Samuel Adams Boston Lager

Fragen und Diskussion rund um Rezepturen.
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Spike_19
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Samuel Adams Boston Lager

#1

Beitrag von Spike_19 » Sonntag 2. Oktober 2016, 18:29

Moin.
Ich suche ein Rezept für ein Samuel Adams Boston Lager Klon.
Habe bei BrewSmith irgendwie nix gefunden. Jemand noch ne Idee?
Danke
Christoph

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highlander
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Re: Samuel Adams Boston Lager

#2

Beitrag von highlander » Sonntag 2. Oktober 2016, 18:54


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Proximus
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Re: Samuel Adams Boston Lager

#3

Beitrag von Proximus » Sonntag 2. Oktober 2016, 20:04

Das Rezept finde ich grundsätzlich passend zu den Angaben von Samuel Adams zu ihrem Lager:
https://www.samueladams.com/craft-beers/boston-lager
Tettnanger ist noch im Spiel ist dort zu lesen. Nur das mit der Nottingham ist natürlich Quatsch, wenn es echt ein Lager werden soll. Nimm ne gescheite UG-Hefe, dann wird das prima wenn Deine Gärführung soweit passt.

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Re: Samuel Adams Boston Lager

#4

Beitrag von markrickenbacher » Mittwoch 5. Oktober 2016, 12:13

Hallo

Das Rezept interessiert mich auch. Wird mein erstes untergäriges Bier und ich frage mich ob das so ungefähr passen könnte? Für Tipps und Anregungen bin ich dankbar :thumbup

Ich plane eine Kombirast von 60 min bei 67°C. Einmaischen bei 60°C.
Samuel Adams Boston Lager.PNG

Gruss, Mark

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Re: Samuel Adams Boston Lager

#5

Beitrag von freeflyer201 » Mittwoch 5. Oktober 2016, 13:01

Ich finde da stimmt noch so einiges nicht, wenn du wirklich das Bier zu Klonen versuchst.
Sam. Adams nutzt einen Pale-Malt Blend. Pale malt ist nicht dasselbe wie Pale Ale Malt, es entspricht eher Pilsner Malz.
http://byo.com/hops/item/710-grain-on-the-brain
Außerdem ist im Original ein viel dunkleres Caramalz, nämlich Caramel 60. Also ein Caramalz mit 60 Lovibond (158,6 EBC). Da wäre am ehesten Caramünch II zu verwenden. Das Boston Lager hat 11 SRM (21,7 EBC), die würde ich schon versuchen im Rezept zu treffen. Dasselbe gilt für die IBUs sind laut Brauerei 30IBU.
Ich denke auch dass das Bier gestopft ist.
Dein Rezept ist natürlich nicht schlecht und würde auch ein gutes Bier gehen, ist allerdings auch etwas zu normal, und berücksichtigt nicht die Angaben die wir von der Brauerei haben.
LG
Yannick
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Re: Samuel Adams Boston Lager

#6

Beitrag von markrickenbacher » Mittwoch 5. Oktober 2016, 14:10

Ok, danke für das Feedback

Das mit dem Pale Ale Malz war mir nicht bewusst. Dann werde ich wie Du vorschlägst besser das PiMa nehmen. Ich habe das Bier absichtlich etwas heller geplant aber wenn ich mir das nochmals überlege tendiere ich nun doch auf die originalgetreue Farbe. Habe nun das Caramünch II genommen und die Menge leicht korrigiert, dass ich auf 21.5 EBC komme. Die IBUs habe ich auf 30 reduziert. Was hältst Du denn von der Hefe? Passt die und ist sie für einen ersten UG Versuch geeignet?

Übrigens plane ich das Bier zu stopfen mit 15g Hersbrucker, 5 Tage. Leider konnte ich das im kleinen Brauhelfer so nicht eingeben.
Samuel Adams Boston Lager.PNG
Gruss, Mark

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Re: Samuel Adams Boston Lager

#7

Beitrag von freeflyer201 » Donnerstag 6. Oktober 2016, 03:06

Zu der Hefe kann ich nicht viel sagen, hatte sie selber nicht im Einsatz. Auch wenn die Hefe eher für malzige Biere gedacht ist habe ich in amerikanischen Foren gelesen das damit zB. auch sehr gute Pilsner gebraut wurden.
Am wichtigsten ist auf jeden Fall eine niedrige Anstell- und Gärtemperatur sowie eine ausreichende Zellzahl. Das heißt du müsstest bei der Flüssighefe einen ausreichend dimensionierten Starter machen oder mit mindestens zwei Päckchen Trockenhefe arbeiten. Für deinen ersten UG Sud würde ich dir die 34/70 als Trockenhefe empfehlen. Damit fährst du wohl am besten und es passt auf jeden Fall zum Bier.
LG
Yannick
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Re: Samuel Adams Boston Lager

#8

Beitrag von markrickenbacher » Donnerstag 6. Oktober 2016, 20:22

So, das Rezept wurde ein weiteres Mal verändert und sieht nun wie nachfolgend abgebildet aus. Was denkt Ihr dazu? Unsicher bin ich mir bei den Hopfengaben, passen die so?
Samuel Adams Boston Lager.PNG
Gruss, Mark

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Re: Samuel Adams Boston Lager

