Ist der Sud noch zu retten oder ist er gar ok?

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Jan82
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Ist der Sud noch zu retten oder ist er gar ok?

#1

Beitrag von Jan82 » Sonntag 7. Juli 2019, 16:44

Hallo allerseits,
nach einem vier Jahre langen Baustopp habe ich mich heute endlich mal wieder an einen Sud getraut. Es sollte dieses Rezept werden: https://www.maischemalzundmehr.de/index ... tte=rezept
Irgendetwas ist da aber schief gelaufen, wenn nicht mehrere Dinge. Momentan ist der Sud am kühlen, die Hefe ist noch nicht drin.

Also, mein Problem ist glaub ich die Verdunstung gewesen. Es sollten 20 Liter werden, dementsprechend habe ich laut BErechnung im Rezept erst 15,5L verwendet, danach dann zum Anschwänzen weitere 9 Liter. Soweit so gut, hatte dann auch etwa 20 Liter im Bottich bevor ich gekocht habe. 15min vor Schluss des Kochens ist mir aufgefallen dass der Sud doch stark zurück gegangen war, also habe ich noch 2 Liter wasser hinzugegeben, auch wenn es etwas spät war. Die zwei Liter waren eher "nach Gefühl" als dass ich gewusste hätte wieviel mir da fehlt.
Tja, nun im Bottich waren es vor dem Kühlen 17Liter, nach dem Kühlen bzw jetzt bei 35 Grad scheinen es nur noch 16 zu sein. Also 4 Liter zu wenig, und das obwohl ich noch nachgeschuttet hatte - sonst wären es 6 Liter VErdunstung gewesen, kann das sein?

Eigentlich sollte das ganze ein leichtes Sommerbier mit 12,1°P werden. Mit dem Refraktometer messe ich aber gerade 16Brix. Achso, und beim Jungbier hatte ich 14 Brix gemessen.
Irgendwo hatte ich mir mal diese Formel aufgeschrieben um zu sehen wieviel Wasser ggf nachgefüllt werden muss (wobei es dafür ja jetzt wo der Sud schon runter kühlt sicher zu spät ist?): "IST °P / SOLL °P * IST Liter - IST Liter". Das würde aber bedeuten 15,5°P / 12,1°P * 16 - 16 um auf die richtige Plato zahl zu kommen. Demnach hätte ich noch 4,5 Liter Wasser nachfüllen müssen - womit ich dann auch etwa bei den 20L gewesen wäre. Kann das so angehen? Und wie gesagt, kann ich da noch etwas machen? Oder soll ich jetzt besser mit dem leben was ich bekomme? :Grübel

Viele Grüße, Jan

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Bitter
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Re: Ist der Sud noch zu retten oder ist er gar ok?

#2

Beitrag von Bitter » Sonntag 7. Juli 2019, 16:54

Die Verduntstungsrate hängt von deiner Anlage ab, was du schilderst ist aber völlig normal. Schütte die fehlende Menge Wasser nach und gut ist (ich meine das aus dem Hahn ohne abkochen!).

Gruß Lothar

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Re: Ist der Sud noch zu retten oder ist er gar ok?

#3

Beitrag von bierfaristo » Sonntag 7. Juli 2019, 16:58

Um auf 20l Anstellwürze brauchst du je nach Verdunstung und Treberverluste schon mal 24-25l Pfannevollvolumen. Das ist aber in erster Linie anlagenbedingt.
Der Teil wann du was gemessen hast, erschließt sich mir nicht ganz. Am Anfang schreibst du, du hättest noch nicht angestellt („Hefe noch nicht drin“), später von Jungbier. Das passt nicht wirklich zusammen, ich gehe aber davon aus, dass du mit Jungbier die Anstellwürze meinst. Wann du jetzt aber 16 und wann 14 Brix gemessen hast ist mir dennoch unklar. Die Rechnung mit der Verdünnung scheint aber wieder stimmig zu sein.
Da du deine Kalkulation ja wohl auf 12,1°Plato bei 20l gemacht hast und das mit deiner Rechnung ja wohl auch hinhaut würde ich Verdünnen und anschließend anstellen (je nach Temperatur). Dein Verdünnungswasser kannst du auch gut zum Runterkühlen nutzen, falls erforderlich.

Christian
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Re: Ist der Sud noch zu retten oder ist er gar ok?

#4

Beitrag von Jan82 » Sonntag 7. Juli 2019, 17:15

Sorry, bin nicht mehr ganz drin was die Begrifflichkeiten angeht...was vier Jahre ausmachen ;)
Also, die 14 Brix habe ich in der Tat nicht beim Jungbier sondern am Ende des Würzekochens gemessen. Kurz vor dem Wirlpool war ich bei 15 Brix und dann im Bottich nach dem Kühlen/beim Kühlen die besagten 16 Brix.

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Re: Ist der Sud noch zu retten oder ist er gar ok?

#5

Beitrag von Jan82 » Sonntag 7. Juli 2019, 17:19

Ich habe einen dieser Lidl Einkochtöpfe, allerdings ergänzt um einen kleinen Tauchsieder. Hohe Verdunstung hatte ich schon immer, aber nicht so extrem. Velleicht liegt es daran dass ich erstmals draußen und nicht in der Küche gebraut habe...
Okay, aber der wesentlich Teil: ich kann tatsächlich einfach jetzt noch mit kaltem Leitungswasser nachverdünnen? Sicher nicht ganz Regelkonform, aber wenn das klappt wäre mir das recht! :)

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Re: Ist der Sud noch zu retten oder ist er gar ok?

