Frage zu Hopfenkochen und Dry-Hopping

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Megane-kun
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Frage zu Hopfenkochen und Dry-Hopping

#1

Beitrag von Megane-kun » Dienstag 8. Dezember 2020, 23:02

Hallo liebe Hobby Brauer,
ich war bisher immer nur stiller Mitleser, habe aber bereits einen erfolgreichen Brautag absolviert und das Jungbier (Simcoe IPA) kann voraussichtlich in 5 Tagen in die Flaschen zur Reifung gefüllt werden. :Smile

Aktuell stehe ich vor der Planung des zweiten Brautages.
Das Rezept und die Zutaten stehen bereits zur Verfügung allerdings finde ich die Angaben etwas komisch :Waa Alle Rezepte die ich bisher gelesen haben waren in der Regel immer mit Whirpool und das Hopfenstopfen erfolgt nach der eigentlich Vergärung vor dem Befüllen der Flaschen.
Gewicht 6,55kg
Pale Ale 4,6kg
Weizen 1,1kg
Haferflocken 0,6kg
Karamell Extrahell 0,25kg

Einmaischtemperatur 38 C 5 min
Maltoserast 63 C 35 Min
Verzuckerungsrast 72 C 25min
Abmeischen 78 C 1 min


Hauptguss 19 Liter
Nachguss 15 Liter

Würze kochen 70 Minuten

Hopfenzugabe
18g Mosaic 0 Min
18g Vic Secret 0 Min
42g Vic Secret Hauptgärung anfang
35g Mosaic Hauptgärung anfang
40g Vic Secret Hauptgärung ende
40g Mosaic Hauptgärung ende

Hefe 1x S-04
Das bringt mich zu folgenden zwei Fragen:

1.) Wird der Hopfen bei Minute 0 zu Beginn des Kochens hinzugegeben? Alles andere würde für mich keinen Sinn ergeben, da sonst ja die Bitterstoffe gar nicht gelöst werden. Spricht das ist die einzigste Hopfengabe welche 70 Minuten mit kocht?

2.) Ich habe bisher auch nie gelesen, dass während der Hauptgärung bereits Dry-Hopping durchgeführt wird? Hierzu konnte ich im Internet auch nur wenig finden. Es gab einen Beitrag das dadurch die Gärung auf jeden Fall schneller von statten gehen soll? Wie sind eure Erfahrungen hierzu?

Vielen Dank für eure Hilfe.

Grüße
Megane-kun

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Re: Frage zu Hopfenkochen und Dry-Hopping

#2

Beitrag von ssegelhorst » Mittwoch 9. Dezember 2020, 06:44

Megane-kun hat geschrieben:
Dienstag 8. Dezember 2020, 23:02
Hallo liebe Hobby Brauer,
ich war bisher immer nur stiller Mitleser, habe aber bereits einen erfolgreichen Brautag absolviert und das Jungbier (Simcoe IPA) kann voraussichtlich in 5 Tagen in die Flaschen zur Reifung gefüllt werden. :Smile

Aktuell stehe ich vor der Planung des zweiten Brautages.
Das Rezept und die Zutaten stehen bereits zur Verfügung allerdings finde ich die Angaben etwas komisch :Waa Alle Rezepte die ich bisher gelesen haben waren in der Regel immer mit Whirpool und das Hopfenstopfen erfolgt nach der eigentlich Vergärung vor dem Befüllen der Flaschen.
Gewicht 6,55kg
Pale Ale 4,6kg
Weizen 1,1kg
Haferflocken 0,6kg
Karamell Extrahell 0,25kg

Einmaischtemperatur 38 C 5 min
Maltoserast 63 C 35 Min
Verzuckerungsrast 72 C 25min
Abmeischen 78 C 1 min


Hauptguss 19 Liter
Nachguss 15 Liter

Würze kochen 70 Minuten

Hopfenzugabe
18g Mosaic 0 Min
18g Vic Secret 0 Min
42g Vic Secret Hauptgärung anfang
35g Mosaic Hauptgärung anfang
40g Vic Secret Hauptgärung ende
40g Mosaic Hauptgärung ende

Hefe 1x S-04
Das bringt mich zu folgenden zwei Fragen:

1.) Wird der Hopfen bei Minute 0 zu Beginn des Kochens hinzugegeben? Alles andere würde für mich keinen Sinn ergeben, da sonst ja die Bitterstoffe gar nicht gelöst werden. Spricht das ist die einzigste Hopfengabe welche 70 Minuten mit kocht?