#9

Beitrag von bockie72 » Donnerstag 6. Oktober 2016, 23:18

Wenn du bei google nach einem Sam Adams Boston L... Clone suchst wirst du reichlich Informationen finden.
hatte das Selbe vor Jahren auch versucht nach zu brauen, war glaube ich mein 3. Bier.
schau mal hier

https://brauerei.mueggelland.de/rezeptd ... s/291.html

Das Pale Ale Malz würde ich gegen Pilsener tauschen (keine Ahnung, warum ich das damals genommen habe) und das Cara etwas erhöhen bis du auf die 21 EBC kommst.
als Hopfen gibt die Brauerei Tettnanger und Hallertauer Mittelfrüh an, mit allen anderen Hopfen wirst du dich vom Original entfernen.
den Sud hatte ich damals geteilt und mit unterschiedlichen Hefen vergoren, 1. 34/70 ; 2. Brewferm Lager
war mit Beiden recht gut geworden

ach ja, in diversen Foren war zu lesen, dass das Boston Lager mit Dekoktion gemaischt wird.

Gruß

Jörg

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Re: Samuel Adams Boston Lager

#10

Beitrag von markrickenbacher » Freitag 7. Oktober 2016, 12:20

Hallo Jörg

Danke für Deine Hilfe

Ja, ich habe verschiedene Rezepturen zum SABL im Netzt gefunden. Keine aber hat mich wirklich überzeugt, weswegen ich mich entschied ein eigenes Rezept zu erstellen und mit Eurer Hilfe zu verbessern. Nach diversen Tipps sieht mein Rezept nun wie folgt aus. Ich wäre Euch dankbar, wenn Ihr kurz die Mengen der Hopfengaben prüfen könntet. Komme ich so auf 30 IBUs (ich empfinde die Hopfenmengen relativ gross, konnte aber nicht finden wo man die Bitterstoffausbeute im kleinen Brauhelfer einstellen kann).
Samuel Adams Boston Lager.PNG
Gruss, MArk

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Re: Samuel Adams Boston Lager

#11

Beitrag von abdulson » Freitag 7. Oktober 2016, 12:25

Hallo Mark,


hast du wirklich nur 2 min Nachisomerisierungszeit?

siehe hier: wiki/doku.php/isomerisierung



VG,
abdulson
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Re: Samuel Adams Boston Lager

#12

Beitrag von markrickenbacher » Freitag 7. Oktober 2016, 13:26

Hi abdulson

Ja, ich bin der Meinung dass das so ist. die letzten 10 Minuten stelle ich den Würzekühler in die kochende Würze. Am Ende der Kochzeit beginne ich sogleich mit der Kühlung und bin innerhalb von ca. 2 Minuten unterhalb von 80°C. Dann Whirlpool und dann 15 Minuten Ruhezeit. Danach kühlen auf 22°C (wenn obergärig). Beim Boston Lager (untergärig) werde ich gleich auf 12°C runter kühlen, sofern ich das hin bekomme.

Gruss, Mark

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Re: Samuel Adams Boston Lager

#13

Beitrag von Bergbock » Sonntag 9. Oktober 2016, 15:44

Ich bin nicht so der grosse Hopfenexperte, vor allem nicht in Bezug auf US-Hopfen.
Aber mit Tettnanger und Mittelfrüh wirst Du das spezielle Hopfenaroma des Boston Lager schwerlich treffen. Das ist von einem deutschen Lager doch deutlich zu unterscheiden.

Frank

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Re: Samuel Adams Boston Lager

#14

Beitrag von flying » Sonntag 9. Oktober 2016, 16:06

Auf der Webseite geben sie an originalen Hopfen (Tettnang Tettnanger) zu verwenden. Es gibt wohl auch noch US- Tettnanger. Das soll aber ursprünglich ein Fuggle- Abkömmling aus Österreich sein..?
Held im Schaumgelock

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Re: Samuel Adams Boston Lager

#15

Beitrag von bockie72 » Sonntag 9. Oktober 2016, 20:55

Auf der Homepage wird angegeben, dass sie den Mittelfrüh aus Deutschland beziehen

Gruß

Jörg

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Re: Samuel Adams Boston Lager

#16

Beitrag von markrickenbacher » Montag 10. Oktober 2016, 16:25

Hallo zusammen

Danke für die weiteren Rückmeldungen. Ich habe das Rezept mittlerweile in einem anderen Thread weiter diskutiert. Dies weil ich die Theorie der Bitter- und Aromahopfenaufteilung etwas genauer auf den Grund gehen wollte. Mittlerweile sieht mein Rezept wie nachfolgend abgebildet aus und stützt sich weiterhin auf die beiden Hopfen Tettnanger und Hallertauer Mittelfrüh. Fast alle Rezepte für das SABL verwenden diese Hopfensorten und SA gibt diese auch explizit an. Die Bitterhopfung stelle ich mit 75% Anteil deutlich in den Vordergrund. Dieses Jahr hat der Tettnanger weniger Alphas was entsprechend grosse Hopfengaben nötig macht :Grübel Bitte meldet Euch, wenn Ihr irgendwelche Unstimmigkeiten seht.
Samuel Adams Boston Lager.PNG
Gruss, Mark

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Re: Samuel Adams Boston Lager

#17

Beitrag von markrickenbacher » Donnerstag 17. November 2016, 21:23

Hallo zusammen

Heute war es soweit und ich habe nach gut zwei Wochen Reifung gespannt wie ein Flitzebogen eine erste Verkostung gewagt. Vorab soll gesagt sein, dass ich das Rezept wie oben angegeben gebraut habe. Ich habe aber nicht gestopft sondern stattdessen eine ausgiebige Whirlpool-Hopfung bei 75°C gemacht.