#6

Beitrag von HubertBräu » Sonntag 7. Juli 2019, 17:22

Um von 16 Liter mit 16°Brix auf 12° Brix runter zu kommen, musst Du mit 5,3 Liter Wasser verdünnen.

Fabier Mischkreuz

Wärst Du dann ja bei ca. 21 Liter Anstellwürze. Und wenn Du den Hopfen für 20 Liter berechnet und zugegeben hast, sollte das passen.

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Re: Ist der Sud noch zu retten oder ist er gar ok?

#7

Beitrag von Sura » Sonntag 7. Juli 2019, 17:32

Ich würd nicht verdünnen. Du verdünnst ebenso die IBUs, und die sind schon knapp! Rechne das erstmal bitte nach, sonst bekommst du Plörre die nach nichts mehr schmeckt.

Ansonsten ist deine Verdunstung mit ca. 15%/h doch vollkommen ok?
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Re: Ist der Sud noch zu retten oder ist er gar ok?

#8

Beitrag von bierfaristo » Sonntag 7. Juli 2019, 17:37

So wie ich Jan verstanden habe, hat er sein Rezept aber doch auf 12 Plato und 20l ausgelegt. Dann sollte das mit dem Verdünnen schon hinhauen.
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Re: Ist der Sud noch zu retten oder ist er gar ok?

#9

Beitrag von Jan82 » Sonntag 7. Juli 2019, 18:08

Genau, 12.1 Plato bei 20 L sollten es werden und sind es nun auch in etwa. Habe auf 20L verdünnt und bin nun bei 13 Brix. Von dem Ergebnis lass ich mich nun überraschen :)
Aber für den nächsten Sud: ich bin bisher immer streng nach Rezept vorgegangen, also auch was die dort angegebenen Wasserverhaltnisse angeht und habe dann auf 20L umgerechnet. Ist das falsch? Denn jedes Rezept ist ja von einer anderen Person mit anderer brauanlage eingestellt. Überlege grad in wie weit ich rezepte schon km Vorhinein auf meine Anlage umrechnen kann? Also rechnet ihr bei der Verdunstung die Erfahrung mit eurer Anlage mit ein? Hätte ja schon viel früher nachfüllen können wenn ich aufgepasst hätte. Aber hatte ggf auch direkt beim Start des Hopfenkochens schon etwas dazu geben können den 14 Brix waren ja auch da schon zuviel...

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Re: Ist der Sud noch zu retten oder ist er gar ok?

#10

Beitrag von Alt-Phex » Sonntag 7. Juli 2019, 18:20

Gerade die Angaben zu Hauptguss und vorallem Nachguss sind Richtwerte, keine in Stein gemeißelten Gebote oder Gesetze. Da musst du für dich und deine Brauweise / Anlage den richtigen Wert finden. Das kann dir keiner vorher ausrechnen, da ist Erfahrung gefragt. Aber besser du kannst am Ende auf Zielstammwürze verdünnen als andersrum. Vieleicht auch einfach mal die Kochleistung runterfahren. Da wird viel zu viel Gewese um wallendes Kochen gemacht, wo rollendes Kochen völlig ausreicht.
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Re: Ist der Sud noch zu retten oder ist er gar ok?

#11

Beitrag von Jan82 » Sonntag 7. Juli 2019, 18:25

Okay das werde ich beim nächsten mal dann beherzigen! Eine Frage zur Hefe dienlich gerade schon am Rezept gestellt habe. Aber vielleicht kennt ihr die mangrove Jack m15 ja zufällig auch:
Bisher habe ich jede Trockenhefe zuvor in Wasser angerührt. Bei dieser steht aber in der Anleitung ja man solle sie direkt einstreuen. Gibt es Hefe für die das das bessere Vorgehen ist? Auch weiß ich grad nicht ob ich den dann noch umrühren muss oder evtl garnicht darf? Außerdem steht bei der Hefe nirgends etwas davon welche Temperatur sie anfangs möchte..direkt die 18-23° die auch bei der vergährung empfohlen werden? Andere hersteller sind da echt ausführlicher...

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Re: Ist der Sud noch zu retten oder ist er gar ok?

#12

Beitrag von Sebasstian » Sonntag 7. Juli 2019, 18:45

Eigentlich sollte/braucht man bei Rezepten gar keine Angabe der Nachgussmenge machen. Die Angabe der Zielstammwürze reicht. Man läutert (oder im Notfall verdünnt) so lange, bis man diese Zielstammwürze erreicht hat. Nachgussmenge im Rezept sorgt häufig bei Anfängern für genau diesen Fehler der dir passiert ist, bzw. die Unsicherheit (einen Fehler hast du ja eigentlich gar nicht gemacht).
Grüße,
Sebastian

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Re: Ist der Sud noch zu retten oder ist er gar ok?

#13

Beitrag von Sura » Sonntag 7. Juli 2019, 18:49

bierfaristo hat geschrieben:
Sonntag 7. Juli 2019, 17:37
So wie ich Jan verstanden habe, hat er sein Rezept aber doch auf 12 Plato und 20l ausgelegt. Dann sollte das mit dem Verdünnen schon hinhauen.
Schau mal wie sich die Ausbeute mit der Stammwürze beim kochen ändert. Wenn er mit 25 angefangen hätte und bei 20@12P geendet, wären das fast genauso viel Bitterstoffe gewesen, als bei 20l anzufangen und bei 15l@16P zu enden. Aber nu isses ja eh schon zu spät......
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