Verdünnen auf geplante Stammwürze- Hopfen

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johannes.kirchmayr
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Verdünnen auf geplante Stammwürze- Hopfen

#1

Beitrag von johannes.kirchmayr » Sonntag 29. Juli 2018, 12:10

Kurze Frage an die wirklich technisch und analytisch versierten unter euch....

Ich habe das Verdünnen nach dem Hopfenkochen bis jetzt immer so gehandhabt, dass ich im Gärfaß mit bekannter Literzahl und gemessener Stammwürze dann mit gekochtem Wasser auf Zielstammwürze verdünnt habe....
So konnte ich oft durch ein bisschen mehr Malz beim Einmaischen noch 1-2l zusätzliches Bier herausholen und die Stammwürze war ja trotzdem korrekt....
Beim letzten Mal würde mir aber dann bewußt, dass ja meine IBUs dann eigentlich nicht stimmen....

Wie löst ihr denn dieses Problem???
Kann man das irgendwie miteinberechnen???

Danke,

Johannes

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Bierjunge
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Re: Verdünnen auf geplante Stammwürze- Hopfen

#2

Beitrag von Bierjunge » Sonntag 29. Juli 2018, 12:36

Ich selber verwende, je nach Lust, Laune und Tagesform zwei unterschiedliche Ansätze:
  • Hemdsärmelig: Für die empfundene Bittere (oder Ausgewogenheit) eines Biers kommt es ja weniger auf die absolute IBU-Zahl an, sondern auf das Verhältnis Bittere/Stammwürze (Z.B. ein oft genanntes Verhältnis von 2 für ausgewogene Biere). Das Verhältnis verändert sich ja durch Verdünnen nicht mehr. Wenn Du also für die Würze bei Kochbeginn korrekt bitterst, sollte sich das Verhältnis sowohl beim Eindampfen als auch beim Verdünnen nicht wesentlich ändern.
  • Perfektionistisch: Bereits zu Kochbeginn kannst Du doch, wenn Du über Erfahrungswerte verfügst, wie viel Prozent beim Kochen noch verdampfen werden, ausrechnen, wieviel Litern welcher Stammwürze du nach dem Kochen bzw. auch nach anschließendem Rückverdünnen erhalten wirst. Darauf berechne ich gewissermaßen in Echtzeit die Hopfenmenge.
    Knifflig ist u.U. nur eine Vorderwürzehopfung, bei der man noch nicht genau weiß, wo man nach dem Läutern genau herauskommen wird. Hier sollte man also nicht überbittern. Mit Erfahrungswerten (v.a. wenn man einen ähnlichen Sud schon öfters gemacht hat) klappt das aber ganz gut.
    Konkret gebe ich immer eine Voderwürzehopfung anhand Erfahrungswerten bzw. der erwarteten Ausbeute, und fange dann bei Pfannevoll hektisch zu rechnen an, um dann die Bitterhopfen- und Whirlpoolgabe so zu bemessen, um auf die geplante Bittere nach Kochen bzw. ggf. nach anschließendem Verdünnen herauszukommen.
Im Endeffekt werden aber beide Verfahren vermutlich auf das selbe Ergebnis führen.
Insgesamt kann man aber sagen: Erfahrung ist das A und O!

Moritz

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Re: Verdünnen auf geplante Stammwürze- Hopfen

#3

Beitrag von Alt-Phex » Sonntag 29. Juli 2018, 16:17

johannes.kirchmayr hat geschrieben:
Sonntag 29. Juli 2018, 12:10
So konnte ich oft durch ein bisschen mehr Malz beim Einmaischen noch 1-2l zusätzliches Bier herausholen ...
Du machst es ja anscheinend schon gezielt um mehr Würze zu erhalten. Habe ich auch Jahrelang so gemacht. Nennt man übrigends "High Gravity". Wenn du also schon weisst das es ~2L mehr werden, dann kannst du deine Bittere auch im Vorfeld so berechnen. Ob das am Ende 2 IBU mehr oder weniger sind ist doch nicht wirklich wichtig.

Hier habe mein vereinfachtes Verfahren mal beschrieben. Vieleicht hilft dir das weiter.
https://hobbybrauer.de/forum/viewtopic.php?t=14568
"Viele Biere werden am Etikettierer gemacht"

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Re: Verdünnen auf geplante Stammwürze- Hopfen

#4

Beitrag von johannes.kirchmayr » Mittwoch 1. August 2018, 11:13

Danke für die guten Antworten....

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Re: Verdünnen auf geplante Stammwürze- Hopfen

#5

Beitrag von Boludo » Mittwoch 1. August 2018, 12:07

Glaubst Du wirklich, dass Du die IBUs im Bier hast, die Du ausgerechnet hast? Plus Minus 10% wäre schon ein guter Wert. Wegen 2 Liter Wasser würde ich mir da keinen Kopf machen. Außerdem hängt die Bittere nicht nur von IBU ab. Dazu kommt noch, dass man bis zu 5 IBU Unterschied gar nicht schmeckt, je nach dem, in welchem Bereich man sich befindet.
Wenn man mal 30% high gravity macht, sollte man entsprechend bisschen mehr Hopfen nehmen.

Stefan

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