2.) Ich habe bisher auch nie gelesen, dass während der Hauptgärung bereits Dry-Hopping durchgeführt wird? Hierzu konnte ich im Internet auch nur wenig finden. Es gab einen Beitrag das dadurch die Gärung auf jeden Fall schneller von statten gehen soll? Wie sind eure Erfahrungen hierzu?

Vielen Dank für eure Hilfe.

Grüße
Megane-kun
Hallo
Zu Punkt 1:
Minute 0 bedeutet das der Hopfen 0 Minuten mitkocht. Also eine Gabe bei Flamme aus. Beispielhaft würde eine Angabe von 10 Minuten bedeuten das der Hopfen die letzten 10 Minuten der Kochzeit hinzu gegeben wird.
Die oben angegebene Gabe ist also weder eine reine Bittergabe, noch nur für das Aroma wie bei einer Whirlpoolgabe, sondern irgendwo in der Mitte. Inzwischen nicht ungewöhnlich, aber meist gibt es schon noch eine kleine Bitterungsgabe bei Kochbeginn. Kann man aber so machen wie im Rezept.

Zu Punkt 2:
Durch das Aufkommen des Bierstils NEIPA ist dry hopping während der Hauptgärung inzwischen auch häufig mal zu sehen. Dadurch erhofft man sich die sogenannte Biotransformation, laienhaft gesagt ein Zusammenspiel zwischen Hefe und Hopfen, dass den Geschmack und die Aromen in eine andere Richtung bringt.
Für den zweiten Sud aber ein recht ambitioniertes Ding, da dies geschmacklich auch nach hinten losgehen kann.
____________________________________________________________________________
Beste Grüße
Sebastian

Megane-kun
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Re: Frage zu Hopfenkochen und Dry-Hopping

#3

Beitrag von Megane-kun » Mittwoch 9. Dezember 2020, 08:03

Hi Sebastian,
vielen Dank für deine Antwort :Greets

Das die Zeit immer zum Kochende angegeben wird ist mir bewusst. Ich fand es einfach merkwürdig, da am letzten Brautag deutlich mehr Hopfengaben erfolgt sind. Deswegen bin ich davon ausgegangen, dass für die Stammwürze immer eine Hopfengabe bei Beginn des Kochens erfolgt.Es wird aber dennoch ein Whirlpool durchgeführt um den Sedimentationsprozess in Gang zu bringen?

Ein recht ambitioniertes Ding? Da habe ich mir ja was tolles ausgesucht :redhead. Man(n) soll ja bekanntlich über den Tellerrand hinausschauen. Ich werde mein Bestes geben.

Greets
Megane-kun

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Re: Frage zu Hopfenkochen und Dry-Hopping

#4

Beitrag von DerDallmann » Mittwoch 9. Dezember 2020, 08:13

https://de.wikipedia.org/wiki/Stammw%C3%BCrze

Du bringst da etwas durcheinander. Stammwürze bezieht sich auf die Dichte der Anstellwürze und hat mit Hopfen rein gar nichts zu tun.
Mit freundlichen Grüßen,

Johst

Hobbybrauer Stammtisch Postleitzahl 21255 und Umgebung, bei Interesse PN

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Re: Frage zu Hopfenkochen und Dry-Hopping

#5

Beitrag von Megane-kun » Mittwoch 9. Dezember 2020, 08:18

Da hast du natürlich völlig Recht.
Wieder etwas dazu gelernt.

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Re: Frage zu Hopfenkochen und Dry-Hopping

#6

Beitrag von DerDallmann » Mittwoch 9. Dezember 2020, 08:30

Zum Thema Hopfengaben.

Das ist bei einem NEIPA recht normal. Die Bittere ist sehr gering und wird meist ausschließlich durch späte Gaben erzeugt, eine klassische Hopfengabe bei 60 Minuten zum Bittern entfällt in der Regel. Genau, der Whirlpool dient der Sedimentation. "Whirlpoolgabe" nennt man umgangssprachlich aber auch die letzte Hopfengabe im Heißbereich bei unter 80°C, auch wenn man technisch gar keinen Whirlpool erzeugt.