Die Farbe von 21,5 EBC entspricht schon mal ziemlich präzise dem Original, vielleicht eine Nuance dunkler. Die Kopie ist auch schon bemerkenswert klar (ohne Schönungsmittel). Der Schaum ist wie auf dem Bild gut zu erkennen ist etwas grobporiger als derjenige beim Original. Die Stabilität lässt bei beiden zu wünschen übrig. Bei beiden ist nach ca. 30 Sekunden kein Schaum mehr vorhanden.
20161116_145745.jpg
Geruch
Das Original riecht malzig, süsslich und auch aromatischer, der Hopfen kommt deutlich durch. Die Kopie wartet noch mit etwas phenoligen/alkoholischen Noten auf, welche die evtl. anderen Aromen überlagern. Eine gewisse Süsse ist aber auch hier zu vernehmen.

Geschmack
Der Antrunk ist vergleichbar auch bezüglich der Karbonisierung. Das original ist vielleicht ein wenig runder/harmonischer. Im Nachtrunk sind jetzt aber deutlich Unterschiede zu erkennen. Das Original hat ein viel ausgeprägteres Hopfenaroma. Schon jetzt wird mir klar, dass das Stopfen ein wichtiger Bestandteil beim Kopieren gewesen wäre. Die Kopie ist aber keineswegs schlecht, im Gegenteil, dem kräftig würzigen Röstgeschmack folgt ein passabler und bereits sehr ausgewogener Malzkörper. Durchaus ein gutes Bier, welches jetzt aber noch etwas reifen muss!

Fazit
Farbe und Bitterkeit passt. Das Bier ist noch etwas zu jung um bereits verglichen werden zu können. Betreffend den Hopfenaromen ist der Unterscheid aber zu gross. Beim nächsten Versuch werde ich statt der Whirlpoolhopfung definitiv stopfen. Die Zeit ist noch nicht Reif um das Rezept auf MMM zu bringen :Wink

Gruss, Mark

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Re: Samuel Adams Boston Lager

#18

Beitrag von Blancblue » Donnerstag 17. November 2016, 23:35

Schaut doch gut aus. Und ja, stopfen macht unheimlich viel aus was das Hopfenaroma betrifft. Aber warte ruhig noch mal etwas ab, ein Lager im Hobbybrauerbereich nimmt sich gerne etwas Zeit bis es richtig gut schmeckt. Momentan können die Jungbukehstoffe den Hopfen auch noch etwas überlagern.
Brauen ist zu 50% Kunst und zu 50% Handwerk. Dazu kommen noch mal 100% Erfahrung.

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Re: Samuel Adams Boston Lager

#19

Beitrag von Schickermann » Freitag 18. November 2016, 07:08

Rein optisch finde ich es super. Bei der Schaumbildung war ich auch beim Original ziemlich enttäuscht.
37 Bier decken den Tagesbedarf an Vitamin C. Gesunde Ernährung kann so einfach sein...

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Re: Samuel Adams Boston Lager

#20

Beitrag von hubschu » Freitag 18. November 2016, 07:58

Hoi Mark

Gseht Guet us dies Bier!
Eine frage habe ich noch, du schreibst das ein Stopfen von Vorteil wäre.
Würdest du dementsprechend mit dem Hallertauer und Tettnanger stopfen oder doch mit einem American-Hopfen?

Gruess und tschüss
Marco
Gruess
Marco

Prost :Drink

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Re: Samuel Adams Boston Lager

#21

Beitrag von markrickenbacher » Freitag 18. November 2016, 09:34

Hallo zusammen

@Marco: Nein keinen US Hopfen. Die verwenden beim SABL explizit nur Deutschen Hopfen. Ich werde beim nächsten Mal die ca. 40g Hallertauer statt in den Whirlpool einfach als Kalthopfung für 5 Tage ins Gärfass geben.

Von der Kalthopfung verspreche ich mir zudem eine etwas bessere Schaumstabilität. Sollte der Schaum auch dann nicht stabil sein, werde ich beim dritten Versuch eine Eiweissrast (57°C/10 Minuten) einlegen und vielleicht noch 5% Weizenmalz in die Schüttung nehmen.

Gruss, Mark

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Re: Samuel Adams Boston Lager

#22

Beitrag von DevilsHole82 » Dienstag 29. November 2016, 08:20

Gibt es noch mehr Hobbybrauer hier im Forum, die sich an das SABL gewagt haben und ihre Erfahrungsberichte teilen möchten? Mein nächster Sud soll ebenfalls das Lieblingslager der Amis werden.

Meine Fragen:
- Maischprogramm, Single oder Multi Infusion? Falls Multi, welche Temperatur, wie lange?
- Welcher Hopfen, wie lang Kochen?
- Hefe?
- Wie viel Stopfen? 2,5 g/L oder 5 g/L?

