Falsche Hefe geliefert bekommen

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Feonbaer
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Falsche Hefe geliefert bekommen

#1

Beitrag von Feonbaer » Samstag 7. September 2019, 22:53

Ich habe heute für zwei Biere die Würze hergestellt und wollte beide untergärig vergären.

Ich hatte mir die Wyeast 2308 Munich Lager
und die
Wyeast 2124 Bohemian lager bestellt.
Allerdings habe ich erst jettz bemerkt, dass ich anstatt der Wyeast 2124 Bohemian Lager die
Wyeast 1214 Belgian Abbey
geliefert bekommen habe.
Es sind auch schon beide aktiviert.

Geplant war ein Pale Lager mit Galaxy und ein Böhmisches Pils.

Hier die Rezepte

Pale Lager

12 l 14 Grad Plato

Münchner Malz 1,2 kg 30 %
Wiener Malz 1,2 kg 30 %
Pilsner Malz 1,0 kg 25 %
Caragold 0,2 kg 5 %
Carahell 0,2 kg 5 %
Carapils 0,2 kg 5 %

Wirlpool
60 g Galaxy


Böhmisches Pils

12 l 15 Grad Plato

Böhmisches Tennenmalz 3,0 kg 75 %
Pilsner Malz 0,3 kg 7,5 %
Wiener Malz 0,3 kg 7,5 %
CARA BOHEMIAN 0,2 kg 5 %
Caragold 0,1 kg 2,5 %
ARôME Malz 0,1 kg 2,5 %

Hopfen
Saazer
Forderwürze
10 g
40 Min.
10 g
20 Min
10 g
0 Min
10 g


Jetzt habe ich aber anstatt einer böhmischen Pilshefe eine belgische Hefe.
Ich habe zwar die Möglichkeit temperaturgesteuert zu vergären, allerdings entweder nur untergärig oder obergärig.
Was würdet ihr jetzt an meiner stelle machen?

Schon mal vielen Dank.

Peter
Zuletzt geändert von Feonbaer am Sonntag 8. September 2019, 02:10, insgesamt 1-mal geändert.

Bierbert
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Re: Falsche Hefe geliefert bekommen

#2

Beitrag von Bierbert » Samstag 7. September 2019, 23:29

Neben Hamburg wohnt ein Forumskollege, der Flüssighefen verkauft. Den würde ich fragen, weil das quasi direkt nebenan ist.

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Re: Falsche Hefe geliefert bekommen

#3

Beitrag von DerDerDasBierBraut » Samstag 7. September 2019, 23:54

Das Wichtigste fehlt. Wie groß sind die Sude und welche Stammwürze haben sie?
Ich schätze mal knapp 15 Liter je Sud mit max. 12°P, da jeweils nur UG Smackpack vorgesehen war.

Durch die Glaskugel:
Hast du Equipment um einen Starter zu machen (Magnetrührer und große Erlenmeyer/Bechergläser/Laborflaschen)?
Falls ja, zieh von einem der beiden Sude 2 Liter Anstellwürze ab, gib 10ml Hefe von dem 2308 Smackpack rein und stelle den Starter 24h auf den Magnetrührer. 2 Stunden vollgas, danach leichter Strudel ohne Plätschern.
Mit dem Rest des 2308 Smackpacks stellst du beide Sude zu gleichen Teilen an. Nach 24h ist ausreichend neue Hefe im Starter. Den pitcht du einfach zu je 1 Liter hinterher. Aber den Starter vorher unbedingt langsam auf Gärtemperatur runterkühlen.

Andere Möglichkeit:
Erst das Pale Lager brauen und anstellen. Zwei Tage später das "Bohemian Lager" brauen und mit den Kräusen und 2 Liter Jungbier des Pale Lagers anstellen.

Dritte Möglichkeit:
Das UG geführt im Kühlschrank vergären. Das OG initial auf 18°C kühlen, Hefe pitchen und nach dem Ankommen in einen Raum mit knapp 20°C stellen. Die Gärtemperatur wird sich ein paar Grad darüber einpendeln. Das ist OK, weil die 1214 lauf Wyeast von 20-24°C geführt werden soll.
"Da braut sich was zusammen ... "
"Oh, Bier ;-) !"
"Nein! Was Böses!"
"Alkoholfreies Bier??? ..."
-----------
Viele Grüße
Jens

Interesse an Flüssighefen ... ?

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VolT Bräu
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Re: Falsche Hefe geliefert bekommen

#4

Beitrag von VolT Bräu » Sonntag 8. September 2019, 00:05

Hmm, also wenn du nix anderes hast und auch nicht eben schnell eine Trockenhefe besorgen kannst, würde ich glaube ich an deiner Stelle aus dem Pils eine Art Blonde oder Triple machen und die belgische Hefe dazu verwenden.
Aufzuckerung mit Haushaltszucker und ab dafür - Bier wird's immer. Besser als die Würze wegkippen oder ewig ohne Hefe stehen lassen ist es allemal.
Für einen Starter ist es ja jetzt zu spät. Du könntest sonst noch die Lagerhefe auf beide Sude aufteilen, aber dann ist es wahrscheinlich etwas underpitched?
Jetzt mal Bier bei die Fische!

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Re: Falsche Hefe geliefert bekommen

#5

Beitrag von Feonbaer » Sonntag 8. September 2019, 02:19

Erst einmal danke für die Antworten.

