Rezepthilfe zu Fuller's Frontier

Fragen und Diskussion rund um Rezepturen.
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Rezepthilfe zu Fuller's Frontier

#1

Beitrag von Manuel_PI » Freitag 5. Oktober 2018, 15:47

Liebe erfahrene Braugemeinde!

Für meinen 3. Sud hab ich mir vorgenommen, ein Ale zu brauen, welches ähnlich dem "Frontier" von Fuller's werden soll... ich habe dieses in einem Pub in London getrunken und war restlos begeistert!

Folgende Informationen konnte ich über dieses Bier herausfinden (https://www.fullers.co.uk/beer/explore- ... s/frontier):

Malz: Caragold, Pale Ale
Hopfen: Liberty, Cascade, Williamette
Hefe: Ale

IBU: 25
Alk: 4,5 Vol%

Habt ihr Tipps über Malz- und Hopfenmengen, Rastzeiten und Kochzeiten des Hopfens, um ein möglichst authentisches Bier zu zusammenzubringen?

Vielen Dank im Voraus & allzeit gut Sud! :Drink

Manuel

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Re: Rezepthilfe zu Fuller's Frontier

#2

Beitrag von Mr_Mazine_LE » Sonntag 7. Oktober 2018, 13:58

Bier braucht eine Heimat!

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Re: Rezepthilfe zu Fuller's Frontier

#3

Beitrag von flying » Sonntag 7. Oktober 2018, 14:19

Ist ja ein Lagerbier. Ale- Hefe passt also nicht..?
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Re: Rezepthilfe zu Fuller's Frontier

#4

Beitrag von Mr_Mazine_LE » Sonntag 7. Oktober 2018, 14:29

Wyeast #1968 - London ESB Ale - Activator

produziert deutlich malzige Biere.
Geringer EVG >etwas süßerem Ergebnis
Fruchtigkeit nimmt mit Erhöhung der Fermentationstemperatur zu; 18-20 Grad .
Hohe Ausflockung.

Ich würde die versuchsweise bei 16 Grad mit reichlich Hefe ausprobieren Alternativ eine entsprechende UG Hefe?
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Re: Rezepthilfe zu Fuller's Frontier

#5

Beitrag von bierhistoriker.org » Sonntag 7. Oktober 2018, 14:39

flying hat geschrieben:
Sonntag 7. Oktober 2018, 14:19
Ist ja ein Lagerbier. Ale- Hefe passt also nicht..?
René,

passt!

Fuller nennt das zwar "Lager", nutzt aber die "Haushefe" für dieses Bier, die immer so um 15-16°Celsius herum werkelt.
Im Prinzip also ein Kölsch :P

Cheers

Jürgen
Zuletzt geändert von bierhistoriker.org am Sonntag 7. Oktober 2018, 14:40, insgesamt 1-mal geändert.

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Re: Rezepthilfe zu Fuller's Frontier

#6

Beitrag von Butterbrot » Montag 8. Oktober 2018, 09:34

bierhistoriker.org hat geschrieben:
Sonntag 7. Oktober 2018, 14:39
Fuller nennt das zwar "Lager", nutzt aber die "Haushefe" für dieses Bier, die immer so um 15-16°Celsius herum werkelt.
Ich find's klasse, wenn geschätzte Traditionsbrauereien Praktiken ausüben, für die man hier im Hobbybrauerforum einfach derbe auf den Sack kriegen würde... :thumbsup

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Re: Rezepthilfe zu Fuller's Frontier

#7

Beitrag von DevilsHole82 » Montag 8. Oktober 2018, 09:57

Laut Website wird tatsächlich eine Ale Hefe verwendet:
Dateianhänge
Fullers Frontier Ingredients.JPG
Fullers Frontier Ingredients.JPG (26.18 KiB) 928 mal betrachtet
Gruß, Daniel

Was von Herzen kommt gelingt, weil's einen gibt, der die Kelle schwingt. Heute back ich, morgen brau ich, wer heimlich nascht, den verhau ich.

