Zu wenig Hopfengeschmack

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basti
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Zu wenig Hopfengeschmack

#1

Beitrag von basti » Donnerstag 5. Februar 2015, 13:30

Hallo! :Greets

Ich lese hier schon länger mit und habe mich nun auch mal angemeldet. Ich habe schon 2 mal erfolgreich Bier gebraut, einmal ein Alt und noch eine Art Weizenbier. Fast alle Informationen darüber habe ich aus diesem Forum. Danke dafür! :thumbup

Nun wollte ich mich an einem IPA versuchen. Ich habe ein ein Rezept von Beersmith verwendet, dass ich ein wenig modifiziert habe. Es lief alles super. Nach 5 Tagen Flaschenreifung wurde ich neugierig und habe mal ein Bierchen probiert. Es schmeckte sehr gut, nur ich fand, es hatte viel zu wenig Hopfengeschmack.
Welche gründe kann das haben? Zu wenig Hopfen kann nicht sein, ich habe etwa 13g pro Liter.
Vielleicht zu hohe Stammwürze? Stammwürze: 17,8°, EVG 4,5°
Oder kann es vielleicht daran liegen, dass ich den Hopfen in Teebeuteln verarbeitet habe?

Ich wäre sehr dankbar für Hilfe

Basti

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holledauer
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Re: Zu wenig Hopfengeschmack

#2

Beitrag von holledauer » Donnerstag 5. Februar 2015, 13:37

Welche Hopfen hast de denn verwendet?
Poste mal dein Rezept.

13g ist schon eine Hausnummer...
Gruß Martin aus der Hallertau

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Re: Zu wenig Hopfengeschmack

#3

Beitrag von -CK_AKS- » Donnerstag 5. Februar 2015, 15:03

Basti,
vor allem solltest Du Angaben zu Hopfengaben (wann beim Würzekochen hast Du den Hopfen zugegeben) und zum Hopfen selbst (Sorte, siehe oben von holledauer) mit alpha-Wert machen.
Viele Grüße
Christian

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ggansde
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Re: Zu wenig Hopfengeschmack

#4

Beitrag von ggansde » Donnerstag 5. Februar 2015, 15:09

Moin,
willkommen!
Was genau verstehst Du unter "Hopfengeschmack"? Hopfenbittere oder Hopfenaroma? Wie hast Du den gewünschten Hopfengehalt berechnet? Welchen Bitterstoffgehalt hatte Dein Hopfen?
VG, Markus
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basti
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Re: Zu wenig Hopfengeschmack

#5

Beitrag von basti » Freitag 6. Februar 2015, 00:35

OH, ich hab im Eifer des Gefechts das Rezept vergessen. :Ahh Entschuldigung :redhead

Das Rezept ist für 7,5 Liter. (es sollten eigentlich 15 sein, aber ich habe mich beim Bestellen vertan)

2,3 kg Pilsener Malz
0,3 kg Dunkles Weizenmalz
62-65 C° 60 minuten
15g Amarillo 8,9% 60 min
15g Cascade 6% 30 min
15g Amarillo 8,9% 15 min
15g Cascade 6% 15 min
Safale US-05
7 Tage Hauptgärung, umgeschlaucht und dann Hopfenstopfen.
15g Amarillo 8,9% Hopfenstopfen 7 Tage
15g Cascade 6% Hopfenstopfen 7 Tage
danach Abgefüllt in Flaschen mit Haushaltszucker.

Fehlt noch was?

MIt Hopfengeschmack meine ich die Bittere und das Aroma. Mir fehlt diese typisch starke Bittere und der starke zitrische, fruchtige, grasige Geschmack, der für ein IPA (DIPA) typisch ist. Ich habe das ganze mit Beersmith berechnet.
Ich habe übrigens dummerweise die ganze Packung Hefe reingepackt, was mir viel Jungbierverlust verursacht hat, aber kann das auch die Ursache der Hopfenlosigkeit sein?

