, vergingen nochmal 10 Minuten. Somit haben wir den Hopfen 30 Minuten so lala gekocht. Laut Rezept sollte aber bereits nach 20 Minuten der nächste Hopfen zugegeben werden.
Wie geht ihr mit sowas um? Ab wann läuft für euch die Uhr?

Vielen Dank im Voraus!

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Re: Aufheizdauer wo zuschlagen?

#2

Beitrag von Berliner » Sonntag 22. Juli 2018, 09:41

Der Hopfen der Vorderwürzehopfung kocht doch wahrscheinlich über eine Stunde mit. Da machen 10 oder 20 Minuten mehr keinen großen Unterschied, weil der Großteil der Isomerisierung schon längst erledigt ist. Für die anderen Gaben rechnest Du immer vom Ende der Kochzeit, also z.B. 30 und 15 Minuten vor Ende.
Gruß vom Berliner

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Re: Aufheizdauer wo zuschlagen?

#3

Beitrag von Sebasstian » Sonntag 22. Juli 2018, 09:44

Hallo,
was ihr gemacht habt ist eine Vorderwürzehopfung. Da wird doch eigentlich keine Kochdauer mehr angegeben für diese Hopfengabe. Vorlegen, drauflaufen lassen, das wars. Alle weiteren späteren Hopfengaben haben ja in der Regel eine Angabe "...Minuten vor Kochende". Das ist dann eigentlich auch unmissverständlich.

Grüße.

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Re: Aufheizdauer wo zuschlagen?

#4

Beitrag von Sura » Sonntag 22. Juli 2018, 09:46

Die Temperatur von 50°C ist nicht optimal. Schaut mal das ihr die Temperatur da besser hoch halten könnt indem der Läuterbottich isoliert wird. Wie hoch war denn die letzte Temperatur im Maischetopf?

Die Zeiten beim HopfenKOCHEN beziehen sich auf die Zeit nach dem Würzebruch. Ist der durch, läuft die Zeit. Einzige Ausnahme ist die Vorderwürzehopfung. Da wird der Hopfen zum läutern in den Topf vorgelegt so wie ihr das gemach habe.

Ansonsten stimmt deine Beobachtung oder Messung nicht. In einem Einkocher bekommt man, innerhalb von 30min, niemals 25l Flüssigkeit von 50°C auf 100°C.
In den meisten Fällen ist ein Post von mir genau so zu verstehen wie er geschrieben ist.

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Re: Aufheizdauer wo zuschlagen?

#5

Beitrag von DerDerDasBierBraut » Sonntag 22. Juli 2018, 09:59

Genau. Das war ihr gemacht habt ist eine Vorderwürzhopfung. Dazu wird Hopfen beim Läutern im Zielbehälter (in eurem Fall der Einkocher) vorgelegt. Die Aufheizzeit nach dem Läutern bis zum Kochbeginn ist für alle Berechnungen irrelevant. Ihr habt schon einen guten und zeitsparend Prozess benutzt. Die 30 Minuten könnt ihr nur mit mehr Heizleistung oder weniger Würze verkürzen. Da weniger Bier selten eine Option ist könntet ihr hier z.B. zu einem zusätzlichen Tauchsieder greifen.
Sobald die Würze wallend kocht tickt die Uhr für das Würzekochen. Wie die Vorredner schon angemerkt haben, wird in den Rezepten immer die Kochdauer der weiteren Zutaten (z.B. Hopfengaben) angegeben. An dieser Stelle ist bei euch vermutlich was schief gelaufen. Wenn bei der nächsten Hopfengabe "20 Minuten" im Rezept stand, bedeutet das vereinfacht gesagt, 20 Minuten Kochzeit für den Hopfen - der kommt also 20 Minuten vor dem Ende des Kochens in die Würze.
Genauer gesagt, nicht 20 Minuten vor Ende des Würzekochens, sondern 20 Minuten vor dem Unterschreiten der 80°C nach dem Kochen. Dauert es bei euch z.B. 5 Minuten, bis die Würze nach dem Kochen von 100°C auf 80°C abgekühlt ist, dann kommt die "20 Minuten Hopfengabe" 15 Minuten vor dem Kochende rein.
Zuletzt geändert von DerDerDasBierBraut am Sonntag 22. Juli 2018, 10:15, insgesamt 1-mal geändert.
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Re: Aufheizdauer wo zuschlagen?