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Re: Rezepthilfe zu Fuller's Frontier

#8

Beitrag von Manuel_PI » Dienstag 9. Oktober 2018, 15:24

Ich danke Euch allen ganz herzlich - ihr habt mir wirklich sehr weiter geholfen!!! :thumbsup

:Drink

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Re: Rezepthilfe zu Fuller's Frontier

#9

Beitrag von tbln » Dienstag 9. Oktober 2018, 16:29

bierhistoriker.org hat geschrieben:
Sonntag 7. Oktober 2018, 14:39
Fuller nennt das zwar "Lager", nutzt aber die "Haushefe" für dieses Bier, die immer so um 15-16°Celsius herum werkelt.
Im Prinzip also ein Kölsch :P
Wo kommen wir eigentlich hin, wenn jetzt die Engländer schon gelagertes Ale, Lager nennen? Hier gibt es noch ein paar Infos; Gärtemperatur soll bei 20°C liegen.
For lager drinkers in search of a more intriguing pint, the adventure awaits.
:Mad2 Die Marketingsabteilungen scheinen selbst bei englischen Traditionsunternehmen inzwischen die Taktzahl zu erhöhen, mit der neue Ideen auf den Markt geworfen werden. Wie soll da der gemeine Konsument noch durchsteigen? Schade...

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Re: Rezepthilfe zu Fuller's Frontier

#10

Beitrag von flying » Dienstag 9. Oktober 2018, 16:55

Eigentlich war es ja der angelsächsische Sprachraum der "Lager" weltweit als untergäriges Bier etablierte. In Deutschland war das ursprünglich nicht so. Franz Schönfeld schrieb noch 1938 über "das rheinländische, hochvergorene und stark gehopfte obergärige Lagerbier".
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Re: Rezepthilfe zu Fuller's Frontier

#11

Beitrag von Roofio » Dienstag 9. Oktober 2018, 17:04

bierhistoriker.org hat geschrieben:
Sonntag 7. Oktober 2018, 14:39
flying hat geschrieben:
Sonntag 7. Oktober 2018, 14:19
Ist ja ein Lagerbier. Ale- Hefe passt also nicht..?
Fuller nennt das zwar "Lager", nutzt aber die "Haushefe" für dieses Bier, die immer so um 15-16°Celsius herum werkelt.
Im Prinzip also ein Kölsch :P

Cheers

Jürgen
Jürgen, mich würde interessieren, wo Du das mit den 15-16°C aufgeschnappt hast.
Ich habe bis jetzt für das London Pride und das ESB immer nur 18°-20°C gehört. :Waa
Da produziert die Hefe dann aber auch schon kräftig Ester. Ob das im Frontier vorkommt, weiß ich nicht.

Bei Fullers scheint es vor zwei Jahren tatsächlich einen gewissen Generationswechsel gegeben zu haben - nicht nur beim Head Brewer sondern auch in der ausrichtung allgemein. Das altehrwürdige Chiswick Bitter wurde aus dem Programm genommen und das Portfolio mit deutlich "trendigeren" Bieren ausgeweitet.
Viele Grüße,
Robert

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Re: Rezepthilfe zu Fuller's Frontier

#12

Beitrag von Manuel_PI » Dienstag 9. Oktober 2018, 20:00

Mich hat das Bier geschmacklich, von der Fruchtigkeit her, an einen (wirklich guten) Gelben Muskateller erinnert!

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Re: Rezepthilfe zu Fuller's Frontier

#13

Beitrag von bierhistoriker.org » Mittwoch 10. Oktober 2018, 09:37

Roofio hat geschrieben:
Dienstag 9. Oktober 2018, 17:04
bierhistoriker.org hat geschrieben:
Sonntag 7. Oktober 2018, 14:39
flying hat geschrieben:
Sonntag 7. Oktober 2018, 14:19
Ist ja ein Lagerbier. Ale- Hefe passt also nicht..?
Fuller nennt das zwar "Lager", nutzt aber die "Haushefe" für dieses Bier, die immer so um 15-16°Celsius herum werkelt.
Im Prinzip also ein Kölsch :P

Cheers

Jürgen
Jürgen, mich würde interessieren, wo Du das mit den 15-16°C aufgeschnappt hast.
Ich habe bis jetzt für das London Pride und das ESB immer nur 18°-20°C gehört. :Waa
Da produziert die Hefe dann aber auch schon kräftig Ester. Ob das im Frontier vorkommt, weiß ich nicht.

Bei Fullers scheint es vor zwei Jahren tatsächlich einen gewissen Generationswechsel gegeben zu haben - nicht nur beim Head Brewer sondern auch in der ausrichtung allgemein. Das altehrwürdige Chiswick Bitter wurde aus dem Programm genommen und das Portfolio mit deutlich "trendigeren" Bieren ausgeweitet.
Hallo Robert,

die Gärtemperatur ist aus dem Gedächtnis (ursprüngliche Quelle: Jamil Show, Can you brew ist aus 2011).
Habe eben nochmal reingehört: Starttemperatur: 17° (nur knapp daneben :Bigsmile ) Lohnt sich anzuhören, absolut wilde Gärführung :thumbsup.
Das war noch dar "alte" Headbrewer, der da so um die 40 Jahre gearbeitet hat.

