Dauer Hopfenseihen nach Runterkühlen

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Westvleteren
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Dauer Hopfenseihen nach Runterkühlen

#1

Beitrag von Westvleteren » Montag 30. Juli 2018, 14:41

Hallo zusammen,

soweit ich das sehen kann, scheint sich immer mehr die Praxis durchzusetzen, nach dem Hopfenkochen direkt in der Pfanne runterzukühlen und danach direkt Hopfen zu seihen. Auch im Brücklmeier werden die Vorteile dieser Vorgehensweise beschrieben. Manche verzichten dann auf den Whirlpool andere machen ihn.
Meine Praxis war bisher: Runterkühlen bis 75-80°C in der Pfanne-->Whirpool-->Hopfenseihen-->Kühlen auf Anstelltemperatur. Das ging immer recht fix und im Monofilament-Filter hat sich nicht viel angesammelt.
Heute habe ich die "neue" Variante zum zweiten Mal probiert und bin wie beim ersten Mal ziemlich gescheitert. Der Monofilament-Filter setzte sich bei beiden Malen extrem schnell zu, danach kommt nur noch ein Rinnsal durch und ich muss den Hahn stark zurückstellen, damit es nicht über den prall gefüllten Filter überläuft. Das gesamte Hopfenseihen hat mich so über 90 Minuten gekostet, was mich nach einem Brautag, der ansonsten ziemlich problemlos und schnell war, ziemlich nervt.
Was mache ich falsch? Der Filter hat soweit ich weiß 200µm, falles es daran liegen könnte.

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Re: Dauer Hopfenseihen nach Runterkühlen

#2

Beitrag von beryll » Montag 30. Juli 2018, 14:59

Gute Frage... Ich kann Dir nur schildern, wie es beim letzten Mal bei mir ablief.
10 min vor Kochende kam die Kühlspirale rein und nach dem Flameout hab ich sofort die Pumpe angeschaltet.Ich pumpe Regenwasser von einem 1000-l Tank in einen zweiten, das Wasser hatte knappe 8°C.
Runtergekühlt hab ich alles auf 15°C, da hatte sich Würze schon deutlich verändert - d.h. es schwommen keine Eiweißpartikel mehr sichtbar oben rum.
Dann hab ich den Hahn langsam aufgedreht und den ersten Liter durch den Monofilament laufen lassen. Viel war da nicht drin...
Der Rest, bis auf den letzten Liter, hätte ich auch so ohne den Monofilament-Filter ins Gärfass laufen lassen können, es lag alles auf dem Boden des Topfes bzw. blieb am Kühler hängen.

Bisher nur einmal so durchgeführt, da ich vorher immerzu auf den Whirlpool vertraut habe.

VG Peter

Edith, die Erste sagt mir gerade, mein Monofilament-Filter hat 150µ.
Edith, die Zweite: Ich hab den Hopfen im Übrigen nicht einfach in den Topf geworfen sondern in den Filter hier: https://www.ebay.de/i/232531327581?chn= ... 1872113413
Das wird sicherlich einiges zum Gelingen beigetragen haben!
Mein Lieblingstier ist der Zapfhahn...!
(Aktueller Bericht aus dem Gärfass)

Terminfindung Treffen der Saar-Lor-Lux Brauer

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Re: Dauer Hopfenseihen nach Runterkühlen

#3

Beitrag von bieratenschreck » Montag 30. Juli 2018, 15:11

Hast Du schon mal probiert, den Filter nur für den Vorlauf und Nachlauf zu verwenden?
Ich bin auch einer von denen, die in der Pfanne runter kühlen, allerdings mit zwei Kühlschlangen in Reihe geschaltet. Kein Whirlpool. Erst mit Brunnenwasser als Kühlflüssigkeit bis 15 Grad, bei UG noch Kreislauf Eiswasser mit einer Minipumpe.
Für den Vorlauf der Würze in den Gärbehälter (ca. 2 - 3 Liter) wird der Monofilamentfilter und für die letzten 2 Liter Nachlauf benötigt. Die Hauptmenge ist so klar, da brauche ich keinen Filter.
Vielleicht würde sich der Filter auch bei mir zusetzen, wenn die geschätzten 35 Liter vom Hauptlauf da durch müssen. Mein Bier ist jedenfalls nicht auffällig trüb.

