Hopfen separat kochen bitte um Hilfe

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harim
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Hopfen separat kochen bitte um Hilfe

#1

Beitrag von harim » Montag 29. Juni 2020, 18:53

Kann man wenn man mit einer 500l Anlage braut, rein theoretisch, nachdem man die Maische auf 97 Grad erhitzt hat, höher kommen wir nicht mit der 500l Anlage,
20l Kochmaische abzwacken und diese in einem 27l Kocher füllt, dann zum Kochen bringt und 700g Hopfen (Pellets) hinzufügt, das Hopfenkochen mit dem 27l Kocher erledigen? Oder Ist die Maische irgendwann von der alpha Säure gesättigt, sodass die Maische keine Säure mehr aufnehmen kann?
Die eigentliche Frage ist, kann man mit einem 25l Kocher 700g Hopfenkochen ohne Bitterkeitsverlust? :)
Bei der Idee, die Hopfung in einem 25l Kessel separat zu kochen, geht es 1. darum Energie zu sparen und 2. den Hopfen wallend zu kochen, denn mit dem 25l Kocher kommen wir 99,7 grad und mit der 500l Anlage nur auf 97,3 grad.
Hab im Netz leider nichts gefunden :/
Danke im voraus für hilfreiche Antworten und sorry für Rechtschreibfehler :)
Lg Harri
Zuletzt geändert von harim am Montag 29. Juni 2020, 19:13, insgesamt 1-mal geändert.

JackFrost
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Re: Hopfen separat kochen bitte um Hilfe

#2

Beitrag von JackFrost » Montag 29. Juni 2020, 19:08

Du kochst ja nicht wallend wegen dem Hopfen sondern das du das bestimme Stoffe austreibst. Nebenbei isomerisiert die Alphasäure, das machst sie aber auch bei 97 °C.

Wenn du nun Energiespartst und weniger kochst, dann treibst du auch weniger aus, das ggf. dein Bier vom Geschmack verändern kann.
Ist eure 500l Anlage isoliert ? Über die Wand verlierst du viel Enegie wenn diese nicht isoliert ist.
Werlche Leistung hat die Heizung ?
Wie hoch ist eure Verdampfung ?

Gruß JackFrost
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harim
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Re: Hopfen separat kochen bitte um Hilfe

#3

Beitrag von harim » Montag 29. Juni 2020, 19:31

Die 500l Anlage wird gerade Isoliert mit einer art Neoprenanzug, alles noch im Aufbau.
Wir kochen mit ca. 15Kw
Und wegen dem weniger austreiben würden wir die Malzmenge anpassen und einbisschen erhöhen.
Das Maischen und Hopfenkochen funktioniert auch eigentlich ohne probleme.
Die Verdampfrate kann ich leider nicht ganz genau bestimmen, da wir beim ersten Durchgang vergessen haben, zu schaun wie viel von der 400l Maische im Gärbottich gelandet ist... blöder fehler, aber ich schätze, dass wir 320 l ca. im Gärbottich gelandet sind also so um die 60-80 Liter sind verdampft!
Mit unter ist auch das Verdampfen beim Hopfenkochen ein Problem, da die Lüftung nicht ganz mit der Menge vom Wasserdampf zurecht kommt!
Deswegen würd ich auch gerne in einem kleinerem Behälter mit einem Teil der Maische Hopfen kochen..
An die Isomersierung hab ich jetzt gar nicht gedacht 🙄
Aber sollte dich eigentlich kein Problem sein, oder?
Danke für die Antwort
Lg Harri
Zuletzt geändert von harim am Montag 29. Juni 2020, 22:18, insgesamt 1-mal geändert.

bierfaristo
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Re: Hopfen separat kochen bitte um Hilfe

#4

Beitrag von bierfaristo » Montag 29. Juni 2020, 19:47

15kW Heizleistung für 500l Würze ist aber reichlich wenig.
Fühle mich oft unverstanden, bin vermutlich ein Genie.

JackFrost
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Re: Hopfen separat kochen bitte um Hilfe

#5

Beitrag von JackFrost » Montag 29. Juni 2020, 20:26

Du kommst bei 400 kg Würze ohne verluste durch die Wand und die Oberfläche auf 0,53 K/min.
Eine Verdampfung von 60 l Wasser in angenommen 90 Minuten wäre eine Leistung von 25 kW nötig.
Bei angenommen 10 kW die in die Verdampfung gehen wären das dann 3,76 h.

Wie lange habt ihr gekocht ?

Wenn ihr 10 % Verdampft sind das immer noch 40l Wasser also ~444 g/min, was ~750 l Wasserdampf in der Minute sind.
Das sollte eure Lüftung schon packen.

Wie gesagt du kochst ja nicht nur wegen der Alphasäure, sondern auch um bestimmte Stoffe zu verdampfen.
Das hast du dann nicht wenn du nur ein einer kleinen Menge richtig kochst.

Gruß JackFrost
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Re: Hopfen separat kochen bitte um Hilfe

#6

Beitrag von bwanapombe » Montag 29. Juni 2020, 20:45

Das wallende Kochen ist beim Brauen in dieser Größenordnung heute alternativlos. Also entweder eine größere Heizleistung oder die Energieabgabe an die Umwelt verringern.

Früher wurde tatsächlich auch teil- oder kurzgekochtes Bier getrunken. Wie das geschmeckt hat, weiß man nicht.

Dirk
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Re: Hopfen separat kochen bitte um Hilfe

#7

Beitrag von Sebasstian » Dienstag 30. Juni 2020, 06:38

Hallo Harri,
du schreibst ihr wollt Maische kochen und die Maische hopfen. Ich vermute du wirfst hier die Begriffe durcheinander und es geht ausschließlich um das Kochen der Würze, oder?
Oder macht ihr eine besondere Art von Dekoktion?
Grüße,
Sebastian

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Re: Hopfen separat kochen bitte um Hilfe

#8

Beitrag von emjay2812 » Dienstag 30. Juni 2020, 07:11

Muss die Maische wirklich wallend kochen um die Stoffe auszutreiben. Gibt es hier Substanzen die erst bei 100 Grad flüchtig sind?
Meine Sude kochen auch nie durchgehend wallend, eher 90 -100 Grad.

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Boludo
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Re: Hopfen separat kochen bitte um Hilfe

#9

Beitrag von Boludo » Dienstag 30. Juni 2020, 07:24

Das Stichwort heißt Dimethylsulfid oder DMS.
Und das geht nur durch Kochen raus.
Eine Brauanlage, die nicht wallend kochen kann, ist ungeeignet.
Es muss ja auch noch Eiweiß ausgefällt werden usw.
Und ja, es gibt eine gewisse Sättigunggrenze für Isoalphasäure, von Aromaölen mal ganz abgesehen.

Ich würde mich erst ein wenig mit der Theorie auseinandersetzen, bevor ich 500 Liter Bier erzeuge, dass dann nach Dosenmais schmeckt.

Stefan

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