Cheers


Jürgen

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Re: Rezepthilfe zu Fuller's Frontier

#14

Beitrag von Roofio » Mittwoch 10. Oktober 2018, 10:14

Hi Jürgen,

danke dir! Ja, die Folge kenne ich und dieses "von 17 hoch, dann wieder runter" war auch, was ich in Erinnerung hatte. Im Hobbymaßstab schwer exakt zu reproduzieren, denke ich.
Ich nehme an, sein Weggang ist nicht zuletzt für die neue Ausrichtung bei Fullers verantwortlich. Seine Nachfolgerin war in einem Podcast-Interview, dass ich gehört habe, der zahlenorientierten / Marketing-Sichtweise deutlich zugewandter, hatte ich den Eindruck.

Cheers, Robert
Viele Grüße,
Robert

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Re: Rezepthilfe zu Fuller's Frontier

#15

Beitrag von Ladeberger » Mittwoch 10. Oktober 2018, 10:33

tbln hat geschrieben:
Dienstag 9. Oktober 2018, 16:29
For lager drinkers in search of a more intriguing pint, the adventure awaits.
:Mad2 Die Marketingsabteilungen scheinen selbst bei englischen Traditionsunternehmen inzwischen die Taktzahl zu erhöhen, mit der neue Ideen auf den Markt geworfen werden. Wie soll da der gemeine Konsument noch durchsteigen? Schade...
Roofio hat geschrieben:
Dienstag 9. Oktober 2018, 17:04
Bei Fullers scheint es vor zwei Jahren tatsächlich einen gewissen Generationswechsel gegeben zu haben - nicht nur beim Head Brewer sondern auch in der ausrichtung allgemein. Das altehrwürdige Chiswick Bitter wurde aus dem Programm genommen und das Portfolio mit deutlich "trendigeren" Bieren ausgeweitet.
Ist doch gut so. Der englische Konsument würdigte die Altehrwürdigkeit an der Supermarktkasse offensichtlich nicht ganz so hoch. Jede sog. Traditionsbrauerei hat es über die Jahrhunderte verstanden, sich den Umständen und der Nachfrage anzupassen. Sonst hätten sie schon lange zugemacht.

Gruß
Andy

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Re: Rezepthilfe zu Fuller's Frontier

#16

Beitrag von Roofio » Mittwoch 10. Oktober 2018, 12:23

Ich bin nur leicht angefressen, weil das Chiswick Bitter zu meinen Lieblingsbieren gehörte. :Devil
Viele Grüße,
Robert

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Re: Rezepthilfe zu Fuller's Frontier

#17

Beitrag von DevilsHole82 » Mittwoch 10. Oktober 2018, 14:11

Manuel, Falls Du die Fuller's Stammhefe aka London ESB aka Wyeast #1968 verwenden solltest, achte darauf, dass diese Hefe sehr schnell und stark sedimentiert. Die Gäraktivität wird oft schon vor erreichen des EVG eingestellt.
Hier sollte man aktiv mit einer Pumpe, wie schon in älteren Beiträgen (hier oder hier) beschrieben umwälzen. Oder wenigstens gelegentlich umrühren.
Zuletzt geändert von DevilsHole82 am Freitag 12. Oktober 2018, 07:27, insgesamt 1-mal geändert.
Gruß, Daniel

Was von Herzen kommt gelingt, weil's einen gibt, der die Kelle schwingt. Heute back ich, morgen brau ich, wer heimlich nascht, den verhau ich.

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Re: Rezepthilfe zu Fuller's Frontier

#18

Beitrag von Manuel_PI » Mittwoch 10. Oktober 2018, 14:51

DevilsHole82 hat geschrieben:
Mittwoch 10. Oktober 2018, 14:11
Manuel, Falls Du die Fuller's Stammhefe aka London ESB aka Wyeast #1968 verwenden solltest, achte darauf, dass diese Hefe sehr schnell und stark sedimentiert. Die Gäraktivität wird oft schon vor erreichen des EVG eingestellt.
Hier sollte man aktiv mit einer Pumpe, wie schon in älteren Beiträgen (hier oder hier) beschrieben aktiv umwälzen. Oder wenigstens gelegentlich umrühren.
Oh, vielen Dank für den Hinweis!!

Wenn ich es angehe, werden sowieso wieder so einige Fragen anfallen - ich bin ja doch noch ein Bierbrau-Rookie!