Danke im Voraus für Eure Hilfe.
Gruß, Daniel

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Re: Samuel Adams Boston Lager

#23

Beitrag von DevilsHole82 » Freitag 17. Februar 2017, 06:44

Guten Morgen,

wie in Michaels Verkostungsbericht angekündigt, stelle ich Euch mal meine Version zur Verfügung. Leider konnte ich es noch nicht brauen, da mir momentan die Zeit fehlt.
Einen Teil des Pilsner hab ich bewusst durch Wiener ersetzt, da markrickenbacher im Vergleich zum Original die Balance zwischen Trockenheit und Körper fehlt. Zudem kommt es dadurch vielleicht dem Pale Malt Blend von Samuel Adams näher.

Edit: Die 20% High Gravity hab ich vergessen rauszunehmen. Bitte bei der Schüttung berücksichtigen.
Dateianhänge
No. 11 - Samuel Adams Boston Lager.JPG
Gruß, Daniel

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Re: Samuel Adams Boston Lager

#24

Beitrag von DevilsHole82 » Montag 12. Juni 2017, 21:34

Heut hab ich das SABL aus dem Reifefass in die Flaschen gedrückt. Grad die erste Flasche getrunken.

Hmm, also ich bin etwas skeptisch und überrascht. Vor drei Wochen hab ich ein Probeglas probiert. Da war es besser. Harmonischer. Momentan empfinde ich das CaraMünchII als sehr aufdringlich. Zu karamellig. Zu viel davon.

Im Vergleich zum Original, was ich vor ein paar Tagen noch frisch vom Fass trinken konnte ist mein Klon zu "voll" geworden.

Gibt es mittlerweile Erfahrungen von anderen? Hat es noch mal jemand gebraut? Ich überlege die Schüttung folgendermaßen zu ändern:

55% PiMa
25% WiMa
15% MüMa
5% Crystal 60 Lovibond

Oder ist der der geschmackliche Unterschied zum Crystal 60 L doch so krass? Im Gegensatz zum CaraMünch. Über Feedback würde ich mich freuen.
Gruß, Daniel

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Re: Samuel Adams Boston Lager

#25

Beitrag von JollyJumper » Donnerstag 5. Oktober 2017, 11:30

Hallo Daniel,
hast du neue Erkenntnisse zu deinem Klon?
Gruß Matthias
Grüße aus Sinn,

Matthias

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Re: Samuel Adams Boston Lager

#26

Beitrag von Spike_19 » Freitag 6. Oktober 2017, 05:30

Noch nicht ganz.
Fülle am Wochenende um in Flaschen. 10 Liter ungestopft, 10 Liter mit Cascade gestopft und 10 Liter mit Hallertau Mittelfrüh.
Das Problem ist gerade auch, dass ich hier in der Gegend momentan kein Sam Adams als Referenz Bier bekomme....

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Re: Samuel Adams Boston Lager

#27

Beitrag von DevilsHole82 » Freitag 6. Oktober 2017, 08:16

Hallo Matthias,

ich werde heut noch mal eine Flasche testen. Nach vier Monaten sollte sich da ja einiges getan haben. Ich gehe aber davon aus, dass es immer noch nicht dem Original nahe kommt und das Stopfaroma komplett verflogen ist.

Ende Oktober werde ich wahrscheinlich einen zweiten Versuch starten. Dann aber mit einer anderen Schüttung. Genaueres geb ich noch bekannt.
Gruß, Daniel

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Re: Samuel Adams Boston Lager

#28

Beitrag von JollyJumper » Freitag 6. Oktober 2017, 09:28

Hi,
danke für die Rückmeldung.
Ich wollte mich nächstes WE mal dranwagen.
Würde die Schüttung dann auch anpassen.
Gruß Matthias
Grüße aus Sinn,

Matthias

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Re: Samuel Adams Boston Lager

#29

Beitrag von DevilsHole82 » Freitag 6. Oktober 2017, 15:27

Wie angekündigt habe ich grad eine Flasche geöffnet. Nach vier Monaten ist dieses penetrante Karamellaroma tatsächlich weniger geworden. Den Stopfhopfen schmeckt man immer noch ein wenig. Insgesamt etwas runder. Jedoch nicht so "crisp" wie das Original. Den Cara Dunkel Anteil würde ich definitiv auf 5-6% beschränken und Farblich mit MüMa ergänzen.

Hier mal meine neue Schüttung.
Dateianhänge
SABL.JPG
Gruß, Daniel

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Re: Samuel Adams Boston Lager

#30

Beitrag von markrickenbacher » Mittwoch 29. November 2017, 21:55

Hi Hobbybrauer

Ich mache mich in kürze daran mein SABL Rezept ein weiteres Mal zu brauen. Nebst dem stopfen mit Hallertauer Mittelfrüh (1g/L) anstelle einer Whirlpoolgabe und einer etwas höher angesetzten Kombirast (68°C) habe ich den Karamell-Anteil in der Schüttung um ca. 50% reduziert.