In deinem Rezept ist es aber amS eine Gabe bei "Flame out", also sobald die Hitzezufuhr abgeschaltet wird, nicht bei unter 80°C. Dazu mauss man die Nachisomerisierungszeit, also die Zeit, die deine heisse Würze braucht, um auf unter 80°C zu kommen, sehr gut im Griff ahben. Sonst wird es, gerade bei Hopfen mit hohem Alphawert, schnell zu bitter. Es werden in diesem Temperaturbereich, weiterhin Bitterstoffe aus dem Hopfen gelöst und as bei zB Vic Secret, nicht zu knapp.
Mit freundlichen Grüßen,

Johst

Hobbybrauer Stammtisch Postleitzahl 21255 und Umgebung, bei Interesse PN

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Re: Frage zu Hopfenkochen und Dry-Hopping

#7

Beitrag von ssegelhorst » Mittwoch 9. Dezember 2020, 08:39

Megane-kun hat geschrieben:
Mittwoch 9. Dezember 2020, 08:03


Ein recht ambitioniertes Ding? Da habe ich mir ja was tolles ausgesucht :redhead. Man(n) soll ja bekanntlich über den Tellerrand hinausschauen. Ich werde mein Bestes geben.

Greets
Megane-kun
Da hast du recht. Man wächst ja auch an seinen Aufgaben ;)
Wie Johst hier auch gerade schon schrieb ist das Problem, dass du deinen Prozess sicher noch nicht so im Griff hast (Temperaturen, schnelles abkühlen, etc.). Deshalb ist die Bittere bei dem Rezept für sich wahrscheinlich schwer kalkulierbar.
Aber es sind jetzt auch keine riesigen Gaben... Lass es ruhig darauf ankommen.
____________________________________________________________________________
Beste Grüße
Sebastian

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Re: Frage zu Hopfenkochen und Dry-Hopping

#8

Beitrag von Megane-kun » Mittwoch 9. Dezember 2020, 12:27

@Sebastian:
Mit den Temperaturen bin ich beim ersten Brautag erstaunlich gut klar gekommen. Ich benutze einen Klarstein Biggie und hatte zur Not etwas kaltes Wasser bereitgestellt, um bei zu hoherer Temperatur eingreifen zu können. War aber gar nicht notwendig. Ich hoffe, dass wird am Samstag genau so laufen.

@Johst:
Dann fasse ich nochmal zusammen:
- Nach dem Würzekochen (70 Minuten) gebe ich die beiden Hopfen zu und die Hitzezufuhr wird unterbrochen
- Der Whirlpool wird angedreht sobald die Würze auf 80°C heruntergekühlt ist
- Ich besitze leider noch keinen Würzekühle. Steht aber auf meiner Wunschliste, welche sich immer mehr füllt.

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Re: Frage zu Hopfenkochen und Dry-Hopping

#9

Beitrag von Frudel » Mittwoch 9. Dezember 2020, 12:39

Ich würde einen Test mit Wasser machen , die Menge Wasser statt Würze
nehmen die du willst, dann kochen , abschalten und die Zeit messen
die du für die 80 C brauchst.
Wenn du Isolierung verwendest diese entfernen.
So kannst du die Zeit besser erfassen die du Pi x Daumen brauchst um
auf 80 C zu kommen.
Viele Menschen benutzen Informationen und Fakten wie ein Betrunkener einen Laternenpfahl :
Vor allem zur Stütze ihres Standpunktes und weniger zum Beleuchten eines Sachverhaltes.

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Re: Frage zu Hopfenkochen und Dry-Hopping

#10

Beitrag von ssegelhorst » Mittwoch 9. Dezember 2020, 12:53

Megane-kun hat geschrieben:
Mittwoch 9. Dezember 2020, 12:27
@Sebastian:
Mit den Temperaturen bin ich beim ersten Brautag erstaunlich gut klar gekommen. Ich benutze einen Klarstein Biggie und hatte zur Not etwas kaltes Wasser bereitgestellt, um bei zu hoherer Temperatur eingreifen zu können. War aber gar nicht notwendig. Ich hoffe, dass wird am Samstag genau so laufen.