#6

Beitrag von Schwabenbrauer » Sonntag 22. Juli 2018, 10:12

Unsere letzte Temperatur im Maischetopf war 78 Grad. Dann haben wir in den Läuterbottich gefüllt. Dort zehn Minuten Läuterruhe.
ich habe gerade nochmals genau geschaut: es waren nicht 50 Grad sondern 60 Grad.

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Re: Aufheizdauer wo zuschlagen?

#7

Beitrag von Schwabenbrauer » Sonntag 22. Juli 2018, 10:14

Vielen Dank für eure Antworten!

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Re: Aufheizdauer wo zuschlagen?

#8

Beitrag von DerDerDasBierBraut » Sonntag 22. Juli 2018, 10:25

Schwabenbrauer hat geschrieben:
Sonntag 22. Juli 2018, 10:12
Unsere letzte Temperatur im Maischetopf war 78 Grad. Dann haben wir in den Läuterbottich gefüllt. Dort zehn Minuten Läuterruhe.
ich habe gerade nochmals genau geschaut: es waren nicht 50 Grad sondern 60 Grad.
Ob ihr 50, 60 oder 70°C nach dem Läutern habt spielt für den Vorderwürzhopfen keine Rolle. Mit der Temperatur verändert sich nur die Aufheizdauer bis zum Kochbeginn. Eine gute Wärmeisolation an den Behältern kann euch in diesem Schritt wieder etwas Zeit sparen. Wobei 60°C Würzetemperatur nach dem Läutern eigentlich ganz OK ist.
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Re: Aufheizdauer wo zuschlagen?

#9

Beitrag von Brauwolf » Sonntag 22. Juli 2018, 11:25

25 Liter Würze zu läutern kann aber auch 30 Minuten dauern. Wenn der Boden im Einkocher fingerdick bedeckt ist, könnt ihr im Prinzip mit dem Heizen anfangen. Einkocher haben eine Aufheizrate von etwa 1° pro Minute, bei einem gut isolierten Läuterbottich ist es realistisch, dass die Würze mit 70°C da raus kommt. Im Idealfall beginnt die Würze zu kochen, wenn der letzte Tropfen Würze aus dem Läuterbottich rinnt. 0 Minuten Zeit verschwendet.

Der Vorderwürdehopfen hat dann 30 Minuten in der Würze geschmort. Bei den weiteren Hopfengaben müsst ihr aufpassen: es gibt Rezepte, die rechnen von Kochbeginn ausgehend, andere rückwärts vor Kochende. "10 Minuten nach Kochbeginn" und "60 Minuten vor Kochende" ist bei 70 Minuten Gesamtkochzeit dasselbe.

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Re: Aufheizdauer wo zuschlagen?

#10

Beitrag von Schwabenbrauer » Donnerstag 26. Juli 2018, 19:21

Danke!
Wie steht es dann um die Aufheizdauern beim Maischen? Schlägt ihr die der nachfolgenden Rast zu oder beginnt ihr erst bei erreichen "zu zählen"?

Danke und viele Grüße!

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Re: Aufheizdauer wo zuschlagen?

#11

Beitrag von Brauwolf » Donnerstag 26. Juli 2018, 19:49

Schwabenbrauer hat geschrieben:
Donnerstag 26. Juli 2018, 19:21
Danke!
Wie steht es dann um die Aufheizdauern beim Maischen? Schlägt ihr die der nachfolgenden Rast zu oder beginnt ihr erst bei erreichen "zu zählen"?

Danke und viele Grüße!
Es wird ab dem Erreichen gezählt. Die Aufheizzeiten sind, ausgehend von eine Rate von 1°/min, in die Rezepte einkalkuliert.

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Re: Aufheizdauer wo zuschlagen?

#12

Beitrag von Schwabenbrauer » Donnerstag 26. Juli 2018, 20:04

Vielen Dank!

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