Ich denke Daniel (DevilsHole82) hat seine Interpretation des Rezepts in die richtige Richtung getrieben. Auch in den amerikanischen Foren wird von zu hohen Karamell-Malz Anteilen abgeraten. Stattdessen wird empfohlen die Temperatur bei der Kombirast etwas höher zu wählen und nebst dunklem MüMa unbedingt auch WiMa mit in die Schüttung zu nehmen (war mir nicht bewusst, dass das SABL inspiriert durch das Wiener Lager entstanden ist) :redhead

Ebenfalls habe ich nochmals betreffend Hefe recherchiert, welche SA beim BL einsetzt. Zu meinem Erstaunen scheint es die Wyeast 2124, Bohemian Lager XL zu sein. Ich habe diese in das Rezept übernommen.
http://www.brewboard.com/index.php?showtopic=84467
Unbenannt.JPG
Die Bitterung mit Tettnanger (4.5% Alpha) und auch der Hallertauer Mittelfrüh (4.3% Alpha) endet mit viel „Grünmaterial“. In einem Thread, welchen ich leider nicht mehr finde, wurde explizit auf die Bitterhopfung beim SABL eingegangen. Es wurde dort empfohlen anstelle des Mittelfrüh den kräftigen Magnum (14.7% Alpha) zu nehmen, welcher ein Abkömmling des Hallertauers zu sein scheint. Da aber 80% der Bitterung auf das Konto des Tettnanger gehen lasse ich das mal wie es ist. Hier will ich mal noch nicht dran rum schrauben.

Daniel, Matthias und Spike_19, könnt Ihr von weiteren Erfahrungen berichten?

Lieben Gruss,
Mark

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§11
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Re: Samuel Adams Boston Lager

#31

Beitrag von §11 » Donnerstag 30. November 2017, 01:22

Ihr habt gesehen das Sam Adams selbst Angaben zum Malz und zum Hopfen macht?
https://www.samueladams.com/craft-beers/boston-lager
„porro bibitur!“
Die Seite zum Buch "Bier brauen" https://www.jan-bruecklmeier.com/
Die Seite zur HBCon https://heimbrauconvention.de/
https://headlessbrewer.wordpress.com/

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Re: Samuel Adams Boston Lager

#32

Beitrag von markrickenbacher » Donnerstag 30. November 2017, 07:44

Ja die Angaben sind mir bestens bekannt, waren sie doch die ursprüngliche Vorgabe für meine Hopfenwahl. An anderer Stelle gibt SA auch Auskunft über die Farbe in EBC wobei die Umrechnung von 11 SRM kein Thema ist :P Das schwierige an der Sache ist halt, dass die Alpha Werte des Tettnanger und des Mittelfrüh die SABL einsetzt nicht bekannt sind. Für mich ist nachvollziehbar, dass wenn die Alphawerte einer Ernte dort ebenfalls tief sind bei der Bitterung vielleicht schnell zu Magnum oder Herkules gegriffen wird ohne das dies in der Beschreibung angegeben wird. Ebenfalls schwierig für den Laien ist es zu bewerten welches Malz in Europa dem two-row pale malt belnd und dem Caramel 60 am ehesten entspricht. Nach den Abklärungen in diesem Thread ist wohl Pale Malt blend = Pilsner Malz und Caramel 60 = CaraMünchII. Das Wiener Malz kam jüngst in die Schüttung um das dominante CaraMünchII etwas zu reduzieren und trotzdem die Färbung mehr oder weniger zu halten.
SABL.jpg
SABL.jpg (81.52 KiB) 4806 mal betrachtet
Gruss, Mark

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Re: Samuel Adams Boston Lager

#33

Beitrag von DevilsHole82 » Donnerstag 30. November 2017, 08:52

Ich hab mir bei meiner Variante Gedanken gemacht, wie ich mit den Angaben der Website sowohl Farbe als auch Geschmack einigermaßen unter einen Hut bekomme ohne, wie Sam Adams ein Dekoktionsverfahren anzuwenden.
Sofern sie wirklich nur Pilsener und Caramel 60 in max. 6% Schüttung verwenden, müssen 11 SRM durch die Dekoktion kommen. Da hier aber ein "Blend" genannt wird tippe ich auf einen Anteil Wiener Malz.
Münchener hab ich nur wegen der Farbe eingebracht. Vielleicht sollte ich aber mal über Melanoidinmalz nachdenken, um den Dekoktionscharakter einzubringen.

Bezüglich des Caramel 60 Malz, vermute ich, dass SA das Caramel 60 von Briess verwendet. Entweder Du versuchst das zu bekommen oder nimmst Crystal 60°L. Das gehört mittlerweile fest zu meinem Lagerbestand. CaraMünch nutze ich nur noch für deutsche Biere.

EDIT: Mein aktueller Klon wird morgen angezapft und verkostet. Leider hab ich derzeit kein Original zum Vergleich da.

Die Hefe scheint laut dieses Post von 2007 im Brewboard tatsächlich die W-34/70 bzw. Wyeast #2124 Bohemian Lager zu sein:
Dateianhänge
Wyeast.JPG
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Re: Samuel Adams Boston Lager

#34

Beitrag von markrickenbacher » Donnerstag 30. November 2017, 19:40

Super Daniel, bitte berichte wie Dein SABL mit WiMA, MüMa II und Cristal geworden ist. Es geht vorwärts, das gefällt mir :thumbup

Leider komme ich in der Schweiz weder an Caramel 60 von Briess noch an Crystal 60°L ran. Ich bin aber sicher, dass das mit CaraMünchII in kleinerer Dosierung auch gut kommt. Und ja, die Hefe ist definitiv die Wyeast 2141

Bei dieser Gelegenheit gleich noch eine Frage an die Hefeexperten:
Gehe ich richtig in der Annahme, dass die Wyeast 2141 aus dem Strain der W-34/70 entstammt und von Carlsberg so weiterentwickelt wurde, dass die sich heute ziemlich unterscheiden? Die sEVG's unterscheiden sich recht stark und auch das Geschmacksprofil wird anders beschrieben. So gesehen tu ich wohl gut daran den doppelten Preis für die Wyeast 2141 zu zahlen, oder?