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Re: Dauer Hopfenseihen nach Runterkühlen

#4

Beitrag von Flothe » Montag 30. Juli 2018, 15:24

Hatte selbiges Problem wie der TE bisher auch schon einige Male. Verbindendes Element waren bisher immer riesige Hopfengaben (Pellets) bei 80 °C. Sediment war dann extrem locker und die letzten paar Liter haben den Monofilament jedes Mal fast gesprengt, da nix mehr ging. Musste das Ding dann regelrecht auswringen.

Werde mir für die nächsten Sude mit großzügiger Whirlpoolhopfung auch so einem Hopfenfilter/Hopspider besorgen und dann die Hopfengaben darein geben.

LG Florian

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Re: Dauer Hopfenseihen nach Runterkühlen

#5

Beitrag von stefan78h » Montag 30. Juli 2018, 15:30

hatte auch beim ersten mal in der pfanne kühlen problem mit dem Monofilter.

Grund war das ich die Spirale in der Würze bewegt habe damit es schneller abkühlt.
Beim zweiten mal ohne Bewegung der Würze war es dann ok. Nur minimaler Trub im Filter. (trotz Dolden)....
Gruß
stefan

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Re: Dauer Hopfenseihen nach Runterkühlen

#6

Beitrag von Alt-Phex » Montag 30. Juli 2018, 15:36

Hahn nicht voll aufreissen und Hopfenfilter immer wieder mal etwas ausschütteln. Mache ich seit Jahren so ohne Probleme. Und ich geize auch nicht mit späten Hopfengaben. Die Spirale bewege ich auch zum schnelleren abkühlen.
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Re: Dauer Hopfenseihen nach Runterkühlen

#7

Beitrag von Flothe » Montag 30. Juli 2018, 15:39

Alt-Phex hat geschrieben:
Montag 30. Juli 2018, 15:36
Hahn nicht voll aufreissen und Hopfenfilter immer wieder mal etwas ausschütteln. Mache ich seit Jahren so ohne Probleme. Und ich geize auch nicht mit späten Hopfengaben. Die Spirale bewege ich auch zum schnelleren abkühlen.
Glaube dir gerne, dass es bei dir super geht, Bernd. Aber ich weiß bald nicht mehr, was ich noch alles machen kann, um dem Problem Herr zu werden. Das mit dem Aufschütteln mache ich ja auch schon zwischendurch. Aber gerade beim letzten Sud war es Mal wieder so, dass ich entscheiden musste, ob ich jetzt 2-3 Liter opfere und in der Pfanne zurück lasse oder mir mit den darin schwebenden Hopfenpartikeln den Mono sprenge.

Ich bewege die Kühlspirale auch, sonst dauerts einfach ne halbe Ewigkeit.

LG Florian

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Re: Dauer Hopfenseihen nach Runterkühlen

#8

Beitrag von gulp » Montag 30. Juli 2018, 15:41

stefan78h hat geschrieben:
Montag 30. Juli 2018, 15:30
hatte auch beim ersten mal in der pfanne kühlen problem mit dem Monofilter.

Grund war das ich die Spirale in der Würze bewegt habe damit es schneller abkühlt.
Beim zweiten mal ohne Bewegung der Würze war es dann ok. Nur minimaler Trub im Filter. (trotz Dolden)....

Nicht trotz, sondern wegen der Dolden! Die wirken wie ein Filter! :Greets

Gruß
Peter
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Re: Dauer Hopfenseihen nach Runterkühlen

#9

Beitrag von stefan78h » Montag 30. Juli 2018, 15:48

OK, da will ich nicht wiedersprechen.
Gruß
stefan

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Re: Dauer Hopfenseihen nach Runterkühlen

#10

Beitrag von Alt-Phex » Montag 30. Juli 2018, 15:56

Flothe hat geschrieben:
Montag 30. Juli 2018, 15:39
Aber ich weiß bald nicht mehr, was ich noch alles machen kann, um dem Problem Herr zu werden.
Wir wollten doch eh mal wieder zusammen brauen Florian, vieleicht finden wir den Fehler gemeinsam.
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Re: Dauer Hopfenseihen nach Runterkühlen

