Weißbier Rezept für den ersten Brauversuch. Geht das?

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Weißbier Rezept für den ersten Brauversuch. Geht das?

#1

Beitrag von oepsen » Mittwoch 8. August 2018, 18:42

Hallo Leute,
möchte nächste Woche das erste mal brauen. Habe mir dieses Rezept zusammengestellt und mich dabei an verschiedenen Rezepten orientiert.
Kann das so was geben? kleine Zusatzinfo: Würde gerne in Richtung Paulaner/Benediktiner und weniger Richtung Erdinger :thumbsup

Unser Leitungswasser hat eine Härte von 10-12 dH, Weizen sollte aber nicht unbedingt über 10 dH haben. Reicht da abkochen des Brauwassers?

Viele Grüße und Danke für alle Antworten
Lukas


Rezept:

Brauwasser: Hauptguss 12,5 Liter
Nachguss 9 Liter

Schüttung: Weizenmalz 1,8 kg
Pilsner Malz 1,05 kg
Münchner Malz 0,45 kg

Maischplan: Einmaischen: 37°C (39°C Wassertemparatur)
1. Rast: 45°C 20 min
2. Rast: 63°C 35 min
3. Rast: 72°C 30 min
Abmaischen: 78°C

Würzekochen: Würzekochzeit: 100 min
Hallertauer Tradition: 9g 100 min
Hallertauer Tradition: 6g 10 min

Hefe: Wyeast 3068 Flüssighefe

erwünscht:
Stammwürze: 12-14%
Bittere: ca. 13 IBU
Farbe: ca. 15 EBC
Alkoholgehalt: 5%

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gulp
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Re: Weißbier Rezept für den ersten Brauversuch. Geht das?

#2

Beitrag von gulp » Mittwoch 8. August 2018, 18:59

Sieht soweit gut aus. Hopfenkochen reichen 90 min. Ich würde den ganzen Hopfen in die Vorderwürze geben. Das kommt dezenter daher als die 10 min Gabe. Stammwürze zwischen 12 und 14 P wäre mir zu ungenau. Dieser Wert möchte schon stimmen. Abgesehen davon ist das zur Zeit zu warm für Weizen. Die Infektionsgefahr ist momentan für Weizen zu hoch. Mach lieber erst mal ein Pale Ale mit über 30 IBU. :Greets

Gruß
Peter
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Re: Weißbier Rezept für den ersten Brauversuch. Geht das?

#3

Beitrag von omitz » Donnerstag 9. August 2018, 09:12

Ich schliesse mich Peter an. Aktuell ist das Wetter nicht wirklich geeignet für ein Weizen und als Sud #1 würde ich auch besser ein Pale Ale machen. Das Läutern mit Weizen erfordert - meiner Meinung nach - etwas Übung. Daher würde ich das für eine Premiere eher nicht in Betracht ziehen.

Gut Sud!
Timo
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Re: Weißbier Rezept für den ersten Brauversuch. Geht das?

#4

Beitrag von chef555 » Donnerstag 9. August 2018, 10:00

Also ich habe auch gerade eben begonnen ein Weizen zu brauen. Grundlage ist das "Anfängerweizen" von Thomator.

https://www.maischemalzundmehr.de/index ... absteigend

Allerdings maische ich bei 68 Grad ein und fahre eine 60er Kombirast bei 66-67 Grad. Hopfen variiere ich etwas. Bedenken wegen dem Wetter habe ich keine. Mein Keller hat auch jetzt ideale 18-20 °C.
Zuletzt geändert von chef555 am Donnerstag 9. August 2018, 10:20, insgesamt 1-mal geändert.

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Re: Weißbier Rezept für den ersten Brauversuch. Geht das?

#5

Beitrag von chaos-black » Donnerstag 9. August 2018, 10:16

...die genannten Referenzbiere haben aber doch auch einen gewissen Nelke-Anteil oder? Dann sollte man die Ferulaserast nicht aussparen. Das Rezept in Post 1 maischt dafür tief genug ein, das "Anfängerweizen" ist dafür zu hoch.

Klar kann man auch bei dem Wetter ein Weizen brauen. Du musst nur extrem vorsichtig sein dass dir da nicht irgendwas reinkommt weil Weizen mit der niedrigen Bitterung nur wenig dagegen stellt. Und Gärtemperatur ist das A und O. Ein befreundeter Hobbybrauer hat mir mal eins zu probieren gegeben das er leider am heissesten Tag des Sommers gebraut hatte - ohne Temperaturkontrolle im Gärbereich. Das Ergebnis hatte sehr viele Fuselalkohole und hat dementsprechend deutlich unangenehm alkoholisch geschmeckt. Versuche einen Raum zu finden der maximal ca 21°C hat, im Gärgefäß wirds auch nochmal wärmer während es gärt.

Der Teil mit der Gärung gilt übrigens für die meisten obergärigen Biere. Aber Peter hat schon recht, ein Pale Ale mit 30 IBU ist etwas sorgenfreier als ein Weizen, gerade weil du zu Beginn deiner Braukarriere wahrscheinlich ohnehin schon viele Baustellen hast.