Gruss, Mark

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Re: Samuel Adams Boston Lager

#35

Beitrag von Alt-Phex » Freitag 1. Dezember 2017, 02:21

markrickenbacher hat geschrieben:
Donnerstag 30. November 2017, 19:40
So gesehen tu ich wohl gut daran den doppelten Preis für die Wyeast 2141 zu zahlen, oder?
George Lucas hat mal gesagt "50% eines Films macht die Musik aus". Das lässt sich m.M.n. auch auf die Hefe beim brauen übertragen. Andere Hefe, anderes Bier. Haben wir bei unserem Stammtisch mal ausprobiert, gleiches Rezept aber jeder hat eine andere Hefe benutzt. Ergebnis: Völlig unterschiedliche Biere. Bei einem anderen Versuch, wo 10% der Schüttung und der Aromahopfen frei wählbar war, die Hefe aber gesetzt, waren die Unterschiede teilweise nicht so gravierend.

Um möglichst nah an ein bestehendes Bier heranzukommen sollte die Hefe schon möglichst Original sein oder zumindestens sehr, sehr ähnliche Charakteristiken aufweisen. Von daher würde ich das an deiner Stelle mal versuchen, wenn du da hin kommen möchtest. Hefe kann man ja ernten und weiterführen, dann relativeren sich die Kosten.
"Viele Biere werden am Etikettierer gemacht"

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Re: Samuel Adams Boston Lager

#36

Beitrag von Johnny H » Freitag 1. Dezember 2017, 07:08

Alt-Phex hat geschrieben:
Freitag 1. Dezember 2017, 02:21
George Lucas hat mal gesagt "50% eines Films macht die Musik aus". Das lässt sich m.M.n. auch auf die Hefe beim brauen übertragen. Andere Hefe, anderes Bier. Haben wir bei unserem Stammtisch mal ausprobiert, gleiches Rezept aber jeder hat eine andere Hefe benutzt. Ergebnis: Völlig unterschiedliche Biere. Bei einem anderen Versuch, wo 10% der Schüttung und der Aromahopfen frei wählbar war, die Hefe aber gesetzt, waren die Unterschiede teilweise nicht so gravierend.
[...]
Wie geht noch der alte Spruch?

Beim Bier macht das Malz den Körper, der Hopfen die Seele, aber die Hefe, die macht den Charakter!
Jubel erscholl, als sich die Trinker von dem schneidigen, köstlichen, bei dem früher in Pilsen erzeugten nie wahrgenommenen Geschmack überzeugten. Die Geburt des Pilsner Bieres!
(E. Jalowetz, Pilsner Bier im Lichte von Praxis und Wissenschaft, 1930)

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Re: Samuel Adams Boston Lager

#37

Beitrag von DevilsHole82 » Freitag 1. Dezember 2017, 19:34

Nabend, hab grad freudestrahlend das erste Glas am Hals. Ich will noch nicht zu euphorisch sein, aber ich glaube DAS könnte es fast sein. Leider hab ich keine frische Flasche aus den USA zur Hand um einen 1:1 Vergleich durchzuführen, aber das letzte Original hab ich im Juni in Florida frisch vom Fass getrunken. Mein derzeitiger Klon kommt meiner Erinnerung wirklich sehr nah. Einzig die Farbe passt nicht ganz. Die angepeilten 21 EBC sind schätzungsweise so 12-15 EBC. Laut KBH 19 EBC. Vermutlich ist das Crystal Medium von Amihopfen nicht so dunkel wie erwartet.

Hier nun mein aktuelles Rezept:
Stammwürze 12°P
Bitterkeit 30 IBU

Schüttung
65% Pilsener Malz
20% Wiener Malz
10% Münchener Malz
5% Crystal Malt Medium

Maischeprogramm
Eiweißrast - 57°C - 10 min.
Maltoserast - 63°C - 40 min.
Narzissrast - 68°C - 10 min.
Verzuckerung - 72°C - 25 min.
Abmaischen - 78°C - 0 min.

Hopfenkochen
Dauer: 70 min.
Nachiso.:2 min.

Tettnanger - 40 Gew.-% - 60 min.
Hallertauer Mittelfrüher - 15 Gew.-% - 15 min.
Tettnanger - 15 Gew.-% - 5 min.
Halltertauer Mittelfrüher - 30 Gew.-% - 0 min.

Kalthopfung
Hallertauer Mittelfrüher - 2 g/L - 2 Wochen im Secondary bei 10°C

Hefe
WLP840 American Lager

Leider macht meine Kamera auf meinem Custom Rom (Resurrection Remix) nur schlechte Aufnahmen. Daher bekomm ich kein Bild hin.
Beim nächsten Versuch muss ich die Farbe noch irgendwie hinbekommen. Dann auch mit der Wyeast #2124 Bohemian Lager.

EDIT: Stammwürze korrigiert.
Zuletzt geändert von DevilsHole82 am Sonntag 3. Dezember 2017, 10:32, insgesamt 1-mal geändert.
Gruß, Daniel

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Re: Samuel Adams Boston Lager

#38

Beitrag von Dyrdlingur » Samstag 2. Dezember 2017, 22:16

Prost Daniel.
Klaus

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Re: Samuel Adams Boston Lager

#39

Beitrag von aegir » Sonntag 3. Dezember 2017, 09:15

markrickenbacher hat geschrieben:
Donnerstag 30. November 2017, 07:44
Nach den Abklärungen in diesem Thread ist wohl Pale Malt blend = Pilsner Malz und Caramel 60 = CaraMünchII. Das Wiener Malz kam jüngst in die Schüttung um das dominante CaraMünchII etwas zu reduzieren und trotzdem die Färbung mehr oder weniger zu halten.