#11

Beitrag von Flothe » Montag 30. Juli 2018, 16:13

Alt-Phex hat geschrieben:
Montag 30. Juli 2018, 15:56
Flothe hat geschrieben:
Montag 30. Juli 2018, 15:39
Aber ich weiß bald nicht mehr, was ich noch alles machen kann, um dem Problem Herr zu werden.
Wir wollten doch eh mal wieder zusammen brauen Florian, vieleicht finden wir den Fehler gemeinsam.
Das können wir gerne machen :)

Werde mir vermutlich trotzdem bis dahin Mal den Hopfenfilter besorgen.

LG Florian

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Re: Dauer Hopfenseihen nach Runterkühlen

#12

Beitrag von cma410 » Montag 30. Juli 2018, 17:40

Da ich mit dem Grainfather braue, sieht das Setup ein wenig anders aus (Whirlpool eher schwierig machbar, Würze wird nach der Erstabkühlung auf etwa 80 Grad durch den Gegenstromkühler ins Gärfass gepumpt). Der Monofilter setzt sich dabei leider auch bei mir regelmäßig zu. Das Szenario "auswringen" kenne ich nur allzu gut. Ich mache mir dabei zwar immer Sorgen, mein Bier damit zu kontaminieren, bisher ist es aber gut gegangen :thumbsup

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Re: Dauer Hopfenseihen nach Runterkühlen

#13

Beitrag von Michael Wendt » Dienstag 31. Juli 2018, 20:50

Wie lange braucht denn das Runterkühlen von 20/30 Litern in der Pfanne eigentlich bei sagen wir 15 Grad Kaltwassertemperatur? Ich braue mit dem Grainfather. Und so schnell ich mit dem Gegenstromkühler unter 80 Grad bin (5 Minuten), so lange dauert es danach. Ab 50 Grad nach 30 Minuten passiert gefühlt nichts mehr, und mein Umweltgewissen quält mich, den Gegenstrom auszuschalten. Wollte das Kühlen in der Pfanne jüngst halt mal versuchen, hab’s dann aber abgebrochen.

Viele Grüße
Michael
„Ah, das schmeckt wie ein richtiges Vierzehnzwanziger“

Meine Anlage: viewtopic.php?f=20&t=12052
Meine Vorstellung: viewtopic.php?f=50&t=11885
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Re: Dauer Hopfenseihen nach Runterkühlen

#14

Beitrag von Flothe » Dienstag 31. Juli 2018, 23:24

Michael Wendt hat geschrieben:
Dienstag 31. Juli 2018, 20:50
Wie lange braucht denn das Runterkühlen von 20/30 Litern in der Pfanne eigentlich bei sagen wir 15 Grad Kaltwassertemperatur? Ich braue mit dem Grainfather. Und so schnell ich mit dem Gegenstromkühler unter 80 Grad bin (5 Minuten), so lange dauert es danach. Ab 50 Grad nach 30 Minuten passiert gefühlt nichts mehr, und mein Umweltgewissen quält mich, den Gegenstrom auszuschalten. Wollte das Kühlen in der Pfanne jüngst halt mal versuchen, hab’s dann aber abgebrochen.

Viele Grüße
Michael
Also mit einem Edelstahl-Eintauchkühler (10 m) und den aktuellen Leitungswassertemperaturen von ca. 20 Grad brauche ich ne gute Stunde um nach dem Kochen auf 25-30 Grad zu kommen (Pi mal Daumen).

Wenn mich mein physikalisches Verständnis nicht ganz trügt, sollte ein Gegenstromkühler um Welten effizienter sein, als ein Eintauchkühler. Zumindest wenn der Eintauchkühler nicht ständig bewegt bzw. die Würze nicht ständig umgewälzt wird.

Doofe Frage: Hast du den Gegenstrom eventuell verkehrt herum angeschlossene, sodass es ein Parallelstrom ist?