Schon mal vielen Dank für eure Antworten!

Basti
Zuletzt geändert von basti am Freitag 6. Februar 2015, 01:19, insgesamt 1-mal geändert.

Fricky
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Re: Zu wenig Hopfengeschmack

#6

Beitrag von Fricky » Freitag 6. Februar 2015, 00:59

basti hat geschrieben:Ich habe ein ein Rezept von Beersmith verwendet, dass ich ein wenig modifiziert habe.
Welches Rezept genau hast Du denn verwendet und was genau hast Du modifiziert?
Dann könnte man vielleicht mehr dazu sagen.

Evtl. hast Du Dich ja nur bei den Einheiten irgendwo verrechnet?

Gruß, Peter.
..

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Re: Zu wenig Hopfengeschmack

#7

Beitrag von Odin » Freitag 6. Februar 2015, 01:03

die Rast bei 62-68 C° 60 minuten ist ne riesen Spanne. Damit bekommst du Biere von trocken bis pappig süß.
Bierherstellung beginnt mit dem Ausschlagen der Würze :Drink

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Re: Zu wenig Hopfengeschmack

#8

Beitrag von metaler143 » Freitag 6. Februar 2015, 01:06

Wie viele IBU hast du angestrebt mit der verwendeten Hopfenmenge?
Gruß Jakob

basti
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Re: Zu wenig Hopfengeschmack

#9

Beitrag von basti » Freitag 6. Februar 2015, 01:28

Hallo und danke für eure Antworten.

Peter, ich weiß nicht mehr genau welches Rezept es im Ursprung war, aber ich habe nur die Menge angepasst, ein paar Hopfen ausgetauscht und den Caramalz weggelassen. Ich bezweifel nur, dass es am Rezept liegt, denn genug Hopfen ist ja drinn.

Odin, sorry, das war ein fehler. Es sollte 62-65 heißen. Laut rezept war es 64, mir war es aber technisch kaum möglich diese Themperatur genau zu halten, darum hab ich die Spanne angegeben. War vielleicht die Themperatur zu hoch, so dass das Bier nun zu Süß ist?

Jakob, an die 100 wollte ich schon ganz gerne haben. Berechnet waren auch 97

Viele Grüße

Basti

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Re: Zu wenig Hopfengeschmack

#10

Beitrag von holledauer » Freitag 6. Februar 2015, 06:52

Hallo Basti,

also mit deinen Hopfengaben komme ich auf knapp 70 IBU. Sollte passen für ein IPA.
Mehr ist meines Erachtens eh nicht mehr spürbar.

Die 30g Stopfhopfen auf 7,5 Liter passt auch. Ist nicht zu viel, sollte aber dennoch angenehm spürbar sein.

Wann hast du den Stopfhofen dazugegeben?
Nach der Hauptgärung oder gleich von Anfang an?

Gruß Martin
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Re: Zu wenig Hopfengeschmack

#11

Beitrag von Der Rossberger » Freitag 6. Februar 2015, 08:16

Hallo,

lass mal die Beutel weg, die nehm ich auch nie. Mach Dir keine Sorgen, Koch- und Stopfhopfen sammeln sich in der Regel gut auf dem Behälterboden, sodass man Würze und Jungbier gut vom Hopfen trennen kann.
Bei der Hopfenmenge kann das nur an der schlechten Auslösung der Aromaten und Bitterstoffen aus dem Hopfen liegen.

VG Oliver

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Re: Zu wenig Hopfengeschmack

#12

Beitrag von JanBr » Freitag 6. Februar 2015, 08:28

Naja, das schon eine amtliche Menge Hopfen. Wenn der nicht überlagert war sollte er schon zu merken sein.