Beste Grüße,
Alex
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Re: Weißbier Rezept für den ersten Brauversuch. Geht das?

#6

Beitrag von Boludo » Donnerstag 9. August 2018, 10:34

Ich finde es nicht zielführend, hier dauernd von Raumtemperaturen zu reden. Das sagt eigentlich nicht viel aus. Es kommt auf die Innentemperatur an und da würde ich beim Hefeweizen mittlerweile nicht mehr über 20 Grad gehen, eher weniger. Und auch hier spielt die Anstelltemperatur eine große Rolle.

Stefan

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Re: Weißbier Rezept für den ersten Brauversuch. Geht das?

#7

Beitrag von chaos-black » Donnerstag 9. August 2018, 10:53

Ja, da hast du schon Recht Stefan. Aber ich bin ja schon froh wenn jemand für den ersten Sud eine Spindel hat um den Restextrakt zu messen. Es kommt wohl äußerst selten vor, dass jemand neues auch gleich die Möglichkeit hat die Temperatur im Inneren des Gärgefäßes zu messen. Daher dann unglücklicherweise das Nächstbeste...
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Re: Weißbier Rezept für den ersten Brauversuch. Geht das?

#8

Beitrag von Boludo » Donnerstag 9. August 2018, 11:45

Da hast du natürlich auch wieder recht :Drink

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Re: Weißbier Rezept für den ersten Brauversuch. Geht das?

#9

Beitrag von Dyonisos » Freitag 10. August 2018, 07:59

oepsen hat geschrieben:
Mittwoch 8. August 2018, 18:42
Hallo Leute,
möchte nächste Woche das erste mal brauen. .....
Mein Außenfühler zeigt heute morgen sibirische12 Grad C. Optimales Wetter für ein Weizenbier, und die Temperaturen sollen ja auch lt. Wetterbericht im Zwanzigerbereich bleiben.
chaos-black hat geschrieben:
Donnerstag 9. August 2018, 10:53
Aber ich bin ja schon froh wenn jemand für den ersten Sud eine Spindel hat um den Restextrakt zu messen.
Wieso bist du dann 'froh'?? Oder lese ich hier (ein immer wieder festzustellender Grund-Tenor in diesem Forum) eine gewisse Freude an leichten Unzulänglichkeiten von Brauanfängern heraus, um es mal sehr galant auszudrücken?

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Re: Weißbier Rezept für den ersten Brauversuch. Geht das?

#10

Beitrag von chaos-black » Freitag 10. August 2018, 08:20

Dyonisos hat geschrieben:
Freitag 10. August 2018, 07:59
chaos-black hat geschrieben:
Donnerstag 9. August 2018, 10:53
Aber ich bin ja schon froh wenn jemand für den ersten Sud eine Spindel hat um den Restextrakt zu messen.
Wieso bist du dann 'froh'?? Oder lese ich hier (ein immer wieder festzustellender Grund-Tenor in diesem Forum) eine gewisse Freude an leichten Unzulänglichkeiten von Brauanfängern heraus, um es mal sehr galant auszudrücken?
Wie bitte? Nein, ich bin froh weil die Spindel das Instrument ist mit dem Flaschenbomben verhindert werden und die körperliche Unversersehrtheit Priorität hat. Vor dem ersten Sud wägen viele ab wieviel sie wirklich investieren wollen bevor sie mit dem Hobby die ersten Praxiserfahrungen sammeln. Leider gehört eine Spindel nicht immer dazu. Geschweige denn temperaturkontrollierte Gärkammern (die aber über die 15Euro Spindel deutlich hinausgehen).

Beste Grüße,
Alex
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Re: Weißbier Rezept für den ersten Brauversuch. Geht das?

#11

Beitrag von oepsen » Freitag 10. August 2018, 09:35

Danke für die vielen Antworten und Tipps!

Für Weizenbier haben wir uns entschieden, weil ich öfters gelesen habe, dass es ein gutes Anfänger Bier ist, welches vieles verzeiht (natürlich wollen wir dafür keinen Grund geben).

Zur Temparatur: Wir brauen in einer kühlen Erdgeschosswohnung und haben zum gären einen ebenfalls kühlen Keller. Hygiene wird natürlich auch eingehalten. Was ist denn eurer Meinung nach ideal? 20Grad bei der Hauptgärung und dann?

Zu den anderen Bedenken: Bierspindel, Formeln zur Speiseberechnung etc. alles theoretisch im Blick 😁
omitz hat geschrieben:
Donnerstag 9. August 2018, 09:12
Das Läutern mit Weizen erfordert - meiner Meinung nach - etwas Übung. Daher würde ich das für eine Premiere eher nicht in Betracht ziehen.
Wo genau liegt die höhere Schwierigkeit beim Läutern? Was gibt es besonders zu beachten?

Gruß
Lukas

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Re: Weißbier Rezept für den ersten Brauversuch. Geht das?