@Johst:
Dann fasse ich nochmal zusammen:
- Nach dem Würzekochen (70 Minuten) gebe ich die beiden Hopfen zu und die Hitzezufuhr wird unterbrochen
- Der Whirlpool wird angedreht sobald die Würze auf 80°C heruntergekühlt ist
- Ich besitze leider noch keinen Würzekühle. Steht aber auf meiner Wunschliste, welche sich immer mehr füllt.
Bisher benutze ich auch noch den Biggie. Kann ich also gut nachvollziehen. Mir geht es mit den Temperaturen eher um die Abkühlung ohne Spirale oder ähnliches. Oberhalb von 80°C hast du da eine deutlich längere Nachisomerisierung und dementsprechend vielleicht deutlich mehr Bittere als in dem Rezept eigentlich vorgesehen ist. Aber ich würde es trotzdem probieren. Dafür ist ja keine Gabe bei Beginn drin :)
____________________________________________________________________________
Beste Grüße
Sebastian

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Re: Frage zu Hopfenkochen und Dry-Hopping

#11

Beitrag von Megane-kun » Mittwoch 9. Dezember 2020, 16:10

Ah klasse ich bin mit dem Biggie bisher echt zufrieden. Dann sitzen wir ja im selben Boot.
Da es momentan draußen relativ kalt ist (1°C) werde ich das auf jeden Fall nutzen um die Kühlung zu "beschleunigen".

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Re: Frage zu Hopfenkochen und Dry-Hopping

#12

Beitrag von Megane-kun » Freitag 11. Dezember 2020, 22:49

Ich habe noch eine Frage bevor es morgen dann los geht.
Wie lange soll ich warten bis mit dem Kühlen begonnen wird? Die Hopfengabe erfolgt ja bei Flame Out. Rein vom Bauchgefühl würde ich sagen 5-10 Minuten?
Es ist außerdem geplant mit Eiswürfeln zu kühlen, nicht Ideal aber es steht noch keine Kühlspirale zur Verfügung. Das wird sich beim nächsten Mal ändern.

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Re: Frage zu Hopfenkochen und Dry-Hopping

#13

Beitrag von Megane-kun » Sonntag 20. Dezember 2020, 11:59

Ich wollte nur Bescheid geben, dass die Kühlung mit dem Eis sehr gut geklappt hat. Es wurden in Summe 2kg Eis benutzt und die Temperatur konnte damit auf Anhieb <80Grad gebracht werden. Für das nächste Mal besorge ich mir aber dennoch einen anständigen Eintauchkühler.

Nach der ersten Messung mit dem Refraktometer habe ich einen Brix-Gehalt von 19.1 der Stammwürze. Heute ist der 7.Gärtag und eine weitere Probe wurde entnommen: 11.1
Nach aktueller Rechnung würde das bedeuten mein Jungbier hat einen Alkoholgehalt von 7.23%.

Wenn ich das Rezept jedoch in die Brewfather App eingebe, wird mir angezeigt das es theoretisch auf circa 5% kommen sollte.
Würdet Ihr das Bier mit Wasser strecken oder so wie es ist -> ab in die Reifung? Ich tendiere eher zu zweiterem wollte aber gerne eure Meinung dazu hören.

Vielen Dank und einen schönen Sonntag.

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Re: Frage zu Hopfenkochen und Dry-Hopping

#14

Beitrag von Tommi123 » Sonntag 20. Dezember 2020, 14:10

Hi,

Bei 19,1 brix war klar, dass es kein Leichtbier wird ;)

Ob du es so lässt oder verdünnst musst du wissen. Füll doch die hälfte stark und die hälfte verdünnt ab! Dann kannst du testen.

LG

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Re: Frage zu Hopfenkochen und Dry-Hopping

#15

Beitrag von Megane-kun » Sonntag 20. Dezember 2020, 16:45

Ja da gebe ich dir absolut Recht. Ich hatte leider keine Angabe zur Stammwürze bei dem genannte Rezept deswegen wollte ich mich überraschen lassen was nach der Hauptgärung auf dem Refraktometer angezeigt wird. War dann aber doch etwas mehr als ich ursprünglich erwartet habe :-)

Das ist eine gute Idee mit dem Split auf zwei verschiedene Chargen. Ich gehe davon aus, dass es circa 23l Bier sind (hab leider noch keine Messskala im Einkocher).

Ist folgende Berechnung korrekt?
Stammwürze: 19.1 Brix -> 18.37P
(18.37P:16P-1) = 0.148 * 23 —> 3.4L

Um auf eine Stammwürze von 16P zu kommen müsste ich somit 3.4l Wasser nachgeben. Nach Recherche hier im Forum sollte nicht mehr/weniger als 2P nachbessern da es sonst wässrig werden könnte. Würde bedeuten das die Hälfte mit 1.7l aufgefüllt wird.