Zwei Sachen kann ich mir vorstellen, die aber nur in Kombination den Verlust von Bittere und Stopfaroma verursachen würden:

1.) 62- 65°C passt eigentlich für ein sehr trockenes Bier. Wenn du aber evtl. auf Grund deiner technischen Möglichkeiten oder durch Ungenauigkeiten beim Thermometer höher gekommen bist, könnte das Bier sehr viel Restsüße mitbringen. Die wirkt geschmacklich gegen die Bittere. Darauf würden auch die 17,8°P bei 4,5°P Endvergärung hinweisen. Meine Biere mit 16°C stoppen irgendwo um die 2°P.

2.) Wenn deine Hauptgärung noch nicht durch war, / Tage können reichen, kommt aber auf die Temperatur an, und du stopfst, dann wird mit dem CO2 sehr viel Aroma ausgetrieben.

Das könnte es sein, aber aus der Ferne, ohne das Bier verkostet zu haben werden das uach nur Vermutungen bleiben.

TGIF

Jan

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Re: Zu wenig Hopfengeschmack

#13

Beitrag von Uwe12 » Freitag 6. Februar 2015, 08:49

Hmm, wenn Dir die Bittere nicht stark genug ist: wie sehen Deine Wasserwerte aus?
Bei sehr weichem Wasser dürfte der Würze-pH niedriger sein und es kommt zu einer schlechteren "Hopfenausnutzung" beim Kochen.

Uwe

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Re: Zu wenig Hopfengeschmack

#14

Beitrag von Dale » Freitag 6. Februar 2015, 09:07

Moin,

ganz genau so sehe ich das auch:
Der Rossberger hat geschrieben:Hallo,

lass mal die Beutel weg, die nehm ich auch nie. Mach Dir keine Sorgen, Koch- und Stopfhopfen sammeln sich in der Regel gut auf dem Behälterboden, sodass man Würze und Jungbier gut vom Hopfen trennen kann.
Bei der Hopfenmenge kann das nur an der schlechten Auslösung der Aromaten und Bitterstoffen aus dem Hopfen liegen.
:thumbsup
Mein gar nicht so unähnliches Bier ist geringer gestopft und hat so was von Hopfen-Aromen: viewtopic.php?f=17&t=1388

Grüße,
Dale.

basti
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Re: Zu wenig Hopfengeschmack

#15

Beitrag von basti » Samstag 7. Februar 2015, 01:22

Hallo!

Wow, hier beteiligen sich ja viele. Echt super, danke!

Martin, Beersmith sagt 97. Aber 70 sollte man auch stärker wahrnehmen. Für mich ist es eher so herb wie ein nordisches Pils. Den Hopfen habe ich nach der Hauptgärung zugegeben.

Oliver, okay, ich werde es demnächst ohne die Beutel machen. Vielleicht konnte der Hopfen so nicht alle Aromen und Bitterstoffe abgeben, zumal ich die Beutel vielleicht etwas voll gemacht habe. Sie wirkten sehr aufgebläht.

Jan, 1) ist sehr gut möglich. Ich habe einen alten Einkochtopf für den Herd, den ich mit Isomatte eingekleidet habe. Ich habe mit der Hand umgerührt, das war anstrengend, aber ich habe keine Pause gemacht. Vielleicht aber trotzdem nicht so optimal?
2) möchte ich ausschließen. Nach 4 Tagen hat sich schon nichts messbares mehr getan. Und ich habe trotzdem noch die 7 Tage abgewartet.

Uwe, ich weiß nichts Über die Wasserwerte. Wo bekomme ich die her? Aber macht das so einen signifikanten Unterschied bei der Hopfenmenge?

Scheint so, als wäre es die Kombination aus den Teebeuteln und der hohen Restsüße. Die Teebeutel kann ich weglassen. Und ich sollte mir wohl ein richtigen Einkochautomat holen, oder bekommt man es auch irgend wie so hin mit einem normalen Einkochtopf?

Viele Grüße und vielen Dank!