#12

Beitrag von SingleUser » Freitag 10. August 2018, 09:49

1) 20 Grad für die Hauptgärung bei Weizen kannst Du durchaus machen.
2) Speise zugeben würde ich gerade am Anfang DIE FINGER VON LASSEN. Ausgären lassen und dann mit Zucker karbonisieren.
3) Spindel zur Kontrolle ist wichtig.
4) Beim Läutern: m. A. ist es eine Gefühls- und Geduldsache. Du trennst halt sehr vereinfacht gesagt "das Feste wieder vom Flüssigen". Grandios viel falsch machen kannst Du eigentlich nicht, weil Du danach eh noch kochen musst. Im Zweifel geht halt Deine Ausbeute in den Keller oder aber der Platowert stimmt nicht (z. B. weil das Nachgusswasser nicht stimmt). Bier wird es trotzdem


-> Die Spindel brauchst Du aber zur Kontrolle, ob die Gärung durch ist!

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Re: Weißbier Rezept für den ersten Brauversuch. Geht das?

#13

Beitrag von chaos-black » Freitag 10. August 2018, 10:05

oepsen hat geschrieben:
Freitag 10. August 2018, 09:35
Für Weizenbier haben wir uns entschieden, weil ich öfters gelesen habe, dass es ein gutes Anfänger Bier ist, welches vieles verzeiht (natürlich wollen wir dafür keinen Grund geben).

Zur Temparatur: Wir brauen in einer kühlen Erdgeschosswohnung und haben zum gären einen ebenfalls kühlen Keller. Hygiene wird natürlich auch eingehalten. Was ist denn eurer Meinung nach ideal? 20Grad bei der Hauptgärung und dann?
Naja, also meiner Meinung nach gibt es viele für Anfänger ungeeignetere Bierstile und wenige besser geeignete - aber es gibt sie. Wie dem auch sei, das muss euch ja nicht vom Weizen abhalten.
Die Temperatur ist am wichtigsten in den ersten 1-2 Tagen der Gärung, da dort der Großteil des Geschmacksprofils von Seiten der Hefe geformt wird (Ausnahmen bestätigen die Regel). Dann lässt du am besten der Gärung erstmal ca. 10 Tage bis zwei Wochen Zeit ohne dein Gärgefäß zu öffnen. Ungeduld ist eine häufig auftretende Anfängerkrankheit :P Wahrscheinlich ist der Sud schon vorher durch, aber so umgehen wir unnötig viele Probeentnahmen und Messungen. Dann misst du mit der Spindel und drei Tage später erneut und wenn sich der Wert in der Zwischenzeit nicht weiter verändert hat kannst du in deine Flaschen abfüllen. Nachgärung in Flaschen darf auch wärmer stattfinden. Anschließend nur nicht vergessen die Biere kalt zu stellen. Wenn du genau wissen willst wann deine Nachgärung durch ist brauchst du ein Flaschenmanometer, das ist aber für den Erfolg des ersten Sudes noch nicht zwingend erforderlich.
Ich würde von Speise abraten, aber es gibt Leute die das auch immer wieder Anfängern raten. Meiner Meinung nach hast du schon genug Baustellen und Haushaltszucker ist viel einfacher im Handling als Speise. Ich hab früher immer meinen Zucker abgewogen, aber für ca 1€ bekommst du einen passenden Dosierlöffel: https://www.hobbybrauerversand.de/Dosie ... uer-Zucker der dir viel Zeit erspart. Da Weizen mehr Kohlensäure enthält als es normalerweise bei Bieren der Fall ist bietet es sich bei der Dosierhilfe an den für die nächstgrößere Flasche zu verwenden (also den 0,5L Löffel für die 0,3L Flasche).
oepsen hat geschrieben:
Freitag 10. August 2018, 09:35
omitz hat geschrieben:
Donnerstag 9. August 2018, 09:12
Das Läutern mit Weizen erfordert - meiner Meinung nach - etwas Übung. Daher würde ich das für eine Premiere eher nicht in Betracht ziehen.
Wo genau liegt die höhere Schwierigkeit beim Läutern? Was gibt es besonders zu beachten?
Weizen hat im Gegensatz zu Gerste keine Spelzen die beim Gersten dafür sorgen, dass das Läutern gut läuft. Daher kann es bei Bieren mit sehr wenigen oder keinen Spelzen dazu kommen, dass die Läutergeschwindigkeit extrem verringert oder gänzlich gestoppt wird. Das kann bei deiner Schüttung zu Problemen führen, muss es aber nicht. Manche Leute verwenden zur Sicherheit extra gekaufte Spelzen und mischen sie der Schüttung bei. Außerdem ist es hilfreich warm abzumaischen, wie du es mit den 78°C auch geplant hast. Ich würde an deiner Stelle erstmal ohne irgendwelche extra Spelzen arbeiten.

Beste Grüße,
Alex
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Re: Weißbier Rezept für den ersten Brauversuch. Geht das?

#14

Beitrag von oepsen » Freitag 10. August 2018, 10:30

Alles klar, dann werden wir erstmal mit Zucker karbonisieren :Smile . Beim Läutern hoffe ich dann mal, dass es gut läuft.

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