SABL.jpg

Gruss, Mark
Caramel 60 entspricht farblich eher dem CaraMünch 3. Damit kannst du bei gleicher Farbe auch den Anteil etwas reduzieren.
Ausserdem gibt Sam Adams 5% Alk. an. Da würde ich nicht höher wie 12°P gehen. Das würde einem EVG von 78% entsprechen und das wird SA sicherlich erreichen, warscheinlich eher mehr.

Gruß Hotte

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Re: Samuel Adams Boston Lager

#40

Beitrag von DevilsHole82 » Sonntag 3. Dezember 2017, 10:30

aegir hat geschrieben:
Sonntag 3. Dezember 2017, 09:15
Ausserdem gibt Sam Adams 5% Alk. an. Da würde ich nicht höher wie 12°P gehen. Das würde einem EVG von 78% entsprechen und das wird SA sicherlich erreichen, warscheinlich eher mehr.

Gruß Hotte
Du hast recht. Hab mich vertippt. Es sollen auch nur 12°P sein. Die WLP840 hat in erster Führung mit einem sEVG von 79% genau 5,0% alc. geschafft.
Gruß, Daniel

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Re: Samuel Adams Boston Lager

#41

Beitrag von markrickenbacher » Sonntag 3. Dezember 2017, 20:53

Hallo
@Daniel
Freut mich zu hören, dass Dein SABL so nahe an das Original kommt!

@Hotte
Ich habe bei meinem Rezept das gleiche Problem wie Daniel. Farblich kommen ich nie auf die 21EBC, wenn ich nicht kräftig mit CaraMünch II nachhelfe (ca. 9%). Dann aber wird das ganze etwas zu „karamellig“. Das CaraMünch III hatte ich auch schon im Auge, käme ich doch mit 5% Anteil auf satte 19 EBC. Ich gehe aber davon aus, dass der Geschmack des CaraMünch III auch kräftiger ist. Oder liege ich hier falsch?

Gruss, Mark

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Re: Samuel Adams Boston Lager

#42

Beitrag von DevilsHole82 » Montag 4. Dezember 2017, 20:03

Ich überlege mit 4% Melanoidinmalz (Pilsener dafür reduzieren) zu ergänzen, um Farbe (komme damit auf 21,7 EBC) und Dekok.charakter zu erreichen. Weiß aber absolut nicht einzuschätzen, wie sich das auf Geschmack und Vergärgrad auswirkt.

Hat hier jemand Erfahrung?
Gruß, Daniel

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Re: Samuel Adams Boston Lager

#43

Beitrag von DevilsHole82 » Dienstag 12. Dezember 2017, 12:54

Eine andere Überlegung wäre noch auf Wiener und Münchener Malz komplett zu verzichten und die Farbe übers Melanoidinmalz zu holen. Von WiMa und MüMa wird ja auch nix auf der Website angegeben.

Die Schüttung würde dann folgendermaßen aussehen:

Stw. 12,5°P (da ich einen niedrigeren EVG durch das Mela vermute)
87,5% - PiMa
7,5% - Mela
5% - Crystal 60 L

I'd give it a try :Bigsmile
Gruß, Daniel

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Re: Samuel Adams Boston Lager

#44

Beitrag von DevilsHole82 » Freitag 2. März 2018, 21:09

So ihr Lieben,

ich war mal wieder fleißig und habe am Rezept gearbeitet. Um den Dekoktionscharakter zu "simulieren" habe ich Melanoidinmalz ergänzt. Dagegen Wiener und Münchener Malz rausgeworfen und den Hopfenplan etwas geändert. Darüber hinaus auch die Hefe. Laut verschiedenen Quellen ist der Wyeast #2125 Bohemian Lager der used to be yeast strain.
Sind zwar einige Parameter die ich gegenüber dem letzten Sud geändert habe, aber es hat sich gelohnt. Es kommt verdammt nah ans Original.
Ich habe den Sud zwei Wochen in der Gärung gehabt. Wobei die Hefe nach vier Tagen schon durch war. Hatte ca. 300 mL hoch aktive Erntehefe.
Anschließend eine Woche Cold Crash, schlauchen in den Secondary und 5 Tage bei 13°C Hopfengestopft. Perfekt.

Habe das MMuM Rezept angepasst: Samuel Adams Boston Lager Clone

Viel Spaß beim Nachbrauen.
Dateianhänge
IMG_20180302_194818.jpg
Zuletzt geändert von DevilsHole82 am Samstag 3. März 2018, 08:23, insgesamt 1-mal geändert.
Gruß, Daniel

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Re: Samuel Adams Boston Lager

#45

Beitrag von Exedus » Freitag 2. März 2018, 23:34

Danke fürs Teilen. Wird sicherlich mal ausprobiert. Zuerst muss ich nur mal zusehen, dass ich das original verkoste :Drink
Meine Anlage

mit freundlichen Grüßen

Steven

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Re: Samuel Adams Boston Lager

#46

Beitrag von duittenb » Mittwoch 30. Mai 2018, 11:02

(entschuldigung fuhr mein Deutsch, ich komme aus Holland aber wirt es so gut wie moglich versuchen.
Deutsch lesen ist kein problem :-)
Topic: dieses recept: https://www.maischemalzundmehr.de/index ... tte=rezept

Was eine super Diskussion! Gut zu sehen, wie Sie einander helfen und Informationen teilen!
Bevor ich anfange zu brauen, hoffe ich, dass Sie mir bei den folgenden Fragen helfen können.