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Re: Frage zu Hopfenkochen und Dry-Hopping

#16

Beitrag von Tommi123 » Montag 21. Dezember 2020, 10:59

Hi,

Gibs doch bei fabier ins mischkreuz, aber könnte passe.

Das mit dem maximal 2P höre ich zum 1. Mal, habe schon deutlich mehr verdünnt, ohne geschmackliche Probleme!
LG Thomas

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Re: Frage zu Hopfenkochen und Dry-Hopping

#17

Beitrag von rakader » Montag 21. Dezember 2020, 20:52

Tommi123 hat geschrieben:
Montag 21. Dezember 2020, 10:59
Das mit dem maximal 2P höre ich zum 1. Mal, habe schon deutlich mehr verdünnt, ohne geschmackliche Probleme!
LG Thomas
Das kann man so nicht stehen lassen. 2°P Unterschied in der Stammwürze können je nach Bierstil einen gewaltigen Unterschied machen. Es gibt hier Nasen, für die 4°P keinen Unterschied machen. Sie schmecken es einfach nicht besser. Im schlimmsten Fall macht man damit aus einem Double IPA ein Pale Ale. Außerdem verändert sich die Hopfen-Malz-Balance, d.h. das Bier wird unrund. Du selbst kannst das für Dich halten wie Du willst, gib solchen Unsinn aber nicht als Regel aus.

Verdünnung Jungbier bis 10% ist OK, wenn damit die Zielstammwürze erreicht wird. Darüber wirkt es sich in der Regel geschmacklich aus. Verdünnung 2: Selbst der Nachlauf bis 2°P beim Läutern ist strittig und gilt nicht gleichermaßen für untergärige und obergärige Biere.

Am besten ist es immer bis zur berechneten Stammwürze beim Läutern zu gehen und nicht darunter. Wenn es sich nicht auswirken würde, wären Malz und Zucker identische Geschmackskomponenten und man könnte Zuckerwasser hopfenkochen. Dem ist aber nicht so. Selbst mit DME sind die Unterschiede zu echtem Malz schon gravierend.

Einfach so ohne Plan ein fertiges Bier mit Wasser zu verschneiden, verschlimmbessert und ist Stümperei. Allein die Schüttung zeigt schon, dass 19,1°P nicht falsch sind, besser: die Stammwürze gut getroffen ist. @Megane-kum sollte bei der Schüttung eine realistische SHA von 63% haben. Alles richtig gemacht.
---
Viele Grüße / Regards
Radulph Kader
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Re: Frage zu Hopfenkochen und Dry-Hopping

#18

Beitrag von Tommi123 » Montag 21. Dezember 2020, 22:19

Moment mal, jetzt reden wir aneinander vorbei.

Ich spreche davon, dass ein Bier durch falsche Berechnung des Brauwasser oder der verdampfungsrate zu stark wird. So zu sagen ungewolltes high gravity. Oder auch gewollt, das ist egal. Das ändert an der SHA übrigens nichts, btw.

Dass man ein Bier nicht einfach verdünnen kann und das Ergebnis genauso schmeckt, wie unverdünnt, sollte logisch sein. Und als Regel habe ich überhaupt nichts ausgegeben, wenn du aufmerksam liest, siehst du, das mein "Unsinn" eine Erfahrung meinerseits wiedergibt.

Im konkreten Fall ist das Bier deutlich stärker geworden, als geplant. Bei einem NEIPA die Hopfen-Malz-Balance zu verlieren halte ich auch nicht für gefährlich bei der Menge, die er verdünne wollte. Und ob das jetzt 2 oder 4 P sind, ist schnuppe, sein Rezept war ja auch vom Hopfen für die Zielstammwürze geplant.

Wenn ich hopfen und malz für ein 20l mit 12,5P gebe, am ende durch zu starkes kochen aber 10l mit 25P habe, kann ich das um 12,5P verdünnen, ohne Probleme zu haben.

Bitte ein wenig reflektieren, bevor man etwas als "Unsinn" bezeichnet.