Die Sude sind jeweils ca. 12 Liter.
Pils 15 Grad Plato
Pale Lager 14 Grad Plato.
Ich habe es auch noch im Ausgangspost ergänzt.

Ich besitze keinEquipment um einen Starter zu machen.

Ich hätte eigentlich eher daran gedacht, dass Pils mit der 2308 geführt bei 10 Grad zu vergären und aus dem Pale Lager ein obergäriges zu machen.

Ich wohne übrigens in Forchheim Oberfranken.
Vielleicht hat ja jemand aus der Gegend eine untergärige Hefe übrig.

Peter

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Re: Falsche Hefe geliefert bekommen

#6

Beitrag von SingleUser » Dienstag 10. September 2019, 22:48

Also:
> Sud wegkippen -> m. A. keine Option, hefe ist aktiviert, Sud fertig -> Dann wäre alles fott
> Für Starter ist es zu spät

Meine Meinung, wenn Du keine Chance hast rechtzeitig an Hefe zu kommen:
(a) Bevor Du die Hälfte wegkippst, vergäre nach der OG Hefe im möglichst tiefen Temperaturfenster und schau mal was aus der UG wird. Während der Gärung besorg Dir Zeug zum Ernten der Hefen (NaCL 0,9...). Lass Dich überraschen, was draus wird....verlieren kannst Du jetzt eh nix mehr.
(b) Entscheide Dich für einen Sud, rette die andere Hefe
(c) Kippe beide Sude zusammen und entscheide Dich für eine Hefe.

Nimms also einfach als Versuch ....

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Re: Falsche Hefe geliefert bekommen

#7

Beitrag von marsabba » Dienstag 10. September 2019, 22:52

Hallo Peter,

habs grad nochmal gechecked, aber leider keine UG Hefe im Kühlschrank. Vermutlich wäre es jetzt wohl auch schon zu spät für dich.
Als Belgien-Fan würde ich dir aber auch zu der Variante raten, aus dem Pils einfach ein Blonde Ale zu machen.

Grüße
Martin

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Re: Falsche Hefe geliefert bekommen

#8

Beitrag von DerDallmann » Mittwoch 11. September 2019, 06:46

Würde ich auch so machen. Einfach die Abbey bei Raumtemperatur, eventuell noch bißchen Koriander stopfen oder sowas. Das wird sicher gut. :)
Mit freundlichen Grüßen,

Johst

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Re: Falsche Hefe geliefert bekommen

#9

Beitrag von VolT Bräu » Mittwoch 11. September 2019, 07:44

Was ist es denn geworden? Die Würze dürfte ja inzwischen auf Anstelltemperatur sein? :Grübel
Jetzt mal Bier bei die Fische!

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Re: Falsche Hefe geliefert bekommen

#10

Beitrag von Feonbaer » Mittwoch 11. September 2019, 23:47

Noch einmal Danke für die Antworten.

Ich habe mir jetzt dann am Sonntag bei einem anderen Shop noch einmal die Wyeast 2124 bestellt, mit der Bitte, sie so schnell wie möglich zu verschicken.
Die Hefe war dann auch schon am Dienstag bei mir.
Es wurde dann zwar erst am Mittwoch morgen angestellt, was daran lag, dass ich am Dienstag Abend so Müde war, dass ich vorm PC eingeschlafen bin und wie ich dann mitten in der Nacht wieder aufgewacht bin einfach so schnell wie möglich ins Bett gegangen bin und dann nicht mehr an die aktivierte Hefe gedacht habe.
Das birkt zwar schon ein gewisses Risiko, aber ich wollte einfach ein böhmisches Pils brauen.
Der Sud steht ja seit Sonntag bei 9 Grad im Kühlschrank.
Sehen wir mal, was jetzt daraus wird.
Die aktivierte belgische Hefe steht jetzt im Kühlschrank.
Ich habe vor am Freitag bzw. am Samstag damit noch so etwas ähnliches wie ein Wit zu brauen.
Orangenschalen und Koriander habe ich da, da demnächst so wie so wieder ein Wit geplant war.
Die Wyeast 1214 ist jetzt zwar keine Withefe, aber was besseres fällt mir damit jetzt auch nicht ein.

Peter

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Re: Falsche Hefe geliefert bekommen

#11

Beitrag von DerDallmann » Donnerstag 12. September 2019, 07:29

Das passt schon! Wyeast empfielt die Hefe sogar für Wit.
Mit freundlichen Grüßen,

Johst

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Re: Falsche Hefe geliefert bekommen

#12

Beitrag von chaos-black » Donnerstag 12. September 2019, 09:01

Samstag bis Mittwoch ohne anzustellen? Da würde ich jetzt erwarten, dass sich jetzt andere Organismen vermehrt haben. Drücke dir dennoch die Daumen!

Beste Grüße,
Alex
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Re: Falsche Hefe geliefert bekommen

#13

Beitrag von Bieryllium » Donnerstag 12. September 2019, 14:28

Die Signatur eines sehr aktiven Forumsmitglieds besagt, dass viele Biere am Etikettierer gemacht werden.
Dann ist es wohl im ungünstigen Fall ein "bohemian sour".
Grüße aus Nürnberg!

Euer Christopher

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