Nachisomerisierungszeit vernachlässigt

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Nachisomerisierungszeit vernachlässigt

#1

Beitrag von Jona » Montag 7. Oktober 2019, 19:22

Moin zusammen.
Bei meinem zweiten Sud ist etwas gehörig schief gelaufen und ich brauche euren Rat.
Ich habe dieses Rezept: http://bit.ly/2olR6TL in den kleinen Brauhelfer exportiert und nach dessen Vorgaben gebraut. Dabei habe ich jedoch vergessen, die Nachisomerisierungszeit anzugeben, welche dann standardmäßig bei 0 lag.
Daraus ergeben sich Hopfengaben von insg. 74,7g Saazer und 23,7g Cascade bei 25 IBU.
Jetzt meine Frage: Kann das noch was werden, oder soll ich den Sud wegkippen?
Hefe ist noch nicht drinnen, also könnte ich mir diese, wenn's eh nichts mehr wird auch sparen.
Grüße,
Jona

(Falls der Thread nicht in diesen Forenbereich passen sollte, bitte ich mir zu vergeben, ich bin noch neu hier)

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coyote77
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Re: Nachisomerisierungszeit vernachlässigt

#2

Beitrag von coyote77 » Montag 7. Oktober 2019, 19:27

Wie lange hats denn gedauert bis <80°C?
Ich würde es nicht wegschütten, vielleicht wird's ja ein leckeres IPA... :Angel
Grüße, Andreas :Drink

Zum Biere drängt, am Biere hängt doch alles.
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Re: Nachisomerisierungszeit vernachlässigt

#3

Beitrag von Jona » Montag 7. Oktober 2019, 19:30

Ca. 20 Minuten

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Re: Nachisomerisierungszeit vernachlässigt

#4

Beitrag von DerDerDasBierBraut » Montag 7. Oktober 2019, 19:31

Dann wirds eben ein bisschen herber. Schmecken kann das Bier trotzdem.
Halte dich bei der Gärung bitte nicht an die 20°C aus dem Rezept, sondern lasse die Notti bei 16°C durchgären.
"Da braut sich was zusammen ... "
"Oh, Bier ;-) !"
"Nein! Was Böses!"
"Alkoholfreies Bier??? ..."
-----------
Viele Grüße
Jens

Interesse an Flüssighefen ... ?

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Re: Nachisomerisierungszeit vernachlässigt

#5

Beitrag von Jona » Montag 7. Oktober 2019, 19:34

Vielen Dank, für die schnellen Antworten.
Ich werde dann wenn die Würze vollständig abgekühlt ist einfach mal die Hefe draufgeben und schauen was passiert.
Viele Grüße,
Jona

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Re: Nachisomerisierungszeit vernachlässigt

#6

Beitrag von schwarzwaldbrauer » Montag 7. Oktober 2019, 19:59

In diesem Fall niemals wegkippen.
Kann vielleicht etwas bitter werden, aber ich denke schon dass es trinkbar wird.
Wo liegst du denn bei der Stammwürze. Wenn die rel. hoch wäre, kannst du vor dem Abfüllen noch etwas mit Wasser verdünnen, dann wird's auch noch milder.

Grüßle Dieter
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Re: Nachisomerisierungszeit vernachlässigt

#7

Beitrag von Jona » Montag 7. Oktober 2019, 20:21

Stammwürze kann ich noch nicht liefern, weil der Sud noch nicht abgekühlt ist und die Spindel ja auf 20°C geeicht ist. Werde ich aber morgen früh noch nachtragen.
Grüße
Jona

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Re: Nachisomerisierungszeit vernachlässigt

#8

Beitrag von Sebasstian » Montag 7. Oktober 2019, 20:27

Jona hat geschrieben:
Montag 7. Oktober 2019, 20:21
Stammwürze kann ich noch nicht liefern, weil der Sud noch nicht abgekühlt ist und die Spindel ja auf 20°C geeicht ist. Werde ich aber morgen früh noch nachtragen.
Grüße
Jona
Hallo Jona,
du musst doch nicht zwingend den kompletten Sud auf 20°C abkühlen um die Stammwürze zu messen. Es reichen doch bereits 100ml! Kurz unter den kalten Wasserhahn, eine Sache von wenigen Minuten.
Grüße,
Sebastian

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Re: Nachisomerisierungszeit vernachlässigt

#9

Beitrag von Jona » Montag 7. Oktober 2019, 21:10

Daran hatte ich in meiner Dussligkeit gar nicht gedacht.
Die Spindel zeigt mir nun 14°P an, was ja laut Rezept auch der Zielwert war.
Grüße,
Jona

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Re: Nachisomerisierungszeit vernachlässigt

#10

Beitrag von schwarzwaldbrauer » Dienstag 8. Oktober 2019, 00:24

Das lässt du auf jeden Fall so vergären. Wenn du einen hohen EVG erreichst, kannst du immer noch das Jungbier verdünnen, falls überhaupt.
Das wird schon was!