Basti

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Re: Zu wenig Hopfengeschmack

#16

Beitrag von marsabba » Samstag 7. Februar 2015, 14:48

Na da muss ich meinen Senf auch noch zu geben:
* Wie alt ist der Hopfen und wie wurde er gelagert ? jahrgang 2012 bei Zimmertemperatur ? Dann wärs kein Wunder, wenn nicht mehr viel Aroma übrig bliebe.
* Für den Citrisch-Grasigen Stopfgeschmack ist m.e. weder Amarillo noch der Cascade die richtige Wahl, da zu mild. Nimm beim nächsten mal Centennial, Chinook und nen ordentlichen Schuss Simcoe, die haben einfach mehr Power.

Viele Grüße
Martin

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Re: Zu wenig Hopfengeschmack

#17

Beitrag von dast » Samstag 7. Februar 2015, 15:57

Und noch mein Senf zum Stopfen:

ich hatte anfangs auch mit Beutel, getrockneten Dolden und Beschwerung gestopft.

Nun nehme ich nur noch Pallets und werfe sie direkt in die Nachgärung.
Danach wird ein umgestülpter Filterbeutel 200µm rein gehangen und da der Bierheber reingesteckt und umgeschlaucht.

Mit Dolden hatte ich auch nur minimale Ergebnisse. Mit Pallets funktioniert es super mit 3 bis 6g/L - je nachdem wie viel Aroma man möchte.

Daniel

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Re: Zu wenig Hopfengeschmack

#18

Beitrag von basti » Dienstag 10. Februar 2015, 22:31

Hallo

Martin, der Hopfen ist ganz frisch Bestellt. Er hatte auch ein starken Duft.
Okay ich werde bei meinem nächsten IPA die genannten Hopfen verwenden. Danke für den Tipp! :thumbup

Daniel, das mit dem Filterbeutel ist eine super Idee.
Also du sagst, Pellets sind besser als Dolden?

Ich habe übrigens mein Bier noch ein paar Tage reifen lassen und nun nochmal probiert. Es ist nochmal ein bisschen besser geworden, aber trotzdem nicht hopfig genug. Trotzdem ist es sehr süffig und mir schmeckt es sehr gut. Gelernte Weisheit: Es ist gar nicht so schwer ein gutes Bier zu Brauen, aber das zu brauen, was man sich vorstellt ist sehr schwer. :Drink
IMAG0069.jpg
Hier noch ein Bild meines Bieres
Viele Grüße

Basti

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Re: Zu wenig Hopfengeschmack

#19

Beitrag von Bierwisch » Mittwoch 11. Februar 2015, 06:34

Und noch zwei Tips von mir:

Für intensiven Hopfengeschmack gebe ich einen Teil des Aromahopfens schon vor dem Läutern in die Pfanne (Vorderwürzehopfung). Die Menge hängt vom Gehalt an Bitterstoffen ab und wieviele IBUs das fertige Bier haben soll. Nach Kochbeginn gebe ich bei Bedarf dann den Hopfen für die Bittere.
Nach dem Ende des Kochens kühle ich die Würze aktiv auf unter 90°C und gebe dann den Rest des Aromahopfens. Nach zehn Minuten starte ich den Whirlpool.

Ich bin mit der "Aromaausbeute" sehr zufrieden, auch wenn sich das nach sechs bis acht Wochen leider auslagert.

Gruß,
Bierwisch
Der Klügere kippt nach!

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Re: Zu wenig Hopfengeschmack

#20

Beitrag von Butler » Donnerstag 12. Februar 2015, 11:07

Moin moin,

Meiner letzten Ehrfahrung nach solltest du noch nen bisschen geduld haben. Bei meinen letzten Sud war ich auch anfangs beim Kosten sehr enttäuscht. Allerdings kam dass Hopfen Aroma dann zum Anstich-Datum exellent und auch stark zum Vorschein.

Den Einfluss der Reifung sollte man nicht unterschätzen.

Damit ein allgemeines Prost...

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