Gruß,
Thomas

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Re: Frage zu Hopfenkochen und Dry-Hopping

#19

Beitrag von rakader » Montag 21. Dezember 2020, 23:14

Tommi123 hat geschrieben:
Montag 21. Dezember 2020, 10:59
Das mit dem maximal 2P höre ich zum 1. Mal, habe schon deutlich mehr verdünnt, ohne geschmackliche Probleme!
Aus Deinen Zeilen geht etwas anderes hervor. Und darum geht es, wenn man sie liest. Somit gebe ich höflich Deinen Vorwurf zurück: Nicht den Kontext als gegeben annehmen, sondern die Aussage richtig einbetten. Dafür gibt es die Zitierfunktion. Deine Aussage versteht man einfach falsch. Leider ist das, was Du als logisch annimmst, eben für viele nicht logisch. Überlege: jemand, der nach "verdünnen" sucht, wird nicht automatisch den ganzen Thread von Anfang bis Ende durchlesen. Sonst kämen nicht sehr oft unsinnige Aussagen einfach zu verdünnen. Die kommen sehr oft. Leider. Deswegen mein "Stop" :Greets

Und nochmals nein: Ich habe @Megane-kuns Rezept nachgerechnet. Falsch, da ist nichts stärker als geplant. Und das sind 19°P bei der Menge 19-23l und Schüttung und gewöhnlicher Verdampfung 1,5-2,0l/h, auch wenn die Nachgussmenge nicht optimal ist. Wenn man ein wenig was von Schüttung und Menge versteht, ist vom Rezept klar, dass niedriger kaum möglich ist. Das ist eine typische Menge für ein Double IPA. Wie man also auf niedrigere Werte kommt und Verdünnung empfehlen kann, keine Ahnung, das weißt wieder nur Du allein. Aber ich lese mir jetzt nicht noch einmal den ganzen Thread durch.

Cheers und Grüße
Radulph

Edit: Übrigens keine Angabe zur Stammwürze, dann ist das Rezept ziemlich sicher von einem Schweizer Brauer namens Üeli, der unterschlägt diese Angabe generell und verursacht damit regelmäßig Fragezeichen. Warum, wird nur er wissen.
Zuletzt geändert von rakader am Dienstag 22. Dezember 2020, 15:13, insgesamt 2-mal geändert.
---
Viele Grüße / Regards
Radulph Kader
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Re: Frage zu Hopfenkochen und Dry-Hopping

#20

Beitrag von Megane-kun » Dienstag 22. Dezember 2020, 12:46

Vielen Dank für eure Antworten. Dann bin ich beruhigt, dass ich die Stammwürze bei meinem zweiten Sud gut getroffen habe.
Ich werde das Bier so in Flaschen abfüllen ohne dieses mit Wasser zu verdünnen.

@rakdaer: Hast du zuällig den Rechenweg noch zur Hand? Ich muss den Extraktanteil der Malze berechnen korrekt?
Hierzu habe hierzu keinen passenden Online-Rechner finden können :Grübel
Echt klasse, dass du das nochmal validiert hast. Merci! :Smile

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Re: Frage zu Hopfenkochen und Dry-Hopping

#21

Beitrag von rakader » Dienstag 22. Dezember 2020, 15:04

Megane-kun hat geschrieben:
Dienstag 22. Dezember 2020, 12:46
@rakdaer: Hast du zuällig den Rechenweg noch zur Hand? Ich muss den Extraktanteil der Malze berechnen korrekt?
Hierzu habe hierzu keinen passenden Online-Rechner finden können :Grübel
Echt klasse, dass du das nochmal validiert hast. Merci! :Smile
Extraktanteil ist veraltet. Man spricht besser von Sudhausausbeute, kurz SHA. Im Hobbybrauerbereich ist 60 ein gängiger Wert, 70 schon Spitze. 80 Profi. Warum, das steht in guten Braubüchern wie Bier brauen von Jan Brücklmeier, Autor auch hier im Forum.
Lade Dir den Kleinen Brauhelfer v2 - App und Diskussion dazu gibt es hier im Forum.

Grüße
Radulph

Edit: Wenn du Fragen dazu hast, stelle sie im Thread: https://hobbybrauer.de/forum/viewtopic. ... ead#unread
Du wirst ein wenig brauchen das Programm einzurichten - Rohstoffe, Anlage -, danach geht so eine Berechnung aber innerhalb 2 Minuten.
Edit2: Direktlink: https://github.com/kleiner-brauhelfer/k ... auhelfer-2
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Viele Grüße / Regards
Radulph Kader
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