Eventuell beißt sich dein Umweltbewusstsein auch zu sehr. Wenn die Wasserströmung zu langsam ist, bleibt sie eventuell laminar und wird nicht turbulent. Die Energieübertragung ein eine laminar strömende Kühlflüssigkeit ist aber wesentlich schlechter. Turbulent wird's bei höherer Fließgeschwindigkeit, ergo mehr Kühlwasser in gleicher Zeit.

LG Florian

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Re: Dauer Hopfenseihen nach Runterkühlen

#15

Beitrag von JackFrost » Mittwoch 1. August 2018, 00:02

Flothe hat geschrieben:
Dienstag 31. Juli 2018, 23:24


Wenn mich mein physikalisches Verständnis nicht ganz trügt, sollte ein Gegenstromkühler um Welten effizienter sein, als ein Eintauchkühler. Zumindest wenn der Eintauchkühler nicht ständig bewegt bzw. die Würze nicht ständig umgewälzt wird.
Der Gegenstrom ist "besser" weil die das zu kühlende Medium strömt. Damit ist der Wärmeübergangskoeffizient deutlich besser als in einem ruhenden System. Zudem ist das Delta zwischen Kühlmittel und zu kühlendem Medium annähern konstant.

Ich hab das mit nem Spiralkühler und einem "Rührwerk" https://hobbybrauer.de/forum/viewtopic. ... st#p285675 gemacht und hab mit 4l/min Kühlwasser und ~17 °C in 29 Minuten 20 kg Würze von 97 °C auf 23 °C gekühlt. Wäre etwas schneller gegangen hätte ich nicht zwischen durch mal den Volumenstrom auf 2l/min gedrosselt.
Michael Wendt hat geschrieben:
Dienstag 31. Juli 2018, 20:50
Wie lange braucht denn das Runterkühlen von 20/30 Litern in der Pfanne eigentlich bei sagen wir 15 Grad Kaltwassertemperatur? Ich braue mit dem Grainfather. Und so schnell ich mit dem Gegenstromkühler unter 80 Grad bin (5 Minuten), so lange dauert es danach. Ab 50 Grad nach 30 Minuten passiert gefühlt nichts mehr, und mein Umweltgewissen quält mich, den Gegenstrom auszuschalten. Wollte das Kühlen in der Pfanne jüngst halt mal versuchen, hab’s dann aber abgebrochen.
Wie warm ist das Kühlwasser aus dem Gegenstromkühler gekommen. Wenn du die Anschlüsse vertauscht hast und das Wasser annähernd die 50 °C erreicht bringst du keine Energie mehr raus. Beim Parallelstrom hast du am Eingang ein großes Delta und schreckst die Würze aber die Kühlleistung lässt zum Ende her nach. Beim Gegenstrom hast du annähernd ein konstantes Delta und du kannst mehr Wärme tauschen.

Welche Strömungsgeschwindigkeit hatten Würze und Kühlwasser ?

Gruß JackFrost

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Re: Dauer Hopfenseihen nach Runterkühlen

#16

Beitrag von cma410 » Mittwoch 1. August 2018, 13:41

Michael Wendt hat geschrieben:
Dienstag 31. Juli 2018, 20:50
Wie lange braucht denn das Runterkühlen von 20/30 Litern in der Pfanne eigentlich bei sagen wir 15 Grad Kaltwassertemperatur?
Wie ist denn Deine Vorgehensweise? Wartest Du tatsächlich, bis die Würze im Grainfather auf Anstelltemperatur ist und pumpst dann erst ab? Warum das? Ich schließe meinen Gegenstromkühler etwa 10 Minuten vor Flame Out an und lasse die kochende Würze zur Desinfektion noch ohne das kalte Wasser aufzudrehen durch den Kühler zirkulieren. Nach Flame Out drehe ich das kalte Wasser auf und warte, bis die Temperatur im Grainfather auf 80 Grad oder etwas weniger gefallen ist.

Dann wird die Pumpe kurz abgedreht, ein kleiner Whirlpool angedreht (besonders gut bzw. wirksam geht das im GF ja ohnehin nicht), der Ablaufschlauch des Kühlers direkt in den Gärbehälter gehängt und die Pumpe wieder aktiviert.