Momentan befindet sich mein 2. Sud in der Nachgärung, es wird also eh noch ein bisserl dauern und ich kann mich noch weiter über mein Vorhaben informieren! :Wink

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Re: Rezepthilfe zu Fuller's Frontier

#19

Beitrag von Johnny H » Donnerstag 11. Oktober 2018, 10:24

Mr_Mazine_LE hat geschrieben:
Sonntag 7. Oktober 2018, 13:58
https://www.brewersfriend.com/homebrew/ ... tier-clone
Vorsicht hier: die im Klonrezept verwendete Danstar London ESB ist höchstwahrscheinlich nicht der gleiche Stamm wie die Flüssighefe Wyeast 1968 / WLP002, zumindest habe ich schon zahlreiche Kommentare gelesen, die auf ein komplett anderes Gärverhalten und Aromaprofil der besagten Trockenhefe hindeuten.

Ich hatte das nach Einführung dieser Trockenhefe ein ganze Weile verfolgt, habe aber u.a. deswegen auch nie mit dieser TH gebraut.
Jubel erscholl, als sich die Trinker von dem schneidigen, köstlichen, bei dem früher in Pilsen erzeugten nie wahrgenommenen Geschmack überzeugten. Die Geburt des Pilsner Bieres!
(E. Jalowetz, Pilsner Bier im Lichte von Praxis und Wissenschaft, 1930)

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Re: Rezepthilfe zu Fuller's Frontier

#20

Beitrag von Johnny H » Donnerstag 11. Oktober 2018, 13:00

bierhistoriker.org hat geschrieben:
Sonntag 7. Oktober 2018, 14:39
flying hat geschrieben:
Sonntag 7. Oktober 2018, 14:19
Ist ja ein Lagerbier. Ale- Hefe passt also nicht..?
René,

passt!

Fuller nennt das zwar "Lager", nutzt aber die "Haushefe" für dieses Bier, die immer so um 15-16°Celsius herum werkelt.
Im Prinzip also ein Kölsch :P

Cheers

Jürgen
Nach einigem Suchen habe ich den Thread zu "obergärigem Lager" mit dem damals von fauntleroy verlinkten Beispiel wiedergefunden:

http://www.brauerei-gleumes.de
(Krefeld)
Aushängeschild der Brauerei ist das obergärige Lagerbier, das seit Generationen nach einem geheim gehaltenen Familienrezept gebraut wird. Durch den unverwechselbaren, typischen Geschmack und die hervorragende Qualität erfreut sich das Gleumes Lager seit jeher größter Beliebtheit.
Jubel erscholl, als sich die Trinker von dem schneidigen, köstlichen, bei dem früher in Pilsen erzeugten nie wahrgenommenen Geschmack überzeugten. Die Geburt des Pilsner Bieres!
(E. Jalowetz, Pilsner Bier im Lichte von Praxis und Wissenschaft, 1930)

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Re: Rezepthilfe zu Fuller's Frontier

#21

Beitrag von Roofio » Donnerstag 11. Oktober 2018, 14:43

Johnny H hat geschrieben:
Donnerstag 11. Oktober 2018, 10:24
Mr_Mazine_LE hat geschrieben:
Sonntag 7. Oktober 2018, 13:58
https://www.brewersfriend.com/homebrew/ ... tier-clone
Vorsicht hier: die im Klonrezept verwendete Danstar London ESB ist höchstwahrscheinlich nicht der gleiche Stamm wie die Flüssighefe Wyeast 1968 / WLP002, zumindest habe ich schon zahlreiche Kommentare gelesen, die auf ein komplett anderes Gärverhalten und Aromaprofil der besagten Trockenhefe hindeuten.
Kann ich bestätigen. Die Danstar sedimentiert nicht sonderlich gut und ich fand sie geschmacklich auch unterschiedlich.
Viele Grüße,
Robert

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Re: Rezepthilfe zu Fuller's Frontier