Grüßle Dieter
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Re: Nachisomerisierungszeit vernachlässigt

#11

Beitrag von Alt-Phex » Dienstag 8. Oktober 2019, 00:50

Evt. musst du das Bier etwas länger reifen lassen. Bittere lagert sich noch etwas aus. Aber bei einem Zielwert von nur 25IBU würde ich mir da erstmal keine Sorgen machen.
"Viele Biere werden am Etikettierer gemacht"

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Re: Nachisomerisierungszeit vernachlässigt

#12

Beitrag von respect » Dienstag 8. Oktober 2019, 04:15

schwarzwaldbrauer hat geschrieben:
Montag 7. Oktober 2019, 19:59
Wo liegst du denn bei der Stammwürze. Wenn die rel. hoch wäre, kannst du vor dem Abfüllen noch etwas mit Wasser verdünnen, dann wird's auch noch milder.
Ist das so? Ich meine dass es beim Bittere-Eindruck um das Verhältnis IBU/StW geht.
Die IBUs sinken freilich durch das verdünnen, bringt imho aber nichts weil das Verhältnis gleich bleibt.
So wird's zumindest beim Hopfenrechner von Mügelland erklärt.
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Re: Nachisomerisierungszeit vernachlässigt

#13

Beitrag von schwarzwaldbrauer » Dienstag 8. Oktober 2019, 14:35

Bin einfach davon ausgegangen, dass ein verdünntes Bier geschmacklich nicht so bitter rüberkommt als das unverdünnte. Deshalb kocht man ja im Verdünnungswasser etwas Hopfen mit um die Bittere zu erhalten. Im Umkehrschluß nimmst du doch Bittere weg wenn du ohne zusätzlichen Hopfen verdünnst.
Aber du musst erst Mal sehen, wie dein EVG ist. Ob ein Verdünnen überhaupt möglich ist.

Bin auf jeden Fall sehr an weiteren Informationen zum Ausgang dieses Projekts interessiert.

Grüßle Dieter
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Re: Nachisomerisierungszeit vernachlässigt

#14

Beitrag von coyote77 » Dienstag 8. Oktober 2019, 18:42

Jona hat geschrieben:
Montag 7. Oktober 2019, 21:10
Daran hatte ich in meiner Dussligkeit gar nicht gedacht.
Die Spindel zeigt mir nun 14°P an, was ja laut Rezept auch der Zielwert war.
Grüße,
Jona
Du kannst auch eine Probe mit höherer Temperatur spindeln und den Wert korrigieren. Z.B. bei http://fabier.de/biercalcs.html

Edit hat den Link ergänzt.
Grüße, Andreas :Drink

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Re: Nachisomerisierungszeit vernachlässigt

#15

Beitrag von Boludo » Dienstag 8. Oktober 2019, 20:06

schwarzwaldbrauer hat geschrieben:
Dienstag 8. Oktober 2019, 14:35
Deshalb kocht man ja im Verdünnungswasser etwas Hopfen mit um die Bittere zu erhalten.
Ehrlich gesagt kenne ich niemanden, der das macht. Und ich kenne mittlerweile sehr viele Hobbybrauer.
Wie bitter ein Bier wirklich schmeckt, hängt von sehr vielen Faktoren ab. Die errechneten IBU sagen da relativ wenig aus.
Ein furztrockenes Pils schmeckt mit 30 IBU deutlich bitterer als ein dunkler Doppelbock mit 40 IBU, der kann sogar ziemlich süß schmecken.
Und hat nan sein Wasser nicht im Griff, dann sind sogar errechnete 20 IBU unangenehm bitter.

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Re: Nachisomerisierungszeit vernachlässigt

#16

Beitrag von haefner » Dienstag 8. Oktober 2019, 21:01

Ging mir auch mal so ähnlich. Habe das Kellerbier dann einfach zum PaleAle erklärt. Meine Gäste haben es mir aus der Hand gerissen. Einfach mal abwarten wie es rauskommt.

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Re: Nachisomerisierungszeit vernachlässigt

#17

Beitrag von afri » Mittwoch 9. Oktober 2019, 22:12

Im nächsten Brau!Magazin wird ausführlicher auf die Thematik eingegangen und vielleicht sollte man die Veröffentlichung einfach abwarten (ist nicht mehr lange bis dahin), das könnte einige der Fragen beantworten.
Achim (den Artikel heute korrigiert habend)
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