So fließt die im GF immer noch knapp 80 Grad heiße Würze mit etwa 20 Grad ins Gärfass.

Mache ich da etwas falsch oder Michael Wendt!?

Gruß aus Wien
Christoph

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Re: Dauer Hopfenseihen nach Runterkühlen

#17

Beitrag von cma410 » Mittwoch 1. August 2018, 14:11

Achja, eines noch: beim Abpumpen in den Gärbehälter läuft die Würze natürlich noch durch einen Monofilter. Sonst würde der GF zuviel Dreck mitnehmen ...

Christoph

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Re: Dauer Hopfenseihen nach Runterkühlen

#18

Beitrag von Michael Wendt » Mittwoch 1. August 2018, 14:31

Danke erstmal für eure schnellen Antworten!
@ Christoph: Ich habe das ganz genau so gemacht wie du. Klappt auch, und binnen Minuten ist die Würze unter 80 Grad. Je nach Jahreszeit/Kaltwasser-Temperatur muss man halt den Durchfluss der Würze reduzieren, um gleich auf Anstelltemperatur zu kommen. Ich wollte es nun mal anders versuchen, um den Trub möglichst aus dem Gärbehalter zu halten.

@ Florian: Die Leitungen am Grainfather-Kühler sind ja blau und rot. Rot hängt definitiv im Abfluss :-) Ich schau aber trotzdem nochmal. Kann ja auch werkseitig vertauscht worden sein. Ich drehe den Kaltwasserhahn immer voll auf, die Strömungsgeschwindigkeit sollte also stimmen. Ich denke, in einer Stunde wäre ich auch auf 25 bis 30 Grad. Nur bin ich nach einer halben Stunde nervös geworden wegen des Wasserverbrauchs (und das als jemand, der seinen Garten mit Leitungswasser wässert ...).

@ Jackfrost: Das Kühlwasser hatte 20 Grad, und aus meiner Duschbrause kommen 12 Liter/Minute. Ich weiß nicht, wie viel bei voll aufgedrehtem Hahn durch den Grainfather-Kühlschlauch laufen. Aber 4 Liter wie bei dir werden es allemal sein. Du scheinst ja eine sehr gute Kühlleistung zu erreichen. Bei mir strömte die gekühlte Würze mit ca. 35 Grad zurück in den Grainfather. Reduziere ich den Würzefluss, komme ich auf 21 Grad Rückflusstemperatur. Das ist dann aber nur noch ein (geschätzt) 1-Liter-pro-Minute-Rinnsal.

Ich denke, ich werde im Winter nochmal probieren, direkt in der Pfanne zu kühlen. Dabei muss anders als beim Abpumpen in den Gärbehälter natürlich auch der noch heiße Grainfather-Boden gekühlt werden. Das kostet sicher auch einige Minuten.

Danke euch!
Michael
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Re: Dauer Hopfenseihen nach Runterkühlen

#19

Beitrag von Neubierig » Mittwoch 1. August 2018, 16:46

Zur Ausgangsfrage - ich kühle auch mit Spirale, am Anfang auch mit Schütteln und Rütteln, um die Wärme gut abzutransportieren. Ich mache es aber jetzt basiert auf die "Whirlpool cooling" Methode:
Statt Schütteln (was Sauerstoffeintrag mit sich bringt), wird die Würze mittels eine Chinapumpe vom Hahn zurück nach oben gepumpt, so dass sie immer in einem Kreis die Spirale herum in Bewegung ist. So kühlt sie sich schneller ab.

Das Problem dann ist, dass der Kalttrub noch in der Schwebe ist, und mein Monofilter würde sich dann natürlich beim Hopfenseihen auch sehr schnell zu machen. Ich warte also noch 20-30 Minuten, bis es alles abgesetzt ist, dann geht das Seihen bis die letzte Litre oder so (Hahn nicht voll aufmachen).

Lange Rede kurze Sinn - das könnte evtl dein Problem sein - nämlich der Trub muss sich erstmal absetzen. Probiere es mal mit einem "Abseihenrast".

Cheers,

Keith :-)
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