#22

Beitrag von Butterbrot » Donnerstag 11. Oktober 2018, 17:48

DevilsHole82 hat geschrieben:
Mittwoch 10. Oktober 2018, 14:11
Manuel, Falls Du die Fuller's Stammhefe aka London ESB aka Wyeast #1968 verwenden solltest, achte darauf, dass diese Hefe sehr schnell und stark sedimentiert. Die Gäraktivität wird oft schon vor erreichen des EVG eingestellt.
Hier sollte man aktiv mit einer Pumpe, wie schon in älteren Beiträgen (hier oder hier) beschrieben aktiv umwälzen. Oder wenigstens gelegentlich umrühren.
Ich hatte auch auf homebrewtalk sehr viel furchteinflößendes gelesen was die Flaschenreifung betrifft. Etliche Nutzer berichten davon, dass die Hefe in der Flasche wieder an die Arbeit gegangen sei und das Bier dann gnadenlos überkarbonisiert und wässrig ("cidery") wurde.
Bin deswegen noch etwas auf der Hut mit meinen ersten beiden Bieren damit; das Porter wurde vor 3 Wochen abgefüllt, das Bitter (mit der Erntehefe des Porters) heute erst. Hab gegen Ende der Gärung mehrfach aufgewirbelt und bin bei SVG von 69% (beim Porter) und 73% (beim Bitter; hatte extra auf höhere Vergärbarkeit gemaischt) gelandet, was passen sollte. Bisher ist beim Porter alles in Ordnung; geschmacklich ist die Hefe jedenfalls klasse :thumbup aber warten wir mal ab, wie sich das noch entwickelt...

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Re: Rezepthilfe zu Fuller's Frontier

#23

Beitrag von Manuel_PI » Freitag 12. Oktober 2018, 11:57

Verstehe ich das richtig, dass ich (als Anfänger) mit der TH Danstar London ESB wohl auf der sichereren Seite wäre, es jedoch im Ergebnis geschmackliche Abweichungen geben kann?

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Re: Rezepthilfe zu Fuller's Frontier

#24

Beitrag von Johnny H » Freitag 12. Oktober 2018, 12:31

Ja, die TH scheint nicht die Probleme mitzubringen, die die WLP002 und WY1968 haben, aber geschmacklich ist sie halt etwas anders, da trotz des Namens offenbar nicht der gleiche Stamm. Hier auch ein Thread auf Homebrewtalk zu dieser Hefe (Beginn 2016):

https://www.homebrewtalk.com/forum/thre ... et.588922/

Edit: auf S.2 dieses Threads wird darauf verwiesen, die Danstar London ESB sei eine Trockenhefe, die früher unter dem Namen Lallemand London Ale vertrieben wurde (Quelle Danstar) und unter neuem Namen in den Verkehr gebracht wurde.

Bemerkenswert ist für mich an den Kommentaren zur Danstar London ESB das auch hier angeführte schlechte Sedimentationsverhalten und der relativ niedrige Vergärgrad. Ich kenne das Fuller's Frontier nicht, aber Lagerbiereigenschaften sehe ich mit dieser Hefe da überhaupt nicht.

Das hat beides so überhaupt nichts mit den beiden Flüssighefen zu tun, die zwar ausfallen wie Steine, aber dennoch (wenn man sie denn lässt) sehr weit runtervergären!

Mit der WLP002 hatte ich (in 2. Führung) meinen höchsten VG überhaupt (84%), und das mit dem Samba Pale Ale, das ich insgesamt viermal gebraut habe, jedes Mal mit unterschiedlichen Hefen, wobei die anderen Hefen mir wesentlich niedrigere VG geliefert haben (70%, 68% und 74%). Gut, das waren keine Parallelansätze, aber dennoch sehr, sehr ähnliche Sude, und die Version auf Basis von WLP002 war dann auch dem VG entsprechend furztrocken.

Und noch ein Edit:
Sollte ich mal wieder mit der WLP002 oder der Wyeast 1968 brauen, werde ich mir tatsächlich überlegen, grün in Flaschen zu schlauchen, allerdings unter der Annahme eines schließlich zu erreichenden hohen VG (>80%) und unter Verwendung eines Flaschenmanometers, um eine entsprechende Sicherheitsmarge zu haben. Irgendwo hatte ich auch gelesen, jemand hätte schlechte Erfahrungen mit der Aufzuckerung für die Flaschengärung gemacht -> unangenehme Geschmacksnoten, und ich selbst war bei ähnlichem Vorgehen auch nicht sehr beeindruckt von meinen eigenen Bieren mit dieser Hefe. Ganz anders dagegen eine gemeinsame Brauaktion vor ein paar Jahren mit anschließender Zwangskarbonisierung im Keg: das war ein wirklich wunderbares Bier.
Jubel erscholl, als sich die Trinker von dem schneidigen, köstlichen, bei dem früher in Pilsen erzeugten nie wahrgenommenen Geschmack überzeugten. Die Geburt des Pilsner Bieres!
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Re: Rezepthilfe zu Fuller's Frontier

#25

Beitrag von Manuel_PI » Donnerstag 18. Oktober 2018, 14:14

Vielen vielen Dank für Euer wertvolles Input!!

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