#1 Hefe: wie viel Hefe soll ich gebrauchen? Ist dieze packung genugend fur 25 L? (https://www.unibrew-nederland.nl/wyeast ... vator.html)

#2 Sudhausausbeute: Muss ich die 60% andern? Mit anderen gebrauten Bieren ist das oft 70%

#3 Lagerung (Reifung?): bei welchen temperatur? 5 grad?

#4 Garung & Reifung: Ist diese information richtig?
  • 5 tage - Garung bei 9-12 grad
  • 2 tage - Garung bei 16 grad
  • 28 tagen - Reifung bei 5 grad
Wenn ich fertig bin, werde ich meine Ergebnisse mit euch teilen.

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Re: Samuel Adams Boston Lager

#47

Beitrag von coyote77 » Mittwoch 30. Mai 2018, 11:22

Hallo und herzlich willkommen! :Greets
#1 angegeben ist, dass sie für 20 Liter reicht. Je nachdem wie alt die Hefe ist würde ich einen zweiten Beutel geben oder einen Starter machen
#2 die Ausbeute hängt von deiner Anlage ab, also anpassen
#3 Reifung bei unter 5°C ist gut
#4 Zum Gärverlauf kann ich nix sagen, weil ich das Rezept nicht kenne. Allerdings kann man die Dauer der Hauptgärung nicht planen, sondern nur durch Messung bestimmen
Grüße, Andreas :Drink

Zum Biere drängt, am Biere hängt doch alles.
(Frei nach J. W. von Goethe)

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Re: Samuel Adams Boston Lager

#48

Beitrag von DevilsHole82 » Mittwoch 30. Mai 2018, 12:21

Hi,

#1 Hefe: Ich würde bei 25 L definitiv zwei Packs nehmen. Evlt. sogar 24 h vorher nen Starter machen, um auf Nummer sicher zu gehen.
#2 Ausbeute: Ich stelle die Rezepte immer auf 60% berechnet ein. Hängt von Deiner Anlage ab.
#3 Reifungstemperatur passt. Temperatur zum Stopfen würde ich, wie beschrieben bei 13°C einstellen.
#4 Gärverlauf: Das hängt von Hefevitalität und Würzezusammensetzung ab. Musst Du ausprobieren, bzw. messen. Ich beginne an der unteren Temperaturgrenze und gehe bei ca. 50% Extraktabbau Tag für Tag mit der Temperatur hoch auf 16°C. Dort mache ich eine Diacetylrast.
Gruß, Daniel

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Re: Samuel Adams Boston Lager

#49

Beitrag von duittenb » Dienstag 5. Juni 2018, 11:09

Gutemorgen,

Ich werde nächstes Wochenende anfangen :Shocked
Nach ein bericht von DevilsHole82 (vielen dank!) hab ich das folgendes Prozess documentiert.

PROZESS:
#1. HAUBTGARUNG
  • 4-6 Tage (?) Bei 9° - bis die garung ruhiger wird
  • 4 Tage: Erhöhen temperatur: ungefähr 1.5°-2.0° pro Tag, bis 16° (4 Tage = 1.75° pro Tag)
  • 2 Tage: bei 16°
  • 2-4 Tage: cold crash (1°)
#2. NEXT
  • Bier in ein anderes Gärfass
  • 2-4 Tage: cold crash: bei 1°
#3. LAGERUNG
  • Bier in ein anderes Gärfass
  • 5 Tage hopfenstopfen bei 13°
  • 2-4 Tage cold crash bei 1° (hopf auf den boden)
#4. FLASCHE
  • Abfüllung in Flaschen mit etwa 7 Gramm / Liter Zucker. Berechnung: http://fabier.de/biercalcs.html, beispiel: Bei 20°C brauchst Du 7,14 g/L Zucker um eine Karbonisierung von 5,3 g/L CO2 zu erreichen.)
#5. Das härteste
  • 4 Wochen: Geduld 🙂
Fragen
- Cold Crash 2-4 Tage: was bestimmt, ob es 2,3 oder 4 Tage ist? (#1, #2 und #3)

- Könnte ich Schritt 2 (bier in aan anderes Gärfass) überschlagen? Oder brauchst du das um das Bier zu klären

- Wyeast Hefenahrung: Ist das notig oder hängt das vom Hefetyp ab? (smackpack, korner)


Ich bin gespannt!
Zuletzt geändert von duittenb am Dienstag 5. Juni 2018, 11:29, insgesamt 2-mal geändert.

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Re: Samuel Adams Boston Lager

#50

Beitrag von DevilsHole82 » Dienstag 5. Juni 2018, 11:16

#2 kannst Du überspringen.

Cold Crash am Ende von #1 führt dazu, dass die Hefe und Trubstoffe sedimentieren (sich am Boden absetzen).
Cold Crash am Ende von #3 führt dazu, dass sich der Hopfen absetzt.
Gruß, Daniel

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